So lange er lebte - Sebastian Gottschall - E-Book

So lange er lebte E-Book

Sebastian Gottschall

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Beschreibung

Dieses Buch ist ein Sammelsurium an Texten meines besten Freundes, der im August 2016 an Krebs verstorben ist. Es enthält Lyrik, Fragmente und textliche Experimente.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 46

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort zu diesem Buch

Leben

Kalt

Freigeist

Zuviel des Guten?

Der Grund des Lebens

Ein Schritt zu weit

Lieber Bruder, Liebe Schwester!

Das Ende der Welt

Wahre Liebe?

Herr Meinhardt

Der Keim vom Reim

Der letzte Versuch

Innerer Wert

Liebe

Veränderung

Waschen

Damals `43 - Ein Einzelschicksal

Das Herz

Siehst

Ich war damals so klein

Skoda - Ein Auto?

Die Liebe kommt mir gerade recht

Das „Muss“ der Arbeit

Das Alter

Manchmal

Manchmal ist es einfach

Was bringt schon der Glaube?

Vivien

Es ist Liebe

Wahre Werte

Wie’s manchmal so läuft

Heute noch und morgen Rückreise …

Adebar

Vorwort zu diesem Buch

Dies sind die Texte meines ältesten besten Freundes Sebastian Gottschall, der am 25. August 2016 an Krebs verstorben ist. Ich habe Sebastian mit 11 Jahren, im Sommer 1988, auf der obersten Sprosse eines Klettergerüstes auf dem Kinderspielplatzes an der Gabelstraße in Meißen kennengelernt. Da existierte noch DDR. Diesen Spielplatz gibt es mittlerweile nicht mehr. Stattdessen befindet sich schon seit einigen Jahren genau an dieser Stelle eine Rasenfläche mit einem gepflasterten kleinen Gehweg, der hinführt zu einer Bank. Diese Bank steht unter einem einzigen Baum. Hier kann jeder verweilen, wenn ihm danach ist. Ich habe da auch schon gesessen.

Damit die Texte meines besten Freundes nicht verschwinden wie dieser Spielplatz, - zu dem er mit mir symbolträchtig gehen wollte, um mir persönlich zu sagen, dass er sterben wird, möchte ich dieses Buch mit seinen Texten als Herausgeber publizieren und der Öffentlichkeit zugängig machen. Als Abschied und als Erinnerung, für mich, für Freunde, für lyrische Interessenten.

Die Literatur, das Texten, das kreative Dichten, schlichtweg das Kreativsein in den unterschiedlichsten Sparten, auch in Film und Ton, war seit jeher unsere Stärke und Gemeinsamkeit. Mit diesen Medien haben wir viel Zeit in unserer Jugend verbracht; und auch später, als wir uns an unterschiedlichsten Orten wiedergesehen haben. Wir haben sogar Anfang der 90er Jahre zusammen den „Club geheimer Druidengeister“ gegründet, aus dem letztlich eine kleine-geheime Verbindung, der Club NEOKORTEX, entstanden ist. Als Kinder und als jugendliche „Stürmer und Dränger“ haben wir immer davon geträumt, einen geheimen, aber großen Club zu gründen, der geistig etwas bewegt und an dessen oberster Stelle wir stehen. Dass dies zueinander im Widerspruch steht, war uns mehr oder weniger klar. Letztlich waren und sind wir die einzigen beiden Vollmitglieder geblieben und haben mal im Scherz, aber auch mal ernsthaft diesen Club bedient. Wir haben in seinem Namen so manche Flaschenpost mit unseren Gedichten in die Elbe geworfen und haben ihn auch ab und an erwähnt oder auf ihn getrunken. Letzteres mit Herz und Verstand, mit großem Stolz und im Geiste der Freundschaft!

Im Laufe der Jahre gab es nur ein Gastmitglied. Diesem Gastmitglied ist es auch zu verdanken, dass viele seiner Texte während Sebastians Ausbildungszeit entstanden sind. Diese Texte, zusammen mit den restlichen aus den späten 90er Jahren, den späten 2000er sowie den 2010er Texten und Text-Fragmenten, bekam ich persönlich von meinem besten Freund in einem Schuhkarton überreicht. „Die Gedichte, Jens“, sagte er und kramte dabei in den Zetteln und hielt mir auch ein schwarzes Moleskine-Notizbuch unter die Nase, „sollst du mal bekommen, wenn ich nicht mehr bin.“ Natürlich fühlte ich mich geehrt und war mir, ehrlich gesagt, der Dramatik, die diesem Augenblick innewohnte, nicht ganz bewusst, aber was soll man in so einer Situation schon sagen? - Danke? „Okay“, war alles, was ich damals herausbrachte. Und so ist es sicherlich auch „okay“, wenn ich entscheide, was mit diesen Texten passiert. Nach seinem Tod habe ich diesen Schuhkarton von seiner Frau überreicht bekommen.

Viele von Sebastians Schriften sind in seiner Jugend entstanden, wie ich aus der Sichtung aller kreuz und quer liegenden Zettel in diesem Schuhkarton sowie des schwarzen Notizbuches, der wenigen notierten Datumsangaben und der Interpretation des Inhalts der Texte entnehmen konnte. So sind seine jungen Gedichte oft düster zu lesen und von apokalyptischer Natur; oft mit einem Hauch Todessehnsucht. Typisch Teenager, würde ich da sagen. Es gibt aber auch einige lustige Texte mit typisch jugendlichem Slang und später erwachsenen Wortwitz sowie Texte mit reiner Lebenslust, welche er stets besaß. Im Besonderen gibt es hier außerdem zwei Texte, die ich Wechselgedichte nenne. Dies sind Gedichte, die von zwei Personen geschrieben werden. Dabei fängt eine Person eine Reimzeile an und schreibt die nächste bis zur Hälfte auf ein vorliegendes Blatt. Anschließend ergänzt die andere Person die angefangene Zeile, schreibt eine neue Zeile und eine neue halbe Zeile. Dies immer im Wechsel. Leider sind nur zwei dieser Gedichte von uns erhalten geblieben.

Was am Ende im ganzen Konvolut der Texte nicht fehlen darf, sind die Liebesgedichte. Letztlich sind Sebastians Gedichte ein Querschnitt seiner Gedanken, seiner Sehnsüchte, seines Lebens und seiner Experimente mit dem geschriebenen Wort. Eigentlich wollte ich das Zitat aus dem Buch „Märkischer Dichtergarten: Die Ehre hat mich nie gesucht - Lessing in Berlin - Gedichte, Prosa, Briefe“ einmal selbst bei einer Veröffentlichung meiner lyrischen Texte und Textfragmente benutzen. Da dies noch nicht geschehen ist, aber ich das Zitat von Gotthold Ephraim Lessing auch für dieses Buch und die Texte von Sebastian überaus passend finde, befindet sich nunmehr nachfolgend auch genau an der richtigen Stelle: