Schnell mal gelacht - Uwe Plesotzky - E-Book

Schnell mal gelacht E-Book

Uwe Plesotzky

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Beschreibung

Einkaufsqualen... ...Ich ging rasch in die Gemüse-Horror-Abteilung. Rasch, denn meine Frau sollte nicht unbedingt mitbekommen das mir der Angstschweiß aus allen Poren quoll. Wie sollte sie als Frau auch verstehen, was es für einen Mann bedeutet ganz alleine in eine Gemüseabteilung zu gehen, um dort jene Lebensmittel zu kaufen, die ein Mann eigentlich gar nicht braucht, aber die doch so wichtige Vitamine haben sollen. So jedenfalls wird es ja immer behauptet. So sagt jedenfalls meine Frau, und die muss es ja schließlich wissen. Ein kleiner Ausschnitt aus dem ersten Kapitel. Viel Spaß beim schmökern.

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Seitenzahl: 190

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Uwe Plesotzky

Schnell mal gelacht

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Einkaufsqualen

Ein Tag im Schwimmbad

Urlaub mit Freuden

Der unbekannte Fremde

Der Zug nach Aschaffenburg

Die Schulaufführung

Doppelter Regenschutz

An der Haltestelle

Der Einkaufskerl

Anglerfreuden

Auf dem Rathaus

Gedanken eines Patienten

Im Getränkemarkt

In der Werkstatt

Die feine Gesellschaft

Beim Bäcker

Im Schnellrestaurant

Schnee im August

Wie Frauen funktionieren

Fernsehen in den siebziger Jahren

Das verlorene Kompliment

Spaghetti in Rimini

Der Dreh mit dem Staubsauger

Grenzformalitäten

Die falsche Straße

Die Sache mit den Müllsäcken

Im Wartezimmer

Mit den Augen eines Kindes

Die Höllenfahrt

Dumme Bemerkungen und blaue Flecken

Im Supermarkt

Schalterwahnsinn

Frechheit siegt

Was geht in einem Restaurant

In der Tankstelle

Klassenfahrt zum Nulltarif

Impressum neobooks

Vorwort

Ich liebe es, wenn ich die Menschen zum Lachen bringen kann. Und wenn sie, die nun dieses kleine Büchlein in ihren Händen halten, sich beim Lesen amüsieren können, dann ist das für mich der allerschönste Lohn. Mein Dank gilt ihnen, meinen Lesern, denn was wäre ein Autor ohne seine Leser. Er wäre der wohl unglücklichste Mensch auf der Erde.

Ich würde ihnen gern empfehlen, dass sie sich auf ihren Lieblingsplatz zurückziehen, vielleicht mit einer Tasse Tee oder auch Kaffee, sich entspannen, und die einzelnen Geschichten einfach nur auf sich wirken lassen. Nehmen sie sich für das Lesen so viel Zeit wie sie wollen, und vergessen sie die Welt um sich herum.

Viele meiner hier geschriebenen Geschichten habe ich tatsächlich selbst so erlebt. Manche Dinge haben auch meine Familie oder sehr enge Freunde erlebt, aber alle Geschichten haben eins gemeinsam, sie stammen direkt aus dem Leben. Ich habe sie hier aufgeschrieben, damit sie lieber Leser, sie auch erleben können, sich darüber freuen, dass das Leben die schönsten Geschichten schreibt.

Ich möchte an dieser Stelle auch all denen danken, die mich beim Schreiben dieses Buches unterstützt haben. Ohne all diesen Menschen, die mir am Herzen liegen, würde es dieses Buch sicherlich nicht geben. Mein ganz besonderer Dank geht allerdings an meine Frau, die es nicht nur hinnimmt, wenn ich mich manchmal stundenlang in mein Büro zurückziehe, sondern mich auch noch tatkräftig unterstützt. Sie motiviert mich zum Schreiben und ist wohl meistens der erste Mensch, der meine Geschichten zu lesen bekommt.

Ihnen wünsche ich nun viel Spaß mit dem Buch, und ich kann nur hoffen, dass sie beim Lesen genauso viel Spaß haben, wie ich es beim Erleben und Schreiben hatte.

Ein Schriftsteller ist ein Mensch,

Der seine Gedanken und Träume in Worte fasst,

Damit andere seine Worte später in ihre Gedanken und Träume fassen können!

Herzlichst ihr Uwe Plesotzky

Einkaufsqualen

Wie jede andere Familie auch, so gehen auch wir zum Wochenende immer ganz groß einkaufen. Vier Personen wollen eben versorgt sein, und haben auch eine riesige Menge an Bedürfnissen, von dem enormen Appetit meiner Kinder mal abgesehen. Normalerweise würde es mir nichts ausmachen mich in dieses Getümmel zu stürzen, natürlich nur, wenn ich ein Gladiator, ein Ringkämpfer, oder zumindest ein Karate-Experte wäre. So aber graut es mir insgeheim schon manches Mal vor diesem schweren Weg in den Supermarkt. Die Sache wird meistens schon auf dem Parkplatz sehr schwierig, vorausgesetzt man findet denn überhaupt einen solchen, den auch andere kommen auf die wirklich großartige Idee dort einzukaufen. So fahre ich, durch die eng bemessenen Gänge des Parkplatzes, um einen solchen zu finden. Es ist ja nicht so das es überhaupt keine freien Parkplätze gäbe, aber ein Parkplatz muss in meinen Augen auch ein paar sehr wichtige Kriterien erfüllen. Er sollte groß sein, denn schließlich wollen wir ja alle bequem ein- und aussteigen. Rechts und links, sollte nach Möglichkeit niemand stehen, denn wer weiß, was das vielleicht für Chaoten sein könnten, die lautstark mit viel Trara ihren Einkaufswagen gegen unser Auto schieben und beim Einsteigen mit ihren Türen tiefe Dellen in unseren Wagen schlagen. Aber normalerweise findet man keinen solchen Parkplatz. Ich denke die sind meistens für die Leute mit den wirklich ganz großen Luxuskarosserien reserviert, oder für die, die schon morgens um vier Uhr kommen und ihr Fahrzeug dort abstellen. Also stelle ich mich nach langen und sehr ermüdenden, Suchen auf einen leeren Parkplatz, und weiß ganz genau, wenn ich wieder aus dem Geschäft zurückkomme, dann stehen rechts und links zwei Wagen, deren Fahrer aus dem Kofferraum ausgestiegen sind, denn so eng wie sie geparkt haben, können sie unmöglich normal ausgestiegen sein.

Jetzt ist es natürlich so das man zum Einkaufen einen Einkaufswagen benötigt. So welche gibt es in einem Supermarkt natürlich sehr viele, nur war da leider wieder mein altes Problem, ich brauchte einen der sich gut schieben lässt, nicht komplett zugemüllt dasteht und letztendlich auch nicht total verdreckt sein sollte. Kurz, ich wollte einen Einkaufswagen, wie man ihn noch bei keinem Geschäft gefunden hatte. Also war ich gezwungen, einen Kompromiss zu schließen. Was Aussehen und Farbe anging, war ich dazu ja auch bereit, aber der Müll! So suchte ich dann eine kleine Ewigkeit nach einem halbwegs brauchbaren Wagen, immer den strafenden Blick meiner Frau im Rücken spürend. Oder war es gar nicht meine Frau, sondern einer jener chaotischen Fahrer die so rücksichtsvoll schräg über drei Parkplätze parken, und jetzt darauf warteten, dass sie sich endlich auch einen Einkaufswagen holen konnten, wenn ich denn einmal fertig werden würde.

Kaum in dem Supermarkt drinnen stellte sich dann ein dringendes menschliches Bedürfnis bei mir ein. Vielleicht ist es ja die Vorfreude aufs Einkaufen, oder was wahrscheinlicher ist die blanke Panik vor dem Einkaufen in diesem riesigen Tempel des Grauens. Es blieb mir also nichts anderes übrig als die hauseigenen Toiletten einer näheren Begutachtung zu unterziehen. Schon der Türgriff ließ mich Übles erahnen, aber ich wollte auch nicht so kleinlich sein und trat mutig ein. Drinnen hing dieser süße Duft der Verwesung in der Luft, jener dezente Hauch des Todes, den jeder kennt der schon einmal dort war, und überlebt hat, um überhaupt davon berichten zu können. Ich habe schon erwachsene Männer weinen sehen, als sie von solchen Erlebnissen berichteten, und es war kein schöner Anblick. Wer weiß dachte ich mir noch, in irgendeiner Kabine liegt vielleicht ein toter Mensch oder ein verwesender Kadaver, vielleicht war aber auch nur jemand sehr sehr lange nicht mehr auf der Toilette gewesen, bevor er sein Geschäft hier getätigt hatte. Konnte das gar einer jener Geizhälse gewesen sein, die solche Dinge stundenlang einhielten, nur weil sie wussten, sie gehen später noch einkaufen, und hier kostete es sie zumindest kein Wassergeld.

Wie dem auch sei, ich kämpfte erst damit mich nicht augenblicklich zu übergeben, und dann mit einem recht unangenehmen Kratzen im Hals. Wie gern hätte ich die Luft angehalten, aber was war dann, wenn ich nicht mehr konnte. Tot umfallen und auch anfangen zu verwesen, oder mit einem gigantischen Japser tief Luft holen, um dann blau anzulaufen und umzufallen. Was würden die Rettungssanitäter dann später in ihren Bericht schreiben? Todesursache war ein tiefer Atemzug auf einer öffentlichen Toilette! Nein, ich beschloss möglichst wenig zu atmen, und ganz schnell fertig zu werden. Schließlich hatte ich einen ungeheuren Drang zu überleben, auch wenn dies bedeutete, dass ich dann noch hier einkaufen musste.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen dieses Örtchen verlassen, ohne sich die Hände anschließend gründlich zu waschen. Dies fiel mir heute besonders auf. In der gesamten Zeit, während ich meine Hände mit Wasser wusch, es gab mal wieder keine Seife, gingen etliche Leute hinter mir wieder raus, alle ohne den Wasserhahn auch nur eines Blickes zu würdigen, ganz so als wäre er ein gefährliches Raubtier oder gar ein Putzlappen. Wieder kämpfte ich mit dem Ekel, denn wer weiß schon, was diese Menschen anschließend alles im Laden anfassten. Warum konnte es nicht ein Gesetz geben, das über jeder Toilette ein großes Schild hängt, mit der Aufschrift: Hände nicht gewaschen! Jedes Mal, wenn jemand den Raum verlässt, ohne das Waschbecken benutzt zu haben, müsste das Schild dann sehr hell aufleuchten und eine laute Stimme vom Band ertönen, die dasselbe noch mal allen Anwesenden lautstark verkündet.

Mit diesen wirklich tollen Ideen im Kopf verließ ich dann erleichtert diesen Ort der Qualen und begab mich umgehend in den Einkaufsbereich, wo meine Frau schon ungeduldig wartete. Da meine Frau es wohl immer zu ahnen scheint, dass ich mich an solchen belebten Orten nicht wohlfühle, schickt sie mich auch gerne mal fort um einzelne Aufgaben zu erledigen. So sollte ich diesmal zu der Gemüseabteilung gehen und dort Kartoffeln und Zwiebeln holen. Ich ging rasch in die Gemüse-Horror-Abteilung. Rasch, denn meine Frau sollte nicht unbedingt mitbekommen das mir der Angstschweiß aus allen Poren quoll. Wie sollte sie als Frau auch verstehen, was es für einen Mann bedeutet ganz alleine in eine Gemüseabteilung zu gehen, um dort jene Lebensmittel zu kaufen, die ein Mann eigentlich gar nicht braucht, aber die doch so wichtige Vitamine haben sollen. So jedenfalls wird es ja immer behauptet. So sagt jedenfalls meine Frau, und die muss es ja schließlich wissen.

Es ist ja auch ein gutes Zeichen, wenn ein Lebensmittelmarkt große Auswahl hat, aber wenn ein Mann vor einem Regal mit Kartoffeln steht und zwischen fünf verschiedenen Sorten wählen muss, was kann Frau denn da schon erwarten. Ich entschied mich für die Kartoffel Christa. Bei den Zwiebeln war die Wahl zum Glück einfach, es gab teure und es gab billige. Stolz ging ich zurück, um meiner Frau die Kartoffel Christa vorzustellen, wenngleich ich auch zu diesem Zeitpunkt schon genau wusste, dass es die verkehrten Kartoffeln sein würden. So ging ich dann doch zu ihr, das heißt, ich wollte zu ihr gehen, aber dort wo sie gewesen war als sie mich ausgeschickt hatte Kartoffeln zu suchen, dort war sie nicht mehr. Wo konnte sie jetzt sein, ich war verloren! Mutterseelenallein in einem Einkaufsbunker, gefangen und umringt von ganz vielen Hausfrauen, die emsig ihre Wagen befüllten.

Hilfe suchend blickte ich mich nach allen Seiten um, aber ich konnte sie nirgendwo entdecken, sie schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Ich sah eine etwas rundliche Frau, die an einem Probierstand Käse naschte, zwei Kinder, die laut diskutierend den Gang runter schlenderten und einen Arbeiter der in der Gemüseabteilung dabei war etwas in seiner Nase zu jagen, jedenfalls sah es danach aus. Vielleicht wollte er aber auch nur einen Eindringling heraus jagen, vielleicht eine dicke Fliege oder einen Käfer. Einen langen Augenblick lang überlegte ich mir, ob ich mich nicht einfach auf den Boden werfen sollte. Ich könnte dann mit den Armen und Beinen in der Luft strampeln und laut schreien. Diesen Plan verwarf ich aber wieder recht schnell, obwohl er damals, als ich noch ein Kind war, immer gut funktioniert hatte. So lief ich also hastig alle Gänge rauf und runter und blickte dabei hektisch um mich herum. Würde mich jetzt ein Detektiv sehen, er könnte meine Nervosität auch als Zeichen eines schlechten Gewissens deuten und mich mit in sein Büro nehmen, dann würde ich meine Frau ganz sicher nicht wiederfinden. Auf der anderen Seite konnte man aus diesem Büro heraus sicher auch eine Lautsprecherdurchsage tätigen. Im Geiste überlegte ich mir schon, was dann im Laden zu hören wäre.

Verehrte Kundschaft wir bitten um ihre geschätzte Aufmerksamkeit. Der kleine Uwe vermisst seine Frau ganz arg fürchterlich und kann jetzt am Informationsstand abgeholt werden. Meine Frau würde mich dann sicherlich auch abholen, aber würde sie dann je wieder ein Wort mit mir wechseln, nachdem sie unter den strafenden Blicken aller Einkäufer in diesem Laden, zum Informationsstand gehen müsste, nur um mich dort abzuholen?

Aber einmal im Leben hat jeder Mann Glück beim Einkaufen, und das hatte ich an diesem Tag auch. Ich sah meine Frau in Richtung Kasse gehen. Mit hastigen Schritten erreichte ich sie und ging wie ganz selbstverständlich neben ihr her, ganz so als wenn ich überhaupt nicht fortgewesen war. Auf ihre Frage, wo ich denn so lange geblieben wäre, sagte ich nur ganz lapidar: Ach ich habe noch einen alten Bekannten getroffen und wir haben uns kurz unterhalten. Der Tag war gerettet, der Einkauf würde bald zu Ende sein, und wir könnten diesen Ort der Qualen für den Mann verlassen. Was soll ich noch sagen, nach nur fünfzehn Minuten warten an der Kasse waren wir bereits an der Reihe, und konnten alle unsere Einkäufe auf das Band packen. Selbstverständlich waren es natürlich die falschen Kartoffeln, aber das konnte mir jetzt nicht mehr die Laune verderben. Einzig der Gedanke daran was ich das nächste Mal machen würde wenn ich meine Frau im Supermarkt verlieren würde ließ mir schon jetzt einen kalten Schauer den Rücken hinunterlaufen. Aber wie heißt es doch immer wieder so schön, wo ein Supermarkt ist, da gibt es auch immer Männer, die durch die Hölle gehen!

Ein Tag im Schwimmbad

Wer kennt das nicht, draußen ist es über dreißig Grad heiß und jeder normale Mensch hat nur ein Ziel, das nächstgelegene Schwimmbad,, oder der Urlaub am Nordpol. Mal abgesehen von den Leuten, die im Geld schwimmen, oder einen eigenen Swimmingpool ihr eigen nennen können, versucht also wirklich fast jeder ins Schwimmbad zu kommen. Eigentlich fahren fast alle wohl dorthin, und so ist es auch nicht besonders verwunderlich, wenn man schon vor dem Schwimmbadbesuch das Problem hat, einen geeigneten Parkplatz zu finden. Ich möchte hier am Rande noch anmerken, dass wir zu dieser Zeit in einer kleinen Gemeinde mit fast zweihundert Einwohnern gelebt haben. Stellen sie sich das Mal vor, zweihundert Menschen wohnen in einem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt, und nichts wirklich geheim ist oder verborgen bleibt. Aber das war noch nicht alles, der Ort lag auch etliche Kilometer von der Zivilisation entfernt, so das man ohne einen eigenen Pkw wirklich keine Chance hatte irgendwohin zu kommen. Selbst einen Einkaufsladen suchte man hier vergeblich, dafür hatte man aber als Ausgleich Natur pur und Rehe, die bis vor die Haustür kamen, und einen Postboten, den man fast zutraulich nennen konnte.

Aber das sei hier nur am Rande erwähnt. Hier und jetzt brauchte ich einen Parkplatz, damit meine Kinder nicht anfingen, zu nörgeln, was die Hitze im Auto noch unerträglicher gemacht hätte. Aber ich hatte riesiges Glück, nach nur zehn Minuten, konnte ich einen dieser heiß begehrten Parkplätze ergattern, und das ganz ohne Kampf oder schlimmeren. Es ist wohl auch überflüssig zu sagen, dass wir uns anschließend an der Kasse anstellen mussten, um Eintrittskarten zu bekommen. Es dauerte auch höchstens wieder zehn Minuten und wir konnten für ein kleines Vermögen Eintrittskarten kaufen. Aber das spielte jetzt keine Rolle, wir würden eben auf unseren Jahresurlaub verzichten und den Rest des Jahres weniger Essen. Wichtig waren nur diese Karten, die uns den Eintritt ins nasse Paradies ermöglichten.

Drinnen fingen wir gleich mit der Suche nach einem Schattigen, und weichem, Platz an, der nah am Wasser liegt, und trotzdem die Ruhe der Abgeschiedenheit bietet. Und tatsächlich fanden wir noch einen freien Platz, er war zwar nicht im Schatten, aber dafür war er auch nicht besonders weich oder gar ruhig und abgeschieden. Unnötig zu erwähnen, dass er auch nicht nah am Wasser lag. Was soll´s dachte ich noch, die meiste Zeit wären wir ja wohl sowieso im Wasser. So breiteten wir also unsere Decken auf dieser Geröllwiese aus und gingen nacheinander zu den Umkleidekabinen. Sinnlos zu sagen, dass man auch dort eine halbe Ewigkeit warten musste, um eine freie Kabine zu bekommen. Was dort als Kabine durchging, hätte jeden Bauarbeiter, der auf dem Weg zum Dixi-Klo ist, verärgert. Aber auch das war irgendwann geschafft, und während die Kinder zum Wasserbecken rannten, überlegte ich noch, wo das Wasser eigentlich war. Ich vermutete, dass es dort sein musste, wo all diese Leute auf einem Fleck standen und sich weder drehen noch wenden konnten.

So ging ich dann auch mit guter Hoffnung zum Wasserbecken und glaubte dort tatsächlich einen Platz im frischen Nass zu bekommen. Das erwies sich allerdings als recht schwierig. Es war ja nicht schlimm das man vor lauter Menschen das Wasser eigentlich gar nicht mehr sehen konnte, auch störte es nicht das man keine Chance hatte hier irgendwo zu schwimmen, aber der Geruch war schon etwas seltsam. Es war wohl die übliche Mischung aus Urin, Sonnencreme und altem Schweiß. Ich dachte daran wie viele der Leute hier im Wasser wohl keine Lust darauf hatten sich an den Toiletten anzustellen oder gar das letzte Mal vor vielen Wochen geduscht hatten.

Mit diesen unschönen aber dafür ekligen Gedanken im Hinterkopf fiel es mir jetzt erst recht schwer das kühle Nass zu genießen. Warum waren wir eigentlich hergekommen, von Erholung konnte ja bisher nicht die Rede sein. Ich entschloss mich dazu, erst einmal etwas zu Essen zu holen, auf diese Weise konnte sich ja vielleicht mein Magen erst mal erholen.

So stellte ich mich dann wieder einmal an, um mir eine Portion Pommes an der einzigen kleinen Bude zu holen, die es dort gab. Es ist ja auch nicht weiter schlimm, wenn man für eine kleine Tüte Pommes Frites ein großes Vermögen bezahlen muss. Auch ist es nicht allzu tragisch, wenn man dafür eine sehr lange Zeit in der Sonne anstehen muss, aber wenn die Pommes dann nur lauwarm sind, das ist wirklich nicht das Wahre. Aber zumindest wurde dort nicht am Salz gespart. Sicher, damit man auch genügend Durst bekommt und sich was zum Trinken kaufen muss. Wie fürsorglich der Verkäufer doch war. Oder hatte die Extraportion Salz gar einen anderen Grund? Zurück auf unserer harten Decke, eigentlich war sie ja unheimlich bequem aber ich vermute mal das lag an den Hunderten von Steinen auf der Wiese darunter, passte ich mich der Umgebung an und verschlang hastig die Tüte mit den Pommes, ehe sie noch ganz kalt wurden und ich nachzahlen müsste, da ich dann ja plötzlich Eis hätte, was ja auch mehr kostete. Wahrscheinlich würde ich ein bis zwei Tage daran zu verdauen haben, aber für das viele Geld, das ich bis jetzt hier schon investiert hatte, wollte ich auch etwas mit nach Hause nehmen, und wenn es nur Magenschmerzen waren.

Merkwürdigerweise merkten meine Kinder nichts von all diesen Dingen hier. Sie vergnügten sich im Wasser und planschten vergnügt vor sich hin. So verbrachten wir dann etwa drei Stunden in der qualvollen Enge des Schwimmbades, und entschlossen uns dann dazu wieder rasch nach Hause zu fahren, unmittelbar nachdem es angefangen hatte zu regnen.

Auf dem Weg zum Parkplatz konnten wir nur noch mit ganz kleinen Schritten vorankommen, da alle anderen Schwimmbadbesucher jetzt offenbar auch Heim wollten, aber das war ja kein Anstellen. Kaum waren wir im Auto und wollten nach Hause fahren, da stellten wir fest das wir prompt in einem kleinen Schwimmbadheimfahrer-Stau feststeckten. Aber nach etwa fünfzehn Minuten hatten wir es dann endlich geschafft und waren auf dem Weg nach Hause. Die Kinder waren unglücklich darüber, dass sie das Bad jetzt schon verlassen mussten und meine Frau ärgerte sich über den teueren Eintritt und das wirklich nicht ganz billige Essen. Anscheinend war ich der Einzige, der jetzt zufrieden war. Nicht weil ich offenbar von diesen drei Stunden Schwimmbadbesuch mindestens zwei in irgendwelchen Schlangen verbracht hatte oder weil ich viel Geld dafür bezahlen musste. Nein, ich war einfach nur froh, diesen Ort des Abkassierens verlassen zu können. Zu Hause musste ich mich nirgends anstellen, es gab gutes Essen zu vernünftigen Preisen, und wenn wir ein Planschbecken aufstellten, dann konnte man am Grund nicht verlorene Pflaster und andere eklige Dinge sehen, oder gar in solche Sachen reintreten.

Von einer Sache war ich jedenfalls ganz fest überzeugt, das nächste Mal, wenn ich ins Schwimmbad fahre, dann ist das im Oktober, da ist nicht so viel los. Zwar ist das Wetter dann geringfügig kälter als im August, dafür kann man sich aber den schönsten Platz auf der Wiese aussuchen, bekommt den besten Platz im Schwimmbecken und vor allem eines: Nirgendwo muss man sich dann noch anstellen!

Urlaub mit Freuden

Haben sie schon einmal einen Urlaub zusammen mit Schwester oder Bruder und deren Mann verbracht? Ihn zusammen geplant, ein Ferienhaus angemietet um dann gemeinsam die Reise anzutreten. Genau das habe ich damals getan, und zu meinem Leidwesen auch bitter bereut. Einen geeigneten Urlaubsort zu finden war sehr leicht, auch die Frage der Unterbringung war im Handumdrehen gelöst, aber was dann kam, sollte mir eine Lehre sein, dafür niemals wieder einen Urlaub so eng mit meiner Schwester zu verbringen.

Es war ein richtig schöner Sommer, und da ich seltsamerweise nicht gerne meinen Urlaub im Stau verbringe, entschlossen wir uns dazu nachts los zufahren. Wir fuhren mit unserem eigenen PKW, und meine Schwester mit ihrem Wagen. Da ich lange Jahre als Kraftfahrer tätig gewesen war, fuhr ich also voraus, dicht gefolgt von unseren Freunden. Es ist viel schwerer bei einer gemeinsamen Autoreise vorweg zu fahren, also einfach nur hinterher, da man als Erster immer und überall den Hintermann im Spiegel beobachten muss, um ihn nicht zu verlieren, während der Hintermann sowieso immer nach vorne schauen muss, oder wenigstens sollte es so sein.

Ich liebe die Ruhe im Urlaub und für mich bedeutet Urlaub, zu überlegen, ob ich abends um zehn Uhr noch das Hemd ausziehe. Außerdem war für mich schon von Anfang an ganz klar, dass ich morgens noch keine Lust habe mich fein zu machen, um dann irgendwo zum Frühstücken zu fahren. Meine Schwester und ihr Mann, wollten das nicht, sie entschlossen sich jeden Morgen im Ort zu frühstücken. Sich dort bedienen, und verwöhnen zu lassen. Alles war geregelt, wir hatten nichts vergessen.

Wir genossen also unseren ersten Urlaubstag in vollen Zügen, und abends fielen wir glücklich in die Betten. Der Morgen kam, und ich machte mich zu Fuß auf den Weg in die nächste Bäckerei, schließlich wollten wir ja auch frische Brötchen zum Frühstück haben. Der fertig gedeckte Tisch sah richtig appetitlich aus, und wenn ich allein gewesen wäre, ich hätte mich sofort und ohne mit der Wimper zu zucken darüber her gemacht. Wir hatten von zu Hause ein Glas Marmelade dabei, einige Dosen mit eingemachten Gehacktes und auch sonst einiges, was man so gern zum Frühstück mag. Zu unserer Überraschung öffnete sich die Küchentür genau in dem Moment, als wir uns zu Tisch niederlassen wollten. Unsere Mitreisenden standen in der Tür und fragten ganz direkt, ob sie nicht mit frühstücken könnten, schließlich war es ja gestern ein langer Tag gewesen, und sie hätten eigentlich keine Lust sich fein zu machen und in den Ort zu gehen. Da wir ja genug Lebensmittel hatten, und auch die Brötchen reichlich bemessen waren, luden wir sie natürlich herzlich zu uns an den gedeckten Frühstückstisch ein. So saßen wir also dann zu viert am Tisch und spachtelten, was der Hunger so her gab.