Schwiegermütter – Schwiegertöchter - Regine Schneider - E-Book

Schwiegermütter – Schwiegertöchter E-Book

Regine Schneider

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Beschreibung

Die »böse Schwiegermutter« gehört auch heute noch zum typischen Beziehungsalltag – und die Leidtragenden sind noch immer die Schwiegertöchter. (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

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Regine Schneider | Clemens von Luck

Schwiegermütter – Schwiegertöchter

Eine schwierige Beziehung

FISCHER E-Books

Inhalt

Dank an »Übermutter« Margot [...]1 Ein Problem – drei Perspektiven2 Ein schwieriges Dreiecksverhältnis3 Der ferne VaterDie VerwöhnungFrühe UnterschiedeÜber den Sohn als Partnerersatz4 Neue Formen – alte Muster5 Machtspiel mit Enkeln6 Schwiegermütter-BilderDie ÜbermutterDie EnttäuschteDie IntrigantinDie DistanzierteDie DauerbesucherinDie Abgenabelte7 Sie oder ich?8 Schöne Aussichten?9 Hilfe von außenAdressenBibliographieAnmerkungen

Dank an »Übermutter« Margot für die jederzeit offene Unterstützungsarbeit, Iris für die erfolgreiche Recherche in Minneapolis und allen Interviewpartnern, die uns ihre persönliche Geschichte anvertraut haben.

1 Ein Problem – drei Perspektiven

Lieber Ex(!?)

Liebe macht blind! So blind, daß man alle Signale übersieht. Oder übersehen will. Oder daß man sich einbildet, den biege ich mir schon hin. Heute würde mir das nicht mehr passieren. Aber damals war ich naiv. Wie war ich in Dich verliebt. Bis über beide Ohren. Du warst (und bist) genau mein Typ. Groß, dunkle Haare, volle, weiche Lippen. Sehr sportlich. Ein Grübler. Etwas wortkarg. Aber charmant.

Viel zu schnell habe ich beschlossen, ich wollte mit Dir zusammenbleiben. Ich wollte immer mit Dir zusammen sein. Tag und Nacht. Nach fünf Monaten hatte ich Dich soweit: Ich zog aus meinem Einzimmerappartement aus und bei dir ein. Eingelullt vor Freude, Dich endlich ganz für mich zu haben. Und voller Erwartungen. Daß ich damit ins Haus Deiner Mutter zog, war kein Problem für mich. Ich bin ein unkomplizierter umgänglicher Mensch und dachte, mit der Dame werde ich schon klarkommen.

Nur einmal, als ich Pläne machte, wie wir unsere Möbel zusammenstellen könnten, hast Du gebrummelt, es gehe Dir alles ein bißchen zu schnell. Ansonsten hast Du zu meinen spontanen Einfällen nie viel gesagt. Hast mich immer machen lassen. Ist ja auch einfacher, als eigene Entscheidungen zu fällen, nicht wahr? Dann kann man sich hinterher bequem aus der Affäre ziehen. Tja, ich fackel eben nicht so lange wie Du. Ist ja auch gut. Wenn zwei sich nie entscheiden können, wie schrecklich. Schließlich hast Du gleich hinterher gesagt, Du möchtest ohne mich nicht mehr leben.

Kurz vorm Umzug hast Du ziemlich kleinlaut überlegt: »Was wird Mutti dazu sagen?« Konnte ich verstehen, schließlich hattest Du uns bis dahin noch nicht mal vorgestellt. Ich hatte mir aber keine Gedanken drüber gemacht. Das Vorstellen konnten wir ja nachholen. Na, jedenfalls stand ich dann mit dem Möbelwagen vor Deiner Tür. Wir hatten gerade die erste Kiste hereingetragen, da kam Deine Mutter die Treppe herunter. Optisch eigentlich eine mütterliche Person. Klein, rund, graue Dauerwelle, Goldrandbrille. Ganz schick. Aber weder herzlich noch warm.

Unser erstes Zusammentreffen war eine merkwürdige Begegnung. Du sagtest plötzlich ganz verlegen: »Das ist Lena.« Deine Mutter musterte mich über ihren Brillenrand und sagte knapp und förmlich: »Sehr erfreut.« Mehr nicht. Dabei machte sie einen sehr unerfreuten Eindruck. Ich wunderte mich, daß Du ihr gegenüber so herumgedruckst hast. Plötzlich fiel mir ein, was mir ganz zu Anfang aufgefallen war: Immer, wenn ich Dich abholte, fühlte ich mich von Dir abgefangen. Ehe ich Euer Haus richtig betreten konnte, warst Du immer schon fix und fertig und kamst eilig heraus. Und ich war ja auch nur in Deiner Wohnung, als Deine Mutter verreist war. Ich habe das aber verdrängt. Es kam jedoch wieder hoch, als ich Deine Mutter kennenlernte.

Ich habe mir große Mühe gegeben, sie für mich einzunehmen. Habe sie freundlich begrüßt und ihr gesagt, wie sehr ich mich freue, sie kennenzulernen. Du schwiegst. Sie auch. Als wir alles eingeräumt hatten, lud sie uns doch ein, sie hatte Frikadellen und Kartoffelsalat gemacht. Fand ich unheimlich nett. Ich hatte ein Biedermeiersträußchen besorgt und es ihr geschenkt. Sie stellte es nicht in eine Vase, sondern legte die Blumen achtlos in die Küche – mir fiel es sofort auf, Du hast es gar nicht registriert – und sagte dann: »Sie haben sicher nichts dagegen, wenn wir unsere bewährten Gewohnheiten beibehalten, obwohl Sie jetzt hier wohnen?« Was Eure »bewährten Gewohnheiten« waren, wußte ich nicht. Ich traute mich auch nicht, danach zu fragen. Und weil ich kein Eindringling oder Störenfried sein wollte, sagte ich: »Natürlich habe ich nichts dagegen.« Ich dachte, wird schon nicht so schlimm sein. Ich sollte es bald erfahren.

Bis dahin hatte Deine Mutter für Dich gesorgt und Deine Wohnung in Ordnung gehalten. Jeden Morgen ging sie einkaufen, kochte das Mittagessen und stellte einen dampfenden Topf mit Essen auf Deinen Herd, den Du abends nur warm machen mußtest. Sie hatte natürlich einen Schlüssel zu Deiner Wohnung. Und offensichtlich meinte sie mit »unsere Gewohnheiten«, daß sie den weiter benutzte. Und zwar so, wie sie es für richtig hielt.

Ich aber lag morgens, wenn sie hereinkam und diesen verdammten Topf hinstellte, oft noch im Bett. Ich kann ja am besten nachts arbeiten und schlafe dann gern lange. Deiner Mutter war das offenbar ein Dorn im Auge. Jeden Vormittag machte sie einen Höllenlärm. Ich empfand ihre Schlüsselgewalt als Eindringen in meine Intimsphäre. Was ging es sie an, wie ich mir den Tag einteilte? Ich traute mich aber nicht, das zu sagen. Irgendwie spürte ich damals schon, daß ich gegen eine verschworene Gemeinschaft ankämpfen mußte.

Vom ersten Tag an hatte ich den Eindruck, daß Deine Mutter nicht sehr begeistert von unserer Beziehung war. Ich fühlte mich unbehaglich in ihrer Gegenwart. Sie wirkte unnahbar und überkorrekt. Sie gab sich alle Mühe, es mir schwer zu machen. Andererseits wollte ich das nicht wahrhaben und habe mit der Situation gehadert. Doch ich wollte nicht gleich zu Anfang Front machen. Du hast mir ja oft gesagt: »Sei nicht immer so empfindlich. Leg nicht alles auf die Goldwaage.« Doch, ein einziges Mal habe ich mich getraut und höflich gesagt, daß ich nicht möchte, daß sie uns bekocht und bei uns hereinkommt. Da hat sie nur sehr bestimmt geantwortet: »Einmal am Tag muß mein Junge warm essen.« Hätte noch gefehlt, daß sie gesagt hätte: »Bei Dir kriegt er ja nichts zu essen.« Du hast geschwiegen, wie immer! Und es blieb dabei. Ich will Dir jetzt endlich einmal sagen, wie ich das sehe, mein Lieber: Ich hätte es für selbstverständlich gehalten, daß sie mir ihren Schlüssel überreicht hätte und sich nicht mehr um Deinen/unseren Haushalt kümmert. Daß sie sich überhaupt nicht in unsere Angelegenheiten mischt. Daß sie sich um ihren Kram kümmert und unseren unseren sein läßt! Aber zumindest, daß sie mich fragt, ob es mir so recht ist. Doch damals wollte ich keinen Streit und gab mir Mühe, ihre Zudringlichkeit zu ignorieren. Dachte, gut, sieh es positiv, es spart uns ja wirklich Arbeit. Ich beruhigte mich, das wird sich legen, wenn sich erst mal alles eingependelt hat, wenn sie sich an mich gewöhnt hat. Schließlich war ich die erste Frau, die in Euer Heiligtum gezogen war. Heute denke ich, Deine Mutter hat nur zugestimmt, weil Du schon 34 warst und die Nachbarn sich wohl langsam wunderten. Die Nachbarn sind ja das einzige, was Deine Mutter interessiert.

Ich hatte von Anfang an gesagt, daß ich Dir keine Hemden bügele, auch nicht allein die Wohnung und die Fenster putze. Wir haben abgemacht, daß wir das samstags gemeinsam machen.

Deine Mutter machte deutlich, daß meine »Studiererei« keine richtige Arbeit sei, im Gegensatz zu dem, was du machst. Du hattest gerade das Assessment-Center bei der Immobilien-Holding mit Bravour bestanden und warst dort angestellt worden. Sie sagte mir natürlich nie ins Gesicht, daß sie fand, daß ich für den Haushalt zuständig sei. Sie betonte nur immer so merkwürdig: »ICH brauche jeden Morgen gerade mal zwei Stunden, dann bin ich mit meinem Haushalt durch und habe den ganzen Tag Zeit für andere Dinge. Ein Mann würde mir nur im Wege stehen.« Heute ist mir klar, Deine Mutter hatte Dich noch nie in ihrem Leben mit einem Staubsauger oder einem Fensterleder gesehen. Es muß sie sehr befremdet haben. Daß ich vor drei anstrengenden Seminaren nicht noch durch die Wohnung wirbeln wollte, interessierte sie nicht.

Weißt du noch, eines Abends überraschte sie Dich dabei – sie war wieder einfach hereingekommen, Du hattest nichts dazu gesagt –, daß Du einen Knopf an Deine Hose nähtest. Sie nahm Dir alles aus der Hand und machte es für dich. Am nächsten Morgen kam sie dann nicht nur mit dem Essenstopf, sondern brachte auch gleich ihr Bügeleisen und ihren Staubsauger mit, stellte die Sachen demonstrativ in den Flur, so daß ich fast darüber gestolpert wäre. Als ich von der Uni nach Hause kam, war die Wohnung gemacht, einschließlich der Fenster. Als ich sie im Flur traf, sagte sie mit Leichenbittermiene: »Das war dringend nötig.«

Da habe ich mich das erste Mal richtig mies gefühlt. Ich kam mir vor wie die letzte Schlampe, und das wollte sie ja auch bezwecken. Oder? Ich gebe zu, ich war nachlässig mit der Wohnung. Aufgeräumt war nicht, und gestaubsaugt hatten wir 14 Tage vorher das letzte Mal. Jedenfalls hatte sie es geschafft, daß ich mich fühlte wie ein Schulkind, das seine Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht hat. Irgendwie steckt diese elende weibliche Sozialisation wohl noch in mir drin. Meine Mutter ist ja auch immer so picobello.

Deshalb sollst Du endlich zur Kenntnis nehmen: Ich habe überhaupt kein dickes Fell. Ich bin auch nicht so selbstbewußt, daß solche Übergriffe an mir abgeprallt wären. Es war mir absolut keine Hilfe, wenn Du an mein Selbstwertgefühl appelliert hast. Ich fühlte mich von Deiner Mutter abgeurteilt und nicht akzeptiert. Und damit ging es mir ziemlich schlecht. Du bist da immer so einfach drüberweggegangen, als sei es mein Problem. Klar, ich konnte mir meine Zeit ja wirklich besser einteilen als Du. Jedenfalls hat Deine Mutter erreicht, daß ich mich plötzlich unwohl fühlte, wenn ich getrocknete Regenspritzer auf den Fenstern sah, wenn ich um elf immer noch im Bett lag, wenn ich die ganze Woche nicht gesaugt hatte, wenn eine Staubflocke herumflog, wenn sich Deine ungebügelten Hemden stapelten … Und darüber war ich wütend. Bis dahin hatte ich gedacht, sie muß sich an mich gewöhnen. Aber da wurde mir klar, sie hat mir den Kampf angesagt. Sie akzeptiert mich nicht, und das zeigt sie mir auf ihre Art.

Von da an wurde ich hellhöriger für ihre dauernden Kommentare. Gingen wir in der Woche mal aus, ritt sie drauf rum: »Du kannst ja morgen bis in die Puppen im Bett herumliegen.« Hatte ich ein neues Kleid: »Hast du Ludger mal wieder herumgekriegt?« Wenn ich herzhaft lachte: »Warum gackert sie so herum?« Und wenn ich ernst war: »Ist sie wieder beleidigt?« Hatte ich frisch lackierte Nägel: »Soviel Zeit möchte ich auch mal haben.« Was ich auch tat, es wurde negativ bewertet und kommentiert. Das finde ich überhaupt nervig an Deiner Mutter, alles muß sie aburteilen. Sie kann nichts stehenlassen. Alles wird in die passende Schublade gesteckt, bewertet und für schlecht befunden. Sie kann an nichts ein gutes Haar lassen. Sie kann nicht mal neutral bleiben.

Erinnerst Du Dich? Ich habe versucht, mit Dir darüber zu sprechen. Aber Du hast nicht Stellung bezogen, sondern sie in Schutz genommen. Hast alles damit entschuldigt, daß sie eben anders denkt als unsere Generation und daß sie schließlich viel für uns tut. Und dann hast Du gesagt, daß Du Dich aus unserem Konflikt heraushalten willst, weil Du findest, daß das unsere Sache sei. Ich habe mich immer noch gefügt, weil Ihr mich verunsichert habt. Zwei gegen einen. Ich fühlte mich schlecht und habe immer darüber nachgedacht, was ich nur falsch mache. Habe Kompromisse über Kompromisse gemacht.

Habe es sogar geschluckt, daß sie zu Dir gesagt hat, »Du fütterst ein Luxusgeschöpf mit durch.« Das hat mich sehr gekränkt. Gut, ich hatte nur Bafög, und dadurch, daß wir zusammenlebten, konnte ich meinen Kellnerinnenjob aufgeben. Dafür habe ich aber auch schneller und intensiver studiert.

Deine Mutter wurde darüber immer schmallippiger. Auch von meinem Äußeren her paßte ich nicht ins Bild. Deine Mutter legte großen Wert auf adrette Kleidung. Zu Weihnachten hat sie mir ein Betty Barcley-Kleid geschenkt. Für meinen Geschmack viel zu brav. Ich liebe eben meine schwarze Lederhose. Du fandest anfangs meine »unspießige Kleidung« gut. Hast Dir sogar irgendwann mal selbst eine Lederhose gekauft, wozu deine Mutter dann sagte »Um Gottes willen, jetzt will der auch so herumlaufen.« Danach hast Du sie nur noch angezogen, wenn Deine Mutter nicht da war, Du feiger Hund. Das ist mir aber erst viel später aufgefallen.

Ich habe mich schließlich daran geklammert, daß es anders wird, wenn wir erst verheiratet sind. Als Deine Frau mußte sie mich ja respektieren, habe ich gehofft. Und ich habe an unsere Liebe geglaubt. Habe gedacht, schließlich beweist er durch eine Heirat, daß er voll und ganz zu mir steht, also muß auch seine Mutter zu überzeugen sein. Ich hätte nie gedacht, daß Du mir in den Rücken fällst. Wie war ich blauäugig!

Unsere Hochzeit wurde eine Katastrophe. Mal abgesehen davon, daß sie sich natürlich in alle Vorbereitungen eingemischt hat, hatte sie beim Mittagessen zuviel Wein getrunken und wollte nach dem Anschneiden der Hochzeitstorte plötzlich »Mutti« von mir genannt werden. Wieder in diesem Ton, der keine Widerrede duldete. Das hat mir die Sprache verschlagen. Wie sollte ich zu einer Frau »Mutti« sagen, die mich offensichtlich so wenig mochte? Ich hätte noch akzeptiert, daß sie mir das »Du« anbietet, weil es sich halt gehört. Ich hatte schon überlegt, daß ich sie »Lotti« genannt hätte, oder eine direkte Anrede erst mal vermieden hätte. Aber »Mutti«, das war mir zuviel. Ich habe dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und mit zittriger Stimme gesagt: »Das kann ich nicht.« Sie lief blutrot an, rannte wütend aus dem Saal. Und Du hinterher. Eine halbe Stunde wart ihr verschwunden. Dann kamt ihr wieder herein, und Du sagtest vorwurfsvoll zu mir: »Mußte das sein? Das hättest Du Dir doch wohl verkneifen können. Du hast Mutti die ganze Hochzeit verdorben.« Da dachte ich: »Er tut, als sei es ihre Hochzeit und nicht unsere.« Und ich fühlte mich von Dir verraten. Habe gedacht: »Jetzt ist er mir offen in den Rücken gefallen. Und das, wo wir gerade den Bund fürs Leben geschlossen haben.« Ich war den Tränen nahe. Und es hat einen Keil zwischen Dich und mich geschoben. Ich habe zwar geschwiegen, aber nachts, als Du mit mir schlafen wolltest, konnte ich nicht. Ich war zu verletzt. Ich fühlte mich Dir nicht mehr nah genug. Von Dir hatte ich erwartet, daß Du zu mir hältst. Daß Du mich unterstützt. Daß Du mir die Stange hältst und mich bestätigst. Du hättest zu mir stehen müssen.

Dir war der Zwischenfall sehr unangenehm, und Du hast von Dir aus versucht, mich umzustimmen: »Sei doch nicht so«, hast Du wieder gesagt, »nimm sie doch, wie sie ist. Stell dich nicht an.« Aber da war der Groschen bei mir längst gefallen. Die gleichen Worte hättest Du zur Abwechslung ja mal zu Deiner Mutter sagen können. Du hättest sie mal zurechtweisen können, nicht immer mich. Statt Deiner Mama ständig auf den Schoß zu hüpfen oder Dich rauszuhalten, hättest Du sie mal schütteln müssen, damit sie sich besinnt. Nicht ich war der Störenfried. SIE!

Du dagegen hast nie verstanden, wie getroffen ich von ihrem Verhalten war. Sie hat mich gekränkt und verletzt durch ihre Nichtakzeptanz. Und Du mit, weil Du mich nicht ernst genommen hast. Du hast meine Gefühle als die überzogenen Marotten eines überempfindlichen Mädchens abgetan.

Nach unserer Hochzeit habe ich angefangen, mich zu wehren. Als ich mit dem Studium fertig war und eine Assistentenstelle hatte, drängte ich Dich, uns eine andere Wohnung zu suchen. Mir war klargeworden, ich würde mit Deiner Mutter nicht auskommen. Schon gar nicht unter einem Dach, wo man sich täglich in die Arme läuft. Ich hätte einen anderen Menschen aus mir machen müssen, und heute bezweifele ich, ob ich Deiner Mutter dann recht gewesen wäre. Wahrscheinlich muß sie sich eine Schweigertochter backen.

Erst hast Du gesagt, in Ordnung. Dann haben wir Annoncen gewälzt, und Du hast angefangen, mir aufzuzählen, was wir uns alles nicht mehr leisten können, wenn wir uns auf dem teuren Wohnungsmarkt eine Wohnung suchten. Bei Deiner Mutter sei alles viel günstiger und bequemer. Daß du dann nicht mehr Motorrad und BMW fahren kannst, daß Du nicht mehr Segelfliegen kannst, daß Du auf Deine teuren Designerklamotten verzichten mußt, daß Du … ach was soll’s, immer nur Du, Du, Du. Dann ist Dir eingefallen, daß Du nicht ausziehen willst, solange wir uns kein eigenes Haus leisten können. Und als das nicht zog, fiel Dir plötzlich ein, daß man eine so alte Frau nicht ganz allein in so einem großen Haus sich selbst überlassen könne. In diesen Zeiten. Du wolltest, daß ich mir mit Deiner Mutter mehr Mühe gebe. Ich habe lange darüber nachgedacht. Und bin zu dem Schluß gekommen, Du bist ein Muttersöhnchen, mein Lieber! Und solange Du Dich nicht von Deiner »Mutti« löst, habe ich gar keine Chance. Ich habe Dir gesagt: »Gut, dann suche ich mir eine Wohnung. Ich möchte nicht, daß Deine Mutter weiter zwischen uns steht.« Das habe ich getan. Und nun hängt es von Dir ab, was aus unserer Beziehung wird.

Deine Lena

 

 

 

Meine Liebe,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Brief. Allerdings war ich zuerst einmal nur platt. Ich konnte kaum glauben, wie Du unsere Beziehung siehst. Unabhängige Amazone geht Muttersöhnchen auf den Leim, so ungefähr? Wenn Du es so willst, sage ich Dir, wie ich Dich sehe: Schwarze Lederhose will in Wirklichkeit weißen Schleier! Mal abgesehen davon, daß beides schwer unter einen Hut zu bekommen ist, nehme ich Dir die Rebellin schon lange nicht mehr ab. Inzwischen glaube ich, daß Du mit diesen forschen Lederklamotten nur verdecken wolltest, wie ähnlich Du denjenigen bist, über deren Spießigkeit Du Dich so gern aufregst. Im Grunde bist Du eine Frau, die wie viele andere den romantischen Traum von der rundum glücklichen Zweierkiste im Kopf hat! Wogegen ja auch nichts einzuwenden ist, wenn Du nur dazu gestanden hättest.

Kannst Du Dir nicht vorstellen, wie schwer und nervenaufreibend eure »Grabenkämpfe« auch für mich waren? Du wußtest ganz genau, wie sehr ich diese Sticheleien zwischen Euch, die für mein Empfinden viel zu oft unter die Gürtellinie gingen, hasse. Und trotzdem, meine Liebe, hast Du mich damit ganz schön unter Druck gesetzt. Auch von mir hast Du ja im Grunde erwartet, beides in einem zu sein, je nach Situation, mal wilder Freigeist und dann wieder verläßlicher Ehemann.

Doch nun der Reihe nach: Im allerersten Moment wollte ich Deinen Brief gleich in den Papierkorb werfen. Ich konnte einfach nicht glauben, wie einfach Du es Dir machst. Darüber war ich richtig verdattert. Und irgendwie stocksauer. Aber dann habe ich den Brief noch einmal gelesen. Und noch mal. Jetzt sind vier Tage vergangen, ich sitze am Schreibtisch, müßte eigentlich längst das Brindberg-Konzept abgeliefert haben, und kriege es doch nicht aus dem Kopf. Nicht zu fassen, wieviel Unausgesprochenes sich schon in drei Jahren aufstauen kann.

Vor allem Dein letzter Satz geht mir nicht aus dem Kopf: »Nun hängt es von Dir ab, was aus unserer Beziehung wird.« Typisch. Typisch für Dich. Du warst immer schneller. Mit Deinen spontanen Einfällen und Plänen, beim Einkaufen, beim Urlaub buchen (stimmt, ich schlafe gern eine Nacht drüber, wenn mir eine Entscheidung wichtig ist). Genau wie mit Deinem Auszug aus unserer Wohnung.

Ach was, schon mit Deinem Einzug. Hast Du vergessen, daß Du es warst, die unbedingt zu mir ziehen wollte? Während ich noch überlegte, warst Du schon in meiner Wohnung. Ich hätte wohl mehr auf mein ungutes Bauchgefühl hören sollen, als Du mit all Deinen Möbeln plötzlich vor meiner Tür gestanden hast. Im Grunde hätte ich schon hellhörig werden müssen, als Du alle meine Einwände, darauf zu warten, bis wir eine eigene Wohnung gefunden haben, in den Wind geschlagen hast. Ich habe mich bemüht, das Positive an Deinem schnellen Einzug zu sehen. Aber im Grunde fühlte ich mich überrumpelt.

Okay, die Aussichten auf dem Wohnungsmarkt waren nicht gerade rosig bei unseren finanziellen Möglichkeiten. Und ich gebe gern zu, daß mich Dein grenzenloser, unbefangener Optimismus fasziniert hat. Ich habe Dich oft um Deine Euphorie beneidet. Wie Du unsere Zukunft innerhalb weniger Augenblicke geregelt und in den schillerndsten Farben ausgemalt hast, das hat alle meine Bedenken wie ein Tornado weggefegt. Ich kam mir regelrecht spießig vor mit meinen »vernünftigen« Einwänden. Mit Deiner Leichtigkeit und Bestimmtheit, habe ich gedacht, muß jedes noch so drückende Problem nebensächlich werden. Auch, was das Zusammenleben mit meiner Mutter angeht.

Ich wußte, daß es mit meiner Mutter nicht einfach sein würde. Das habe ich auch immer offen gesagt. Aber Du hast nur gelacht und behauptet: »Das geht alles, wenn man wirklich will«, und ich würde das nur sagen, weil ich nicht mit Dir zusammenziehen wolle. Immerhin ist es ihr Haus, in das plötzlich eine quasi Fremde einziehen sollte. Na ja, im nachhinein finde ich es kein Wunder, daß Eure erste richtige Begegnung kein voller Erfolg war.

Ich habe sie Dir nie richtig vorgestellt, weil ich dachte, ihr beide macht das schon. Das war aus heutiger Sicht sicherlich ein Fehler. Einfach naiv, meinetwegen auch feige. Vielleicht wäre sonst alles ganz anders gelaufen. Aber ich hatte auch Angst davor, daß zwei so dominante Menschen wir Ihr aneinandergeraten könntet. Im Pläneschmieden und Sichdurchsetzen könnt Ihr Euch ja wirklich das Wasser reichen.

Ich fühlte mich jedenfalls ziemlich schnell als Prellbock. Aber das habe ich erst später begriffen. Du auf der einen Seite mit Deinen tausend Ideen (Du wolltest gleich eine neue Wand ziehen, damit wir einen getrennten Eingangsbereich haben). Auf der anderen Seite meine Mutter, die hier seit 28 Jahren lebt und naturgemäß ein gewisses Hausrecht beansprucht. Mit allen Macken, die sie dabei hat. Das ernst zu nehmen, das wäre etwas gewesen, was ich unter Großfamilie verstehe. Daß man auch mit den manchmal verschrobenen Belangen Älterer zu leben lernt.

Etwas was Du, liebe Lena, von Anfang an gar nicht wirklich gewollt hast. Ich denke, Du warst besessen von der Idee, ganz schnell mit mir zusammenzuziehen. Fast schon besitzergreifend, als ob Du Angst gehabt hättest, ich könnte es mir anders überlegen. Ja, ja, die wilde, unabhängige Amazone …

Dich dann wenigstens auseinanderzusetzen mit meiner Mutter, einen gemeinsamen Nenner zu finden, dazu hast auch Du wenig beigetragen. Statt Dich mit ihr mal nachmittags zum Kaffee hinzusetzen, hast Du Dich bei mir beklagt. Auf diese fordernde Art, so ungefähr nach dem Motto: Bring ihr das mal bei, daß sie sich aus allem raushält, was uns betrifft, schließlich ist sie deine spießige Mutter. Ist Dir eigentlich jemals bewußt geworden, in welche Lage Du mich damit gebracht hast? Ich fühlte mich ständig im Zugzwang. Wie ein Vermittler und Beschwichtiger im Kampf zwischen zwei erwachsenen Frauen, die beide von sich behaupten, sie wüßten, was sie wollten und wo es im Leben langgeht.

Im übrigen schien es Dir anfangs auch ganz recht, daß sie für uns ab und an mitkochte, unsere Einkäufe miterledigte (und auch bezahlte) oder sich um die nervige Renovierung im Bad kümmerte. Schließlich standen die Handwerker um sieben Uhr auf der Matte. Damals hast Du sogar selbst darauf bestanden, daß meine Mutter den Schlüssel für unsere Wohnung behält. Erst als sie Deine Bequemlichkeit störte, wolltest Du auf einmal die totale Autonomie. Ich weiß noch, wie Du plötzlich unbedingt einen eigenen Staubsauger wolltest und wie Du ein auf unseren Zwei-Personen-Bedarf abgestimmtes Haushaltsbuch auf Deinem PC programmiert hast. Auf einmal sollte der Samstag unser gemeinsamer Putztag sein. Und das von Dir, die sich vorher schieflachen konnte über die penetrante Staubwedelei anderer.

Es stimmt, ich war mit allem einverstanden. Ich fand es auch wirklich toll, unseren Alltag endlich gemeinsam zu organisieren. Und ich habe mich ernsthaft bemüht, meinen Teil dazu beizutragen. Nur, wenn wir ehrlich sind, es hat nicht gerade gut geklappt. Zwei- oder dreimal haben wir Hausputz gemacht, dann war schon wieder die Luft raus. Da war es doch ganz bequem, daß meine Mutter eben durchgesaugt hat, oder? Ein paarmal hast Du für uns beide gekocht, im Überschwang hast Du sogar meiner Mutter ein paar Austern rübergebracht. Sie war zwar offensichtlich nicht begeistert, daß ihre Hausmannskost auf einmal keinen Abnehmer mehr haben sollte. Aber sie hat es geschluckt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Letztlich blieb doch wieder alles beim alten. Nur daß Du jetzt immer ungnädiger meiner Mutter gegenüber wurdest. Und an mir Deinen Frust ausgelassen hast. Für mich waren diese schnippischen Bemerkungen, die sie über Dich fallengelassen hat, genauso schwer zu ertragen wie die Sticheleien, die Du über sie verbreitet hast. Und das, was ich Dir tatsächlich übelnehme, gern auch vor unseren gemeinsamen Freunden. Kannst Du nicht verstehen, daß ich auch meiner Mutter gegenüber Gefühle habe? Ich möchte nicht wissen, wie Du reagiert hättest, wenn wir in dem Haus Deiner Mutter gewohnt und ich mich so geringschätzig ihr gegenüber verhalten hätte.

Daß Du Dich seitdem standhaft geweigert hast, etwas von meiner Mutter anzunehmen, ist Dein gutes Recht. Aber wieso mußte ich deswegen jeden Abend Brot und Käse essen, obwohl es für meine Mutter ein Genuß war, nicht nur für sich allein zu kochen. Es ist fast lächerlich, aber ich hatte bei jeder Frikadelle aus der Pfanne meiner Mutter ein schlechtes Gewissen Dir gegenüber. Jedenfalls versickerte unsere gemeinsame Haushaltsführung still und leise im Sande. Und das kannst Du bestimmt nicht meiner Mutter anlasten, das ist ganz allein unser Ding gewesen.

Ich rutschte, ohne es zu merken, noch mehr zwischen die Stühle. Beide habt Ihr an mir herumgezerrt, statt mal ein offenes Wort miteinander zu wechseln. Heute weiß ich, ich hätte mich weigern sollen, anstatt ständig den Besänftiger zu spielen. Lieber hätte es mal richtig zwischen Euch krachen sollen, was auch immer dabei herausgekommen wäre. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Statt dessen habe ich mich von Dir unter Druck setzen lassen, mich auf Deine Seite zu schlagen. Aber was hast Du erwartet, sollte ich meine Mutter aus ihrem eigenen Haus werfen? Und das, so blöd und spießig Du es auch finden magst, nach allem, was sie für mich (und Dich!) getan hat? Oder hätte ich den Haushalt allein managen sollen, damit Mißstimmungen zwischen Euch gar nicht erst aufkommen konnten?

Je länger ich über Deinen Brief nachdenke: Ich finde nicht nur, daß Du es Dir zu einfach machst. Du bist auch unfair! Solange es Dir in den Kram paßte, hast Du mit meiner Mutter auf schön Wetter gemacht. Aber als sie Dich dann mal kritisiert hat, hast Du sofort beleidigt auf Konfrontation umgeschaltet. Schublade auf und gleich wieder zu, fertig ist die spießige Schwiegermutter.

Natürlich war es meiner Mutter den Nachbarn gegenüber unangenehm, daß Du Dich einfach oben ohne in den Vorgarten gelegt hast. Sie ist 58 Jahre! Im übrigen, ich fand es auch nicht besonders taktvoll (so toll ich Deinen Busen auch finde, immer noch).

Auch mir gegenüber hast Du es Dir leicht gemacht. Auf der einen Seite hast Du darauf bestanden, gleichberechtigt zu sein. Und ich habe auch nie von Dir verlangt, die fürsorgliche Hausfrau zu spielen. Wollte ich auch gar nicht. Ich habe wirklich gedacht, wir beide zusammen könnten eine neue, zeitgemäßere Lebensform zu zweit entwickeln. Getreu unserem damaligen Motto: Keine Konzessionen, keine Konventionen. Auf der anderen Seite blieb es eben oft nur bei der Planung. Wenn es darum ging, sie auf Dauer umzusetzen (siehe gemeinsamer Putztag), war auch Deine Ausdauer schnell erschöpft.

Im übrigen habe ich Dir nie vorgeworfen, ein feuchtfröhliches Studentenleben zu haben. Und das tue ich auch heute nicht. Ich weiß sehr wohl, daß Du vor den Klausuren knallhart die Nächte durchgeackert hast. In diesen Phasen, denke ich, habe ich Dich unterstützt, wo es ging. Allerdings hätte ich es fair gefunden, wenn Du mir im Gegenzug auch mal den Alltagskram abgenommen hättest, als ich mit meinem Job voll im Streß gestanden habe. Aber dann schwebte wieder diese Emanzipations-Glocke über uns. So nach der (unausgesprochenen) Devise: Igitt, welche Frau wäscht denn heute noch die stinkigen Socken ihres Mannes? Über mir hing jedenfalls immer ein drohender Macho-Vorwurf. Vielleicht hätte ich einfach mehr Unterstützung von Dir verlangen müssen, statt mich von Deinem Selbstbewußtsein erst beeindrucken und dann einschüchtern zu lassen. Das würde mir heute nicht mehr passieren!

Ich glaube, hinter Deinem offensiven Auftreten, der forschen »Das kann man doch alles regeln«-Einstellung steckt ein ganz schön sicherheitsbedürftiger Mensch. Biederer, als Du es vielleicht selbst wahrhaben wolltest. Das erklärt auch, warum Du nicht über den Marotten meiner Mutter stehen konntest. Wenn Du wirklich gewußt hättest, wie Du leben willst, hätten Dir ihre Vorwürfe bestimmt nicht so viel ausgemacht.

Aber ich glaube, in Wirklichkeit ging es Dir nur um die Hauptrolle. Du wolltest bei mir die Hauptperson sein. Was Du im übrigen ja bis heute bist – nur habe ich keine Lust, von morgens bis abends ständig und auf Kosten meiner Mutter den Beweis dafür zu erbringen. Hast Du dabei auch mal an mich gedacht, daß auch ich in einigen Situationen moralische Unterstützung oder Hilfe gebraucht hätte? Es ist nicht gerade einfach, mit zwei Frauen unter einem Dach zu leben, zu denen man eine enge Beziehung hat und die sich gegenseitig bekämpfen.

Nehmen wir das Beispiel Hochzeit: Du hast nach außen immer die Wilde, Unabhängige gemimt, die Lockerheit in Person. Und dann brichst Du Dir einen ab, weil Dir auf unserer Hochzeit das »Du« von jemandem angeboten wird, mit dem Du schon ein Jahr unter einem Dach lebst.

Du hättest viel eher aufmüpfig sein sollen, es gab genug Gelegenheiten. Zum Beispiel, als sie Dir ständig Ratschläge gegeben hat, wie Du unseren Haushalt zu führen hast. Da hättest Du ihr Kontra geben können. Du hast geschwiegen, hinter ihrem Rücken mit den Augen gerollt und mir anschließend die Hucke vollgejault, was ich doch für eine nervige Mutter habe.

Irgendwann hast Du nur noch gestöhnt. Du hast es Dir sehr bequem damit gemacht. Mir fallen noch beim Schreiben dieser Zeilen riesige Schuppen von den Augen: Schließlich warst Du es, die um jeden Preis sofort auf einer »spontanen« Blitz-Heirat bestand. Meinen Einwand, daß wir warten sollten, bis wir eine eigene Wohnung gefunden haben (hauptsächlich wegen Deinem schlechten Verhältnis zu meiner Mutter), hast Du noch als bürgerlich und weltfremd vom Tisch gewischt. Im Grunde war es umgekehrt. Du wolltest die Vorherrschaft über mich, per Heiratsurkunde schriftlich verbrieft.