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Wird Befriedigung eigentlich überbewertet ? Josephines Ehemann bzw. bald Exmann denkt nicht, denn er trennt sich nach 12 Jahren Ehe von Josephine weil er keine sexuelle Befriedigung mehr bei ihr findet. So sieht Axel dass, Josephine wird nicht gefragt! Sondern vor vollendete Tatsachen gestellt. Keine Befriedigung dank ihrer Kälte. Sie wäre so kalt wie ein Eisblock. "Hallo" - und was ist mit meiner Befriedigung denkt sich Josephine … Manchmal kommt es knüppeldick im Leben. So auch bei Josephine. Unbefriedigend läuft es auch in ihrem Job. Als Geschäftsführerin der Automobile Bentheimer muss Sie jetzt um ihren Arbeitsplatz bangen. Ihr Chef, der alte Bentheimer will verkaufen. Und ein Käufer ist auch schon in Sicht. Julio Pedro stellvertretend für United Motors hat sich persönlich auf den Weg gemacht um Einblicke in das Unternehmen zu bekommen. Josephine, rothaarig, eine attraktive Erscheinung und intelligent soll für den alten Bentheimer Julio im Auge behalten und gegebenenfalls mit ihren Attributen "überzeugen" … Was für Josephine eigentlich ein "no go" ist. Seine berufliche Karriere in der Horizontalen zu erreichen, so wie ihre Vorzimmerdame Ottmeier beim Chef. Apropos Chef. Der alte Bentheimer nutzt jede Chance sich an Josephine heranzumachen, ebenso Julio und wer ist eigentlich der Rosenkavalier? Es scheint, als müsse Jo sich keine Gedanken darüber machen in nächster Zeit nicht befriedigt zu werden. Sex ist nicht gleich Sex, dass weiss jetzt Josephine auch. Sie wusste gar nicht, dass Sie zu all solchen Empfindungen überhaupt im Stande ist. Woher auch? Axel nahm sich was er wollte, rein - raus, vor und zurück und fertig. Julio, der alte Bentheimer und der unbekannte Rosenkavalier bereiten Ihr Lustmomente, Spaß und Höhepunkte von denen Sie nie wusste, dass so etwas überhaupt möglich ist. Sei es das Zupfen der Brüste, die richtige Fingerfertigkeit um die Klit …
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Seitenzahl: 247
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Das Titelbild steht in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.
eBook-Ausgabe 06/2019
Edition Stephenson - #0054
© Carl Stephenson Verlag GmbH & Co. KG, Schäferweg 14, 24941 Flensburg Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Medien E-Mail: [email protected] Internet: www.stephenson.de Besuchen Sie uns auf www.stephenson.de Ein großes erotisches Verlagsprogramm erwartet Sie dort. eISBN 9783798610019
„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil. In Sachen.“
Josephine Bergmann senkte ihre Augenlider, als wollte sie eine Barriere schaffen gegen die ernsten, eindringlichen Worte des Familienrichters.
Ihre Gedanken schweiften ab in die Vergangenheit. Mehr als zwölf Jahre lang war sie mit Axel verheiratet. Sicher, es war nicht immer sanft und ruhig zugegangen in ihrer Ehe, aber sie war glücklich gewesen. Glücklich bis zu dem Tage, an dem Axel.
Josephine mochte gar nicht daran denken. Wenn da eine andere Frau gewesen wäre, eine jüngere vielleicht, dann hätte sie kämpfen können um ihr Glück. Aber so?
„Ich muss mit dir reden, Phinchen“, hatte Axel gesagt. Er nannte sie immer Phinchen. Sie war mit der Aufstellung eines Geschäftsberichtes befasst gewesen und hatte ihm gar nicht richtig zugehört. Aber dann hatte er sie plötzlich Josephine genannt.
„Josephine, wir werden uns scheiden lassen.“ Das waren seine Worte gewesen. Sie erinnerte sich genau.
„Und warum?“ hatte sie gefragt, die Augen blind vor Tränen. Axel hatte zuerst geschwiegen, als wäre ihm die Angelegenheit peinlich. Erst als sie keine Ruhe gab, hatte er den Grund genannt: „Ich finde keine sexuelle Erfüllung bei dir, Josephine, habe sie nie gefunden. Ich bin jetzt 38 und möchte nicht länger mit einer Frau zusammen sein, die gefühlskalt ist!“ Dann war er gegangen.
„Gefühlskalt!“ hämmerte es in Josephines Schädel. Ihre Knie wurden weich, und sie stützte sich schwer auf den Arm ihres Rechtsanwaltes.
„… wird die Ehe im beiderseitigen Einverständnis der Parteien geschieden.“
Der Richter setzte sich. Dankbar nahm Josephine ebenfalls Platz.
Geschieden! dachte sie, während die Urteilsbegründung verlesen wurde. Zwölf Jahre meines Lebens ausgelöscht durch ein einziges Wort. Und Axel, dort drüben auf der anderen Seite, lächelt. Axel lächelt.
„Es tut mir wirklich leid, Frau Bergmann“, sagte Rechtsanwalt Bruckner eine knappe Stunde später, „ich hätte Ihnen das gern erspart.“ Er saß hinter seinem aufgeräumten Schreibtisch und sah seine Mandantin mitfühlend an. „Darf ich Ihnen vielleicht einen Cognac anbieten?“
„Ja gern.“ Josephine hatte sich immer noch nicht erholt. Wie blass sie ist, dachte Andreas Bruckner, während er seiner Sekretärin Bescheid gab. Gar nicht mehr selbstbewusst wirkt sie, nur der kleine herrische Zug um ihre Mundwinkel — der ist auch jetzt noch da. Vielleicht hat ihr Mann gar nicht so unrecht, wenn er behauptet … Unsinn, rief er sich selbst zur Ordnung. Aber geringe Zweifel blieben doch zurück.
Bruckner hatte die gegnerischen Schriftsätze sehr sorgfältig studiert. Er wusste genau, was Axel Bergmann seiner nunmehr geschiedenen Frau vorwarf. Da war von einem großen „Widerwillen“ die Rede gewesen, mit dem sie ihre ehelichen Pflichten erfüllte. Von „seelischer Grausamkeit“, weil sie sich ihrem Mann so oft verweigert hatte. Vielleicht waren es nur Schlagworte, aber meist war ein Körnchen Wahrheit vorhanden.
Natürlich war es auch möglich, dass Axel Bergmann ein junges Schmusekätzchen kennengelernt hatte, das ihm den Kopf verdrehte. Midlife-Crisis. Kam öfters vor. Es klopfte an der Tür.
„Ja. Kommen Sie herein.“
Eine junge Frau, bekleidet mit einem knapp sitzenden Pullover und Minirock, trat ein. Sie trug ein Silbertablett, auf dem zwei Cognacschwenker standen.
„Danke, Fräulein Weber.“
Josephine nahm ihr Glas entgegen und tat einen tiefen Schluck. Während sie trank, warf sie einen etwas abfälligen Blick auf die Sekretärin.
Bestimmt treibt er es mit ihr, überlegte sie. Vielleicht sogar hier im Büro. Wie sie ihn anlächelt, als könne sie es kaum erwarten, mit gespreizten Beinen unter ihm zu liegen. Josephine schüttelte sich angewidert.
„Was werden Sie nun tun, Frau Bergmann?“ Rechtsanwalt Bruckner nippte ebenfalls an seinem Glas.
„Weiterleben!“ Josephines Stimme klang fest, aber der Ausdruck in ihren grünen Augen bewies, dass sie den Tränen nahe war.
„Ich habe meinen Beruf und die Wohnung.“
„Bezüglich der Wohnung war ihr Mann wirklich sehr großzügig. Sie sollten ihm dafür dankbar sein.“ „Dankbar? Ich? Nachdem er mich nach zwölf Jahren Ehe abgeschoben hat wie eine abgenutzte Hure?“ Tränen der Fassungslosigkeit rollten über Josephines Wangen.
Andreas Bruckner stand auf und legte impulsiv seinen Arm um die schmalen Schultern seiner Mandantin.
„Das dürfen Sie nicht sagen, Frau Bergmann. Sie sind eine reizvolle Frau, und ich kann Ihren Mann wirklich nicht verstehen.“
Trotz ihrer seelischen Beklemmung trat ein stolzes Lächeln in Josephines Gesicht.
„Das dürften Sie kaum beurteilen können, Herr Rechtsanwalt. Wenn Sie bitte Ihren Arm …“
Bruckner zuckte mit den Achseln und nahm wieder hinter seinem Schreibtisch Platz. Er war ein sportlicher Typ von knapp vierzig Jahren mit kantig-männlichen Gesichtszügen. Er hatte Erfolg bei Frauen und kannte sich aus. Aber mit Josephine Bergmann kam er einfach nicht klar.
Seitdem das Scheidungsverfahren lief — und das waren schon einige Monate —, war sie ihm kühl und unnahbar gegenübergetreten. Nicht, dass er besondere Anstrengungen unternommen hätte, um sie zu persönlichen Zugeständnissen zu bewegen oder wie man einen Verführungsversuch auch immer nennen wollte. So etwas hätte seiner Berufsauffassung widersprochen. Trotzdem, selbst eine Einladung zum Essen, die bei vermögenden oder wichtigen Mandanten keineswegs unüblich war, hatte Josephine rundheraus abgelehnt.
Wirklich, eine spröde Schönheit, dachte Bruckner. Aber kalt?
„Danke für den Cognac, Herr Bruckner. Es geht mir bereits viel besser. Sie senden mir Ihre Rechnung zu?“ Josephine stand auf.
„Ich richte mich ganz nach Ihnen, Frau Bergmann“, erwiderte ihr Rechtsanwalt kühl. „Und falls Sie in den nächsten Tagen Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Natürlich, soweit es meine Termine erlauben“, schränkte er sofort ein.
„Natürlich.“ Josephine reichte ihm die Hand. „Auf Wiedersehen, Herr Rechtsanwalt. Vielen Dank für alles.“
Da wie üblich sämtliche Parkplätze am Straßenrand besetzt waren, fuhr Josephine ihren schnittigen Triumph gleich in die Tiefgarage. Dass die Parkbuchten ziemlich eng waren, machte ihr nichts aus. Durch ihren Beruf konnte sie mit Autos umgehen. Leider sind Männer keine Autos, seufzte sie in Gedanken, während sie in den Aufzug zu ihrer Eigentumswohnung stieg.
Irgendwie war sie Axel wirklich dankbar, dass er ihr die Wohnung gelassen hatte. Sie war sehr komfortabel und lag verkehrsgünstig in der Nähe des Kurfürstendamms. Es wäre sehr schwierig gewesen, etwas Ähnliches zu bekommen. Wohnungen waren in Berlin beinahe ebenso rar wie Parkplätze.
Mit einer tausendfach geübten Bewegung schloss Josephine die Wohnungstür auf. Axel war nicht da. Er würde nie wieder da sein, wenn sie nach Hause kam.
Gedankenverloren ging Josephine ins Bad und wischte sich die von den Tränen zerlaufene Wimperntusche ab. Dann trat sie ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Es gab nichts. Lediglich auf dem Privaten Programm lief ein Spielfilm, bei dem es um Liebe und Seelenschmerz ging. Aber das war weiß Gott nicht die Ablenkung, die Josephine brauchte. Rasch schaltete sie das Gerät ab. Während sie sich nervös nach einer anderen Beschäftigung umsah, fiel ihr Blick auf die offene Schlafzimmertür. Die Betten waren nicht gemacht. Besser gesagt: ein Bett. Axel schlief schon lange nicht mehr hier.
„Gefühlskalt“, murmelte sie vor sich hin, als sie das Zimmer betrat. „Ich bin gefühlskalt.“
Ein schlimmes Wort. Es klang noch hässlicher als das „Geschieden“, das ihr Leben verändert hatte. Automatisch stellte sich Josephine vor den Kleiderschrank, der eine einzige große Spiegelfläche war. Stand dieser Makel nicht in ihrem Gesicht geschrieben? War deshalb ihr Mund eine Spur zu klein und ihr Kinn zu spitz?
Aber nein, das war einfach lächerlich.
Josephine strich die Kostümweste über ihrer Brust glatt. War es das, was Axel vermisst hatte? Üppige Brüste? Damit konnte sie nun wirklich nicht dienen. Sie zog die Weste aus und warf sie auf das Bett.
Die buntgemusterte Bluse wölbte sich nur leicht. Josephine öffnete zwei der perlmuttfarbenen Knöpfe und zog den knisternden Stoff über ihren Kopf. Dann warf sie das Kleidungsstück achtlos auf den Boden. Der weiße Halbschalenbüstenhalter bereitete ihr erheblich mehr Mühe. Aber schließlich gelang es ihr doch, die winzigen Häkchen zu lösen. Josephine sah an sich herab. Ihre Brüste waren klein und rund, wie rosige Pfirsiche sahen sie aus. Die hellbraunen Aureolen saßen im oberen Drittel, sodass die Brustwarzen schräg nach oben aus ihnen herauslugten. Quer über die beiden vorwitzigen Klümpchen verlief ein weißer Streifen Haut. Es war der „Anstandsstreifen“, wie ihn Josephine nannte. Er verriet ihre beharrliche Weigerung, völlig nackt zu baden.
Vor einem Jahr, während ihres Urlaubs auf Korsika, hatte es deswegen einen Riesenkrach mit Axel gegeben. Er hatte gewollt, dass sie mit ihm an den Nacktbadestrand ging. Sie hatte sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Erfolgreich zwar, aber Axel war zwei Tage lang ungenießbar gewesen. Josephine hatte seine Zurückhaltung zwar als angenehm empfunden, aber vielleicht war das der Anfang vom Ende gewesen.
Vielleicht. Josephine öffnete den Gürtel, der sich um ihre schmale Taille schlang. Raschelnd rutschte der karamellfarbene Faltenrock auf ihre Fersen hinab.
Jetzt trug sie nur noch das weiße Baumwollhöschen und den rüschigen Strumpfhalter, an dem die hautfarbenen Strümpfe befestigt waren.
Sie starrte auf die Stelle hoch oben zwischen ihren langen Beinen, wo sich der Slip stark aufbauschte. Die hastigen, unergiebigen Vereinigungen mit Axel fielen ihr ein. Nie hatte sie etwas dabei empfunden. Sie hatte stillgehalten, das war alles.
Aber war das denn nur ihre Schuld? Wie oft hatte sie sich nach Zärtlichkeit gesehnt. Wie oft hatte sie Axel gebeten, doch einmal zu tun, was sie wollte, sie dort zu liebkosen, wo sie sich die Berührung wünschte. Vergeblich. Die wenigen Höhepunkte hatte sie nur dadurch erreicht, dass sie sich heimlich selbst befriedigte.
Josephine starrte in den Spiegel. Ein kühles, beherrschtes Antlitz, eingerahmt von schulterlangen, kupferroten Haaren, blickte ihr entgegen.
Plötzlich fühlte sie sich leer und ausgebrannt. Betroffen schlug sie ihre Hände vors Gesicht.
„Nein“, schluchzte sie haltlos, „ich will das alles nicht. Ich muss aufhören, daran zu denken!“
Zum zweiten Mal an diesem Tage rannen Tränen über ihre Wangen.
Obwohl es erst früh am Morgen war, lagen die Temperaturen bereits über zwanzig Grad.
Josephine stellte ihren Wagen auf dem für sie reservierten Parkplatz ab. Bevor sie ausstieg, sprühte sie etwas Deo unter ihre Arme.
„Morjen, Frau Bergmann“, begrüßte sie der Pförtner respektvoll, als sie das Firmengebäude betrat. Josephine grüßte freundlich zurück. Über sechs Jahre arbeitete sie jetzt bei der Firma Bentheim Automobile, und im letzten Jahr war sie zur Geschäftsführerin aufgestiegen. Sehr zum Ärger ihrer männlichen Kollegen. Viele von ihnen hätten sich gern selbst auf diesem Posten gesehen. Manche behaupteten sogar, dass die Bergmann ein Techtelmechtel mit dem Inhaber angefangen hätte, um so die Karriereleiter hinaufzusteigen.
Josephine kümmerte sich keinen Pfifferling um diese Gerüchte. Natürlich hatte es ihr Chef bei ihr versucht, doch sie hatte ihn sanft, aber bestimmt abgewiesen. Sie wusste deshalb, dass sie es allein ihren Fähigkeiten, ihrem Verhandlungsgeschick und ihrer Beharrlichkeit zu verdanken hatte, dass sie so weit gekommen war. Sicher, eine kleine Portion Glück gehörte auch dazu.
Oder man muss Ottmeier heißen, dachte sie leicht verärgert, bevor sie ihr Büro betrat.
Es war ein mittelgroßer, heller Raum, schmucklos und zweckmäßig eingerichtet. Über der gemütlichen Sitzecke an der Fensterseite hingen einige moderne Drucke an der Wand. Josephine liebte ihr Büro. Von hier aus lenkte sie die Geschicke der Firma, traf Entscheidungen — soweit Bentheim sie nicht selber traf. Hier war ihr Reich.
Auf dem schlichten Schreibtisch lag bereits die eingegangene Post. Josephine blätterte sie flüchtig durch. Es handelte sich um einige Anfragen von Kunden, dazwischen lagen Prospekte von Autoherstellern, die ihre neuen Modelle anboten. Alles nicht besonders wichtig. Sie würde sich später darum kümmern.
Beruhigt setzte sich Josephine in ihren Ledersessel. Probehalber drückte sie den Knopf der Gegensprechanlage herunter.
„Ja?“ Eine helle, etwas mürrisch klingende Stimme meldete sich.
„Guten Morgen, Fräulein Ottmeier. Auch schon da? Bringen Sie mir bitte einen Kaffee.“
Josephine brach die Verbindung ab, ohne auf eine Entgegnung zu warten. Sie mochte die Ottmeier nicht. Das Mädchen war völlig unfähig, und wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie es längst hinausgeworfen.
Leider ging es nicht nach ihr.
Susi Ottmeier war die heimliche Flamme des Chefs. Sie stand sozusagen auf Abruf für ihn bereit, um ihm bei Bedarf die Freuden zu spenden, die er bei seiner Frau offenbar nicht fand. Jeder in der Firma wusste das.
Deshalb konnte die Ottmeier auch nur vom Chef persönlich gekündigt werden. Und das würde sicher erst geschehen, wenn er sich zu langweilen begann. Genau wie sich Axel mit mir gelangweilt hat, überlegte sie sarkastisch.
Dann dachte sie voller Unbehagen an die schlaflos verbrachte Nacht, die Verzweiflungsanfälle, die quälenden Selbstvorwürfe und die Tränen, die sie vergossen hatte. Mindestens fünfmal hatte sie ihr Smartphone in der Hand gehalten, um Axel anzurufen. Ebenso oft hatte sie es mutlos wieder weg gelegt, ohne den Kontakt angetippt zu haben. Was hätte sie auch sagen sollen? Ich liebe dich? Ich brauche dich? Wahrscheinlich hätte Axel sie ausgelacht, sie gedemütigt mit ironischen Anspielungen.
„Nein, kein Bedarf“!
„Hier, Ihr Kaffee. Haben Sie vielleicht sonst noch einen Wunsch?“ Ohne anzuklopfen war ihre Sekretärin eingetreten. Sie stellte die Tasse betont heftig ab und warf Josephine einen trotzigen Blick zu. „Danke, Fräulein Ottmeier, im Augenblick nicht. Aber sagen Sie, kommt Ihnen Ihr Rock nicht auch ein wenig zu kurz vor?“
Susi Ottmeier, sie war vielleicht 22 oder 23 Jahre alt (Josephine hätte das in den Personalakten nachprüfen können), sah an sich hinab. Ihr Rock bedeckte kaum ihre Oberschenkel, und man konnte erkennen, dass sie keine Strümpfe trug.
„Eigentlich nicht, Frau Bergmann. Außerdem, der Chef mag so was, verstehen Sie?“ Sie blinzelte Josephine gespielt vertraulich zu.
„Aber ich nicht, Fräulein Ottmeier!“
„Tut mir leid. Ihre Meinung ist da leider nicht maßgebend. Kann ich jetzt gehen?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, verließ Susi Ottmeier das Büro. Josephine war solche Unverschämtheiten von ihr gewohnt. Trotzdem ärgerte sie sich immer wieder darüber. Was fand Bentheim bloß an dieser Person? Na schön, sie war jung und sah gut aus. Aber was hatte sie sonst noch zu bieten außer ihrem Körper?
Halt! unterbrach sich Josephine in Gedanken. Vielleicht ist das schon mehr als genug. Vielleicht wollen Männer gar nicht mehr. Axel ist ja das beste Beispiel dafür. Meine sonstigen Qualitäten, ja sogar meine Liebe, waren ihm schließlich gleichgültig, bloß, weil ich ihn nicht mehr reizte, nicht mehr hemmungslos genug war im Bett für ihn.
Hemmungslos? War ich überhaupt jemals hemmungslos in meinem Leben?
Josephine schüttelte ihren Kopf. Niemals! Dazu war sie einfach nicht fähig. Dabei spielte auch keine Rolle, dass Axel der erste und einzige Mann gewesen war, mit dem sie sexuelle Beziehungen hatte. Sie war eben eine Frau, die einen Verstand besaß, der sich nicht ausschalten ließ. Nie würde sie sich seufzend und außer sich unter einem Mann winden, wie sie es so oft in Axels lächerlichen Pornofilmen gesehen hatte. Irgendwo würde es doch wohl einen Mann geben, der dies verstand. Plötzlich klingelte das Telefon auf ihrem Schreibtisch.
Josephine hob den Hörer ab.
„Frau Bergmann? — Ich grüße Sie!“ drang es jovial durch den Draht. „Wie geht es Ihnen heute?“
Das war typisch Bentheim. Nie meldete er sich mit seinem Namen am Telefon. Auch dieses grässliche „Ich grüße Sie“ war eine Angewohnheit von ihm.
„Danke, Herr Bentheim, mir geht es fabelhaft“, erwiderte Josephine missgestimmt. Der Chef hatte bestimmt nicht deshalb angerufen, weil er sich über den Zustand ihrer Gesundheit informieren wollte.
„Freut mich, dass Sie die Angelegenheit so leichtnehmen. Meine Frau hatte schon Angst, dass Sie sich etwas antun würden. Aber ich sagte ihr: Die Bergmann wird garantiert mit ihrer Scheidung fertig werden. Genau das sagte ich ihr.“
Also wusste er es bereits. Josephine war kaum überrascht. Bentheim war stets glänzend informiert und scheute nicht davor zurück, seine Nase auch in das Privatleben der Firmenbeschäftigten zu stecken.
„Trotzdem, Frau Bergmann, falls Ihnen die Decke auf den Kopf fallen sollte, kenne ich da ein nettes, kleines Restaurant, in dem wir gemeinsam speisen könnten.“
Speisen, wie geschraubt das klingt, dachte Josephine. Zumal er dabei mit Sicherheit an ganz anderen Dingen interessiert war. Bestimmt kannte er auch ein nettes, kleines Hotelzimmer mit einem gemütlichen, breiten Bett, in dem es sich ungestört treiben ließ.
„Danke, Herr Bentheim, Ihre Einladung ehrt mich. Haben Sie mich deshalb angerufen?“ Josephine legte eine gehörige Portion Spott in ihre Stimme. „Nein, nein“, kam es hastig vom anderen Ende zurück, „ich habe hier gerade Ihre Inventurliste vorliegen. Danach müssten wir vier Ersatzmotoren des B-Typs auf Lager haben. Meines Wissens liegen in der Halle aber nur drei von den Dingern herum. Würden Sie das bitte überprüfen lassen?“ „Selbstverständlich. Ich werde mich darum kümmern.“
„Ich bitte Sie, Frau Bergmann“, tat Bentheim entrüstet, „haben Sie das nötig? Schicken Sie doch jemanden aus der Werkstatt hin.“
„Sicher. War das alles, Herr Bentheim?“
„Für den Augenblick ja. Bis dann, und — Kopf hoch Sa … äh, Frau Bergmann.“
Josephine legte auf. Der Versprecher ihres Chefs war ihr natürlich nicht entgangen. Hieß das etwa, dass sich Bentheim in Gedanken mit ihr beschäftigte? Betrachtete er sie als Freiwild, jetzt, nachdem sie geschieden war? Josephine schob diese Gedanken schließlich ihrer Überspanntheit zu. Sie stand auf und warf einen schnellen Blick in den viereckigen Spiegel, der über dem Waschbecken hing. Natürlich würde sie der Reklamation selbst nachgehen. Die Liste stammte von ihr. Und wenn darin vier Motoren verzeichnet waren, so waren auch vier vorhanden. Außerdem würde der kleine Spaziergang sie von ihren Problemen ablenken.
Das Ersatzteillager war am Ende des langgestreckten Firmengebäudes untergebracht. Man konnte es nur über den Hof, auf dem die Gebrauchtwagen standen, erreichen. Das war Absicht. Und tatsächlich kaufte so mancher Kunde statt eines teuren Teiles gleich einen neuen Wagen.
Im schmalen Verkaufsraum des Lagers war es angenehm kühl. Da niemand zu sehen war, ging Josephine in die angrenzende Halle.
„Hallo?!“ rief sie verhalten in das Labyrinth der deckenhohen Regale hinein, das sich im schummerigen Licht der wenigen Neonröhren verlor. Keine Antwort. Zögernd tastete sich Josephine weiter vor. Der etatmäßige Verkäufer lag mit einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus. Josephine hatte zur Aushilfe einen Studenten eingestellt, den sie für zuverlässig gehalten hatte. Nun ärgerte sie sich darüber. Zweifellos erholte sich der Taugenichts in irgendeiner dunklen Ecke von den Anstrengungen seines ausschweifenden Nachtlebens.
Plötzlich drangen Gesprächsfetzen zu ihr herüber. „… nein … Timo … Knopf bleibt zu … „ Vorsichtig schob sich Josephine näher heran. Diese Stimme kannte sie doch! Aber ja, das war doch die Ottmeier, die dort mit halbgeöffneter Bluse an einem Reifenstapel lehnte.
Man konnte deutlich sehen, dass sie keinen Büstenhalter trug. Ganz nah bei ihr stand ein schwarzhaariger junger Mann, der Student, den Josephine aushilfsweise eingestellt hatte.
Die Ottmeier, sieh an! Dieses kleine, sexhungrige Luder besaß doch tatsächlich die Frechheit, es am helllichten Tage zu treiben. In aller Öffentlichkeit und mit einem Mann, den sie gerade erst kennengelernt haben konnte.
Josephine lächelte zynisch. Wenn das Bentheim erfahren würde. Sein bevorzugtes Liebchen feierte eine heimliche Orgie in der Lagerhalle. Mit Sicherheit wäre dann ein Rausschmiss fällig.
Sie überlegte, ob sie dem obszönen Treiben ein vorzeitiges Ende bereiten sollte, um Schlimmeres zu verhüten. Josephine stellte sich die betretenen Gesichter der beiden Turteltäubchen vor. Natürlich würde die Ottmeier versuchen, alles abzustreiten. Aber schließlich würde sie doch zugeben müssen, dass … dass …
Ja, was eigentlich?
Ihre eindeutigen Absichten, führte Josephine den Gedanken zu Ende.
Unsinn, überlegte sie eine Sekunde später, niemals würde die Ottmeier etwas zugeben.
Außerdem, was heißt schon eindeutige Absichten? Sie waren noch lange kein Beweis. Eine halboffene Bluse ließ sich leicht erklären. Der Ottmeier würde mit Sicherheit etwas einfallen, zumal ihre Vorliebe für ausgesprochen aufreizende Kleidung bekannt war.
Bekannt war auch Josephines Abneigung gegen den Liebling des Chefs. Am Ende würde sie selbst dastehen wie ein begossener Pudel, während die Ottmeier die Geschichte unter dem Gelächter der Kollegen zum Besten gab.
Nein, im Grunde gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder beide Augen zuzudrücken oder abzuwarten, bis die Situation wirklich eindeutig geworden war, um dann einzugreifen.
„Sie sind mir ja einer! Gehen Sie allen Mädchen gleich an die Bluse? Was studieren Sie überhaupt, Timo?“ hörte Josephine Susi Ottmeier neugierig fragen.
Die Antwort des Studenten war undeutlich, aber Susi Ottmeiers Gehabe bewies, dass sie ihr gefiel. „Unmöglicher Kerl! Sie müssen Medizin studieren. Nur Ärzte sind so unverschämt neugierig.“
„Sehe ich wirklich aus wie ein Bauchaufschlitzer? Ich studiere Mathematik.“
„Oh, ist das nicht sehr schwierig?“ rief Susi bewundernd aus und strich sich eine vorwitzige blonde Haarsträhne aus der Stirn.
„Es geht. Am liebsten beschäftige ich mich mit Gleichungen. Vor allem Gleichungen mit zwei Unbekannten interessieren mich“, flüsterte der Student geheimnisvoll.
„Toll! Können Sie mir so was nicht auch beibringen? Die Kollegen würden staunen, wenn ich mit den Unbekannten ankäme. Wissen Sie, Timo, die meisten hier halten mich nämlich für ziemlich dumm.“
„Sicher. Das ist ganz einfach. Soll ich Ihnen zeigen, wo die Unbekannten sind?“ Timo lächelte seltsam.
„Die sind hier?“ Susi riss verblüfft ihre Augen auf.
„Natürlich. Da — und da. Das sind sie.“
Unverfroren tippte er mit dem Finger auf ihre Bluse. Genau dorthin, wo die beiden Brustspitzen kleine Erhebungen unter dem dünnen Stoff bildeten.
Susi wich keinen Zentimeter zurück. Sie warf ihren Kopf in den Nacken und lachte hell.
„Hätte ich mir ja denken können, dass so was dabei rauskommt.“
„Das ist noch nicht alles.“
„Die Lösung fehlt noch.“
„Da bin ich aber gespannt.“
Josephine sah von ihrem Versteck aus, wie der junge Mann rasch die beiden letzten Knöpfe an Susis Bluse öffnete und die beiden Stoffhälften auseinanderzog.
Zwei füllige, milchig weiße Brüste kamen zum Vorschein.
„Man, Sie gehen aber ran. Ich … Oooh! Was tun Sie da? Sie irren sich, ich bin nicht … Himmel, das machen Sie wirklich gut!“
Susi beugte ihren Oberkörper nach vorn. Ihre Brüste drangen sich dem Mund des Studenten förmlich auf.
Josephine erstarrte. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem sie hätte das frivole Spiel unterbrechen können. Doch sie zögerte noch.
Merkwürdigerweise musste sie plötzlich an Axels halbherzigen Versuch denken, ihre eigenen Brüste zu reizen. Er hatte immer die gleiche Technik angewandt. Ein unangenehmes Zupfen an ihren Knospen. Da die gewünschte Reaktion ausblieb, hatte er es meistens nach einer Minute aufgegeben.
Dieser Student dort machte es mit dem Mund, und er schien eine wesentlich größere Ausdauer zu besitzen. Warum hielt er sich überhaupt damit auf? Die Ottmeier war doch zu allem bereit. Das sah ein Blinder. Schon wie sie mit ihren Händen zwischen den Beinen des jungen Mannes herumtastete. Axel hätte eine solch eindeutige Aufforderung ohne Zögern genutzt.
Josephine musste sich plötzlich eingestehen, dass sie gespannt darauf war, wie die Vorstellung weitergehen würde. Mehr noch, ein leichter Schauer rieselte über ihren Körper, als sie bemerkte, dass die Hände des jungen Mannes unter Susis Minirock verschwanden. Was war bloß los mit ihr? Erregte sie dieses Getue etwa? Das wäre ja furchtbar! In einer impulsiven Aufwallung von Scham schlug sie die Hände vor ihr Gesicht. Ihr Verstand warnte sie, riet ihr drängend, einfach davonzulaufen und das Gesehene zu vergessen. Aber da war noch etwas, was stärker war als die Vernunft.
Bleib! forderte sie dieses Etwas auf. Gib es zu, es macht dir Spaß, zuzusehen. Und am liebsten würdest du doch …
Nein! Mit aller Gewalt verbannte Josephine diesen schrecklichen Gedanken in ihr Unterbewusstsein. Gleichzeitig ließ sie ihre Hände sinken. Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, dass Susi inzwischen das Glied des jungen Mannes befreit hatte. Wie sie es anfasste! Das steife Ding musste ihr gefallen, denn ein Ausdruck lustvollen Entzückens lag in ihrem Gesicht. Oder lag das an den streichelnden Händen des Studenten, die sich immer noch unter ihrem Rock befanden? Ihre Scham musste nackt sein, denn um ihre Fersen baumelte ein winziger, hauchdünner Slip.
Josephines Unterleib verkrampfte sich. Sie meinte, die fremde Berührung deutlich an ihrer eigenen Klit zu spüren. Beinahe hätte sie aufgestöhnt.
Der Student flüsterte dem Mädchen etwas ins Ohr. Josephine konnte nur Susis Antwort verstehen. „Und wenn jemand kommt?“ Es klang weniger wie ein ernst gemeinter Einwand. Eher schon wie eine vorbehaltlose Zustimmung.
„Hierher kommt niemand. Und der Betrieb vorn geht meistens erst nachmittags los“, winkte der Student ab, während er bereits ungeduldig seine Hosen herunterzerrte.
„Hoffentlich. Denn wenn mich jemand mit dir erwischen würde, wäre die Hölle los. Mensch, bist du gut gebaut. Ich kann es kaum erwarten. Komm, wir machen es so!“
Susi kehrte dem jungen Mann den Rücken zu und stützte ihren Oberkörper auf einer großen Kiste ab. Während er den kurzen Rock über ihren Po nach oben schob, winkelte sie ihre Beine an. Josephine hielt den Atem an. Mit brennenden Augen starrte sie auf das wohlgeformte männliche Glied (Axels Penis sah viel furchterregender aus), das Stück für Stück in die von krausen Haaren umgebene Scham zwischen Susis Beinen eindrang. Bald war es ganz verschwunden. Der Student legte seine Hände auf die Hüften des Mädchens und — nichts! Er blieb einfach so stehen. Aber Susi bewegte sich plötzlich. Ihr Po führte kleine rotierende Bewegungen aus. Der junge Mann lächelte verzerrt und stieß in diese kreisenden Bewegungen hinein. Nicht roh oder besitzergreifend, sondern sacht und geschmeidig.
Josephine verspürte ein schmerzhaftes Ziehen in ihren Brüsten. Nein, nicht schmerzhaft, viel eher verlangend nach einer zärtlichen Berührung. Längst hatten sich die Warzen zu zwei steinharten Klümpchen versteift.
Ihr gesamter Körper war in Aufruhr. Nur ein einziges Mal hatte sie gesehen, wie eine Frau von hinten geliebt wurde. Das war in einem Pornofilm passiert, und es hatte sie erschreckt. Es war doch unmöglich, dass eine Frau in dieser unnatürlichen Stellung Lust empfand! Und doch musste es so sein. Denn aus dem halbgeöffneten Mund des Mädchens kamen kleine, abgehackte Schreie, und die Bewegungen seines Pos wurden immer leidenschaftlicher.
Wie konnte der Student das nur aushalten? Axel wäre an seiner Stelle längst gekommen. Er hatte ihr erklärt, dass es für Männer ganz unmöglich wäre, sich im entscheidenden Moment zurückzuhalten.
War das vielleicht bei jungen Männern anders? Josephine war völlig verwirrt. Glühende Hitze schien ihren Schoß versengen zu wollen, all die feinen Nervenenden, die nur dazu dienten, den süßen Reiz männlicher Berührungen weiterzugeben, waren bis zum Zerreißen gespannt.
Automatisch raffte sie ihren knielangen Rock. Ihre Hand fuhr unter den Gummi des Schlüpfers, glitt tiefer und berührte endlich, endlich das vorwitzige Knötchen, das aus der schmalen Kerbe ihrer Scham hervorlugte.
Josephine presste es, streichelte es, lockte es, bis sie vor lustvoller Pein die Zähne zusammenbeißen musste. Mit der anderen Hand zerrte sie ihre Bluse nach oben. Hastig wischte sie ihre BH-Körbchen beiseite und begann wie von Sinnen, ihre nach Zärtlichkeit dürstenden Brüste zu massieren.
Wie gut ihr das alles tat! Während sie ihren Zeigefinger in den warmen Tunnel zwischen ihren Beinen bohrte, stellte sie sich vor, er wäre das einfühlsame Glied des Studenten. Beinahe greifbar wurden ihre Fantasien. Wie sehr beneidete sie die Ottmeier, die dort vor Wollust seufzend über der Kiste lag und den kraftvollen Rhythmus des jungen Mannes empfing. Jetzt konnte sie das Mädchen auch verstehen. Ungehemmte Sinnlichkeit musste herrlich sein!
Josephine öffnete ihre Beine noch weiter und verstärkte ihre Bemühungen. Sie musste sich beeilen, denn sie wollte das wunderbare Gefühl der totalen Entspannung noch vor den beiden erleben, damit sie sich rechtzeitig und unbemerkt zurückziehen konnte. Keinen Augenblick dachte sie jedoch daran, jetzt aufzuhören. Ihre moralischen Vorbehalte waren im Rausch der Leidenschaft verflogen. Jetzt! Jetzt! keuchte sie in Gedanken. Da … mmmhhhm! Sie taumelte. Die Knie wurden ihr weich.
Josephine hielt sich mit letzter Kraft an einem Regal fest. Beinahe hätte sie dabei eine Schachtel mit Schrauben heruntergeworfen.
Ihr Unterleib zuckte konvulsivisch, und warme Lust benetzte ihre Finger. Dann war es vorbei. Viel zu schnell vorbei. Die Orgasmuswellen flachten ab und ließen ein Gefühl innerer Leere zurück.
Josephine kannte dieses Gefühl. Es blieb jedes Mal zurück, nachdem sie sich selbst befriedigt hatte. Man gewöhnte sich daran. Fahrig brachte sie ihre Kleidung in Ordnung.
„Aaaaaahhh!“
Es war Susi Ottmeier, die dort ihre Ekstase aus sich herausschrie. Seltsam abgestumpft beobachtete Josephine, wie der Student zusammensackte und mit unkontrollierten Beckenbewegungen sein Ejakulat in den Schoß der jungen Frau ergoss. Dann wandte sie sich auf der Stelle um und lief wie eine ertappte Sünderin davon.
Sehr viel später — es war bereits Abend, und sie saß bei einem Glas Sherry in ihrem Wohnzimmer — dachte Josephine über das aufwühlende Erlebnis am Vormittag gründlich nach. Ihr war ziemlich unbehaglich zumute. Nicht, dass sie ihr Verhalten bereute. Im Gegenteil, es hatte völlig neue Empfindungen in ihr geweckt und sie gleichzeitig neugierig gemacht. Neugierig auf — andere Männer. Und diese schockierende Erkenntnis beunruhigte sie. Schließlich liebte sie Axel noch immer. Abgesehen von ihren eigenen Vorbehalten — durfte sie ihn so einfach betrügen? Sie dachte an die langstielige, rote Rose, die sie beim Heimkommen vor ihrer Wohnungstür entdeckt hatte. Nur Axel konnte sie dahin gelegt haben. Trotzdem — eigentlich passten ja solche Heimlichkeiten nicht zu ihm. Und Rosen mochte er schon gar nicht. Er verabscheute diese Art von Blumen sogar. Warum sollte er plötzlich über seinen eigenen Schatten gesprungen sein? War das vielleicht ein Friedensangebot? Unmöglich! So schnell ändert sich kein Mensch. Aber wenn die Blume nun wirklich nicht von ihm war, wer?
Es klingelte an der Wohnungstür. Josephine erschrak. Wer konnte das sein? Axel?
Quatsch, schalt sie sich selbst. Entschlossen stand sie auf.
„Frau Bergmann?“
„Ja?“
„Ich habe ein Telegramm für Sie.“ Der Bote reichte ihr einen verschlossenen Umschlag. „Bitte, quittieren Sie hier. Danke. Einen angenehmen Abend noch.“
Josephine lehnte sich mit dem Rücken an die geschlossene Tür. Zweimal atmete sie tief durch und riss dann den Umschlag auf. Nur wenige Wörter standen auf dem Formular:
„Ankomme Flughafen Tegel . Stopp … mor-
gen frueh 9.00 mez … stop … Sina …“
Josephine ließ das Blatt sinken.
Sina? Mit ihr hätte sie am wenigsten gerechnet. Was wollte Sina in Berlin?
Nachdenklich ging Josephine ins Wohnzimmer zurück.
„Sei froh, dass du ihn los bist. Axel hat nie etwas getaugt. Ich muss es ja schließlich wissen.“ Die weizenblonde Frau, die neben Josephine an dem runden Tisch des kleinen Straßencafés saß, unterstrich ihre Worte mit einer herrisch wirkenden Handbewegung.
