Scholem Bajis - Ein harmonisches Heim - Jizchok Leib Perez - E-Book

Scholem Bajis - Ein harmonisches Heim E-Book

Jizchok Leib Perez

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Beschreibung

Jizchok Leib Perez (andere Schreibweisen: Jizchak Leib Perez, Isaak Leib Perez, Jizchok Lejb Perez, Itzhok Lejb Perez, Isaak Leib Peretz, Icchok Lejbusz Perec) zählte neben Mendele Moicher Sforim und Scholem Alejchem zu den wichtigsten Autoren der klassischen Zeit der jiddischen Literatur. Seine Laufbahn als jiddischer Schriftsteller begann 1888 mit dem Gedicht "Monish". Die Kurzgeschichte "Scholem Bajis" oder "Ein harmonisches Heim", die von dem Lastenträger Chajim und seiner Frau Chane handelt, entstand etwa um 1900. Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um eine Neuübersetzung aus dem Jiddischen, die sich so weit wie möglich an das Original hält. Enthalten ist ein Anhang mit der Erklärung von Begriffen und Ausdrücken.

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Ein harmonisches Heim (Scholem Bajis)

von Jizchok Leib Perez

Aus dem Jiddischen von Albert Mößmer

Glossar und Anmerkungen von Albert Mößmer

Impressum

Albert Mößmer Inninger Str. 49c 86179 Augsburg

E-Mail:

[email protected]@gmail.com

Website:www.albert-moessmer.de

© 2014 Albert Mößmer

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Ein harmonisches Heim (Scholem Bajis)

Glossar / Anmerkungen

Jizchok Leib Perez

Scholem Bajis – Ein harmonisches Heim

Chajim ist ein Träger.

Wenn er durch die Gasse geht, gebeugt unter dem Kasten mit der Ware, kann man ihn nicht sehen; es schaut aus, als ob der Kasten alleine auf zwei Füßen gehen würde … Das schwere Atmen hört man schon von weitem!

Doch da legt er die Last ab, bekommt einige Groschen; er richtet sich gerade auf, atmet tief durch, bindet sich die Rockzipfel los, wischt sich den Schweiß vom Gesicht, geht sofort zum Brunnen, nimmt ein paar Schluck Wasser und läuft in einen Hof.

Er stellt sich neben eine Wand, hebt seinen riesigen Kopf soweit, dass der Spitzbart mit der Nase und dem Schirm der Mütze zu einer Fläche wird.

Er ruft: „Chane!“

Unterhalb des Dachs öffnet sich ein kleines Fenster und ein kleiner weiblicher Kopf in einer weißen Haube antwortet: „Chajim?“

Das Paar schaut sich zufrieden an; die Nachbarn sagen: „Sie poussieren miteinander.“

Chajim wirft seinen Verdienst hoch, eingewickelt in ein Stück Papier. Chane fängt es in der Luft auf; es ist für sie nicht das erste Mal.

„Was für eine wunderbar tüchtige Frau!“, macht Chajim und hat überhaupt keine Lust wegzugehen.

„Geh, geh, Chajim“, sagt sie im schmeichelnden Ton. „Ich kann nicht weg vom kranken Kind … Ich habe die Wiege an den Kamin gestellt … mit der Hand schlage ich Schaum und mit dem Fuß wiege ich ...“

„Wie geht es dem Armen?“

„Besser!“

„Gelobt sei Gott! Und Hene?“

„Bei der Näherin.“

„Jossl?“

„Im Cheder.“

Chajim lässt den Bart wieder herabsinken, geht weg, und Chane schaut ihm nach, bis er verschwunden ist.

Donnerstag und Freitag dauert es länger.

***

„Wie viel hast du da im Papier?“, fragt Chane.

„Zweiundzwanzig Groschen.“

„Ich befürchte, es ist wenig!“

„Wie viel brauchst du denn, Chane?“