Sehnsucht am See - Kim Bradley - E-Book

Sehnsucht am See E-Book

Kim Bradley

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Beschreibung

In "Sehnsucht am See" entfaltet Kim Bradley ein Universum der Liebe, von dem, wie am nächtlichen Himmel, zuerst die hellsten Sterne sichtbar sind. Doch diese bleiben nicht alleine, sie sind eingebettet in ein System von Anziehung und Abstoßung, dessen Ausmaß erst nach und nach begreifbar wird.

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Seitenzahl: 38

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Kim Bradley

Sehnsucht am See

Teil 1 Sommer

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Nachwort

Impressum neobooks

Kapitel 1

Kim Bradley

Sehnsucht am See

Teil 1

Sommer

In „Sehnsucht am See“ entfaltet Kim Bradley ein Universum der Liebe, von dem, wie am nächtlichen Himmel, zuerst die hellsten Sterne sichtbar sind. Doch diese bleiben nicht alleine, sie sind eingebettet in ein System von Anziehung und Abstoßung, dessen Ausmaß erst nach und nach begreifbar wird.

Als Jenny sich vor der malerischen Kulisse der Konstanzer Altstadt am Bodensee in den attraktiven Unbekannten verliebt, ahnt sie noch nicht, wie folgenschwer diese Begegnung sein würde. Aber greifen wir nicht zu weit vor! Es ist Sommer und im ersten Teil der Tetralogie „Sehnsucht am See“ knospt eine junge Liebe, die nicht in ihre Zukunft sehen kann...

„Nein, das gibt’s ja nicht!“, brach es aus der kleinen drallen Frau heraus. Ihre Apfelbäckchen wurden noch rosiger, „drei Päpste auf einmal? Das gibt’s ja nicht!“

Die Gruppe musste herzlich lachen und auch Jenny lachte, obwohl sie sich immer auch ein bisschen schämte für ihre Mutter, wenn sie wieder einmal das Herz auf der Zunge trug. „Ja, kaum zu glauben, liebe Frau Obergärtner, aber es stimmt! Und um aus diesem historischen Dilemma herauszukommen, wurde das Konstanzer Konzil einberufen...“ Der Stadtführer führte seine Erklärungen fort und die Gruppe lauschte aufmerksam. Er kannte den Namen von Jennys Mutter, denn sie hatte die Führung durch die Konstanzer Altstadt in der Zeitung gewonnen. Als Begleitung hatte sie Jenny, ihre liebste und einzige Tochter eingeladen, die diese Abwechslung willkommen annahm.

Während der Stadtführer in die historischen Tiefen des Jahres 1514 vordrang, glitt Jennys Blick vom eindrucksvollen Gebäude des Konstanzer Konzils über die kleinen Hafenanlagen auf den Bodensee, dessen Oberfläche in der Sonne glitzerte. Es war ein warmer Sommertag, eine angenehme Brise umspielte ihren Körper, wirbelte durch ihre braunen Haare, die sie heute offen trug. Sie fühlte sich seltsam leicht und geborgen in diesem Moment. Da bemerkte sie, dass sie nicht die einzige war, die den Ausführungen des Stadtführers nicht volles Gehör schenkte. Ein Augenpaar ruhte auf ihr. Sie fühlte den Blick, traute sich aber nicht, selbst zu schauen. Vielleicht, weil sie Angst hatte, dass sie sich die Blicke nur vorstellte...

Schon zu Beginn der Führung war ihr ein junger sportlicher Mann aufgefallen, der spontan und ohne Begleitung erschienen war. Er trug Radfahrkleidung, die seine athletische Figur betonte. Er mochte keine 30 Jahre alt sein. Jenny war sofort beeindruckt gewesen durch seinen selbstsicheren Auftritt und seine unaufdringliche Art, mit der er sich unter die Reisegruppe mischte. Tatsächlich hatte sie den Reaktionen des Unbekannten mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den Ausführungen des Stadtführers! Was war sie nur für eine Träumerin, sie musste über sich selbst lachen und wollte schon den Kopf schütteln, wie es ihre liebe Mutter oft genug tat, da passierte es: Ihre Blicke trafen sich. Die wachen Augen des Unbekannten hatten die ganze Zeit über auf ihr geruht, ein fragendes Lächeln huschte über sein Gesicht. Jenny fragte sich warum, bis sie verstand, dass sie ja lächelte. Jennys Knie wurden seltsam weich, mit einer schnellen Bewegung drehte sie den Kopf wieder zum Stadtführer. Ihren Blick richtete sie konzentriert auf dessen Lippen, die sich zwar bewegten, aber in Jenny Ohren kamen keine Worte an. In ihrem Kopf rauschte es, sie hörte ihr eigenes Blut, wie eine Meeresbrandung und gleichzeitig tummelten sich tausend kleine Krebse in ihrer Magengegend, die sie von innen kitzelten und zwickten. Was war das für ein Gefühl? Ausgelöst durch den Blick eines Fremden?

Zum Glück setzte sich die Gruppe in Bewegung zur nächsten Station. Jennys Mutter hakte sich bei ihr ein und strahlte. Sie genoss die gemeinsame Zeit mit ihrer Tochter an einem so sonnigen Tag. Hinter dem Konzil überquerten sie eine Straße, dann begann die wunderschöne Altstadt. Die kleinen Gässchen schenkten schattige Kühle. Jenny liebte die Altstadt und sie liebte den See. Sie war jetzt 19 Jahre alt und freute sich jedes Jahr wie ein kleines Kind auf die Badesaison. Den Stadtführer hatte ein pensioniertes Lehrerehepaar in Beschlag genommen, eine Gruppe älterer Damen kommentierte die Auslagen eines Juweliergeschäfts. Jennys Mutter gesellte sich zu ihnen. Wo war der Unbekannte? Seit dem Konzil hatte sie ihn nicht mehr gesehen und aus Furcht, ihre Knie könnten wieder so nachgeben, auch nicht nach ihm gesucht. Sie blickte sich um und sah einen Blumenladen mit einladend farbenfroher Auswahl. Sie schlenderte hinüber.