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Wie schön doch die Natur ist! Was trägt der Mensch dazu bei, dass sie erhalten bleibt? Wie gehen Frauen und Männer miteinander um? Welche gesellschaftlichen und politischen Veränderungen gab es in den letzten Jahren und Jahrzehnten? Naturverbundenheit, Liebe, Gesellschaft, Politik – Geschichten aus dem Leben werden von Alfred A. Weber in Gedichtform gebracht. Dabei finden sich zuweilen ernste Gedichte, die nachdenklich stimmen. Doch die meisten Gedichte sind lustig und viele auch skurril. Lassen Sie sich überraschen! Es handelt sich nicht nur um eine Sammlung von Gedichten, die zum Schmökern einlädt. Kurze Erläuterungen des Autors animieren den Lesenden dazu, selbst Gedichte zu verfassen.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
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© 2023 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99146-428-0
ISBN e-book: 978-3-99146-429-7
Lektorat: Juliane Johannsen
Umschlaggestaltung: Melanie Clalüna
Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Sonne, Wind und Sturm
Sonne, Wind und Sturm,
daraus besteht dein Leben.
Du, Mensch, bist nur ein Wurm,
willst stets nach Überleben streben.
Die Sonne dir das Leben erhellt,
du geniesst jeden Sonnenstrahl,
der für Sekunden in dein Herze fällt,
das ist Glück und Freude allemal.
Der Wind treibt dir die Flausen aus,
dass du nicht übermütig bist.
Dem Gegenwind, dem weichst du aus;
das ist deine Überlebenslist.
Die Stürme im Leben musst du bestehen.
Nicht abwarten, jetzt musst du agieren
und positiv, wie mutig, nach vorne sehen,
auf keinen Fall die Richtung verlieren.
Du bist ein Teil Natur, mit festem Stand,
kein Unwetter kann dich erreichen,
hast in deinem Leben klar erkannt,
stehst fest in allen Lebensbereichen.
***
Schwangerschaft & Geburt eines Gedichts
Oft gehe ich Tage lang schwanger
mit einem neuen Reim.
Mir wird es bang und banger,
ich freue mich ungemein.
Das Thema ist so prickelnd,
anregend und interessant,
mich ganz in sich verwickelnd,
dann juckt es in der Hand.
Das sind die schwersten Wehen,
schon sitze ich am Tisch
und im Handumdrehen
finden gereimte Worte sich.
Doch was will ich gestalten,
Ballade oder Lied?
Es kritisch oder dramatisch halten?
Wie wär’s, wenn episch es geschieht.
Was in mir ist gereift,
in Tag- und Nachtgedanken,
das wird nur noch gereimt,
da komme ich nicht ins Wanken.
Es wird gestrichen und geändert,
verbessert und radiert,
das Thema reich umrändert,
im Reim stets variiert.
Beim letzten Punkt ist es vollbracht,
ich lese es noch einmal geschwind,
und wenn es mich dann angelacht,
ich Geistesvater, es mein Kind.
***
Hurra, ich bin Rentner
Mein Leben lang hab’ ich geschuftet,
war fleißig wie ein Arbeitstier,
dann bin ich aus der Arbeitswelt verduftet.
Jetzt seht ihr mich als Rentner hier.
„Genau genommen hab’ ich nichts zu tun,
als nur vom Nichtstun auszuruh’n“ (Heinrich Zille)
Von einem Tag auf den andern
war es dann so weit:
„Jetzt hast du Zeit zum Wandern,
nimm deinen Stock und sei bereit.“
„Wir wollen zum Abschluss die Gläser heben,
auf dein fröhliches Rentnerleben.“
Ich war erschrocken ob dieser Ehre.
Niemals hab’ ich mehr feiertagsfrei!
Jetzt war ich einer der „Jungen Pensionäre“.
Mit bezahltem Urlaub war es auch vorbei.
„Wie komm ich jetzt als Rentner denn in Fahrt,
das fragt ich mich und suchte Rat.“
Das Alter wird für mich kein Keller,
in den hinein ich fallen könnt.
Ich begriff ganz schnell und schneller,
wie wichtig für mich sein kann die Rentnerwelt.
„Müßiggang ist nicht gefragt,
mein Herz blieb jung, bin ich auch betagt.“
Ich atme erst mal tief durch,
lasse Vergangenes Revue passieren.
Nach vorne zu schau’n macht mir keine Furcht;
was hinter mir liegt, muss mich nicht genieren.
„Ich habe gelebt in Lieben und Hassen,
und ich habe sichtbare Spuren hinterlassen.“
Ich habe gewonnen und verloren,
habe geholfen aus so mancher Not,
klopfte verzweifelt an verschlossene Tore
und fragte: „Warum ich, lieber Gott?“
„Ich bin gestolpert und lag auch darnieder,
bin aber gestärkt aufgestanden, immer wieder.“
Jetzt als Rentner werd’ ich genießen,
und ich werde mich ganz neu entdecken.
Niemand wird mir auch nur einen Tag vermiesen,
niemand wird meine neue Weste beflecken.
„Ich lebe jetzt mehr mit Sinn und Verstand
in meinem neuen Rentnerstand.“
Ich hab’ eine neue Identität angenommen,
bin nicht mehr Polizist oder Lehrer mit Diplom,
ich bin im Ruhestand angekommen,
in ganz anderer Position.
„Ich habe mein neues ICH gefunden, neue Tagesstruktur,
mein Garten, mein Drechselkeller machen mir Freude pur.“
Seit Jahren bin ich jetzt Rentner ohne Langeweile,
habe hier und da immer zu tun,
bin immer tätig, aber ganz ohne Eile;
die Nacht ist da um auszuruh’n.
„Bei allem Fleiß in diesem Reim
lege ich auch am Tag mal eine Auszeit ein.“
Ich lebe in einer kleinen Firma zu Haus,
mein einziger Chef ist meine Frau,
sie sucht die Ferienziele aus
und plant auch diese ganz genau.
„Wandern und Reisen, des Rentners Welt.“
Daher kommt der Fehlschluss: „Rentner haben Geld!“
***
Abschied vom Jahr
Das alte Jahr ist gegangen.
Nur die Erinnerung bleibt.
Mit dem Neuen wir anfangen,
das neue Geschichten schreibt.
Silvesternacht kräftig begossen,
mit Wein, Schnaps und Bier.
Auch Champagner ist geflossen,
nun sitz’ ich mit Kopfschmerzen hier.
Übelkeit dreht mir den Magen,
kalter Schweiß bricht aus,
Kreislauf auf Berg und Talfahrt,
heute bleib’ ich im Elend zu Haus.
Nie mehr will ich so viel trinken.
Nie mehr trinken um die Wett’,
für das nächste Neujahr, mein Schwur.
Aber heute bleib ich im Bett.
Weil das ein schlechter Anfang ist
für das jungfräulich, neue Jahr.
Und mir’s noch immer sauübel ist,
kann’s Neue nur besser werden, fürwahr.
***
Alte Hände
Liegen in der Mutter Schoß,
viele Falten, klein und groß.
Die Linke und auch Rechte,
bei der Arbeit fleißige Knechte.
Ach du meine Güte,
was sind sie jetzt so müde;
ein Leben lang in Bewegung,
jetzt schmerzt jede Regung.
Sehr viel haben sie geschafft
und das bei Tag und auch bei Nacht.
Müde Augen, müde Hände,
sprechen Bände.
Müde Hände, müde Augen,
für fast nichts mehr taugen.
Noch so viel gibt es zu tun,
noch keine Zeit um auszuruh’n.
Ehefrau, Mutter, Oma, was war sie stolz,
bis ihre Energie aus dem Körper schmolz.
Im Bauernbetrieb schweres Schaffen.
Nach und nach die Muskeln erschlaffen.
Die Abende lang bis in die Nacht,
dann leise ins Bett, ganz sacht’.
Der Morgen kommt immer ganz allein,
endlich schlief sie ein.
Am Morgen in der Frühe
beim Aufstehen große Mühe.
Nichts war heute wie bisher,
das Aufstehen fiel ihr schwer.
Im Schaukelstuhl ruht sie sich aus.
Totale Stille im ganzen Haus.
Ihre Augen werden klein,
dann schläft sie für immer friedlich ein.
Die alten Hände
sprachen Bände.
Sie finden jetzt, im Nu,
die verdiente Ruh.
***
Der Wendehals
In der Schweiz und in der Pfalz
gibt es den Vogel „Wendehals“.
Von seiner Art ist er ein Specht,
er dreht den Hals, mal links, mal rechts.
Auch unter Menschen gibt’s die Art,
die sich in der Politik gerne schart.
Seine Meinung im politischen Haus,
geht rückwärts und seitwärts und nie geradeaus.
Wenn man einen klaren Standpunkt erhofft,
dann ist das vergebens, er ändert ihn zu oft.
In diesen Fällen eines Falls,
nennt man ihn gleichwohl „Wendehals“.
Wenn du seiner Meinung Vertrauen schenkst,
hat er sie schneller geändert, als du denkst.
Glaube ihm besser kein einziges Wort,
denn er steht nicht dazu, er fliegt lieber fort.
***
Blödsinn
Rosen sind rot.
Die Saurier sind tot.
In der Nachbarschaft, weiß jeder,
gibt’s so manchen Miesepeter.
Der Himmel ist blau.
Die Oma ist grau.
Opa Nachbars Äpfel klaut,
schaut auf der Straße nach jeder Braut.
Das alles ist sehr peinlich
und darum ess’ ich heimlich
aus dem Kühlschrank Erdbeereis
und höre auf mit diesem Scheiß.
***
Der Poet
(Verschränkter Reim) abcabc
Gedichte in Vers und Reimen,
philosophisch und auch schlicht,
die schreib ich dann schnell nieder.
Solange die Worte in mir keimen,
komme ich näher dem Gedicht;
so mach ich’s immer wieder.
Auch lustig, manchmal innig.
Fachberichte und auch Reden,
das zum Anlass einer Feier.
Dann sitz’ ich da und lange sinn’ ich.
Was ich schreib, schreib ich für jeden,
sowohl Kunze als auch Meier.
Gedichte über die Natur,
über des Bauern Kühe und Ziegen
und auch Weisheiten für’s Leben,
oft auch über Wald und Flur,
dass junge Mütter Kinder kriegen,
die Väter dafür zur Arbeit streben,
so verlangt es uns’re Kultur.
Ist der Schlussreim dann gefunden,
ruhe ich aus, die nächsten Stunden.
Lass’ mir ein Gläschen Rotwein munden,
für Minuten und Sekunden,
drehe ich im Geiste 2–3 Runden,
hab neue Themen bald gefunden.
***
Spiel mit dem Feuer (Trilogie)
Spiel mit dem Feuer (Sie)
Im Tasnatal auf der Brücken,
da saß ein verliebtes Paar,
sie liebkosten sich mit Entzücken,
versprachen sich Treue fürwahr.
Er schenkte ihr einen Ring aus Gold,
sie nahm ihn mit freudigem „Ja“,
er erstand ihn von hart verdientem Sold,
hatte ihn bezahlt in bar.
Unter der Brücke der reißende Bach
war Zeuge vom Treueschwur,
wie auch von Kuss um Kuss danach,
zwischen Bergen und Wiesen und Flur.
Hand in Hand und eng umschlungen
gingen sie am Abend zurück.
Ein Liebeslied, gemeinsam gesungen,
die Herzen voller Liebesglück.
Die Trennung am Dorfrand,
ernüchternd und kurz.
Seine Hand nicht die Ihre fand,
von Liebeshoch zum Gefühlesturz?
Trennung, Verzweiflung, rasendes Herz:
„Wann werd’ ich sie wiedersehen“,
so denkt er im Liebesschmerz:
„Wie soll ich diesen Abschied verstehen?“
„Warum ließ ich ihn ohne Hoffnung fort?“
„Ich geh’ meinen schwersten Gang.
Ich liebe ihn, da läuft er in den Ort
und ich muss heim zu meinem Mann.“
„Ich muss es ihm bald sagen,
dass ich schon vergeben bin,
und ich darf auch den Ring nicht tragen,
das ergäbe doch keinen Sinn.“
„Das Spiel mit dem Feuer hat mich glücklich gemacht.
Wie komme ich da wieder raus?
Der Teufel hat zugeschaut und gelacht
und mein Mann wartet auf mich zu Haus’.“
Schlechtes Gewissen, nur schwer zu verbergen.
Er spürte, was da heute geschehen.
Wie sie sich verhielt, konnte er bemerken:
Sie gestand! Doch er konnte es nicht verstehen.
Im Tasnatal auf der Brücken,
saß nie wieder dieses Paar.
Es gab nie mehr Liebkosungen mit Entzücken,
weil sie schon verheiratet war.
Ihr Mann, der ließ sich bald scheiden,
der Liebhaber wanderte aus,
den Dorfspott musste sie erleiden,
verlor die Liebe und auch ihr Zuhaus’!
***
Spiel mit dem Feuer (Ehemann)
Seit Tagen spür’ ich
Sie ist oft nicht zu Haus.
Ich frage mich:
„Geht sie nur mal so raus?“
Heute kam ich von der Arbeit
und war dann allein.
Ich frag’ mich lang und breit:
„Wo mag sie nur sein?“
Dann kommt sie, grüßt mich flüchtig.
Ihr Blick, stumm geradeaus.
Irgendwas ist da nicht richtig!
Meinen Fragen weicht sie aus.
„Ist was, dass ich mir Sorgen mach’,
oder geht es dir nicht gut?“
„Ich war im Tal beim Bach,
habe da ein bisschen geruht.“
„Ja, von da kamst du her,
du gingst mit jemandem Hand in Hand,
ich sah, es war ein ER,
der am Dorfrand verschwand.“
„Steht da ein anderer Mann
zwischen uns beiden?
und wenn du ihn liebst, dann
würde ich sehr darunter leiden.“
„Ich frag, wo unsere Liebe bleibt?
Ich seh’ mich alleine und sehr verletzt!“
„Ich hab’ mich verliebt, es tut mir leid!
Gut, dass ich es dir gesagt habe, jetzt.“
„Wo ist er dir über den Weg gelaufen,
der nun mit seiner Eroberung prahlt?
Unser Haus kann ich verkaufen
und es ist lang nicht bezahlt!“
„Nein, ich habe mit ihm Schluss gemacht,
Verzeih mir doch bitte!“
„Ja, denkst du, das geht so über Nacht
und ich bin der gehörnte Dritte?“
„Geh’ aus dem Haus, und zu ihm hin,
ich will dich nicht wieder sehen.
Mit dir noch zusammen, ist ohne Sinn,
magst zu ihm oder zu ’ner Freundin gehen.“
Unsere Liebe verraten,
das Haus ist verloren,
auf das wir jahrelang sparten.
Schulden über beide Ohren.
Er verkaufte das Haus recht schnell.
Es war weg, ohne Mühen,
für wenig Geld, sofort auf der Stell,
denn es war hochverschuldet und beliehen.
***
Spiel mit dem Feuer (Geliebter)
Dienstag und Freitag, jede Woch’
traf ich sie an der Brücken,
wir waren verliebt, so himmelhoch,
mein Herz schlug bis zum Hals vor Entzücken.
Wir waren, so meint ich, ein glückliches Paar,
sie schenkte mir ganz ihre Liebe.
Ich dachte ehrlich und fürwahr,
dass das immer so bliebe.
Ich schenkte freudig ihr meine Jugend.
Ohne Zögern bekam ich ihr Herz.
Sie schaute oft in die Ferne wie suchend
und auch träumend himmelwärts.
„Wo war sie in diesen Momenten?
Sicherlich nicht ganz bei mir.
Wollte sie gar unsere Liebe beenden,
in besonders sanfter Manier?“
„Aber nein, das glaube ich nicht!“
Meinen Ring hat sie freudig genommen,
mit strahlendem Gesicht
und ihr „JA“ hab’ ich dafür bekommen.
Auf dem Heimweg sangen wir Lieder
und wir gingen Hand in Hand,
oft schaute sie nachdenklich nieder,
was ich beängstigend empfand.
Aber dann am Dorfrand:
Da ist es passiert.
Sie entzog mir die Hand,
hat sich sichtlich geniert.
Sie ließ mich dann stehen.
Keinen Kuss und ohne Abschiedswort.
Das konnte ich erst verstehen,
als ich die Wahrheit hörte, im Ort.
Sie ist vergeben, schon seit Jahren,
was sie getan, findet keiner recht!
Das ist mir durch die Glieder gefahren,
hab’ mich geschämt und fühlte mich schlecht.
„So missbraucht zu werden tut weh.
Ich musste weit weg, aus dem Dorf heraus,
dass ich sie nie mehr seh’,
wandere ich aus!“
Er wanderte aus in die Ferne,
denn die Enttäuschung saß tief und fest.
Zurück dachte er nicht mehr gerne.
erlebt jetzt vereinsamt seines Lebens Rest.
***
Lebenshilfe
Dein Leben spielt verrückt.
Nichts mehr, was dir glückt,
überall greifst du daneben,
das ist seit Tagen so, dein Leben.
An allen Ecken sticht’s und hakt’s
und auch an deiner Seele nagt’s.
Wenn deine Augen sehen Sterne,
dann geh’ ans Fenster, schau in die Ferne.
Schau an, gegenüber, deine Berge,
hör’ in dich hinein und bemerke:
Das beruhigt langsam den Puls und dein Herz.
Langsam schwindet auch der Seelenschmerz.
Das ist der Einfluss der Natur.
Gib dich dem hin und sei nicht stur,
du spürst, wie die Ruhe kehrt zurück,
es geht dir besser, Stück für Stück.
Zurück kehrt deine Zuversicht,
dein Kummer verliert an Gewicht,
du kannst jetzt auch schon wieder lachen,
statt dich nur verrückt zu machen.
Wenn’s mal wieder piekst und prickelt,
du hast dich wieder mal verdribbelt.
Dann denke stets daran,
dass die Natur dir helfen kann.
***
Heute war nicht mein Tag
Der Wecker meldet: „Es ist Tag!“
Rasier’ und wasch dich und dann plag
dich ab mit Hose und mit Hemd,
den Pulli über und die Haare noch gekämmt.
Hin, zum Kaffeetisch gerannt,
den Kaffee rein, ganz schnell und s’Maul verbrannt;
die Hälfte auf der Hos’, was denken da die Leute,
verdammt, der Tag wird heiter, heute.
Raus aus der Tür und Jacke eingeklemmt,
im ersten Zorn platzt fast das Hemd.
Nein, doch nicht, Knopf nur abgerissen,
jetzt beim Rennen auf die Zunge noch gebissen.
Och, was soll’s, sage ich mir im Scherz:
„Indianer kennen keinen Schmerz!“
Mit den Nerven fertig und soll noch was leisten,
doch ich tröste mich: „So geht’s wohl den Meisten.“
Ankunft am Dienstort: „Mensch, bin ich sauer.“
„Du grüßt wohl nicht jeden, na, so ein Bauer!“
So putzt mich der erste Kollege gleich runter,
Verdammt reiß’ dich am Riemen und werd’ endlich munter.
Nun kommt noch der „Alte“ mit miesem Gesicht,
ich rede mir noch ein: „Mensch ärger dich nicht!“
Doch die Lawine rollt schon auf mich zu:
„Alfred, bleib stark und behalte die Ruh’!“
Es war nicht so schlimm, wie ich erst dachte.
Ich sehe ein, dass ich einen Fehler machte,
Ich glaub’ es ihm ja, er hat ja so recht,
und er kann nicht wissen, dass mir’s heut’ geht so schlecht.
Der Dienst geht vorbei, war heut’ nicht sehr nett:
„Ganz klar, mit dem falschen Fuß aus dem Bett.
Daheim darf das so nicht weitergehen,
die Familie würde das nicht verstehen.“
Ja, so Tage gibt’s immer mal im Leben,
doch nie resignieren, niemals nachgeben,
bewölkt ist der Himmel an manchen Tagen,
bis die Sonne die Wolken besiegt, kann man’s ertragen.
***
