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Diese Gesamtausgabe beinhaltet alle 15 Gedichtbände, die zuvor als Einzelausgaben erschienen sind. Außerdem sind über 80 farbige Illustrationen enthalten, die zum allergrößten Teil vom Autor selbst stammen. Neben Gedichten mit traumhaft/albtraumhaft surrealen Inhalten, die eine innere Welt voller Rätselhaftigkeit und fremdartige Begegnungen und Situationen vorstellen, finden sich Gedichte, die durch Erinnerungen und Reflexionen auch biografische Muster sichtbar machen.
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Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2015
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In Träumen voller Unterholz
Jäger steigen nieder vom Wald
Vier Reiter mit Pferden schweigen
Die Ungeduld der Krokodile
mein Heft mein Malerstuhl mein Schränkchen
Die ausgeschnittene Frau
In diesen Traum entfallen meine Augen
Die letzte Lust der Augen
Um mich kein Raum, weniger noch eine Zeit
Der Schilfwald
Die Frau am Strand
Das vorgestellte Liebesspiel
Mein geheimes Jahr
Alle frühen Bilder
Wilde Palmen
Neue Winterreise
Langgedicht
Unter dem schwarzen Mond
verblutet ein Reh
in stiller Erwartung sieht mich
der dunkelnde Wald
grüngoldene Moose zerfransen
den abfallenden Weg
die Lichtung öffnet sich
Purpurbärentanz über duftenden Blüten
dorthin lege ich mich
bereit zur Atempause
die Nacht beschläft meine Augen.
Ich folge den gestrigen Spuren
tiefer in den Wald
ein Augenpaar verträumt
zwischen Stämmen seinen Glanz
märchenschattengleich
tief hinunter in eine Schlucht
verhallt an einer Wand ein Schrei
hingeworfene Felsen erinnern sich
an die Melancholie einer Berührung
inmitten von taunassen Gräsern
unter den Flügen der Nachtschwalbe.
Die Richtung gibt der dünne Pfad
meine Hände tasten
verstellt von grauen Stämmen
entgleitet meine Silhouette
bei der umgestürzten Pforte
seit Jahren warten Sommerregen
auf die Lüsternheit der Tiere
gegen die Mitternachtsseite
erzittert meine Brust
überwuchern Riesenfarne
im baldigen Verfall.
Findlinge jetzt verworfen über Geröll
endlos langes Steigen in die Schlucht
Gesichter flüstern im Nacken
aus dem Nebel Gestalten erfinden
Tau glänzt in meinem Gesicht
außer Atem schneide ich den Weg
in die angeschwärzte Landschaft
in Momenten leisen Wahnsinns
tiefer in den Grund hinein
helles Blut tropft von den Blättern
eines Zweiges in die Fährte.
Das Bellen eines Rehs aus dem
unermesslich großen Wald
zerbricht die Enge dieser Schlucht
im lichtlos unscharfen Raum
eine bemäntelte Gestalt
besingt der starrende Wald
flüsternd mit seinem Gesang
ich wandere nur so neben mir
dem Reh auf die Spur zu kommen
mit geschlossenen Augen
bin ich mir selbst entfallen.
Der Mond gleitet aus dem Schatten
bestäubt den bleifarbenen Nebel
silber vergraute Tannenäste
Jahr um Jahr verstummt
versteinern im windstillen Tal
der weiche Nadelboden schläft
noch in meiner Erinnerung
Überbleibsel vertrockneter Tage
Bewegungen dort unmerklich
ich lausche bis die zugestellte Nacht
mir was verspricht.
Dichter drängt mattes Laub
in den Pfad hinein berührt mich
schwere Müdigkeit säumt hin
zu meiner Gestalt
weiter geistere ich voran
gleite und schwanke zuerst
im Taumel wünsche ich mir
dass ich gewappnet werde
zum Schutze gegen Stimmen
die meine Erinnerung
in der Dunkelheit verstecken.
Bis hierher kam ich immer
und legte mich zum Schlafen
zwischen riesigen Samen
eingerollt bei einem Tier
und träumte es zum Morgen
in der Nähe scherzten Jäger
brachen durchs Unterholz
mit Stöcken schlugen sie
und schossen mit Gewehren
heute müsste ich der Nacht
ein letztes Bild entreißen.
Zwischen den riesigen Samen
liege ich wie immer
warte im Stillen auf das Reh
das sonst hier bei mir lag
gelehnt an meinen Rücken.
Wir hörten weit entfernt
die Männer drohend lachen
sie zogen endlich fort
ich gab erneut das Zeichen
in die Wildnis loszuspringen
ungezügelt als ein Teil von mir.
Ich folge einer Spur
Fremdheit soll von nun an
meinen Blick verkleiden
in der Gefährlichkeit
einer dunklen Ahnung
wandere ich hin zu einem Berg
ungesehen von der Meute
ich horche auf den Todesschrei
ich sehe dich mein Freund
mit Angst im Hals
hier noch einmal.
Da in der Entfernung
hör ich ein erstes Raunen
eine unsichtbare Landschaft
fängt an sich zu erinnern
was zwischen Schatten wächst
in einer blassen Fantasie
die zutiefst geborgen
sich selbst umkreist
und leise vor mir wispert
von vergessenem Gestein
im silberhellen toten Raum.
Eine weitere Stunde schon
bin ich umschlungen von Farnen
und entgleite auf totem Holz
unnahbar geworden
der Augenblick erstarrt.
Alleine lag ich unter Samen
während ein Teil von mir im Wald
über Moose sprang
und mich voll Sehnsucht
uns reicher wieder
zu vereinen warten ließ.
Mit dieser Erinnerung
umhüllt von Spinnennetzen
durchstreife ich die Lichtung
die der nackte weiße Mond
nun endlich aus dem Nebel
mit weichen Konturen formt
und fassbar werden lässt
die Knochengerüste des Waldes
umstellen streng und unbegreiflich
die Schattenrisse eines
abgehackten Gartens.
Ein leeres Gesicht fängt
zwischen fahlen Gräsern
meinen Blick berühren
ausgesäte Trümmerstücke
kaputten Lebens meine Hand
in einem öden Feld verträumen
unentdeckt Versteinerungen
jede Zeit die ich einst fand
versiegelte Lippen eines Mundes
nie berührte starre Finger
ein Zauberbann bewahrt sie hier.
Mondhell beleuchtet sieht der Wald
in seiner Vorstellung mich an
entlang der Schemen gleite ich
tiefer in den alten Garten
diesen Ort den es nie gab
hier soll ich ungesehen leben –
einziger Freund – dahinten
in Stein verwandelt steht das Reh
es schläft nun hundert Jahre
Agonie ist sein Triumph
und meines Traumes Schwere.
Langgedicht
Durch den Hohlweg treten unter Gewitterwolken
aus einer fernen Zeit vier Männer mit Pferden
selbstversunken in den Hitzeschleiern des Juli
ohne Seitenblick dem grauen Nachmittag entgegen
zwei von ihnen reitend die anderen führend
mit starrer Miene ganz entrückt folgen sie
dunklen Befehlen die Tiere aus dem Berg zu leiten
unversehrt über Schutt und brüchigem Gestein
den alten Weg entlang schlummernder Gärten
in die ich blicke angelockt durch Flügelschläge
nie gesehener Vögel im rätselhaften Lichtspiel
von Geheimnissen wo eine Schlucht sich öffnet
mit Pflanzen und Dornen bewehrt den Zugang
durch Findlinge verstellt die Pferde schweigen
bepackt mit Satteltaschen darin das ahne ich
verdeckt und überführt ein einsam fernes Leben
versteckte Träume vielleicht oder Versprechen
ich drehe mich zur Seite während die Männer
ohne eine Regung ihre Pferde aus dem Berg
ins Tal gleich Plünderern führen eine verlorene
Weile lang bange ich während der auffrischende
Wind den Berg bestäubt – ein leises Summen
zwischen Zauberblüten ich vergesse mich endlich
bei der Schlucht längs des steinalten Waldes
mit ihren Pferden gleiten blicklos die Männer
in das helle weite Tal geisterhaft verlassen sie
ein Märchen unter des Berges grollendem
Donner ganz benommen schlüpfe ich im Schatten
der Gartenmauern in den Hohlweg ungesehen
zwischen Lichtgesplitter und duftend zarten Rosen
entdecke ich die Fährte bei den riesenhaften
Steinen trunkene Dickichte säumen meinen Blick
mit erstarrten Mienen sind die Männer endlich fort
auf diesem Pfad bleib ich allein – Grabnischen in Stein
gehauen träumen von meiner Gestalt hinter
Oleandergebüschen und Olivenbäumen erwarten
unberührte Blöcke und Reliefgesichter meine
tastenden Hände wo Eidechsen mich beäugen in der
Mittagsglut neben zerbrochenen Säulen welkem Laub
und einmal ein Vogelschrei während ich wandere
durch den hohlen Fels – über Moose taste ich weiter
woher kamen denn die Reiter im Sonnenlicht glänzten
ihre derben Ledermäntel ein Stich geht mir durchs Herz
der Hohlweg zieht mich fort in seine magisch grünen
Schatten die mich verschlucken ich glaube schon
die Reiter sahen erbarmungslos und hart mich an
muss ich an diesem Tag vielleicht schon sterben?
den einen Menschen aber werd ich jetzt nie finden
die Ranken und Farne streifen mich und hängende
Moose zwischen gestürzten Stämmen da verschläft
ein Bild ein ganzes Leben und darüber wächst der Fels
meine Arme meine Schultern berühre ich betaste
mein Gesicht in den gewaltigen Laufgängen des lang
entschwundenen Giganten waren Menschen gewesen
sie passierten still den Lichtkeil der das Blätterdach
auf die steilen Felsen zeichnet ich sehe mich um
und suche plötzlich und begreife ganz langsam
was wollten die Reiter hier was raubten sie dem Berg
ihre Läufe schlugen die schlanken Pferde blutig
ermattet der Spur ergeben mit stumpfen Blicken
trabten sie über die Trümmer jäh erstarrter Zeit –
jetzt verfallene umwucherte Mauern zwischen den
Hohlwegen immer wieder Ausblicke in die bewaldete
einsame Schlucht geöffnete schmiedeeiserne Tore
ziehen mich heran im Schatten vernarbter Bäume
flattern Krähen in Gebüsche ein verlassener Winkel
überwachsen von Lianen in gleißendem Licht – dann
Wildnis deren Schlund sich öffnet ich schlüpfe erneut
in den Weg zu einem engen Spalt fransigen Lichts
wölben sich samtgrüne Steinskelette viele Meter über
mir ich taste nun über Steine weiter hinauf wurden
hier die Pferde geführt wo jeder Angstschrei für immer
in den gehauenen Wänden sich einritzt und Zeichen
setzt umkehren sollte ich das einstürzende Wetter
bricht an der jenseitigen Schlucht eine Schneise –
da seitwärts öffnet sich der Weg zum Abgrund hin
verwischt sind lange schon die Gärten im böigen
Wind erhebe ich die Hand und winke hinüber in einen
Gedanken in dem ich bleibe die Reiter und ihre Pferde
sind hier entlanggezogen mit einem kostbaren Gut
durch Klüfte und Felsentreppen führt steigend der Weg
zu einem Durchlass zwischen Farnen und Wasserläufen
wie konnten dort mit ihren Pferden die Reiter ziehen
Nebenwege seh ich keine umschlossen von rauen Felsen
ist der stille Durchgang der sich windet ich warte
unter Steinvorsprüngen momentlang und versuch mich
zu erinnern an den Riesen der hier lebte in dem Bauch
des steilen Berges schritt er leise durch den hohlen Weg
ein stummes Leben schlief er ungesehen oben bei der
Kuppe dieses Felsens bewachte die Erinnerungen
eingegraben zugeschüttet die ich vor Jahren übergab
der Riese hütete in ungeheurem Schlaf ein Bild von mir
in einer tiefen Kluft aus Felsgestein erklimme ich den
Ausgang aus der Rinne niemals war ich hier gewesen
die Landschaft brütet ohne Spur von Gegenwart –
ich verletze mich beim Eintritt in das schmale Areal
in Terrassen gehauen umrahmt die Wasserquelle
ein uralter Brunnen neben einer tiefen Wanne
für ein kühles Bad seit hundert Jahren fließt über
gewaschene Ränder das Wasser mit Mooshaaren
die in der Strömung grüngolden schimmern sie
gleiten zu den Seiten schwenken im wiederholten
Rhythmus schwebend über funkelndem Grund ich
seh meine Hand durchs Wasser ziehend mich um
wie fein und zierlich da Olivenbäume wachsen
Zäune silbrig grau verwittert und zerbrochen
seit Jahren führen mich zum Rand des steilen
Hanges … noch ein Garten … sage ich der letzte
des Weges von Zauberhand gemalt am Abgrund
einer Schlucht ein heimliches Versteck umrahmt
von Hecken süßer Pflaumen niedrige Bäumchen
mit Orangen gedeihen hier an diesem Zauberort
der uralte Riese den ich vor langen Zeiten traf
in diesem unermesslich großen Berg liegt zwischen
den Terrassenbändern wie ich nun sehe zu Stein
verwandelt ohne jede Regung ist sein Schlaf längst
eingetaucht in Todesdämmer mit ihren Pferden
waren hier die Reiter in den Garten führen Spuren
zu diesem Ruheort sie fanden ihn versteinert ohne
Gegenwehr eine Skulptur aus Fels Geträumtes
hat er so gehütet und vor Äußerem bewahrt wie viele
Jahre schon in treuem Freundesdienst zu beschweren
meine Träume und sicher da zu halten hat er den
Stein gewählt statt seines Lebens statt Lebendigkeit
und Kampf zu spüren verbarg sein ganzer Leib den
Eingang in die Erde zu jenen anvertrauten Bildern –
erstarrt in Lethargie entdecke ich den Riesen und
unter ihm ein Loch im weichen Boden ausgehoben
dunkel bricht über dem Berg das Gewitter ein mit
Schauern brüllen Wolken ihre Donner in die
Schlucht unmöglich noch zu bleiben Blitze zucken
hinter Bäumen in der Sekunde des Erkennens
werd ich von hier vertrieben Sturmwind peitscht den
Berg ich flüchte aus dem Garten längs des Brunnens
wieder durch die Öffnung dem hohlen Weg entgegen
flinke Bäche die zwischen Felsen stürzend meinen
Rückweg überspülen formt der wütende Regen
munter quellen Ströme durch Spalten und Ritzen
treiben mich unter grellen Blitzen ängstlich
rückwärts blickend dem ersehnten Ausgang zu –
durch jähe Schuld getroffen kann ich nicht weiter laufen
an diesem Ort ich weiß muss ich versteckt erst noch
verweilen – die Grabnische dort drüben in den Fels
gehauen lockt unerbittlich in die dunkle Höhlung
fremder Müdigkeit verhaftet will ich die Zeit unendlich
lange bergen und ohne Mut betäubt mich halten –
nach aussichtsloser Flucht nimmt mich die Nische auf
die Beine angezogen warte ich in Totenstellung.
Gedichtfolge
IN DIE LAUE NACHT GLEITE ICH in süßem Traume
der helle Mond verspricht mir hundert Augen
die mich umstellen verstrickt im Dickicht
greifen meine Hände durch Spinnennetze
nach längst vertrockneter Beute.
Die Duftspur langer Schatten zieht heran
versucht mich blind zu machen
zwischen giftigen Tentakeln wandert Grauen
wie tastende Finger unter Angstgeschrei nur
entkomme ich der Dunkelheit.
Die wilde Zärtlichkeit der Nachtdämonen
zieht mich hin zu weichen Mulden voller Schlaf
wo der Tod versteckt in Schatten etwas sagt
im Dschungel formen blaue Nebel
undurchsichtig mein Gedächtnis.
In der Morgenluft würden schillernd kleine Schuppen
von Insektenflügeln schweben
niemand weiß wohin ich gehe nur die Käferlarve
horcht verloren unter einem Rindenstück
auf Geräusche in der Nacht.
Der Wahnsinn lacht mich aus zwischen Gräsern
lachen hundert Augen wenn die Nacht
im Regen stürzt kämpfe ich in Träumen
voller Stacheln bis ein anderes Gesicht
mir meine Maske nimmt.
Die Fesseln die ich spüre flüstern zarte Worte –
ein Liebeswerben in trunkener Stille
bis sich auch diese Nacht in meinem Kopf versteckt
ich schlafe ein so wurde mir befohlen
ein neues Wort in andrer Zeit zu sagen.
ZWISCHEN VERLETZTEN REHEN fand ich mich
kopfüber gegen Felsen schnitt eine Kerbe
in mich dort jemanden abschütteln
meine Tarnung gab ich auf das was ich wusste
zerkratzte ich auf Spiegeln.
Ein Schmetterling erzählte seinen Flug
er war über Jahre gealtert
durch den Schlaf entkomme ich hinunter zum Fluss
sieben Tage ohne Sprache
Worte und Sätze waren ausgefallen.
Ich hätte sterben können mit den Rehen
in den Nächten des Monsun
etwas wuchs heran gegen mich
immer Gefangener indem ich mich entfernte
war ich erstmal in Sicherheit.
ICH ENTDECKE MICH NEBEN MIR
sehe mich dort hinten – zwischen Jaguaren
die ihre Krallen schärfen an meinem Rücken
Bewegungen im Dickicht verwandeln die Nacht
ungesehen warte ich neben dir und mir
im Gewirr der Blätter und Lianen schlafen nun
hunderte Gesichter.
Die Nacht ist kalt und voller Scharmützel duftend
schweigt der Fluss wo die großen Welse patrouillieren
könnte ich mich still zum Boden legen
und den Gräsern lauschen müsste nicht
mit Jaguaren kämpfen hinter riesenhaften Bäumen
deren Wurzeln wuchern bis zum Morgen.
Die Jaguare gähnen voller Erinnerung
zerbeißen sie die Luft – sie werden bei mir liegen
bis ich mich zurückverwandelt habe
das Grauen gebiert ein neues Ungeheuer
niemals schlafen Jaguare wenn der Wald
in dunklen Nächten lautlos schreit
ihre Krallen schärfen sie an meinem Rücken.
ICH ERKANNTE ZWISCHEN GRÜNGOLDENEN MOOSEN
ein letztes Zeichen und später
unter den Flügeln eines Insekts
vergaß ich alle Gesichter aus Stein
und den Gesang von Flöten.
Verbrannte Nächte zeichnen Ringe aus Rauch
ich kämpfe mit Schmetterlingen
während durch Strudel Wellen zerstampfend
Elefanten ziehen ziehen Ringe aus Rauch
taumelnd hin zu Verstecken.
ERINNERUNGEN SITZEN ZWISCHEN FELSEN IN RITZEN
Spinnfäden umwoben gleich Beutetieren in Kokons
fallend in Dämmerung drehe ich mich um
mit dem Lächeln der Jungen wäre es geschafft
deine knöcherne Hand aber lasse ich nicht los.
Grün bemalte Wolken drücken mich zu Boden
während ich stolpere über gewebten Grund
beim Ufer wartet etwas versteckt mit flachen Augen
schwammen hier Geflechte aus Blumen und Gras
als der Tag endlich anbrach und niemand mich sah?
IN MEINEN TASCHEN NISTEN schwarze Käfer
und bleiben versteckt in Fußabdrücken
neben mir verstaubt ein Schattenbild
aus dem ich als ein Anderer verschwinde
in den Nächten voller Reptilien fand ich Schlaf.
Dieser Regen hinter Bambushütten schimmert
gleich nassen Haaren gegen die Dämmerung
als hier die schwarzen Hunde gierig fraßen
nistete in ihren Augen die Bleifarbe
des umgestürzten Abends.
Verzweifelt spannte die Nacht ihren Rücken
ohne Berührung bedeckte mich ein Laubblatt
ich blieb noch bei den Hunden musste doch nur warten
beim Todesschrei von Tieren im Wald
eine Form gestalten ich sah mich aber nicht.
EIN SCHLAFTRUNKENES BILD FLUORESZIERT
in tiefen Fußabdrücken unscharfe Spuren
im Schlamm flüstert der Nachtregen
während meine Augen den Boden betasten
streife ich durch Farne und giftige Dornen
herumgeirrt seit Stunden sehe ich erneut
die zurückgelegten Schritte vor mir liegen.
In jedem Tritt schimmert mir ein Bild herauf
aus Fußabdrücken schweigen Bilder leuchten Streifen
bunte Flecken – mit dem Regen schwimmt mein Blick
weiche Gesichter eines Menschen den ich kannte
