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Lelle liebt Frauen. Sie genießt sie wie andere Schokolade. Dafür schämt sie sich nicht. Auch nicht dafür, in anderer Leute Büro zu stürmen und ihnen intime Details zu erzählen. Oder ihnen Fragen zu stellen. Über Dinge, über die man nicht spricht. Wie eine Frau ohne Beine zur Toilette geht, beispielsweise. Paula ist eine solche Frau, die sich gewandt auf Rolli-Rädern durchs Leben bewegt. Sie ist Doktorandin, forscht über zusammengesetzte Verben und möchte in wissenschaftlichen Zeitschriften zitiert werden. Über ihr Begehren möchte sie nicht sprechen. Schon gar nicht mit aufdringlichen Lesben wie Lelle. Martin ist Lelles bester Freund. Filialleiter mit Reihenhaus und heimlichem Fetisch. Er hat Paula übers Internet gesucht und gefunden. Und verliebt sich in sie. Genau wie Lelle … Sara Lövestams Roman bringt Denkmuster in Bewegung und unterhält gleichzeitig aufs Feinste. »Eine Bereicherung der Buchwelt!«, so die Rezensionszeischrift Virginia.
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Seitenzahl: 267
Veröffentlichungsjahr: 2014
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FRAUEN IM SINN
Verlag Krug & Schadenberg
Literatur deutschsprachiger und internationaler
Autorinnen (zeitgenössische Romane, Kriminalromane,
historische Romane, Erzählungen)
Sachbücher und Ratgeber zu allen Themen
rund um das lesbische Leben
Bitte besuchen Sie uns: www.krugschadenberg.de.
Sara Lövestam
So wie du bist
Roman
Aus dem Schwedischenvon Julia Kielmann
Die Locken sind das Problem. Sie braucht vier Haarspangen und ein enges Haargummi, um ihre Locken zu bändigen. Sie streicht die letzten Strähnen einzeln zurück, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden ist. Atmet ein, betrachtet sich selbst und sucht nach ihrer inneren Stärke. Sie kann sie aufblitzen sehen, wenn ihr Haar eng an ihrem Kopf anliegt und sie ihrem Blick im Spiegel begegnet. Niemand kann ihr etwas anhaben.
Kapitel 1
Zum ersten Mal sah Martin Sander eine amputierte Frau, als er dreizehn Jahre alt war. Es war in einem Erlebnisbad in Södertälje, wo er kichernde Mädchen durch Saltos vom Fünfmeterbrett beeindruckt hatte. Er war auf dem Weg hinaus und wollte gerade die eine Hälfte der Schwingtür aufstoßen, als er sie durch die andere hereinkommen sah. Man bemerkte kaum, dass ihr das rechte Bein fehlte, weil ihre Hose die Leerstelle bedeckte und unten genau so ein Schuh saß, wie sie ihn am linken Fuß trug. Trotzdem war es für Martin offensichtlich, dass die Frau vom Knie abwärts einen Metallstab anstelle eines Beines hatte. Sie ging an Krücken, und Martin beeilte sich, ihr die Tür aufzuhalten. Er fühlte sich eigenartig erregt, als er auf ihre Waden schielte und sich vergewisserte, richtig gesehen zu haben. »Danke«, sagte die Frau und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Widerwillig wandte er seinen Blick von dem aufregenden Hohlraum unterhalb ihres rechten Oberschenkels ab und lächelte zurück.
Als Martins Klassenkameraden ihren Spaß daran hatten, heimlich in die Umkleidekabine der Mädchen zu spähen, machte er mit, und er las auch die gleichen Pornohefte wie sie. Aber nichts erregte ihn so wie damals, als er begriff, dass der Frau im Schwimmbad der untere Teil ihres Beines fehlte. Der Gedanke an den Stumpf, die Leerstelle beschäftigte seine Fantasie, und er ließ seiner Kreativität freien Lauf, um die braungebrannten zweibeinigen Models im Playboy seiner persönlichen Vorliebe anzupassen. Achtzehn Jahre später kann er sich nicht mehr daran erinnern, ob die Frau im Schwimmbad blond oder dunkelhaarig, jung oder alt war, doch er erinnert sich noch immer an den Farbton ihrer grauen Hose. Achtzehn Jahre später lächelt er verlegen, wenn er an die manipulierten Pornobilder denkt, die er als Teenager in einem Geheimfach unter seiner Matratze versteckt hatte. Inzwischen muss er nicht länger Pornohefte zerschneiden und auch keinen Vorwand mehr finden, um sich während der medizinischen Wassergymnastik im Hallenbad aufzuhalten. Heute gibt es das Internet.
»Ich fülle den Weißwein im Laden auf.«
Martin zuckt zusammen. Er hat gar nicht gemerkt, dass die süße kleine Blondine in sein Büro gekommen ist und nun im Türrahmen lehnt.
»Okay.«
Camilla rührt sich nicht vom Fleck. »Die erste Palette Rotwein ist fertig eingeräumt. Ich habe Kent gebeten, die zweite zu übernehmen. Wenn du willst, räume ich auch die ein, aber ich würde mich lieber um den Weißwein kümmern.«
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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