Schafe im Schnee - Huldar Breiðfjörð - E-Book
SONDERANGEBOT

Schafe im Schnee E-Book

Huldar Breiðfjörð

0,0
9,99 €
Niedrigster Preis in 30 Tagen: 9,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Mehr Färöer geht nicht!

»Für einen Isländer ist das Betrachten der färöischen Landschaft vielleicht am ehesten so wie der Liebsten zu begegnen, nachdem sie sich gerade die Haare hat kurz schneiden lassen. Vertraut und doch wieder nicht.« Ein junger Isländer begibt sich auf eine Reise auf die achtzehn Färöer Inseln mit dem Ziel, den vermeintlichen Unterschieden zwischen Färingern und Isländern nachzugehen. Auf seinen Erkundungstouren über eine einmalige Landschaft kämpft er sich durch Wind und Wetter, trifft auf schweigsame Fischer und störrische Schafe, Einsamkeit und Freundschaften, regionale Köstlichkeiten und den Färöischen Tanz, der ihm eine völlig neue Welt eröffnet.

Eine skurrile Roadnovel – eine Liebeserklärung an ein besonderes Land.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 210

Veröffentlichungsjahr: 2013

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Huldar Breiðfjörð

Ein Färöer-Roman

Aus dem Isländischen von Gisa Marehn

Impressum

Die Originalausgabe unter dem Titel

Faereyskur Dansur

erschien 2009 bei Bjartur, Reykjavík.

Die deutsche Übersetzung wurde finanziell gefördert von

ISBN 978-3-8412-0636-7

Aufbau Digital,

veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, Juli 2013

© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin

Die deutsche Erstausgabe erschien 2013 bei Aufbau, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

Copyright © 2009 Huldar Breiðfjörð

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.

Umschlaggestaltung hißmann, heilmann, Hamburg

unter Verwendung eines Motivs von plainpicture/Mira

Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, www.le-tex.de

www.aufbau-verlag.de

Inhaltsübersicht

Cover

Impressum

I

1

2

3

4

5

6

7

8

9

II

10

11

12

13

14

15

16

17

III

18

19

20

21

22

23

24

25

26

IV

27

28

29

30

31

32

33

Informationen zum Buch

Informationen zum Autor/zur Übersetzerin

In den Färöern weilten wir einen ganzen Halbmonat, und wir lagerten in dem Handelsort Tórshavn. Das Schiff ankerte im Kaldbaksfjord. Nahe am Ufer draußen im Fjord lebte der Rechtskundige Mikael í Lambhaga. Seine Gäste, ich, einige von dem Admiralsschiff samt dem Admiral selbst und die Kapitäne von den vier Schiffen blieben zwei Nächte. Wir wurden prächtig mit allerlei Speisen bewirtet und mit mannigfaltigen Sorten von Bier. Nämlich Met von dreierlei Art, vielerlei Hamburger Bier, Libysch Bier, Rostocker Bier, Trondheimer Bier, Kopenhagener Bier von zweierlei Sorte, englisches Bier von dreierlei Sorte, und zwar Ale, Starkbier und Schiff-Bier. Wir hatten viele Freuden, und lustig war es mit all den Musikinstrumenten und dem Tanz mit Vers und Gesang im Kreise auf färöische Weise.

– Aus dem Reisetagebuch

von Jón Ólafsson Indíafari (1593–1679)

Das Land des Lebens ich bald schon sehen kann, Mit Freuden erwarte ich diesen Ort, Alle Nacht der Erde bleibt in Ferne sodann, Kein Tag noch jemals dunkelte dort. Das Land des Lebens ist voll von Herrlichkeit, Längst haben wir das hier erkannt, Kein einz’ges gleicht diesem Land erdenweit, Es ist unsrer Seelenhoffnung Heimatland.

Óli Reinert (1887–1974)

I

1

Das Flugzeug senkt sich aus den Wolken herab, und die erste Insel erscheint; ihre Farbe irgendwie vertraut, braun oder gelbbraun, in einem eher grauen als blauen, weiß schäumenden Ozean. Dann taucht eine nach der anderen auf. Ein wenig kahler und mehr gekrümmt und gewölbt als du erwartet hattest. Die scharfen Linien und das Schwarz fehlen; alles ist etwas weicher. Nach der sanften Landung wird geklatscht. Hinter den Fenstern des kleinen Lufthafens steht erwartungsvoll eine Ansammlung von Leuten, die erschienen sind, um ihre Verwandten abzuholen.

Während du auf dein Gepäck wartest, besiehst du dir die färöischen Gesichter genauer. Sie ähneln den isländischen, sind aber trotzdem nicht genau gleich. Einige Leute wirken heller und frischer und erinnern an Dänen. Andere sehen aus, als wären sie eher straight, und erinnern deshalb ebenfalls an Dänen. Auch treibt sich da ein gewisses keltisches Element herum zwischen den Anoraks und Fellmützen – lange Nasen – häufiger dabei in den Gesichtern von Frauen. Doch letztendlich findest du, das Bemerkenswerteste an dem Grüppchen ist, wie verloren die Menschen wirken, und deshalb könnten sie ebenso gut isländisch sein.

Nachdem du die Zollabfertigung passiert hast (wo niemand Dienst hatte), begibst du dich zum Infotresen und erkundigst dich verlegen auf Englisch, wann denn der nächste Bus nach Tórshavn fahre. Die Dame am Schalter reicht dir eine Broschüre, auf der Ferðaætlan – Fahrplan – steht, und antwortet bedächtig auf Englisch, dass der Bus abfahre, sobald alle aus dem Flieger ausgestiegen seien. Du überlegst, warum sie dir den Fahrplan gegeben hat, wenn doch etwas Anderes darüber bestimmt, wann der Bus abfährt. Dann gelobst du dir zu versuchen, in den nächsten vier Wochen ein bisschen Dänisch zu sprechen.

Du trittst nach draußen in ein mildes Wetter; Windstille und diese fünf Grad über Null, von denen deine Mutter der Meinung ist, sie herrschten mehr oder weniger das ganze Jahr über auf den Färöern. Vor dem Lufthafen wartet nur ein Bus, und auf dem steht Strandfaraskip Landsins, Landesküstenschifferei. Hinter dem Lenkrad sitzt der Fahrer und schwatzt in ein Mobiltelefon. Er trägt dieselbe angeklatschte Wasserfrisur wie viele seiner isländischen Kollegen.

Die Landschaft auf der Fahrt vom Lufthafen erinnert dich abwechselnd an die isländischen Westfjorde und Ostisland. Nur dass alles geschwungener, zurückhaltender ist und die Berge weniger hoch sind. Die Straße führt durch zwei neue Tunnel und ein paar nette Dörfer, in denen niemand draußen zu sehen ist. Du vertreibst dir die Zeit damit, die Schilder zu lesen und lernst die Wörter einvegis und útsøla, Einbahnstraße und Schlussverkauf. Knapp eine Stunde später rollt der Bus am Busbahnhof von Tórshavn auf ein paar andere Landesküstenschiffe zu.

Alles ist vertraut und fremd zugleich. Du kommst dir vor, als wärst du in Hafnarfjörður, im Einzugsgebiet von Reykjavík. Nur, dass auf dem Schild über der Verkaufsluke am Busbahnhof Kiosk steht. Du kaufst dir dort einen Kaffee und rufst dann die Nummer an, die du bekommen hattest. Andreas antwortet und erklärt in diesem Englisch, das er wahrscheinlich eher in einer Sprachschule als vom Fernseher gelernt hat, dass er in so um und bei fünf bis sieben Minuten da wäre. Der Kaffee ist gut.

Und sechs Minuten später fährt ein blauer Pkw auf dem Platz vor. Heraus steigt ein Mann in den Fünfzigern mit kurz geschnittenem Haar und Oberlippenbärtchen – Andreas. Er ist sehr bemüht und scheint sich gerade daran zu erinnern, dich zuerst einmal in Tórshavn willkommen zu heißen. Schaltet dann einen Gang runter und fragt in putzig akkuratem Englisch, ob du eine Bettdecke, Kopfkissen und derlei Zubehör mitgebracht hättest. Als du verneinst, nickt er und scheint eine Bestätigung für irgendetwas zu erhalten, das er schon vermutet hatte; fast so, als sei er erleichtert.

Andreas erlaubt sich eine kurze Pause, um zu Atem zu kommen, und beginnt dann, einen bestimmten Plan –  beziehungsweise Itinerary  – zu erläutern. Zuerst werdet ihr zu einem Geschäft fahren, welches Sjemman heißt, um Bettdecke, Kopfkissen und derlei Zubehör zu kaufen. Das muss sofort erledigt werden, damit daraus später keine Probleme entstünden. Und wenn das getan ist, dann wird er dir das Zimmer zeigen. Darauf schweigt er und wartet gespannt auf deine Reaktion auf diesen durchdachten Plan. Du nickst zustimmend. Und wieder ist er erleichtert.

Auf dem Weg zu Sjemman erklärt Andreas, dass zu dieser Zeit (kurz nach vier) viele Leute von der Arbeit kämen und auf dem Nachhauseweg sind. Daher sei so starker Verkehr. Der Autoverkehr ist tatsächlich auffallend dicht – gemessen daran, wie ruhig und beschaulich alles ringsum ist; kaum eine Person ist zu Fuß unterwegs. Tórshavn wirkt bald wie eine Mischung aus Hafnarfjörður und Akureyri mit den zahlreichen Steigungen. Andreas weist dich auf das Haus der Nordischen Länder und die Zentrale von Kringvarp, dem färöischen Staatsfernsehen, hin. Dann verzieht er das Gesicht und fügt hinzu, dass das färöische Fernsehen sehr schlecht sei und im Grunde nur eine Mischung aus dänischen und englischsprachigen Fernsehsendungen. Genau wie das isländische Fernsehen, denkst du, verziehst aber das Gesicht nicht.

Andreas erzählt dir, dass es auf den Inseln drei Radiosender gäbe: Rás 1, Rás 2 und den christlichen Sender Lindin. Während du ihm zuhörst, ziehst du in Erwägung, dass Andreas seiner Sprechweise nach zu urteilen wahrscheinlich jemand ist, der niemals die Hände in den Schoß legt. Du betrachtest ihn fortan als einen kunstfertigen Handwerker, für den die englische Sprache wie ein großer Baum ist. Jedes Mal, wenn er etwas sagt, hast du das Gefühl, er fälle zunächst den Baum und mache sich anschließend daran, Sätze und wunderschöne Wörter herauszuschnitzen, die er dann wie färöische Kostbarkeiten auf dem Armaturenbrett des Wagens arrangiert. Dort darfst du sie berühren, sie dir ansehen und versuchen, ihre Bedeutung zu erfassen.

Es stellt sich heraus, dass Sjemman Skemman heißt. Das Schild außen am Gebäude ist dir vertraut, und im Inneren empfängt uns derselbe Geruch wie im Dänischen Bettenlager. Andreas greift sich im Eingang ein Angebotsblättchen und geht alle Preise genau durch. Er findet heraus, dass eine bestimmte Andrik-Bettdecke sowie das passende Zubehör, ein besonderes Set of Proposals, am günstigsten ist. Doch so wie es hin und wieder im Dänischen Bettenlager vorkommt, hat er Schwierigkeiten dabei, die Decke in dem rumpeligen Geschäft zu finden. Daher ist Andreas, der immer noch das Blatt in den Händen hält und sorgfältig alle Preise durchgeht, kurz darauf von drei Verkäuferinnen umringt. In einem günstigen Moment flüstert er dir zu, dass nämlich der Preis in diesen Faltblättern oft besser sei als in der Realität selbst. Danach wendet er sich wieder den Verkäuferinnen zu, und eine von ihnen eilt flink ins Lager.

Die Decke und das passende Zubehör kommen zum Vorschein, so geht ihr zur Kasse, damit du bezahlen kannst. Dort steht eine desinteressierte Frau in einem weiten Sweatshirt mit dem Logo des Hauses. Andreas beobachtet alle Zahlen, die sie eingibt, genau und vergleicht sie umgehend mit den Preisen im Prospekt. Du stopfst deine Artikel in eine Tüte und sinnierst darüber, wie solch ein Mensch wohl erst wird, wenn er sich eine Wohnung kauft. Als ihr dann endlich nach draußen geht, bittet er dich, doch noch einen Moment im Eingang zu warten, während er zurück in den Laden springt und die Preise ein weiteres Mal vergleicht; um ganz und gar sicher zu sein. Du schaust ihm hinterher und sagst dir, dass Andreas nur eine einzelne Person sei und nicht eine ganze Nation. Jemand, der möglicherweise eine gewisse Zeit in Dänemark verbracht hat. Es sollte sich noch zeigen, dass es zutraf.

Auf dem Weg zum Auto erklärt Andreas, als Nächstes wäre der zweite Teil des Planes an der Reihe – das Zimmer. Ihr fahrt auf die Nördliche Ringstraße hinaus und steuert in westliche Richtung. Er erzählt, das Zimmer sei eines von acht weiteren in einem Communal Settlement mit Gemeinschaftsküche. In dem Haus wohne noch ein Isländer, und die anderen Mieter seien Färinger. Unter ihnen ein arbeitsloser Typ, vor dem er dich warnen möchte, weil er etwas viel Musik spiele und spät zu Bett ginge. Hoffentlich werde dich das nicht stören. Dieser Typ sei eine so genannte B-Person. Du nickst. Die Nördliche Ringstraße geht in den Marknagilsvegur über. Nach einer Weile sagt Andreas, dass er sich darauf freut, dir das Zimmer zu zeigen, da die Aussicht von dort ausgesprochen schön sei. Er denke selbst oft daran als a room with a view. Danach ist er eine Weile still und scheint gespannt zu sein. Ergänzt dann, dass er sich hin und wieder, wenn er nicht einschlafen könnte, vorstellt, wie er am Fenster dieses Zimmers stehe und hinausschaue. Da lächelst du. Und er ist erleichtert. Lacht, als wäre er damit ein Stückchen zu weit gegangen. Etwas später lenkt er den Wagen den Svalbarðsvegur hinunter, biegt in die Fagralíð – also Schöner Hang – und hält vor dem hässlichsten Haus von ganz Tórshavn.

2

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!