Schilddrüse im Gleichgewicht - Wolfgang Braun - E-Book

Schilddrüse im Gleichgewicht E-Book

Wolfgang Braun

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Beschreibung

Kleines Organ – große Wirkung!

Eine gesunde Schilddrüse in Balance ist das A und O für einen guten Stoffwechsel, für mehr Energie, einen beschwerdefreien Zyklus und Fruchtbarkeit sowie für Verdauung und Gewicht. Oft wird nicht erkannt, dass viele Beschwerden ihre eigentliche Ursache in diesem kleinen, aber so wichtigen Organ haben. Dr. Braun führte viele Jahre eine Schilddrüsenpraxis und hat als Nuklearmediziner stets den ganzen Körper im Blick. Auf Basis seiner eigenen langjährigen Erfahrungen und neuester Studien sieht er Zusammenhänge, auf die es wirklich ankommt. Wenn Sie fundierte Antworten und passende Lösungen zur Linderung Ihrer Beschwerden suchen, hilft Ihnen dieses Buch weiter – Aha-Erlebnisse inklusive.

  • Taktgeber Schilddrüse: Wie sie mit anderen Hormondrüsen wie Nebennieren oder Eierstöcken sowie mit dem vegetativen Nervensystem zusammenarbeitet und welche Auswirkungen Hashimoto, Unter- oder Überfunktion, heiße Knoten oder eine Struma haben.
  • Diagnose & Therapie: Welche Untersuchungen sind sinnvoll und welche Fragen stelle ich beim Arzt? Welche Laborwerte sind wirklich wichtig und was sagen diese aus? Hilfreiches Wissen zu Medikamenten und Verfahren und die aktuelle Studienlage zu natürlichen Hilfen wie Schwarzkümmel, Ashwaganda, Rosenwurz.
  • Ernährung, Mikrobiom, Mikronährstoffe: Erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie mit einer antientzündlichen Ernährung haben und wie eine starke Darmflora Ihnen hilft. Entdecken Sie, welche Rolle spielen Selen, Jod und Vitamin D spielen.

Für alle, die es genauer wissen und endlich Hilfe finden wollen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 319

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Schilddrüse im Gleichgewicht

Hashimoto, Schilddrüsenunterfunktion & Co.: Hormonchaos, Stimmungsschwankungen, Übergewicht und Zyklusstörungen in den Griff bekommen

Dr. med. Wolfgang Braun

1. Auflage 2025

40 Abbildungen

Liebe Leserin, lieber Leser,wenn es um die eigene Gesundheit geht, darf man nichts dem Zufall überlassen. »Für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben«: So lautet das Qualitätsversprechen der Marke Thieme. Ärztlich Tätige, Pflegekräfte, Physiotherapeuten oder Hebammen – sie alle verlassen sich darauf, dass sie von Thieme, dem führenden Anbieter von medizinischen Fachinformationen und Services, die entscheidenden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommen. So können sie die Menschen, die sich ihnen anvertrauen, bestmöglich unterstützen. Auch Sie können sich auf die TRIAS Ratgeber mit dem Thieme Qualitätssiegel verlassen! Diese Informationsangebote helfen Ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um Ihre Gesundheit geht, selbst daran mitzuwirken, gesund zu werden, sich gesund zu erhalten oder das Fortschreiten einer Erkrankung zu vermeiden. Mit einem TRIAS Titel aus dem Hause Thieme überlassen Sie Ihre Gesundheit nicht dem Zufall!Ihr TRIAS Team

Liebe Leserin, lieber Leser,

es freut mich, dass dieses Buch Ihr Interesse gefunden hat. Vermutlich haben Sie ein Schilddrüsenproblem und wollen besser verstehen, was ein paar Tropfen Schilddrüsenhormon in Ihrem Körper bewirken. Und Sie möchten sicher wissen, was Sie selbst dafür tun können, dass Ihre Schilddrüse für Sie arbeitet und nicht gegen Sie. In diesem Buch werde ich Ihnen all dies auf verständliche Weise vermitteln.

Es wird vielfach beklagt, dass durch die immer weitere Auffächerung in Spezialdisziplinen, besonders auch in der Medizin, bisweilen der Blick für die Zusammenhänge verloren geht. Als Facharzt für Nuklearmedizin bin ich darin geschult, den ganzen Körper zu betrachten. Zudem war ich vor meiner Spezialisierung auf die Erkrankungen der Schilddrüse einige Zeit in der Allgemeinmedizin tätig. Dort habe ich frühzeitig gelernt, kranke Menschen nicht nur klassisch-naturwissenschaftlich als biologische Wesen aufzufassen, sondern habe auch ein Verständnis für ihr seelisches Erleben und ihre individuellen Reaktionsweisen entwickelt.

Diese ganzheitliche Sichtweise ist der Leitgedanke dieses Buches. Daher behandle ich nicht nur das komplexe Geschehen in der Schilddrüse, sondern gehe auch auf die verschiedenen Hormondrüsen – Schilddrüse, Nebennieren, Eierstöcke – und die Hormonschaltzentralen Hypothalamus und Hypophyse ein. Darüber hinaus beschreibe ich die Zusammenhänge zwischen Darm, Zentralnervensystem und den klassischen Hormondrüsen und befasse mich mit den Neurotransmittern, die unser Wohlbefinden, unsere Stimmungen und letztlich unser Verhalten entscheidend beeinflussen.

Ernährung, Bewegung und der Umgang mit Stress sind zentrale Faktoren im biochemischen System. Ein stabiles inneres Milieu hält Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht. Ist ein Leben ohne Schilddrüse möglich? Ja, aber nur auf Sparflamme. Für ein unbeschwertes Leben ist eine gesunde, gut ausbalancierte Schilddrüse unerlässlich.

Dr. Wolfgang Braun

(© Nicholas F/peopleimages.com/stock.adobe.com)

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Liebe Leserin, lieber Leser,

Schilddrüse – kleines Organ, große Wirkung

Wie die Schilddrüse funktioniert

Der Schmetterling im Hals

So gelangt das Jod zur Schilddrüse

Natrium-Iodid-Symporter – ein Schleppkahn

Pendrin – das Schnellboot

Die Produktion der Hormone

Der Startschuss kommt von oben

Lego mit Molekülen

Von Zelle zu Zelle

Kommunikation ist alles

Die Aufgabe der Schilddrüse

Wie Schilddrüse und Gesundheit zusammenspielen

Basis: die Schilddrüsenbalance

Energiezentrale und Wärmeausgleich

Wachstum, Entwicklung, Fortpflanzung

Vom Chaos zur Ordnung

Die Bedeutung des Schlafs

Energiekraftwerk und Gleichgewicht

Check: Einfluss der Schilddrüse auf den Körper

Schilddrüse und Gehirnleistung

Schilddrüse und das limbische System

Schilddrüse und HNO-Bereich

Schilddrüse und Augen

Schilddrüse und Atemwege

Schilddrüse und Herz

Schilddrüse und Magen-Darm-Trakt

Schilddrüse und Muskulatur

Schilddrüse und Knochenstoffwechsel

Schilddrüse und Eisenstoffwechsel

Schilddrüse und Fortpflanzung

Was die Schilddrüsenbalance beeinflusst

Schicksal

Weichmacher

Das Darmmikrobiom

Die Erkrankungen der Schilddrüse

Funktionelle Erkrankungen der Schilddrüse

Diagnose der subklinischen Hypothyreose

Diagnose der subklinischen Hyperthyreose

Diagnose der manifesten Hypothyreose und Hyperthyreose

Strukturveränderungen der Schilddrüse

Die blande Struma

Knoten in der Schilddrüse

Schilddrüsentumore

Die Entzündungen der Schilddrüse

Hashimoto-Thyreoiditis

Thyreoiditis de Quervain

Ein breites Spektrum

Schilddrüsen-Check

Schilddrüsenerkrankungen frühzeitig erkennen

Das Neugeborenenscreening

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Untersuchungsmethoden in der Frühdiagnostik

TSH-Bestimmung – bei heißen Knoten nicht ausreichend

Untersuchungen bei familiärer Vorbelastung

Bestimmung des Tumormarkers Calcitonin

Früherkennung durch Feinnadelpunktion

Früherkennung durch molekularpathologische Diagnostik

Früherkennung – Fazit

Symptome von Schilddrüsenerkrankungen

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall

Fieber

Heiserkeit

Psychische Beschwerden

Durchfall

Geschwollene Lymphknoten

Beeinträchtigung des Sexuallebens

Unsere Haut und die Schilddrüse

Vitiligo – die Weißfleckenkrankheit

Hautveränderungen bei Schilddrüsenerkrankungen

Augenveränderungen bei Morbus Basedow

Weitere Hautveränderungen bei Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsendiagnostik

Die Schilddrüsenszintigraphie

Heiße und kalte Knoten

Bei kalten Knoten: Feinnadelpunktion

MIBI-Szintigraphie – Alternative oder Ergänzung zur Feinnadelpunktion

Ultraschalldiagnostik der Schilddrüse

Varianten der Ultraschalldiagnostik

Labordiagnostik

Was Cholesterin mit der Schilddrüse zu tun hat

Entscheidend: eine sorgfältige Vorgehensweise

Die wichtigsten Labortests in der Schilddrüsenabklärung

Gynäkologische Laborwerte

Weitere ergänzende Labortests

Entbehrliche Labortests

Schilddrüsenerkrankungen behandeln

Medikamentöse Therapie

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Blande Struma

Radiojodtherapie

Das Prinzip der Radiojodtherapie

Einsatz der Radiojodtherapie

Operation

Risiken eine Schilddrüsen-OP

Wie hoch sind die Risiken?

»Schonende« Operationen

Lokale Eingriffe

Schilddrüsenhormone richtig einnehmen

Hilfreiche Pillen

Einnahmehinweise

Die Bioverfügbarkeit

Neuere Forschungen

Häufige Fragen zur Schilddrüse

Spezielle Fragen von Patientinnen mit Kinderwunsch

Die Schilddrüse – Motor des Lebens

Die Schilddrüse und unser Seelenleben

Und immer wieder die Schilddrüsenbalance …

Hypothalamus und limbisches System

Neurotransmitter: Fundament der Neurowissenschaften

Das sympathische und das parasympathische Nervensystem

TRH spielt eine Schlüsselrolle

TRH hält die Balance aufrecht

Die Chemie der Gefühle

Hormone oder Neurotransmitter?

Serotonin als Glückshormon

Schilddrüsenhormone, Serotonin und Depressionen

Schilddrüsenüberfunktion und Euphorie

Studien zur Stimmungslage und Schilddrüse

Begleiterkrankungen

Schilddrüse und rheumatische Erkrankungen

Basedow und Rheuma

Kombination von Autoimmunerkrankungen

Schilddrüse und Muskel- und Weichteilbeschwerden

Hypothyreose und Muskel- und Weichteilbeschwerden

Hyperthyreose und Muskel- und Weichteilbeschwerden

Wiederkehrende Muskellähmung

Hypothyreose und Fibromyalgie

Resümee

Reine Frauensache

Der weibliche Zyklus

Vier Zyklusphasen

Schilddrüsenhormone und weibliches System

Schilddrüse und Eierstöcke – best friends

Störungen des weiblichen Zyklus

Die häufigsten Zyklusbeschwerden

Die Blutung bleibt aus

Die Blutung kommt zu selten

Selbsthilfe bei Zyklusbeschwerden

PMS und PMDS

Menstruationszyklus und Schilddrüse

Endometriose, PCOS und Schilddrüse

Resümee

Schwanger werden

Wie die Schilddrüse den Eisprung beeinflusst

Ohne Eisprung keine Befruchtung

Wie erkennen Frauen, ob sie einen Eisprung hatten?

Woran erkennen Frauen, dass kein Eisprung stattgefunden hat?

Zusammenhänge: Schilddrüsen- und Geschlechtshormone

Hormonachsen und Homöostase

Voraussetzungen für einen gesunden Zyklus mit Eisprung

Schwanger sein

Einfluss der Schilddrüse in der Schwangerschaft

Die Laborwerte in der Schwangerschaft

Beginn der Schwangerschaft

Die Einnistung und der TSH-Wert

Risiken für schwangere Schilddrüsenpatientinnen

Vorgehensweise bei schwangeren Schilddrüsenpatientinnen

Schilddrüse und Schwangerschaft – Veröffentlichungen

Stillen mit Schilddrüsenproblemen

Was wissen wir über das Stillen?

Thema Leihimmunität

Die meisten Frauen stillen

Veränderungen der Brust

Stillen in der medizinischen Literatur

Versorgung mit Schilddrüsenhormonen und Jod

Empfohlene Jodzufuhr für Stillende

Biochemische Besonderheiten

Selten: Jodid-Transport-Defekt in der Brustdrüse Stillender

Wenn Stillende Thyreostatika einnehmen

Die Wechseljahre

Einschnitt oder Entwicklung?

Veränderung gestalten

Was sich verändert

Hilfreiches Labor

Die körperlichen Begleiterscheinungen

Vorzeitige Erschöpfung der Eierstockfunktion

Knochengesundheit in den Wechseljahren

Die Schilddrüse und die Wechseljahre

Anpassungsleistung der Schilddrüse

Knoten in der Schilddrüse

Resümee

Was der Schilddrüse hilft

Optimale Ernährung für die Schilddrüse

Gesunde Ernährung – was ist das?

Die verschiedenen Ernährungsstile

Grundlagen einer schilddrüsengesunden Ernährung

Einteilung der Nährstoffe

Proteine

Die essenziellen Aminosäuren für die Schilddrüse

Reich an essenziellen Aminosäuren

Die Superkombi: Eiweiß plus Jod

Fette

Die essenziellen Fettsäuren

Kohlenhydrate

Energielieferant

Achtung Fruktose

Fettlösliche Vitamine

Vitamin A für das Sehen, das Immunsystem und die Fortpflanzung

Sonnenvitamin Vitamin D

Vitamin E – antioxidativ und gut für die Schilddrüse

Multitalent Vitamin K

Wasserlösliche Vitamine

Vitamin B1

Vitamin B2

Vitamin B3

Vitamin B5

Vitamin B6

Vitamin B7

Vitamin B9

Vitamin B12

Vitamin C

Mineralstoffe: Mengenelemente

Natrium und Chlorid

Kalzium für Knochen und Nerven

Magnesium für Nerven, Muskulatur, Herz

Ohne Kalium kein Leben!

Phosphor: Bestandteil der DNS

Schwefel: Bestandteil von Enzymen

Mineralstoffe: Spurenelemente

Eisen

Fluor

Zink

Selen

Jod

Sekundäre Pflanzenstoffe

Polyphenole

Die antientzündliche Ernährung

CRP – der Feuermelder unseres Körpers

Antientzündliche Nahrungsmittel

Entzündungsfördernde Nahrungsmittel

Achtung: zu viel Jod schadet!

Der Darm und die Schilddrüsengesundheit

Das Mikrobiom des Darms

Aufgaben des Darmmikrobioms

Darmmikrobiom und Schilddrüse

Eine Doktorarbeit wird zum Bestseller

Präbiotika: Futter für die Darmbakterien

Probiotika: für eine gute Verdauung

Symbiotika: Kombination aus Prä- und Probiotika

Postbiotika: gut für das Immunsystem

Forschungen zur Schilddrüsen-Darm-Achse

Wie das Darmmikrobiom die Schilddrüsenfunktion beeinflusst

Wenn die Darmbarriere schwächelt

Basedow und intestinales Mikrobiom

Mikrobiom-Zusammensetzung bei Basedow und Hashimoto

Resümee

Lebensstil und Schilddrüsengesundheit

Gesunder Lebensstil: Unterstützung für die Schilddrüse

Ernährung

Präzisionsernährung

Die mediterrane Kost

Bewegung

Trainieren Sie im aeroben Bereich

Krafttraining

Körpergewicht

Problem Übergewicht

Mit Genuss zu einem gesunden Körpergewicht

Worauf Sie bei einer Ernährungsumstellung achten müssen

Schilddrüse und Körpergewicht

Wie sich die Schilddrüse auf den Alltag auswirkt

Schilddrüse und mentale Gesundheit

Antriebslosigkeit bei Unterfunktion der Schilddrüse

Reizbarkeit bei Überfunktion der Schilddrüse

Mobbing am Arbeitsplatz

Die zuhörende Medizin

Schilddrüse und mentale Gesundheit – Studien

Schilddrüse und Arbeitsleben

Schilddrüsenkrebs und zeitintensive Behandlung

Präsentismus: körperlich anwesend, geistig abwesend

Schilddrüse und Schichtarbeit

Frauenleiden

Schilddrüse und Sozialleben

Natürliche Heilmittel und alternative Methoden

Natürliche Heilmittel

Algen: zur richtigen Dosierung aufbereiten

Präparat aus Schweineschilddrüsen

Bierhefe: natürliche Quelle für Selen, B-Vitamine und Biotin

Pflanzliche Wirkstoffe für die Schilddrüsenbalance

Adaptogene: was sie sind, was sie leisten

Pflanzliche Arzneimittel und Hashimoto

Ashwaganda und Hormonsystem

Schwarzkümmel

Rosenwurz

Ein Hoch auf die Olive!

Die olle Kamille …

Alternative Methoden für die Schilddrüsenbalance

Alternative Behandlungsmethoden

Meine Haltung zu alternativen Behandlungsmethoden

Ergänzende Therapien

Meditation und endokrine Stabilität

Yoga als Hilfe in den Wechseljahren

Meditatives Gebet

Resümee

Nachwort

Forschung für eine bessere Lebensqualität

Bessere Diagnostik

Forschungen rund um die Schilddrüse

Literatur

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Impressum

© Jo Panuwat D/stock.adobe.com |

Schilddrüse – kleines Organ, große Wirkung

Die Schilddrüse ist zwar nur ein kleines Organ, aber die größte Hormondrüse des Körpers und von großer Bedeutung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Wie Schilddrüse und Gesundheit zusammenspielen

Die Schilddrüse produziert spezifische Hormone und stellt sie dem Körper zur Verfügung. Auf diese Weise regelt sie zahlreiche wichtige körperliche Funktionen.

Die Schilddrüsenhormone sind wichtig für den Energiestoffwechsel, für den Wärmehaushalt, bei Heranwachsenden für Wachstum und eine normale Entwicklung des Individuums sowohl in körperlicher als auch geistig-seelischer Hinsicht.

Basis: die Schilddrüsenbalance

Die Aufgabe schlechthin für unsere Schilddrüse ist die Aufrechterhaltung einer stabilen Stoffwechselsituation, der Homöostase. Unser inneres Milieu soll möglichst im Gleichgewicht bleiben und uns helfen, diese Balance zu halten, innen wie außen.

Unterstützt wird die Schilddrüse von Hypophyse und Hypothalamus. Wie oben ▶ beschrieben, fungiert diese Hormonsteuerzentrale als Kapitän auf der Kommandobrücke und greift rechtzeitig ein, wenn das Hormongeschehen aus dem Ruder läuft. Über verschiedene miteinander verbundene Regelkreise wird eine Kurskorrektur vorgenommen, bis die Balance wiederhergestellt ist, sodass das Chaos sich nicht weiter ausbreiten kann.

Energiezentrale und Wärmeausgleich

Bei den zahlreichen Stoffwechselprozessen, die von der Schilddrüse in Gang gebracht werden, entsteht Wärme. Die brauchen wir auch, nicht nur, wenn es draußen ungemütlich kalt ist. Sinnigerweise regen Schilddrüsenhormone auch die Schweißdrüsen zu vermehrter Produktion an. Die Schweißdrüsen geben ihre Produkte nach außen ab, sie zählen zu den exokrinen Drüsen, während die Hormondrüsen, die endokrinen Drüsen, ihre Sekrete in das Innere des Körpers ausschütten. Schwitzen ist übrigens eines der Leitsymptome einer Schilddrüsenüberfunktion, einer Hyperthyreose.

Auf diese Weise sorgt unsere Schilddrüse dafür, dass wir immer genügend Energie zur Verfügung haben und unsere Körpertemperatur konstant bleibt. Ihr verdanken wir es auch, dass unsere Spezies den ganzen Globus bewohnen kann, vom Nordpol über die gemäßigten Zonen und die Äquatorialgegenden bis Südafrika, Australien und darüber hinaus.

Wachstum, Entwicklung, Fortpflanzung

Bei den wichtigen Themen Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung redet die Schilddrüse ebenfalls mit. Eine ausgeglichene Schilddrüsenfunktion – Euthyreose – ist bereits bei der Entstehung neuen Lebens, also während der Schwangerschaft, wichtig.

Vom Chaos zur Ordnung

Wir sprachen schon davon, dass die Schilddrüse von den übergeordneten Hormonzentren Hypothalamus und Hypophyse gesteuert wird und dadurch an das Zentralnervensystem angebunden ist. Die neuroendokrine Forschung beschäftigt sich mit der Verknüpfung von Hormonsystem und Zentralnervensystem. Sie hat herausgefunden, wie wichtig die Schilddrüse dafür ist, dass die Hormone ihrer Aufgabe nachkommen können. Von unserem Nervensystem ausgehend durchflutet ein Riesenheer von Botenstoffen unseren Körper. Sie sorgen unter anderem dafür, dass wir, wenn es angebracht ist, auch einmal herunterfahren und uns in einem gesunden Schlaf regenerieren können. Das ist nur möglich, wenn die Schilddrüse richtig funktioniert.

Es war eine epochemachende Entdeckung, dass Nervenzellen nicht nur elektrische Impulse weiterleiten, sondern auch auf chemischem Wege Informationen weiterleiten können.

Die Bedeutung des Schlafs

Zur Aufrechterhaltung unseres seelischen Gleichgewichts ist ein gesunder Schlaf elementar wichtig. Dabei spielen verschiedene Hormone eine Rolle, wie Melatonin und Cortisol. So ist Schlaflosigkeit ein wichtiges und ziemlich spezifisches Symptom einer Überfunktion der Schilddrüse, vor allem wenn sie gepaart ist mit unfreiwilliger Gewichtsabnahme und beschleunigtem Ruhepuls von 100 Schlägen pro Minute oder mehr. Umgekehrt ist ein verlangsamter Herzschlag von 60 und weniger Schlägen pro Minute in Verbindung mit vermehrtem Schlafbedürfnis und Mittagsmüdigkeit ein deutlicher Hinweis auf eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Energiekraftwerk und Gleichgewicht

Alle Organe und Organsysteme sind auf das rechte Maß an Schilddrüsenhormonen angewiesen. Die Schilddrüse ist nahezu für alle biochemischen und physiologischen Abläufe und deren Abstimmung in unserem Körper zuständig. Daher können Störungen dieser Mechanismen so vielfältige und häufig mehrdeutige Beschwerden verursachen.

Auch wenn wir entspannt im Sessel sitzen oder auf der Couch liegen und uns keiner körperlichen oder geistigen Aktivität hingeben, wird Energie verbraucht, damit die basalen Lebensfunktionen aufrechterhalten werden können. Wir sprechen vom sogenannten Grundumsatz. Wenn wir körperlich oder geistig auf den Aktivitätsmodus umschalten, stellt die Schilddrüse den entsprechenden Mehrbedarf an Energie bereit. Die Schilddrüse ist also nicht nur die Klimaautomatik unseres Körpers, sondern auch das Kraftwerk unseres Organismus, das die Kalorien, die wir über unsere Ernährung zu uns nehmen, bedarfsgerecht in die passende Energieform umwandelt.

Check: Einfluss der Schilddrüse auf den Körper

Wir werden nun den Körper von Kopf bis Fuß betrachten und sehen, wie die verschiedenen Bereiche von der Schilddrüse beeinflusst werden und wie die Schilddrüse auf entsprechende Zuarbeit angewiesen ist. Wenn alles gut läuft, ist das eine echte Win-win-Situation.

Schilddrüse und Gehirnleistung

Ich habe schon erwähnt, dass die komplexe Chemie der Botenstoffe in unserem Zentralnervensystem nur dann effektiv funktioniert, wenn die Schilddrüse ordnungsgemäß arbeitet. Ja, auch für Lernen und Gedächtnis ist die Schilddrüse wichtig. Das folgende Beispiel veranschaulicht das auf eindrucksvolle Weise.

Ein etwa 40-jähriger Mann suchte mich auf und klagte, er könne sich nichts mehr merken, auch einfache Rechenaufgaben fielen ihm schwer. Auch seiner Partnerin war dies aufgefallen und sie hatte ihm nahegelegt, dies abklären zu lassen. Meine Untersuchung ergab den klaren Befund einer Unterfunktion der Schilddrüse, einer Hypothyreose. Ich leitete eine Schilddrüsenhormonbehandlung ein, die wahre Wunder wirkte. Als der Patient ungefähr 4 Wochen später zur Kontrolle erschien, waren nicht nur die Laborwerte in Ordnung, sondern er war geistig wieder fit und konnte sich wieder alles merken.

Das zeigt uns nicht nur, welche Folgen eine Funktionsstörung der Schilddrüse haben kann, sondern auch, dass eine solche Störung durch eine entsprechende Therapie voll rückbildungsfähig ist. Bei meinem Patienten war nämlich vorübergehend, bis zur Einleitung der Schilddrüsenhormontherapie, die Chemie in einem bestimmten Hirnabschnitt nicht in Ordnung: im limbischen System.

Schilddrüse und das limbische System

Nicht nur unser Gedächtnis ist auf eine gute Schilddrüsenfunktion angewiesen. Auch unser Seelenleben bedarf der Harmonie der Schilddrüsenhormone. So geht eine Unterfunktion der Schilddrüse bekanntermaßen häufig mit depressiver Verstimmung einher.

Entscheidend dafür ist das limbische System, das mehrere Bestandteile in unserem Gehirn umfasst, die miteinander in Verbindung stehen. Zu ihm gehören unter anderem der Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis zuständig ist, die Amygdala (Mandelkern), weitere Anteile des Zwischen- und Vorderhirns sowie bedeutsame Hirnnervenkerne, in denen Überträgerstoffe wie Neurotransmitter, Neurohormone und Neuropeptide produziert werden. Im Kapitel ▶ »Schilddrüse und mentale Gesundheit« werde ich genauer darauf eingehen.

Schilddrüse und HNO-Bereich

Auch für die Funktion unserer Sinnesorgane ist ein ausgeglichener Hormonhaushalt der Schilddrüse wichtig. Beispielsweise ist es bekannt, dass eine Verschlechterung des Hörvermögens durch eine Hypothyreose hervorgerufen werden kann, die sich nach Einstellung der Schilddrüsenfunktion bessert. Die Stimmfunktion benötigt ebenfalls ein ausgewogenes Maß an Schilddrüsenhormonen. In früheren Zeiten, als die Schilddrüsendiagnostik noch weniger entwickelt war und eine Unterfunktion häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde, war eine heisere, krächzende Stimme ein hörbarer Hinweis auf eine Hypothyreose.

Schilddrüse und Augen

Bei der sogenannten endokrinen Orbitopathie sind die Augen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Sie ist Folge einer Überfunktion der Schilddrüse vom Typ Basedow. Sie kann mit leichten, kaum wahrnehmbaren Symptomen einhergehen, z. B. dem seltenen Lidschlag, gemessen in Lidschlägen pro Minute. Dies war dem österreichischen Augenarzt Karl Stellwag von Canon (1823–1904) aufgefallen. Beim Dalrymple’schen Zeichen bleibt zwischen Unterlid und Iris ein weißer Rand sichtbar. Das Hervortreten der Augäpfel ist schon ein deutlicheres und typisches Symptom. Weiterhin kann sich das Symptomenbild von Augenmuskellähmungen mit Doppelbildern bis hin zum drohenden oder im Extremfall tatsächlichen Verlust des Sehvermögens erstrecken.

Warum Rauchen ins Auge gehen kann

Zigarettenrauchen schadet in mehrfacher Hinsicht Ihrer Schilddrüse. Insbesondere verschlechtert es in manchmal dramatischer Weise die Augensymptome beim Morbus Basedow.

Beim Rauchen werden reaktive Sauerstoffverbindungen erzeugt, die autoimmunologische Prozesse anstoßen oder verschlimmern können; ferner werden Verbindungen freigesetzt, welche die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmen und zur Knotenbildung, im Extremfall auf lange Sicht sogar zur Entwicklung eines Karzinoms führen können.

In Übereinstimmung mit der herrschenden Lehrmeinung habe ich eine Besserung der Augensymptome beim Basedow durch eine Strahlenbehandlung der Augengegend nur bei den Patientinnen und Patienten gesehen, die nicht rauchten.

Die schweren Formen der endokrinen Orbitopathie sind heutzutage dank des medizinischen Fortschritts mit verbesserten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten selten geworden. Allerdings kann es in ausgeprägten Fällen auch heute noch eine therapeutische Herausforderung sein, ein funktionell und ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen.

Schilddrüse und Atemwege

Kommen wir in den Brustbereich. Atemnot, ein Symptom, das immer abgeklärt werden muss, kann auch von der Schilddrüse herrühren. Bei einer vergrößerten Schilddrüse (Struma), die über Jahre bis Jahrzehnte besteht und nicht behandelt wird, ist die Einengung der Luftröhre eine gefürchtete Komplikation. Im Extremfall kann es zu lebensbedrohlicher Atemnot kommen.

Ich habe einen solchen Fall erlebt. Eine ältere Dame konsultierte mich und hatte bereits einen operationswürdigen Kropf. Sie kam, mehr oder weniger gedrängt durch ihre Tochter, immer wieder zu Kontrolluntersuchungen. Der Kropf wuchs und wuchs. Parallel dazu wurde die Angst der Seniorin vor einer Operation immer größer. Irgendwann kam sie nicht mehr zu mir. Einige Jahre später fragte ich die Tochter, die als Krankenschwester tätig war, nach ihrer Mutter. Sie berichtete, dass diese mit dem Notarztwagen in die Klinik gefahren und notfallmäßig operiert worden war. Es ging nicht gut aus. Die alte Dame verstarb kurze Zeit nach der Operation. Bei rechtzeitigem chirurgischem Vorgehen hätte sie noch viele Jahre gut weiterleben können. Doch so dramatisch geht es glücklicherweise nur selten zu.

Schilddrüse und Herz

Zwischen der Herztätigkeit und der Schilddrüse gibt es vielfältige Wechselbeziehungen. Bei einer ausgeprägten Unterfunktion der Schilddrüse entwickelt sich ein sogenanntes Myxödemherz, das beidseits verbreitert ist. Die Pumpfunktion ist beeinträchtigt und es kommt zu Blutrückstau mit geschwollenen Beinen, aber auch Atemnot. Diese Krankheitserscheinungen lassen sich durch eine Behandlung mit L-Thyroxin rückgängig machen.

Auch bei einer Hyperthyreose wird die Herzfunktion beeinträchtigt, was z. B. zu einer Herzschwäche führen kann. Wird durch die Behandlung mit Thyreostatika – Medikamenten zur Dämpfung der vermehrten Schilddrüsenhormonproduktion – die Schilddrüse wieder in Balance gebracht, normalisiert sich auch die Herzfunktion.

Schilddrüse und Magen-Darm-Trakt

In unserer Betrachtung erreichen wir nun den Bauchraum und betrachten die Auswirkungen einer Funktionsstörung der Schilddrüse auf den Magen-Darm-Trakt.

Gehen wir von der Überlegung aus, dass bei einer verringerten Produktion von Schilddrüsenhormonen auch die Tätigkeit der Bauchorgane verlangsamt ist, werden wir uns nicht wundern, dass Verstopfung ein häufiges Symptom einer Hypothyreose ist. Darüber hinaus ist die Aufnahme der Nährstoffe im Dünndarm gestört. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Verfügbarkeit wichtiger Mineralien und Spurenelemente wie z. B. Eisen. Schließlich kann die Produktion des Magensaftes bei Hypothyreose vermindert sein, was wiederum Einfluss hat auf die Aufnahme der Mikronährstoffe.

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kann es ebenfalls zu Blutarmut und zu einer beeinträchtigten Aufnahme von Mikronährstoffen durch den Darm kommen. Allerdings ist das Bewegungsmuster der Darmmuskulatur in diesem Fall anders: Die Darmbewegungen sind beschleunigt, es kommt zu Durchfällen, zu gehäufter Stuhlentleerung.

Schilddrüse und Muskulatur

Unsere Muskulatur und auch das Nervensystem sind auf eine optimale Versorgung mit Schilddrüsenhormonen angewiesen. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist der Ablauf der Muskelkontraktion verlangsamt und die Reflexe sind ebenfalls verzögert. Dies wurde früher genutzt zur Diagnostik einer Unterfunktion der Schilddrüse und war auch zugleich eine Möglichkeit, die Wirkung bzw. mangelhafte Wirkung der Schilddrüsenhormone objektiv nachzuweisen. Dafür gab es einen Apparat, der das zeitliche Verhalten des Achillessehnenreflexes als Kurve aufzeichnete, die, vergleichbar einem EKG-Streifen, auf Thermopapier aufgezeichnet werden konnte. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse sind die Reflexe gesteigert. Während meiner klinischen Lehrzeit prüfte jede Stationsärztin, jeder Stationsarzt die Reflexe durch und gewann daraus wertvolle Hinweise unter anderem auf den Funktionszustand der Schilddrüse.

Schilddrüse und Knochenstoffwechsel

Was uns Stütze und Halt gibt – das Skelett, unser Knochengerüst – wird ebenfalls in hohem Maße von der Schilddrüse bestimmt. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kommt es zu einem beschleunigten Knochenstoffwechsel und zu einem vermehrten Knochenabbau. Auch der Kalziumstoffwechsel ist beschleunigt, das heißt, das für die Stabilität der Knochen so wichtige Mineral wird vermehrt ausgeschieden. Beides erhöht das Risiko für Knochenbrüche. Bei einer Hypothyreose hingegen ist der Knochenstoffwechsel verlangsamt, der Knochenabbau ist geringer und die Mineralisierung der Knochen stärker. Dies kann jedoch die Stabilität der Knochen ebenfalls beeinträchtigen.

Schilddrüse und Eisenstoffwechsel

Auch der Eisenstoffwechsel wird durch den Schilddrüsenfunktionszustand beeinflusst. Sowohl bei einer Über- als auch bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kann es zu einer Eisenmangelsituation kommen, aus unterschiedlichen Gründen. Bekannt ist, dass die Aufnahme von Eisen, das als Schwermetall ohnehin nur schwer absorbiert wird, bei einer Schilddrüsenunterfunktion noch schwieriger ist. Im Darm gelangt zu wenig Eisen in den Blutkreislauf. Die Folge ist eine Blutarmut, eine Eisenmangelanämie, die zu Müdigkeit und Blässe führt sowie zu Einrissen an den Mundwinkeln (Mundwinkelrhagaden). Bei der Überfunktion der Schilddrüse hingegen rauscht dieses für die Blutbildung unerlässliche Schwermetall einfach zu schnell durch, mit dem gleichen Ergebnis.

Symptome mit Expertenblick betrachten

Die Symptome einer Über- und Unterfunktion der Schilddrüse überlappen sich häufig. Daher muss ein rein symptomorientiertes Vorgehen bei der Therapie der Schilddrüsenerkrankungen zwangsläufig scheitern und ins – in dem Falle menschengemachte – Chaos führen. Im Inneren herrscht Ordnung, die aber systematisch ergründet werden muss, im Außen finden wir Unordnung, wenn nicht sachgemäß vorgegangen wird.

Daher plädiere ich immer wieder dafür, einen Schilddrüsenexperten einzuschalten, wenn in Hausarzt- oder internistischen Praxen bei Schilddrüsenproblemen keine Klarheit geschaffen werden kann.

Schilddrüse und Fortpflanzung

Zu guter Letzt schauen wir uns den Zusammenhang zwischen der Schilddrüse und der Fortpflanzung an. Vom Zyklus über den Eisprung, die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut über die Entwicklung des Embryos und Fötus bis zur Entbindung und zum Stillen – überall ist die Schilddrüse dabei. Die gegenseitige Beeinflussung von Schilddrüse und Fortpflanzungsapparat beginnt schon auf der Ebene des Hypothalamus und der Hypophyse in den höheren Zentren. Im ▶ Kapitel über den weiblichen Zyklus erfahren Sie mehr darüber.

Was die Schilddrüsenbalance beeinflusst

Wir haben darüber gesprochen, wie die verschiedenen Organe in unserem Körper von der Schilddrüse beeinflusst werden. Nun schauen wir uns an, welche Ursachen es für Erkrankungen der Schilddrüse geben kann.

Schicksal

Professor Peter Pfannenstiel, der große Internist, Endokrinologe und Nuklearmediziner (1934–2013) sprach bei seinen beliebten Fortbildungsveranstaltungen von den schicksalhaften Erkrankungen der Schilddrüse und den nicht schicksalsbedingten Schilddrüsenerkrankungen. Zu den schicksalhaften Schilddrüsenerkrankungen zählte er die Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie Hashimoto, die chronische Entzündung der Schilddrüse und die immunogene Hyperthyreose, die Schilddrüsenüberfunktion vom Typ Basedow. In die nicht schicksalsbedingten ordnete er in erster Linie die Schilddrüsenvergrößerung aufgrund Jodmangels, den sogenannten Jodmangelkropf, ein.