Beschreibung

Die Vergangenheit ist ein Hund ? und wenn sie zubeißt, lässt sie einen nicht mehr los. Diese schmerzhafte Erfahrung macht Johannes Schäfer von der Wiener Kriminalpolizei, als er in einem brutalen Mordfall in Kitzbühel ermittelt: Ein Unternehmer aus der Stadt wurde bewusstlos geschlagen und an ein Gipfelkreuz genagelt. Schäfer ist noch gar nicht richtig in seiner ungeliebten früheren Heimat angekommen, als schon wieder eine Leiche auftaucht: Der einheimische Baulöwe Krassnitzer wird ebenfalls tot aufgefunden, er wurde bei lebendigem Leibe einbetoniert. Dass die Fälle zusammenhängen, scheint auf der Hand zu liegen - aber plant der Täter noch weitere Morde? Und wie passt der ehemalige RAF-Terrorist ins Bild, auf den Schäfer bei seinen Nachforschungen stößt? Georg Haderer - die Krimi-Neuentdeckung aus Österreich Georg Haderer beweist in seinem Krimi-Debüt echte Page-Turner- Qualitäten: Blutig gefärbtes Lokalkolorit, pointierte Dialoge und satirische Seitenhiebe auf die Kitzbüheler Gesellschaft gehen hier einher mit einer atemlos spannenden Mörderjagd und einem Ermittler, der seine Vergangenheit öfter, als ihm gut tut, mit Vogelbeerschnaps vergessen will. ***Spannend wie Arne Dahl, emotional wie Fred Vargas und abgedreht wie Wolf Haas.*** GEORG HADERERS KRIMINALROMANE UM MAJOR SCHÄFER: * Ohnmachtspiele * Der bessere Mensch * Engel und Dämonen * Es wird Tote geben * Sterben und sterben lassen

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Georg Haderer

Schäfers Qualen

Kriminalroman

© 2009HAYMON verlagInnsbruck-Wienwww.haymonverlag.at

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

ISBN 978-3-7099-7440-7

Umschlag- und Buchgestaltung:Kurt Höretzeder, Büro für Grafische Gestaltung, Scheffau/TirolCoverfoto: www.webstockpro.com

Diesen Kriminalroman erhalten Sie auch in gedruckter Form mit hochwertiger Ausstattung in Ihrer Buchhandlung oder direkt unter www.haymonverlag.at.

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

1

Er achtete nicht auf das schrille Piepsen der Multifunktionsuhr, die ihm mitteilte, dass sein Herz über 125-mal pro Minute schlug. Das Gipfelkreuz war in Sicht; und die letzten hundert Meter verdienten diese Anstrengung.

Bislang war es ein makelloser Tag gewesen. Als er seinen Geländewagen auf dem Parkplatz abgestellt hatte, war kein weiteres Fahrzeug dort gestanden, und auch auf dem Weg hinauf war er niemandem begegnet; abgesehen von ein paar schlaftrunkenen Kühen, die im taunassen Gras standen, noch so lethargisch, dass ihre Glocken nur vereinzelt zu hören waren. Zu seiner Rechten rauschte der Bach, der den Graben im Sommer angenehm kühl hielt. Nach einer halben Stunde war der geschotterte Fahrweg zu Ende. Ab hier führte ein schmaler Wanderweg über steile Almwiesen zum Grat hinauf, der sich fast drei Kilometer, dafür nur sanft ansteigend, zum Gipfel zog. Noch lagen die Wiesen im Schatten, doch über die Bergkette im Osten schob sich bereits der gleißende Scheitel der Sonne und in zwei Stunden würde es auf dem unbeschatteten Weg sehr heiß werden. Früher hatte Steiner die Hitze gemocht. War stundenlang in der prallen Sonne unterwegs gewesen. Doch mittlerweile setzte sie seinem Kreislauf zu und er suchte den Schatten, wo es nur ging. Das war jedoch nicht der einzige Grund, warum er sich am Abend vor einer Bergtour den Wecker auf fünf Uhr stellte. Er wollte der Erste am Gipfel sein, und er wollte so wenigen Menschen wie möglich begegnen. An Wochenenden standen die Chancen dafür schlecht. Zu viele Wanderer, und vor allem zu viele Junge, die eine Stunde nach ihm losgehen konnten und dennoch vor ihm oben waren. Simon Steiner war sechzig, für sein Alter außergewöhnlich gut in Form und gestand sich seine nachlassende Körperkraft umso widerwilliger ein.

Doch an diesem Tag hatte er nichts auszusetzen. Mit vom Schweiß brennenden Augen wanderte er über den Grat zum Karstein. Aus dem trockenen, fast kniehohen Gras sprangen Insekten an seinen Waden hoch und zwangen ihn immer wieder dazu, sich leicht zu bücken und nach ihnen zu schlagen. Die Sonne blendete ihn mittlerweile so stark, dass er nur auf den schmalen, steinigen Weg vor ihm blickte. Nun, wegen des Panoramas kam er ohnehin nicht herauf – daran hatte er sich schon längst sattgesehen. Er sah in sich hinein. Und manche Bilder und Gedanken ließen sich besser ertragen, während der Körper an der Grenze der Belastbarkeit war. Sie hatten ihn lange in Ruhe gelassen. Warum drängten sie in letzter Zeit so an die Oberfläche? Warum ängstigten sie ihn so sehr, dass er schon an Verfolgungswahn zu leiden begann? Fast dreißig Jahre später.

Auf dem letzten Stück zum Gipfel hob er den Blick und blieb erschrocken stehen. Da lehnte jemand mit dem Rücken zu ihm am Gipfelkreuz. Wer war werktags so früh am Berg? In den meisten Fällen Leistungssportler, die ihr Trainingspensum vor der Arbeit absolvierten und nur kurz heroben blieben. Er ging weiter. Als er ein paar Meter vom Gipfelkreuz entfernt war, drehte sich der andere um. Steiner grüßte und hielt sich die Hand an die Stirn, um sein Gegenüber erkennen zu können. Er sah einen Arm, der ausholte, in der Hand die Umrisse eines Eispickels. Dann nichts mehr.

2

Schäfer saß an seinem Schreibtisch, das Kinn auf die rechte Hand gestützt, und schob Münzen über das graue Furnier der Tischplatte. Die Zwei-Euro-Münze für den Schwager, das EinEuro-Stück für die Ehefrau, die verschiedenen Centmünzen für Personen, die mit dem Verbrechen als Betroffene, Zeugen oder Informanten in Beziehung standen. Sich selbst hatte der Major als kanadische Ein-Dollar-Münze platziert – wegen des Ahornblatts, der Sehnsucht nach einem fremden, freundlichen Land, oder um sich Distanz zur Tat zu schaffen – das war Schäfer selbst nicht mehr klar. Bergmann sah seinem Chef über den Bildschirm hinweg missmutig zu. Lange Zeit hatte er versucht, hinter die Systematik dieses Spiels zu kommen. Was, wenn nicht diese mystische Schieberei konnte die Erfolgsquote seines Vorgesetzten erklären? Gewissenhaftigkeit? Ehrgeiz? Intelligenz? Daran mochte Bergmann nicht glauben, zumal der Major selten etwas davon erkennen ließ. Also die Münzen. Also nächtelange Simulationsversuche am Computer, wie nebenbei gestellte Fragen, Blicke über Schäfers Schultern, wenn Bergmann eine Akte aus dem Schrank holte. Schließlich hatte er resigniert. Und fand sich damit ab, dass die über den Schreibtisch wandernden Münzen nur ein Molekül im komplexen Organismus Schäfer waren. Dass das Nichtverstehen schon damit begann, dass sich sein Chef insgesamt an keine Ordnung hielt, die seinem Assistenten vertraut war. In Momenten hohen Selbstwertgefühls sagte Bergmann schlicht Glück dazu. An anderen Tagen erzeugte die Überlegenheit des Majors nur Frust. Freilich, Schäfer brauchte seinen Assistenten mehr, als diesem auch nur annähernd bewusst war. Als fixe Koordinate, als Bezugspunkt, ohne den er bei schwierigen Fällen an die Ränder seines Kosmos abtrieb, wo Ermittlungsfortschritte unmöglich wären. Im Sinne moderner Mitarbeitermotivation wäre es wohl klug gewesen, den Assistenten ab und zu beiseitezunehmen und ihm seine Rolle sowie seinen Wert im Universum Schäfer bewusst zu machen. Doch Schäfer verhielt sich eher wie ein nachlässig gewordener Ehemann: Er nahm die Anwesenheit seines Assistenten als selbstverständlich hin, und wo die Zuneigung, die er für Bergmann empfand, diesen, hätte er sie ihm gezeigt, stolz bis verlegen gemacht hätte, war sie für Schäfer eine Entschuldigung, um seine beizeiten üble Laune unbeherrscht an Bergmann auszulassen. Und die fast zärtlichen Blicke, mit denen er seinen Assistenten manchmal bedachte, oder seine Hand auf dessen Unterarm interpretierte Bergmann nie zu seinen Gunsten, sondern nur als weiteren Beleg dafür, es mit einem Verrückten zu tun zu haben, dessen mysteriöse Einsicht in die Gehirne und Vorgehensweisen der Verbrecher der einzige Grund war, warum er nicht wild gestikulierend und irre Selbstgespräche führend den Passanten auf der Kärntner Straße Angst einjagte. Und so war es auch nicht weiter außergewöhnlich, dass Bergmann wieder einmal an Versetzung dachte, nachdem Schäfer sowohl seine Fragen als auch das Eintreten der Sekretärin von Oberst Kamp ignoriert hatte und weiterhin leise murmelnd seine Münzen hin und her schob. Erst beim dritten, schon hustenartigen Räuspern der Frau hob Schäfer den Kopf und schenkte ihr ein so offenes wie herzliches Lächeln.

„Welch angenehmste Unterbrechung unserer Tätigkeit … was können wir für Sie tun?“

Die Sekretärin nahm den übertrieben freundlichen Empfang so gelassen hin wie das unverständliche Knurren, das sie genauso häufig zu hören bekam, schenkte Bergmann einen mitleidigen Blick und gab Schäfer Bescheid, dass der Chef ihn zu sprechen wünschte.

Schäfer erhob sich ruckartig aus seinem Sessel, gab seinem Assistenten mit einem auf ihn gerichteten Zeigefinger etwas zu verstehen, das dieser nicht verstand, und verschwand aus dem Raum.

Als er Kamps Büro betrat, stand der Oberst – wie zumeist in den letzten Monaten, wenn Schäfer ihn aufsuchte – mit dem Rücken zu ihm, die Hände hinten verschränkt, und schaute auf den Stadtpark hinaus. Er ließ Schäfer eine halbe Minute im Raum stehen, bevor er sich rasch umdrehte, die Arme hob, als würde er einen alten Freund begrüßen, und auf ihn zutrat.

„Schäfer, mein bestes Pferd im Stall, haha. Setzen Sie sich doch bitte!“, tönte der Oberst gönnerhaft, trat hinter seinen Schreibtisch und ließ sich in den handgefertigten Ziegenledersessel fallen.

Schäfer schaute sich nach gebrauchten Cognacschwenkern um. Als er keinen erblickte, beschlich ihn der Verdacht, dass Kamp ihn wieder einmal mit einer Aufgabe betrauen wollte, die aufgrund des großen öffentlichen Interesses und des dementsprechend hohen Drucks, der auf ihm, dem Oberst, und damit auch auf der gesamten Dienststelle lastete … nun, wahrscheinlich hatte ein hochrangiger Freund bei ihm angerufen.

„Sie sind doch aus diesem Ort in Tirol, sind Sie nicht?“

Schäfer nickte mit dem Kopf, „Kitzbühel“, ergänzte er und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen wegen des jüngsten Spleens von Kamp, jeder Frage eine englische Endung anzuhängen – eine amüsante Folge des freundschaftlichen Besuchs, den er vor kurzem seinem Pendant bei Scotland Yard abgestattet hatte.

„Folgendes“, fuhr der Oberst lautstark fort, schwang sich aus seinem Sessel und ging zurück zur Glasfassade, um seinen Blick abermals über den Stadtpark, den Kinderspielplatz und die, wie Schäfer vermutete, zahlreichen Jungmütter schweifen zu lassen.

„Mord!“, herrschte der Oberst die Scheibe an, bevor er sich ruckartig zu Schäfer umdrehte und wiederholte: „Mord. Mord in Tirol. Das geht doch nicht!“

Kamp machte eine bedeutsame Pause, die Schäfer ohne weitere Erklärungen klarmachen sollte, was ihn in nächster Zeit erwartete.

„Sie sind doch dort aufgewachsen, Schäfer, Sie kennen die Gebräuche, die Menschen dort vertrauen nun mal nur Ihresgleichen“, fantasierte er und sah seinen besten Mann an, als nähme er Maß für eine schnell herzustellende Tiroler Tracht.

„Sagen Sie doch mal was. In Ihrem Herkunftsidiom, meine ich.“

Schäfer, der mit dieser Aufforderung seit seiner Jugend nicht mehr konfrontiert gewesen war, wollte zumindest die Dialektbezeichnung des possierlichen Nagetiers vermeiden, die jedem Touristen quasi als erste Aufnahmeprüfung gestellt wurde, und versenkte sich in die Tiefen seines Gehirns, um ein halbwegs authentisches Ergebnis zu liefern.

„Ogwedaschta Godaschnoppa“, drang es aus ihm heraus, und sofort ärgerte er sich, dieses Ureinwohnertheater mitzuspielen.

„Wie?“

„Abgewetterter Gatterschnapper“, übersetzte Schäfer.

Weil er auch mit diesem Begriff nichts anfangen konnte, schaute der Oberst Schäfer prüfend an. Wollte er ihn auf den Arm nehmen? Doch Schäfers Gedanken waren zu einer längst vergangenen, romantischen Begebenheit auf einer Almwiese gewandert, und seine Blicke waren die eines treuen Schafes. Kamp war entzückt – glaubte er doch umgehend, Zeuge einer seltenen Selbsthypnose zu sein, der Verwandlung in einen dumpfen Dorfgendarmen, hinter dessen Viehblick und Dialektgrunzen unbemerkt der geniale Verstand des Wiener Majors weiterwerkte.

„Außerordentlich, Schäfer, ganz außerordentlich, Sie verblüffen mich immer wieder, ja, haha. Nun, dann kann ich meinem Freund vom Landeskriminalamt Tirol Bescheid blasen, dass Sie umgehend anreisen. Dass Sie mit Ihren Kollegen aus der Provinz feinfühlig umgehen, muss ich Ihnen ja nicht sagen. Die könnten den Eindruck bekommen, dass ihnen ihr Chef die Aufklärung dieses Falls nicht zutraut. Genau so ist es auch und deswegen hat er auch mich angerufen – aber das müssen Sie ja nicht so kommunizieren. Machen Sie auf Tiroler, Herr Major … Servus, griaß di und so weiter, ja … nun, jetzt lassen Sie sich von meiner Sekretärin über alle weiteren Details des Falles in Kenntnis setzen und bringen Sie mir so bald wie möglich: Ergebnisse, Ergebnisse, Ergebnisse.“

Schäfer, der gelernt hatte, sich von diesen Worten als Schluss einer wie auch immer gearteten Ausführung in die Realität zurückholen zu lassen, erwiderte umgehend: „Selbstverständlich, Herr Oberst“, und verabschiedete sich.

Als er die Tür hinter sich zuzog, hörte er nochmals seinen Namen rufen. Er öffnete die Tür erneut und steckte fragend seinen Kopf in den Raum.

„Berg Heil!“, schrie ihm der sichtlich euphorisierte Kamp entgegen.

„Waidmanns Dank“, erwiderte Schäfer nicht ganz standesgemäß, weil er ahnte, dass seine Zeit in Tirol mehr mit Jagen als mit Bergsteigen zu tun haben würde.

3

Schäfer saß im Großraumwagen der ersten Klasse und sah auf seinem Laptop die Ermittlungsakten durch, die der Kitzbüheler Postenkommandant und eine Kripobeamtin aus Innsbruck ihm geschickt hatten. Er hatte wie immer darauf bestanden, die Berichte digital übermittelt zu bekommen. Das machte es ihm einfach, Fehler in der Grammatik zu korrigieren und ungelenke Formulierungen zu verbessern. Er konnte Wörter austauschen, aus einem Indikativ einen Konjunktiv machen oder auch etwas zwischen die Zeilen schieben, um eine öde Beschreibung dramatischer zu gestalten. Andere Kriminalisten wären empört gewesen, hätten in dieser Vorgehensweise eine verantwortungslose Verfälschung eines objektiven Berichts gesehen. Schäfer aber erachtete seine Interpretationen des Geschehens als mindestens ebenso gültig wie alle anderen. Wer wusste schon, was einen Bericht mehr verfremdete: die Angst derer, die mit dem Verbrechen konfrontiert waren, oder die Fantasie dessen, der die Einzelteile später zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen hatte – zu einem Bild, mit dem alle Betrachter zufrieden wären. Deshalb genoss Schäfer die Freiheit, die ihm das „Speichern unter“ gab. Welche seiner Versionen er an seine Kollegen und Vorgesetzten weitergab, blieb ihm überlassen. Und letztendlich war es immer der Ermittlungserfolg, der jedes Argument im Streit um Objektivität oder Subjektivität übertraf.

Das Opfer hieß Simon Steiner, Unternehmer, geboren 1948 in Mayrhofen, seit 1966 wohnhaft in Kitzbühel, verheiratet, eine Tochter. Kitzbühel. Schäfer seufzte. Obwohl er immer versuchte, den Fall zuerst einer distanzierten und vernunftbestimmten Bestandsaufnahme zu unterziehen, konnte er sich diesmal gegen das Auftauchen von Emotionen nicht wehren. Kitzbühel. Er sah aus dem Zugfenster und zwang sich, tief durchzuatmen. Wie konnte Kamp von ihm erwarten, eine ordentliche Ermittlung durchzuführen? In einem Ort und mit Leuten, denen er alles andere als neutral gegenüberstand. Andererseits hatte der Oberst auch wenig Ahnung von Schäfers Vergangenheit und seinen Verstrickungen. Da war zu viel passiert, das mit seinem jetzigen Beruf nicht konform ging. Dinge, die er verdrängte, so gut er konnte. Er klickte einen anderen Ordner auf dem Bildschirm an und betrachtete die Tatortbilder. Steiner hing an einem Gipfelkreuz. Mit den Armen am eisernen Querbalken festgebunden, in der Stirn ein klaffendes Loch, das karierte Hemd blutgetränkt. Schäfer schloss die Datei und wandte die Augen vom Bildschirm ab. Gekreuzigt. Ein Messer oder eine Axt hatten nicht genügt. Mehr als Hass, Eifersucht oder Habgier. Kalkül. Taten, die von langer Hand geplant sind und darüber hinausgehen, einen Menschen bloß abzuschaffen. Schäfer, der in zwei Jahren vierzig werden würde, hatte genug Tatorte gesehen, und neben der entsprechenden Fachliteratur hatten ihn nicht zuletzt auch Filme und Kriminalromane einiges über die Beweggründe von theatralischen Morden gelehrt. Was ihn beunruhigte, war weniger die Suche nach dem Täter – wie in den meisten Fällen ein akribisches Ausschlussverfahren und gewissenhafte Vernehmungen, bis man früher oder später nur mehr einen Verdächtigen übrig hatte. Das würde mit Bergmanns Hilfe und ein paar fähigen Beamten aus Innsbruck zu bewerkstelligen sein. Schäfer machte sich andere Sorgen: Wenn ein Mörder seine Taten dermaßen inszenierte, spielte er Gerechtigkeit. Und da es genügend Ungerechte gab, wäre ein zweites Verbrechen sehr wahrscheinlich.

Schäfer sah aus dem Fenster. Die monochromen Fichtenwälder an den Berghängen, die träge wiederkäuenden Kühe, die wie Dekorelemente in den grünen Wiesen standen, ein Traktor, den ein offensichtlich in Trance versunkener Bauer über eine Schotterstraße steuerte, in deren Mitte büschelweise der Löwenzahn wuchs. Österreich: die Vorderseite einer Postkarte. Schäfers Telefon läutete. Der Postenkommandant aus Kitzbühel war dran: schöne Grüße vom Tod; es gab ein zweites Opfer – und Schäfer war nur erstaunt, dass es noch vor seiner Ankunft passiert war.

4

Werden die Arbeitsbedingungen auf einer Baustelle aufgrund der Witterung unzumutbar – wenn es stark regnet, schneit oder zu kalt ist –, ruft der Polier eine Wetterschicht aus. Die Arbeiter begeben sich in ihren Container. Sie sitzen beisammen und machen Folgendes: Karten spielen, über Fußball reden, Magazine mit nackten Frauen ansehen, reichlich Zigaretten rauchen – auf Tauchfahrt in einem U-Boot würden sie sich wohl ähnlich verhalten. In beiden Fällen ist meist auch einer unter ihnen, der mit der Gruppe nicht konform geht. Vielleicht trägt er eine Brille. Oder er hält statt eines Pornomagazins ein Buch in Händen. Und es stört ihn, Details über die sexuellen Vorlieben seiner Freundin auszuplaudern. Er kann auch nur an die Decke starren und die Regentropfen auf das Blechdach des Containers trommeln beziehungsweise die Schiffsschrauben der feindlichen Zerstörer über ihm hören. In jedem Fall nimmt er für die Dauer seines Aufenthalts eine Sonderrolle ein. Und wenn er genauer darüber nachdächte, könnte er in seiner Sonderrolle zugleich auch die Ursache für seine Anwesenheit erkennen.

So weit konnte Werner Senn an jenem frühen Morgen Anfang Juli nicht denken. Auf dem Weg zur Arbeit bemühte er sich, die Vorstellung der folgenden drei Monate loszuwerden, die er auf der Baustelle verbringen würde. Von denen er erst vier Tage abgeleistet hatte! Dumpfe acht Stunden mal wie viel Tage noch? Zudem gab ihm das Studium der deutschen Philologie und Politikwissenschaft noch lange nicht die Gewissheit, dass er in ein paar Jahren ein anständiges Gehalt verdienen würde. Lehrer kam nicht in Frage. Journalist, schon besser. Drehbuchschreiber, noch besser. Doch wo er längst damit beginnen hätte können, sich in eine bestimmte Richtung zu entwickeln, beschränkte sich Senn darauf, von einem erfolgreichen Leben zu träumen. Er hatte keinen Plan. Und er brauchte Geld. Um sich abzulenken, redete er sich die Schönheit dieses frühen Sommermorgens ein: die frische Luft, die die Nacht noch um zwei, drei Stunden überdauern würde. Das hektische und schon wettbewerbsverdächtige Zwitschern der Singvögel. Die Amsel, die am Dach der Bauhütte saß und bei seinem Anblick verstummte. Der Betonmischer, der dort eigentlich gar nicht sein dürfte, neben dem begonnenen Aushub für den Swimmingpool. Der bläuliche Kopf eines Mannes, der in der grauen, zähen Brühe steckte. Die Amsel fing wieder zu singen an. Senn hielt geschockt inne. Er griff in die Jackentasche, holte sein Telefon heraus, wählte die Notrufnummer der Rettung und stieg gleichzeitig zu dem Toten hinunter. War der überhaupt tot? Er ging auf die Knie und tastete mit ausgestrecktem Arm nach der Halsschlagader des Mannes. Als dieser plötzlich ein Röcheln von sich gab, fiel Senn vor Schreck nach hinten. Panisch wünschte er sich die Sanitäter herbei, um so schnell wie möglich von der Verantwortung befreit zu sein, etwas zur Rettung des Mannes unternehmen zu müssen. Der röchelte weiter und bewegte den Kopf, als wollte er Senn auffordern, näher zu ihm zu kommen. Kurz darauf trafen die Einsatzwagen von Polizei und Rettung ein. Der Notarzt stieg zu den beiden Männern hinab und sah, wie Senn seinen Kopf vom Gesicht des anderen wegdrehte. Ihm selbst blieb noch übrig, den Tod festzustellen und den Rest der Polizei zu überlassen. Und Senn fiel zu diesem nun unweigerlich arbeitsfreien Tag der Begriff „Mordschicht“ ein, den er in den folgenden Tagen noch ein paar Mal bemühen sollte, wenn er das Erlebte seinen Freunden und Kollegen erzählte.

5

Obwohl Schäfer vom Kitzbüheler Postenkommandanten gebeten worden war, so schnell wie möglich an den Tatort zu kommen, entschied er sich anders. Vor dem zweiten Toten wollte er den ersten sehen – und der befand sich mittlerweile in der Gerichtsmedizin in Innsbruck. Freilich spielte auch noch etwas anderes in Schäfers Entscheidung mit. Je näher er seiner ehemaligen Heimat kam, desto unwohler fühlte er sich. Er brauchte nicht einmal die vorbeiziehende Landschaft zu sehen – die Erinnerungen drückten nach oben wie eine aufgeblasene Luftmatratze, die er nicht mehr unter Wasser halten konnte. Maria; die anderen Frauen; all die Verletzungen, die er anderen und sich selbst zugefügt hatte; der sinnlose Zorn, die Exzesse; die Freunde, die diese Zeit nicht überlebt hatten. So erschien Innsbruck als eine gute Zwischenstation. In der Anonymität der Stadt konnte er sich besser an den Tiroler Zustand anpassen, konnte er sich seinem Geburtsort von Westen annähern, von hinten quasi, sodass dieser ihn vielleicht nicht sofort auffressen würde.

Schäfer lächelte wehmütig. Wie sehr seine Geschichte ihn unter Kontrolle hatte. Wie sehr seine Ängste und Ahnungen seine Handlungen beeinflussten. Bergmann. Schäfer sollte ihn anrufen und bitten, gleich nach Innsbruck zu fliegen. Vielleicht. Später.

Als er ankam, schloss er als Erstes seine Reisetasche in ein Schließfach. Er trat vor das Bahnhofsgebäude und blickte auf die Nordkette, die steilen Gebirgswände, die um die Stadt eine natürliche Mauer bildeten. Beschützt und beschränkt – so hatte ein deutscher Studienkollege einmal die Tiroler unter dem Einfluss der Berge beschrieben. Und Schäfer hatte den Berliner in seiner Meinung bestätigen wollen und ihm ein volles Glas Bier ins Gesicht geschüttet. Er sah sich ungern in dieser Zeit. Er schämte sich, sobald er sich in Gedanken länger bei damaligen Ereignissen aufhielt. Was er tat, wie er war: wütend, rücksichtslos, dumm. Tot, traurig. Er schüttelte den Kopf, überquerte die Straße und ging in Richtung Klinikgelände, wo auch die Gerichtsmedizin untergebracht war.

Der Portier blickte nicht auf, ehe Schäfer an die Scheibe seines Häuschens klopfte und seinen Dienstausweis dagegendrückte. Ein Polizist aus Wien. Um sich von seinen ehemaligen Landsleuten nicht gleich unterkriegen zu lassen, forderte Schäfer den Portier auf, ihm den Weg in die Pathologie zu zeigen. Und zwar, indem er ihn begleitete. Der Portier murrte kurz, verwies auf seine Anwesenheitspflicht und ging dann doch eiligen Schritts voraus, um Schäfer so schnell wie möglich loszuwerden. Die Gerichtsmedizin war im selben Trakt wie die Pathologie. Vor der Tür machte der Portier kehrt und verwies den Kommissar an einen Arzt, der hinter der Glasschiebetür am Kaffeeautomaten stand. Schäfer trat ein und dachte erst jetzt daran, dass der zuständige Mediziner unter Umständen gar nicht da war. Er hätte anrufen sollen. Wieso hatte sich Bergmann eigentlich noch nicht gemeldet, um ihn bei solchen administrativen Dingen zu unterstützen?

Als sich der Arzt umdrehte, flaute Schäfers aufwallender Ärger gleich wieder ab. Franz „der Knochen“ Konopatsch. Hatte sein Studium also doch noch fertiggebracht. Schäfer, der Konopatschs schroffe Art nur zu gut kannte, unterdrückte seinen Wunsch, ihn zu umarmen.

„Hallo Knochen. Lange her …“

„Schäfer. Ich habe dich nicht schon so früh erwartet“, sagte der Gerichtsmediziner trocken und ließ sein Gegenüber im Unklaren, ob er dessen berufsbedingtes Auftauchen oder seinen finalen Weg meinte.

„In die Pathologie“, stieg Schäfer ohne Umschweife auf das rituelle gegenseitige Frotzeln ein, „so weit hat dich deine Vorliebe für den kühlen Frauentyp also gebracht.“

„Gerichtsmedizin“, verbesserte ihn Konopatsch. „Also, willst du mich um Rezepte anschnorren, weil sie dir den Schlüssel fürs Asservat weggenommen haben, oder worum geht’s?“

„Steiner“, beendete Schäfer ihre Begrüßungsparolen.

„Steiner. Der eisern Gekreuzigte … na dann, ran an den Mann.“

Er trank seinen Kaffee aus, stellte die Tasse auf ein Tablett neben dem Automaten und deutete Schäfer, ihm zu folgen.

„Seid ihr mit der Obduktion schon fertig?“, fragte Schäfer den Rücken Konopatschs.

„L’autopsie, c’est moi“, öffnete Konopatsch die Tür zum Leichenschauraum. „Und ja, ich bin fertig.“

„Und? Das Loch im Kopf – oder sonst was?“

„Beides. Er hat einen Schlag mit einem spitzen Gegenstand auf die Stirn bekommen. Dürfte ein Maurerhammer oder was in der Richtung gewesen sein, sind feine Metallspäne am Knochen. Schädel-Hirn-Trauma … hätte er möglicherweise überlebt, wenn er nicht aufgehängt worden wäre. Als der Bergführer und seine Truppe ihn gefunden haben, war er höchstens ein bis zwei Stunden tot. Das wäre sich noch ausgegangen. Aber am Kreuz zu hängen, ist eben keine stabile Seitenlage“, zog Konopatsch die Bahre aus der Kühlkammer und schlug das Leichentuch zurück.

Schäfer schaute sich den Leichnam Steiners an, drehte sich um und ging zum Waschbecken, wo er sich die Hände wusch. „Also, woran ist er dann gestorben?“, fragte er Konopatsch, während er sich Fusseln des grünen Papierhandtuchs von den Fingern zupfte.

„Herz. Erst der Schlag auf den Kopf, dann das Aufhängen, eine Schockreaktion, die durch die Sonne noch verstärkt wurde, und irgendwann wollte seine Pumpe nicht mehr.“

„War er bei Bewusstsein?“

„Kann ich dir nicht hundertprozentig sagen, ist aber gut möglich. Da der Schlag das Frontalhirn getroffen hat, ist er möglicherweise nur kurz bewusstlos gewesen und hat dann in etwa mitbekommen, was mit ihm passiert.“

„Da war also jemandem das Umbringen nicht genug. Kreuzigen, das braucht doch seine Zeit, und leicht ist es sicher auch nicht, da achtzig Kilo anzubinden“, dachte Schäfer laut nach, während Konopatsch die Bahre zurück in die Kühlkammer schob.

„Hat er eigentlich irgendwelche Kratzer, Hämatome oder …“

„Spuren eines Kampfes, meinst du?“

„Ja, schon gut, Fernsehpathologe. Also?“

„Gerichtsmediziner, du Fernsehbulle. Nein. Er hat eine Prellung am Ellbogen, aber die dürfte er sich zugezogen haben, als er nach dem Schlag hingefallen ist. Die Blutergüsse und Abschürfungen an den Handgelenken sind vom Seil, mit dem er festgebunden worden ist. Spannende Sache, Major Schäfer.“

Konopatsch begleitete Schäfer hinaus. Als sie vor dem Gebäude standen, um sich zu verabschieden, entschied sich Schäfer, dem Gerichtsmediziner vom zweiten Mord zu erzählen. „Ich nehme an, dass sie dir den Toten noch heute anliefern. Ruf mich an, sobald du ihn durchhast.“

Schäfer gab Konopatsch seine Karte, ließ sich die des Mediziners geben und verließ das Klinikgelände. Auf dem Weg zum Bahnhof ging er in Gedanken noch einmal die Details ihres Gesprächs durch. Woher kannte Konopatsch eigentlich seinen Dienstgrad? Schließlich war Schäfer erst vor zwei Monaten befördert worden. Der Berktold-Mord. Ja, über den hatte Konopatsch wohl gelesen. Schäfer kaufte sich ein Zweite-Klasse-Ticket, holte seine Tasche aus dem Schließfach und ging zum Bahnsteig. In gut einer Stunde würde er in Kitzbühel sein.

6

Schäfer stieg auf den Bahnsteig, stellte seine Tasche auf das Betonpflaster und sah sich um. Keiner da, der ihn abholte. Er hatte auch niemanden über seine Ankunftszeit informiert. Als er die Tasche wieder hochheben wollte, läutete sein Telefon.

„Bergmann, was gibt’s? … Ich war noch in Innsbruck, um mir den Steiner anzuschauen … Ein Schlag auf den Kopf und dann ans Gipfelkreuz gehängt … Daran hab ich auch schon gedacht, aber das wäre jetzt noch zu früh … Ja, wenn Sie Zeit haben, schauen Sie doch mal im Archiv nach, ob irgendwas in der Richtung schon mal passiert ist … Ich such mir ein Zimmer und dann besuch ich die Kollegen … Nein, bei meinen Eltern, das wäre nicht gut. Wer weiß, wie lange das hier dauert … Die Ziposchka? Lassen Sie sie nach Hause gehen … Nein, die haut nicht ab. Wenn sie ihn umgebracht hat, dann will sie auch das Haus. Und wenn nicht, dann bleibt sie sowieso … Die ist gewieft, Bergmann, und wenn sie was unter Druck setzt, dann eher die leere Riesenvilla. Manchmal bringt ein Geist eher ein Geständnis heraus … Na, der von ihrem Mann … Ist gut. Sagen Sie ihm, dass ich gut vorankomme. Wiedersehen, Bergmann.“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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