Sommerherzen - Edith Emilia Eri - E-Book

Sommerherzen E-Book

Edith Emilia Eri

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Beschreibung

Alexander hat sich in Lorellié verguckt, doch diese weiss nichts davon. Soweit, so gut, oder auch nicht, denn Alexander ist ein Schutzengel und dadurch unsichtbar. Als es ihm gelingt, in einen menschlichen Körper zu schlüpfen und sich Lorellié anzunähern, stünde einer Romanze eigentlich nichts mehr im Weg, doch stattdessen bringt er unwillentlich sein und ihr Leben in Gefahr, denn es gibt eine Person, die es aus unerfindlichen Gründen auf die Beiden abgesehen hat...

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Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Bedenke, welche Wort du sprichst

Dass Lüge quillt und schäumt empor

Aus deinem Antlitz tritt hervor

Der böse Schatten qualvoll bricht

Bedenke, welchen Weg du gehst

Das Unheil stürzt auf dich herab

Vom wahren Pfade kamst du ab

Verhängnis, dass dir Hoffnung gab

Bedenke, wen zum Feind du machst

Von Stärke, die dich übertrifft

Dich innerlich zerfrisst dein Gift

Des üblen Täters sanfte Schrift

Mit spitzen Zeichen scharf dich trifft

Was bleibt, im Nebel du wachst

Ich sage dir, tritt nun ins Licht

Der Schein sich sacht entfernt im Nichts

Und aus der Fratze dieses Wichts

Der Teufel mir glotzt ins Gesicht

- Edith Emilia Eri, Dezember 2018

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Lorellié

Kapitel 2: Er

Kapitel 3: Lorellié

Kapitel 4: Er

Kapitel 5: Lorellié

Kapitel 6: Er

Kapitel 7: Lorellié

Kapitel 8: Alexander

Kapitel 9: Lorellié

Kapitel 10: Alexander

Kapitel 11: Lorellié

Kapitel 12: Alexander

Kapitel 13: Niklas

Kapitel 14: Lorellié

Kapitel 15: Alexander

Kapitel 16: Lorellié

Kapitel 17: Daniel

Kapitel 18: Lorellié

Kapitel 19: Lorellié

Kapitel 20: Niklas

Kapitel 21: Lorellié

Epilog

Kapitel 1Lorellié

Gerade verlassen die Männer der Umzugsfirma unsere Wohnung. Ich bahne mir einen Weg durch die vielen Kartons zu meinem Zimmer und beginne, meinen Schrank einzuräumen.

Nach drei Kisten voller Socken, Unterhosen und T-Shirts brauche ich dringendst eine Pause, also schnappe ich mir meine Kopfhörer, ziehe meine Turnschuhe an und kämpfe mich erneut durch die Stapelberge zur Tür. Abschliessen muss ich ja nicht, da mein jüngerer Bruder in seinem Zimmer spielt, während meine Eltern sich von unserem Haus verabschieden, dass wir später nie mehr sehen werden, da es wegen dem Bau eines riesigen Supermarktes abgerissen werden muss.

Ich trete also ins Freie, drücke die Kopfhörer in meine Ohren, lasse die Musik laufen und beginne zu joggen. Mein Kopf ist wegen des vielen Stresses, der uns der Wohnungswechsel verursacht hat, so voll, dass ich mir nicht merke, wohin ich laufe.

Sieben Lieder und viele Häuser weiter habe ich total die Orientierung verloren. Dummerweise kenne ich weder unseren Strassennahmen, noch die Hausnummer, wie immer bin ich also total unterinformiert. Mmh, warte mal, den jungen Mann dort habe ich doch schon einmal bei uns im Treppenhaus gesehen. Ich gehe also zu ihm hin und spaziere einfach neben ihm her, da ich definitiv nicht genug Mumm habe, ihn nach dem Weg zu fragen.

Nach einer Weile hält er an und fragt gereizt:

„Was ist denn?“

Na das ist ja mal eine nette Begrüssung, denke ich, antworte aber: „Ich... ähm… wollte nur fragen… mmh… kannst du mir vielleicht den Weg zu unserem Haus zeigen… bitte?“

„Dann komm halt mit“, sagt er patzig.

Schweigend gehen wir nebeneinander her, bis wir zu unserer Strasse kommen.

„Hier wären wir also“, meint er.

Ich erwidere: „mh… vielen… äh… vielen Dank“, schenke ihm ein nettes aber unsicheres Lächeln und er bringt auch etwas in der Art zustande, bevor er sich umdreht und davongeht.

Als ich das Haus betrete und um die Ecke gehe, steht unsere Wohnungstür sperrangelweit offen.

„Daniel, bist du hier?“, frage ich besorgt, „Bitte antworte mir.“

Doch auch nach weiterem Rufen und Bitten bekomme ich keine Antwort, also suche ich in allen Zimmern, in jeder Nische, die ein Versteck bieten könnte, nach meinem siebenjährigen Bruder, aber er ist unauffindbar. Mein kleiner Bruder, einfach weg, das kann nicht sein! Wenigstens ist nichts gestohlen worden, trotzdem schliesse ich die Wohnungstür sicherheitshalber ab, bevor ich mich auf die Suche nach Daniel mache.

Auf dem Spielplatz ist er nicht zu sehen und auch in der Garage ist keine Spur von ihm, also durchkämme ich die Strassen rund um unsere, rufe immer und immer wieder seinen Namen, schaue hinter Hecken und Bäumen nach, ob er sich dorthin verkrochen hat, frage Spaziergänger nach ihm, ohne Ergebnis. Traurig und mit riesigen Schuldgefühlen kehre ich zum Haus zurück, setzte mich auf die Treppe und beginne zu weinen.

Erst ist es nur ein Klos im Hals, zusammen mit feuchten Augen, dann kullert die erste Träne über meine Wange, eine Zweite und schliesslich bricht es aus mir hervor wie ein Wasserfall. Ich hatte die Verantwortung und nicht gut aufgepasst, meine manchmal selbst ein wenig überforderten Eltern haben auf mich gezählt und ich muss sie enttäuschen.

In all dem Elend fühle ich plötzlich eine Hand auf meinem Arm, ganz warm, beinahe heiss, aber vielleicht fühlt es sich nur so an, da ich oft zu kühle Kleidung trage.

„Sei nicht traurig, Lorellié, alles kommt gut“, wispert eine Stimme in mein Ohr.

Sanft werde ich gestreichelt. Wie wundervoll es sein muss, jeden Tag aufs Neue geliebt zu werden, jeden Tag erneut eine Hand zu halten, die so einzigartig ist wie diese, jeden Tag zu wissen, dass man den tollsten und coolsten Freund hat, den es gibt, jeden Tag für diesen ganz besonderen Menschen zu lachen, jeden Tag als den Schönsten zu erachten.

Bei diesen Gedanken beruhigt sich mein Puls langsam und der Griff um meine Schulter löst sich. Schnell wische ich mir die Tränen von den Augen, um einen Blick des Besitzers dieser Hände zu erhaschen, aber da ist niemand mehr.

Doch dann öffnet sich die Tür der Wohnung uns gegenüber und Daniel tritt in den Gang. Überglücklich springe ich auf und schliesse ihn in die Arme.

„Tu das nie wieder!“, tadle ich ihn, „Ich habe mir solche Sorgen gemacht!“

„Ich war doch nur bei dem netten Jungen, der uns gegenüber eingezogen ist, weil ich doch so allein war“, verteidigt er sich.

„Ist ja schon gut, ich habe bloss einen riesigen Schrecken gekriegt. Wenn du Lust hast, können wir jetzt zusammen spielen.“

Aber er meint nur: „Ich gehe lieber wieder zu Nils, wollte doch nur meine Autos holen.“

Nachdem ich ihm erklärt habe, dass man die Tür immer schliessen muss, wenn man die Wohnung als Letzter verlässt und ihm weisgemacht habe, er müsse Bescheid sagen, bevor er weggeht, öffne ich uns und begebe ich mich auf mein Zimmer, kuschle mich auf dem Bett zusammen und rufe meine beste Freundin an.

„Sophie, hallo, wie geht es dir?“

„Lorellié, schön, dass du anrufst. Wie soll es mir schon gehen, nachdem meine beste Freundin weggezogen ist?“

„Ich weiss, ich vermisse dich auch total, aber du hast wenigstens noch deinen Felix, ich kenne hier niemanden.“

„Er ist nicht mein Felix.“

„Jaja, aber du wünscht es dir und er sich insgeheim auch, so wie er dir immer hinterherstarrt.“

„Quatsch. Du weisst genau, dass ich keinen Freund will.“ Nach kurzer Zeit des Schweigens fügt sie an: „Aber warum rufst du eigentlich an?“

„Ich wollte fragen, ob du mich mal besuchen kommst, mit dem Zug bist du ja schnell hier.“

„Ach, ich weiss nicht, ich mag Zug fahren nicht sonderlich“, klagt sie.

„Dann komme ich zu dir.“

„Ich habe im Moment wenig Zeit.“

„Na gut, dann mach’s gut.“

„Tschüss.“

Bedrückt lege ich auf.

Jetzt sollte ich aber endlich fertig auspacken, die vielen Kartons steigen mir sonst noch zu Kopf. Ich bin fast fertig, da kommen meine Eltern nach Hause. Weil sie wegen dem Verlust unseres Hauses entsetzlich traurig sind und ich es nicht aushalte, sie in diesem Zustand zu sehen, geselle ich mich zu ihnen ins Wohnzimmer, umarme meinen Vater, dem das ganze schon Monate früher nicht leichtgefallen ist und kuschle mich in eine Ecke des Sofas.

Kapitel 2Er

Ihr Körper ist ruhig, die Augenlieder geschlossen. So verharret sie. Leise, sanft, entspannt. Vollends entlastet, sorgenlos, frei. Schwebend. Ihr Bauch hebt und senkt sich fein, bei jedem Atemzug spüre ich sie, ihr Leben. Sie ist so pur und rein und wunderschön.

Frei wie ein Vogel.

Rein wie das Wasser.

Tief und endlos. Sie rührt sich nicht. Sie denkt nicht. Sie fühlt nicht. Sie ist. Vollends. Ihr Atem bildet eine poetische Melodie. Wunderschön. Ich wache. Ständig wache ich. Sie.

Kapitel 3Lorellié

Am nächsten Morgen werde ich von einem Tröten und Trompeten geweckt, dass kein Ende nehmen will. Entsetzt öffne ich die Augen und sitze auf. Der Raum ist dunkel, nur das blaue Licht des Radioweckers erhellt einen Teil davon. Der Lärm dröhnt weiterhin durch die Wände. Missmutig stehe ich auf und gehe mit vorsichtigen Schritten zur Tür.

„Mist!“, fluche ich leise. Ich habe meinen Fuss irgendwo angestossen.

Unter dem Türspalt dringt Licht herein. Ich öffne die Türe und werde von der Morgensonne, die durch den Flur scheint, geblendet. Verschlafen reibe ich in meinen Augen und tapse in Richtung Wohnzimmer.

„Guten Morgen, mein Schatz“, begrüsst mich meine Mutter.

„Morgen.“

„Haben dich die Bauarbeiten geweckt?“

Ich gebe ein Knurren zur Antwort.

„Daniel und Papa wurden auch geweckt, die sind jetzt beim Flughafen.“

Ich gebe ein brummiges „mmh“ zurück.

Mama öffnet den Schrank und holt ein Glas heraus, dann nimmt sie den Orangensaft aus dem Kühlschrank und schenkt ein.

„Möchtest du?“, fragt sie und schiebt mir das Glas hin.

Ich murmle ein „Danke“, nehme das Glas und gehe zurück in mein Zimmer.