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mit Beiträgen von Anna Forstner, Doris Haffelner, Eva Kasparekt, Eva-Maria Pesendorfer, Gernot, Magdalena Vogler, Renate Wegleitner, Isabella Karner, Nicole Höll, Christoph Adrian, Johanna Verdil, Stefan Höll, Jürgen Pintar, Rikki, Eleonora Grininger, Christine Schlair, Tamara Marinkovic, Traute Karner, Ingrid Fuchs und Petruta Ritter.
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Seitenzahl: 60
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Vorwort „Schreiblust“
Anfang einer kleinen Ewigkeit
Auch dir
Dank an die Trauer
Das Leiden der Liebe
Die Welle der Verwandlung
Du bist mein Engel
Einsames Herz
Plastikgedicht
Fallende Dunkelheit
Feuer
Frei
Freiheit
Weihnachtsgeschichte
Glückssee
Hör hin
Happy Aging statt Anti Aging
Zeitwohlstand
Herbstmelancholie
Ich pflücke ein Gedicht
Klang
Knospe der Zuversicht
Kostbares Geschenk
Kuraufenthalt in Bad Goisern
Kurzgeschichte
Migrant im eigenen Land
Neuer Familienzuwachs
Plastik
It’s a plastic world
Plastikgedicht
Rezept zur Verschmutzung unseres Planeten
Die rote Luftmatratze
Schenk mir die Ruh
Schlaflose Nacht
Sommer im Park
Sommerregen
Sommerwind
Träum grad
Traunstein
Hochzeit
Immer wenn es Weihnacht wird...
Meine Gedanken zu Weihnacht 2012
Unter Wolken und Wind
Wachsen
Willst du mit mir gehen?
Zuhause
In allem, was ist, gibt es Zwischenräume. Dort, wo das Offenkundige und leicht Benennbare als fixe Größe steht, zeigen sich schmale Ritzen, kleine Öffnungen und oft kaum wahrnehmbare Spalten. Durch sie wird wahrnehmbar, was auch ist, aber sich nicht sofort erschließt. Schreiben, zumal literarisches, sucht den Weg durch diese Zwischenräume zu einer neuen Sicht des Gesamten. Sprache, die oft auch so groß und klobig, so mächtig und dominant wirkt, hat die Kraft das Dazwischen in Bilder und Worte zu fassen. Sie folgt daher auch jenen, die sich mit dem Schreiben dem Wahrnehmbaren in sich und in der Welt zuwenden. Mit dem, was man zur Sprache bringt, wird jeder Mensch selbst Teil der Sichtbarwerdung. Viele Frauen suchen und gehen diesen Weg. In Gedichten, Erzählungen, Glossen, ernst und humorvoll loten sie aus, was sie bewegt. Sie experimentieren aber auch mit Formen, Wörtern und Themen, sie schauen, was durch welche Ritze passt und wo sich der Widerschein des Eigentlichen zeigt.
Als Lesende nehmen wir teil an dieser lustvollen Expedition und erweitern unseren eigenen Resonanzraum. Viel Freude beim Lesen der vorliegenden Texte der Schreiblust-Teilnehmerinnen.
Christine Haiden, Chefredakteurin „Welt der Frau“
Manche Schreibtalente schlummern im Verborgenen. Das Ziel des „Schreiblust“-Seminars ist Mut zu machen, mit der eigenen Fantasie zu spielen oder die Erlebnisse und Erinnerungen festzuhalten und somit vor dem Vergessen zu bewahren, ohne den Perfektionsdruck, schon mit den ersten Schreibübungen Hochliteratur zu verfassen. Im Gegenteil, je unbeschwerter man schreibt, mit den Worten experimentiert, desto besser.
Die Gedanken schwirren im Kopf und wollen nach außen, doch man traut sich nicht loszuschreiben, aus Angst, nicht gut genug zu sein. Um diesem Hindernis auszuweichen, notiert man zuerst die Ideen als Stichwörter auf irgendwelchen Zetteln. Mit diesem Provisorium als Gedankenstütze vergisst man nicht, was man schreiben wollte. Und zugleich hilft es vor zu hoch gestellten Ansprüchen.
Der Feinschliff kommt erst später.
Petruta Ritter
Staunend erblicke ich die Rosenblätter, die in sanften, kreisförmigen Bewegungen vor mir zu Boden gleiten. Mein Herz schlägt plötzlich um gefühlt das Dreifache schneller. Endlich ist es soweit. Links und rechts sehe ich um die zweihundert Hinterköpfe. Braune, Schwarze, Blonde und auch ein exotisches Pink ist zu entdecken. Langsam fühle ich, wie meine mühsam im Zaum gehaltene Nervosität schlagartig in die Höhe schießt. Die Köpfe wenden sich und ich mache meine Familie aus. Meine Eltern und meine Schwester. Andere wiederum erkenne ich kaum wieder und viele Namen, die ich sicherlich schon vernommen habe, entgleiten meinem Geist, als ich die einzige Person erblicke, die ich heute neben mir stehen sehen will. Marius. Meine Freundinnen und das Blumenmädchen, meine liebste Nichte, setzen sich vor mir in Bewegung. Musik setzt ein. Aufgeregt wie ein kleines Kind zu Weihnachten, kneife ich meinem Vater in den Arm, was er mir glücklicherweise nicht übel nimmt, sondern mich nur wohlwollend schmunzelnd und beruhigend lächelnd ansieht. Langsam und bedacht setze ich einen Fuß vor den anderen den Mittelgang entlang. Die Gäste haben sich erhoben und so manch eine hat schon Tränen der Freude in den Augen. Wer um Himmels Willen hat all diese Leute eingeladen, die mich nun prüfend mustern. So als wüssten sie und ich nicht schon seit Monaten, dass dies der einzig wahrlich richtige Weg für mich ist und mein Herz sich nichts sehnlicher wünscht als diesen Mann, der noch immer mit seinem stattlichen Rücken zu vor dem Geistlichen steht, ganz und gar den meinigen nennen zu können. Die Hälfte des Weges liegt nun hinter mir, als sich mein Traummann endlich meiner erbarmt und sein Gesicht mir zuwendet. Die Liebe, die ich in seinen Augen sehen kann, berührt mich zutiefst. Sie gibt mir um Welten mehr Sicherheit als meine ganze Familie zusammen es je vermochte. Meine Schritte werden schneller, auch wenn meine Knie unter seinem Blick weich wie Butter werden und drohen, meinen Körper nicht länger tragen zu wollen. Ich will zu ihm, meinem Anker. Meinem unnachgiebigen Felsen in der Brandung. Seine Augen gleiten über meinen Körper. Ich kann sehen, dass er von meiner Erscheinung in dem perlweißen Hochzeitskleid, dass oben relativ eng anliegt und vom Po abwärts in einer weiten, eleganten Schleppe mündet, geblendet und überwältigt ist. Mir ergeht es nicht anderes, steckt er doch in dem eleganten Anzug, den er auch bei seinem Antrag vier Monate zuvor getragen hat. Die Erinnerung daran lässt mich für Sekunden die Hochzeit vergessen. Eine Gänsehaut überzieht meine nackten Arme, als ich zurückdenke, wie ich damals von der Arbeit heimgekommen war, in der Hoffnung, ihm entfiele unser erster Jahrestag nicht. Doch schien ich auf den ersten Blick enttäuscht zu werden, denn es war als wäre er noch nicht zu Hause. Dann sah ich allerdings den schwachen Schein einer Kerze, die sich, als ich durch die Tür in das Wohnzimmer blickte, als ganzes Kerzenmeer entpuppte und inmitten diesem kniete er auf unzähligen weißen Rosenblättern mit einer roten Rose in der Hand. Kaum vernahm ich seine süßen Worte, war ich doch noch viel zu überwältigt. Fast vergaß ich auf seinen Antrag zu antworten. Überglücklich warf ich mich in seine starken Arme. Der darauf folgende Kuss war nicht - wie sonst so oft - mit unzähmbarer Leidenschaft getränkt, sondern zart wie Seide. Und nun stehe ich hier neben diesem fantastischen Mann mit seinen dunkelblonden Haaren und intelligenten, grün-blauen Augen. Doch das sind nur Äußerlichkeiten. Vielmehr überzeugen mich seine Treue, Herzlichkeit, Freundschaft, Zärtlichkeit und unendlich mehr, was ich niemals in Worte fassen könnte. Er nimmt meine Hand in seine, kann seine Augen nicht von meinen abwenden. Der Priester räuspert sich diskret. Aufmerksam lauschen wir seinen Worten. Dann – endlich – das Eheversprechen. „Wollen Sie, Elena Louisa Bergmann, den hier anwesenden Marius Hellweger zu Ihrem vor Gott angetrauten Ehemann nehmen, so antworten Sie laut mit ‚Ja‘.“ Und natürlich gibt es darauf nur eine Antwort für mich, die mich endlich mit dem Mann meines Herzens vereint.
Anna Forstner, 16 Jahre, BG/BRG Gmunden
Wenn du ganz bei dir bist
Dich schenkst
Und deine Gabe lebst
Sind feinste Züge dann an dir
Machen dich aus, sind du
Bewohnen dich
Zieren dein Gesicht
Befreien dich und lassen ziehen
Was oftmals dich belangt
Wenn du nicht in der Liebe bist
Wenn manches, was mal war, sein wird
Dir´s Jetzt nimmt, dich verwirrt
Schau hin, nimm an
Bist Kind des großen Seins und des Moments
