3,99 €
Außer sich vor Zorn über die Untreue ihres Freundes, flieht Patricia eines Nachts aus ihrem gemeinsamen Appartement. Ohne Ziel oder auch nur einen zusammenhängenden Gedanken stürzt sie durch den vorherrschenden Herbststurm und trifft unvermutet auf ihr Schicksal ... … in Form eines geheimnisvollen, attraktiven Fremden, der nichts Besseres zu tun hat, als um diese Uhrzeit und im strömenden Regen durch den verlassenen Park zu joggen. Patricia wird sofort in seinen Bann gezogen. Vollständig ihrer Vernunft beraubt begleitet sie ihn in sein Appartement, ohne auch nur seinen Namen zu kennen. Es bedarf nur weniger Minuten, um zu erkennen, dass sie sich in ihn verliebt hat und einiger weniger mehr, um ihm hoffnungslos zu verfallen. Diesem schwarzhaarigen Mister Namenlos mit den durchdringenden Augen und der herrischen Art. Wohl wissend, dass es keine Zukunft mit ihm gibt, lässt sie sich auf ein heißes Abenteuer ein, und verändert damit ihr gesamtes Leben. Gesamtausgabe von Seven-Times
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 1215
Veröffentlichungsjahr: 2016
Seven Times / Gesamtausgabe
Deutsche Erstausgabe März 2016
© Olivia Carter
https://www.facebook.com/pages/Olivia-Carter/568657993277346
Alle Rechte vorbehalten!
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Personen und Handlungen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Umschlaggestaltung: Sabrina Dahlenburg
Lektorat: Wort plus, Patricia Zimmermann
Korrektorat: Wort plus
Satz Ebook: Sophie Candice
Satz Print: Sophie Candice
Erschienen im A.P.P.-Verlag
Peter Neuhäußer
Gemeindegässle 05
89150 Laichingen
Mobi: 978-3-946484-35-6
E-pub: 978-3-946484-36-3
Print: 978-3-946484-37-0
Dieser Roman wurde unter Berücksichtigung der neuen deutschen Rechtschreibung verfasst, lektoriert und korrigiert.
Vorwort
Als ich diese Geschichte im Jahre 2010 schrieb, da war mein Kopf voller Flausen, voller Ideen und voller romantischer Vorstellungen. Mit der Zeit hat sich das Ganze ein wenig geändert, ich würde vieles heute nicht mehr auf die damalige Art lösen, würde einiges ändern, würde Verläufe wechseln und Diskussionen, die ich schrieb, neu gestalten.
Das hatte ich auch bei dieser Story vor, welche übrigens meine ERSTE eigene war. Nachdem ich sie Jahre später erstmalig wieder intensiv gesichtet hab und mein Herz an den richtigen Stellen heftig zu klopfen begann, ich genau an den entscheidenden Punkten immer noch lachen musste und mich manchmal echte Wehmut beschlich, entschloss ich mich, den Verlauf genauso zu lassen, wie er von Anfang an war. Auch in dem Wissen, das es stellenweise geradezu verboten kitschig wird – ich weiß, ich weiß und hoffe dennoch, es gefällt.
Noch ein paar Anmerkungen zum fünften Teil:
In England / Amerika wird etwas sorgloser mit der Benutzung des Vornamens umgegangen. Das entspricht im Deutschen ungefähr dem Duzen. Wenn man viel mit der betreffenden Person zu tun hat, dann spricht man sich irgendwann mit dem Vornamen an, ohne sich wirklich gut zu kennen oder vielleicht sogar so etwas wie eine Beziehung aufgebaut zu haben. Es ist also nicht überzubewerten.
Betreffzeilen sind entgegen der weit verbreiteten Meinung sogar VERDAMMT nützlich und informativ :).
Wichtige Abkürzungen:
WVL – Wiedervorlage
MIH – Miss Inquisitorin Höchstpersönlich.
Trust – Vertrauen.
… und los geht’s!
Eure Olivia
One
Außer sich vor Zorn über die Untreue ihres Freundes, flieht Patricia eines Nachts aus ihrem gemeinsamen Appartement. Ohne Ziel oder auch nur einen zusammenhängenden Gedanken stürzt sie durch den vorherrschenden Herbststurm und trifft unvermutet auf ihr Schicksal ...
... in Form eines geheimnisvollen, attraktiven Fremden, der nichts Besseres zu tun hat, als um diese Uhrzeit und im strömenden Regen durch den verlassenen Park zu joggen.Patricia wird sofort in seinen Bann gezogen. Vollständig ihrer Vernunft beraubt begleitet sie ihn in sein Appartement, ohne auch nur seinen Namen zu kennen. Es bedarf nur weniger Minuten, um zu erkennen, dass sie sich in ihn verliebt hat und einiger weniger mehr, um ihm hoffnungslos zu verfallen. Diesem schwarzhaarigen Mister Namenlos mit den durchdringenden Augen und der herrischen Art.Wohl wissend, dass es keine Zukunft mit ihm gibt, lässt sie sich auf ein heißes Abenteuer ein, und verändert damit ihr gesamtes Leben.
Prolog
»Du musst schon gehen?«
Bereits im Aufstehen befindlich sieht er flüchtig über die Schulter zu ihr zurück. »Ja.«
Damit verlässt er endgültig das weiche, warme Bett und macht sich daran, seine Hose überzustreifen. In seinem Rücken ertönt ein glockenhelles, leicht spöttisches Lachen. »Immer so eifrig, so beflissen. Ich dachte, du hättest es endlich hinter dir gelassen.«
Inzwischen ist er dabei, sein Hemd zuzuknöpfen und mustert sie wieder, diesmal etwas länger.
Ja, Lara ist eine Schönheit. Cremige, sehr weiche und einladende Haut. Volle, rosa Lippen, dazu diese dichte blonde Mähne, die nie den geringsten Makel offenbart. Nicht einmal jetzt, während der Geruch von heißem Sex noch den Raum schwängert.
»Ich habe Verantwortung«, erwidert er ebenso knapp und schließt die verbliebenen zwei Knöpfe. »Und im Gegensatz zu dir weiß ich das zu würdigen.«
Lachend legt sie sich auf den Rücken und gibt damit die laszive Haltung auf, mit der sie ihn bislang auch visuell zum Bleiben überreden wollte. In der neuen Pose wirken ihre Brüste nicht mehr ganz so voll, allerdings immer noch wunderschön. Wie die gesamte Frau. Sexy, schön und nichtssagend. Es kostet ihn keine großen Mühen, sie zu verlassen. Das tut es nie und genau das ist auch gut so.
»Der ewig bemühte Sohn«, summt sie und betrachtet ihn unter halb geschlossenen Lidern. »Immer so artig, so devot.«
Dafür hat er nur ein geringschätziges Lächeln übrig, bevor er sich die Schuhe überstreift, sich einmal durch das dunkle Haar fährt und schließlich zu ihr tritt.
»Es ist symptomatisch für dich und den Grad deines Intellektes, dass du meine Ambitionen nicht nachvollziehen kannst«, erwidert er ohne besondere Note in der Tonlage. »Genau das macht dich für mich so interessant.« Er lässt einen sanften Finger an ihrem Gesicht entlanggleiten, küsst flüchtig ihre linke Brust und richtet sich auf. Das schmale Lächeln, das soeben noch seine Züge erhellt hat, verschwindet.
»Wir sehen uns.«
»Ja.«
Sie wirkt nicht im Mindesten verletzt, obwohl er sie tatsächlich sogar hochgradig beleidigt hat. Stattdessen dreht sie sich schwungvoll auf den Bauch und sieht ihm nach. »Lass nicht zu lange auf dich warten!«
Bereits im Türrahmen, der in die große Halle des gigantischen Anwesens führt, hebt er eine Hand, ohne sich noch einmal zu ihr umzudrehen.
»Das tue ich nie.«
Damit verlässt er zunächst den Raum, überwindet mit schnellen Schritten die Distanz bis zu der schweren Eingangstür und lässt auch diese kurz darauf hinter sich.
Wenig später sitzt er in seinem Audi und startet den Motor. Noch immer beschreibt sein Gesicht diese emotionslose Maske, die er meistenteils zum Besten gibt. Er hat einen Termin abgehandelt, so wie schon viele davor. Als er den Wagen von dem weiträumigen Gelände in die Morgendämmerung lenkt, sind seine Gedanken bereits bei dem bevorstehenden Tag. Mit all seinen Verpflichtungen und Belanglosigkeiten. Denn ja, er HAT Verpflichtungen, und er nimmt sie wahr. Ohne zu zögern und ohne sie jemals infrage zu stellen – das zeichnet ihn aus.
* * *
Seattle ist eine graue Stadt, deren vermeintliches Grün von nichts weiter herrührt, als der umliegenden, möglicherweise früher einmal malerischen Landschaft. Heute ist sie manipuliert von schwerer Industrie, die ihre schadhaften Emissionen ungeniert in den Orbit, den Boden und die zahlreichen Flüsse entlässt. Seismografen warten mit angehaltenem Atem auf den Ausbruch des Mount Rainier, welcher der einhelligen Ansicht nach bereits viel zu lange nicht mehr seine glühende Lava auf die Umgebung verteilt hat. Die Evakuierungspläne stehen seit Jahren, auch wenn jeder weiß, dass im Zweifelsfall ohnehin kein Mensch überleben würde. Übrigens auch kein Tier, nicht mal ein Insekt. Kurzum, das vermeintliche Idyll ist ebenso abgehalftert wie der Rest der Welt, nur dass der Untergang in dieser Gegend eben sehr grün und größtenteils unbeachtet vonstattengeht. Als es ihn vor ungefähr einem Jahr hierher verschlug, nahm er es hin, wie er üblicherweise alles in seinem Leben mehr oder weniger widerstandslos hinnimmt. Ohne große Überlegungen, ohne den Hauch einer Kritik oder großartigen eigenen Vorschlägen.
Der Tag verläuft mit den üblichen Terminen, den Meetings – den mehr oder weniger ungeliebten Stationen eines Lebens, wie er es führt. Als er am Abend endlich sein Appartement betritt, atmet er exakt einmal tief durch, bevor er mit raschen Schritten den Raum durchquert und in sein Bad geht. Wenig später lässt er unter der Dusche das heiße Wasser auf seinen Körper prasseln, hält sein Gesicht mit geschlossenen Augen genau in den Strahl und überlegt währenddessen, wie er den Tag beschließen wird. Lara? Kein Bedarf. Es empfiehlt sich, ihr nicht zu häufig seine Aufwartung zu machen, sonst zieht sie womöglich noch die falschen Schlüsse.
Der Sex mit ihr ist befriedigend, aber nichts Außergewöhnliches.
... die Aufwartung machen.
Nach wie vor mit geschlossenen Augen rekapituliert er im Geiste diesen Satz und lacht amüsiert auf. »Was für ein Fuck!«
Dann stellt er das Wasser aus, trocknet sich kurz darauf ab und strebt weiter in sein Schlafzimmer. Dort entnimmt er dem riesigen Schrank eine der wenigen Jogginghosen, neben dem etwas verblichenen Kapuzenshirt, das so gar nicht zu den ansonsten hier vertretenen Sachen passen will.
Bevor er in die Tiefgarage fuhr, sah er, dass der Himmel sich bereits bezogen hat und das Einsetzen des Regens unvermeidlich war. Ein Blick zum Fenster bestätigt ihm seine Vermutung. Inzwischen perlen dicke Wassertropfen an der Scheibe hinab, die unablässig dagegen geworfen werden. Seiner Ansicht nach beste Voraussetzungen, um ein paar Runden zu joggen. Es ist schon spät, es regnet und der aufkommende Wind erzählte seine eigene, schaurige Geschichte über die Pläne, die er für den Abend noch hat. Was bedeutet: Keiner wird ihn stören und niemand wird sich ihm in den Weg stellen. Es gibt nur ihn, seine Beine und seine Gedanken. Nachdem er wie üblich mit beiden Händen durch sein Haar gefahren ist, nickt er seinem Spiegelbild zu, das ihm einen sportlichen Mann unbestimmten Alters offenbart, und verlässt das Appartement.
1. Kapitel
»Reichst du mir bitte das Brot?«
Abrupt hebt Patricia den Kopf, starrt Robert an, der mal wieder wie die Unschuld vom Lande wirkt, und rastet aus dem Kaltstart aus.
»Ich reiche dir einen Scheißdreck, kapiert? Frag die Schlampe, ob sie kommt und dich bedient!« Damit stößt sie den Stuhl zurück, der polternd auf dem gefliesten Küchenboden landet, und steht auf. »Ich kann deine jämmerliche, verlogene Fratze nicht mehr ertragen!«, kreischt sie weiter, ohne sich um den Lärm zu scheren oder darum wie jämmerlich sie sich gerade aufführt. »Du baust die größte Scheiße und hast nichts Besseres zu tun, als hier heile Familie zu spielen!«
Patricia wirbelt herum, stolpert in ihr Zimmer, das als Einziges innerhalb dieses Stalls halbwegs sauber ist, reißt ihre Jacke vom Bett und hetzt zur Eingangstür. In ihren Augen brennen unvergossene Tränen, die sie ihm nicht gönnt, weshalb sie diese mit aller Gewalt zurückdrängt.
Er hat sie einfach nicht verdient!
Sie ist schon halb draußen, als ihr auffällt, dass sie nur in Jogginghose ist. Ein Stilbruch, den sie unmöglich durchgehen lassen kann, nicht mal während eines sprichwörtlichen Ausnahmezustandes. Schließlich hat sie einen Ruf zu wahren. Und so stürzt sie wohl oder übel zurück in ihr Zimmer und nun zu ihrem Schrank, aus dem sie ohne ein zweites Mal hinzublicken einen Rock herauszerrt. Es ist der Kürzeste und Engste, den sie besitzt, doch das ist ihr scheißegal!
Sie springt aus der Hose, zieht das Mini-Teil über, wirft sich dabei auf das Bett, um den Reißverschluss überhaupt schließen zu können und eilt, inzwischen leicht schnaufend, wieder zur Tür.
Währenddessen hat Robert in jener Gemütsruhe, die ihn ausmacht, und die sie hasst wie die Pest, in der Küchentür Stellung bezogen. Zu allem Überfluss sind seine Arme verschränkt, was ihren Zorn noch einmal beachtlich in die Höhe schnellen lässt. Und da dachte sie, eine Steigerung sei nicht möglich.
Ha!
»Wohin willst du?«, erkundigt er sich milde interessiert und bringt damit das Fass zum Überlaufen. Wenn es das nicht schon längst war.
»Geht dich einen feuchten Scheißdreck an!«, faucht sie ihm entgegen, wird im nächsten Moment am Arm gepackt und gegen die Wand geschleudert. Dabei kracht ihr Rücken gegen das harte Material, was sämtlichen Atem aus ihrer Lunge entweichen lässt.
Autsch!
Kurz darauf starrt sie in sein verteufelt hübsches Gesicht, das sie trotzdem hasst, nur fürs Protokoll, und dass inzwischen ziemlich wütend wirkt.
»Es ist nach zehn, die Straßen sind nicht sicher, egal, was du vorhast, tobe dich hier aus!«, knurrt er so dumpf, dass ihr der Ton durch Mark und Bein huscht.
Genau deshalb will sie weg!
»Fick dich!«, zischt Patricia ihm entgegen, schleudert ihn mit einer Kraft, die sie sich niemals zugetraut hätte, beiseite und zerrt die Tür auf.
So schnell sie ihre Füße tragen können, eilt sie die Treppe hinab und rennt auf die Straße.
Dass es in Strömen gießt, erkennt sie erst jetzt. Doch nachdem sie flüchtig ihr grausames Schicksal beklagt hat, hält sie ihr brennendes Gesicht in den Sturm und begrüßt den Regen sogar, denn er passt glänzend zu ihrer Weltuntergangsstimmung.
Es ist ihr unmöglich, zurückzugehen und in Sashas verlogene Visage zu blicken. Verlogen und mit dieser ewigen, aufgesetzten Ruhe, die sie über kurz oder lang in den Wahnsinn treiben wird.
Hätte sie ihn nicht mit dieser widerlichen, gewöhnlichen Schlampe gesehen, dann wäre der Beschiss möglicherweise noch monatelang so weitergelaufen. Sie kann ja nicht einmal sicher sein, dass er ihr wenigstens jetzt den Laufpass gegeben hat. Das ist einfach zu viel! Der Zorn, den sie seit seiner armseligen Beichte vor drei Tagen (nachdem SIE ihn über ihre Beobachtung in Kenntnis gesetzt hat) zu bekämpfen versucht, befindet sich am Siedepunkt. Würde sie sich in diesem Zustand noch länger mit ihm in einer Wohnung aufhalten, wäre sein frühes Ableben beschlossene Sache, denn sie würde ihn killen. Und genau das kann Patricia, die jeder nur Patty nennt, nun einmal nicht verantworten. Sie ist zwar irre, aber keine Selbststellerin.
2. Kapitel
Als ein gewaltiges Donnern die Häuser erbeben lässt und wilde Blitze den düsteren Himmel erhellen, besinnt Patricia sich und blickt sich eilig um. Noch ist sie allein, aber Robert wird ihr folgen – das tut er ja immer. Nur leider konnte sie sich bisher kein bisschen beruhigen, weshalb sie sich eilig in Bewegung setzt, und kurz darauf in einen Dauerlauf verfällt. Der Regen prasselt ihr ins Gesicht, was tatsächlich wehtut. Daher senkt sie hastig den Kopf, um wenigstens dieser Folter zu entgehen. Längst sind ihre Haare klitschnass und die Klamotten klammern sich wie eine zweite Haut an ihren schlanken Körper. Es ist bedeutend kühler geworden – sie spürt es an dem unangenehmen Reiben, das ihre erstarrten Brustwarzen am Stoff ihres Shirts produzieren. Doch nichts kann sie aufhalten, kopflos und mit zunehmender Atemlosigkeit setzt sie ihren Dauerlauf fort, und betet sich währenddessen innerlich ihr neuestes Mantra vor: Noch eine Ecke, nur noch eine, und dann ...
Ja, was denn dann?
Als sie einsehen muss, dass sich ihr auch noch zwanzig weitere Häuserecken offenbaren können, sie aber trotz allem nicht wissen wird, wohin sie eigentlich will, schwenkt sie abrupt um. Gedanklich wie physisch. Aus ihrer ziellosen Flucht wird plötzlich eine koordinierte, wenngleich auch diese nicht unbedingt weit durchdacht ist. Sie hechtet in den angrenzenden Park. Des Tages ein Mekka der Freude und Glückseligkeit – okay, in Wahrheit gehen hier die Rentner spazieren, und für gewöhnlich trinken etliche Penner in Ruhe ihr Bier, direkt neben den Kindern, die auf dem Spielplatz herumtoben. Doch nun, nicht ganz mitten in der Nacht, aber zu weit vorgerückter Stunde, ist das Areal verlassen. Der Herbststurm, der sich gerade jetzt auf ihre kleine Welt entfesseln muss, auch wenn sich der Sommer erst vor einigen Tagen verabschiedet hat, tut sein Übriges.
Dunkel baut sich die Allee aus Bäumen rechts und links vor Patty auf. Während sie rennt, hat sie den Eindruck, nicht in einer relativ sorgsam gepflegten Parkanlage zu sein, sondern inmitten eines tiefen, von Gott verlassenen Waldes. Während des Mittelalters, als alles dunkler, kälter und gefährlicher war. In dem starken Wind, der zunehmend an ihrer dünnen Kleidung und ihrer Haut zerrt, biegen sich die riesigen Gewächse und scheinen wie seelenlose Monster nach ihr zu greifen.
Sie verspürt Angst – zunächst lacht Patricia sie weg, schließlich ist sie kein kleines Kind mehr. Doch je weiter sie sich auf dem Gelände vorkämpft, desto größer wird ihre Furcht und umso lauter trommelt das Herz gegen ihre Rippen.
Als auch die letzte Laterne von der nahen Straße aus ihrem Blickfeld zu verschwinden droht, bleibt sie stehen, versucht endlich, wieder zu Sinnen, und gleichzeitig zu Atem zu kommen. Unterstützend bückt sie sich vornüber, platziert die gespreizten und klammen Hände auf den Knien, ihren Lippen entweicht ein stetiges Keuchen, und sie schließt die Augen, weil der Regen zunehmend droht, diese zu ertränken. Was nun?
Es ist nicht sonderlich ermutigend, doch Patricia hat nicht die geringste Ahnung. Wie üblich hat sie einer ihrer spontanen Einfälle, dessen Umsetzung auf dem Fuße folgte, nicht sehr weit gebracht.
Fantastisch!
Die sich nähernden Schritte nimmt sie erst wahr, als jede Reaktion unmöglich geworden ist. Im nächsten Moment hört sie ein tiefes, melodisches, samtweiches und gleichsam atemloses »Hallo?«
Nur ist es so unerwartet nah, dass sie erschrocken aufkreischt. Unwillkürlich weicht sie einen halben Meter in einem Satz zurück und starrt kurz darauf in die seltsamsten Augen, die sie jemals gesehen hat. Grelles Grün. Kein Blau, was man dann und wann zu sehen bekommt, oder vielleicht ein helles Braun mit leichtem Grün-Touch. Sondern wahrhaft grüne Augen. Sie leben in einem Gesicht, das Patricia in der Finsternis und dem Regen nur schemenhaft ausmachen kann. Er ist groß und trägt zu allem Überfluss schwarze Sachen, sodass sie von der näheren Beschaffenheit seiner Statur auch nichts erkennt. Ein riesiger, bedrohlicher Schatten, der genau über ihr aufragt. Inmitten dieser schauerlichen Kulisse sorgt er beinahe dafür, dass ihr das Herz stehen bleibt. Doch neben den Augen war da noch diese Stimme. Sie hat sie sofort berührt, trotz des rauschenden Regens, des jaulenden Sturms, seiner einschüchternden Präsenz und ihrer Angst, die nach wie vor in Schüben durch ihren Körper jagt und ihn erbeben lässt.
Der Fremde tritt näher, verringert damit die Distanz wieder, bis sie den Atem aus seiner Nase aufsteigen sieht. »Was tust du hier?« Entgeistert glotzt sie ihn an, noch immer zu keiner Erwiderung in der Lage. Vielleicht wird sie ja auch nie mehr etwas von sich geben. Momentan fühlt es sich jedenfalls so an, als hätte der Schock sie auf ewig der Fähigkeit zu sprechen beraubt. »Es regnet«, verkündet er als Nächstes anklagend. »Um nicht zu sagen, es herrscht ein Fucksturm!«
Ist ihr ja bisher gar nicht aufgefallen!
Und was willst du dann hier?, ist Patricia versucht ihn zu fragen, bekommt jedoch nach wie vor keinen Ton heraus. Wie gebannt starrt sie ihn an, unfähig, den Blick von diesen Augen abzuwenden. Während sie ihn innerlich anfeuert, etwas hinzuzufügen. Irgendwas, denn sie will diese Stimme noch einmal hören.
Gleichzeitig erfasst sie allerdings der unbedingte Drang, sich von ihm zu entfernen. So schnell und so weit wie irgend möglich.
Ihr Verstand sagt ihr: Flieh!
Hau ab, bevor es zu spät ist!
Denn dieser Typ ist gefährlich. Nicht, weil sie in einem dunklen Park steht, wie Rotkäppchen in modern, ohne Korb und ganz gewiss nicht auf dem Weg zur Großmutter. Es ist die von ihm ausgehende Aura, welche sie so verwirrt und gleichzeitig zwingt, wie paralysiert auf der Stelle stehen zu bleiben. Selbst das Atmen fällt ihr mit einem Mal so unsagbar schwer.
Das unerfahrene Kitz vor dem Jäger – schießt es ihr durch den Kopf. Jetzt renne doch endlich!
Sie kann nicht!
Zögernd kommt er noch näher, womit sie sich fast berühren, und es gelingt ihr nicht zu protestieren. Sobald Patricia seinen maskulinen, edlen, leicht herben Duft wahrnimmt, werden ihre Gedanken ins ultimative Vergessen getrieben. Alle Angst, die Furcht vor einem Übergriff, oder dass er sie ausrauben könnte, sind nicht mehr aktuell. Wer sich derart kostspieliges Parfüm leisten kann, ist garantiert nicht auf die paar Kröten aus, die sie in ihrer Brieftasche mit sich führt.
»Warum bist du hier draußen?«, wispert er direkt über ihr. Sie fühlt einen Finger, der sich zögernd unter ihr Kinn legt und es hebt, bis der Blickkontakt wieder hergestellt ist.
Als sie in seine Augen sieht – sie haben nichts von ihrer Faszination verloren – stockt ihr der Atem. Nie zuvor ist ihr ein derartiger Ausdruck begegnet. Neugierde, verbunden mit so flammender Leidenschaft, die sie für keine Sekunde infrage stellt. Gleiches geht auch mit ihr vor. Sie weiß nichts mehr, würde man sie nach ihrem Namen fragen, müsste sie passen. Da wütet nur ungeheures Verlangen in ihrem Unterleib, sie fühlt es an der Feuchtigkeit in ihrem Höschen, die keineswegs etwas mit dem Regen zu tun hat. Auch ihre Brüste, die sich noch ein wenig fester zusammenziehen, erzählen ihr eine süße Geschichte von wundervollem Sex. Erst hat sie gar nicht mehr geatmet, doch als er sacht einen Finger an der Seite ihres Gesichts entlanggleiten lässt, holt sie bebend Luft. Wie eine Ertrinkende, die kurz vor dem Ende glücklich wieder an die Oberfläche gelangt.
Hektisch, mit einem leisen Keuchen versehen und den Prozess schleunigst wiederholend. Ihr Oberkörper drängt sich bei jedem neuen Atemzug gegen seinen und geht dabei endlich mit ihm Tuchfühlung. Als er sich ein wenig zu ihr herabbeugt, gleichzeitig fast beiläufig ein Knie zwischen ihre Beine schiebt, stöhnt sie leise auf.
»Hmmmm, das ist etwas anderes«, hört sie ihn über sich arrogant, jedoch mit dieser unverwechselbaren Stimme sagen. Die große Hand, die eben noch ihren Kopf liebkost hat, stiehlt sich nun in ihr Haar, und zwingt sie bestimmt, aber keineswegs grob, in Richtung seines Gesichtes.
Ein letztes Mal bäumt sie sich auf, will sich widersetzen und überlegt zu fliehen, weil die gesamte Situation Wahnsinn ist. Und wieder arbeitet zuverlässig seine Aura. Er muss sie nur annähernd zu seinem Mund lenken, den Rest tut sie. Bereitwillig schmiegt sie sich an ihn und erkennt erst jetzt, wie ausgeprägt sein Körper ist. Trotz der Kälte trägt er keine Jacke, sondern nur ein Shirt, sie macht jeden einzelnen Muskel darunter aus. Das Knie zwischen ihren Beinen verstärkt den Druck und sie fühlt an ihrem Becken seine steinharte Erregung.
Das nächste Keuchen entkommt ihren Lippen, die sich bereits verlangend geteilt haben. Doch er küsst sie nicht, nimmt stattdessen mit unerwarteter Zärtlichkeit ihre Unterlippe zwischen seine Zähne, beißt flüchtig zu, streicht sofort mit der Zunge darüber, während seine Hände auf ihren schmalen Rücken wandern. Fast bedeckt er mit seinen gespreizten Fingern ihr gesamtes Kreuz.
Dann erst legt er seinen Mund auf ihren, verharrt für einen Moment reglos, bis sie reagiert und ihre Lippen noch etwas mehr teilt, ihn in Empfang nimmt und wieder stöhnt, als ihre Zungen sich berühren. Er schmeckt süß, mit einer Prise Whisky untermalt und einem Hauch Pfefferminz. Fremdartig, skurril, aber gleichsam sexy. Auch dieser Geschmack verbunden mit dem dumpfen Seufzen, das er in ihren Mund abgibt, verstärkt ihr Verlangen noch einmal, macht es zu einer Bestie – ungeahnt gierig, hungrig und gewissenlos. Mit einem Mal ist Patricia wie von Sinnen. Ihre Hände zerren bereits an seinem Shirt, in der grenzenlosen Gier, darunter zu gelangen, während er Gleiches bei ihrer Jacke tut.
Wenig später hat er sie über ihre Schultern geschoben und sie fällt zu Boden. So muss es sein, denn er berührt ihre nackten Arme – glücklicherweise trägt sie nur ein ärmelloses Top. Nach wie vor prasselt der Regen auf sie herab, trifft nun aber auf heiße, erwartungsvolle Haut. Ihre Gesichter sind sich während des Kusses so nah, dass sie seine Wärme spürt. Sein Knie zwischen ihren Beinen reibt sich an ihr und sie verstärkt den Effekt noch, indem sie die instinktiv Hüften kreisen lässt.
Ziellos tasten sich ihre Hände an ihm hoch, wollen sein Haar berühren, doch in diesem Moment löst er sich von ihr und schiebt sie zeitgleich energisch von sich.
»Was?«, keucht Patty und sieht zum ersten Mal sein Gesicht.
Er hat schmale Züge, sehr hohe Wangenknochen, wirkt ernst, aber keineswegs gefährlich. Die grünen Augen heben sich von der dunklen – jetzt nassen – Haut gigantisch ab, seine Lippen sind leicht geteilt, und wenn sie nicht alles täuscht, dann atmet er nun gehörig schneller als zuvor.
»Nicht hier!«, sagt er bestimmt und wieder mit diesem gewissen Unterton, der die Schmetterlinge in ihrem Unterbauch zum Flattern bringt.
»Wo dann?«
Verflucht, sie überlegt für keine Sekunde! Der einzige Wunsch, der sie momentan beseelt ist, ihn zu spüren. Sie weiß, was sich in seiner Hose befindet, war kurz davor, seine mit Sicherheit samtene Haut unter diesem verdammten Shirt zu erkunden oder die Beschaffenheit seines Haars zu erfahren. Sie weißt, wie traumhaft er küsst, und wie wundervoll er sie allein mit seinem Knie verwöhnen kann. Es ist die gute alte Chemie, die stimmt. Patricia will ihn, wie nie zuvor etwas in ihrem Leben und jeder Gedanke an Moral oder das, was jenseits dieses Abends lauert, ist ihr scheißegal. Anstatt einer Antwort bückt er sich, um ihre Jacke zu greifen, nimmt dann wie selbstverständlich ihre Hand und zieht sie mit sich.
Zum Ausgang des Parks.
Erst jetzt erkennt sie, um wie viel größer er ist. Tatsächlich überragt er sie um gut einen Kopf. Während sie sich von diesem Wildfremden durch den Regen irgendwohin entführen lässt, starrt sie immer wieder sein Profil an. Wobei sie übrigens weniger interessiert, wo das Wohin ist, nur dass sich dort ein Bett befindet – okay, und eine Heizung. Er ist wunderschön.
Wieso ist er wunderschön?
Seit wann laufen einem wunderschöne Männer mit wundervoller Stimme über den Weg und sorgen umgehend dafür, dass einem das Höschen unter der Wucht der Gefühle wegschmilzt? Und das auch noch, wenn man kurz zuvor glaubte, am verdammten Liebeskummer elendig zu krepieren? Sie würde ihn das zu gern fragen – neben vielem anderen –, fühlt allerdings, dass jedes Wort ein wenig von der mystischen Aura zerstören würde, die ihn umgibt, und die sie ebenfalls nach und nach einhüllt. Es wäre gleichbedeutend mit dem Ende dieses Zaubers und das kann und will sie nicht riskieren.
Auf keinen Fall.
3. Kapitel
Weit gehen sie nicht.
Bereits nach zwei Blöcken stoppt er an einem Haus, blickt kurz hoch und nestelt dann eine Schlüsselkarte aus seiner Tasche. Als er die schwere Eingangstür aufgeschlossen hat, mustert er sie flüchtig. »Letzte Chance, Cinderella. Lauf, wenn du weg willst!«
Das muss sie nicht überdenken. »Nein.«
Mit einem schmalen Lächeln neigt er den Kopf zur Seite. »Ich kann nicht behaupten, dass mir das leidtut.« Dann hält er ihr die Tür auf und sie huscht hinein. Erst als sie sich das Haar ausgeschüttelt hat, um wenigstens etwas von dem vielen Wasser loszuwerden, das sie neuerdings mit sich herumschleppt, sieht sie, dass sie nicht etwa in einem normalen Hausflur stehen. Stattdessen befinden sie sich in einer waschechten Lobby. Der Tresen ist nur ein wenig entfernt, weil die gottverdammte Halle so groß ist, dass es deren schmaler Lichtschein nicht gleich in ihre ohnehin herabgesenkte Aufmerksamkeit geschafft hat.
Heiliger Scheiß!
Patty sieht ihren Begleiter an und realisiert nun, dass er tatsächlich nur ein leichtes Shirt und Jogginghose trägt. Sein Haar ist rabenschwarz, erkennt sie als Nächstes, während er, ohne Patty weiter zu beachten, zum Tresen strebt.
»Guten Abend, John«, sagt er distanziert, formvollendet und eindeutig geübt.
»Ich hoffe, Ihnen setzt das Wetter nicht zu sehr zu«, erwidert der ältere Herr, der wohl John ist, mit einem schmalen Lächeln. Bisher hat er das unweit stehende Mädchen noch keines Blickes gewürdigt.
»Ich werde es überleben.« Damit wendet er sich zu Patty um, die verdattert gelauscht hat. »Komm!«
Ohne zu warten, ob sie wirklich ›kommen‹ wird, setzt er sich in Bewegung und verschwindet in einem kleinen Durchgang. Noch immer wagt Patty nicht, sich zu rühren, rechnet sogar damit, dass der ältere Mann, der zu dem Fremden scheißfreundlich war, sie am Weitergehen hindern wird.
Doch nichts dergleichen geschieht. Nur der schwarze, tatsächlich unglaublich sexy Kopf taucht wieder auf – er sieht um die Ecke, um die er soeben verschwunden ist. Seine Miene wirkt ein wenig entnervt und die grünen Augen, die nichts von ihrer Wirkung auf Patty eingebüßt haben, blitzen.
»Was ist? Hast du es dir doch noch anders überlegt?«
›Ja!‹, will sie sagen, denn mit dieser unerwarteten Rückkehr in eine Realität, die sie so nicht kennt und die sie daher erdrückt, hat Patty nicht gerechnet.
Doch sobald sie wieder diesem Blick und der Stimme ausgesetzt ist, kann sie nicht anders, als sich in Bewegung zu setzen.
Dabei bekommt sie von dem Portier nicht die geringste Beachtung und schon gar kein Lächeln.
Es ist, als sei sie Luft.
Wenig später hat sie den Fremden erreicht und er nickt ihr knapp zu.
»Du bist unsicher«, stellt er fest, ohne die Stimme zu senken. »Das kann ich verstehen, passt aber nicht in meine Pläne. Deshalb bekommst du das, was sonst niemand von mir erhält: Eine dritte Chance, schon die zweite war nicht mein üblicher Standard.« Damit neigt er sich ein etwas zu ihr herab und mustert sie intensiv. »Möchtest du lieber gehen?«
»Nein!«, sagt sie, obwohl sie ›ja‹ sagen will, müsste und auf jeden Fall sollte. Zumindest hat ihre Mommy ihr beigebracht, niemals mit einem fremden Mann mitzugehen.
»Sicher?«
»Nein.«
Endlich legt sich ein Lächeln auf seine schönen Lippen, die verdammt gut küssen können.
»Wenigstens bist du ehrlich.«
Mit diesen Worten wendet er sich von ihr ab und deutet zu den Aufzügen, die sie damit zum ersten Mal sieht. »Hier entlang!«
Nach einem letzten Blick zu John, der vorgibt, sich mit irgendwelchen Papieren zu beschäftigen, folgt Patricia dem Fremden, von dem sie nichts weiß.
Außer, wo er wohnt. Und gerade das macht sie unendlich an, erkennt sie soeben. Keine Verpflichtungen, Reue oder auch nur ein zweiter Gedanke. Es ist das, wonach sie suchte, obwohl sie das bis vor Kurzem nicht einmal wusste. Ihre Rache an Robert, der sie so elendig betrogen hat, und gleichsam der Befreiungsschlag von ihm.
4. Kapitel
Sobald sich die Türen der erstaunlich geräumigen Kabine geschlossen haben, fühlt sie seinen Blick auf sich liegen. Patty hebt den Kopf, will ihm trotzig begegnen und fühlt sofort wieder diese Glut, die ihr das Denken so erschwert. Mit einem schnellen Schritt ist er bei ihr – groß war die Distanz zwischen ihnen ohnehin nicht, doch diesmal funkeln seine Augen belustigt.
»Ich weiß genau, was es mit diesen Aufzügen auf sich hat«, sagt er, während er ihre bebenden Lippen ohne Unterlass fixiert. »Aber dieses Gebäude besitzt nur fünf Stockwerke und deshalb ...«
In diesem Moment macht es Pling! Er schnalzt wie zur Bestätigung und gebietet sie mit einem knappen Wink des Kopfes hinaus.
Wieder bleibt ihr nur der Gehorsam. Es ist, als wäre es die einzig normale Verhaltensweise in Gegenwart dieses Mannes. Längst hat sie gesehen, wie hochwertig seine nassen Sachen sind, sie müsste nicht mit dem Prunk konfrontiert werden, um zu begreifen, dass er verdammt wohlhabend ist. Doch der Flur erschlägt Patty beinahe. Mit einem Mal fühlt sie sich so klein und bedeutungslos. Sie schafft es kaum zu atmen, während ihre triefenden Sneakers in dem hochflorigen Teppich versinken und ihn mit Sicherheit gerade hoffnungslos versauen. Die Atemprobleme nehmen nochmals zu, als sie an der einzigen Tür innerhalb dieser Etage anlangen. Andere konnte Patty nicht ausmachen. Hier wird nicht aufgeschlossen oder eine wie auch immer geartete Barriere beseitigt. Stattdessen betätigt er wie bei einer normalen Zimmertür den Knauf, und dann stehen sie in einem so wunderschönen Raum, dass es Patty die Tränen in die Augen treibt. Nie zuvor wäre sie auch nur auf den Gedanken gekommen, dass ein einzelner Mensch so leben könnte.
Helle, wundervoll glänzende Möbel verteilen sich über ein weitläufiges Areal, das sich keineswegs nur auf eine Ebene beschränkt. Sie sieht im weit entfernten Teil eine Sitzgruppe, die auf einer Empore angeordnet wurde und macht eine Vertiefung im Boden dort aus, wo die ausladende Polsterlandschaft eingepasst worden ist. Als Nächstes entdeckt sie eine riesige Bar, die auf den ersten Blick jedes alkoholische Getränk zu bieten hat, das jemals in die Verlegenheit kam, gebraut oder gebrannt zu werden. Mittig, als Blickfang des gesamten sich vor ihr ausbreitenden Paradieses, befindet sich ein Kamin, der von Stil und Beschaffenheit an das vorletzte Jahrhundert angelehnt ist. Wenngleich die übrigen Möbel einer jüngeren Epoche zuzuordnen sind, passt er perfekt.
So wie alles hier.
Auf sein Fingerschnippen leuchten einige warme Lichter auf, die unsichtbar in die Decke eingearbeitet wurden. Und erst jetzt wird Patty sich wieder der Gegenwart des Fremden bewusst.
Diese unwirkliche, wundervolle Atmosphäre lähmt sie noch zusätzlich zu diesem außergewöhnlichen Mann. Der ist schnurstracks durch den Raum zur Bar gegangen. Kurz darauf hört sie einen Champagnerkorken dezent knallen, und dann dreht er sich um. Nun erkennt sie, dass der Reißverschluss am Kragen seines Shirts geöffnet ist. Sie würde schwören, dass dies zuvor nicht der Fall war. Wie benommen starrt sie die Haut an, die sich bronzen von dem schwarzen Material abhebt. Selbst auf die Entfernung kann sie es sehen, beinahe bildet sie sich ein, jede winzige, so saubere Pore auszumachen. Sie ruft Patty; der Wunsch, endlich zu erfahren, wie er sich anfühlt, wenn kein nasser Stoff ihre Hände behindert, wächst ins Unermessliche. Zum ersten Mal fragt Patty sich bekümmert, was ihr gottverdammtes Problem ist! Sie ist nicht sonderlich clever, was man ja schon an dem Reinfall mit Robert sieht. Aber bisher hätte sie sich keine komplette Blödheit bescheinigt. Ebenfalls eher selten geht sie mit einem fremden Mann mit – und wenn er noch so schön ist. Und sie führt sich auch ganz selten wie eine läufige Hündin auf.
Wie jetzt zum Beispiel. Denn sein Blick scheint ihre Haut sofort zu überwinden und direkt durch jede Faser bis zu ihren Knochen zu schießen.
Langsam kommt er näher, zum ersten Mal nimmt sie wahr, wie grazil und lässig sein Gang ist, und dass seine Hose auf den schmalen Hüften hängt, als würde sie jeden Moment damit drohen, hinunterzurutschen. Erst als er direkt vor ihr steht, wird ihr klar, dass dieser Mann mit ihr spricht.
»Wach werden!«, befiehlt er samten und hält ihr ein langstieliges Glas mit prickelnder Flüssigkeit entgegen.
Sie nimmt es, versucht, das Zittern ihrer Hände zu verbergen, denn inzwischen ist ihr verdammt kalt, und führt es erst an die Lippen, als er es mit seinem ebenfalls tut.
Der Champagner ist gut, Patty geht frech davon aus, dass es sich hierbei nicht nur um billigen Sekt handelt. Er wirkt gleichzeitig beruhigend und belebend, dämpft ein wenig ihr fatalistisches Herzklopfen und das beklemmende Gefühl in der Kehle. Im Gegensatz zu diesem unvergleichlichen Mann jedoch nimmt sie nur zwei Schlucke, denn er leert sein Glas sofort und stellt es ab. Dann tritt er ein paar Schritte zurück, neigt den Kopf zur Seite und betrachtet sie.
Diesmal schluckt sie ohne Champagner, was im gesamten Raum zu hören ist. Um seine Lippen breitet sich ein schmales Lächeln aus.
»Du bist verlegen, das gefällt mir.«
Prompt schießt zu allem Überfluss heißes Blut in ihre Wangen. Er nimmt ihr das Glas ab und stellt auch das beiseite. Sie kann nicht mal nachsehen wohin, denn Patty ist längst wieder von diesem Blick gebannt.
»Zieh dich aus.«
»Was?«
Ihr verblüffter Ausruf verhallt in dem Raum, während er sie mustert, als wäre sie nicht ganz dicht. Trifft sich gut, denn das steht für Patty fest, und was ihn angeht, vermutet sie Ähnliches.
Die Botschaft scheint angekommen zu sein, er richtet sich unvermutet auf und sein Blick wird kalt wie Eis. So klirrend kalt, dass Patty erstmals, seitdem sie dieses Paradies betreten hat, wieder einfällt, wie feucht ihre Sachen sind, denn der Frost scheint ihr in jede Pore zu fahren.
Ein Schauder rieselt langsam über ihren Rücken, der alles andere als angenehm ist. Und ihr Schlucken ist wieder so laut, dass es in der Weitläufigkeit des Raumes widerzuhallen scheint.
»Was soll der Scheiß?«, erkundigt er sich gefährlich leise und lässt bei Patty damit den Angstschweiß ausbrechen.
»Ich ...« Nervös fährt sie sich mit der Zungenspitze über die Lippen, was ihm nicht entgeht. Schon wieder verändert sich sein Ausdruck, er neigt den Kopf wie zuvor zur Seite und mustert sie neugierig, womit das Grün seiner Augen ein wenig von dieser beängstigenden Kälte verliert.
»Dein erstes Mal?«
»NEIN!«
Auch das kommt atemlos, zeitgleich müssen ihre Wangen so sehr glühen, dass man ein Ei darauf braten könnte, während sie mittlerweile am gesamten Körper unkontrolliert bebt. Keine versteckte Leidenschaft oder gar Nervosität, obwohl die nicht größer sein könnte. Patty ist schlicht und ergreifen unsagbar kalt. Sie müsste sich ausziehen – ja, müsste sie wirklich. Jedoch nicht, um sich ihm nackt zu präsentieren, sondern um der drohenden Lungenentzündung noch mal von der Schippe zu springen.
Der Kopf – welcher übrigens unvergleichlich hübsch ist – sitzt wieder gerade auf den Schultern. »Ich meinte nicht, ob du noch Jungfrau bist, sondern ob du schon einmal gegen Geld mit einem Fremden gefickt hast!«, knurrt er, doch es klingt nicht mehr halb so beängstigend wie noch kurz zuvor.
Der Schock lähmt nachhaltig ihre Zunge, während sie bebend vor ihm steht. Er hält sie für eine Nutte! Verdammt noch mal! Was soll sie tun?
Patty bleiben ungefähr fünf Sekunden, um sich zu entscheiden. Will sie das Missverständnis aufklären und von ihm – mit etwas Glück freundlich – aus dem Haus geworfen werden, oder spielt sie mit und stiehlt sich damit ein paar Stunden mit ihm? Wenn er glaubt, sie sei eine käufliche Frau, dann will er Sex. Was nichts anderes bedeutet, als dass sie eine clevere Antwort davon entfernt ist, ein einziges Mal wundervollen, überirdischen, gigantischen Sex zu haben. Dass er dafür prädestiniert ist, steht für Patty außer Frage. Als sie neuerliche Ungeduld in seinem Blick ausmacht, reißt sie sich zusammen und schüttelt vage den Kopf.
»Seltsam«, murmelt er, und streicht langsam über ihr Gesicht. Der kritische, neugierige Ausdruck ist zurück. Sein Zeigefinger ist warm; er beginnt an ihrer Stirn, lässt ihn sanft über die Brauen gleiten, dann über die Lider, die sich unter seiner Berührung senken, die Wange, unternimmt einen kurzen Ausflug zu ihrer Nase und zeichnet schließlich behutsam ihre bebenden Lippen nach.
»Ich hätte gedacht, du wärst offensiver.« Jetzt klingt er wie tief in Gedanken verloren, hat währenddessen mit seinem Finger ihr Kinn erreicht und tastet sich langsam zu ihrem Hals vor.
Federleichte Berührungen, kaum zu merken, und vielleicht deshalb so spektakulär.
Patty kann nur noch mit Mühe atmen. Die Erregung, die sie wenige Sekunden zuvor für endgültig gestorben deklariert hätte, nimmt wieder zu und baut sich innerhalb einiger Herzschläge zu einer wahren Welle an Verlangen auf.
»Aber entwicklungsfähig«, wispert er – beinahe ist es nur ein Raunen. Dann verschwindet der Finger, und als sie die Lider aufreißt, sieht sie, dass er zur Bar zurückgekehrt ist.
Wieder schenkt er Champagner ein, die Gläser, die zuvor auf einem schmalen Beistelltisch standen – jetzt erkennt sie ihn – befinden sich abermals auf dem polierten Tresen. Er hat ihr den breiten Rücken zugewandt, sein dunkles nasses Haar glänzt im Schein des warmen Lichtes. Ihr fällt auf, dass er sich nicht mal die Mühe gemacht hat, sich abzutrocknen, und auch nicht die Höflichkeit besaß, ihr wenigstens ein Handtuch anzubieten.
Wieder lauscht sie in sich hinein und sucht nach Angst, die sich doch jetzt einstellen müsste. Schließlich ist sein Verhalten alles andere als normal. Patty findet jedoch nichts dergleichen. Stattdessen kann sie nur diesen breiten Rücken anstarren und sich überlegen, wie die Muskeln unter seinem Shirt bei jedem Handgriff spielen. Der Kragen ist etwas hinabgerutscht und hat seinen Hals freigegeben. Sie macht daran eine silberne, sehr feine Kette aus, und ihre Fingerspitzen zucken, obwohl sie mindestens drei Meter trennen.
Als er sich herumdreht, liegt wieder dieses eigentümliche Lächeln auf seinen schönen Lippen. Auch diese will Patty unter ihren Fingern spüren. Sie wagt nicht zu atmen, kann diese gesamte Situation nicht einschätzen, denkt sogar darüber nach, ob dies vielleicht ein besonders lebhafter Traum ist, und will dennoch diesen Mann berühren.
Sie will es!
Darüber hinaus fühlt sie, dass sie sterben wird, wenn sie es nicht tut. Vielleicht steht sie deshalb immer noch hier: aus reinem Überlebenswillen. Er schlendert auf sie zu, wie das Raubtier, das seine Beute in scheinbarer, gefährlicher Sicherheit wiegt. Wieder sieht sie in seinen Augen die tief verborgene Leidenschaft glühen. Er gibt ihr nicht so viel Auslauf, wie noch in diesem dunklen Park, verbirgt sie aber auch nicht vollständig vor ihr.
Dass er es könnte, steht für sie außer Frage.
»Nimm!«, sagt er, als er sie erreicht hat, und hält ihr eines der Gläser hin. »Leere es!«, befiehlt er, sobald sie gehorcht hat.
Kein Widerspruch möglich! Patty führt folgsam den Kelch an ihre Lippen, nimmt diesmal einen bedeutend größeren Schluck, zwingt sich, ihn ihre Kehle hinabrinnen zu lassen und leert mit dem zweiten das Glas.
Währenddessen hat sie die Lider gesenkt, ihr Herz klopft zu stark und ihre Knie sind zu weich, als dass sie auch noch in dieses unvergleichliche Gesicht blicken könnte.
Tu das nicht!, herrscht sie sich an. Und stöhnt innerlich als Antwort. Ich versuche es ja.
Doch als wieder diese samtene Stimme ertönt, die so energisch, so gebieterisch werden kann, weiß Patty, dass sie längst verloren hat.
Es kommt ein wenig plötzlich und ist mit Sicherheit für die Gesamtsituation eher unpassend, schon weil er sie ja für eine Nutte hält. Aber Patty weiß einfach, dass sie hoffnungslos in ihn verliebt ist. Falsch, in Wahrheit liebt sie ihn, jedenfalls, sofern sie noch etwas mehr Champagner trinkt, und ist nur wenige Zentimeter davon entfernt, ihm mit Haut und Haaren zu verfallen.
Blöder Mist! So war das nicht gedacht! Nun ja, in Wahrheit geschah überhaupt nichts an diesem Abend mit Überlegung.
»Braves Mädchen«, lobt er sie und selbst jetzt wird Patty nicht wütend. Nicht mal ansatzweise.
Etwas verwirrt beäugt sie das zweite Glas, das sie für ihn wähnte, welches er ihr jedoch auffordernd entgegenhält, und greift zögernd zu.
Sein aufmunterndes Lächeln lässt sie ebenfalls die Mundwinkel nach oben ziehen. »So wird es einfacher«, bemerkt er nur kurz.
Nichts wird einfacher!, will sie erwidern.
Alles IST einfach – das gleichfalls.
Doch sie sagt kein Wort, sondern führt das Kristall – inzwischen ist sie davon überzeugt, dass es sich darum handelt – an die Lippen.
Mögen die Spiele beginnen.
5. Kapitel
Noch immer schmeckt der Champagner – hat sogar eine geringfügig tröstende Note angenommen. Denn er steigt ihr zu Kopf, lässt sie die Dinge leichter erscheinen und sich mutiger fühlen, als sie in Wahrheit ist. Unter seinem neugierigen, kritischen Blick und dem leisen Schmunzeln leert sie das Glas. Er nimmt es ihr ab und deponiert es wieder auf dem kleinen Tisch. Dann reicht er ihr seine Hand und sie schrickt zurück.
Abermals neigt er den Kopf zur Seite, sie spürt eine gewisse Ungeduld, die er jedoch beherrscht. »Du willst mich nicht einmal berühren?«, erkundigt er sich mit diesem Sex in der Stimme, der ihr sofort in den Bauch fährt.
Er nähert sich ihr, ist ihr einen Wimpernschlag später, den zu vollführen sie nicht in der Lage ist, so nah, dass sie seine körperliche Präsenz tatsächlich spürt. Dabei fasst er sie nicht an, mustert sie nur von oben bis unten. Seine Lippen pressen sich sichtlich zusammen und er atmet durch die Nase tief ein, ehe er eine Hand auf ihrem Rücken platziert und sie unvermutet an sich zieht.
Ihr lautes Keuchen hallt im Raum wider, bevor sie seine Lippen an ihrer Schläfe und seine harte Erregung an ihrem Bauch spürt.
»Ja, sie ist aufgeregt«, raunt er und Patty schließt die Augen. »Und wie. Ein kleines, unschuldiges Baby, das die Welt entdecken will.«
Ohne dass sie es wirklich bemerkt, setzt er sich mit ihr in Bewegung, führt sie durch den Raum und dann die drei Stufen hinunter, die zu der Polsterlandschaft führen. Dort angekommen drückt er sie auf die Sitzfläche. Erst als sie bereits Platz genommen hat, geht ihr auf, dass sie mit ihren nassen Sachen das feine Leder zerstören könnte und sie sieht zu ihm auf.
Ein Fehler.
Er steht vor ihr, betrachtet sie sinnierend und immer mit dieser kaum verhohlenen Neugierde. Doch da ist auch dieses Sinnlichkeit, diese Leidenschaft ... und die Beule in seiner Hose, die sie so dringend berühren will. Verdammt! Dabei ist es ihm tatsächlich gelungen, dass sie sich wie eine Jungfrau fühlt. Und das mit 20 Jahren und nach genau zwei Liebhabern. Dennoch ... Sie wiederholt ihre zuvor gemachte Annahme nochmals, und diesmal ist es eine Gewissheit, obwohl ihr derzeit jeder Beweis fehlt – leider: Keiner von den beiden kann es mit diesem Mann aufnehmen. Es ist, als hätte sie versehentlich den König des Sex’ gefunden.
Oder er sie.
Wie man es nimmt.
Auch er setzt sich, allerdings auf der gegenüberliegenden Seite. Sie weiß sofort, dass er diese Distanz absichtlich schafft. Nun geht es an den Papierkram.
Unwillkürlich sitzt Patty etwas aufrechter.
»Du solltest nicht in den Park gehen, wenn du jemanden suchst«, sagt er, erstaunlich nüchtern und das, ohne sie aus den Augen zu lassen.
»Ich habe ...«, hebt sie an, doch sein Blick bringt sie zum Schweigen.
Heilige Scheiße, der hat es drauf! Weil sie ihm nach der nächsten visuellen Zurechtweisung unmöglich weiterhin in das markante Gesicht sehen kann, pegelt sie sich auf seinem Shirt ein. Der Ausschnitt ist tatsächlich weit geöffnet. Erst jetzt sieht sie, dass der Reißverschluss durchgehend ist. Darunter offenbart sich ihr braune, wie bereits vermutet sehr muskulöse Haut. Und diese silberne Kette, die aus der Nähe nach wie vor ausnehmend filigran, jetzt allerdings auch noch unvergleichlich kostspielig erscheint. Sie senkt den Blick weiter und erspäht seinen linken Unterarm, der lässig auf dem Tisch liegt. Die Hand ist zu einer lockeren Faust geballt. Dunkle Haut, leichte Behaarung, mit einer Armbanduhr ... das alles wirkt so maskulin ...
Ein weiteres Mal muss Patty hart schlucken.
»Fertig?«, erkundigt er sich verhalten, doch sie macht wieder die unterschwellige Ungeduld aus.
Abgesehen von einem Nicken, während ihr das Blut wieder in die Wangen schießt, bekommt sie nichts zustande. Zunehmend ist ihr das Ganze so peinlich, dass sie überlegt, wirklich zu gehen.
Doch das kann sie nicht.
Die Neugierde, was passieren wird, ist zu groß. Außerdem will sie das keineswegs verpassen – und ... nur nebenbei, aber sie glaubt nicht, dass er sie einfach so gehen lassen würde. Schließlich hat er ihr diese Möglichkeit mehrfach angeboten und was von letzter Chance gefaselt.
Ob er ein Massenmörder ist?
Plötzlich erfasst sie doch noch die Panik. Patty sieht auf und begegnet seinem teils belustigten teils verärgerten Blick. Erneut identifiziert er sofort, was in ihr vorgeht, und das zu einhundert Prozent korrekt. Fassungslos schüttelt er den Kopf. »WENN ich ein Killer wäre, dann säßest du längst umfassend in der Falle. Wer in Gottes Namen hat dich auf die Menschheit losgelassen?«
Der Ärger wird durchdringender, doch nebenbei beobachtet sie mit wachsender Verwirrung, wie er den Reißverschluss vollständig öffnet. Kurz darauf ist sein Oberkörper nackt und Patty mal wieder paralysiert.
»Mund zu!«, ordnet er an, steht auf und lässt die Hose folgen.
Boxershorts trägt er nicht, weshalb sie tatsächlich nur wenige Sekunden nach dem letzten Panikschub mit seiner verdammt großen, harten Erregung konfrontiert wird.
»Cinderella, mach den Mund zu!«, wiederholt er, allerdings eher belustigt, als verärgert.
Er geht um den Tisch herum und bleibt einen halben Meter von ihr entfernt stehen. Patty muss sich mit Gewalt von diesem riesigen ... DING losreißen, um ihn ansehen zu können.
Mit erhobenen Augenbrauen betrachtet er sie und erst jetzt geht ihr auf, dass er ihr eine Hand hinhält. Das verwirrt sie noch mehr, lässt aber zeitgleich ihr Herzklopfen zunehmen. Schließlich, schon weil sie ihn nicht über Gebühr reizen will, legt sie ihre unaufhörlich zitternde, denn ihr ist nach wie vor verdammt kalt, in seine.
»Ich bin entzückt.« Wieder diese Arroganz, wobei er sie auf die Füße zieht. »Und ich muss den Verstand verloren haben«, führt er im gleichen lakonischen Ton aus, während er sie durch den Raum geleitet. Diesmal überwindet er den gesamten, bis sie in einem kleinen, angrenzenden Flur stehen, der Patty bisher nicht aufgefallen ist. Sie schließt die Augen, als er eine Tür öffnet, davon überzeugt, dass sich dahinter ein unglaublich heißes Schlafzimmer verbirgt. Womit die Stunde der Wahrheit heran sein dürfte.
Patty lässt sich in einen Raum führen, Licht entflammt, wie sie durch die Lider feststellt, dann gibt er ihre Hand frei und sie bleibt ziemlich allein zurück. Das Schlucken fällt ihr immer schwerer, gern würde sie ihre Finger ineinander verkrallen, schon weil diese so verdammt schwitzig sind. Nebenbei glaubt sie, jede Sekunde an einem widerlich schmerzhaften Infarkt zu krepieren, weil ihr Herz nämlich so laut und hektisch pocht, dass es wehtut. Als sie jedoch rauschendes Wasser hört, linst sie verblüfft durch ein Lid.
Nackt steht er in einem wundervollen, geräumigen Bad vor ihr. Die Arme vor der trainierten Brust verschränkt und sein Gesicht drückt alles andere als Heiterkeit aus.
»Ich muss den Verstand verloren haben«, murmelt er wieder, bevor er auf sie zugeht. Diesmal kann sie den Impuls zurückzuweichen widerstehen.
Knapp vor ihr bleibt er stehen und macht sich ohne Umschweife an ihrem Shirt zu schaffen. Sie kann gerade noch so die Arme hochziehen, da hat er es auch schon über ihren Kopf gezerrt und wirft es achtlos beiseite. Als Nächstes greift er um sie herum auf ihren Rücken, wobei er nur ihr Gesicht mustert und löst geschickt den BH, welcher kurz darauf ebenfalls fällt. Spätestens jetzt sollte es peinlich werden, das wird es nur nicht. Nie fühlte sich Patty wohliger, auch wenn sie noch immer vor sich hin bebt, denn sonderlich warm ist ihr nach wie vor nicht. Währenddessen streift nämlich seine Erregung wiederholt ihren Bauch und lässt sie jedes verdammte Mal zusammenzucken. Nervös fährt sie sich mit der Zunge über die trockene Unterlippe.
»Hmmmm«, macht er, sein Mund beschreibt nur einen schmalen Strich.
Er dreht sie an den Hüften herum, dann hört sie ein »Aha!« und der Reißverschluss ihres Rocks wird gelöst.
»Bein anheben!«, kommandiert er, jetzt zu ihren Füßen und sie folgt.
In ihrem Kopf befindet sich mittlerweile ein Rauschen, welches das des einlaufenden Wassers weitläufig übertönt.
Flinke Finger lösen die Bänder ihrer Schuhe. Diesmal muss er nicht mehr kommandieren, denn sie hebt sofort nacheinander die Füße, damit er die Sneakers abstreifen kann. Allerdings verliert sie bei diesem Stunt das Gleichgewicht und stützt eilig die flachen Hände an die Wand.
»Bleib so!«, murmelt er, und sie wagt nicht, zu atmen.
Als sie seine Finger auf den Innenseiten ihrer Beine spürt, beißt sie sich mit Gewalt auf die Unterlippe, um nicht aufzukeuchen. Aber das Zusammenzucken kann sie nicht verhindern.
»Hmmmm«, macht er wieder. Wenn sie doch wenigstens sein Gesicht sehen könnte!
Okay, nein, das will sie ja gar nicht sehen, denn das würde sie nur noch mehr durcheinanderbringen. Langsam wandert er hinauf, und sie spürt förmlich, wie die Feuchtigkeit aus ihr rinnt, sich immer wieder neu sammelt und ihr befiehlt, die Beine auseinanderzunehmen, damit er sie bitte endlich genau dort berührt. Er scheint ihr lautloses Flehen wahrzunehmen, denn sie hört ihn hinter sich dunkel auflachen. Inzwischen hat er die Innenseiten ihrer Schenkel erreicht. Patty verflucht die Existenz dieser verdammten Strumpfhose, beißt fester zu und schließt die Lider. Dabei spreizt sie tatsächlich ihre Beine, doch ungefähr vier Komma fünf Millimeter vor dem heißen, zuckenden, SEHNSÜCHTIGEN Ziel entfernt, weicht er nach außen aus. Seine Handflächen wandern über ihren Hintern und dann umfasst er den Bund der Strumpfhose.
»Widerliches Zeug«, knurrt er und fetzt sie ihr mit einem Ruck herunter.
Patty müsste nicht das Reißen des Stoffs hören, um zu wissen, dass sie das Ding nie wieder anziehen wird.
»Füße«, knurrt es hinter ihr und sie gehorcht erneut. Ihre Hände berühren noch immer die Fliesen, ihr Atem geht inzwischen so schnell und flach, dass sich ihr Brustkorb stetig hebt und senkt, und zu allem Überfluss zittert sie unkontrolliert.
Beim Höschen geht er genauso rücksichtslos vor, und so steht sie schließlich nackt mit dem Gesicht zur Wand in einem Bad, das ihr fremd ist, mit einem Mann, von dem sie nichts weiß, abgesehen davon, dass er sexy wie die Hölle ist und dass ihm dieses Bad gehört. Der Kloß in ihrer Kehle wird immer dicker, allerdings nur, weil sie sich so dringend nach seiner Berührung sehnt. Sie hört ihn aufstehen, fühlt kurz darauf seine Finger, die sich von hinten um ihr Kinn legen und ihren Kopf zurückziehen, bis sie an seiner Schulter zum Ruhen kommt.
»Soweit wären wir also«, wispert es dunkel in ihr Ohr, dann spürt sie eine federleichte Berührung auf ihrer linken Brust, erfahrene Finger, die sie sanft massieren und ihren Nippel dann leicht zwirbeln. Nicht so, dass es schmerzhaft ist, nur die Ahnung eines Kontaktes, der sofort den nächsten Blitz in ihren aufgeheizten Unterleib jagt.
Seine Lippen ziehen eine Spur an ihrer Schläfe hinab, über ihren Hals, und sie legt ihn instinktiv zur Seite, um ihm besseren Zugang zu gewähren. Schweigend nimmt er das Angebot an und zeichnet die brennende Spur weiter. Dann legt sich unvermutet ein kraftvoller Arm um ihre Taille, zieht sie ruckartig an sich und sie stöhnt auf, als sie seine Härte an ihrem Hintern fühlt. Er muss ein wenig in die Knie gegangen sein, denn sie spürt ihn genau dort, nur wenige Zentimeter von der Stelle entfernt, an und in der sie ihn so dringend haben will. Zu allem Überfluss lässt er die Hüften kreisen, wandert währenddessen mit den Lippen wieder an ihrem Gesicht hinauf, bis sie seinen so erstaunlich ruhigen Atem an ihrem Ohr spürt. Sein Arm rutscht ein wenig höher, liegt nun direkt unter ihren Brüsten und er drängt sie noch näher, sodass sie rücklings seine Brust berührt.
»Hmmmm«, macht er wieder, doch diesmal klingt es relativ zufrieden. »Ich will dich auch, deshalb bist du hier.« Spielerisch nimmt er ihr Ohrläppchen zwischen die Zähne und spätestens jetzt glaubt Patty, jede Sekunde zu kommen.
Scharf zieht sie durch die Nase die Luft eine, ihre Hände an der Wand werden zu Fäusten, sie spürt ihre Knie einknicken und versucht mit Macht, sich zu ihm umzudrehen.
Doch er hindert sie daran.
Verdammt.
»Warte ...«
Unvermutet fühlt sie sich hochgehoben, er greift auch mit dem zweiten Arm zu, und trägt sie so zu einer riesigen Wanne, die sie bis hierhin nicht bemerkt hat. Wortlos lässt er sie ins Wasser hinab, nachdem er es abgestellt hat. Ohne sich vorher zu vergewissern, ob es auch die richtige Temperatur hat, was der Fall ist. Als wäre der Traum damit nicht bereits perfekt, ist es mit weißem, glitzerndem Schaum bedeckt, der ihre Nacktheit sofort wieder verhüllt. Patty wagt nicht, ihn anzusehen. Seine ungezwungene Art, nicht nur mit seiner Blöße, sondern auch mit seiner Erregung umzugehen, macht sie verlegen und heizt sie gleichsam noch weiter auf.
Mehr und mehr gewinnt sie den Eindruck, in einem Traum gelandet zu sein. Da dies die mit Abstand beste Erklärung für sein Verhalten und nicht zuletzt ihres ist, entscheidet sie, diese Annahme als gegeben hinzunehmen. Sobald ihr das geglückt ist, kann sie mit der gesamten Situation viel einfacher umgehen. Beispielsweise mit der Tatsache, dass er sich ihr gegenüber in das seidige Wasser gleiten lässt und sie kurz darauf wieder mit diesen grünen, glühenden Augen konfrontiert wird. Um seine Lippen hat sich wieder dieses schmale Lächeln gebildet, das eine gewisse Arroganz ausstrahlt. Nun ja, sehr mondän hat sie sich bisher auch nicht benommen. Er angelt ein Duschbad aus dem über der Wanne befindlichen offenen Regal, wirkt selbst dabei noch so verdammt gelassen und über die Lage erhaben, dass sie den Blick nicht abwenden kann. Mit einiger Überraschung registriert Patty, dass es sich um ein Produkt für Damen handelt. Also sind ihr wohl öfter mal Frauen zugegen. Den Stich, den dieser spezielle Gedanke in ihrer Brust erzeugt, ignoriert sie entschieden.
Er gibt ihr ein wenig von der milchigen Substanz in seine Hand und winkt sie dann mit einem Zeigefinger einschließlich arroganten Lächelns zu sich.
»Wasch dich, Cinderella, du bist schmutzig.«
Ist sie nicht!
Zum ersten Mal liegt ihr eine scharfe Erwiderung auf der Zunge, die jedoch niemals geboren wird. Seine unterschwellige Drohung und die Dominanz seiner gesamten Gestik ruft sie zurück, bevor es zu der Katastrophe kommen kann.
Los!, herrscht sie sich an. Jetzt benimm dich verdammt noch mal nuttig!
Unter seinem funkelnden spöttischen Blick, dem keine noch so geringe ihrer Bewegungen zu entgehen scheint, beginnt sie, die Seife auf ihren Armen zu verteilen.
»Richte dich auf!«, kommandiert er, was sie sofort tut.
»Deine Brüste ...«
Patty muss schlucken, konzentriert sich dann aber nur auf sein Gesicht und macht sich daran, auch diese zu waschen. Zunächst will sie die Dinger wie bei jedem Duschen abhandeln. Doch dann besinnt sie sich glücklicherweise auf ihre Rolle, der Champagner ist ihr dabei von hervorragender Hilfe, und sie streicht langsamer, zwinkert ihm sogar zu und massiert sich vor seinen Augen. Als das Lächeln verschwindet, weiß sie, dass sie auf dem richtigen Weg ist.
Wer sagt es denn?
Je länger sie sich selbst von einem Schmutz befreit, der nicht existiert, desto selbstsicherer wird sie. Es ist ein Traum – diese Gewissheit nimmt immer mehr überhand – und es gefällt ihr, sich vor ihm auf diese Weise zu produzieren. Zum ersten Mal fühlt sie sich sinnlich, begehrenswert, gar erotisch. Ihre Bewegungen werden mehr und mehr natürlicher, gewinnen an Finesse. Patty will ihn reizen, will ihn anstacheln – will ihm gefallen. Das Verlangen in seinen Augen ist sprichwörtlich und sie fühlt eine gewisse Macht, die sie mutig zurücklässt. Okay, kann natürlich auch an dem Champagner liegen, den sie auf seine Anweisung hin gebechert hat.
Patty winkelt ihr Bein an und streckt verlangend ihre Hand in seine Richtung. Das Lächeln keimt flüchtig wieder auf, doch er reicht ihr wortlos die Duschbadflasche. Abgesehen von dem leichten Zittern, bekommt sie das Zeug ziemlich professionell auf die Hand. Dann verteilt sie die milchige Creme, die peinlicherweise signifikante Ähnlichkeit mit Sperma hat, wer – nur mal nebenbei bemerkt, wer in Gottes Namen denkt sich eine derartige Perversität aus? – auf ihrem glatten Bein. Was für ein Glück, dass sie es trotz Ausnahmezustandes gestern noch rasiert hat. Patty streckt es, zögert für einen flüchtigen Moment und legt es dann auf seine linke Schulter. Der atemlose Moment vergeht, er weist sie nicht zurecht und sie widmet sich erleichtert und sehr ausufernd ihrem Bein. Etwas zu ausufernd.
»Höher!«, verlangt er, was sie zusammenzucken lässt, bevor sie abermals schluckt. Aber ihre Hand gleitet bereits an ihr hinauf. Langsam.
»Innen!« Kaum hörbar, aber dennoch so unvergleichlich sexy.
Gänsehaut breitet sich auf ihrem Körper aus, dabei war diese gerade erst verschwunden, weil ihr mittlerweile sogar extrem heiß ist. Patty sieht ihn mutwillig an, während sie ihre Finger langsam an den Innenseiten ihres Beines entlangwandern lässt. Ungefähr so, wie er es zuvor getan hat.
»Massier dich!«
Flüchtig weiten sich ihre Augen, sie kann es nicht verhindern, doch dann reduziert sie diese schnell wieder auf normale Größe und sie berührt schließlich ihre aufgeheizte, so sehnsüchtige Mitte.
Die stöhnt regelrecht auf, als sie endlich so sanft verwöhnt wird.
»Schließe deine Augen«, fordert er sanft und sie kann nicht schnell genug folgen.
»Ja«, hört sie ihn. »Verwöhn dich, zeig mir, was dir gefällt.«
Es ist so einfach ...
Unbewusst rutscht sie ein wenig hinunter, lehnt den Kopf zurück, kommt ihm entgegen und hebt ihr Becken über die Wasseroberfläche, während sie sich das gibt, wonach ihr so dringend verlangt. Sanft stimuliert sie ihre Klitoris, will, dass er es sieht, will, dass er begreift, wie sie es mag. Denn hier geht es nicht um Druck und schon gar nicht um Tempo ... sondern um Zärtlichkeit, federleichte Berührungen, nur Ahnungen, nicht wirklich vorhanden, aber an der verdammten, richtigen Stelle. Ihr Atem geht immer schneller, ihr Gesicht brennt, aber nicht vor Scham, nur vor Erregung. So nah bei ihm, hat sie beinahe das Gefühl, er würde ihr dieses Vergnügen bereiten. Auch wenn er nichts mehr sagt. Als sie im Taumel ihrer Lust gefangen droht, doch wieder unter die Wasseroberfläche zu sinken, nimmt sie eine Bewegung wahr und spürt die starken Arme, die sie sicher an der Luft halten.
»Sehr schön«, raunt es direkt über ihr. »Du machst das verdammt gut.«
Hmmmm, findet sie auch. Versuchsweise lässt sie einen Finger in sich hineingleiten, stöhnt ungewollt auf und hört, dass sich nicht nur ihr Atem beschleunigt.
Nicht mehr lange und ...
Plötzlich wird ihre Hand festgehalten. »Genug!«, sagt er strikt und mit kaum unterdrückter Erregung.
»Sieh mich an!«
Patty folgt sofort, neugierig, wie er nach ihrer grandiosen Vorstellung aussieht.
Doch als sie sein Gesicht überraschend nah an ihrem findet, zuckt sie zusammen. Er betrachtet sie begehrlich, noch immer umschlingt sie sein Arm und sein Blick strandet auf ihren Lippen.
»Ungewöhnlich«, murmelt er, ehe er sie zart küsst. So unendlich zärtlich, wie sie es ihm nicht zugetraut hätte. Ihre Hände schnellen nach oben, als seine Zunge langsam in ihre Mundhöhle eindringt, sich allmählich vortastet, als wolle er jeden Millimeter darin erkunden, bevor er ihre Zunge berührt, sie auffordert, mit ihm zu spielen, wie er es mit ihr bereits den gesamten Abend tut. Sie ist wie von Sinnen, ihr Körper so aufgeheizt, brüllend nach ihm, und mit seiner so harten Erregung so nah am Ziel, als er zwischen ihre geöffneten Beine rutscht. Das Wasser schwappt über den Rand und ergießt sich plätschernd auf die Fliesen, doch es macht sich in ihren Ohren wie die romantischste Musik aus. Nach Luft schnappend bricht sie schließlich aus dem Kuss aus, wirft den Kopf nach hinten, um nicht wieder in die sinnliche Falle zu tappen und keucht.
»Bitte!«
»Was?« Seine Nasenspitze liebkost ihre Wange. Patty reißt die Augen auf und funkelt ihn wütend an.
»Bitte!«, wiederholt sie bedeutend eindringlicher.
Nun zucken seine Mundwinkel, bevor er den Kopf zurücknimmt. »Wir sind aber noch nicht fertig.«
Unter Pattys wachsender Fassungslosigkeit lässt er sie los, lehnt sich zurück, spreizt tatsächlich ein wenig die Beine.
»Wasch mich!«
