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"Anhand der Dessous, die ich morgens anziehe, weiß ich, was es für ein Tag wird." "Bei jedem Mann ist mein Körper anders." "Meine linke Brust gehört ihm immer noch." "Der Sari ist jene dünne, wunderbare Trennwand, die eine Frau vor dem Mann aufbaut und nur aus freiem Willen entfernen kann." In der bulgarischen Stadt Plovdiv sind die Frauen geheimnisvoll, pflegen Illusionen, malen Fantasien, kämpfen mit Herz und Verstand für das Halten oder Löschen einer Beziehung und zeigen ihren Einfallsreichtum bei der angenehmen Gestaltung des Alltags: Telefontratsch, Ausflüge, Beobachtungen auf dem Balkon, unaufgeräumte Kleiderschränke. 19 Geschichten aus einem ehemals sozialistischen Ort, der von magischer Atmosphäre umhüllt ist und seine Bewohner im Sog des subtropischen Klimas hält. 19 Erzählungen über Frauen, die Gewinnerinnen und gleichzeitig Verliererinnen der politischen Veränderungen geworden sind. "Das Buch ist eine Ontologie des weiblichen Körpers." Kamelia Spasova / Maria Kalinova "Mit ihrem Erzählband zeigt Todora Radeva, wie die neue weibliche Prosa in der nächsten Dekade aussehen könnte." Plamen Dojnov
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Sieben Arten den Sari zu bindenReihe: Via Egnatia
Die Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme.Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet dieses Buchin der Deutschen Nationalbibliografie;detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.d-nb.de abrufbar.
Erste Auflage 2015© Größenwahn Verlag Frankfurt am Main, 2015www.groessenwahn-verlag.deAlle Rechte vorbehalten.ISBN: 978-3-95771-029-1eISBN: 978-3-95771-030-7
Todora Radeva
Erzählungen
Aus dem Bulgarischenvon Elvira Bormann-Nassonowa
IMPRESSUM
Sieben Arten den Sari zu bindenReihe: Via Egnatia
AutorinTodora RadevaErschienen 2005 bei Koreni-Verlag, Sofia, BGOriginalausgabe:›Ⅽедем начина да увиеш ϲари около тялото‹© Copyright: Todora Radeva -Der Text wurde für die deutsche Fassungmit der Autorin abgestimmt.
ÜbersetzungElvira Bormann-Nassonowa
SeitengestaltungGrößenwahn Verlag Frankfurt am Main
SchriftenConstantia und Lucida Calligraphy
CovergestaltungMarti O´Sigma
CoverbildGuillaume Seignac, La Nymphe de la Foret (Ausschnitt)
LektoratEdit Engelmann
Größenwahn Verlag Frankfurt am MainFebruar 2015
ISBN: 978-3-95771-029-1eISBN: 978-3-95771-030-7
BILDER EINES MORGENS
DER GELIEBTE
CHRONIK VOM FÜNFTEN STOCK
DIE ANDERE
DIENSTAGABEND
VERSTREUTE FÄDEN
HÄNDE, WAS ENTHALTET IHR
HERBSTFLIEDER
HOCHZEITSKLEID
KORRIDOR 76
EIN MÖGLICHER BEGINN
MORGENNEBEL
NORA
SIEBEN ARTEN DEN SARI ZU BINDEN
TAGE WIE DIESER
EINE ZWEITE CHANCE
ZUFÄLLIGE BEGEGNUNG
ZIMMER NR. 207
WENN DER TAG ZU ENDE GEHT
BIOGRAPHISCHES
Jeden Tag ging sie zum Kiosk an der Haltestelle. Der Weg dorthin war gerade lang genug, um eines von diesen Liedchen zu trällern, die einem ohne Grund und ohne dass man sie überhaupt mag, nicht mehr aus dem Kopf gehen. Sie kaufte eine Zeitung und sah in das Schaufenster der Geschenke-Boutique, so als ob sie erwartete, Spuren von den nächtlichen Abenteuern der Wachsfiguren zu entdecken. Danach warf sie eine Münze in den Spielautomaten an der Straße und drückte auf den Knopf. An diesem Morgen – sie war schon einen Schritt vom Automaten weggegangen, weil sie nichts erwartete – brachte das Klingeln herabfallender Münzen sie dazu, sich zurück zu drehen. Über die drei Kirschen nebeneinander freute sie sich gar nicht. Sie wusste, dass sie ein schlechtes Omen waren. Während sie das Kleingeld auflas, dachte sie an jenen Spruch: ›Glück im Spiel, Pech in der Liebe‹.
Zu Hause machte sie sich Kaffee und schlug die Zeitung auf, doch ihr Blick schweifte unkonzentriert über die Seiten. Sie erinnerte sich an Samstagabend. Schon lange war sie zuvor nicht mehr auf einer Party im Studentenviertel gewesen; das pralle Leben und der Lärm dort hatten sie sofort mitgerissen. Sie hatte das übliche Dreibettzimmer mit Plakaten an den Wänden erwartet. Deshalb war sie erstaunt und auch angenehm überrascht vor einer Wand voller Bilder stehen geblieben. Von einem Laien gemalt, doch imposant und emotionsgeladen. Alle stellten ein und dieselbe Frau in verschiedenen Positionen dar. Sie hatte sich nicht entscheiden können, ob ihr das eine besser gefiel, das beinahe wie eine Fotografie wirkte, das Bild des Mädchens vor einem abfahrenden Zug – ihr Gesicht spiegelte sich im Gangfenster, von der Bewegung langgezogen und verzerrt. Oder jenes, auf dem die Frau nur in Umrissen gezeichnet war, fast körperlos, wie eine Vision, während sich ein Mann fest an ihren Knöchel klammerte und hinter ihr her ziehen ließ.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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