SchattenSucht - Nané Lénard - E-Book

SchattenSucht E-Book

Nané Lénard

4,5

Beschreibung

Trieb die Sehnsucht nach Ruhe und Vergessen zwei Menschen in den Tod? Die mysteriösen Umstände ihrer Selbstmorde lassen die Kommissare Hetzer und Kruse zweifeln. Parallel entdeckt der LKA Beamte Thorsten Büthe in Hannover ein unbekanntes Foto in einer bereits geschlossenen Akte, deren Inhalt er nicht vergessen kann. Was keiner der Kommissare ahnt, geschieht im Schatten der Hoffnungslosigkeit. Schwerkranke und lebensmüde Menschen suchen im Netz nach Hilfe beim Umsetzen ihrer Tat. Wer die Unterstützung einer Sterbehilfeorganisation nicht in Anspruch nehmen kann, tauscht sich in Selbstmordforen aus. Eine willkommene Spielwiese für jemanden, der seine Mordlust ausleben möchte, bis er sich in einem der Opfer gründlich irrt.

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Inhalt

Titelseite

Impressum

Über die Autorin

Widmung

Prolog

Der Herbst geht

Birte

Das Bündel

Das Zelt

Sorgen

In der Ulmenallee

Witterung

Susanna

Norbert Kunz

Birtes Einsamkeit

Stechende Augen

Die Plane

Das Forum

Nadja

Schwere Gespräche

Gittas Angst

Sicherheitsnadeln

Dunkle Abende

Wege ins Lichtmeer

Erwachen

Helma

Seppis Neuigkeiten

Briefe

Haarersatz

In Therapie

Schlaflose Nacht

Dienstbesprechung

Ins Licht

Keine Hoffnung

Knut

Viktorias Briefe

Nachtgespräche

Unterversorgt

Oliver

Der Zombie

Kurz vor Nikolaus

Die Nachricht

Im Gleichgewicht

Thomas

Helmas Mutter

Nadjas erste Ergebnisse

Fehleinschätzungen

Catweazle, Spitzname Weasley

Der nächste Tag

Isabella

Ein ungutes Gefühl

Erkenntnisse

Computerrecherche

Mirko

Daheim

Im Internet

Das Verhör

Ein wichtiger Zeuge

Isabella

Der Geist der Wahrheit

Eine gute Nachricht

Keine Chance

Frische Luft

Danksagung

Nané Lénard

SCHATTENSUCHT

Im Verlag CW Niemeyer sind bereits

folgende Bücher der Autorin erschienen:

SchattenHaut

SchattenWolf

SchattenGift

SchattenTod

SchattenGrab

SchattenSchwur

KurzKrimis und andere SchattenSeiten

 

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.ddb.de

© 2015 CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln

www.niemeyer-buch.de

Alle Rechte vorbehalten

Der Umschlag verwendet Motive von shutterstock.com

Portrait ... Alex Malikov 2015, Matrix Smit 2015

Druck und Bindung: CPI books

eISBN 978-3-8271-9880-8

EPub Produktion durch ANSENSO Publishing www.ansensopublishing.de

Der Roman spielt hauptsächlich in einer allseits bekannten Stadt des Weserberglands, doch bleiben die Geschehnisse reine Fiktion. Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden.

 

 

Über die Autorin:

Nané Lénard wurde 1965 in Bückeburg geboren und ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach dem Abitur und einer Ausbildung im medizinischen Bereich studierte sie später Rechtsund Sozialwissenschaften sowie Neue deutsche Literaturwissenschaften.

Von 1998 an war sie als Freie Journalistin für die regionale Presse tätig. Ab 2009 arbeitete sie für unterschiedliche Firmen im Bereich Marketing und Redaktion. Seit 2014 ist Lénard als freiberufliche Schriftstellerin tätig.

Von ihr wurden neben den Romanen bereits mehrere Gedichte und Kurzgeschichten veröffentlicht.

 

 

Mehr über Nané Lénard und ihre Aktivitäten erfahren Sie unter www.nanelenard.de

Für jeden, der fürchtet,

die Bürde nicht mehr tragen zu können,

die das Leben ihm auferlegt hat

Die Schatten, sie leben gerne im Licht,

das sich in den Seen der Tränen bricht.

Die innere Qual

ernährt ihren Strahl.

Sie raunen: „Wir wissen, du schaffst es nicht!“

Und du willst fort ...

Du hoffst, dass das Dunkel Erlösung verspricht,

und hast es gesucht,

deine Zweifel verflucht.

Doch wer dich auch kannte, erkannte es nicht.

Du trugst stets ein Lächeln auf deinem Gesicht.

... bald bist du dort ...

Zu spät! – Keine Umkehr, jetzt wird dir bewusst,

es gibt kein Zurück

in Leid oder Glück.

Du stirbst nun allein nur, weil du es musst

und schenkst deinem Schatten köstliche Lust.

Prolog

Julia zitterte. Und das lag nicht daran, dass dieser Novembermorgen sonderlich kalt war. Sie zitterte, weil sie ihrem Ziel so viel näher gekommen war. Näher als jemals zuvor. Wie oft hatte sie davon geträumt, wie es wäre, wenn sie tun würde, was sie im Kopf in den unterschiedlichsten Varianten mehrfach durchgespielt hatte. Ein Schauer lief ihr über den Rücken.

Es war etwas anderes, jetzt hier zu stehen. Der Abgrund war da, auch wenn er durch die Nebelschwaden nicht zu sehen war. Dort unten lag er, der harte Boden, auf den sie aufschlagen würde. Sie hatte Angst, aber es war auch eine Angst vor sich selbst. Vor der Stimme in ihr, die ihr alle Hoffnungslosigkeit immer wieder grausam vor Augen hielt. Es war kein Wollen, es war ein Müssen. Eine logische Folge nach ihrer Tortur durch die Mühlen medizinischer Einrichtungen, in denen ihre Depressionen hatten gelindert werden sollen. Sie hatten alles versucht in Gesprächen, Gruppentherapien und auch mit der Unterstützung von Medikamenten. Sie war so müde und war es zugleich unendlich leid, müde zu sein. Mit den Tabletten war sie betäubt und nahm die Welt durch einen Schleier wahr, ohne hielt sie das Leben nicht aus. Es war ein Teufelskreis, dem sie endlich entfliehen wollte. Sie ertrug sich und ihre Gedanken nicht mehr, fühlte warme Sonnenstrahlen nicht, empfand nichts Schönes und sah alles um sich herum mit einem Grau überzogen, das jede Farbe dämpfte und schmutzig machte.

Und doch hielt etwas sie zurück. Sie wusste nicht genau, was es war. Vielleicht nur die Erinnerung an eine Zeit, die unbeschwert und leicht gewesen war. Doch das schien so fern zu sein und unmöglich wiederzuerlangen, weil sie nicht ahnte, woraus das Glück bestand. Liebe? Sicher, sie wurde geliebt. Das wusste sie. Und doch nahm sie dies eher wie eine Tatsache hin, wie etwas, das dazugehörte. Eine Selbstverständlichkeit, die keinen Einfluss auf ihr eigenes Befinden hatte. Sie selbst liebte nichts. Der Strudel ihrer Gedanken hatte sie in die Gefühlslosigkeit hineingezogen. Dorthin, wo ihr nichts wichtig war, nicht einmal sie selbst.

Warum also zögerte sie? Weil sie wusste, dass es anderen nicht egal war, ob sie lebte oder tot war? Weil sie die weinenden Gesichter an ihrem Grab sah? Nein, sie hatte einfach nur Angst. Angst vor dem Danach. Sie wusste nicht, was danach war. Einfach nur Ruhe und Stille? Ein schwarzes Nichts wie ein Schlaf ohne Traum? Der Himmel? Ein Wiedersehen mit den anderen, die es vor ihr geschafft hatten? Oder eine schlimmere Wirklichkeit als die jetzige? Was, wenn das diesseitige Grauen immer noch besser war als das jenseitige?

Sie sah über die Brüstung. Knapp dreißig Meter würden reichen. Es war immer nur der letzte Schritt. Vom Turm, vor den Zug, vom Hocker. Dieser kleineMoment der Entscheidung und des Übertritts in das Nichtmehrzurückkönnen. In einen Raum ohne Hintertür. Einmal betreten hieß, dort bleiben zu müssen.

„Wie lange willst du dich noch quälen?“, fragte die Stimme. „Du hast es so oft im Kopf durchgespielt. Bist die Treppenstufen hinaufgegangen, hast die Beine über den Rand geschwungen und dich auf die Brüstung gesetzt. Du bist hundert Mal gesprungen. Deinen Entschluss hast du doch längst gefasst. Nur zu! Es ist nicht schlimm. Nur ein kurzer Moment, dann ist alles vorbei.“

Julia zitterte noch mehr, als sie sich versuchsweise rittlings auf den Rand des Idaturms setzte und krampfhaft festhielt. Sie war nicht schwindelfrei. Die Tiefe schien sie magisch anzuziehen. Tränen liefen über ihr Gesicht. So groß war die Angst vor dem Schmerz und dem Danach. Gerade als sie darüber nachdachte, ob sie nicht doch größer war als die Sehnsucht nach dem Tod und ob sie nicht noch einmal über alles nachdenken sollte, machte es ihr ein starker Druck unmöglich, das Gleichgewicht auf den Turmzinnen zu halten. Entsetzen stand in ihren Augen und vollkommene Fassungslosigkeit. Sie fuchtelte wild durch die Luft, versuchte, nach etwas zu greifen, irgendwo Halt zu finden und fiel dann vollkommen geschockt in den Nebel, der sie nicht aufhalten konnte, obwohl er wie weiche Watte wirkte. Der Aufprall lähmte sie und nahm ihr den Schmerz. Sie staunte jetzt von unten in die wabernde Masse aus Dunstschleiern und meinte darin für einen Augenblick ein bekanntes Gesicht zu erkennen, vor dem sie davonkriechen wollte. Das war der letzte bewusste Gedanke vor ihrem Freitod, der sie überrascht hatte.

Der Herbst geht

Unter der Frankenburg war ein nebliger Morgen aufgezogen. Das lag daran, dass die Tage noch spätherbstlich warm gewesen waren, die Nächte aber schon die Kühle des Winters in sich trugen. Es war der Moment, in dem sich zwei Jahreszeiten die Hand gaben und ineinander übergingen. Ganz lautlos geschah es und fließend, bis man sich plötzlich mitten in einem kalten und nassen Winter wiederfand. Aber noch war es nicht so weit, seufzte Hauptkommissar Wolf Hetzer mit der Kaffeetasse in der Hand und trank den letzten Schluck. Er liebte die langen Abende auf der Terrasse und die lauen Nächte. Von ihm aus hätte man Herbst und Winter abschaffen können. Sie brachten außer der Gemütlichkeit vor dem Kamin nur Nachteile mit sich.

Als er mit seiner altdeutschen Schäferhündin Lady Gaga, nach der sich die spektakuläre Sängerin benannt hatte, später ins Freie trat, hätte er trotzdem nicht gedacht, dass es so kalt sein könnte. Durch den Nebel hatte er nicht gesehen, dass sich ein feiner Raureif über verblichene Herbstblätter und Gräser gelegt hatte. Die Luft roch nach Frost. Er zog sein iPhone aus der Hosentasche, rief die Wetter-App auf und staunte über die minus drei Grad, die sie anzeigte. Es war also doch so weit: Der Winter war endgültig im Weserbergland angekommen. Wieder seufzte er, diesmal wegen der Unabänderlichkeit eines Tages, der ihn so kalt begrüßte. Er entschloss sich, doch lieber Mütze und Handschuhe mitzunehmen. Die Nebeneingangstür zum Hauswirtschaftsraum stand noch offen. Er machte einen Schritt rückwärts, griff nach den wärmenden Accessoires und wollte den Schlüssel mitnehmen, der von innen steckte. Doch er ließ sich nicht aus dem Schloss ziehen. Hetzer brummte unwillig und nahm den anderen vom Schlüsselbord aus dem Flur. Um dieses Schloss würde er sich bald kümmern müssen. Es machte schon seit Längerem Zicken, funktionierte aber zwischendurch immer wieder, sodass die Angelegenheit regelmäßig aus dem Fokus der Dinge rückte, die dringlich erledigt werden mussten. Auf jeden Fall war er froh, dass er damals einen beidseitig, unabhängig schließbaren Zylinder genommen hatte, denn es war ihm in seiner Bückeburger Wohnung desÖfteren passiert, dass er den Schlüssel von innen stecken gelassen und die Tür einfach zugezogen hatte. Das war blöd, wenn man nur einen Eingang hatte, denn es bedeutete, entweder den Schlüsseldienst anzurufen oder in eine neue Fensterscheibe zu investieren. Beides eine Form von ärgerlichem Lehrgeld.

Lady Gaga hatte vor dem Haus auf Wolf gewartet und legte jetzt den Kopf schief, als er endlich bereit zum Gassi gehen war. Gemächlich lief sie voraus und ließ ihm die Chance, ihr ohne große Eile folgen zu können.

Im Wald war es noch kälter. Er beneidete die Hündin um ihr Fell, fand aber, dass ein Bart keine Alternative war, auch wenn diese Haartracht im Gesicht neuerdings wieder in Mode gekommen zu sein schien. Sogar Ribéry sah inzwischen wie der Weihnachtsmann aus. Von Jürgen Klopp ganz zu schweigen, aber von ihm kannte man das Unkraut im Gesicht inzwischen. Nein, das war nichts für ihn. Lieber schlug er den Schal vor Nase und Mund und hoffte, dass er bald wieder kehrtmachen konnte. Doch die Lady ließ sich Zeit. Sie ließ ihn ebenso warten wie er sie vorhin und tollte durchs Gebüsch. Dann brachte sie ihm einen Stock, den er für sie werfen sollte. Widerwillig kam er der Aufforderung nach. Sie konnte ja nichts für die Kälte. Immerhin könnte die Bewegung etwas Wärme in seinen Körper bringen, hoffte er, aber beim Ausholen zog er sich lediglich ein fieses Reißen in der Schulter zu und gab das Werfen entnervt auf. Lady Gaga hatte dafür wenig Verständnis. Sie stupste ihn mit der Nase an und wollte ihn zum Weiterspielen ermuntern. Erst auf sein unwilliges Knurren hin trollte sie sich und stöberte erneut im Dickicht herum. Als sie fast am Wanderparkplatz unter der Frankenburg angekommen waren, spitzte die Schäferhündin plötzlich die Ohren und bellte einmal kurz. Aber Hetzer, der etwas nach ihr um die Ecke kam, sah nur noch, wie eine dunkle Gestalt in einen Kombi stieg und in der nebligen Morgendämmerung davonfuhr.

„Wir sind nicht im Dienst!“, lachte Hetzer und klopfte ihr das Nackenfell. „Ist auch zu kalt im Wald für Kapitalverbrechen. Außerdem bist du als Polizeihund ungeeignet. Erinnerst du dich?“ Doch Lady Gaga ignorierte ihn, stand kerzengerade und witterte in die feuchte Luft. Dann bellte sie wieder.

„Also gut“, sagte Hetzer, „gehen wir dorthin, wo das Auto gestanden hat, aber danach machen wir kehrt. Lauf!“

Die Hündin folgte seinem Kommando, schnüffelte auf dem Boden herum und etwas abseits der Stelle, an der der Wagen gestanden hatte. Dann setzte sie sich und gab Laut. Sie hatte etwas gefunden.

Birte

An einem dieser spätherbstlichen Abende saß Birte Bengtson im Sand östlich des Benser Außensiels und folgte dem Untergang der Sonne. Nicht nur mit den Augen, sondern mit der ganzen Tiefe ihres Seins. Sie saß hier, weil sich kaum jemand sonst hierher verirrte. Und jetzt in der Nebensaison schon gar nicht. Das kleine Stück Strand, das eher eine Sandbucht war, lag meerseits hinter dem großen Parkplatz, auf dem die Inselreisenden ihre Wagen parkten.

Eine warme, tieforangene Sonne ging hinter dem Siel unter. Die Langeoog zwei konnte sie noch in der Ferne sehen. Sie glitt wie auf einem Spiegel davon und würde die Insel bald erreichen. Wenn sie doch nur diese Wärme in sich aufsaugen könnte, dachte Birte. Aber es gelang ihr nicht. Sie war um sie herum. Sie konnte sie spüren, aber sie drang nicht in ihr Innerstes. Dort war es finster, wie der Meeresgrund, der unsichtbar unter dem abendlichen Schauspiel lag. So, wie die Sonne, die ebenfalls nur ihre Haut beschien, aber die Seele nicht berühren oder erhellen konnte.

Mit der Zeit war sie menschenscheu geworden. Ja, seit Berti fort war, mied sie andere Personen, wenn es ihr möglich war. Das Einzige, was sie noch erreichen konnte, war der Duft des Meeres. Sie kam oft hierher. Nicht nur, wenn es schön war, sondern ebenso bei Regen und Sturm, wenn der Wind über die Wellen peitschte und ein ganz anderes Bild in den Horizont malte. Ihre Vorfahren waren aus Schweden oder von noch weiter nördlich gewesen. Vielleicht raue Wikingergesellen mit Kraft und Mut, aber davon war ihr nichts geblieben. Die Haut ihrer Seele war zu dünn für das Leben da draußen. Sie zeigte Narben unterschiedlichen Alters und musste beschützt werden. Darum hatte sie sich zurückgezogen. Kein Kontakt zu anderen Menschen bedeutete ein einsames Leben. Es bedeutete aber auch, dass Enttäuschungen ausblieben oder sie nur noch ganz selten trafen, wenn sich ein Zusammentreffen nicht vermeiden ließ.

Doch das Dunkel zog sie in einem Strudel immer weiter in die Untiefen seines Selbsts hinein. Es war ein Sog, dem sie nicht entfliehen konnte. Während sie nun dem Lauf der Sonne folgte, die langsam, aber sicher ins Meer tauchen würde, überlegte sie, ob auch sie ihr Leben auf diese Weise würde beenden können. Vielleicht mit einem letzten Gleißen ihres sterbenden Lichts ... aber noch wurde sie gebraucht.

Das Bündel

Wolf Hetzer staunte nicht schlecht, als er sah, was Lady Gaga im Gras gefunden hatte. In einer Bioland-Papiertüte verbarg sich ein Bündel Geldscheine. Sie konnte noch nicht allzu lange hier liegen, denn sie war nur ganz leicht am Rand etwas aufgeweicht. Vorsichtig zog er mit seinen Handschuhen das Geld heraus und zählte es. Donnerschlag, sechstausend Euro, dachte er. Die wird wohl kaum ein Mensch einfach so in der Tasche mit sich herumtragen.

„Ich glaube, da hast du jemandem ganz schön die Tour vermasselt“, sagte Wolf und streichelte seiner Hündin den Kopf. Und schon arbeitete sein Gehirn. Illegale Drogengeschäfte, Schmuggeleien oder was steckte hier dahinter? Der Unbekannte war wohl durch die Hündin gestört worden und musste jetzt auf sein kriminelles Salär verzichten. Einen kurzen, flüchtigen Moment lang dachte Wolf, dass es schön wäre, wenn das Geld ihm gehören würde, doch dann war die Versuchung besiegt. Er beschlagnahmte die Summe im Geiste und würde sie mit auf die Dienststelle nehmen. Und dorthin musste er jetzt dringend, stellte er mit einem Blick auf die Uhr fest.

In etwas schnellerem Schritt ging er nach Hause und ignorierte seine Hündin, die ihn mit dem Stupsen ihrer Schnauze ermutigen wollte, in die andere Richtung zu laufen. Widerwillig folgte sie ihm schließlich. Bei seiner Nachbarin Moni war alles dunkel. Sie war wohl zum Einkaufen gefahren. Sanft gleitend verschwand sein Schlüssel in der Nebeneingangstür zum Hauswirtschaftsraum – er frohlockte. Na bitte, es ging doch, dachte er erleichtert, aber nur kurz, denn er ließ sich nicht nach links drehen, um die Tür zu öffnen. Er versuchte es in die andere Richtung nach rechts. Das funktionierte. Es schloss zum zweiten Mal um. Nur nach links konnte er den Schlüssel jetzt überhaupt nicht mehr zurückdrehen. Er probierte es wieder und wieder. Der Schließmechanismus ließ ihm rund einen Zentimeter Spiel, und das war eindeutig zu wenig. Vor allem stand der Bart quer und damit leider nicht so, dass man ihn wieder aus dem Schloss herausziehen konnte. Er hing felsenfest. Wolf entwichen ein paar unschöne Flüche, die ungehört verklangen und auch nicht das Geringste bewirkten. Dann hämmerte er von außen gegen das Schloss, vielleicht würde sich innen etwas lösen, aber auch das nützte nichts. Wenn er nun wenigstens den Schlüssel wieder hätte herausziehen können, um durch die Haustür hineinzugehen, aber das Ding war nicht zu bewegen. Fazit: Er hatte keinen Schlüssel mehr zur Verfügung! Beide steckten fest. Er rief Peters Handynummer an. Fehlanzeige! Dann dessen Apparat auf der Dienststelle. Da ging Detlef ran.

„Hallo Wolf, wolltest du Peter sprechen? Der hat doch heute Vormittag frei!“

„Stimmt ja, so ein Mist“, sagte Wolf etwas zu unwirsch, „hab’ ich total vergessen. Weißt du, ob er zu Hause ist?“

„Keine Ahnung. Kann ich dir vielleicht weiterhelfen?“, wollte Detlef wissen.

„Nee, ich komme nicht bei mir rein und brauche einen Schlüssel.“

„Hat nicht Moni auch einen? Hol’ dir den doch“, schlug Detlef vor.

„Sie ist nicht da“, antwortete Wolf mit einem genervten Unterton in der Stimme.

„Ich könnte dich abholen, dann musst du nicht in der Kälte draußen stehen“, bot Detlef an.

„Mal sehen, ich versuche trotzdem erst noch, Moni irgendwie zu erreichen. Der Hund steht hier neben mir. Den müssten wir sonst auch noch mitnehmen. Ich melde mich notfalls, Tschüss“, sagte er und legte auf. Was für ein Morgen!

Peter blieb verschollen und ging auch beim zweiten Versuch nicht an sein Handy. Dafür erreichte er Moni auf dem Smartphone bei der Fußpflege. Er schickte ein Stoßgebet zum Himmel. Die Praxis war zum Glück unten im Dorf. Es plätscherte am anderen Ende der Leitung. Sie badete wohl gerade ihre Füße in wohligem Duftwasser. Seine gefroren langsam zu Eiszapfen, knurrte er in Gedanken, aber sie hatte immerhin den Schlüssel dabei. Das war ein Anfang und im Moment seine Erlösung.

Lady Gaga folgte ihm eher unwillig bergab. Sie hatte wohl endlich genug im Wald getobt und freute sich eher auf ihr warmes Körbchen oder besser noch auf einen Platz vor dem Kaminofen. Wolf konnte sich auch etwas Besseres vorstellen, als weiter durch die Kälte zu stapfen. Immerhin war der Weg nicht weit und Kathi von „Schick und fein an Kopf und Bein“, dem Todenmanner Wellnesstempel, kam mit einem Schmunzeln an die Tür. Sie überreichte ihm den Schlüssel mit einem Augenzwinkern und lieben Grüßen von Moni. Wolf murmelte nur ein kurzes „Danke!“ und machte sofort wieder kehrt. Die tat ja geradezu so, als ob er sich ausgesperrt oder den Schlüssel vergessen hatte! Und selbst wenn, was ging sie das an? Irgendwie regte ihn das anzügliche Verhalten auf. Er kannte diese Kathi kaum. Sie hatten nur einmal beim Osterfeuer ein Bier – und auch das nur in der allgemeinen Runde – getrunken. Wolf holte tief Luft und versuchte die Gedanken abzuschütteln. Es konnte ihm egal sein, was irgendeine Kathi dachte. Trotzdem gestand er sich kleinlaut ein, dass er sich an ihrer Tür fast gerechtfertigt hätte, warum er den Schlüssel brauchte. Und erst jetzt ging ihm ein Licht auf. Vielleicht irrte er sich und Kathi hatte süffisant gegrinst, weil Moni seinen Haustürschlüssel besaß. Hastig schüttelte er die Gedanken ab und beschleunigte seinen Schritt bergan. Er war einfach schlecht drauf. Lady Gaga trottete neben ihm her wie ein Maultier. Sie schien wirklich genug vom Spazierengehen zu haben. Sofort legte sie sich in ihr Kissen, als Hetzer die Tür aufgeschlossen hatte. Es war schon etwas ganz Blödes, wenn man in sein eigenes Haus nicht hineinkam. Außerdem passierten solche Geschichten immer nur im Winter, wenn es draußen fror, keinesfalls im Sommer. Jetzt atmete er auf, denn es war so, als ob ihn ein alter, vertrauter Freund empfing, als er die Räume betrat. Trotzdem hatte er ein Problem. Seine beiden Hausschlüssel steckten von außen und innen in der Nebeneingangstür. Am äußeren hing auch der von seinem Wagen. Vielleicht ließ sich nun wieder der drehen, der innen steckte. Er hängte die Jacke weg und ging in den Hauswirtschaftsraum. Noch immer fror er und seine Finger waren klamm. Doch sein Fummeln nützte rein gar nichts. Der innere Schlüssel ließ sich genausowenig bewegen wie der äußere. Leiser Ärger packte ihn und brachte etwas Wärme in seinen Körper zurück. Mit dem Gummihammer klopfte er auf das Holz über dem Schloss und hoffte so, die Mechanik, die sich vielleicht verklemmt hatte, zu lösen. Nichts geschah. Weder hier noch dort. Er versuchte es mit Kriechöl und mit dem Fön, bis das Holz ganz warm war. Leider ohne Erfolg. Dann hatte er die Schnauze voll. Ein Literaturfetzen kam ihm in den Sinn „Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt!“, aber ihm fiel nicht ein, woher er das kannte. Doch es war genau das, was er jetzt vorhatte. Das Schloss würde nicht gewinnen, dachte er wütend. Mit Gummihammer und Inbus stieß er die Splinte von unten aus den Angeln, hängte die Tür aus und zog das gesamte Blatt aus der Verriegelung. Es war wie eine Erlösung. Sieg auf der ganzen Linie. Er grinste. Jetzt ließen sich das Schloss leicht ausbauen und die Schlüssel endlich aus dem Zylinder ziehen. Nachdem er die Tür wieder eingesetzt hatte, sicherte er sie von innen mit einem Holzkeil, damit niemand eindringen konnte. Die Lady würde außerdem niemanden hereinlassen, die sechstausend Euro wollte er aber doch lieber mitnehmen, wenn er zum Baumarkt fuhr. Er steckte sie in seine Jackentasche. Dann schnappte er sich das marode Schloss, dessen Ersatzbeschaffung jetzt oberste Priorität hatte, und fuhr los. Dort hatte er die Wahl zwischen einem hoch- und einem minderwertigeren Modell. Als gebranntes Kind nahm er die Mehrkosten für das bessere in Kauf und fuhr wieder nach Hause. Siegessicher versuchte er das Schloss in den Schlitz zu stecken. Doch es war um einen winzigen Bruchteil zu breit. Keinen Millimeter, fühlte Hetzer im Vergleich zum alten und fluchte zum zweiten Mal an diesem Morgen ausgiebig. Dann schwang er sich wieder in seinen Wagen. Leichter Schneegriesel fiel aus den Wolken und begann die Landschaft zu pudern, als er talabwärts fuhr. Er tauschte das teure in das billige Schloss um, das minimal schmaler war und hoffte aufs Beste, doch auch dieses ließ sich nur widerwillig in den Schlitz einführen. Es saß zudem etwas höher. Mit viel Geduld gelang es ihm schließlich, die Tür in voller Funktion wiederherzustellen. Anschließend war er schweißgebadet und fror gleichzeitig an Händen und Füßen, aber das war jetzt egal. Er hatte schon genug Zeit sinnlos verschwendet. Wenigstens hatte er gewonnen.

Im Gehen gab er seiner Hündin noch eine Kaustange, tätschelte sie und warf den Ersatzschlüssel bei Moni ein. Dann fuhr er zur Dienststelle nach Bückeburg. Es war beinahe Mittag.

Das Zelt

Fernab in der Landeshauptstadt Hannover saß Thorsten Büthe und grübelte über einem Fall, der ihn noch immer beschäftigte, obwohl sein Team und er ihn längst abgeschlossen hatten. Einen ähnlichen hatte es im Landkreis Vechta gegeben. Das war einige Jahre her. Doch die drei Mädchen aus der Eilenriede gingen ihm nicht aus dem Sinn. So jung ... Ebenfalls so eine sinnlose Tat. Die Fallanalyse hatte ergeben, dass die Heranwachsenden sich zu einem gemeinsamen Selbstmord zusammengefunden hatten. Er würde den Anblick nie vergessen. Bleichblaue Mädchengesichter, die wie unnahbare Feen in ihren weiß durchscheinenden Hemdchen zu schliefen schienen. Die Stille der Atemlosigkeit hatte ihm die Kehle zugeschnürt. Sie hätten atmen sollen. Sie hätten kleine Geräusche im Schlaf machen, sich bewegen sollen. Aber da war nichts, rein gar nichts, was einen Funken Leben hätte versprechen können. In einem Dreieck lagen sie. Verbunden durch Berührung. Die letzte, die sie gespürt hatten. Jede umfasste die Füße der anderen, als ob sie sich Halt geben oder sicher sein wollten, dass sie gemeinsam in eine andere Welt übertreten würden. Das Bild hatte etwas Schreckliches und Anrührendes zugleich. Und wie ein grässliches Auge lag in ihrer Mitte eine ausgeglühte Holzkohlenpfanne. Das Team und er hatten seinerzeit lange darüber nachgegrübelt, woran sie dies erinnerte. Es war die Psychologin gewesen, die schließlich eine Eingebung hatte: Das Bild hatte etwas Religiöses. Es erinnerte an Darstellungen aus alten Kirchenfenstern, die das Auge im Dreieck zeigten. Die Dreieinigkeit. Ihn schauderte es. Dreieinig im Tod. Wieder zog er die Bilder aus der Akte und ließ sie auf sich wirken. Und wieder fühlte er diesen Stich beim Betrachten der leblosen Mädchengesichter, die bei vollem Bewusstsein beschlossen hatten, für immer einzuschlafen. Während der Ermittlungen hatte sich herausgestellt, dass sie aus unterschiedlichen Gründen dem Leben entflohen waren. Zwei von ihnen waren aus den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont, nur eine von ihnen war direkt aus Hannover gewesen. Ein verwöhntes Kind aus dem Zooviertel. Sie hatten sich in einem Selbstmordforum im Internet kennengelernt und nur einmal getroffen. Kaum zu fassen, dass es so etwas gab. Selbst ihn, der durch seinen dienstlichen Alltag hartgesotten war, gruselte es bei der Vorstellung, dass sich dort vor allem junge Menschen austauschten und sich Ratschläge gaben, wie sie sich am besten umbringen konnten. Das Internet mochte viele Vorteile haben, es schuf aber auch Möglichkeiten und förderte Gedanken, die in bedrohliche Richtungen gingen. Eltern hatten kaum Möglichkeiten, alle Schritte zu überwachen, die ihre Kinder im Netz unternahmen. Außerdem waren sie ihnen wissenstechnisch meist unterlegen, was die Nutzung der Computer anging. Immer noch konnte Thorsten Büthe nicht begreifen, dass die drei Mädchen in so euphorischer Stimmung gewesen waren. Als ob sie den Weg in den Tod als ein spannendes Abenteuer empfunden hatten. Vor ihm lag die Aussage des Taxifahrers, der sie zur Eilenriede gefahren hatte. Ein Wald mitten in der Stadt Hannover, wo je nach Wetter und Jahreszeit viele Menschen unterwegs waren. Er hatte sie noch gefragt, ob sie denn dort zelten dürften. Doch die drei hatten gelacht und eine von ihnen hatte gesagt, dass man nur die richtige Stelle kennen müsse. Büthe blickte auf das Foto mit der grünen, wasserdichten Plane, die über das Igluzelt gezogen worden war. Sie war auch ausreichend luftdicht gewesen. Zudem hatte sie dafür gesorgt, dass sich das Zelt wie unter einer Tarnkappe beinahe unsichtbar in die Waldlandschaft einfügte. Die Polizei hatte damals das Zelt geöffnet und dann sofort die Kripo eingeschaltet. Noch immer wünschte er sich, den Eltern wäre die Erkenntnis erspart geblieben, ihre Kinder nie so gekannt zu haben wie sie wirklich waren. Verletzlich, in sich gescheitert, ohne eigene Perspektive. Und plötzlich sah er etwas auf dem Foto, was niemand beachtet hatte, weil der gemeinsam geplante Selbstmord im Internet und dessen Ausführung unstrittig gewesen waren. Ein kleines, fast winziges Detail ohne Auswirkung auf das Resultat. Und dennoch gab es dem Fall eine Dimension, die es zwingend notwendig machte, die Ermittlungen wieder aufzunehmen.

Sorgen

Als Moni von der Fußpflege zurückkehrte, die sie sich alle vier Wochen gönnte, ließ sie sich zu Hause auf das Sofa fallen und legte die Beine hoch. Sie fühlte sich wohlig und wollte diesen Zustand noch einen Moment genießen, bevor sie in der Burghofklinik anrief, um mit Isabella zu sprechen. Ihre Nichte war körperlich von den brutalen Ereignissen der nahen Vergangenheit genesen, aber ihre Seele hatte sie nicht verkraftet. Posttraumatische Belastungsstörung nannten die Ärzte als Diagnose. Doch das war nur eine medizinische Bezeichnung für einen Menschen, der nach außen hin fast völlig normal wirkte, in dessen Inneren sich aber eine Leere ausgebreitet hatte, sodass er die Wirklichkeit nur wie durch Watte erfuhr. Gleichzeitig tobte das Grauen. Moni wollte nicht nur Isabella sprechen, sie wollte sich auch einen Termin geben lassen, um vonden behandelnden Ärzten genauer zu erfahren, was dies für ihre Nichte bedeutete und wie sie ihr helfen konnte. Im Internet hatte sie bereits das eine oder andere gelesen, aber jeder Fall war speziell.

Vorbei war es also mit der Wohlfühlzeit dieses Morgens, denn das eigene Denken nahm keine Rücksicht darauf. Was einen beschäftigte, holte einen vor allem dann wieder ein, wenn man die Zeit gehabt hätte, eine ruhige Minute zu genießen. Die Sorgen stahlen sich durch die Hintertür ins Gehirn und erinnerten daran, dass sie beachtet werden wollten. Moni hätte viel dafür gegeben, wenn sie einen Mechanismus gekannt hätte, mit dem sich das Denken bisweilen komplett ausschalten ließ. Nachts zum Beispiel, wenn sie wach lag. Gelegentlich hatte sie negative Gedanken durch Meditation etwas besser kontrollieren können, aber das gelang ihr leider nicht immer. Zu der Sorge um Isabella gesellte sich die um ihre Freundin Bruni. Sie hatte in den letzten drei Wochen mehrere epileptische Anfälle gehabt und war nach einem bedenklichen Befund im MRT sofort operiert worden. Das lag ihr schwer auf der Seele.

Moni seufzte und fühlte sich unwohl. Sie brauchte Bewegung. Jetzt in der Mittagszeit konnte sie ohnehin nicht in der Burghofklinik anrufen. Außerdem hatte sie mit Isabella drei Uhr vereinbart und daran wollte sie sich halten. Aber sie konnte nachschauen, ob die Lady Lust auf einen Spaziergang hatte und sie anschließend mit zu sich nehmen, wie sie es oft tat, weil Wolf den ganzen Tag außer Haus war. Seine Ragdollkater Max und Moritz waren sich selbst genug. Ein paar Streicheleinheiten und ein gut gefüllter Futterspender sowie der herrliche Platz auf der Chaiselongue: Das war alles, was sie in ihrem sorgenfreien Katzenleben benötigten. Wieder einmal beneidete Moni die beiden. Als sie den Kopf durch Hetzers Haustür steckte, hob Lady Gaga nur kurz die Schnauze, drehte sich dann um und schlief weiter, aber die Kater kamen wie der Blitz um die Ecke gelaufen. Verkehrte Welt, dachte Moni, bückte sich, um das seidige Fell der Jungs zu kraulen und schloss die Tür hinter sich. Dann griff sie nach der Leine und pfiff. Die Schäferhündin hob gelangweilt ihren Kopf und tat so, als ob sie nichts begriff. „Nun komm schon!“, sagte Moni. In zeitlupenartiger Geschwindigkeit erhob sich die Lady und humpelte auf Moni zu. Sie zog das linke Hinterbein nach. Das hatte sie neulich schon mal gehabt. Moni massierte ihr die Hüfte ein wenig und ließ sie dann neben sich hergehen. Jetzt war fast nichts mehr zu sehen. „Komm, Mädchen, die Bewegung wird dir guttun. Mit den Jahren wird man etwas hüftlahm“, sagte sie.

Als sie ein Stück gelaufen waren, war Lady Gaga wieder die Alte. Sie tobte und sprang, als ob nichts gewesen wäre. Auf Höhe des Parkplatzes unter der alten Hünenburg spitzte sie die Ohren und lief ein Stück voraus. „Nein, nicht da lang“, rief Moni, „wir gehen an der Straße weiter.“ Doch die Hündin setzte sich dort, wo Wolf die Geldtüte gefunden hatte, und bellte. Moni, die von all dem nichts wusste, wunderte sich über ihr merkwürdiges Verhalten. „Was hast du denn?“, fragte sie und ging zu ihr. Doch noch bevor sie dort angekommen war, rannte die Hündin wieder ein Stück voraus in den Wald hinein, die Nase knapp über dem Boden.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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