So sind die Tage noch ein Warten - Klaus-Dieter Boehm - E-Book

So sind die Tage noch ein Warten E-Book

Klaus-Dieter Boehm

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Beschreibung

Die Berge der hohen Tatra werden lyrisch umrissen, Echoräume geöffnet. Zahlreiche Gedichte unternehmen Ausflüge in die Natur. Das Schicksal Aleppos gerät in den Blick. Den Opfern des Bombardements von Dresden 1945 sind Zeilen gewidmet. Die türkische Machtergreifung wird scharfer Kritik unterzogen. Häusliche Gewalt und wie das Opfer dazu lächeln muss, versucht ein Gedicht auf den Punkt zu bringen. Die Unzulänglichkeiten des Alltags in einem Pflegeheim markiert einer der Autoren, wie man an seinem Lebensende in finanzielle Geiselhaft genommen wird, unwürdig einer mündigen Gesellschaft, so Profit zu schlagen aus den Gebrechen der älteren Generation. Einige Liebesgedichte finden sich im Band, die Jahreszeiten kommen vor. Gefeiert wird das vagabundische Leben, Sekt zum Frühstück, ein Blick auf die Schwächen zügelloser Lebensgier.

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Seitenzahl: 102

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Wagemut geht der Handlung voran, Glück krönt ihr Gelingen

Demokrit

Inhalt

Ramona Stolle

Weißt du

Das Leben

Herbst

Lebensband

Wenn du mich lässt

Träume

Samira Schogofa

Deutschland 2017

Glaubst du?

Jenseits der Angst

Im Freien

Liebe

Ergebung

Irgendwo

Momentum

Susanne Rzymbowski

Mager die Zeiten

Mein Herz schlug wild

Elena Zardy

Ein Anfang

Meine Sehnsucht ...

Ein leises Gefühl

Auf meinen Lippen

Noch ...

Schon heut‘...

Auf dem Regenbogen

Ein Traum

Auf leisen Sohlen

Einst ...

Klaus-Dieter Boehm

ich hab heute

der Weg?

Frühling ist

ihre Linguistik

Liebe

Amseln

wenn sich dein Körper

eine Kitschorgie

deine Stimme

vielleicht

sie hatten nichts

sie kommt zum Abendessen

friseurgepflegte Damenköpfe

kein Wort

Herz

die war beleidigt

der Hafen

Zwischenraum

nächstens

Tag

Lass mich gehn

heute!

ein Lied!

erloschenes Gesicht!

über Schrebers!

werde dich nicht vergessen!

Gerhard J. Duerschke

Hohe Tatra

Hohe Tatra II

Irgenwie – irgendwann – irgendwo

Flutwellen

Erden-Sein

Mensch-Sein

Wörterwälder

Vertraue auf dein Wort

Herbstgedanken

Schatten fremder Magie

Feuersturm über Dresden

Sprache ist Sein

Norbert Rahn

Wenn die Farben stürben

Die Kette

Andrea Hallmann

Die Gedanken

Herbst

Blind

Felix Martin Gutermuth

Sekt zum Frühstück

Arztbesuch

Nachtwandler

Fieber

Was für ein Zirkus!

Alptraum

Nora

sex sells

Katerstimmung

Mit den Gejagten

New York, Berlin und die Stromkreise der Verzweiflung

Der echte Dichter

Die Villa zu Valentin

Die Dame aus der verschobenen Stadt

Erst der Anfang

Die Komik eurer Tragik

Der Klamauker

Mallorca

Katastrophe

Die Hütte auf der Farm

Überego

Die Krabbe

Blues für die Blonde & die drei Engel

Tom Eriel

Das Haus am Bahnhof

Ode an die Residenz

Die kleine Königin

Widersinn

Was Pflegeheime wirklich sind

Etikettenschwindel

Wertlos

Evelyn Clark

In der Dunkelheit der Nacht

Musik

Das bin ich

Sehnsucht der Liebe

Liebe die sie einst berührte

Für die Liebe gelebt

Isabelle Gallien

Wir reichen Euch die Hand

So ist das Leben

Sorgenfreier sonniger Sommertag am Strand

Sommermorgen

Wonnemonat Mai

Lea Sankowske

Oh du Poet

Ellen Philipp

Elfen

Winter am Meer

Gebet

Kranker Mann

Radtour

Mein Stern

Giovanna Leinung

Des Teufels Universität

Schicksal

Hoffnung oder Verzweiflung

Stagnation

Beate Loraine Bauer

T.

Germanwings Flug 4U9525

Treffzeit

WARTung

Aleppo

Fehler-Updates

Selbstbefragung

Eheschließungen für alle!

GeFLÜCHTet

Paris und danach

Marko Ferst

Danziger Notizen

Wegweiser

Spitzbergen

Kirschen

Helle Mondnacht: 60. Breitengrad

Offene Sicht

Meinungsfreiheit

Machtergreifung

Ohne Namen

Ich darf nicht denken

Flußdelta

Wege hinüber

Wolga

Immer im Herbst

Blick auf den Seddinsee

Max Schatz

Allein gegen das Milieu

Guido Woller

Verdikt der Sozialisation

Eduard Preis und M. Krüger

Klagelied eines leeren Blattes

Eduard Preis

Wasserschliere

Honigpferdkuchen I

Honigpferdkuchen II

Danke

Spreche auf so viele Arten und Weisen

Die Zuhörerin

Vorfreude

Tim Rudolph

Klebspuren der Einheit

Kraftwurzel

Autorinnen und Autoren stellen vor

Ramona Stolle

Weißt du

Weißt du, wie der Winter schmeckt

Der das Leben kalt verdeckt

Der die Flocken tanzen lässt

Wie auf einem Walzerfest

Hörst du, wie der Nordwind lacht

Wenn er Purzelbäume macht

Und dabei die Dämme bricht

Grenzen gibt es für ihn nicht

Spürst du, wie der Frost dich küsst

Kälte ist ihm ein Gelüst

Das er mit Elan verbreitet

Und in alle Winkel leitet

Siehst du, was im Schnee geschieht

Wie das Grün sich krümmt und biegt

Fängt sich einen Sonnenstrahl

Und gedeiht in großer Zahl

Riechst du, wie die Düfte fliegen

Sich ganz zart auf Blüten wiegen

Eis und Frost sind fortgegangen

Frühling hat nun angefangen

Ramona Stolle

Das Leben

Wieder ruft ein Kinderleben

Nach Gehör und frohem Streben

Möchte wachsen, spielen, lachen

Mit den Freunden Unsinn machen

Denn Kinder möchten Kinder sein

Und Lernen, leben, glücklich sein

Fehler machen und auch fallen

Aufstehen, geschützt von allen

Jedoch das Schicksal dreht nur stumm

An deren Lebensuhr herum

Und es tauscht die vielen Zahlen

Gegen Kummer, Leid und Qualen

Und eins und zwei und drei und vier

Tränen bringt dieses Leben dir

Fünf und sechs und sieben und acht

Bomben fallen in dieser Nacht

Von neun bis weit nach Mitternacht

Ist voller Angst ein Kind erwacht

Schicksal spürt, es muss sich wenden

Diesen Wahnsinn schnell beenden

Ramona Stolle

Herbst

Herbststürme ziehen durch das Land

Vom höchsten Berg zur Waterkant

Sie spielen mit den Lebensträumen

Und lassen lustvoll Herzen schäumen

Sie toben wild am Meeresstrand

Und rauschen über‘s flache Land

Auf ihrem Weg gibt es kein Halten

Kein Zaum bremst die Naturgewalten

Kühn treffen sie sich dann zum Feste

Und jeder Sturm gibt kühl das Beste

Dann gibt‘s für Mensch und Tier kein ruh‘n

Denn starke Kräfte spielen nun

Es ist ein letztes Aufbegehren

Ein Letztes sich nach Jugend zehren

Bevor mit preschender Gewalt

Der Sturm als Wind im Nichts verhallt

Ramona Stolle

Lebensband

Ganz still sah ich die beiden gehen

am weißen Meeresstrand

Der Mann konnte sie stumm verstehen

und griff nach ihrer Hand

Sie schüttelte ihr graues Haar

und atmete tief ein

Sie schien mit sich ganz wunderbar

im Gleichgewicht zu sein

So liefen sie im selben Takt

voll sanfter Harmonie

Die Zweisamkeit glich einem Pakt

der Jahr für Jahr gedieh

Dies Lebensband berührte mich

wie eine liebe Hand

die über meine Seele strich

bis ich mich wiederfand

Ramona Stolle

Wenn du mich lässt

Ich hätt dir gern ein Bett gebaut

aus frisch gemähtem Heu

das hätt ich reichlich dekoriert

mit Klee und Männertreu

Ich hätt die Decke angemalt

grad wie ein Sternenzelt

und hätt als süßes Schlummermahl

ein Canapé bestellt

Mit Lampions und mit Kerzenschein

hätt ich dich still bewacht

bis in der Früh der Sonnenschein

auf deinem Antlitz lacht

Ich hätt dich heut gern wachgeküsst

mit Himbeereis und Sekt

mit Schokocreme und Rock’n’Roll

hätt ich dich sanft geweckt

Ich hätt dir dann die Welt gezeigt

als wäre sie ein Fest

das alles hätt ich gern getan

wenn du mich eben lässt

Ramona Stolle

Träume

Ich hab alles aufgeschrieben

auf ein weißes Blatt Papier

Kinderträume sind geblieben

und jetzt gebe ich sie dir

Du bewertest nicht die Worte

und du lachst mich auch nicht aus

Trägst sie stumm an fremde Orte

in die weite Welt hinaus

Hoffnung lebt in jeder Zeile

die nun auf die Reise geht

Und ich schau noch eine Weile

wie der Wind die Richtung dreht

Bist am Horizont verschwunden

Kompass dreht auf Nord-Nordost

Fühl mich eng mit dir verbunden

Träume in der Flaschenpost

Samira Schogofa

Deutschland 2017

Uns‘re Welt hat welke Blätter.

Wehmut wabbert und wird fetter.

Keine Erntezeit in Sicht.

Zeit der Früchte wird es nicht.

Maden schlüpfen ungestört.

Darüber ist man sehr empört.

Was soll‘n wir tun mit all den Maden,

die uns‘er teu‘ren Freiheit schaden?

Wir lassen lautlos sie gewähren.

Sie werd‘n sich gütlich in uns nähren.

Samira Schogofa

Glaubst du?

Glaubst du, die Toten reden nicht?

Sie sprechen nicht von Zuversicht.

Sie trauern um den Augenblick,

der plötzlich wurde ihr Geschick.

„Zur falschen Zeit am falschen Ort“.

„Es war ein äußerst feiger Mord“.

Und während ich so still da lieg,

denk‘ ich: wir sind ein Land im Krieg.

Samira Schogofa

Jenseits der Angst

Jenseits der Angst will ich die Welt ergründen.

Jenseits der Angst verfallen alle Sünden.

Jenseits der Angst verglüht mein Unbehagen.

Jenseits der Angst entziff‘re ich manche Fragen.

Jenseits der Angst spür‘ ich den Funkenfall des Nichts.

Jenseits der Angst wärmt mich die Energie des Lichts.

Jenseits der Angst fühl‘ ich mich vogelfrei.

Jenseits der Angst ist mir das Sterben einerlei.

Samira Schogofa

Im Freien

Ich gehe barfuß über Gras

und knabbere an bunten Kräutern.

Mein Schattenplätzchen, wo ich saß,

ist Zeichen allen Zeichendeutern.

Das Wasser aus dem Brunnen kühlt

meine leidzerfurchten Hände.

Der Schmerz, er hat mich aufgewühlt.

Ich streune weiter durch’s Gelände.

Die Sonne schließt mir sanft die Augen.

Den Wiesenduft will tief ich saugen.

Seit ich begann, mich auszureihen,

verbringe ich viel Zeit im Freien.

Samira Schogofa

Liebe

Strahlend möchtest du mich sehen.

Strahlend findest du mich schön.

Strahlend reich‘ ich dir die Speisen.

Strahlend muss ich stets beweisen,

dass ich deiner würdig bin.

Strahlen ist mein Lebenssinn.

Strahlend zeig‘ ich, dass ich tauge,

und kaschier‘ mein blaues Auge.

Samira Schogofa

Ergebung

Schwer von Regen

taumeln die welken Blätter

zur Erde.

Im fahlen Licht

wirkt der kahle Ast

unrettbar

in der Kapitulation

kauernd.

War’s das?

Samira Schogofa

Irgendwo

Irgendwo bleibt eine Heimlichkeit.

Etwas, das unerreichbar bleibt.

Ist’s Suche nach Geborgenheit?

Ist’s, weil dir niemand Briefe schreibt?

An Tagen, denen Farbe fehlt,

dich immer wieder Sehnsucht quält.

So manche Blicke himmelwärts

versetzen dir ‘nen Stich ins Herz.

Tiefes Verlangen in dir loht.

Wer gar nicht sehnt, ist lang schon tot.

Samira Schogofa

Momentum

Ich muss den Kanal aus dem Tagebuch wringen.

Dabei wollt‘ ich nur über Grenzen springen.

Lichthungrig hat mir die Seele gebebt.

Feuerrot lodernd habe ich überlebt.

Hab‘ von Vergänglichkeit getrunken.

Bin in den Funken fast versunken.

Ich will, dass nun mein Leben läuft

und dass fortan der Tod ersäuft.

Susanne Rzymbowski

Mager die Zeiten

die zu Zukunft gemacht

im Steckfeld aus Ansicht

im Kalender von Begier

die kennt keinen Tag nicht

noch Stunde des Seins

so rasselt das Uhrwerk

nur noch zum Schein

ohn Fenster aus Rücksicht

ohn Jetzt oder Hier

auf immer verloren

Verhältnis von dir, mir und wir

Susanne Rzymbowski

Mein Herz schlug wild

im Heiss der Nacht

im Fieber aus Gedanken

und schuf ein Meer

aus Perlen mir

auf eine glatte Haut

nun glitzerts hell

bis in den Tag

als Herzblatt eines Selbst

Elena Zardy

Ein Anfang

Sternenstaub benetzt die Hände

zartes Klingen überall

Ein Schmetterling fliegt sehr behende

streift uns kurz einmal

Leichtes Ziehen auch im Magen

heimlich schaue ich dich an

möchte dir sovieles sagen

frag mich, ob ich es wagen kann

Flügelschlagend fliegt er weiter

setzt sich zart und leicht zu uns

und ich staune, dass er seither

nicht eine Pause nimmt

Die Zeit bleibt steh‘n,

die sonst verrinnt

Elena Zardy

Meine Sehnsucht ...

Meine Sehnsucht kannte keine Worte

sie war so klar wie mein Verstand

Sie war von dieser Sorte,

die nicht einmal ich selbst verstand

und ich zeig‘ dir meine Wunden,

dass du sie heilen magst

hab‘ keine dieser überwunden,

wenn du mich nach der Liebe fragst

Elena Zardy

Ein leises Gefühl

Deine Stimme klang mir im Ohr,

als ich deinen Namen rief,

als jedes leise Gefühl in mir

noch in meinem Herzen schlief

Deine Stimme lehnte sich an meine Haut,

als ich deine Lippen streifte

dein Geruch war mir schon sehr vertraut,

als in mir ein Sehnen reifte

Deine Stimme hüllte mich in Liebe ein,

als ich nach deinen Händen griff

und als ich deinen Namen rief,

als jedes leise Gefühl in mir

noch in meinem Herzen schlief

Elena Zardy

Auf meinen Lippen

Auf meinen Lippen

trage ich Worte,

die dich wortlos erreichen

und meine Sehnsucht

weht wie ein leichter Wind

über deine Schulter

Ganz sacht nur

berührt dich mein leiser Atemzug

und meine hungrigen Lippen

formen deinen Namen

Elena Zardy

Noch ...

Noch stillst du mich

mit deiner Sehnsucht

noch leuchten alle Sterne hell

noch tanzt du mit mir

um die Häuser

noch finden sich die Gesten schnell

Noch schmecken deine Küsse zärtlich

noch liebst du

wie für mich bestellt

noch suchst du nicht nach neuen Worten

versprichst nichts,

was nicht ewig hält

noch find‚ ich dich an allen Orten

und spür‘, wie unsere Liebe hält

Elena Zardy