Seelen-Reisezeit - Michaela Nowak - E-Book

Seelen-Reisezeit E-Book

Michaela Nowak

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Beschreibung

Die Fußsohlen sind heiß und kribbeln. Eve zieht die Schuhe aus und reibt sie auf dem kühlen Boden. Ihr Mann Mark weist sie wütend darauf hin, wie so oft. Doch Eve hat jemanden gefunden, der dieses "Leiden" behandeln kann. Mit ihrem besten Freund Adam und der Heilerin Antonia geht sie auf eine Reise, die ihr aller Leben verändern soll. Dort werden sie mit ihren Ängsten konfrontiert. Sie lernen ihre Stärken kennen und nutzen und so mancher begegnet der größten Liebe.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 226

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Michaela Nowak

Seelen-Reisezeit

Füße dürfen tanzen

© 2019 Michaela Nowak, Rehden

Autorin: Michael Nowak (www.seelen-reisezeit.com)

Umschlaggestaltung: Jörn Schütte

Bild der Autorin: Susanne Wilts von Montevideo, Diepholz

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Das bin ich …

Hallo, ich bin Eve. Meine Eltern haben mir diesen englischen Namen gegeben, weil meine Mutter Engländerin ist oder besser gesagt, war. Sie starb kurz nach meiner Geburt. Für meinen Vater war das eine Katastrophe. Er hatte seine große Liebe so früh verloren und ein Baby, mit dem er vollkommen überfordert war. So bin ich in den ersten Monaten bei meinen Großeltern geblieben und weiß nicht einmal, ob mein Papa viel dort war.

Er lernte schnell seine zweite Frau kennen, Linda. Eigentlich kenne ich nur sie als meine Mutter. Sie ist toll. Wir haben so vieles als Familie unternommen und immer hatte Linda die Ideen dazu. Wenn man uns zusammen sieht, kann man schon ahnen, dass sie nicht meine leibliche Mutter ist. Denn Linda ist ganz klein und wirkt immer etwas kompakt, aber eigentlich ist sie nur sehr sportlich und hat für ihre Größe ein ganz schön breites Kreuz.

Linda hat mir durch alle Situationen geholfen. Egal, ob ich Ärger mit meinen „Freundinnen“ hatte, Liebeskummer oder Stress im Studium, sie war immer für mich da und mein Halt.

Ich muss dir vorher etwas über mich erzählen. Das ist vielleicht nicht so spannend, ist aber für die weitere Geschichte wichtig. Du wirst feststellen, dass vieles mit deinem Leben übereinstimmt. Manchmal erkennt man sich selbst wieder. Und meine Geschichte kann dir auch passieren-jederzeit. Wenn DU dazu bereit bist!

Mittlerweile bin ich 35 Jahre alt. Ich bin Lehrerin an einer Schule in Deutschland. Meine Fächer sind Geschichte, Englisch und Sport.

Mein Mann heißt Mark. Er ist Arzt und ein angesehener Spezialist für Sportverletzungen. Er hat schon bekannte Sportler behandelt und schon Prominente operiert. Viele kommen sogar aus dem Ausland, um sich von ihm behandeln zu lassen. Er hat also viel zu tun und ist sehr selten zuhause. Eigentlich haben wir keine gemeinsame Zeit für uns.

Dafür verdient er natürlich viel Geld und wir haben ein Traumhaus, Traumautos, Traumputzfrauen, Traumurlaube, nur kein Traumkind.

Das ist das einzige, was ich mir wünsche…..

Ja, das ist es, was mir fehlt. Ich wünsche mir so sehr ein Kind, das wir bereits alles versucht haben. Sogar Hormonbehandlungen habe ich schon so oft versucht, dass ich sie nicht mehr zählen kann. Mark ist schon genervt von dem Thema. Aber er hat auch seine Arbeit und seine Patienten und Kollegen. Ich arbeite auch und liebe meinen Beruf auch. Aber das sind halt nicht meine Kinder und ab der 6. Klasse sind sie auch nicht mehr immer nett. Es gibt sogar wirklich schreckliche Kinder darunter!!

Also, Mark und ich haben uns beim Studium kennengelernt. Er war immer so ein spontaner und lustiger Typ. In ihn musste man sich einfach verlieben. Ich jedenfalls. Er hat sich für die gleichen sportlichen Sachen interessiert wie ich. Wir sind viel schwimmen gegangen – wann eigentlich das letzte Mal zusammen?? - und gehen beide gerne laufen. Allerdings kann ich mit ihm nicht mithalten, denn er hat irre lange, muskulöse Beine. So schnell bin ich nicht. Außerdem laufe ich lieber zusammen mit Adam. Er ist mein allerbester Freund!

Adam und ich sind zusammen zur Schule gegangen. Er ist mitten im Schuljahr zu uns in die Klasse gekommen. Seine Eltern und er sind hergezogen. Vom ersten Tag an waren alle Mädchen scharf auf ihn. Er war auch irre cool und hatte immer die neusten Klamotten an. Außerdem war er schon damals und ist es noch heute sehr nett und freundlich, hilfsbereit und schüchtern. Mit uns Mädchen ist er toll zurechtgekommen. Sobald aber ein Junge aufgetaucht ist, hat Adam keinen Ton herausbekommen oder hat sogar angefangen zu stottern…

An einem Wochenende wollten wir alle zusammen zur Stufenfete unserer Schule. Wir hatten uns alle verabredet bei Adam zuhause und wollten gemeinsam zur Party gehen. Adams Eltern waren toll. Sie haben uns alle gerne empfangen und uns vom ersten Tag wie Erwachsene behandelt. Nach einem kleinen Bier für die Jungs und ein Glas Sekt für die Mädchen, ziehen wir alle gut gelaunt zur Party. Nach einiger Zeit sind schon alle sehr „gut drauf“, denn damals wurde noch nicht so genau auf das Alter geschaut, wer bereits volljährig ist, oder nicht, jeder bekam seinen Drink. Da hatten sich schnell die ersten Pärchen gebildet. Viele haben getanzt und die Stimmung war wirklich toll, als mir auffiel, dass Adam nicht mehr bei uns sitzt. Ich bin etwas durch den Raum gegangen und habe auch die „dunklen Ecken“ abgesucht. Ich habe alle unsere Freunde gefragt, ob sie ihn gesehen haben, doch keiner wusste, wo er steckt. Ich habe sogar einen Jungen aus unseren Jahrgang auf das Jungenklo geschickt um nach ihm zu suchen, doch auch dort war er nicht zu finden.

Ich bin dann nach draußen gegangen um dort nachzusehen. Es war an dem Abend ziemlich kalt und als ich grad wieder ins Gebäude gehen wollte um meine Jacke zu holen, habe ich komische Geräusche neben dem Haus gehört. Als ich um die Ecke gehe, sehe ich dort eine ganze Horde Jungen aus der anderen Schule. Zwei halten Adam an den Armen gepackt. Ein bulliger Typ steht vor ihm und schlägt ihm mit voller Kraft ins Gesicht. Ein anderer tritt gleich danach von hinten in Richtung Po. Ich schreie sofort auf und renne zu den Jungen, aber einer greift mich und hält mich von hinten umarmt. Der bullige Kerl scheint der Anführer zu sein. Er kommt zu mir und sagt: „Hey, was interessiert dich der Typ. Der kann mit deiner Muschi eh nix anfangen. Der steht auf Schwänze im Arsch!“ und er zeigt mit der geschlossenen Faust in Richtung seines Hinterteils…Die anderen Jungs gröhlen und johlen und mir wird einen Moment schlecht. „Nein, das stimmt nicht.“ rufe ich und schlagartig sind alle still. „Hast du die Tunte schon ausprobiert?“ fragt der Bulle und sieht echt erstaunt aus. „Ja, sicher.“ sage ich mutig. „Wir sind fest zusammen.“ Die anderen fangen an zu lachen, bis der Typ vor mir die Hand hebt. Er kommt ganz dich auf mich zu, sodass sich unsere Nasen berühren und raunt mir zu: „Und ich dachte du bist noch Jungfrau, dann könnten wir noch etwas Spaß mit dir haben…“ und greift mir grob an die Brust. In diesem Moment schaut Adam auf und bringt mühsam hervor: „Sie sagt die Wahrheit. Wir sind seit Wochen ein Paar. Jetzt lasst uns gehen!“ Aber der schleimige Kerl scheint noch nicht mit mir fertig zu sein. „Du kannst mir ja viel erzählen und dein tuntiger Freund auch. Vielleicht sollte ich mich mal lieber selbst überzeugen, wie gut du schon eingeritten bist!“ Da will er sich schon an meiner Hose zu schaffen machen und ich bekomme langsam wirklich Panik. Aber ich versuche cool zu klingen, als ich sage: „Klar, kein Thema. Aber ich hoffe, du hast Kondome dabei. Ich habe nämlich seit einigen Tagen einen Scheidenpilz und wir müssen schon alles eincremen wie verrückt.“ und grinse ihn dabei an. In Wirklichkeit habe ich davon mal in einer Zeitschrift gelesen und habe so viel Angst, das mir zum Heulen zumute ist und ich innerlich so zittere, das es mich wundert, dass meine Stimme so fest und keck klingt. Aber der bullige Kerl weicht einen Schritt zurück und ruft: „Ihhh, lassen wir die beiden gehen, bevor die uns was anhängt…“ Alle weichen entsetzt zurück und verschwinden schneller, als ich für möglich gehalten hab.

Schnell gehe ich zu Adam, der auf der Stelle zusammengesackt ist. Ich hocke mich zu ihm und nehme ihn in den Arm. Da beginnt er leise vor sich hin zu weinen und auch mir laufen Tränen über die Wangen. Ich zittere noch immer am ganzen Körper. Als wir uns etwas beruhigt haben, helfe ich Adam hoch. „Soll ich dich nach Hause bringen?“ frage ich ihn, doch er schüttelt erschrocken den Kopf. „Nein, bloß nicht. Meine Eltern würden ausflippen und mich wieder in eine andere Stadt zerren…“ „Du musst zum Arzt“, sage ich ruhig und behalte ihn fest im Arm. „Kann ich mit zu dir kommen?“ fragt er und ich nicke. Wir gehen also schweigend und Arm in Arm ganz langsam durch die Straßen. Nach einiger Zeit sagt Adam: „Danke. Du hast mir das Leben gerettet. Die wollten mich wirklich umbringen.“ Er schaut mich dabei von der Seite an und doch ist es nicht wie bei den anderen Jungs. Es ist Dankbarkeit. Aber nichts anderes. „Warum waren die so ätzend zu dir?“ frage ich ihn. „Mann, Eve, ich steh wirklich auf Jungs. Ich mag euch Mädchen alle sehr gerne, aber das war es dann auch schon.“ bringt er hervor und seine Augen füllen sich wieder mit Tränen. Er nimmt den Arm von meiner Schulter herunter und sagt: „Wahrscheinlich bereust du schon, das du mir geholfen hast…“

Aber ich lege wieder meinen Arm um seine Taille und sage: „Quatsch, red nicht so viel dummes Zeug. Gedacht habe ich mir das eh schon. Du trägst zu coole Klamotten…“ und grinse ihn an.

„Ehrlich. Ich mag dich, so wie du bist. Wir können doch trotzdem Freunde sein. Ich hab damit kein Problem. Im Gegenteil. Jetzt können wir ganz locker zusammen rumhängen und ich muss mir keine Gedanken machen, das du irgendwann etwas von mir willst…“ sage ich – noch immer grinsend. Da muss er auch etwas grienen und legt den Arm wieder auf meine Schultern. Naja, vielleicht auch, weil er sonst kaum laufen kann!?

Bei mir zuhause habe ich Adam in mein Zimmer gebracht und bin zu meiner Mutter in die Stube gegangen. Ich habe ihr erzählt was passiert ist und auch warum. Bei Linda bin ich mir immer sicher sein, dass sie nie etwas davon erzählen würde. Sie fragt nur, ob ich Hilfe brauche, doch als ich ihr sage, dass ich alles hinbekomme, nickt sie nur und sagt: „Du weißt ja, wo Du mich findest, wenn du was brauchst…“Sie ist da echt toll. Schon immer gewesen und noch bis heute! Als ich wieder im Zimmer bin, hat sich Adam schon die Sachen ausgezogen und ist im Bad dabei das Blut vom Gesicht zu wischen. Ich stecke seine Sachen sofort in die Waschmaschine und mache mich mit Pflaster und Salben daran ihn zu verarzten.

In dieser Nacht haben wir in einem Bett geschlafen. Wir haben lange geredet und er hat mir erzählt, das er schon dreimal umziehen musste, wegen solchen Vorfällen. Seine Eltern kommen damit nicht zurecht, dass er nicht der typische Sohn ist. Als er in der einen Stadt einen Freund hatte und die Eltern die beiden beim knutschen erwischt hatten, hatte der Vater getobt und ihm den Kontakt verboten, als das jedoch nicht half, sind sie in eine andere Stadt gezogen. Als Adam das erzählte, schnaubte er kurz: „Als ob ich in einer anderen Stadt nicht mehr schwul bin.“ Dort hat es dann eine Auseinandersetzung wie heute Abend gegeben. Doch es war keiner in der Nähe, der helfen konnte, oder wollte. Adam hat dort mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen, weil diese Schlägertypen ihn so heftig zugerichtet hatten. Die Eltern wussten nicht, was sie anderes tun konnten, sodass wieder ein Umzug anstand.

Dort wurden dann er und sein neuer Freund von Rechtsradikalen krankenhausreif geschlagen. Die beiden haben sich nie wieder gesehen oder gesprochen, doch Adam ist er mit seiner Familie bei uns gelandet. Er hat sich sofort mit uns Mädchen angefreundet, weil seine Eltern das von ihm verlangt haben. Sie wollen doch nicht, das „die“ Jungen schlechten Einfluss auf ihn nehmen…`. Das hätte ich von seinen Eltern nicht angenommen. Sie wirkten so cool und nett. Adam schüttelt den Kopf: „Ja, wenn ich mich so benehme, wie es von mir erwartet wird, dann sind sie voll cool. Fast so, als wollen sie mir „normale“ Freunde kaufen.“

Er hat dann wieder angefangen zu weinen und ich habe ihn in den Arm genommen. So sind wir irgendwann eingeschlafen. Am nächsten Morgen lagen die Klamotten sauber und gebügelt vor meiner Zimmertür in einer Wäschewanne. Meine Ma ist echt ein Schatz.

Wir sind dann zum Frühstücken gegangen und Adam hat sich toll mit meiner Ma unterhalten, danach wollte er nach Hause gehen. „Wirst du keinen Ärger bekommen?“ fragte ich ihn, doch er lachte nur und sagte: „Nicht, wenn meine Eltern hören, dass ich bei dir geschlafen habe. Ist das okay für dich? “Adam und Eve. Das passte für viele ganz gut.

Seit der Zeit waren wir ein „Paar“. Jedenfalls für seine Eltern und einige Idioten in unserer Schule oder unserem Ort. Wir begrüßten uns mit Küsschen und seine Eltern waren begeistert darüber. Wir waren quasi unzertrennlich. Bis zum Ende unserer Schulzeit galten wir bei allen als „das Traumpaar“. Manchmal ging mir diese Rolle wirklich auf den Geist, weil ich natürlich auch Interesse an anderen Jungs hatte. Adam wusste immer davon, oft schon, bevor ich mir im Klaren war, das ich jemanden spannend finde. Also hatten wir einmal eine „Auszeit“. Wir haben uns getrennt –ganz offiziell. Viele Typen haben dann bei mir angerufen und mich um eine Verabredung gebeten. Aber es gab nur einen, den ich wirklich scharf fand. Das war Klaus. Er war ein typischer Rebell. Hatte immer Haare, die etwas strubbelig waren, knallenge Jeanshosen und eine Lederjacke, die etwas abgewetzt aussah. Klaus sah immer etwas verwahrlost aus. Doch das war sein Stil. Mit seinem 3-Tage-Bart machte ihn das noch interessanter. Aber das war alles Show. Er roch jeden Tag super nach Duschgel und Rasierwasser. Und seine Zähne waren so weiß, dass sie im Dunkeln leuchteten.

Mehrere Wochen bin ich um ihn herumgeschlichen und dachte er würde sich für mich interessieren, doch er war nett und höflich wie zu allen anderen, zeigte aber kein besonderes Interesse an mir oder anderen Mädchen. Also war ich die ganze Zeit wieder mit Adam und der alten Clique zusammen und habe mich auf die Schule, Mode, Zeitschriften und Jungs konzentriert. Adam und ich haben uns schließlich gemeinsam aufs Abi vor-bereitet. Wir haben viel zusammen gelernt. Manchmal tage- und nächtelang! Ab und zu waren wir bei Adam und haben gelernt. Meistens waren wir bei mir zuhause, denn meine Eltern haben uns einfach in Ruhe gelassen und haben Adam wie einen Sohn behandelt. Meine Mutter liebt ihn heute noch heiß und innig und er wird zu allen Familienfesten eingeladen.

Wir alle haben unser Abi bestanden. Die einen nur so lala, die anderen (Adam und ich) haben beide sehr gut abgeschnitten und konnten uns auf die Abi-Fahrt freuen. Wir sind nach Italien gefahren auf einen Zeltplatz bei Rimini. Das war eine wilde Party. Jeden Tag lagen wir am Strand. Während die Mädchen in den ersten Tagen noch brav ihre Badeanzüge (ja – Einteilige!!!) oder Bikinis trugen und die Jungs noch teilweise mit langen Shorts und T-Shirts ins Wasser gingen, wurden die Abende immer sehr ausgelassen. Es wurde viel Alkohol getrunken, viel geknutscht und unter den T-Shirts gefummelt. So manches Zelt hat den Insassen gewechselt und manchmal hatte ein Mädchen zwei Jungs bei sich (oder anders herum). Am Tage wurden die Badeanzüge gegen kleine Höschen eingetauscht und die Bikini-Oberteile lagen irgendwo in den Zelten. Sogar am Strand wurde wild geknutscht und ein Pärchen hatte sogar Sex am Strand. Mitten zwischen Familien mit kleinen Kindern. Als alle von einer wilden Party zurückkamen, lag Adam in unserem Zelt und war heftig am knutschen mit einem Italiener, der bereits um die 30 Jahre alt war. Ich habe mich dann in ein Zelt zu den anderen gelegt. Adam war dann fast 10 Tage mit dieser heißen Affäre beschäftigt und schwebte auf Wolke Sieben.

Ich hatte auch eine kurze Knutscherei mit einem Italiener. Er hieß Pedro und konnte wirklich gut küssen. Als er aber schon am ersten Abend mit mir ins Bett wollte, hab ich die Flucht ergriffen. Am nächsten Abend hatte er dann ein anderes Mädchen gefunden. Die ist dann auch gleich – stark angetrunken – mit ihm mitgegangen. Als wir wieder zuhause waren, hatte Adam zwar fürchterlich Liebeskummer, doch ich freute mich auf die Zeugnisse. Endlich konnten wir uns an einer Uni einschreiben!

Der nächste Umzug war freiwillig. Als wir nach dem Abi studieren gingen….

Wir haben uns sogar zusammen eine kleine Wohnung genommen, als wir mit dem Studium begannen. Wir beide haben Lehramt studiert. Wir haben zusammen gelebt, gelernt, uns gegenseitig das Herz ausgeschüttet und sind zusammen feiern gegangen. Jeder neue Freund musste uns irgendwie zusammen nehmen. Viele Männer hatten damit so ihre Probleme. Selbst die Tatsache, dass Adam schwul ist, konnte viele nicht überzeugen. So habe ich es irgendwann aufgegeben und habe mich auf mein Studium konzentriert.

Nebenbei habe ich in einer kleinen Kneipe gearbeitet.

Jeden Abend war dort was los und ich habe nicht gemerkt, dass ein junger Mann öfter dort war, als die anderen Kerle. Er war oft in einer Gruppe dort, doch aufgefallen ist er mir erst, als er mehrfach alleine dort war und an der Theke saß und ein Bier oder ne Cola getrunken hat. Er kam oft erst spät, wenn eigentlich nichts mehr los. Aber dann hatte ich auch etwas Zeit, um mich zu unterhalten.

Er war wirklich sehr ausdauernd und kam immer wieder und blieb, bis in die frühen Morgenstunden. An einem Freitagabend war sehr wenig los. Der Chef der Kneipe fragte mich, ob ich schon frei machen wollte um endlich mal was mit dem Kerl an der Theke zu unternehmen. Doch ich verstand ihn nicht. Warum sollte ich was mit dem machen? Doch er lachte und sagte: „Mädchen, warum glaubst du, kommt er erst jeden Abend kurz vor Feierabend und auch nur, wenn du Dienst hast?“ Ich grübelte kurz darüber nach, hatte mir wirklich noch nie Gedanken darüber gemacht. Aber insgeheim hab ich mich auch gefreut, denn Mark sah super aus und war wirklich sehr sehr nett! Kurz entschlossen band ich meine lange Schürze ab, nahm meine Tasche, ging um die Theke herum zu Mark und sagte: „So, ich hab Feierabend. Hast du noch Lust etwas zu unternehmen?“ Er stutzt kurz, schaut zum Chef der Kneipe, der ihm aufmunternd zublinzelte und sagte: „Ja, klar gerne. Was würdest Du gerne machen?“ Er bezahlte seine Getränke und wir verließen die Kneipe. Wir waren die ganze Nacht unterwegs und haben geredet und geredet, ich habe ihm gleich von Adam erzählt und er hat mir versichert, dass es kein Problem für ihn ist. Er hat mich an diesem Abend – oder besser am Morgen – nach Hause gebracht. Wir hatten uns für Sonntagnachmittag verabredet und wollten an einen See fahren. Das war der schönste Tag seit vielen Jahren. Am Abend zum Abschied gab ich ihm einen Kuss auf die Wange, doch er hielt mich fest und schaute mich so verliebt an, das mir die Knie weich wurden. Er nahm mich in den Arm und ich erwiderte diese Umarmung sehr gerne. Das war der weltbeste Kuss, den ich dort bekommen habe!!! Es fühlte sich an, als würde mein Bauch vor Schmetterlinge wimmeln. Da begann eine wundervolle Zeit. Mark war so aufmerksam und höflich, das ich oftmals dachte, ich wache gleich auf!! Er hat sich vom ersten Tag an sehr gut mit Adam verstanden. Die beiden haben schnell Gesprächsthemen gefunden und jeder wusste, warum der jeweils andere für mich wichtig ist. Nur ganz selten ließ Mark erkennen, das er mit der Wohnsituation nicht ganz zufrieden war. Ich war auch sehr gerne in seiner Wohnung. Zum einen, weil wir diese für uns alleine hatten, seine Eltern hatten sie kurzerhand als „Anlage-objekt“ gekauft. Zum zweiten, weil sie wirklich geräumig und sehr modern und hell war. Dagegen war unsere Altbauwohnung ein düsteres Loch. Mark braucht auch nie nebenbei arbeiten, seine Eltern verdienten sehr gut und unterstützen ihn mit allem, nicht nur mit Geld. Als ich die beiden kennenlernte, war ich von deren sicheren und weltgewandten Auftreten regelrecht erschlagen.

Beide tragen die teuersten Klamotten und Schmuck, die ich je gesehen habe. Bei Marks Mutter habe ich es in den ganzen Jahren nie erlebt, dass die Frisur nicht perfekt sitzt und das Make-up ebenso. Allerdings habe ich es auch noch nie erlebt, dass die beiden besonders herzlich sind. Eine Umarmung von weitem, mit einem Küsschen links und rechts, meistens, ohne sich wirklich zu berühren, ist das einzige, was man zur Begrüßung bekommt. Für Mark war es daher vollkommen überraschend, als wir das erste Mal bei meinen Eltern waren und meine Mutter ihn herzhaft in den Arm nahm.

Es gab aber auch Tage, da konnte er mich kaum an sich heranlassen. Dann war Mark kühl und abweisend. In manchen Momenten jedoch, schien er Liebkosungen wie einen Schwamm aufzusaugen, konnte nicht genug davon bekommen und ließ sich von mir sogar in den Arm nehmen, um sich wie ein kleines Kind anzukuscheln. Ich lernte schnell seine Laune zu erkennen und danach zu handeln. Er war mit seinem Studium fertig und hatte bereits seine erste Stelle in einem Krankenhaus angetreten. Um in meiner Nähe zu bleiben, hatte er die erste Möglichkeit in der Nähe ergriffen. Als Neuling ist man dort offensichtlich der Fußabtreter für alle und muss Extraschichten machen. Er arbeitete quasi durchgehend und fiel bei jeder freien Möglichkeit total erschöpft ins Bett. Für mich war das okay, dann konnte ich neben den Arbeiten weiterhin in der Kneipe jobben, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Angebote bei Mark einzuziehen schlug ich aus, denn ohne mich hätte Adam die Wohnung nicht halten können oder hätte einen neuen Mitbewohner suchen müssen. Da wir aber fast fertig waren, beschloss ich, die letzte Zeit alles beim Alten zu lassen. An einem Freitag mussten Adam und ich viel für eine Klausur lernen und Mark und ich konnten uns wieder nicht sehen und das, obwohl er endlich einmal frei hatte.

Als wir an diesem Abend einiges geschafft hatten, wollten wir eine kleine Pause machen und schnell etwas Essen gehen, bevor wir uns wieder in die Arbeit stürzen wollten. Zum Kochen und aufräumen hatte keiner Zeit oder Lust. So sollte es ein kleiner Snack beim Italiener um die Ecke geben. Wir hatten grade bestellt, als Mark mit einer Horde seiner Freunde am Restaurant vorbei-zog. Alle hatten schon ordentlich getankt und waren wohl auf dem Weg zum Fußballspiel des Lieblings-vereins. Die Stimmung war entsprechend hochgefahren. Mark sah nicht glücklich aus, dass wir zusammen saßen, während ich ihn schon seit Wochen abgewiesen hatte. Sein Freund Sven rief prompt: „Hey, ich denke deine Süße muss lernen!! Jetzt sitzt sie hier mit dem warmen Bruder. Jetzt weißt du hoffentlich, worauf sie steht. Dann hat sie vielleicht mehr Zeit für dich!“ Alle im Lokal starrten uns an und die ganzen Freunde von Mark haben sie königlich amüsiert. Er selbst stand nur ernst da und hat mich angestarrt, als hätte ich grade einen Striptease vor dem Lokal gemacht und danach einen fremden Mann vergewaltigt. „Lasst uns gehen!“ war das einzige, was er zu seinen Kumpeln gesagt hat und ist dann einfach gegangen. Seine Freunde haben dann noch gegröhlt: „Hey, such dir für heute eine andere. Dann kannst Du mal wieder Dampf ablassen und hast bessere Laune..“ Dazu machten sie eindeutige Bewegungen mit der Hüfte und wieder war das Gelächter groß. Über dieses bescheuerte Benehmen war ich so gekränkt, das ich auf Essen keine Lust mehr hatte. Wir haben also beide etwas in unseren Salaten herumgestochert und sind dann wieder in unsere Wohnung gegangen. An Lernen war auch nicht wirklich zu denken. Adam schlug noch vor, etwas aus zu gehen um diesen unerfreulichen Vorfall zu vergessen, doch ich wollte nur alleine sein. Also ist er gegen 23.00 Uhr losgezogen in die schöne Partyszene.

Als es gegen 1 Uhr im Flur polterte und schepperte dachte ich natürlich sofort an Adam. Um keinen Ärger mit den anderen Mietern zu bekommen, bin ich schnell in den Flug gesaust und habe die Wohnungstür aufgerissen. Da stand dann Mark. Besoffen wie fünf Matrosen und hinter ihm noch zwei seiner Freunde mit gleichem Alkoholpegel. Der eine rief laut: „Los Alter, jetzt zeig ihr mal, wer den Schwanz in der Hose hat!“ und gab Mark einen solchen Schubser, das er erst gegen mich und wir zusammen gegen unseres Flurwand knallten. Als die beiden auch noch in unsere Wohnung kommen wollten, hielt Mark sie auf und lallte nur: „Ich kann das schon alleine und glotzen ist nicht!“ Dann schob er die beiden vor die Tür und knallte die Tür zu. Wortlos griff er mein Handgelenk und torkelte in mein Zimmer. Auf dem Weg dahin fragte er: „Ist er da?“ und ich antwortete: „Nein, Adam ist ausgegangen.“ Als wir in meinem Zimmer waren, riss er mich an sich. Von der Fahne war ich gleich mit betrunken. Dann küsste er mich und hielt mich grob fest. Als ich ihn etwas von mir fort schieben wollte, griff er in meine Haare und schnaubte: „Jetzt bin ich dran!“ Zum Schlafen hatte ich mir ein kurzes Satin-Schlafkleid übergezogen und mit einem Handgriff riss er es mir vom Körper. Dann stieß er mich aufs Bett. Eine Zeit stand er am Fußende und beobachtete mich. Dann fing er an sich auszuziehen. Als er beim Hose ausziehen fast gestützt wäre, robbte ich zum Kopfende und zog die Decke vor meinen Körper. Er schaute zu mir her und schnauzte mich an: „Los, zieh den Fetzen aus. Ich hab hier genug zu tun.“ Er fingerte an seiner Unterhose herum, die nicht über seinen steifen Penis zu ziehen war. Wenn ich nicht so viel Angst gehabt hätte, wäre die Situation wirklich zum Lachen gewesen.

Dann ging er ums Bett herum und den Rest auf allen Vieren näher zu mir. Er packte die Decke und riss sie mir weg: „Ich will doch sehen, was mir gehört!“ lallte er. Dann zog er mich an den Füßen zu sich. Ich versuchte vergeblich, mich aus seinem festen Griff zu befreien. Er zog mir den Slip fast zärtlich und langsam aus, schaute mich wieder richtig gierig an und beugte seinen Kopf zu meinem Bauch herunter. Als ich meine Hände vor die Brust legte, schaute er hoch, ergriff meine Gelenke und drückte sie an mein Bettgestell. „Wehe, du lässt die Stangen einmal los,“ flüsterte er und der Ton seiner Stimme ließ mich schaudern. Er hörte sich nicht an wie Mark, sondern bedrohlich, dunkel und als würde er es sehr ernst meinen. Er küsste meinen Bauch und meine Brüste, wanderte dann immer tiefer. Als ich grade meine Angst zu verlieren schien und eine Hand von den Stäben löste, hielt er inne und schaute mich boshaft an. Langsam hielt ich mich wieder fest und sofort war die Angst wieder da. Schnell griff er unter meinen Hüften nach meinen Po und zog mich mit einem Ruck zu sich her. Mit einem kräftigen Ruck war er in mich eingedrungen. Meinen kleinen Aufschrei schien er als Lust zu verstehen, denn mit eiskalter Miene meinte er: „So, jetzt kriegst du mal nen richtigen Mann zu spüren.“…

Er war unglaublich grob. Mein Winseln und Schluchzen schien ihn nur noch mehr anzufeuern. Und da er Alkohol getrunken hatte, dauerte das