Seelenflaum - Veronika Schneider - E-Book

Seelenflaum E-Book

Veronika Schneider

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Beschreibung

kleine berührende Engelgeschichten aus dem alltäglichen Leben

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Seitenzahl: 73

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Ich widme dieses Büchlein allen Menschen dieser Erde, ob groß und klein.

Vor allem meinen drei wunderbaren Kindern, die mir mit ihrer Liebe und Anerkennung mein Herz erwärmen - auch in schweren Zeiten.

Durch jedes Einzelne, ihr Lieben, darf ich erfahren, was es heißt, bedingungslos, auch mit Fehlern, geliebt zu werden.

Ich bin nicht perfekt - aber ich bin so, wie ich bin.

Danke, Eure Mutter, Eure Veronika

Inhaltsverzeichnis

Jophiel und die Botschaft des Bergkristalls

Leandra

Immerschön

Franz und Franzi

Engel der Leichtigkeit

Daniel und der Amethyst

Das kleine Häuschen

Das kleine Körnchen

Asniel, der kleine Engel der Glückseligkeit

Salome

Die kleine Mariposa

Ein Märchen, das erzählt werden wollte

Auriel und der Aquamarin

Die magische Reise zu meinem »Seelenkind«

Jophiel und die Botschaft des Bergkristalls

Liebevoll blickte der Herr in seine Engelsschar. Es war wieder einmal an der Zeit, sie zu sich zu rufen und einen besonderen Auftrag zu vergeben. Jedes Mal fiel es ihm schwer, einen von ihnen auszuwählen, denn alle seine Lieben waren etwas ganz Besonderes für ihn.

Nach dem vollzähligen Eintreffen seiner Engel und der kurzen Aufregung erklärte er, was er vorhatte. Der Engel, den er suchte, sollte die Begabung haben, in uns das Bewusstsein zu wecken und das Licht in unserem Inneren zu entdecken.

Da kam kein anderer in Frage als Jophiel, denn sein Name trug den Inhalt dieser Botschaft. Der Herr richtete das Wort an den kleinen Engel und besprach den Auftrag mit ihm.

Jophiel sollte sich auf den Weg machen, einen Bergkristall suchen und diesen zu Manuel bringen, der sich gerade für alles schuldig fühlte, weil sich seine Eltern trennten und er nunmehr ohne Vater leben musste.

Für Manuel war die Welt vollkommen in Ordnung, bis zu dem Zeitpunkt, als der Vater die Mutter verließ. Er liebte doch beide und so gab er sich die Schuld daran. Ja, Manuel fühlte sich schuldig und das machte ihn traurig und einsam.

Er wusste, dass sich die Eltern immer mehr stritten und keinen Ausweg mehr sahen, als sich zu trennen. Manuel war noch zu jung, um dies zu verstehen, und doch nahm er viel wahr.

Vater und Mutter erklärten ihrem Sohn nur, dass es nichts mit ihm zu tun hätte. Doch das schlechte Gefühl blieb. Manuel zog sich immer mehr zurück und weinte oft, wenn es die Mutter nicht sah. Denn er wollte doch jetzt stark sein für sie, musste doch aufpassen, er war jetzt der »Mann« im Haus.

Der Konflikt in ihm wurde täglich größer, der Vater fehlte ihm sehr. Er vermisste die Gespräche, die Erklärungen des Vaters auf seine Fragen. Dinge, die er mit der Mutter nicht teilen konnte.

Nun lebte der Vater allein auf der großen Alm in den Bergen. Früher hatte Manuel die Ferien dort verbracht und geholfen, wo man ihn brauchte. Vater erklärte ihm das Melken der Kühe, das Füttern der Kälber und, was Manuel ganz besonders gut gefiel, das Fahren auf dem Traktor. Er durfte natürlich nur im Hof herumfahren, denn die Alm lag hoch und steil am Berg. Doch wenn der Vater das Heu einholte, durfte er auch am Steilhang mitfahren. Das war ein tolles Gefühl und er wünschte sich, dass er dies eines Tages auch könnte.

Und jetzt lebte Manuel im Dorf unten im Tal und der Vater lebte weit oben in den Bergen. Er vermisste seinen Vater und die Berge sehr.

Eines Abends, als der Junge im Bett lag, überlegte er, wie er es schaffen könnte, dorthin zu gehen. Doch der Winter stand bereits vor der Türe. Die Tage waren kalt, nass und es schneite gelegentlich. Sollte er es wagen, zum Vater aufzubrechen?

Der Weg war ihm bekannt. Aber wann war der richtige Zeitpunkt? Allzu lange durfte er nicht warten, denn das Wetter konnte zu dieser Jahreszeit in den Bergen sehr unberechenbar sein.

Der Gedanke daran ließ ihn nicht einschlafen. Leise schlich er aus seinem Zimmer und schaute nach seiner Mutter. Sie saß noch am Ofen und stickte an ihren wunderbaren Deckchen. Sie musste doch etwas dazu verdienen, damit sie davon leben konnten. Zweimal in der Woche ging die Mutter auf den Markt, um ihre Ware zu verkaufen. Die Arbeit war anstrengend und oft wirkte die Mutter sehr müde und doch bemerkte Manuel noch das Leuchten in ihren Augen. Da wusste er, dass ihr die Arbeit noch Freude bereitete.

Kurz blickte die Mutter auf und horchte in den Raum. Pst, ob sie mich gehört hatte? Manuel lief zurück in sein Zimmer. Wie sollte er es der Mutter sagen? Sie fand die Idee bestimmt nicht gut, wäre dann voller Sorge und würde wahrscheinlich den Vorschlag machen, den Frühling abzuwarten.

Nein, das war unmöglich, die Sehnsucht, den Vater wiederzusehen, war unerträglich. Er musste einen Entschluss fassen. Ach, verschieben wir es erst mal auf morgen, dachte er und schlief ein.

Manuel wachte früher auf als gewohnt, verließ sein Zimmer, schaute nach dem Ofen, so wie er es jeden Morgen tat. Man konnte noch die Wärme von gestern spüren. Schnell legte er noch etwas Holz auf, lief in die Küche und frühstückte. Während er seine Milch trank, versank er in einen Traum, der doch jetzt schon so wirklich war.

Er fasste den Entschluss: Heute wollte er zum Vater in die Berge aufbrechen. Manuel holte seinen Rucksack vom Haken und packte sich Brot, Obst und eine Flasche Wasser ein. Schnell wusch er sein Gesicht mit kaltem Wasser in der Küche. Noch ein paar warme Sachen in den Rucksack stecken, die Bergschuhe und die Winterjacke anziehen. Manuel war jetzt startklar.

Doch was sollte er seiner Mutter sagen? Sollte er ihr noch einen Zettel schreiben – BIN BEI VATER? Der Gedanke, dass sie sich sorgen könnte und dass sie ihn einholen könnte, bevor er auf der Alm war, ließ ihn schnell vergessen, ihr eine Nachricht zu schreiben. Manuel verließ leise das Haus und begab sich auf sein Abenteuer.

Jophiel beobachtete all dies vom Himmel aus, aber er durfte jetzt noch nicht einschreiten. Wie gerne wäre er mit dem Jungen auf die Reise gegangen, doch sein Auftrag lautete anders. Zuerst musste er den Stein finden und dann durfte er mit Manuel in Kontakt treten. Also packte der Engel seine Sachen, die er für die Reise benötigte, verabschiedete sich von seinen Lieben, setzte sich auf sein Wolkenschiffchen und machte sich auf den Weg. Auch Jophiel fuhr ins Unbekannte. Wo sollte er anfangen zu suchen? Wo gab es den passenden Stein für Manuel? Doch ein Gedanke ließ ihn nicht mehr los.

Warum sollte er den Stein nicht in den Bergen finden, dort wo der Junge zu Hause war? Kurzum lenkte er sein Schiffchen dorthin und war gespannt auf das, was ihn erwartete.

Manuel war bereits eine Weile unterwegs. Das Dorf lag hinter ihm und er hörte leise die Glocken des kleinen Kirchleins läuten. Er dachte an Mama, die jetzt bald merken würde, dass er nicht mehr da war. Der Wind blies ihm um die Ohren und er zog seine Mütze etwas tiefer ins Gesicht. Jetzt wurde der Weg nach oben in die Berge immer steiler. Er war teilweise nass und teilweise voller Schnee, der es aber nicht schaffte, liegen zu bleiben. Schritt für Schritt mit dem Wind im Gesicht stieg der Junge höher und höher. Die Kraft dafür nahm er aus seinem Inneren, dem Ruf seines Herzens.

Die Sehnsucht nach seinem Vater trieb ihn weiter voran. Einige Stellen, die er betrat, waren gefährlich für ihn. Manchmal glitt er aus und konnte sich noch an herausstehenden Wurzeln festhalten. Manuel hangelte sich an Felswänden entlang und wanderte über eine schmale Brücke, die über die tiefe Schlucht hing. Durch den Wind schaukelte sie etwas und einen kurzen Augenblick dachte er daran, wieder umzudrehen und in die warme Stube zur Mutter zurückzukehren. Aber der innere Ruf trieb ihn immer weiter und weiter.

Auf der anderen Seite der Schlucht musste Manuel noch an den Hügeln vorbeigehen, auf denen er in der Ferne die Kühe erkennen konnte. Doch der Junge wusste, dass der Vater sie immer irgendwo anders weiden ließ. Vor allem um diese Zeit, wo das Gras nicht mehr so saftig war. Manuel war müde und er fror. Die Kälte wurde dort oben immer unerträglicher. Ach, Mama, wie schön wäre es, jetzt bei dir zu sein und eine warme Tasse Milch zu trinken, dachte er. Doch irgendetwas in seinem Inneren ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Er ging weiter seines Weges. In der Ferne sah er die Dächer des Dorfes.