Singe wieder, mein Herz - Anne Eckerfeld - E-Book

Singe wieder, mein Herz E-Book

Anne Eckerfeld

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4,99 €

Beschreibung

Die Zwiesprache mit der Natur ist für mich der Versuch, das Unbeschreibliche zu beschreiben, wissend, dass es unbeschreiblich bleibt, mir aber die Möglichkeit bietet, mich mit der ihr innewohnenden schöpferischen Kraft zu verbinden, die im Kreislauf von Werden und Vergehen, Geburt und Tod ihr Bild hat. Die entsprechende Bewegung der menschlichen Seele zwischen den Polen von Liebe und Hass als einen Fächer zu verstehen, der, je weiter wir ihn zu öffnen vermögen, uns ebenso viele Möglichkeiten wie Unmöglichkeiten zeigt. Das Erkennen dieser Absurdität zur Leidenschaft werden zu lassen, wie Camus es beschreibt. Es geht nicht mehr um Erklärungen und Lösungen, sondern um Erfahrungen und Beschreibungen.

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Seitenzahl: 72

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Anne Eckerfeld

Singe wieder,

mein Herz

Lyrik

Copyright: © 2021 Anne Eckerfeld

Umschlag/Satz: Erik Kinting – www.buchlektorat.net

Verlag und Druck:

tredition GmbH

Halenreie 40-44

22359 Hamburg

978-3-347-32273-8 (Paperback)

978-3-347-32274-5 (Hardcover)

978-3-347-32275-2 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

I

Seinsweisen

Morgendliches Erwachen

Verwirrung

Menschwerdung

Wünsche

Glück

Verlorene Wünsche

Selbstsuche (Metamorphosen) I_III

Ikarus

Einsamkeit

Warten

Erinnern

Psychose

Unerwiderte Liebe

Macht der Gewohnheit

Wanderer

Am Abend…

Schlaflos

II

Mensch und Natur

Minoischer Palast

Am Strand

Ich bin

Die Welt der Dinge

Erinnerungen

Abendwind

Versunkene Welt

Schweigen

Zugewachsene Wege

Herbst

Nebel

Rosen

Neubeginn

Himmel und Landschaft im Regen

Tage im Herbst

Sommeranfang

Vorfrühling I u. II

Am Abend

Land im Winter I u. II

Herbstsonate I u. II

Winterzeit

Herbstmorgen

Abendstunde

Wintermorgen im Nebel

Bedrohte Welt

Angeketteter Hund auf Kreta

Des Katers Vogelbeute

Staunen

III

Natur/Jahreszeiten

Herbst

Herbst

Abend

Mittag

König der Lüfte

Herbsttag

Meisenruf

Verregneter Frühling

Herbststürme

Wolken

Der Mond

Roter Busch im Herbst

Sonne zwischen Regenschauern

Sommerabend

Aufziehendes Gewitter

Herbst

Landschaft auf Kreta

Kirchturmhahn

Sommerabend

Und der Mond…

Sommertag

Novemberlandschaft

Himmel und Landschaft

Früher Sommer

Sonnenfinsternis

Am See allein

IV

Begegnungen

Hunde auf Kreta

Vergewaltigung/Indien

Testpilot

Familienerbe oder

Freie Liebe

Geschwisterstreit

Briefe der Mutter

Verlorene Wut

Traum von der Mutter

Generationsvermächtnis Krieg:

Deutsches Nachkriegs – Erbe

Einsames Kind

Asthma

Unerwartet

Zweite Geburt

Mutter mit Säugling und zwei Geschwistern

Das kleine Mädchen, der Esel, die Kuh und

das Meer

Psychotischer Mensch

Kinder

Soldaten im Krieg

Kleines Kind

Geteilter Schmerz

V

Gebete

I. Ich steh vor Dir

II. In uns stell die Sonnenuhren ein

III. Lob der Schöpfung.

IV. Was würdest Du tun, Gott?

V. Gott, mein Gott

VI. Ich laufe gegen die Pforten

VII. Dein Abendrot

VIII. Wie tief, Herr

IX. Meine Tiefen

X. Dieser mein Tod

XI. Herr, Deine Himmel

XII. Ich kann es nicht tragen, Herr

XIII. O Herr, seit Du

XIV. Ausgebleicht sind

XV. So wie am Tage

XVI. Ich möchte wohl manchmal

XVII. Wenn längst

XVIII. Die Kühle des Morgens lass mich

IXX. Eines Tages

VI

Alter

Erinnerung

Lebensabend

60 Jahre

Alter

Der letzte Schritt nach vorn

Rückblick

Zeit

Denken gegen die Zeit

Alter Mensch I-IV

Herbstalter

Stufen I-IV

Vergangenes Leben

Fremde Welt

VII

Lebensphasen und Geschichten

Schöne Stunden

Aufhebung der Zeit

Das ist der Tag

Sinnsuche

Ebene

Werden

Frühlingstag im Winter

Heute

Vergessener Schrei

Verdrängung

Einsamkeit

Begegnung I u. II

Verlorener Augenblick

Unterschiedlichkeit

Träumerei

Verlorene Liebe

Vergebliche Liebe I-IV

Verlorene Zeit

Die letzten Tage?

Singe wieder

Spurensuche

Stille

Das Leben

Matala-Wanderung

Es spricht in mir

Rückblick

Die Zeit,

Sternentotentanz

Das Lied fand

Lebenswege

Lebensabend

Gewohnheit

Sinn

Tage

Himmelsleiter und Berge

Zerstörte Welt

Innehalten

Endliche Gedanken

Seelenherbst

Zwischenpause

Bin ich schon…

Das Nichts

Das Absurde

I

Seinsweisen

Morgendliches Erwachen

Im Morgenauge

die ungeweinte Träne

aus dem Traumkelch der Nacht.

Ich fand kein Zuhause,

als das Gewohnte wich,

restlos verloren

in der Heiterkeit des sonnigen Tages.

Das Summen der Bienen

weckte die Angst

vor der Aufhebung der Zeit,

vor dem Tod und dem Sein.

Im Gerüst der Stunden

eingebaute Zeitnester

Mit der Beliebigkeit

des Verweilens.

Die sich streifenden Blicke,

diagonaler Schnittpunkt

der Hoffnung.

Verwirrung

Das Gehirn ist ausgewandert,

der Blick ins Nichts gefallen,

die Ohren taub den Tönen.

Hinter der Stirnwand unerträgliche Weite

und der erstickte Schrei

nach dem fehlenden Chaos

und seinem Sinn, es zu ordnen.

Die Eingeweide verdrängen den Geist

und sind allgegenwärtig,

sie verschlingen den unverdaulichen Tag.

Die Gedanken liegen am Boden,

ein verworrenes Knäuel

durchschnittener Ariadnefäden.

Kein Weg aus dem Labyrinth.

Am Wurzelstock der Gefühle

hockt das Weinen, uralt, ein Meer

angesammelt seit Generationen

und droht mit seiner verschlingenden

tiefe und seinen unzeitigen Stürmen.

Menschwerdung

Am phylogenetischen Urgestade

erlöste Muschelträume,

Bildungsstätte der Erlebnisperlen,

die unter dem Druck der Begierden

und Empfindungen zur Gedankenhelix

verschmelzen, für immer Choreographie

zukünftigen alltäglichen Handelns.

Für immer einsamer Streckenläufer

im Staffellauf von Begegnungen.

Wünsche

Wünsche, Vögel mit Sehnsuchtsflügeln

auf dem Weg zur Liebe,

lass sie fliegen,

die Welten zu ergründen,

die da sind.

Wie tausend kleine Flüsse

werden sie zum reißenden Strom

der dich an fremde Ufer

und ins Meer deiner Gefühle spült.

Betrete das blühende Land,

das Gelobte, das von Anbeginn

dir bereitete, singend die Lieder

des Schmerzes und der Freude,

die dir gegeben wurden –

und liebe.

Glück

Im Widerschein der verlöschenden Frage

nach dem Glück

beleben sich nächtlich die Dämonen,

die, um sie zu bannen

nach der Unrast des Tages,

im Erschöpfungsschlaf ertränkt,

im Traum sich Abbild schaffen.

Auf des letzten Traumes Schwebung

bot sich die Wahl zwischen dem Nichts

und einem unsanften Fall ins Leben.

Da quoll Lava gleich die Wut aus allen Ritzen,

dass dies zu entscheiden leben heißt

und das Glück dir nicht zufällt.

Verlorene Wünsche

Das Geflecht deiner Rituale

um deine Wünsche gesponnen,

den Filz von Wut und Verachtung

zu lösen, ein schmerzhaftes Unterfangen.

Die Tage bestehst Du gestiefelt

und gespornt gegen die Traurigkeit.

Der Sattel Deines Wertes ist locker

und beschwört die Gefahr eines tödlichen Sturzes.

Resignation, der ungelöschte Frachter der Gefühle,

Schuldgefühle geboren aus der vorenthaltenen Liebe

ersparen dir die schmerzhafte Erfahrung des

Hungers.

Selbstsuche (Metamorphosen)

I

Steig ein in dein Selbst

unterwegs ohne Weg,

hol deine Gefühle nach Hause endlich.

Deine Wohnungen, die in dir

bereitet wurden,

sind noch unbezogen,

weil du dich aufhältst mit

den Verwundungen anderer,

deine eigenen für unheilbar erklärend

mit der Erwartungshalluzination:

die Zeit heilt alle Wunden,

dem Rezept aus der Giftküche

der Tradition.

II

Deine Wünsche abgestoßen

wie der Schorf einer Wunde,

wie der Schweif einer Sternschnuppe,

die zu ihrer Erdbestimmung rast

und sich in den Tod wühlt,

Wunde in einer Wunde,

ausgestoßenes Gewöll,

embryonales Monster,

Steinkindgeburt.

Die Kraft zum Leben,

die sich verkehrt in die Kraft zum Tod.

III

die Wurzeln meiner

verwaisten Gefühle

wollte ich reißen

aus dem Herzboden,

als meine Hand erstarrte

und gefror in eisiger Wut

und dies nicht konnte.

Seither

im eigenen Zentrum

sich festbeißende Wut

hockend hinter der Tür

von Vorwürfen.

Um das Kometendasein

meiner Gefühle zu beenden,

müsste ich sie öffnen –

doch, wer sagt mir,

dass ich nicht sitzen bleibe

für immer auf meinem Hass

und dabei meine Liebe verblutet

Ikarus

Dein Schrei blutet

in deinen Händen.

(Fällt man so aus einer Liebe ?)

In dein Fleisch bohrt

die Erde den Tod,

diese neue Welt,

die im rasenden Flug

sich nähert.

Den Mund voll Wind und Meer

und im Schweif tausend

brennender Sonnen

ein Lied verwahrt,

das auf dein Gefieder sinkt

wie eine tötende Hand

und war vordem noch Wind unter

deinen Flügeln.

Deine zerschmetterten Glieder

sind dem Leben taub

und tot dem Tod;

sie rühmen den Tod

im Unverstand.

Einsamkeit

Ich bin so einsam,

dass ich es nicht empfinde.

Lärm und Stille

fallen auf ein kahles Feld.

Erinnerungen wintern längst,

und für ein Voll des Jahres

fehlen Tage,

gebrochene Lanzen am Rost

erkrankt in eine müde

Hand gegeben.

Und Nebel blassen mir

die Tage,

ihre Nässe legt sich

in den Nacken,

und in seiner Biegung nisten

lange Nachmittage

wie Dunkelheit in eines

Baumes hohlem Stamm.

Und vorne fall ich ein

wie unterhöhlte Erde,

weil die Worte ausgegangen,

seit die Zunge stolpernd

sie zu Krüppeln machte.

Da setz ich Farben aufs Papier

und male rot den Schrei,

den ich nicht kann

und grün dem toten Aug

zur Hoffnung –

und gelb, dass es noch

Herbst wird mit den hellen Farben.

Warten

Warten – das ist unter all den

vielen Gewändern,

die du täglich wechselst, das letzte,

nie ablegbare, deine Nacktheit

verbergend, die auf Tugend hofft,

die Haut über deinem Fleische,

in die einer Wunden schlägt.

Erinnern

Was im Erinnern dunkelt

wie im eigenen Haus, lass es ruhen.

Weist du es hinaus,

könnt es sich Schaden tun

und würd daran sich selber fremd

und legt vielleicht den stillen

unlöschbaren Brand.

Psychose

Wenn die Sinne auseinanderfächern

und nach allen Seiten rasen

und die unbewachte Mitte ausbrennt,

wird kein Wort auf dem anderen bleiben,

eines wird auf das andere fallen wie Feuer,

und dem Verderben, das dich trifft,

folgt der Tod im Geiste.

Dein Herz weiß nichts vom Tod

und leidet, kostet nur den Reif am Morgen,

wenig später von der Sonne gelöscht.

Unerwiderte Liebe

Nicht du sätest deine Schritte

in die Felder,

ließest das Licht nicht aufbrausen

im See

einer tanzenden Windhose gleich,

schneidend schnell die bunten Enten

zu schwarzen Punkten versengend.

Nicht du gabst die tröstliche

Antwort, nun wiedergespiegelt

in der sich abblätternden

gelb-grün geschachten

Rinde der Platanen –

so augennah nichts mehr

auf dieser regengrauen Straße.

Macht der Gewohnheit