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Der Vorlesegnom Lies Mich hat wieder einmal in einem verbotenen Buch gelesen. Dadurch kommt auch der grüne Nebel zum Baumburgwald. Dieser will die Träume der Kinder stehlen. Verbündeter des Nebels ist der dunkle Magier Simsa Bim, der auch aus dem Nebel steigt. Seine Bruder Graf Kurantara, Helle Gnom und Julius müssen die Situation aufklären. Zudem hat der Sohn des Pfarrers namens Gotttreu Müll im Wald hinterlassen. Ein Kinderbuch ab 8 Jahre.
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Seitenzahl: 56
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Johannes Schütte
Simsa Bim
Der dunkle Bruder
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Die Menschenkinder kommen
Was soll der Müll?
Ein Buch, das verboten ist.
Der Brief
Müllberge und der Nebel
Die Träume der Kinder
Das Amulett
Der Sohn des Priesters
Julius muss es richten.
Der Kampf
Impressum neobooks
Die große Hütte vom Vorlesegnom Lies Mich sah sehr einladend aus. Sie befand sich zwischen einigen jungen Birken am Birkenhain. Vor der Tür standen zwei Kübel mit Geranien. Auch waren überall bunte Blumen zu sehen. Es waren hauptsächlich viele Sonnenblumen, aber auch Astern, Fuchsien, Begonien, Tagetes und als Krönung Rosen. Sonnenblumen mochten die Gnome sehr gerne. Sie erinnerten an die Sonne, die immer scheinen sollte. Wenn sie es tat, denn es regnete in letzter Zeit viel.
Vier kleinere Fenster ließen Licht hinein, das sich am frühen Morgen durch Zweige der Bäume windete. In der Nähe weideten einige Rehe im morgendlichen Nebel. Hasen hoppelten über das ferne Feld.
In der Hütte stand ein kleiner Tisch, sowie zwei bequeme, selbst gebastelte Stühle, die auch nur klein waren, denn die Gnome wurden nur bis zu fünfzig Zentimeter hoch.
An der rechten Wand befand sich das Essgeschirr aus Holz der hiesigen Bäume. Auf der anderen Wand, in einem langen Regal, überall Bücher. Hauptsächlich Kinderbücher, die Lies Mich vom Grafen Kurantara ausgeliehen bekam. Das war auch notwendig, da der kleine Vorlesegnom früher diese Bücher stehlen ließ. Und zwar von zwei Kindern, die aus der Ferne kamen und nicht wussten, woher sie überhaupt kamen. Sie konnten aber bei Lies Mich bleiben. Dafür mussten sie alle Kinderbücher stehlen, die sich im Buchladen „Leseburg“ befanden. Das flog natürlich auf. So kam es, dass der Graf dafür sorgte, dass der Obervorlesegnom immer alle Bücher ausgeliehen bekam. Dies war ein weiser Weg, den alle Tiere und Menschen des Baumburgwaldes teilten.
Auf dem Tisch lag ein Buch, das sich Lies Mich schnell schnappte. Mit seiner kleinen Brille konnte er alles lesen, was ihm vor seine Augen kam. Noch vor dem Frühstück wollte er genau wissen, warum die Kinder zur Schule gehen mussten. Hier in diesem Buch stand es drin. Alle Kinder ab 6 Jahren mussten zur Schule gehen, um später einmal einen Beruf zu erlernen. Sehr gut, dachte er bei sich.
Plötzlich klopfte es an der Tür. Ganz leise, dann aber immer heftiger. Hören konnte Lies Mich immer noch gut. Es war aber früher Morgen und so waren Überraschungen etwas, was ihn schon aus der Ruhe bringen konnte.
Er konnte sich beruhigen. Es waren zwei Menschenkinder, die hereinkamen. Diese hatten vor längerer Zeit für ihn die Bücher gestohlen. Das hatte sich nun Gott sei dank geändert. Immer noch trugen Hano und Arabelle, so hießen die Menschenkinder. eine große, rote Tasche in ihren Händen, denn sie trugen sie gemeinsam. So schwer war sie.
Lies Mich sprang auf und umarmte beide Menschenkinder. Die Freude war sehr groß. Einmal in der Woche kamen beide in die Vorlesehütte, um Bücher abzugeben. Der Förster Kai Baumgipfel hatte sie gesandt.
„Hano und Arabelle“, rief Lies Mich. Seine Freude kannte keine Grenze. Er lachte und schlug die kurzen Arme hoch. Der Vorlesegnom trug eine grüne Latzhose , sein Gesicht war grün und wie eine Knolle. Seine Ohren liefen spitz zu, ziemlich spitz sogar. Er trug jetzt seine Brille um den Hals.
Die Menschenkinder setzten sich und stellten die schwere Tasche auf den Tisch. Dann begrüßten sie den Vorlesegnom.
„Guten Morgen lieber Lies Mich“; erwiderte Arabelle, die Schwester von Hano. Beide waren zehn Jahre jung und Zwillinge. Woher sie kamen, wussten selbst sie nicht genau. Es war sicherlich die Insel Xamibor, die in den Gedanken der Kinder wohnte, aber dennoch Realität ausstrahlte.
Auch der Gnom setzte sich hin, schob dann sein Buch beiseite. Man konnte an seinem Blick erkennen, dass er schon ganz neugierig war. Bücher brauchte er wie das tägliche Essen.
„Was habt ihr heute mitgebracht? Die anderen aus meiner Familie wollen heute Nachmittag erneut auf dem Platz bei den Elfen etwas vorlesen. Mein Kumpel Volle Seite muss noch bis heute abend viel lesen.“
Bevor die Menschenkinder etwas auspackten konnten, stand Lies Mich auf und begab sich zum Essgeschirr. Schnell bereitete er einen Kräutertee, sowie Weißbrot vor. Weißbrot wurde immer mit Elfenstaub belegt. Es enthielt sehr viel Eiweiß, damit man sein Gehirn besser nutzen konnte und auch schlau wurde. Im Kräutertee kam immer Gnomenkraut. Das wuchs nur im Baumburgwald, wo alle Tiere in Eintracht wohnten.
Die Zwillinge fassten in die Tasche und holten zusammen zwanzig Bücher hervor. Alles
Kinderbücher, Abenteuer.-Reise.-und Wissensbücher. Die lagen nun auf dem Tisch, wo Brot und Tee standen.
„Hier sind einige Bücher, die ihr lesen könnt. Wir werden heute vor der Dunkelheit nach Hause gehen müssen. Der Förster erwartet uns“, erklärte Hano. Der Junge wäre gerne länger geblieben, aber seine Schwester und er hatten beim Förster auf der Burg eine neue Heimat gefunden.
Der Vorlesegnom, der zugleich Häuptling war, sah irritierend zu einem oben liegenden Buch, wo „Der grüne Nebel von Robimax“ stand.
„Das werde ich mal lesen“, meinte er und zeigte mit dem Zeigefinger auf das Buch, wo ein Nebel mit einer großen Insel zu erkennen war.
Irgendwie kam ihm dieser Nebel auf dem Titelblatt des Buches bekannt vor.
Sie tranken den blauen Tee aus, der in den Tassen war. Dazu aßen sie Weißbrot mit Elfenstaub. Das war sehr lecker und schmeckte süßlich. So konnte man besser die Elfen im Birkenhain verstehen. Sagte man. Ob das stimmte, stand in den Sternen.
„Dann wollen wir mal die Tiere des Waldes besuchen“, erklärte Arabelle kurz. Sie konnte es nicht abwarten alle die Rehe, Hasen, Kaninchen, Igel, Vögel zu begrüßen, die sie alle kannten und schätzten.
Lies Mich winkte ihnen noch zu, als sie aus der Hütte verschwanden. Er hatte Verständnis für die Menschenkinder, denn er hatte sie seinerzeit auch aufgenommen, als sie eine Heimat suchten.
Kurze Zeit später schnappte er sich das Buch „Der grüne Nebel von Robimax“. Dann versank er mit seinen Gedanken in eine Welt fernab des Baumburgwaldes.
