Seelenkater - Tamara Schenk - E-Book

Seelenkater E-Book

Tamara Schenk

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Beschreibung

"Das Leben hält oft Wunder bereit, man muss sie nur sehen und Gelegenheiten ergreifen." -- Max Dies ist ein ganz besonderes Buch. Ein Buch, das Seelenkater Max bei seinem Frauchen nur wenige Wochen vor seinem Tod in Auftrag gegeben hat. Wie so vieles hat er auch das selbst eingepfötelt. Eine Geschichte, getragen von der tiefen Liebe zwischen Max, Flix, Howy und ihren Menschen, auch in Zeiten großer Herausforderungen. Es geht um die Tier-Mensch-Beziehungen auf Augenhöhe. Um die Adoption älterer Kater aus dem Tierheim und ihr körperliches und seelisches "Gepäck". Um Tierkommunikation, Krankheiten, sonnige Momente und die Reise ins Regenbogenland. Tauche ein in die "Seelenkater"-Geschichten, lerne Alphakater Max, Denker Flix und Sonnenschein Howy kennen, erlebe gemeinsam emotionale und witzige, aber auch hochdramatische Situationen. Lerne, wie Schulmedizin, natürliche Heilmethoden und Energetik sich gegenseitig super ergänzen können. Erlebe eine Geschichte, die berührt. Eine Geschichte, die Mut macht. Eine Geschichte, in der Max seine Menschen adoptiert und über seinen Tod hinaus begleitet hat. Eine Geschichte, die zeigt, dass Liebe die stärkste Energie ist, die wir haben. "Lass Liebe und Freude Deine Handlungsprinzipien sein." -- Howy

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 345

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Tamara Schenk

Seelenkater

Wie Max, Flix und Howy mich lehrten, mit dem Herzen zu navigieren

© 2022 Tamara Schenk

Aktualisierte Ausgabe

Internet: https://seelen-kater.de/

Facebook: https://www.facebook.com/MeineSeelenkater

Email: [email protected]

Autorin: Tamara Schenk

Umschlag, Illustration: Bill Jeckells, Graphic Design, UK Lektorat, Korrektorat: Johanna Furch, Wortwühlmaus Weitere Mitwirkende: Seelenkater Max, Flix und Howy

Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany

ISBN:

 

Paperback

978-3-347-11640-5

Hardcover

978-3-347-11641-2

e-Book

978-3-347-11642-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation inder Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Ein paar Worte vorab

Max‘ Auftrag

10. Januar 2015, als alles begann

Zu Hause angekommen

Eine Routine entwickeln

Kratzbaum mit Aussicht

Sonne zum Frühstück

Wie Katzen trinken – oder eben nicht

Max‘ Chronische Niereninsuffizienz

Flix, der Trockenfutter Junkie

Max‘ Zahnsanierung, die erste

Wenn der Chefkater zum Patienten wird

Erste Erfahrungen mit der Tierkommunikation.

Sonnenplätze und Himbeerkater

Katzennetze

Mit Max zu Tisch

Der König der Streuner

Mal wieder beim Tierarzt

Silvester Stress

Flix‘ Therapie: Alternativen sind gefragt

Heukater

Zahnoperation, die zweite

Flix‘ depressive Phase

Flix‘ Herzchen

Die Intuition als führendes Element

Ohrenentzündung

Ein Tumor im Ohr

Nach Hause und ab auf den Balkon

Der Tumor war bösartig

Schlafanzugteile und Papierbälle

Der Lymphknoten sieht nicht gut aus

Welche Therapie ist die richtige für Max?

Wie geht man damit um?

Die Zeit läuft

Max bereitet sich auf seine Abreise vor

Das Jahr 2017 startet sehr dynamisch

Klarheit am 5. Januar

Was soll das alles bedeuten?

OP am 10. Januar – und die Odyssee beginnt

Mit dem Herzen navigieren

Max‘ Reise ins Regenbogenland

Funktionieren und realisieren

Trauern oder ein Leben ohne Max

Herzform und Seelenform

Er wollte uns morgens wieder wecken

Energetisch gesehen

Flix‘ Sicht der Dinge

Seniorenkratzbaum für Flix

Hallo Max – Gespräche mit verstorbenen Tieren

Das Universum hat alles bestens eingefädelt

Howy zieht bei uns ein

Howy muss in die Klinik

Nächtliche Katerschreie und andere Herausforderungen

Also direkt rein ins Mäulchen

Flix‘ Zahnsanierung

Chefkater Flix

Herrchenkater Howy oder wer macht was

Howys Post-Cortison-Ära

Medizinisches Steh-auf-Katerchen

Balkonmomente

Flix’ Nierenkrise, die erste

Schwiegermama im Einsatz

Vitamin B12

Patchy’s Abreise und ihr Katzenhaus

Wally im Einsatz

Flix‘ Nierenkrise, die zweite

Nichts essen, in der Höhle bleiben

Das Jahr 2019 beenden

Howy bereitet seinen Abschied vor

Es sind die kleinen Momente, die zählen

Loslassen

Sie ziehen nur um

Verantwortung kann man nicht abgeben

Howys Reise ins Regenbogenland

Flix, der wahre Held

In unsere Herzen umgezogen

Howy hat eine Botschaft

Max über Tierseelen und Menschenseelen

Nachwort

Anhang

Ein paar Worte vorab

Erstmal freue ich mich sehr, dass die Seelenkater ihren Weg zu Dir gefunden haben. Ich wünsche Dir spannende Stunden mit Max, Flix und Howy und unserer gemeinsamen Geschichte. Möge Dir das Buch viel Freude bereiten und die eine oder andere Inspiration und Erfahrung mitgeben, die Dir und Deinen Tieren zu Gute kommen wird.

Das Buch hat eine besondere Entstehungsgeschichte. Wie Du auf der Rückseite vielleicht schon lesen konntest, ist es Max‘ Auftrag an mich. Seelenkater Max‘ Auftrag, um genau zu sein. Die Geschichte von Max und Flix, und später auch Howy. Sie ist untrennbar mit meiner Geschichte verbunden.

Es ist aber mehr als nur eine Geschichte unserer drei senioren, aus dem Tierschutz adoptierten Kater. Genau dieses „mehr“ ist das, was Max und mir so wichtig ist: das Verstehen und Wahrnehmen der Tiere als vollwertige Familienmitglieder, als fühlende, wissende, intelligente Wesen. Mit eigener Persönlichkeit. Als Individuen mit speziellen Bedürfnissen.

Max, der mir das Schlusswort in die Feder diktierte, sagt es ganz deutlich: „Höre bitte niemals auf, den Tieren zu helfen und mehr Verständnis für Tiere unter den Menschen zu erzeugen. Deswegen ist das Seelenkater-Buch so wichtig.“

Wenn wir Tiere bei uns aufnehmen, werden wir ungemein reich beschenkt. Mit ganz viel Liebe und Freude. Mit Vertrauen. Mit wunderbaren Momenten. Mit witzigen Momenten. Mit innigen Momenten. Mit eigener und gemeinsamer Entwicklung, denn Du wirst Dich immer mit Deinen Tieren gemeinsam weiterentwickeln. Wir bekommen also auch gemeinsame Aufgaben, an denen wir wachsen. Es ist ein wunderbarer Weg - wenn Du ihn zulässt.

Zulassen ist wichtig, genauso wie offen bleiben für all das, was sich entwickelt, wie ihr euch entwickelt. Das erfordert ein offenes Herz, Geduld und Zeit. Und es erfordert vor allem ganz viel Liebe. Und auch die Akzeptanz, dass sich Dinge anders entwickeln, als Du sie Dir vielleicht vorgestellt hast. Vielleicht habt ihr noch viel mehr Freude zusammen, als Du es je für möglich gehalten hättest. Vielleicht habt ihr auch die eine oder andere Herausforderung zu meistern. Zu all den Themen haben Max, Flix und Howy einiges zu erzählen.

Manche Tiere, speziell die aus dem Tierschutz, haben oft Furchtbares erlebt. Sie kommen mit „Gepäck.“ Wie wir Menschen auch. Sie brauchen Vertrauen, Liebe, Zeit, Geduld. Und gleichzeitig ganz viel Klarheit. Und die Sicherheit, dass sie ankommen dürfen, dass sie die Zeit bekommen, die sie brauchen, und dass es ihr Für-Immer-Zuhause ist. Dass Du für sie da sein wirst, auch wenn’s mal schwieriger wird. Vor allem Flix‘ und Howys Geschichte werden Dir viel Einblicke dazu geben, auch in die Wege, die wir gemeinsam eingeschlagen haben.

Wenn wir Tiere bei uns aufnehmen, treffen wir eine Entscheidung, Lebewesen auf Augenhöhe aufzunehmen. Und eure Geschichte ist genauso einzigartig wie meine hier. Ihr gestaltet sie gemeinsam. Ihr werdet mit der einen oder anderen Herausforderung konfrontiert werden. Dazu werde ich euch einiges erzählen und wie wir damit umgegangen und alle zusammen daran gewachsen sind. Mein Weg, meine eigene Entwicklung ist untrennbar mit Max, Flix, und Howy verbunden.

Wenn wir Tiere bei uns aufnehmen, übernehmen wir Verantwortung. Die Verantwortung für ihr Leben. Denn in dem Moment, in dem Du ein Tier bei Dir aufnimmst, hängt sein Leben von Deinen Entscheidungen ab. Es mag für Dich vielleicht etwas hart klingen. In letzter Konsequenz ist es aber so. Denn Du entscheidest beispielsweise, welches Futter Du deinem Tier anbietest. Du entscheidest, wieviel eigenen Raum Dein Tier hat, wie viele Kratz-, Rückzugsund Schlafmöglichkeiten es bekommt. Bei Katzen, ob sie raus gehen oder nicht. Du entscheidest, ob und wie Du Dein Tier im Krankheitsfall behandeln lässt. Du entscheidest, inwieweit Du Dich selbst in bestimmte Themen einarbeiten willst. Es ist alles Deine Entscheidung. Und es ist Deine Verantwortung.

Du entscheidest auch, wie das Lebensende Deines Tieres aussieht. Es ist aus meiner Sicht wichtig, sich damit zu beschäftigen, bevor die Situation eintritt. Der Tod scheint eines der letzten Tabuthemen unserer Gesellschaft zu sein, für Mensch und Tier gleichermaßen. Ich erzähle hier frank und frei, wie es mir damit ging, in mehreren Situationen, die sehr unterschiedlich waren. Alles in allem war die Erfahrung, meine Seelenkater auf diesem Weg begleiten zu dürfen, sehr intensiv, bereichernd und erfüllend für mich. Selten habe ich mehr gelernt. Ein Tier in seiner letzten Lebensphase zu begleiten ist niemals eine Komfortzone. Es ist aber eine immense „Wachstumszone“ für Dich und Deine Katze, wenn Du es zulässt. Und nein, ich habe keine Angst mehr vor dem Tod.

Max erteilte seinen Auftrag für dieses Buch wenige Wochen vor seinem Tod. Ich habe nach seinem Umzug ins Regenbogenland in wenigen Monaten etwas mehr als das halbe Buch geschrieben. Dann hat uns Max den lieben Howy geschickt und ich hatte erst mal keine Zeit mehr zum Schreiben. Du wirst bald lesen, warum. Dann war mir lange nicht klar, ob das Buch ein Max und Flix, oder aber ein Max, Flix und Howy Buch sein würde. Es wurde letzteres. Weil mir Howy das so sagte. Und ich habe den Rest des Buches in weniger als vier Wochen fertig geschrieben. Und in dieser aktualisierten Ausgabe erfährst Du noch etwas mehr.

Und nun gilt es danke zu sagen, all den wunderbaren Menschen, denen ich mit und durch die Seelenkater begegnet bin, die uns geholfen haben, auf ganz unterschiedliche Weise.

Ein herzliches Dankeschön geht an Sylvia Raßloff, die mir den Weg zur Tierkommunikation aufzeigte, von der ich auch die Tierkommunikation erlernen durfte und die Max und Flix lange begleitet hat. Dann habe ich auf meinem Weg wunderbare Frauen kennengelernt, die ähnliche Wege eingeschlagen haben. Auch heute noch helfen wir uns gegenseitig, und wir arbeiten auch oft in Kundenprojekten zusammen. Allen voran möchte ich hier Kerstin Kowalczyk mit „Tierkommunikation Herz & Seele“, Martina Klaue mit ihrer „Seelenpfade Tierkommunikation“ und Christina Strobl-Fleischhacker von „de anima“ nennen. Ich bin sehr dankbar, Euch in meinem Leben zu wissen.

Parallel dazu habe ich mich viel mit energetischer Arbeit beschäftigt, und vor allem in den letzten Jahren extrem viel dazu gelernt und implementiert. All das kommt meinen zwei- und vierbeinigen Kunden zu Gute. Aus tiefstem Herzen DANKE an meinen Lehrer Toby Alexander, der mir diesen Weg aufzeigte, von dem ich vielfältige Methoden und Prozesse zur Energiefeldreinigung, Karma Clearing, DNA- Aktivierung auf Quantenebene und vor allem zum Trauma Clearing erlernen konnte. Das brachte mich zu „Energy Field Mastery,“ meiner Seelenmission, meinem Herzens-Business, wo es darum geht Mensch und Tier in ihre Kraft zu bringen, sie auf ihrem Seelenweg zu unterstützen, und all das was da energetisch im Weg steht, aufzulösen. Und ja, Trauma ist das hartnäckigste, was uns da begegnet. Bei Mensch und Tier.

Weiterhin möchte ich dem Team der Tierklinik Hofheim herzlich danken, das unsere Seelenkater fast von Anfang an sehr engagiert, hoch kompetent und sehr erfolgreich betreute. Flixchen fand es nach Jahren des Nachdenkens sogar ganz in Ordnung, auf dem Schoß seiner Kardiologin den Blutdruck gemessen zu bekommen!

Ein großes Dankeschön geht an Tom Kaetzke und seine Praxis für Tiergesundheit. Er begleitete Howy und Flix. Ohne seine Hilfe hätte Howy nicht so viel Lebensqualität erlangt, und auch Flix bekam die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und die Bioresonanz sehr gut, immer auf Basis der schulmedizinischen Diagnose und Therapie.

Vielen Dank auch an das Institut Mykotroph, wo ich sehr viel über die Kraft der Heilpilze gelernt habe, sehr zum Wohl der Seelenkater. Und auch ich selbst unterstütze mein Immunsystem seither erfolgreich mit Heilpilzen.

Dann möchte ich all den wunderbaren „Cat Mums“ herzlich danken, die uns auf diesem Weg auf unterschiedlichste Weise begleitet haben. Unsere liebe Freundin Wally, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand und steht, und die unsere Tigerchen das eine oder andere Mal im 24/7 Modus versorgt hat als wir verreist waren. Meine Schwiegermutter Anneliese, die unsere Kater ebenfalls öfters betreute, als sie dazu noch fit genug war. Und viele andere mehr. Danke!

Anlaufstellen in Krisen sind sehr wichtig. Wissen, wohin man sich wenden kann, wenn man mal nicht weiter weiß. Und solche Situationen hatten wir. Erfahrungen austauschen, Tipps bekommen, Empfehlungen bezüglich Tierärzte, Therapien, und Methoden zu erlangen ist oft entscheidend. Und oft noch wichtiger, einfach mal gehört werden, wenn einem gerade was sehr an die Nieren geht. Herzlichen Dank an ganz wunderbare Menschen, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann. Ihr wisst, Ihr seid gemeint!

Herzlichen Dank dem Tierheim Mainz, wo wir Max und Flix kennen und lieben lernten und dem Tierheim Hanau, wo Howy lebte, als wir ihn kennenlernten. Und ganz wichtig, Howys Bezugsperson im Tierheim, die liebe Martina Frank, die ihn uns vermittelte und uns bis heute begleitet.

Und herzlichen Dank geht an Johanna Furch, deren schnelles und effektives Lektorat mir eine große Hilfe war, und an Bill Jeckells für das wunderschöne Cover, das die Energie dieses Buches perfekt widerspiegelt.

Und natürlich tausend Dank an Michael, meinen Mann, den weltbesten Katzenpapa, oder auch #catdad genannt.

Und nun wünsche ich Dir ganz viel Freude mit den Seelenkatern!

Max‘ Auftrag

Es gibt einen Grund, warum Du dieses Buch in Deinen Händen hältst oder es auf Deinem Reader lesen kannst. Max hat es mir so aufgetragen. Max wollte, dass ich ein Buch

über Seelenkater schreibe, über unsere innige Beziehung, ein Buch mit ihm in der Hauptrolle und mit Flix, seinem Freund und mit Howy, den er uns später geschickt hat. Aber dazu kommen wir noch. Eins nach dem anderen. Und wer das unbeschreibliche Glück hatte, Max persönlich zu kennen, wird sofort verstehen, warum mir sein Wunsch Befehl war. OK, ich schreibe auch sehr gerne. Aber auch das wusste Max …

Also, das mit dem Buchauftrag kam so:

Es war wenige Wochen vor seinem Tod, als er eines schönen Abends auf den Wohnzimmertisch gesprungen ist. Das hatte er nur sehr selten gemacht hat. Vor allem deswegen, weil er Unordnung nicht ausstehen konnte. Wir halten zwar an sehr vielen Stellen Ordnung, schon allein wegen Max, aber der Wohnzimmertisch gehört nicht unbedingt dazu.

Es war etwas ganz Bestimmtes, das ihn veranlasste, an diesem Abend hochzuspringen. Es war das wunderschöne Buch „Seelenhunde“ von Severine Martens, das da auf dem Tisch lag.

Wie meist, wenn Dinge wirklich geschehen sollen und für einen bestimmt sind, hilft das Universum kräftig mit. So auch in diesem Fall. Denn dieses wunderbare Buch, das ich kurz zuvor mit sehr viel Freude gelesen hatte, lag mitten auf dem Wohnzimmertisch. Und Max ging zielstrebig hin und hat sich einfach auf das Buch gesetzt.

Ich sagte zu ihm: „Max, möchtest Du ein Seelenkater-Buch haben?“ Er sah mich nur an, sehr bestimmt, wie immer, wenn ihm etwas ernst war und zog dann wieder von dannen.

„Hoffentlich hat sie’s jetzt kapiert“, mag er sich wohl gedacht haben. „Menschen … noch deutlicher kann ich es ja wohl kaum ausdrücken …“

Ich habe erst nach seinem Tod verstanden, wie viele Botschaften und wie viele Aufträge er mir hinterlassen hat und was er alles vorab geregelt hatte.

Mit einem klaren Ziel: Damit ich nach seinem Tod nicht in ein Loch falle und vor Traurigkeit vergehe. Er wollte mich immer lachen sehen, fröhlich, wie ich den Moment genieße. Letzteres ist wohl eine tierische Kernbotschaft für uns Menschen.

Wenn ich traurig war, oder gar weinen musste, hat er sich immer noch mehr als sonst für mich zuständig gefühlt, sich an mich gekuschelt, mich getröstet, mir seine Liebe und Fürsorge geschenkt. Auch wenn er seine Kraft eigentlich für sich gebraucht hätte. So war er eben, unser Max. Gentleman. Seelenkater. Der Fels in der Brandung. Der beste Freund von allen. Eine unheimlich weise Seele.

Er hat sich überhaupt immer zuständig gefühlt. Für mich, für uns und vor allem für seinen Seelenfreund Flix, mit dem er im Januar 2015 aus dem Tierheim zu uns kam.

Vielleicht fangen wir einfach von vorne an, als Max uns adoptiert hatte und er und Flix bei uns eingezogen sind.

10. Januar 2015, als alles begann …

Ich hatte schon seit langem den Wunsch, wieder mit Tieren zu leben. Ich bin mit Tieren aufgewachsen, vornehmlich mit Hunden, bin viele Jahre geritten, war und bin Pferden sehr verbunden. Und in einem Stall gibt’s immer Hunde und natürlich Katzen.

Mit den Jahren meiner Berufstätigkeit kam sehr viel Reisetätigkeit dazu. Eigentlich immer mehr. Und parallel dazu hatte ich immer weniger Kontakt zu Tieren. Keine gute Entwicklung für mich. Schrittweise habe ich das geändert. Zuerst raus aus der Beratungstätigkeit, die dadurch gekennzeichnet war, dass ich normalerweise vier Tage die Woche unterwegs war. Da auch Michael viel auf Reisen war und auch heute immer noch ist, war das kein Szenario, das ich einem Tier – egal welchem – zumuten wollte.

Schrittweise habe ich meine berufliche Situation so verändert, dass ich nun eine Aufgabe habe, die mir zum einen sehr viel Freude macht und die ich weitgehend von zu Hause ausüben kann. Also, eine klassische Win-Win-Situation! Als einzige Europäerin in einem amerikanischen Research Team war es völlig egal, wo ich arbeite. Hauptsache ich war online. Sobald ich mich in dieser Rolle etabliert hatte, war klar, dass ich wieder Tiere in meinem Leben haben möchte. Am liebsten Katzen. Genau, in der Mehrzahl. Unter Menschen zu leben ist sicher angenehmer, wenn man einen Artgenossen an seiner Seite hat.

Von Anfang an war klar, dass wir Katzen aus dem Tierschutz eine Chance auf ein liebevolles Zuhause geben wollten. Idealerweise solchen Samtpfoten, die wenig Chancen haben, je wieder aus dem Tierheim rauszukommen. Mit dieser Einstellung sind wir also am 10. Januar 2015 im Tierheim Mainz aufgeschlagen. Ja, zwei Katzen wollten wir gerne adoptieren, gerne auch etwas ältere Tiere.

Wir wurden rumgeführt und dann kamen wir zum Katzenhaus von Max und Flix. Max hatte das Katzenhaus im Griff. Das war sofort klar. Und er hat sich gleich für uns, vor allem für mich, interessiert. Max und ich hatten von Anfang an einen prima Draht zueinander. Ich durfte ihn recht schnell anfassen und sein wunderschönes rotes Fell streicheln. Er hat sich schon früh rangekuschelt. Man könnte auch sagen, er hat sich recht forsch rangeschmissen!

Dass er sich mit mir wohlfühlte, war unübersehbar. Und wo war Flix, der andere Kater des Duos? Felix hieß er damals noch. Versteckt im hinteren Teil des Katzenhauses. Zusammengekauert auf dem Heizkörper. Ein sehr süßer, wesentlich kleinerer schwarz-weißer Kater. Er hat nur sehr langsam zugelassen, dass ich mich näherte, aber anfassen … bloß nicht!

Max hatte uns immer im Blick, er hat genau beobachtet, dass wir nach Flix schauten und wie wir uns ihm näherten. Ich ging dann wieder in den vorderen Teil des Katzenhauses, wo Max wartete. Michael blieb hinten bei Flix. Wir haben die Infos zu den beiden gelesen: 2000 und 2003 waren die geschätzten Geburtsjahre. Sie wurden beide vom Tierheim an einer Futterstelle aufgegriffen. Mehr wusste man nicht über die Vergangenheit der beiden. Ach ja, und Max würde an einer beginnenden CNI leiden, einer chronischen Nierenineffizienz. Könne man aber gut mit entsprechendem Futter behandeln. Ja, dann … Manchmal ist es gut, sich einfach auf etwas einzulassen, seinem Herzen zu folgen, ohne die Details im vornhinein zu kennen.

„Na, alles gebongt?“, schien Max zu fragen. Er kam mir freudig entgegen als ich wieder zu ihm vorkam. Und dann hat er sich auf meine Tasche gesetzt, die ich am Rand abgestellt hatte.

Ein klares Signal! „Mach doch mal den Papierkram, damit wir hier weiterkommen“, schien er zu sagen. Ich schaute Michael an. Er schaute mich an. Und es war klar, dass ich dann mal den Papierkram machen würde, damit wir diese beiden wunderbaren Seelchen mit nach Hause nehmen konnten.

Ich hatte ein Gespräch mit einer Verantwortlichen des Tierheims. Dazu musste ich einige Fragen zur Katzenerfahrung und -kenntnis beantworten, sowie zu unseren häuslichen und räumlichen Verhältnissen. Außerdem ging es um Fragen, die das Ziel hatten, festzustellen, ob wir genügend Zeit für die Kater hätten, die nötigen finanziellen Mittel und wer sie im Falle von Reisen oder unvorhergesehenen Situationen betreuen würde. All das konnte ich anscheinend zufriedenstellend beantworten, die Schutzgebühr entrichten und den Adoptionsvertrag unterschreiben.

Und dann ging ich zurück zu Max und Flix, um beide in die XXL Katzentransportbox zu bekommen. Max ging gleich rein in die Transportbox. Das schien Flix zu ermuntern, mit etwas Hilfe dann doch auch mitzukommen.

Mit den beiden in der Transportbox und Futter übers Wochenende ging’s nach Hause. Mit Max, 12, und Felix, 15, so ihr vom Tierheim geschätztes Alter. In ihr Für-immer-Zuhause. Sie würden sich nie mehr sorgen müssen.

Zu Hause angekommen

Die Fahrt war recht unproblematisch. Max schien Flix zu beschützen. Flix hatte sich quasi unsichtbar in der dunkelsten Ecke des Katzentransportkorbes eingerollt. Und Max hat sorgfältig beobachtet, wo wir denn hinfahren.

Zu Hause angekommen, haben wir den Katzenkorb geöffnet und die beiden sind ganz vorsichtig rausgeschlichen. Max ist schnurstracks in mein Arbeitszimmer gelaufen, hinter das rote Sofa und Flix ist unter das Sofa im Wohnzimmer geflüchtet. Beide in tiefer gelegter Haltung. Da blieben die beiden erst mal. Wir wollten ihnen ihre Toiletten zeigen, eine unten und eine oben, aber dazu war gar keine Zeit. Sie brauchten wohl erstmal Ruhe und mussten sich orientieren. Nach einer Weile kamen sie raus und haben die Toiletten selbst entdeckt.

Am Abend kurz etwas futtern – wenigstens was probieren, um zu sehen, ob die Grundversorgung beim neuen Servicepersonal auch funktioniert. Es schien alles OK zu sein. Jedenfalls haben sich die Tiger sehr vorsichtig umgesehen. Max schien offene Treppenstufen nicht zu kennen. Mutig ging er rauf und schaute mich von oben ganz verwundert an: „Wie, da soll ich wieder runter?“ Flix hat derweil in weiterhin geduckter Haltung die Lage erkundet. Es schien recht positiv auszufallen. Sie haben sich dann wieder in ihre Rückzugsorte begeben.

Flix war unglaublich schnell, sehr fix fegte er um alle Ecken und so schnell wie irgend möglich wieder in sein Versteck. So wurde aus Felix einfach Flix, bereits am ersten Abend. Es fügte sich so. Max und Flix. Kurz und bündig.

Die erste Nacht im neuen Zuhause stand an. Sagen wir mal so: Richtig geschlafen hat wohl niemand, weder die Zwei- noch die Vierbeiner. Unsere lieben Kater waren gefühlte zehn Mal auf den diversen Katzentoiletten. Und wir waren sehr glücklich, die beiden bei uns zu haben und auch recht aufgeregt, dass wir auch ja alles richtig machen würden. Die beiden hatten sich in einem Tag mitten in unsere Herzen geschlichen und da festgesetzt. Wunderbar. Aber auch aufregend. Von nun an waren wir für ihr Leben und ihr Glück verantwortlich.

Eine Routine entwickeln

Die nächsten Tage waren davon geprägt, uns gegenseitig näher kennenzulernen. Die beiden haben in der ersten Woche die meisten Vormittage noch in ihren Verstecken

verbracht, kamen zum Frühstück raus und dann erst wieder am frühen Nachmittag. Am Abend hatten sie dann ihre aktivste Phase. Umhergehen, das neue Territorium erkunden und die Menschen kennenlernen. Den Tieren ihre Zeit zu lassen ist sehr wichtig. Sie entscheiden, wann und wie sie auf ihre Menschen zugehen. Wer weiß, was sie alles erlebt haben. Es braucht alles Zeit. Ihre Zeit. Sie ihnen zu geben, baut Vertrauen auf. Es galt, den Fressrhythmus der beiden kennenzulernen, sowie ihre diversen Vorlieben. Max zum Beispiel suchte Nähe und ließ sich anfassen und streicheln. Flix war da vorsichtiger, schüchterner und auch ängstlicher. Er ließ erst Schritt für Schritt zu, dass ich ihn anfassen und streicheln durfte.

Fressen fand in vielen kleinen Etappen statt. Max hat sich immer sofort für sein Futter interessiert, sobald es serviert wurde und gleich ein paar Happen genommen. Er war auf Nierenfutter eingestellt. Dabei sind wir dann auch erst mal geblieben. Es schien ihm zu schmecken. Später haben wir dann hochwertiges Seniorfutter dazu integriert. Er hat von Anfang an recht gut gefressen. Bei Flix war das überhaupt nicht so. Es schien ihn erst mal gar nicht zu interessieren, vor allem sein Nassfutter ließ er immer erstmal stehen. Sobald er jedoch das Geräusch von Trockenfutterstückchen vernahm, gab es kein Halten mehr. Flix, der Trockenfutter Junkie. Es sollte uns viele Monate beschäftigen, bis wir ihn auf hochwertiges Nassfutter umgestellt hatten. Aber dazu mehr im Kapitel „Flix, der Trockenfutter Junkie.“

So unterschiedlich sie beim Fressen waren, so unterschiedlich waren sie in allen anderen Bereichen auch. Max hatte das Sagen. Flix war dankbar, wenn Max Dinge ausgekundschaftet und für gut befunden hat. Dann fühlte er sich sicher und folgte Max‘ Beispiel. Auch in Sachen Spielen waren beide sehr unterschiedlich. Max interessierte das nicht besonders. Einer Schnur nachjagen? „Wenn es sein muss und ich sie dann gleich festhalten kann, dann ja“, schien er zu sagen. Für Max schien das irgendwie unter seiner Würde.

Flix hingegen liebte es von Anfang an zu spielen. Wenn er sich in irgendeiner Weise spielerisch betätigen konnte, lebte er auf. Dann konnte er für einen Moment vergessen, wie ängstlich er war.

Das Tollste für Flix war und blieb es lange Zeit, eine Schnur um ein Stuhlbein herum zu jagen. Was für eine Freude er dann entwickelte. Wunderbar! Da ging uns jedes Mal das Herz auf!

In den ersten zwei Monaten haben sich beide Kater gut eingelebt. Wir haben gemeinsam Routinen entwickelt. Fressen, spielen, kuscheln. Die wichtigen Dinge des Katerlebens eben. Mit der Zeit haben sie sich dann doch ins Schlafzimmer getraut. Erst nur vorsichtig, um zu sehen, ob das Servicepersonal noch am Leben ist und die weitere Versorgung sichergestellt sei. Dann haben sie sich – Max schritt mutig voran – weiter vorgewagt. Die ersten zaghaften Versuche aufs Bett zu springen, wurden dann zu morgendlichen Ritualen, um das Personal aufzuwecken und etwas zu kuscheln. Max mit seinen sechs Kilo war dann schon sehr spürbar, wenn er es sich auf meinem Bauch bequem machte. Er hat sich auch gern in die Mitte des Bettes gelegt und ausgestreckt. Ganz zu Anfang, als er erst lernte, dass Michael unter der Woche nicht da war, hatte er sich angewöhnt, es sich auf seiner Bettseite bequem zu machen. Als er dann am Wochenende kam, saß Max selbstbewusst auf dem Bett und schaute ihn an als wolle er sagen: „Also ich weiß nicht, wo Du so konkret schlafen willst, aber das ist mein Platz.“

Erst als er sehr krank war, hat er sich einfach an meine Seite gekuschelt und oft weite Teile der Nacht in meinen Arm geschlafen. Liebe auftanken. Das was ihm am meisten fehlte in seinem vorigen Leben konnte er ja nun im Übermaß in sich aufnehmen. Und er hat es so sehr genossen – und ich auch.

Im Gegensatz zu Max, der sich für seine Schlafzimmerbesuche immer viel Zeit nahm, machte Flix eher Kurzbesuche. Diese wurden natürlich angekündigt „Ich bin da, hallooooo“, gefolgt von hektischem rechts und links ums Bett rumgehen, auch das verbal begleitet, um sich nach verschiedenen Kriterien, die es anscheinend immer wieder neu abzuwägen galt, zu entscheiden, an welcher Stelle er denn nun aufs Bett springen will. Meist hatten sich beide das Bett als Teil-Territorium gut untereinander aufgeteilt. Dennoch kam es manchmal vor, dass Max den Chef raushängen ließ und Flix vertrieben hat. Kurz und schmerzlos, mit einem Pfotenhieb. Der arme Flix ist dann immer ganz bedröppelt abgezogen. Ich habe stets versucht, beiden zu erklären, dass zum einen genügend Platz und zum anderen noch viel mehr Liebe für beide da sei.

Dann jedoch musste ich für ein paar Tage in die USA und die beiden mussten das erste Mal für zwei Tage betreut werden. Schnell war eine Nachbarin, die selbst Katzen hatte, gefunden. Sie erklärte sich bereit die beiden morgens und abends zu versorgen und auch mit ihnen zu spielen.

Schweren Herzens machte ich mich auf die Reise. Die beiden haben das sehr unterschiedlich aufgenommen. Max hat sich nichts weiter anmerken lassen. Flix fand das aber gar nicht gut. Anscheinend kamen alte Ängste in ihm hoch, jedenfalls hatte er zweimal erbrochen, als ich weg war. Sobald einer von uns wieder da war, war es deutlich besser. Das Erbrechen bei Flix sollte uns das ganze erste Jahr begleiten bis wir die Ursache kannten und diese angehen konnten. Aber dazu kommen wir noch.

Für mich war es sehr schwer, zu gehen. Am Flughafen habe ich meine beiden schon vermisst. Ich saß mit Tränen in den Augen in der Lounge und wartete auf meinen Flug.

Nie hatte ich mich mehr gefreut, wieder nach Hause zu kommen. Max und Flix ging es genauso. Zusammensein war doch am allerbesten.

Kratzbaum mit Aussicht

Kratzbäume und -utensilien sind lebensnotwendig für Katzen. Die Tigerchen müssen aus verschiedenen Gründen kratzen: um ihre Krallen zu pflegen und um ihr Revier

zu markieren. Vor allem Wohnungskatzen brauchen unterschiedliche Möglichkeiten, ihren Kratzneigungen nachgehen zu können. Ganz zu Anfang hatten wir eine schwarze Kratztonne besorgt, die auf drei Etagen verschiedene Einstiegsmöglichkeiten bot. Wir fanden das klasse. Das waren doch tolle Plätze, um sich zu verstecken. Max und Flix jedoch haben die Kratztonne zuerst keines Blickes gewürdigt. Nach einiger Zeit haben sie sie von außen benutzt, um sich der Krallenpflege zu widmen und um sich durchzustrecken. Erst viel später entdeckten beide, dass man sich doch am einfachsten oben draufsetzen konnte. Für Flix war das kein Problem, ganz elegant oben auf die Tonne zu springen. Für Max mit dem nahezu doppelten Gewicht war es das ab und an schon. Nicht weil er das nicht konnte. Nein, aber mehr als einmal hat er die Kratztonne zum Umsturz gebracht und sich selbst und mir auch einen Riesenschrecken eingejagt. Später haben wir sie dann anders platziert und in die Nähe der Anrichte gestellt, sodass Max von dort in zwei Schritten auf die Kratztonne springen konnte. Das war nervenschonender für uns alle.

Dann hatte ich einen kleinen Kratzbaum in meinem Arbeitszimmer aufgestellt, der ebenfalls wenig Beachtung fand. Er wurde erst sehr viel später von Max entdeckt. Ein idealer Platz, um das Frauchen bei der Arbeit zu beaufsichtigen. Auf Augenhöhe eben.

Also: Ein richtiger Kratzbaum musste her. Einer mit mehreren Etagen, einer Höhle, und zwei Sitzplätzen. Gesagt. Bestellt. Geliefert. Zusammengebaut. Wir haben ihn ins Wohnzimmer gestellt auf der linken Seite der Fensterfront, die zum Südwest-Balkon rausging. Eine Position, von der aus die beiden einen großartigen Überblick haben sollten: In die Wohnung hinein, Richtung Eingang und auch nach draußen. Kratzbaum mit Aussicht.

Was ich nicht bedacht hatte, war Max‘ Größe im Vergleich zur Standardgröße für Kratzbäume. Max inspizierte die Anschaffung, kraxelte hoch, quetschte sich in die Höhle und schaute mich vorwurfsvoll an. „Siehst Du nicht, dass das viel zu klein für mich ist?“

Ja, klar. Jetzt sah ich das auch. Die Normalausführungen waren für viel kleinere Katzen oder auch „normale“ Katzen. Flix mit seinen 3,5 Kilogramm hatte im ersten Jahr sehr viel Freude an diesem Kratzbaum. Er saß oft ganz oben drauf und schaute in die Welt. Im Sommer kuschelte er sich auch gern in die Höhle hinein, um sich vor zu viel Sonne zu schützen. Es wurde bald Flix‘ persönlicher Kratzbaum.

Ein XXL-Kratzbaum für Max musste her. Der Standort war schnell gefunden. Links vom Kamin war Platz. Der Korbsessel, der dort stand, war eigentlich eher Deko und konnte weichen. Also, die Anschaffung eines Kratzbaumes für Max‘ Größe war dann noch mal eine echte Investition. Er war aber sein Geld absolut wert: Sehr stabil, mit zwei verschieden großen Mulden, einer großen Sitzschale, einer Höhle und zwei Sitzbrettern. Alles in Etagen, vom Boden bis zur Decke. Ein Deckenspanner.

Sein Herrchen hat ihm diesen XXL-Kratzbaum zusammengebaut und implementiert. Es fällt mir schwer zu sagen, wer daran mehr Freude hatte. Schon während des Zusammenbauens stand Max erwartungsfroh daneben oder er lief über die vielen einzelnen Teile, die da schon zum Verbauen bereitstanden, vor und zurück. Michael hatte eine wahre Freude, das für die beiden Tigerchen – vor allem für Max – zu bauen.

Es kam der Tag der Fertigstellung! Nun, was würden die beiden machen?

Die Eroberung des Kratzbaumes geschah in verschiedenen Phasen. Erstmal lag Max in der unteren, viel kleineren Mulde. Genau da wo er wegen seines Gewichtes natürlich nicht liegen sollte. Murphy’s Law könnte man sagen. Und Flix sprang geschwind mit Eleganz ganz nach oben in die große Mulde, die eigentlich für Katzen mit Max‘ Gewicht ausgelegt waren. Das hielt nicht lange vor und Max entdeckte den gesamten Baum mit all seinen Möglichkeiten.

In Alphakatermanier hat er Flix ganz flott vom Chefplatz weggekloppt. Ab diesem Zeitpunkt war er oben – und nur noch er. Flix durfte nicht mehr, solange Max der Chefkater war und die Position verteidigen konnte. Später, wenige Monate vor seinem Tod, veränderte sich das Kräfteverhältnis der beiden und Flix hat erst zaghaft und dann immer bestimmter den Chefplatz übernommen. Das ging sachte und ohne Klopperei vonstatten. Max hatte seinen Abgang geplant und für eine ordnungsgemäße Übergabe der Pflichten gesorgt als es an der Zeit war und er spürte, dass er Flix aktiv stärken musste.

Hatten wir, ich meine, Max und Flix, nun nicht genügend Kratzmöglichkeiten? Eigentlich schon, könnte man meinen. Wenn da nicht das Regal neben dem Schrank in Michaels Arbeitszimmer gewesen wäre. Beide Kater schafften es irgendwie vom Regal in Kommodenhöhe auf den Schrank zu springen. Runter tat es immer richtige Schläge und uns taten die Knochen unserer beiden doch schon etwas älteren Herren leid.

Also haben wir einen „Teilbaum“ implementiert, einen Altherren-Schrank-Aufgang sozusagen. Der wurde von beiden vor allem im ersten Jahr oft frequentiert. Flix nutzte den Schrankaufgang immer sofort, wenn Besuch kam. Dann kamen seine alten Ängste hoch und er flüchtete auf den Schrank. Und blieb da. Ansonsten hatte er einfach Spaß daran, auf den Schrank zu springen und seine Welt von oben anzusehen.

Im ersten Jahr fanden wir ihn oft morgens auf dem Schrank sitzend, wartend bis das Personal endlich soweit war, um das Frühstück zu servieren. Später dann, je mehr Vertrauen er aufbaute, kam er lieber ins Schlafzimmer und weckte uns auf, um etwas zu kuscheln und sicherzustellen, dass alle morgendlichen Prozesse der Katerversorgung endlich anliefen.

Sonne zum Frühstück

Vor allem Max entwickelte sich zu einem Sommersonne-Genießer-Kater. Schon im ersten, aber noch mehr im zweiten gemeinsamen Sommer, begannen seine Tage mit dem Frühstück auf der Loggia im Sonnenschein. Ein Sonnenbad am Morgen kann ja nicht schaden. Er entwickelte sein Vorgehen Stück für Stück so weit, dass er auf dem Gartentisch Platz nahm, um in der bestmöglichen Sonnenposition zu verweilen.

Während ich mit meinem Smoothie und Cappuccino rauskam, hatte sich Max schon längst lang gestreckt, die Sonne genießend. Ach, wie sehr ich diese Momente mit ihm genossen habe. Wir haben gekuschelt und uns unterhalten und den Tag zusammen begonnen. In Ruhe. In Liebe. In Frieden. Es waren innige, vertraute Momente. Und Max hatte so viel Sonneneinstrahlung genossen, wie sein Körper anscheinend für die Vitamin-D-Aktivierung brauchte. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Zu Anfang hatte er meine Frühstücksgewohnheiten doch sehr bestaunt. Grüne Sachen im Glas? „Und das willst Du trinken?“ Er hat das auch vorsichtig für mich beschnuppert. Es wäre ja keinem gedient, wenn das Servicepersonal sich selbst vergiften würde. Er befand es dann aber meist für in Ordnung. „Nun ja, was die Menschen so zu sich nehmen“, schien er zu denken.

Wenn Michael da war und sein Müsli mit frischem Obst mit auf den Tisch kam, war er daran oft noch interessierter als am Smoothie. Auch das Essen des Herrchens musste mal begutachtet werden. Wieder was anderes.

Die unendliche innere Ruhe, diesen inneren Frieden, den Max besonders in diesen Morgenmomenten ausstrahlte, waren wunderbar. Ich habe auch darin sehr viel von ihm gelernt. Dieses Annehmen des Moments, dieses glücklich sein in diesen Augenblicken, das war eine wunderbare Lektion, die mir Sir Max regelmäßig zu Teil werden ließ.

So saßen wir für einige Momente in der Sonne. Still. Selig. In uns gekehrt. Verbunden. Glücklich. Dann haben wir geknuddelt, Max wollte gerne gestreichelt werden, Stirn, Ohren, Rücken kraulen, das fand er toll. Sobald er genug hatte, ging er einfach in den Schatten. Und ich an meinen Schreibtisch.

Im ersten Sommer waren wir nach langen Iterationen, um seine Nierenineffizienz in den Griff zu bekommen, in der nahegelegenen Tierklinik zu einer umfangreichen Diagnose. Das erzähle ich später noch mal im Detail, im Kapitel „Max‘ Chronische Niereninsuffizienz.“ Jedenfalls hatte Max wegen der Ultraschalluntersuchung ein rasiertes Unterbäuchlein. Da es mitten im Sommer war, sagte die Tierärztin, dass er nicht länger als zwanzig Minuten in der prallen Sonne liegen solle, bis das Fell wieder nachgewachsen sei.

Und siehe da, Max hatte dieses Wissen bereits in sich. Unglaublich, aber wenn er mal tiefenentspannt auf der Seite lag und sein Bäuchlein von den morgendlichen Sonnenstrahlen erwärmen ließ, konnte man wirklich die Uhr danach stellen. Nach spätestens zwanzig Minuten wechselte er in den Schatten.

Das war Max. Intelligent. Weise. Reflektierend. Meist dominierend. Und unwiderstehlich. Sir Max eben.

Wie Katzen trinken – oder eben nicht

Es steht viel geschrieben, wie Katzen am besten angehalten werden können, zu trinken. Dass sie als Wüstentiere eher sehr wenig trinken, macht es ihnen in ihrem domestizierten Leben natürlich nicht leichter.

Also, Wassernäpfe (genau, idealerweise mehrere) aufstellen, aber nicht in Futternähe. Und ein Trinkbrunnen würde wahre Wunder bewirken und die Trinkmengen der Katzen um bis zu 30 Prozent steigern. Fließendes Wasser wäre ebenfalls sehr wichtig, um Katzen zum Trinken zu animieren. Klingt erstmal alles recht logisch.

Da wir mit Max einen Kater mit Nierenineffizienz hatten, war trinken besonders wichtig. Und ausgerechnet Max war eigentlich nie an irgendeinem der zahlreichen Wasserstellen zu beobachten. Gerade er würde es aber am meisten brauchen.

Die Entscheidung war schnell gefällt: Zusätzlich zu den Wassernäpfen an verschiedenen Stellen musste ein Trinkbrunnen her. Der erste, den wir hatten, überzeugte durch tolle Empfehlungen, sowohl was die Effektivität als auch die Reinigung betraf. Leider sah er eher aus wie ein tiefergelegtes Bidet. Alles gar kein Problem, wenn die beiden – vor allem Max –mehr trinken würden. Flix war und ist da ein sehr viel vernünftigerer Kater. Mehrmals am Tag sieht man ihn trinken. Er macht das wirklich ganz toll.

Nach wenigen Monaten mit dem ersten Trinkbrunnen und keiner einzigen positiven Würdigung desselben durch Max habe ich ihn in der Katzen CNI-Gruppe in Facebook wiederverkauft. Nun ja, der Brunnen gehörte schließlich zum Territorium und musste inspiziert werden. Weitere Beachtung wurde der Gerätschaft leider nicht geschenkt. Die Blicke beim vorsichtigen „drum rum streifen“ sagten eher „Also das hättest Du jetzt nicht anschaffen müssen“ und „Jetzt steht das Ding ja immer noch da.“

So schnell gab ich mich mit dem Projekt Trinkbrunnen nicht geschlagen. Es musste doch möglich sein, einen schönen und gleichzeitig für die Kater attraktiven Trinkbrunnen zu finden. Und siehe da, es gab in der Tat schönere – natürlich noch teurere – Brunnen, Keramikbrunnen, die zumindest eine passende Wohnzimmerdekoration abgeben würden, wenn die beiden schon nicht draus trinken würden.

Also kam der neue Brunnen ins Haus. Ein toller Keramikbrunnen, cremefarben mit blauen Katzenpfötchen drauf. Echt schön! Als wir ihn funktionsfähig hatten, war die Reaktion der Kater ungefähr die gleiche. Betont lässiges drum rum streifen, ohne dem Brunnen weitere Beachtung zu schenken oder gar draus zu trinken!

Es ging auf den Sommer zu und ich habe einfach begonnen sowohl auf der Loggia als auch auf dem Balkon je ein weiteres Trinkgefäß aufzustellen. Und siehe da, das bevorzugte Ritual von Max sah dann folgendermaßen aus: morgens sollte Frauchen bitte die Tür zur Loggia aufmachen. Dann wurde dort erst mal aus dem dortigen Wassernapf getrunken. Danach konnte man sich erfrischt dem Frühstück mit dem Personal und der Sonne zuwenden.

Von wegen, alle Katzen bevorzugen immer frisches und fließendes Wasser. Max hatte, bis er schwer erkrankte, abgestandenes Wasser bevorzugt. Erst spät lernte er den Trinkbrunnen zu schätzen.

Mit der Zeit habe ich dann beobachtet, dass morgens doch manchmal mehr Wasser im Brunnen fehlte, als verdunstet sein konnte. Ich gehe mal davon aus, dass sich die beiden lange einen Heidenspaß draus gemacht hatten, uns im Glauben zu lassen, dass der Brunnen höchst uninteressant sei. Nachts hatten sie sich sicherlich mit dem Brunnen beschäftigt. Das eine oder andere Mal zumindest …

Erst in den letzten zwei Monaten seines Lebens hat Max den Trinkbrunnen zu schätzen gelernt. In dieser Zeit hatte er nur noch wenig gefressen, aber deutlich mehr getrunken, um sein System aufrecht zu erhalten. Die größere Wasseroberfläche des Brunnens war dann anscheinend attraktiver für ihn und durch die angenehme Höhe wohl auch leichter zugänglich als ein flacher Wassernapf.

Max‘ Chronische Niereninsuffizienz

Max kam schon als sogenannter CNF-Kater zu uns. Uns wurde gesagt, alles kein Problem, kann man gut mit dem richtigen Futter einstellen.

Im Tierheim war er bereits auf Nierendiätfutter eingestellt. Wir sollten ihn erst mal zu Hause ankommen lassen und dann in zwei bis drei Monaten die Nierenwerte testen lassen. So sagte es uns die Tierärztin des Tierheims.

Und so haben wir das auch gemacht. Der erste Tierarzt, den wir mit Max aufgesucht hatten, testete auch genau das: Kreatinin, Harnstoff und Phosphat. Der Kreatininwert war gestiegen. Nicht gut. Ok, was können wir dagegen unternehmen? Uns wurde eine homöopathische Therapie empfohlen, SUC2 genannt. Davon solle er drei Mal pro Woche bekommen. Wie geben wir das? Übers Futter, kein Problem. Erst später haben wir gelernt, dass der Inhalt dieser Ampullen am besten über die Schleimhäute aufgenommen werden sollte, mit mindestens zehn Minuten Abstand zum Futter. Ach ja, die Zähne würden schlecht aussehen, viel Zahnstein. Aber da könne man nicht ran, wegen der Nieren.

Leider scheinen manche Tierärzte eine solche Krankheit eher zu „verwalten“ als zu behandeln und das Nierendiätfutter als alleiniges Allheilmittel zu verkaufen. Beim nächsten Check waren Max‘ Nierenwerte leider weiter angestiegen. Der Tierarzt meinte, man könne ein neues Medikament probieren, Semintra. Also gut, dann machen wir das.

Ich gab Max das neue Medikament, jeweils abends, wie verordnet. Aber mein so agiler Max wurde zusehends müder und schlapper. Irgendwas stimmte da nicht. Max war ein sechs Kilo Kater, der weder Gewicht verloren hatte noch an mangelndem Lebenswillen litt. Ich hatte dieses neue Medikament im Verdacht, war mir aber nicht darüber im Klaren, wie das alles zusammenspielte.

Und, was soll ich sagen, Du ahnst es schon, seine Nierenwerte waren beim nächsten Mal noch weiter angestiegen. Dieser Besuch war der letzte bei diesem Tierarzt, weil er mir lapidar erklärte, dass er nichts mehr für Max tun könne, ich wisse ja, dass die Krankheit tödlich verlaufen würde.

Max musterte derweil den Tierarzt mit wachem, scharfem Blick. Er schaute mich an und ich ihn: Wir gehen, und zwar sofort!

Also, nichts wie raus aus dieser Praxis. Ich habe mir das folgende Wochenende reserviert, um alles zu lesen, was ich zu CNI bei Katzen finden konnte. Mit Hilfe von Facebook kam ich in eine entsprechende CNI-Selbsthilfegruppe. Mir wurde mehrfach eine Internistin in der nahegelegenen Tierklinik Hofheim empfohlen. Wenige Tage später waren wir gegen Abend dort. Mit einem müden, aber tapferen Max.

Unsere neue Tierärztin war sehr engagiert und sichtlich bemüht, alles was möglich war für Max zu tun. Sie schlug die Hände über dem Kopf zusammen, ob so viel Unfähigkeit, Fehlbehandlung, und Desinteresse seitens des vorigen Tierarztes. Ob er denn jemals Max‘ Blutdruck gemessen hätte? Seinen Urin untersucht? Nein, hatte er nicht. Aber dann Semintra verschrieben? Das ginge schon mal gar nicht. Wie recht sie hatte.

Max‘ Blutdruck lag bei 110 und das in der Tierklinik, wo permanent irgendwo einer oder mehrere Hunde bellten. Sie war offen, direkt und sehr gründlich. Sie merkte, dass ich mich inzwischen