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Selten wurde das Schicksal von Frauen in der DDR so eindringlich und authentisch geschildert wie in dieser Geschichte von sieben Frauen. Sie treffen sich 2009 auf dem gleichen Campingplatz an der Ostsee, auf dem sie vor Jahrzehnten in einem Ferienlager der FDJ zelteten. Seitdem waren einige in den Westen gegangen, die anderen in der DDR geblieben. Die Vergangenheit holt sie während dieses Treffens ein, denn eine unter ihnen hat die anderen verraten, ausspioniert und ins Gefängnis gebracht. Am Ende wird ein Mord geschehen, und es gibt keine Ausreden mehr. Hart, emotional, packend.
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Seitenzahl: 180
Veröffentlichungsjahr: 2012
Ich hüpfe mit einer Zahnbürste in der Hand, einem Handtuch um den Hals, einem Trainingsanzug am Leib vom Zeltplatz durch ein hügelreiches Kiefernwäldchen zum Strand. Es ist früher Morgen. Ich bin fünfzehn Jahre alt.
Gestern hatte ich dich zum ersten Mal gesehen. Ich kannte dich fotografiert, gemalt und beschrieben, gestern sah ich dich, in meinem Herzen zitterte es vor Staunen, überfordert von deinem Anblick stand ich und glotzte in deine lebendige Unendlichkeit. Freiheit, Sehnsucht, offene Stärke und dein Charakter, egoistisch, spendabel, rücksichtslos, gefährlich, furchtbar; damit, mit diesen leeren Begriffen in Uniform, hatte ich nie was anfangen können, jetzt hast du sie gefüllt.
Das war gestern, heute stehe ich, du bist, Gott sei Dank, nicht wild heute Morgen, bis zu den Knien in dir, mit deinem kühlen, salzigen Wasser putze ich meine Zähne, schaufle Wasser und gieße es über mein Gesicht, gierig, wieder und wieder, mit offenen Augen, bis sie brennen. Und ich sitze in deinem Sand. Du bist ein Tier, das viel fressen muss, um so viel Sand auszuscheißen. Ich bedecke mich mit deiner Sandscheiße, die Sonne bescheint mich, und ich warte, bis die gewonnenen Wahrheiten gar sind.
Meine Garzeit wird schroff unterbrochen von Helga Sperber: Mänsch. Liese, Faahnabell, der Brodner doobt!
Fünfundvierzig Jahre später stehe ich wieder hier, du Ostsee! Ich bin mehr geworden und du weniger. Die vielen schmachtenden Erinnerungen an dich haben dich abgezehrt, aber du hast jedem Vergleich standgehalten, mit dem Roten Meer, der Nordsee, dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean.
So wie die Toscana auch nur fast so schön ist wie die Magdeburger Börde.
Heimat. Heimat. Mein Auge ist trüb, mein Blick ist nicht mehr scharf, ohne Brille bist du ein Möwenteich. Mit Brille bist du, wie du warst vor fünfundvierzig Jahren, mein erstes Universum.
Wieder, wie vor fünfundvierzig Jahren, gare ich vor mich hin, wieder werde ich schroff gestört, wieder ist es Helga Sperber: Mänsch, Liese, komm schnell, die Waiba spieln varüggt!
Da sind sie schon, die Waiba.
… hier war es!
… nein, hier, ich habe mir die Kiefer gemerkt, sie sah aus wie eine Schlange, da steht sie noch, nach fünfundvierzig Jahren! Mein Gott!
… nein, dort auf dem Hügel! Wenn ich morgens das Zelt aufgeschnürt hatte, sah ich den dicken Brodner…
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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