SchattenGrab - Nané Lénard - E-Book
Beschreibung

Wo ist Sophie? Seit knapp fünf Wochen ist die Siebenjährige aus Hannover verschwunden. Spurlos. Alle Ermittlungen führen ins Leere. Sie muss die Wohnung allein verlassen haben. Aber warum? Weder die Eltern noch die Ermittler können sich dies erklären. Mit jedem Tag voller Bangen und Warten schwindet ein Stück Hoffnung dahin, dass die Kleine noch lebend gefunden werden kann. Als am Strand von Neuharlingersiel ein erschreckender Fund gemacht wird, scheint alles verloren. Hauptkommissar Wolf Hetzer reist inkognito an die Nordseeküste, als der LKA-Fallanalytiker Thorsten Büthe ihn darum bittet. Er kennt den Vater des vermissten Mädchens und will keine grausigen Details preisgeben, bis das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung vorliegt.

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Seitenzahl:323

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Inhalt

Titelseite

Impressum

Widmung

Über die Autorin

Prolog

Wolf

Verschwunden

Schwarz

Hinnerk

Verena und Justus

Der Freund

Hinnerk

Besuch

Antonia

Wolf

Die von Bodensteins

Die Mail

Antonia

Peter Kruse

Sarah Görlitz

Verena

Wolf

Die Görlitzens

An die Nordsee

Blut

Die Fundstelle

Die Suche

Marianne

Fisch

Antonia

Thorsten Büthe

Moni

Marianne

Detlef

Justus

Toni

Wieder zu Hause

Die Bodensteins

Detlef

Toni

Die Sektion

Thorsten Büthe

Detlef

Wolf

Toni

Moni

Die Körperschau

Die Nachricht

Das Essen

Bei Familie Görlitz

Der gemeinsame Abend

Toni

Bei Wolf

Marianne

Verena

Peter

Toni

Wolf und Thorsten

Justus

Marga Blume

DNA

Nadja

Im Haus der Görlitzens

Befragungen

Marianne

Der Safe, ein Raum im Raum

Verena

Erkenntnisse

Justus

Toni und Verena

Fragen über Fragen

Justus

Der Keller

Justus

Verena

Marianne

Das Telefonat

Die Wand

Toni

Thorsten

Moni und Wolf

Thorsten

Marga

Toni

Die Spurensicherung

Im Keller

Justus

Sarah

Ingo Freund

Verena

Castor

Die Tagebücher

Wolf

Justus

Unterirdisch

Toni

Engel

Thorsten

Danksagung

Nané Lénard

SchattenGrab

Im Verlag CW Niemeyer sind bereits

folgende Bücher der Autorin erschienen:

SchattenHaut

SchattenWolf

SchattenGift

SchattenTod

KurzKrimis und andere SchattenSeiten

 

Der Roman spielt hauptsächlich in einer allseits bekannten Stadt des Weserberglands, doch bleiben die Geschehnisse reine Fiktion. Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden.

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.ddb.de

 

© 2013 CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln

www.niemeyer-buch.de

Alle Rechte vorbehalten

Der Umschlag verwendet Motive von shutterstock.com.

Little girl screaming ollyy 2013, storm at sea ANP 2013

eISBN: 978-3-8271-9843-3

EPub Produktion durch ANSENSO Publishing www.ansensopublishing.de

Dieses Buch möge den Menschen gewidmet sein, die im Bereich der operativen Fallanalyse tätig sind und allen anderen, die ebenfalls dafür Sorge tragen, dass Verbrechen nicht ungesühnt bleiben.

Über die Autorin:

Nané Lénard wurde 1965 in Bückeburg geboren und ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach dem Abitur und einer Ausbildung im medizinischen Bereich studierte sie später Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Neue deutsche Literaturwissenschaften.

Von 1998 an war sie als Freie Journalistin für die regionale Presse tätig. Derzeit arbeitet sie im Bereich Marketing und Redaktion in einem Unternehmen, dessen Schwerpunkt in der Erzeugung von Wärme und Energie durch erneuerbare Energien liegt.

Von ihr wurden bereits mehrere Gedichte und Kurzgeschichten veröffentlicht.

Beim Literaturwettbewerb von Niedersachsen und Bremen belegte sie mit "Helmut" den zweiten Platz. Platz 3 und 10 erlangte sie beim Wettbewerb "Bückeburg mordet".

Mehr über Nané Lénard und ihre Aktivitäten erfahren Sie unter www.nanelenard.de

Wer niemals den Schatten des Sehnens erfuhr, das Bangen, das Flehen, die schlimmste Tortur, hat nie je sein Kind an das Nichts verloren, sein eigenes Fleisch und sein Blut, das geboren in einer der glücklichsten Lebensstunden.

Wer jemals sein Kind in den Schatten gesucht, sich selbst und sein Schicksal hat weinend verflucht, hat schmerzlich in Tagen und Nächten gelitten, weil kein lautes Klagen, nicht leisestes Bitten zum zweiten Mal schenkt, wovon man entbunden.

Gewissheit und Ruhe schenkt nurmehr der Tod. In ihm lebt und endet zugleich alle Not, denn was viel zu früh still in Dunkelheit starb und klagend versteckt lag im SchattenGrab hat in der Erinnerung Heimat gefunden.

Prolog

Es war noch früh, als sich der alte Hinnerk aufmachte, um am Strand in Neuharlingersiel nach Pfandflaschen zu suchen, die niemand zurückgebracht hatte. Auf diese Weise besserte er sein monatliches Einkommen etwas auf. Die Saison begann jetzt erst. Am Wasser war es noch kühl, auch wenn die Luft nun bereits nach Frühling roch und die Tage länger waren.

Das Wasser begann schon wieder abzulaufen, stellte Hinnerk fest, als er einen Blick in den Hafen warf. Die letzten Fischerboote nahmen Kurs auf ihren Liegeplatz. Hinnerk nickte Olaf und Fiete zu. Die kannten ihn noch aus der Zeit, als er selbst frühmorgens vom Meer zurückkam. Mit Leib und Seele war Hinnerk Fischer gewesen, bis zu jenem unglückseligen Tag. Er kannte die See mit ihren Untiefen und Strömungen wie seine Westentasche, wusste, wo gute Fischgründe waren. Aber das interessierte heute niemanden mehr. Sie lächelten, klopften ihm auf die Schultern und schenkten ihm manchmal einen Fisch, wenn er vorbeikam. Falls er einen guten Moment erwischte und sie Langeweile hatten, sprachen sie sogar mit ihm und hörten ihm zu. Er erzählte gerne von früher, hatte jedoch den Eindruck, dass sie im Grunde über den alten Seebären schmunzelten, wenn er davonhinkte mit dem einen kürzeren Bein, das ihm das Leben nach seinem Unfall schwer gemacht hatte.

Von der Grundsicherung war er in eine magere Rente gerutscht. Ohne Wohngeld hätte er sich nicht einmal das möblierte Zimmer bei Gundula unter dem Dach leisten können. Die wenigstens kochte gelegentlich für ihn mit, weswegen er ihr meistens den Fisch gab, den er am Hafen geschenkt bekam.

Hinnerks Streifzug um die Strandkörbe war heute wenig erfolgreich. Nur fünf Pfandflaschen hatte er in seiner Tüte. Er entschied sich, auf dem gepflasterten Strandweg zurückzugehen und ein Auge auf die schon wieder trocken liegenden Stellen zu werfen, wo das Meer sich bereits zurückgezogen hatte. Da hatte er manch interessantes Strandgut gefunden, so früh am Morgen, wenn noch kaum jemand auf den Beinen war. Langsam humpelte er auf den Deich an der Fahrrinne zu, der in einem rechten Winkel zum Strandweg lag. Hier sammelte sich so einiges, was das Meer mitgebracht hatte.

Mit seinem Stock stocherte Hinnerk durch die Algen und Muscheln und steckte eine kleine Plastikpfandflasche in seine Tasche. Weiter hinten fand er eine Armbanduhr mit rosa Band, deren Glas beschlagen war und ein Handy ohne Akku in einem Haufen von Müll und Tang. Beides steckte er ein. Mal sehen, ob damit noch etwas anzufangen war, dachte er und suchte weiter.

Außer ein paar Scherben, rostigen Nägeln und einer korrodierten Batterie bot ihm dieser Morgen nichts mehr, was er gebrauchen konnte. Er wollte die Suche eben beenden, da stieß sein Stock an etwas feingliedriges Bleiches. Hinnerk zuckte zusammen. Es gab keinen Zweifel, das waren Knochen. Entweder eine Hand oder ein Fuß, eher ein Fuß, dachte er, weil die Knochen länglich waren. Fieberhaft überlegte er. Sollte er sie einstecken und einfach verschwinden lassen? Er hatte keine Lust auf die Polizei und das ganze Tamtam. Die würden nur unangenehme Fragen stellen. Dabei hatte er doch mit nichts etwas zu tun. Es würde seine Zeit kosten. Grübelnd hinkte er zehn Meter im Sand hin und her, mehrere Male und konnte sich nicht entscheiden. Dann sah er sich die Knochen noch einmal an und stellte seinen Fuß daneben. Der war fast doppelt so lang, selbst seine Hand sah dagegen groß aus. Ihm wurde heiß und kalt. Hinnerk seufzte. Er schwitzte an diesem kühlen Morgen. Das konnte doch niemand gebrauchen. Und alles nur wegen der paar Flaschen. Was sollte er jetzt tun? Die Knochen liegen lassen und einen der Fischer bitten, die Polizei zu rufen? Dann könnte jemand anders hier herumstöbern. Sollte er sie einstecken und selbst auf die Wache bringen? Aber man durfte ja nichts anfassen. Das wusste er aus dem Fernsehen. Er würde schnell zum Hafen humpeln. Irgendeiner hätte bestimmt ein Handy und würde für ihn anrufen.

Hinnerk war selbst noch nicht lange am Strand zurück, da sah er schon, wie die Beamten aus Esens oben am Deich auftauchten. Er winkte.

„Hmm“, brummte Polizeihauptmeister Christian Hansen mit sandigen Schuhen, bückte sich und schnaufte. Er war mittlerweile Ende vierzig und konnte seinen Bauchansatz nicht mehr mit der Dienstjacke kaschieren. „Gräten sind das nicht!“

„Ihr glaubt doch wohl nicht, ich rufe euch wegen ein paar lausiger Gräten an oder was?“ Hinnerk kochte innerlich.

„Menschenknochen?“, fragte Hansens junger Kollege Martin Hinrichsen.

„Woher soll ich das wissen?“, stöhnte Hansen und erhob sich mühsam. „Das muss ein Arzt begutachten! Ich rufe Hauke, äh Dr. Johann, an. Er soll rauskommen.“

Hinnerk fand, dass das die erste gute Idee war.

„Sieht wie ein Fuß aus!“, sagte Hinrichsen, der die Fundstelle umrundet hatte.

„Dann würde ich mal nicht zu viel da herumwandern, falls wir die Kripo noch brauchen.“ Christian Hansen holte sein Handy aus der Tasche, setzte sich auf eine Bank am Strandweg und rief seinen Schwager an.

Es dauerte eine halbe Stunde, bis Dr. Hauke Johann am Strand eintraf. Inzwischen war es fast neun und der Strand füllte sich mit Touristen. Hinrichsen scheuchte die Schaulustigen weg.

„Tja, Krischan“, sagte Dr. Johann, „das sind eindeutig Menschenknochen, und um es etwas einzugrenzen: Es sieht so aus, als handele es sich um den Fuß eines Kindes! Näheres müsste aber die Rechtsmedizin klären.“

„Scheiße!“, entfuhr es Polizeihauptmeister Hansen. „Also das volle Programm.“ Er warf seinem Kollegen Hinrichsen einen genervten Blick zu. „Du sorgst dafür, dass hier keiner in die Nähe kommt, verstanden?“ Dann zog er zum zweiten Mal an diesem Morgen sein Handy aus der Tasche und rief die Kripo an.

Wolf

Unter der Frankenburg war nichts mehr wie vorher. Auch das Versprechen des Frühlings, der sich mit lauer Luft und Vogelzwitschern ankündigte, konnte Kommissar Wolf Hetzer keine Freude schenken. Niemals zuvor in seinem Leben hatte er gefühlt, dass seine Batterie so leer war. Selbst die Sonne, die nun schon wieder Kraft hatte, konnte ihn nur mühsam aus dem Haus locken. Vielleicht war es auch seine Schäferhündin Lady Gaga gewesen, die ihn genötigt hatte, indem sie ihn immer wieder mit der Schnauze anstupste, bis er endlich seufzend nachgab. Im Hauswirtschaftsraum stieg er in das schlammfarbene Paar seiner Lieblingsschuhe und ärgerte sich, dass er sie nicht erst draußen angezogen hatte. Diese Sauerei. Dreckklumpen überall, durch die jetzt zu allem Überfluss auch noch der Hund sprang, der sich auf seinen Spaziergang freute.

„Du bist echt gaga!“, sagte er zu ihr. Ihm fiel ein, wie sehr er sich damals amüsiert hatte, als sich eine Sängerin diesen Namen gegeben hatte. Jeder dachte natürlich, dass die Schäferhündin nach ihr benannt war. Ihm war das heute egal. Es war lange her. Er konnte sich fast nicht mehr daran erinnern, wann er zum letzten Mal Spaß gehabt hatte. Von fleischlichen Freuden ganz zu schweigen. Seine Laune sank.

Er hatte gehofft, dass die freien Tage ihm guttun würden, aber das war ein Trugschluss. Ihm blieb nur noch mehr Zeit, um über sich selbst und die nahe Vergangenheit nachzudenken.

Das Fazit, das er ziehen musste, als er den Waldweg hinaufging, war erschreckend. Sein Kollege Dickmann war tot, und er hatte es nicht verhindern können. Wie seine Verlobte war er in seinen Armen gestorben. Das hatte die alten Schatten zurückkehren lassen. Moni, seine Nachbarin und Freundin, mit der er gerne sein Leben geteilt hätte, lebte überwiegend bei ihrer Schwester auf Teneriffa. Ein anderer Kollege war suspendiert worden, und Peter Kruse … Ja, Peter Kruse, sein Freund und Teamkollege war schwer verliebt und beschäftigt.

Hetzer fühlte sich im Stich gelassen. Daran konnten die Kater Max und Moritz ebenso wenig ändern wie Lady Gaga, die jetzt mit einem Stock im Maul auf ihn zugelaufen kam und ihn anwedelte. Alle hatten Erwartungen an ihn, aber es kostete ihn Überwindung, sie zu erfüllen. Halbherzig warf er den Stock und war nicht traurig, als er beim vierten Mal in einer Astgabel hängen blieb.

Momentan brachte er nicht einmal die Energie auf, sich mit dieser Anna aus Vehlen zu treffen. Er wusste nicht, worüber er mit ihr sprechen sollte. Er kannte sie ja kaum. Mit Moni wäre das etwas anderes gewesen.

Hetzer fragte sich, ob er vielleicht depressiv war oder sich zumindest in einer solchen Phase befand. Eigentlich warf ihn nichts so leicht um, doch nun war vieles zusammengekommen. Ihm fehlten die schönen Dinge des Lebens. Er sollte sich darauf besinnen, dachte er, und hielt sein Gesicht in die Sonne. Die Wärme und das Licht waren doch ein guter Anfang. Er musste einfach nur auftanken. Mit diesem Vorsatz schlenderte er langsam nach Hause zu seiner alten Kate unter der Frankenburg und wunderte sich, dass dort eine dunkel gekleidete Gestalt auf den Stufen vor seiner Haustür saß. Sie schien ganz in sich zusammengesunken zu sein.

Verschwunden

Irgendwo in einer Villa am Rande der Eilenriede in Hannover war seit Wochen nichts mehr so, wie es einmal gewesen war. Wenn ein Kind spurlos verschwindet, verändert sich das Leben auf eine Art und Weise, die niemand nachempfinden kann, der dies nicht selbst erlebt hat. Verena Görlitz hatte längst keine Tränen mehr. Sie waren in den Flugblättern, Zeitungsberichten und Fernsehappellen versiegt. Übrig blieb das Grauen. Die Fantasie zeigte ihr immer wieder neue Bilder. Meist in der Nacht, aber oft auch am Tage, sah sie ihre Tochter Sophie gequält, gefoltert, missbraucht und auf jede erdenkliche Todesart ums Leben gebracht. Sie wollte diese Bilder nicht, versuchte sie von sich zu schieben, nahm Tabletten, um zu vergessen und erkannte schließlich, dass dadurch nichts besser wurde. Nur das Dumpfe nahm zu und sie musste doch wach bleiben. Wach für Sophie, falls sie noch lebte.

Anfangs hatte man nach ihr gesucht und viele Fragen gestellt, doch inzwischen war das Interesse verebbt. Sie blieb einfach verschwunden. Kein Lebenszeichen, keine Lösegeldforderungen, einfach nur ein grausames Nichts, als ob es die Siebenjährige niemals gegeben hätte. Ihr Zimmer lag verwaist im ersten Stock. Man konnte ihren Duft einatmen, wenn man es betrat. Er war noch da, doch Verena hielt sich fern, aus Angst, sie könnte die Sehnsucht dann nicht ertragen.

Ihr Mann, Dr. Justus Görlitz, ging anders mit der Situation um. Sie konnte ihm nicht vorwerfen, dass er sie leichter nahm. Er stürzte sich in seine Arbeit, bis spät in die Nacht. Manchmal, wenn sie nach ihm suchte, fand sie ihn im Kinderzimmer. Doch er hatte wenigstens noch ein Kind aus erster Ehe. Sarah studierte längst und lebte ihr eigenes Leben in einer anderen Stadt. Sophie war Verenas einziges Kind. Ein unverhoffter Glücksfall, mit dem sie nie gerechnet hätte. Ein Wunder, das einer gebärunfähigen Frau kurz vor dem vierzigsten Lebensjahr zuteil geworden war, in einer Zeit größter Zerrissenheit. Erst durch Sophie lag ihr Weg klar vor ihr. Mit dem Kind, das in ihr wuchs, wuchs auch die Entschlossenheit ihn zu gehen.

Schwarz

Lady Gaga war längst schwanzwedelnd vorausgerannt, als Wolf Hetzer endlich erkannte, wer da vor seiner Haustür saß.

„Moni“, rief er, „bist du’s wirklich?“

„Ein Geist bin ich nicht!“, sagte sie und kraulte die Hündin hinter den Ohren. Wolf fand, dass sie grau im Gesicht war. Er setzte sich zu ihr auf die Stufen. Alles an ihr schien farblos, das Haar, die Haut, die schwarze Kleidung. Da begriff er plötzlich.

„Mein Beileid“, sagte er leise und legte den Arm um sie. „Wollen wir nicht reingehen? Ist ein bisschen kalt auf den Stufen.“ Sie nickte und richtete sich auf.

Wolf schloss die Tür auf und nahm Moni ihren Mantel ab. Schwarz unter schwarz, dachte er mehr im übertragenen Sinn, und das genau in dem Moment, wo ich mich entschlossen habe, wieder etwas bunter in die Zukunft zu sehen.

„Möchtest du Kaffee?“, fragte er.

„Ja, schwarz bitte!“, gab sie zurück und setzte sich zu den Katern Max und Moritz auf die Chaiselongue.

„Du wirst gleich ganz voller Haare sein“, wandte Wolf ein. „Die Jungs wechseln gerade ihr Fell und dein Kostüm ist ruiniert.“

„Egal, das hat sowieso ausgedient. Ich bin so froh, wieder hier zu sein.“ Moni rutschte etwas näher zu den Katern.

„Wann ist deine Schwester denn verstorben? Oder möchtest du nicht darüber sprechen?“, fragte Wolf vorsichtig.

„Doch! Genau das möchte ich. Sprechen, meine ich. Das hat mir so gefehlt, da in dieser einsamen Finca.“ Sie räusperte sich. „Meine Schwester hat nicht mehr lange gelebt nach ihrem Sturz. Du erinnerst dich noch, dass ich ziemlich Hals über Kopf abgereist bin. Sie lag noch eine Zeit lang auf der Intensivstation, dann sah es zunächst gut aus und plötzlich ist sie an einer Lungenembolie gestorben.“

„Das tut mir sehr leid, Moni!“

Moni winkte ab. „Ach, weißt du, wir hatten nicht immer das beste Verhältnis. In den letzten Jahren war es mehr eine friedliche Koexistenz. Ich fühlte mich halt für sie verantwortlich, als sie krank wurde. Es war trotzdem eine einsame Zeit. Äußerlich sonnig, innerlich unterkühlt. Sie war kein besonders geduldiger Patient. Von der schönen Insel habe ich wenig gesehen.“

„Schade“, sagte Wolf und meinte das in jeder Hinsicht, nur in einer nicht, dass Moni wieder da war. „Du könntest das irgendwann nachholen.“

„Vielleicht“, gab Moni nachdenklich zurück, „aber nicht allein. Ihr habt mir gefehlt.“

Während Wolf darüber nachdachte, wen genau sie mit „ihr“ meinte, Peter, Nadja und ihn oder die Tiere und ihn, ließ sich Moni einfach zurückfallen und seufzte.

„Ich mach’ dann erst mal den Kaffee“, sagte er und schmunzelte in sich hinein. Dabei fiel ihm auf, dass das nach langer Zeit der erste Anflug eines Lächelns war.

Moni kam es so vor, als sei sie von einer Reise zum Mond zurückgekehrt. Was war sie enttäuscht gewesen, dass auf ihr Klingeln an Hetzers Tür weder ein Bellen noch Schritte zu hören waren. Da aber das Auto auf dem Hof stand, konnten die beiden nur im Wald sein. Sie entschloss sich zu warten, und nun lag sie auf dem herrlich großen Sofa. Dort fühlte sie sich sauwohl, auch wenn der Kaminofen nicht brannte. Die Kater, die sich rechts und links an ihre Körperseite geschmiegt hatten, wärmten gut.

Als Wolf mit den Kaffeetassen kam, setzte sie sich auf und erntete dabei einen beleidigten Blick aus den blauen Ragdollaugen. Schon wieder wurden sie im Schlaf gestört und mussten sich anders hinlegen. Moni sah an sich herab und grinste.

„Die weißen Flusen peppen doch das alte Ding richtig auf. Tut mir fast leid, es wegzuschmeißen.“

„Du siehst aus wie in Mehl gewälzt, dabei hatte ich das Sofa erst abgesaugt“, sagte Hetzer und schüttelte den Kopf. „Ich hatte dich gewarnt!“

„Egal, erzähl lieber, wie es dir ergangen ist“, bat Moni. „Ein bisschen habe ich ja aus der Zeitung mitbekommen.“

„Du hast dir die Schaumburger Zeitung nachschicken lassen?“

„Sicher, glaubst du, ich will nicht wissen, was hier los ist?“

„Dickmann ist tot.“

„Das weiß ich.“

„Erschossen!“

„Ach du Schreck!“

„Ja, er ist in meinem Arm gestorben.“

Moni rückte näher und legte die Hand auf Wolfs Schulter.

„Das tut mir leid. Er war ein netter Kerl. Ich habe ihn damals auf deinem Geburtstag kennengelernt.“

Wolf nickte.

„Peter und Nadja sind ein Paar. Ich weiß nicht, ob du das noch mitbekommen hast“, sagte Wolf.

„So am Rande“, erwiderte Moni und lächelte ihn an. „Das ist doch eine schöne Nachricht.“

„Schon, aber sie sind sehr mit sich beschäftigt“, antwortete Wolf nachdenklich. „Und der letzte Fall war richtig heftig. Um ein Haar wäre noch alles schiefgegangen. Jetzt bin ich richtig alle, irgendwie ausgebrannt, fast ein bisschen depri, dachte ich vorhin.“

„Dann ist es doch gut, dass ich wieder hier bin“, sagte Moni und Wolf fühlte, dass sie recht hatte. „Wir jaulen uns heute Abend beide etwas vor, trinken ein Glas Wein zu viel und beschließen dann, die Welt ab morgen wieder etwas positiver zu sehen. Wäre das okay? Ich möchte nämlich ungern allein sein. Davon habe ich die Nase voll.“

„Ja, ich auch“, seufzte Wolf. „Rot oder weiß?“

„Beides!“

„Zur Pizza?“

Moni strahlte. „Wie habe ich die vermisst!“

„Und als Nachtisch Sex“, schlug Wolf mit frechem Grinsen vor und erwartete eine saftige Antwort, aber sie lachte nur.

„Das willst du dir nicht antun. Ich weiß nicht mal mehr, wie das geht. Es ist jahrelang her.“

„Meinst du nicht, dass es dann mal wieder Zeit wird?“

„Du kannst es ja versuchen, wenn ich einen im Tee habe. In nüchternem Zustand traue ich mich sowieso nicht“, sagte sie zwinkernd und wusste selbst nicht, wie ernst sie die Sache meinte. „Aber vielleicht fangen wir erst mal langsam an.“

„Mit lustvollem Teigkneten?“

„Zum Beispiel!“

Für Wolf war es, als ginge die Sonne auf. Erst jetzt merkte er, wie sehr er sie vermisst hatte. Ihre lieben Augen, ihre Wärme. Mit einem Mal schien alles nicht mehr so schlimm zu sein. Er zwinkerte ihr zu und ging in die Küche. Heute würde er ihr eine Pizza backen, wie sie sie noch nie gegessen hatte.

„Du, ich husche mal schnell rüber“, rief sie ihm aus dem Flur zu.

„Aber nicht zu lange“, sagte er mit gespielt strengem Ton und streckte seinen Kopf durch den Spalt der Küchentür, „ich mache schon den Wein auf und möchte mit dir auf deine Rückkehr anstoßen.“

Moni nickte und ließ die Tür ins Schloss fallen.

Hinnerk

Hinnerk war völlig genervt. Jetzt saß er schon seit Stunden im Café am Hafen und wartete. Sie wollten ihm noch Fragen stellen, hatte es geheißen. Dann hatten sie ihn vom – wie sie sagten – Fundort weggescheucht wie eine Fliege und ihm dabei auch noch einen Zehner in die Hand gedrückt. Als ob er seinen Kaffee nicht mehr selbst bezahlen könnte. In jüngeren Tagen hätte er dem arroganten Flegel in Uniform das Geld vor die Füße geschmissen. Jetzt fand er, dass er diese unverhoffte Unterstützung von Vater Staat lieber annehmen sollte, wenn auch mit einem Knurren.

Er fühlte sich ein bisschen unwohl. Zwei Dinge brannten in seinen Hosentaschen, eins rechts, eins links, dabei hatte er nur Strandgut eingesteckt. Aber wenn er an diese Knochen dachte, hatte er ein schlechtes Gewissen. Die Mädchenuhr und das Handy hatten in der Nähe gelegen. Er hätte beides sofort abgeben sollen. Es jetzt zu zeigen, war schlecht. Damit würde er sich möglicherweise verdächtig machen, auch wenn er einfach nur am Strand herumgestöbert hatte. Die Welt war schlecht. Arme, alte und kranke Mitbürger könnten in Verdacht geraten, während andernorts ein Kindermörder sein Unwesen trieb. Aber vielleicht machte er sich auch zu viele Gedanken. Was sollte er auch schon tun? Das Gehirn stand ja nicht still, wenn man stundenlang darauf wartete, dass man gelöchert wurde.

Sollte er die Sachen nun rausrücken? Hinnerk war unentschlossen. Er mochte Kinder. Die Knochen kamen ihm wieder in den Sinn. Seufzend griff er in seine Hosentaschen und zog die Gegenstände heraus. Er wendete die rosafarbene Mädchenuhr hin und her, konnte aber nichts weiter entdecken, außer dass sie beschlagen und stehen geblieben war. Auch das Handy verriet ihm nichts als ein paar Schrammen im silbernen Gehäuse und dass das Batteriefach samt Akku fehlte. Was sollte er schon mit dem Schrott? Und vielleicht diente das Strandgut dazu, ein fieses Schwein zu schnappen. Aber so schnell wollte er die Karten nicht auf den Tisch legen, dachte er und steckte beides wieder ein. Erst mal sehen, was der von der Kripo für Fragen stellte, und damit schien es jetzt endlich loszugehen.

Verena und Justus

Selbst in der Phase des Leidens trat eine gewisse Gewöhnung ein, wenn nichts Neues geschah und sich nur die lähmende Ungewissheit durch Tag und Nacht zog. Zeiträume dehnten sich bis zur Unendlichkeit aus, ja die Zeit selbst verlor ihre Dimension in der Seele der Wartenden.

Verena war in einen Zustand ewiger Dämmerung übergegangen, doch der Alltag ging weiter. Man kann sagen, dass sie doppelt vorhanden war, weil Körper und Psyche keine Einheit mehr bildeten. Sie funktionierte wie ein Uhrwerk, ohne dass ihre Seele daran Anteil nahm. Die war entrückt in sich selbst. Sie schützte sich auf diese Weise und war von außen schwer erreichbar. Das machte es noch schlimmer für Justus, der nicht nur seine Tochter, sondern auch seine Frau verloren zu haben schien. Beide waren verschwunden, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Er wäre ihr gern eine Stütze gewesen, vermochte sie aber nicht zu erreichen. Von ihr konnte er keine Hilfe erwarten. Sie war mit ihrer Kraft am Ende, die nicht einmal für sie selbst gereicht hatte.

Oft saß er des Nachts im Kinderzimmer und versuchte zu verstehen, was nicht zu begreifen war. Knapp fünf Wochen, genauer gesagt 33 Tage, war Sophie nun fort, ohne dass es den kleinsten Hinweis gab. Anfangs war es turbulent gewesen. Befragungen durch die Polizei konnten den Schockzustand nicht durchdringen, in dem sie sich befanden. Es gab auch nicht den kleinsten Hinweis auf eine Entführung. Sophie war einfach aus dem Haus verschwunden, als ihre Mutter zum Einkaufen war. Winterjacke und Stiefel fehlten, Mütze und Handschuhe hatte sie dagelassen. Das sprach im Grunde dafür, dass sie nur in der Nachbarschaft zum Spielen unterwegs war, aber normalerweise tat sie das nie, ohne ihrer Mutter Bescheid zu sagen.

Die Polizei hatte Sophies Verschwinden sehr ernst genommen, als sie am frühen Abend die Vermisstenanzeige aufgegeben hatten. Und obwohl die Eltern schon in der Verwandt- und Bekanntschaft angerufen hatten, nahmen die Beamten Kontakt mit jedem auf, der Sophie kannte, auch in der Nachbarschaft rund um die Gretchenstraße, in der Schule und im Freundeskreis. Hunde wurden eingesetzt, aber ihre Spur endete auf dem Gehsteig. Auch im Hannoverschen Stadtwald, der Eilenriede, fand man nichts, was auf den Aufenthalt oder den Verbleib des Mädchens hindeutete.

Nachdem sich der Tumult um Sophies Fortsein gelegt hatte, wurde es sehr ruhig. Zu ruhig. Man hatte die Fangschaltungen aus der Telefonanlage wieder entfernt, ein Entführer hatte sich nie gemeldet. Und auch die wäre ohne Erpresserschreiben wahrscheinlich nie installiert worden, wenn Justus nicht einen Freund beim LKA gehabt hätte.

Sophie war einfach weg und wurde – ohne dass ihr wahres Schicksal ergründet werden konnte – zu einer Leiche in der Kartei verschwundener Kinder.

Das war ein unerträglicher Zustand, und jeder, der jemals durch die Geburt eines Sohnes oder einer Tochter zu einem Elternteil geworden war, konnte das verstehen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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