Selbstgespräch in Buchenwald - Hajo Buck - E-Book

Selbstgespräch in Buchenwald E-Book

Hajo Buck

0,0

Beschreibung

Diese Geschichte handelt von einem Juden, der im KZ Buchenwald war, das Inferno überlebte, in Deutschland geblieben ist und manchmal, an schönen Sommertagen, nach Buchenwald kommt, um in einem Selbstgespräch zu begreifen, was nicht zu begreifen ist. Er beschäftigt sich nicht so mit dem was war, sondern mit dem, was danach geschah und versucht, Versäumnisse, Fehler und Irrwege deutscher Politik und Befreier-Politik sichtbar zu machen. Und in der Tat, ein Blick in die deutsche Nachkriegsgeschichte zeigt, mit welchen kriminellen Machenschaften hier gearbeitet wurde, um das schwer belastete Nazi-Volk mit Hilfe von Staat, Gesellschaft, politischen Seilschaften und auch von der Befreier-Nation aus Übersee, reinzuwaschen. Der Autor berichtet, dass man Geschichte nicht betrügen kann und zeigt, wie schwer sich eine Nation tut, die ihre schlimmste Zeit ohne Umweg über Kultur auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen wollte.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2019

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Hajo Buck

Selbstgespräch in Buchenwald

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Selbstgespräch in Buchenwald

Impressum neobooks

Vorwort

Anmerkung zum Selbstgespräch in BuchenwaldEine heikle Geschichte zu schreiben, setzt große Kenntnis der Zeit voraus, um die es geht. Der Autor muss viel wissen, viel lesen und recherchieren. Trotzdem kann er nicht verlangen, dass der Leser seiner Geschichte seine Gedanken teilt.Diese Geschichte handelt von einem Juden, der im KZ Buchenwald war, das Inferno überlebte, in Deutschland geblieben ist und manchmal, an schönen Sommertagen, nach Buchenwald kommt, um in einem Selbstgespräch zu begreifen, was nicht zu begreifen ist.Er beschäftigt sich nicht so mit dem was war, sondern mit dem, was danach geschah und versucht, Versäumnisse, Fehler und Irrwege deutscher Politik und Befreier-Politik sichtbar zu machen. Und in der Tat, ein Blick in die deutsche Nachkriegsgeschichte zeigt, mit welchen kriminellen Machenschaften hier gearbeitet wurde, um das schwer belastete Nazi-Volk mit Hilfe von Staat, Gesellschaft, politischen Seilschaften und auch von der Befreier-Nation aus Übersee, reinzuwaschen.Der Autor berichtet, dass man Geschichte nicht betrügen kann und zeigt, wie schwer sich eine Nation tut, die ihre schlimmste Zeit ohne Umweg über Kultur auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen wollte.Mönchengladbach, den 8. Juni 2018Hajo Buck

Selbstgespräch in Buchenwald

Blicke in dich, in deinem Inneren ist eine Quelle,die nie versiegt, wenn du nur zu graben verstehst.Marc AurelEs ist nicht weit von Weimar bis hierher. Ein Steinwurf reicht. In Buchenwald da bin ich oft an schönen Sommertagen. Es ist so friedlich noch auf diesem Platz, als sei nie etwas geschehen. Erst kürzlich war ich hier mit Lea Goldstein. Sie wohnt am Toten Meer, möchte Deutschland kennenlernen. Ihr Großvater sei zuletzt in Buchenwald gewesen, in der Baracke 17. Das war die Prominenten-Baracke. Ich zeigte ihr, wo sie gestanden. Der Grünbaum war in Buchenwald mit anderen Künstlern, und wenn die Zeit mal günstig war, so mitten in der Nacht, dann wurde musiziert und vorgetragen, uns Mut gemacht, damit wir nicht zu sehr verzweifelten.An den Großvater kann ich mich nicht erinnern, und Lea hatte nie etwas von Grünbaum gehört. Ja, der Grünbaum. Ich kannte ihn von Wien. Sein Kabarett „Simpl“ existiert, ich meine, immer noch. Von Salzburg, wo der Max Reinhardt inszenierte, fuhr ich des Öfteren nach Wien, war dabei als Grünbaum dann im Märzen 1938 auf seiner Bühne stand. Es war sehr dunkel. Die Worte werde ich nie vergessen, die er dann sprach. „Ich sehe nichts, absolut gar nichts, da muss ich mich in die nationalsozialistische Kultur verirrt haben“.In Buchenwald sahen wir uns wieder, da ging am Ettersberg der Goethe oft spazieren, jetzt wandelte der Grünbaum hier umher. Lea wollte diesen Platz ganz schnell verlassen, mochte aber wohl noch wissen, weshalb ich so oft hier. Man kehrt nicht ohne Grund an jenen Schreckensort zurück.Die Erinnerung ist’s die mich treibt; hier gibt es viel zu viel Vergessen. Und jetzt, wo Deutschland wieder groß, da sei man doch sehr wach. Der deutsche Michel schweigt, wie sollte es denn anders sein; auch ist der Schoß noch immer warm, aus dem das kroch. Jawohl mein Berthold Brecht. Die tausend Jahre, die vergangen, sie kamen nicht allein durch Arbeitslosigkeit und Inflation und von dem Geld der großen Herren, sie sitzen tief in deutscher Seele.