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"Ich bin toll im Flirten. Aber nur so lange, wie sich keiner für mich interessiert. Damit kann ich nämlich absolut und überhaupt nicht umgehen." "Liebe ist für mich kein Wort, das man im Lexikon finden sollte. Eine kurze Beschreibung der fehlgesteuerten Schmetterlinge im Bauch oder die Erklärung der plötzlich auftauchenden Verwirrtheit bei Frischverliebten. Nein. Für mich ist Liebe unerklärliche Magie. Ein Gefühl, das sich niemals wiederholen kann. Eine Erinnerung des Lebens; an einen Lebensabschnitt der Höhe- und Tiefpunkte vereint. An verschneite Winternächte und Sonnenuntergänge. An ein schüchternes Herantasten und Kennenlernen, bis man ungeniert übereinander herfallen kann. Oder umgekehrt. An eine Lebensgeschichte jedes Einzelnen, die doch alle wieder zusammenführt."
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Seitenzahl: 163
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Ein grosser Dank geht an dieser Stelle an meine Eltern. Dafür, dass sie sich irgendwann 1985 getraut haben, im richtigen Moment Sex zu haben. Dafür, dass sie bedingungslos lieben. Dafür, dass sie mich die letzten Jahre im Glauben liessen, sie hätten keine Ahnung, welcher Herkunft der Fleck auf meinem Bettsofa ist…
Allfällige Grammatik- o.ä. Fehler bitte ich grosszügigst zu übersehen. Sie sind nie pasiert…
Ste
Schönsaufen
meine Pannen mit Mannen
www.schoensaufen.com
WARNUNG
Dieses Buch enthält einige explizite Ausdrücke, die nicht für die Augen und/oder Ohren von Minderjährigen geeignet sind.
Wenn du jetzt also ein kleines Mäuschen oder ein kleiner Mäuserich bist, der in diesem Büchlein Elefantenwitze oder lustige Geschichten erwartet, dann hast du zwar recht; solltest aber das Ding wieder deiner Mama oder deinem Papa ins Nachttischschublädchen zu den komischen, einzeln eingepackten Kaugummis und batteriebetriebenen Leuchtschwertern zurücklegen.
Who looks at me gets blind
Who listens to me gets deaf
Who touches me will be burned
Who loves me, saves me
Wer mich ansieht, wird blind
Wer mir zuhört, taub
Wer mich berührt, verbrannt
Wer mich liebt, rettet mich
Wär mi aluegt, wird blind
wär mir zuelost, toub,
wär mi alängt, verbrönnt
wär mi liebt, dä rettet mi
Könnte mir vielleicht endlich jemand erklären, wie so grosse Gefühle in ein so kleines Herz passen? Oder wieso Herzen brechen, aber nicht eingegipst werden können? Oder vielleicht, wieso die Eifersucht eine Sucht sein soll, die nicht therapierbar ist?
Ich gebe gleich vorweg zu: ich hasse es, Single zu sein. Na ja, nicht immer. Meistens. Vor allem an Weihnachten, Geburtstagen, Silvester, Neujahr, Nationalfeiertagen, Ostern, Auffahrt, Pfingsten, Samsund Sonntagen sowie unter der Woche. Eben nur manchmal.
Ich mag es nicht, alle Einkäufe immer alleine durch die langen Gänge zum Lift schleppen zu müssen. Ich finde es mühsam, immer nur für eine Person zu kochen – was, unter uns gesagt, manchmal dazu führt, dass ich für zwei koche und dann alles allein esse – aber lassen wir das. Ich will nicht jeden Frühling allen Knutschis beim Beatmen zuschauen müssen und dann als eifersüchtige frigide Jungfer dastehen. Jedes Mal, wenn ein neuer Film in die Kinos kommt, gehe ich wütend an die Decke, weil ich immer noch unisono bin und den Streifen nicht händchenhaltend und knutschend in der letzten Reihe „gucken“ kann. Überhaupt hasse ich es, darüber nachdenken zu müssen, dass ich alleine bin und warum das wohl so ist. Aber ich kann es wohl nicht umgehen: ich muss mich mal ernsthaft mit mir unterhalten um herauszufinden, warum seit viel zu langer Zeit nur eine Zahnbürste in meinem Bad steht.
Ich bin jetzt also schon länger nicht mehr in einer Partnerschaft und gehe regelmässig durch die bekannten Phasen des Singledaseins: die Euphorie-, die allzu häufiges Ausgehen-und-ausgelassenes-Tanzen-, schliesslich die Betrübte-Badewannen-Ekzesse- bis zu der ans-Bett-gefesselten-Sonntage-Phase.
Spätestens, wenn ich wieder einkaufen gehen muss, fängt die Reise von vorne an.
Um mich abzulenken habe ich mich mal mit einer Bekannten als „Tussi“ verkleidet. Wir wollten ihren Freund in einer Dorfbeiz1 überraschen und haben uns richtig aufgepimpt. Mit roten Fingernägeln, geschminkten Lippen und geglätteten Haaren, da wir normalerweise beide Lockenköpfchen sind. Unser Plan wurde zum Spiessrutenlauf; wir waren dort nämlich die einzigen Frauen, die sich einigermassen aufgestylt hatten. Die Einzigen! Das zog natürlich einige schräge Blicke auf uns und brachte noch schrägere Sprüche mit sich. Bereits beim Eintreten kullerten uns einige Augen entgegen. Hunde fingen an zu bellen, Katzen fauchten unter dem Flipperautomaten hervor, leises Flüstern schwappte zu uns herüber. Als schliesslich auch noch ein Strohball an uns vorbeirollte und der Wind anfing zu pfeifen, spürte ich die erste Kugel im Rücken: „Frauen wie ihr sind bei uns nicht willkommen.“ Frauen wie wir?
Der Freund meiner Bekannten hat uns im Nachhinein striktes Tussiauftauch-Verbot erteilt.
Macht nichts, ist eh kostengünstiger…
In meinem jungen Leben hatte ich schon eine - vielleicht auch mehr - Beziehungen. Die meisten davon leider so kurz, dass ich selten einen Feiertag zu zweit feiern konnte. Meine letzte Beziehung war für mich so ernst, dass ich vor dem geistigen Auge schon den Abspann gesehen und die Hochzeitsglocken läuten gehört habe. Leider hatte ich beim Zieleinlauf etwas vergessen: meinen Freund. Der war plötzlich gar nicht mehr begeistert von mir und machte sich aus dem Staub. Aber dazu später.
Meine Familie liegt mir schon seit längerem in den Ohren (und das ist ziemlich schmerzhaft) dass ich „auch nicht mehr jünger werde“. Auch nicht mehr? Habe ich etwas verpasst? Vielleicht meinen sie, dass sie selber nicht (mehr) jünger würden und deshalb auch daran interessiert sind, dass der Familienbestand… äh…Bestand hat.
Zu denken gibt mir beispielsweise, wenn eine – mir vollkommen unbekannte – ältere Dame, mir nach meiner guten Tat, die im Wesentlichen aus Heimtragen der Einkäufe bestand, nahelegt, mir bald einen Mann zu suchen. „Irgendwann bist du zu alt und keiner will dich mehr.“ Auch wieder ein „mehr“. Ein „mehr“ mehr oder weniger macht auch keinen Unterschied…mehr.
Jaja, diese Dame meint es ja nur gut mit mir – wie meine Familie übrigens auch.
Anmerkung der Redaktion: der Satz „du wirst auch nicht mehr jünger“, bedeutet im Übrigen: im Alter wird es schwieriger, einen Partner zu finden; die Meisten sind vergeben, verlobt, verheiratet, verschieden…äh…geschieden oder homosexuell. Wieder oder immer noch.
Zurück ins Jetzt. Oder ins Vorher.
Kein doofer Spruch ist mir zu blöd, kein Niveau zu tief, Gürtellinie nur Ansichtssache. Theoretisch und auf Entfernung.
Selbstverständlich besitze ich auch Anstand und Erziehung, kann ganz normal smalltalken. Aber ein Flirt wird erst dann einer, wenn der Augenkontakt stimmt und das Wetter keinen mehr interessiert.
Ich bin toll im Flirten. Aber nur so lange, wie sich keiner für mich interessiert. Damit kann ich nämlich absolut und überhaupt nicht umgehen. Im Gespräch mit einem Typen, der mir gefällt, verfalle ich regelmässig in längst vergessene Stammessprachen und stammle (gleiche Wortfamilie, ihr seht) wohl in Altgriechisch oder -latein vor mich hin. Könnte auch Chinesisch sein. Es kann vorkommen, dass ich mich mal länger mit einem heissen Geschoss unterhalten kann, aber zu dieser Zeit hat meine Hirntätigkeit längstens das Land verlassen.
Erste Gesprächs- und Flirtversuche übe ich gerne mit mir selber und meiner Fantasie. Diese gibt zwar keine Antwort, die ich nicht schon erwartet hätte, aber in meiner Gedankenwelt mögen mich ja auch alle mit meinen komischen Macken und deplatzierten Sprüchen. Warum tue ich mich so schwer im Hier und Jetzt mit einem normalen Menschen – der mir halt zufällig gefällt – eine ganz normale Konversation zu führen, ohne zwanzig Tode zu sterben? Nun ja, wenn ich vorher flüchte sind es manchmal auch nur fünf.
Eigentlich hatte ich immer vor, Astronautin zu werden - da würde ich mit meinem Traumtypen in den Weltall fliegen und er hätte keinerlei Fluchtmöglichkeit!. Oder wenn mir da schwindlig würde, Model. Die kriegen ja anscheinend immer gute Typen ab. Die Höhe hätte ich, jetzt müsste ich noch die Breite etwas anpassen. Nun ja, dann wäre die letzte Möglichkeit, Schauspielerin zu werden, die in allen grossen Liebesromanzen mitspielt und viele tolle Hechte küssen und poppen (jaja, nennen wir die Dinge beim Namen…) zu dürfen. Dann würde ich mir den superigsten am Set schnappen und ihn mit Kindern zuschütten, dass er mich aus Angst vor den horrenden Alimenten nie verlassen wird… aber dann könnte ich auch gleich Rockstar werden. So müsste ich mich nämlich nicht mit Einzelnen befassen, sondern könnte grössere Diskussionsrunden starten (du verstehst…).
Hier ist auch gleich der richtige Platz um mit einem Vorurteil aufzuräumen: Wir Frauen sind nicht prüde und auch nicht weniger fantasievoll als Männer, wenn’s um Sexsachen geht. Wir müssen uns nur nicht so auf die primären Geschlechtsteile des anderen (wem’s beliebt auch desselben) Geschlechts konzentrieren um erregt zu werden. Anmerkung der Redaktion: sollte hier irgendwelchen Leuten mit Verallgemeinerungen auf die Füsse getreten werden…worden sein…geworden haben….egal…Sorry!
Also früher konnte ich nicht mal das männliche Geschlechtsorgan in den Mund nehmen. Also, den Begriff… ach, ihr wisst, was ich meine. Ich war verdammt schüchtern und hatte auf Männerkontakt nur eine Reaktion in Petto: weg hier! Mit dem Alter ging die Schüchternheit und die Sicherheit kam. Theoretisch jedenfalls. Wie können denn so verschiedene Worte, respektive deren Bedeutungen, dieselbe Endung haben?
Ja, auch ich habe eine Weile gebraucht, um den Dingen ihre gegebenen Nomen zuzuordnen. Aber seit dem „Penis-Test“ ist das kein Problem mehr.
Bitte? „Penis-Test“? Was das sein soll?
Jemand, der extrem Panik vor dem Wort „Penis“, „Glockengeläut“, „Schnäbi2“ und so weiter hat, muss an einem, von vielen Menschen bevölkertem Ort, seine Angst überwinden und laut „Penis“ sagen. Das kann in ein Gespräch eingebunden werden: „Du, mein Freund, der hat einen Riesen-Penis!“. „Penis, Penisse, Penisser!“ oder ähnlich. Die Kunst ist natürlich, so zu tun, wie wenn es das Normalste der Welt wäre. Selbstverständlich sind mehrere Anläufe möglich. Auch hier hilft variables Vokabular; Lustmuskete, Oreganospender, Wohlfahrt, und so weiter.
Mein „Test“ kam spontan und unvorbereitet. Freundinnen liefen ein paar Meter vor mir die Strasse entlang und amüsierten sich köstlich darüber, wie rot ich doch werden würde, wenn man nur schon die Andeutung an das männliche Geschlechtsteil machte. Ich sonderte mich etwas ab und schmollte vor mich hin. Plötzlich blieben die beiden Hühner stehen, sagten zu einem Mann, der dort gerade an seinem Auto hantierte, dass ich eben das Wort „Schnäbi“ nicht sagen könne, und liefen, husch, davon. Ich aber musste an diesem Mann vorbei. Seine Tätigkeit hatte er vorübergehend eingestellt und musterte mich skeptisch. In welche Richtung gingen wohl seine Gedanken?
Ich sammelte allen Mut vom Boden auf, ging auf ihn zu, rief „Schnääääääääääbi!“ und rannte davon.
Es hat gewirkt. Ich habe absolut kein Problem mehr damit, offen über das Thema Sex und seine Dazugehörigkeiten zu reden. Also natürlich nur, wenn kein mir gefallender Schnäbi-Träger dabei ist… Aber es gibt weitere Leute, die den Penis-Test noch vor sich haben und mir meine zu lockere Klappe übel nehmen.
Deshalb ein Aufruf an alle! Macht den Test – für Männer sind natürlich Alternativen erlaubt – und lacht dabei. Sex sollte keine ernste Sache sein.
Bis jetzt haben meine Fantasie-Liebesromanzen-Pläne noch nicht funktioniert – woran hapert‘s? Da muss ich abends allein im Bett drüber nachdenken. Deshalb liege ich nachts vor dem Einschlafen wach – wer nicht – und stelle mir den Mann vor, den ich mir aktuell am meisten eingeprägt habe. Sei es, weil gerade ein guter Film mit ihm zu sehen war, ich jemanden neu kennen gelernt habe, den Typen einfach schon länger toll finde und per Zufall wieder an ihn denke, oder weil er einfach in meiner Fantasie auftaucht. Je nachdem, wie meine Gemütslage ist, versinke ich sogar in Gedankenspiele; ich sehe vor mir, wie er nach Hause kommt, voller Freude darauf, mich zu sehen und mir von seinem Tag zu erzählen. Wir kuscheln uns in die Couch. Ich stelle mir vor, wie mein Kopf genau in seine Armbeuge passt und lächle, weil wir uns so gut ergänzen. Dann Schnitt: In der nächsten Tagtraumszene spielen wir aus unserem Lieblingsfilm eine Kussszene nach. Im Original dauert die höchstens eine halbe Minute, denn der Werbeblock muss ja noch eingequetscht werden. In meinem Tagtraum allerdings, dauert die Szene auch mal bis zu einer halben Stunde. Selbstverständlich erzähle ich nichts Neues, wenn ich mit meinem Traum-Mann auch Sex haben werde. So lange und so oft, wie ich will – er merkt ja nichts davon. Wenn ich irgendwo nicht mehr weiter weiss oder hängen geblieben bin, fange ich wieder von vorne an. In letzter Zeit habe ich sogar wegen Einschlafschwierigkeiten die Stories verlängert: jetzt überlege ich mir, wie ich die Typen überhaupt kennen lerne. Da es nicht immer um Männer im Rampenlicht geht, sondern auch einen Mann aus der Nachbarschaft, der es mir angetan hat, treffen kann, sind diese Szenarien manchmal gar nicht so aus der Luft gegriffen. Allerdings müsste ich doch für die meisten nach L.A., Miami, Berlin oder Wien reisen…
Diese Tag- oder besser Nachtträumereien sind aber nicht meine einzigen Hobbies. Manchmal denke ich, ich habe so viel zu tun, dass ich gar nicht weiss, wann ich eigentlich arbeiten gehen soll. Ich lese gerne, schaue gerne TV und DVD‘s, interessiere mich für Sport (im TV!), mache und höre Musik, schreibe Gedichte die ich dann wieder wegwerfe weil ich nicht allzu sentimental sein will, treffe mich mit Freunden, sorge mich um meine Gesundheit oder tausche mich mit meiner Familie aus. Hätte da ein Typ überhaupt Platz? Ja klar! Wer soll denn die Sender einstellen wenn der Strom wieder ausgefallen ist? Wer soll mir die Regeln von Curling (heisst es eigentlich das Curling oder dem Curling?), die ich bis heute noch nicht verstanden habe, erklären, wenn die Schweiz wieder in einem Final steht? Wer soll meine Texte kritisch auf Widersprüche und Songs auf Widertöne abklappern? Wer muss bei meinen Freunden Eindruck schinden mit seinem grossen Wissen über das aktuelle Weltgeschehen? Wer streichelt meinen Kopf, wenn er vor Schmerzen pocht? Und wer beruhigt meine Eltern in Sachen Nachkommen?
Frauen, seid mal ehrlich? Habe ich übertrieben mit meinen obigen Forderungen? Ich denke nicht, oder? Ihr habt sicher noch mehr Dinge, die ein Mann, der es sich neben euch bequem machen soll, mitbringen muss. Beispielsweise setzt ihr seine Akzeptanz voraus, dass eure zwei Siam-Katzen euer Ein-und-Alles sind und er sich mit seiner Allergie halt arrangieren muss. Bei der Einrichtung eurer ersten gemeinsamen Wohnung wird er mehrere Wörtchen mitreden dürfen, aber die Exekutive obliegt immer noch dem Weibchen. Vielleicht seid ihr auch notorische Dekor-Sammlerinnen, die sogar irgendwo eine Schublade mit tausenden von Schlüsseln haben, die man irgendwann zu einer Themenparty brauchen kann. Welches Thema sollte die denn haben? Schlüssel sucht Loch?
Ach bitte…
Und trotz eurer – manchmal aussergewöhnlichen, manchmal bodenständigen – Anforderungen habt ihr Lebenspartner. Immer oder immer wieder. Ich habe mich schon gefragt, was mit den Männern los ist; in Talkshows im Privatfernsehen kann man immer wieder Vaterschaftstests beobachten und wie die Leute darauf reagieren. 9 von 10 Kindern scheinen nicht den gedachten Vater zu haben. Wenigstens kann man bei der Mutter sicher sein. Ich erwische mich vielfach dabei, dass ich die Frau ansehe und denke „Was? Mit der hat schon mal einer gepoppt?“ Und wenn dann der Moderator ihr verkündet, dass der von ihr angegebene Typ nicht der Vater ist, dann kommt sogar noch ein Zweiter in Frage! Wo gibt’s denn so was? Ich dachte von mir eigentlich immer, dass ich für Männer ganz umgänglich sei, schliesslich kenne ich mich mit Sport aus – ausser mit Curling – hätte kein Problem damit, dass mein Freund mit seinen Kumpels irgendwo ein Bier saufen geht, wenn er am Schluss noch den Schlüssel alleine in die dafür vorgesehene Aussparung stecken kann, und ich bin begeistert von Videospielen. Ich finde „andere“ Männer interessant, die etwas Eigenes haben. Bei mir müsste sich keiner schämen, weil er gerne Science-Fiction-Filme schaut, Harfe spielt oder eine eigentümliche Anziehungskraft bei der Farbe Eierschalenweiss feststellen kann.
Das Leben bringt halt manchmal auch schon kuriose Paare zusammen. Wie zwei verschiedene paar Schuhe huschen sie durch die Gassen und tauschen Heimlichkeiten aus. Wie sie sich gefunden haben ist mir unerklärlich. Vielleicht tun sie der Welt auch einen grossen Gefallen, indem sie völlig unterschiedliche Fäden zusammenspinnen und zu einem Netz verstricken. Wobei, wenn das Leben für jeden Topf den passenden Deckel parat hält und sich ein zu kleiner Topf für einen zu grossen Deckel entscheidet, dann gehen zwei Andere schon mal leer aus.
Er ist wieder da! Taucht den Pinsel in uns unbekannte Farben, zieht frohlockend durch die Natur, kitzelt den Himmel und schattiert die Welt; der Frühling!
Eigentlich ist es ja jedes Jahr dasselbe. Die Natur erwacht, die Vögel zwitschern, die Pflanzen beginnen wieder zu spriessen, die Bäume kaufen sich neue Kleider und die Menschen…ja, die folgen dem Strom, zeigen wieder ihre Zähne und gehen in den Winterschlussverkauf. Auch sie wollen ihre kalte, erstarrte Winterhaut ablegen und den Frühling nah bei sich spüren. Ob eben eine neue Garderobe, neues Parfüm, neue Lippen/Brüste, oder neue Partner; wir sind im Wandel.
Je wärmer es wird, desto unbedeckter sind wir. Geben uns der schaulustigen Menge preis, hauen auf sich rümpfende Nasen bis uns jeder lieb hat. Der Sommer fordert seinen Tribut. Als wir dann räkelnd am Strand liegen, sind wir wieder gleichweit – an ein und derselben Stelle: dem Nichtstun.
Sobald nämlich die Tage wieder kürzer werden, frieren wir auf unseren Allerwertesten fest, schimpfen über nasse und kalte Zeiten – obwohl uns immer noch das Echo der Schimpftiraden über schwüle und kaum aushaltbare Temperaturen in den Ohren klingt. Kaum sind Schal, Handschuhe und dicke Decken vom Dachboden geholt, läuft plötzlich die Heizung und Chaos, von all den Kisten mit Decken und Mützen und Strumpfhosen, macht sich breit. Kurz nach Weihnachten bricht sowieso allgemeiner Tumult los und der Schnee – wenn überhaupt welcher liegt – wird gar nicht mehr beachtet. Nur die Autofahrer schimpfen und schleudern ihrem Glück entgegen.
Aber es ist ja nicht mehr weit – bald ist er wieder da!
Übrigens: ich liebe den Frühling, weil ich jedes Jahr das Gefühl habe, aus einer Gleichgültigkeit heraus zu erwachen. Ich mag den Sommer, weil die Leute unternehmungslustig sind und etwas erleben wollen – ich eingeschlossen. Ich freue mich auf den Herbst, weil ich mich wie ein Kind fühle, wenn ich durch die Blätterhaufen fegen kann, die der arme Strassenwischer so mühsam zusammengekehrt hat. Und ich sehne mich nach dem Winter, weil ich gerne gemütlich zu Hause hocken bleibe, wenn ich doch den ganzen Sommer über so unternehmungslustig war. Ach, wie auch immer…
Und die Liebe?
Nun, im Frühling da springen doch alle Rehlein über die Wiesen und röhren wie die Hirsche. Im Sommer sieht man, was man haben könnte und will das dann auch. Im Herbst trifft man sich im Wartezimmer des Doktors und im Winter will man es einfach kuschelig warm haben…
Ähem, warum noch mal bin ich Single?
1 Kneipe
2 keine Übersetzung mehr notwendig, oder?
The wind describes a melody of time
In a time without a melody
Der Wind beschreibt eine Melodie der Zeit
In einer Zeit, ohne Melodie
Dr Wind beschriibt e Melodie vor Ziit,
Ire Ziit, ohni e Melodie
Kürzlich habe ich meiner Kaffeemaschine von meinem Plan, einen Mann zu finden, erzählt und sie war begeistert! Wir sind uns einig, dass ich zuerst einmal einen Ort aufsuchen muss, an dem Männer, die unter Umständen auch noch zu haben sind, sich an einem Platz sammeln. Dann müsste ich einem der anwesenden Typen, der mir idealerweise auch gefällt, mittels Augenkontakt signalisieren, dass er sich doch bitte an mich ranschmeissen soll. Hat er das getan, muss ich meine Schüchternheit überwinden und mehr als ein paar Worte aus meinem Mund rausrieseln lassen – und wenn, dann Worte, die mich nicht gleich zum Affen machen. Danach klebe ich seine Hand an meiner Taille fest. So. Weiter bin ich noch nicht, aber für den Anfang nicht schlecht, oder?
Was aber, wenn er nicht schnallt, dass er sich an mich ranschmeissen soll? Was, wenn er in einem plötzlichen Anfall von Blindheit meine Freundin, die eigentlich zu meiner moralischen Unterstützung mitgekommen ist, zum Tanzen auffordert? Dank der Erfindung der Loyalität wird sie ja hoffentlich abwinken – aber den Typen kann ich jetzt nicht mehr erobern.
Wenn mir ein Mann gefällt, krampft sich in mir alles zusammen, die Schweissdrüsen haben Ausgang und mein Vokabular schrumpft ein auf Umlaute. Einzig der Fluchtreflex läuft auf Hochtouren. So krieg’ ich natürlich keinen!
Was nervt mich denn eigentlich am Single-Dasein so? Es hat ja auch seine guten Seiten.
Ich kann ganz alleine entscheiden, was ich wann, mit wem und warum mache, oder eben nicht, muss mich vor und wegen niemandem rechtfertigen und kann auch spontan sein.
