Spermikilde - Arved Ulva - E-Book

Spermikilde E-Book

Arved Ulva

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Beschreibung

Johann Baptist wuchs seit Geburt in einem Convent von Frauen auf. Seine Herkunft kannte er nicht. Zum Abschluss der Forschungen zu seiner Doktorarbeit reiste er in den Norden. Auf der Reise dorthin verspürte er zunehmend den Drang, seine Abstammung zu kennen. In der Kantine der Außenstelle seiner Gastuniversität erhielt er ein Angebot. Ihm wurden bessere Arbeits- und Wohnbedingungen offeriert. Der Preis war sein Sperma. Sein Lohn der Doktor-Titel. Er ahnte nicht, was ihn wartete, als er das Angebot, das für ihn wie eine Weisung klang, nicht ablehnte. Nach und nach verstand er, warum sein Sperma ein begehrtes Gut war, und was das mit seiner Herkunft zu tun hatte. Als "Eldar" wurde Johann zur Hoffnung der "Frauen des Waldes", den "Bärinnen", ihre Freiheit wieder zu erlangen, die ihnen die Schwestern des Convent genommen hatten. Er hatte seine Fähigkeit entdeckt, eine Verbindung zu Geistern der Natur zu haben, die ihm in unterschiedlicher Gestalt begegneten. Er bat die Geister um Hilfe, damit die Bärinnen ein selbst bestimmtes Leben zurück bekommen können. Dafür gab er den Geistern ein Versprechen…

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Seitenzahl: 615

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Dies ist ein hybrider Roman, der tatsächliche, mögliche und fiktive Gegebenheiten verbindet.

Personen und Sachverhalte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit anderen Sachverhalten oder Personen wären zufällig und ohne Zusammenhang mit diesem Roman. Tatsächliche örtliche und geographische Gegebenheiten wurden der Handlung angepasst, und existieren so nur im Roman.

Gedanken und Sichtweisen der im Roman handelnden fiktiven Personen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es sind nur Gedanken dieser fiktiven Personen in der dargestellten Situation.

Der Roman wird für erwachsene Lesende (18+) empfohlen.

„Die Leibesfrucht der Frauen beherrschen, bedeutet die Welt regieren.“

ISABELLA

Arved Ulva

SPERMIKILDE

Macht der Frauen

© 2023 Arved Ulva

Umschlag, Illustration: A.Ulva

Lektorat, Korrektorat: --

Übersetzung: --

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland

ISBN

 

Paperback

978-3-347-80801-0

Hardcover

978-3-347-80806-5

e-Book

978-3-347-80808-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor/die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine/ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors/der Autorin, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland

Inhalt

1. Ankunft im Norden

2. Linnea

3. Der Einzug

4. Neues Zuhause

5. Olga und Eysa

6. Ulea

7. Ravna

8. Eysa

9. Die erste Ernte

10. Drei Tage

11. Die zweite Ernte

12. Lena

13. Tage in Gröndahl

14. Zurück in Kvesjoen

15. Brunhild

16. Inga.

17. Die dritte Ernte

18. Reise nach Dikanäs

19. Annika

20. Ursus Maximus

21. Ingrid

22. Eldar sein

23. Zurück im Frauenzentrum

24. Das Zeichen

25. Rummala Dara

26. Die Verschwörung

27. Der Abgrund.

28. Das Abendessen

29. Jördis

30. Eysa

31. Trondheim

32. Mathilda und Hildrun

33. Maria

34. Lena und Eysa

35. Das neue Programm

36. Lara

37. Hanna

38. Nora

39. Mathilda

40. Frederika

41. Freya

42. Ludwina

43. Schwarze Kreuze

44. Husets elskerinne

45. Scherben

1. Ankunft im Norden

Johann Baptist wurde als Neugeborenes zur Gemeinschaft „Convent Feminae de Silva (CFS) gebracht. Dort wuchs er heran. Die Erziehung war streng. Demut und Gehorsam gegenüber den Schwestern war für ihn selbstverständlich.

Die Schwestern vom Convent hatten ein weitläufiges ehemaliges Kloster in der Nähe des Mont Rigi (Ostbelgien) übernommen. Die Gemeinschaft wirkte nach außen evangelikal geprägt, ohne mit der der Kirche verbunden zu sein. Die Schwestern erweckten den Eindruck von Nonnen. Der Convent reklamierte erfolgreich für sich, eine eigene überstaatliche unabhängige Körperschaft zu sein.

Zum CFS gehörten neben dem Kinderheim auch eine Internatsschule bis zum Abitur. Johann Baptist war als männliches Wesen hier ein sehr seltenes Exemplar.

Johann Baptist machte dort sein Abitur, hatte Geologie und Hydrologie an der Technischen Hochschule in Aachen studiert, und schrieb an seiner Doktorarbeit.

Für Johann Baptist war es eine große Freude, als die Professorin Frau Prof. Dr. Freya Olofsdottir von der Universität Trondheim, ihn für die Abschlussuntersuchungen zu seiner Doktorarbeit in den Norden einlud.

Johann Baptist, freute sich bei seiner Abreise auf sein Jahr im Norden.

Etwas zog ihn dorthin. Was es war, wusste er nicht.

Die Universität in Östersund, die Johann Baptist bei seinen Forschungen unterstützte, hatte eine Außenstelle in der Nähe von Vlasjöby am Gunnarvattnet an der Grenze zu Norwegen.

Direkt hinter der Grenze zu Norwegen lag der Blåfjella-Skjækerfjella National Park, indem es viele Hirsche und Rehe, Vielfraße, Luchse und Bären, sowie viele Wasservögel, Raubvögel und Eulen gab. Die touristische Erschließung brachte eine verbesserte Zugänglichkeit und eine Wegeinfrastruktur, die einen Aufenthalt gut ermöglichte.

Um in diese Region zu gelangen, hatte Johann Baptist mitten im Winter über eine Woche gebraucht.

Schnee war dieses Jahr etwas weniger als erwartet gefallen, und es war für die Region am Polarkreis die Jahreszeit zu warm.

Das trieb Johann so früh hier hinauf. Den Übergang zur Frostfreiheit wollte er nicht verpassen. Die Tau-Phase und der Verbleib des Schmelzwassers waren für ihn als Hydrogeologen von besonderem Interesse. Sein Forschungsgebiet war die Hydro-Geomechanik. Er forschte über die Auswirkung fließenden Wassers auf Bewegungen im Boden in unterschiedlichen Gesteinsformationen. Für seine Doktorarbeit wollte er in diesem Jahr von der Oberflächen-Eisfreiheit im Frühjahr bis zum neuen Frost im Herbst die Verhältnisse im nordischen Gestein genauer untersuchen. Das Zusammenwirken von Tauzone, Permafrost und die Verschiebung von Bodenschichten waren seine Forschungsziele.

„Tante Berta“, wie er seine motorisierte Reisebegleiterin genannt hatte, war nichts für eilige Leute. Der alte Land Mover Explorer, ein ehemaliges Sanitätsfahrzeug aus dem Bestand der britischen Armee, hatte alle Anforderungen der Anfahrt gut gemeistert.

Johann Baptist hatte sich sogar eine mit Holz beheizbare Schlafgelegenheit und einen Arbeitsplatz im Heckaufbau eingerichtet. Tante Berta machte ihn weitgehend unabhängig vom Wetter, und brachte ihn überall hin.

Mit jedem Kilometer weiter nach Norden von Göteborg auf dem Inlandsvägen (E45) fühlte er sich mehr und mehr zuhause. Er wusste nicht warum. Er fühlte es, es war sein Land. Ihm war, als würde er aufgesogen von diesem Land, fühlte eine Art Einheit mit seiner Umgebung. Dieses Gefühl war in dieser Intensität neu für ihn.

Bei einem Zwischenstopp in stiller schwarzer Nacht, eingerollt in seinen Schlafsack im Heck von Tante Berta, kam die Frage nach seiner Herkunft in ihm hoch. Ihm war in diesem Moment, als wäre er ein Fötus im Bauch seiner Mutter, ohne ihren Herzschlag oder ihre Stimme zu hören. Aber es musste diese Frau, die ihn geboren hatte, geben. Und nicht nur sie. Mit wessen Sperma wurde er gezeugt?

Johann Baptist war erstaunt über sich selbst, warum sich diese Frage für ihn jetzt und hier so vehement stellte. War er doch bisher mit der Aussage „Wir sind alle Gottes Kinder“ zwar nicht zufrieden gewesen, aber hatte auch nicht weiter geforscht, was seine Wurzeln waren.

Dunkelheit und Stille öffnen Türen zu sich selbst, zur Erkenntnis, zu Gott. Das hatte er bei den Nonnen gelernt. Die Frage „Woher komme ich?“ war plötzlich da, wollte eine Antwort.

Er brauchte Zeit in dieser Nacht, bis der Schlaf sich seiner bemächtigte.

Als er am 31. Januar abends angekommen war, hatten die wenigen Personen, die zu dieser Zeit in der Außenstelle ausharrten, zuerst sein Fahrzeug bestaunt, dann ihn.

Das ehemalige Sanitätsfahrzeug, ein Land Mover Explorer aus Bestand der britischen Armee, war mit seinem Spezialaufbau und der grün-weißen Lackierung ein Hingucker. Der Schriftzug „Tante Berta“ am Heck brachte Daniela von der Verwaltung, die ihn begrüßte, zum Lachen.

Zu dieser Zeit in diese Gegend zu kommen, war auch hier nicht normal. Crazy German. Auswärtige Gäste, meist Biologen, kamen gewöhnlich für ihre Forschungen erst ab April in diese Gegend.

Die Stille und besondere Ruhe in der Natur waren sein Ding. Schon als Kind liebe er die Mystik, die von der Natur ausging, wenn man bereit war, sich ihr zu öffnen. Das konnte er. Dazu kam sein besonderes Verhältnis zu Wasser. Wasser in der Natur. Wasser, das Steine bewegt. Das war seine Welt.

Johann Baptist saß hinter einer großen Fensterscheibe und schaute hinaus in den Morgen. Der Blick auf die Wasserfläche des Gunnarvattnet war wunderbar.

Das Fenster gehörte zur kleinen Kantine der Außenstelle der Universität Östersund. Die Außenstelle war ein modernes Gebäude aus Holz und Glas im skandinavischen Stil. Johann Baptist liebte die Morgenstimmung. Auch heute am Sonntag war er früh hier. Dieser Platz in der Kantine war ein wunderbarer Ort mit Blick in den jungen Tag.

Ihm war ein Zimmer im Gästetrakt des Haupthauses zugesagt worden. Als er ankam, musste er feststellen, dass ein Wasserschaden den Gästetrakt unbewohnbar gemacht hatte. Stattdessen hatte die Verwaltung Wohncontainer aufstellen lassen.

Diese Container kannte Johann Baptist bisher nur auf Baustellen und für die Anlage von Lagern. Es war dort hellhörig, kalt und ungemütlich.

Obwohl er die meiste Zeit sich nicht in seiner „Schlafbox“, wie er sein kleines Container-Zimmer nannte, aufhielt, fand er es nach über einem Monat zunehmend als eine Zumutung. Er begann diese Blechbüchse zu hassen. Mittlerweile saß er lieber im hinteren Teil von „Tante Berta“. Die Mischung aus Wohnmobil, Werkstatt und Labor war für ihn angenehmer. Sein kleiner in die Hecktür integrierte Ofen schaffte etwas Gemütlichkeit.

Seine Stimmung war dem trüben Wetter gleich. Dennoch würde er gleich wieder aufbrechen. Draußen in der Natur war besser. Mit Hilfe eines heimischen Kollegen war Johann Baptist im Besitze eines Motorschlittens gelangt. Nächsten Monat würde er ein Quad bekommen, das auch für die Durchquerung von kleineren Gewässern geeignet war, sowie seine Ausrüstung tragen konnte. Ein Händler war bereit gewesen, ihm ein solches Fahrzeug mit passendem OFF-Road-Anhänger bis zum November zu vermieten.

Ein kalter Tag auf dem Motorschlitten wartete auf ihn. Schon gestern hatte er alles aufgeräumt, Berichte geschrieben, Karten studiert. Noch einen Tag hier wollte er nicht sein. Er musste raus.

Johann Baptist war stets allein unterwegs, nahm selten an Gemeinschaftsveranstaltungen teil. Die anderen respektierten das, grüßten ihn, und ließen ihn sonst in Ruhe.

Er selbst bemühte sich um Freundlichkeit, grüßte immer zurück, und half jedem, wenn er darum gebeten wurde, beantwortete geduldig Fragen. Als alle wussten, was sie wissen wollten, kam nur noch selten jemand zu ihm. Er wurde hier „John“ gerufen. Einfach nur John, das machte ihn froh.

Flüchtige Blickkontakte und freundliche Gesten, die er mit den wenigen Frauen, die zu dieser Zeit hier waren, austauschte, waren nicht mehr als das.

Eine Frau mittleren Alters, die am Mittwoch die Station besucht hatte, hatte ihn überraschend angesprochen.

Die Frau, die einen kleinen silbernen Bären als Halskette getragen hatte, trug eine trachtenartige Kleidung aus farbiger gewalkter Wolle. Diese Frau hatte ihm mit freundlichem Blick eine kleine Flasche gegeben. Das sind gesammelte „Tränen der Feen“, hatte sie ihm die grünliche Flüssigkeit in der Flasche aus braunem Glas erläutert.

„Trink davon, wenn Du wissen willst, wer Du wirklich bist, Eldar.“ hatte sie mit sanfter Stimme gesprochen. Dabei hatten ihre bernsteinfarbenen Augen einen tiefen Glanz bekommen.

„Der bin ich nicht.“ hatte er geantwortet. Die Unbekannte hatte nur gelächelt und war gegangen.

Er zog sich an diesem Samstag in „Tante Berta“ zurück. Das Wetter war nasskalt und trübe.

Es waren die Augen dieser Frau, die etwas ihn ihm auslösten. Ein warmer Schauer durchflutete ihn. Verband ihn etwas mit dieser Frau?

Er sah die Flasche, die sie ihm gegeben hatte, neugierig an. Ihm war, als ginge von der Flasche eine unsichtbare Kraft aus, so als würde im Grün der Flüssigkeit ein verborgenes Licht schimmern.

John sah hinaus auf den See. Das ganze Wochenende würde er allein hier draußen sein.

Die Frage nach dem eigenen Sein, war interessant. Wusste er doch nichts über sich. Er kannte seine Mutter nicht, er kannte seinen Vater nicht. Kannte nur die Welt der Schwestern, in deren Obhut er aufgewachsen war.

Die Worte der Frau und die Flasche lockten immer mehr.

John öffnete die Flasche, roch daran, trank. Trank viele kleine Schlucke, bis die Falsche leer war. Jeder Schluck verwandelte ihn ein wenig mehr. Ein unbestimmtes Gefühl kroch in sein Bewusstsein. Es war ihm, als sei noch etwas anderes in ihm.

In einem schwebenden Dämmerzustand verbrachte er die Nacht in einer anderen Welt, die in ihm war.

Als er erwachte, befühlte er seinen Körper, ging ins Bad um sich im Spiegel anzusehen.

Er sah sich, Johann Baptist. Aber er war sich nicht mehr sicher, ob er es war.

„Wer bist Du?“ fragte er schlaftrunken sein Spiegelbild.

John duschte, und ermahnte sich, keine unbekannten Kräutersäfte mehr zu trinken.

Er ging frühstücken. Brötchen, Butter, Honig und einen starken Kaffee war, was er brauchte.

Brötchen gab es erst, als er danach gefragt hatte. Die freundliche Küchenchefin hatte extra für ihn Tiefkühlbrötchen besorgt, die jeden Morgen aufgebacken wurden. Schnell hatten sich auch andere für das „German-Frühstück“ begeistert.

2. Linnea

Es war Sonntag. Er war der erste Gast in der Kantine.

John stand von seinem Stammplatz am Fenster mit Blick auf den See auf, um sich noch eine Tasse Kaffee von der Kaffeestation zu holen, die zwölf verschiedene Spezialitäten aus frischen Kaffeebohnen herstellen konnte. Sandwiches und Gebäck gab es aus dem Automaten.

Mit einem Milchkaffe und einer Zimtschnecke kehrte er zu seinem Platz zurück.

Die Aussicht war unterbrochen. Eine große schlanke Frau stand vor seinem Aussichtsfenster.

John studierte die ihm zugewandte Rückansicht. Braune hohe Stiefel aus Elchleder mit einer flachen Sohle aus Naturgummi. Sein Blick bleibt daran hängen, bevor er langsam höher wanderte, einen wadenlangen Rock erfasste. Gefertigt aus gewalktem Wollstoff mit changierendem Muster aus Erdfarben. Sein Blick folgte der Kontur bis zur Hüfte. Der Rock umschmeichelte bis dahin eine nahezu perfekte weibliche Linie. Oder schuf der Rock sie erst? Es folgte eine Weste aus braunem Rentierleder, die vorn mit farbigen nordischen Mustern bestickt war. In Höhe der Schulter folgte ein Zopf aus schwarzem kräftigem Haar, der auf ihrer Schulter mittig auflag. Im Zopf war ein dunkelblaues Band verflochten.

John war stehen geblieben. Natur kann so schön sein.

Langsam drehte sich die Naturgöttin zu ihm um. Sie war fast so groß wie er, hatte eine sportlich schlanke Figur. Als Mann schaute er auf ihre Brüste. Ihre Weste war vorn nicht geschlossen. So konnte er mittelgroße feste Brüste mit markanten Nippeln erkennen, die nicht von einem BH gehalten wurden.

Ihre Haut hatte einen leichten natürlichen Braunton. Das Gesicht konnte er keinem bestimmen Phänotyp zuordnen. Sie hatte eine natürliche Autorität, eine Aura, die ihn sofort berührte. Er schätzte sie auf Mitte dreißig.

Ihre Augen fixierten ihn. Der Blick hielt ihn fest, tastete ihn ab. Während er sie äußerlich betrachtete, erforschte sie sein Inneres.

„Hey, John! Setzen wir uns.“

Ihre Stimme war ruhig und bestimmend.

John setzte sich mit Blick nach draußen auf seinen Stammplatz. Ihr Blick ließ ihn nicht los.

„Hey, schöne Unbekannte.“

Der Angesprochenen huschte ein flüchtiges Lächeln über den Mund.

„John, ich habe einen Vorschlag für Dich.“

Der Angesprochene wartete aufmerksam, ohne etwas zu sagen.

„Du könntest Deine Wohnsituation verbessern.“

Johns Mine verriet erhöhte Neugier. Sein Blick huschte kurz zu ihren Brüsten, verweilte kurz, und er hoffte, dass Sie es nicht bemerkt hatte.

Als sein Blick ihren wieder traf, sah er ihr an, dass sie es bemerkt hatte. Sie roch dezent nach Myrrhe. Der Stehkragen ihrer hoch geschlossenen Bluse wurde von einer ledernen Schnur geschlossen, an der ein kleiner silberner Anhänger in Form einer Bärin hing.

Eine kleine Pause war so entstanden. Zwei gelbgrüne Augen registrierten alles von ihm.

„Das wäre eine gute Nachricht.“ John hatte eine Antwort gefunden.

„Du kannst bei uns wohnen. In einer eigenen Hütte.“

„Und Du bist?“

„Mein Name ist Linnea.“

„Wer schickt Dich?“

„Ulea, die Leiterin unseres Zentrums.“

John dachte nur, Linnea ist seine neue Gouvernante des Convent. Es ging hier so weiter, wie er es kannte. Alles wie immer. John wusste nicht, ob er enttäuscht oder erfreut sein sollte.

„Wir haben gerne Gäste.“ fuhr Linnea fort. „ Gäste sind hier im Norden wertvoll. Sie bringen neues Wissen und Erfahrungen. Ich habe den Eindruck, Du bist hier an diesem Ort nicht zufrieden.“

„Das schließt Du aus was?“

„Daniela von der Verwaltung hat es mir gesagt. Ein Mann allein in einem alten Land Mover, der seinen Schlafplatz im Wohncontainer meidet, erweckt Aufmerksamkeit und Mitleid. Es ist offenkundig nicht das geeignete Umfeld für eine wissenschaftliche Arbeit, die zu einem Doktor-Titel führen soll.“

Bemitleidenswert zu sein, war das letzte, was er hören wollte.

„Die Hütte wäre wo?“

„Am Kvesjoen befindet sich ein Forschungs- und Behandlungszentrum. Da ist eine Hütte frei. Etwa 90 km von hier.“

„Die Bedingungen?“

Linnea hielt kurz inne, bevor sie die Frage nicht beantwortete.

„Das besprechen wir vor Ort, wenn es Dir gefällt. Wir können sofort fahren.“

John lehnte sich zurück, schaute in den grauen Himmel. Die Situation war unwirklich. Am Sonntagmorgen kam aus dem Nichts diese Frau zu ihm, und forderte ihn auf, mit ihr zu kommen.

Ihre Aura hatte sich bereits wie eine unsichtbare Glocke über ihn gestülpt. Sie hatte ihn dazu bestimmt mitzukommen, bevor es ihm selbst klar geworden war.

Es war auf besondere Weise still geworden.

John sah Linnea direkt in ihre Augen. Diese dunklen Augen mit einem tiefen Glanz im Innern. Sie hielt stand, war stärker als er. Das war geklärt, als er seinen Blick abwandte. Sie bestimmte.

„Komm wir gehen.“ Linnea stand auf, und machte eine Bewegung mit der linken Hand in Richtung Ausgang.

Der Aufbruch dauerte keine halbe Stunde.

„Die Verwaltungen sind bereits informiert.

„Worüber?“

„Deinen Umzug. Die Universität Trondheim wird Dich weiter betreuen.“

John hielt kurz die Luft an. Eine Absage seinerseits war offenbar nicht vorgesehen gewesen.

Linnea setzte sich zu ihm in den Land Mover.

Als er den Motor anließ, fragte er sich „Wie ist diese Linnea hergekommen?“ Sie hatte nichts dabei. Keinen Mantel, keine Tasche.

Er hatte von Trollen gehört. Das war sicher nicht die Erklärung.

Sie fuhren los.

Linnea gab die Richtung an.

Langsam ging es voran. Die ihm unbekannte Straße forderte seine ganze Aufmerksamkeit. Das fahle weiße Licht strengte die Augen an.

Es ging am Rengen entlang über die norwegische Grenze. Sie folgten der 765, auf der 74 bis Sanvika, weiter auf dem Sekundaer Fylkesweg 342 nach Nordost.

Nach fast 3 Stunden erreichten sie eine Abzweigung. Ein schmaler Fahrweg führte nach rechts. Eine altes Holzschild trug die Aufschrift „Kvesjoen“ Der Schnee war mit einem Kettenfahrzeug plattgefahren worden. John brauchte jetzt das Reduziergetriebe, um voranzukommen. Nach einer weiteren halben Stunde im Schritttempo am See entlang erreichten sie eine Halbinsel. Dort standen in einem Kiefernwald mehrere Gebäude aus massiven Holzstämmen, die sich schwarz vom Schnee abhoben.

Rauch stieg aus einem der größeren Gebäude.

Sie waren nach fast 100 km Fahrt am Kvesjoen angekommen.

Es war früher Nachmittag, der vereiste Kvesjoen sah im Restlicht des bereits vergangenen Tages verwunschen aus.

3. Der Einzug

Linnea dirigierte John zu einem Blockhaus, dessen Rückseite nach Südosten einen freien Blick auf den See bot.

„Du liebst den Sonnenaufgang.“ hatte Linnea bemerkt.

„In zwei Stunden gibt es Abendessen im mittleren Gebäude. Ich hole Dich ab.“ Mit diesen Worten war Linnea verschwunden.

John stand auf der Holzterrasse seiner neuen Behausung und schaute auf den See.

Ein Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit stieg in ihm auf.

Das Blockhaus hatte vier große Zimmer, Bad und Sauna. Die Inneneinrichtung war modern aus massivem Holz von Kiefer und Birke gefertigt. Hell und freundlich. Schlafzimmer, Wohnzimmer mit offener Küche, Arbeitszimmer und ein Mehrzweckraum mit eigenem Eingang kamen ihm wie das Paradies vor. Im Mehrweckraum standen ein Nordic-Cross-Trainer und ein Laufband. Ein hochwertiges Mountain-Bike hin an der Wand.

Im Arbeitszimmer stand ein leistungsfähiger PC. Dazu detailliertes Kartenmaterial und Bücher über Geologie und Hydrologie dieser Gegend.

„Es ist für mich vorbereitet.“ John schaute sich nachdenklich um.

Er packte seine Sachen aus. Streckte sich auf sein Bett. Himmlisch. Ein leichter Schlaf überkam ihn.

Linnea stand plötzlich neben ihm am Bett. Es war draußen bereits dunkel.

„Komm mit. Abendessen.“

Er hatte sich geduscht und nackt ins Bett gelegt. Die kühle Luft hatte ihn geweckt, als Linnea ihn aufgedeckt hatte.

Sie betrachte ihn von oben herab. Ihre Blicke trafen sich. Linnea betrachte ihn weiter, den nackt auf dem Rücken liegenden Mann. Einen Mann mit einem beeindruckenden Riesen und Hoden groß wie Pflaumen.

Als er aufstand, wich sie einen Schritt zurück, ohne die Augen von ihm zu lassen, als er sich anzog.

Er konzentrierte sich auf sich selbst. Atmen.

John bemühte sich, Linnea keine Reaktion an intimer Stelle zu offenbaren. Es gelang nicht ganz, der aufmerksame Blick von Linnea hatte begonnen, eine besondere Wärme in seinem Bauch zu erzeugen.

Weg atmen, an etwas anderes Denken, das „Vater unser“ beten.

Linnea belächelte amüsiert seinen Kampf gegen die aufkommende Erektion.

Der Speisesaal hatte Platz für 25 Personen. Ein übliches skandinavisches Buffett war aufgebaut.

Es saßen noch weitere sechs Frauen im Speiseraum, die ihn immer wieder flüchtig beäugten. Zwei von ihnen waren offensichtlich in der Mitte ihrer Schwangerschaft.

„Was läuft hier so?“ John versuchte seine Frage an Linnea so unverbindlich wie möglich zu formulieren.

„Wir sind ein unabhängiges Frauenzentrum. Hier kommen Frauen aus der Umgebung her. Wir bieten Beratung und medizinische Hilfe. Unsere kleine Klinik ist in erster Linie für die Frauen da, die ein Kind wollen oder bereits schwanger sind. Wir haben Fachärztinnen hier, und sind Anlaufstelle für die Hebammen im Umkreis von 100 km.“

„Und Du machst hier was?“

„Wir gehören nicht zum staatlichen Gesundheitsdienst. Wir bilden eine Verbindung zwischen traditionellen Verfahren und der modernen Medizin. Das ist hier oben immer noch wichtig. Das machen nur noch wir.“

„Das beantwortet noch nicht meine Frage.“ John sieht Linnea fragend an.

„Ich kümmere mich um die Beziehungen nach außen. Dazu gehört auch die Gästebetreuung.“

„Ich bin im Moment der einzige Mann hier?“

„So ist es. Das ist für Dich nicht ungewohnt.“

„Was?“

„Allein unter Frauen zu sein.“

John stutzte. Was wusste sie über ihn?

Linnea fixierte ihn. Schweigen.

„Möchtest Du ein Glas Wein?“ Linneas warme Stimme durchflutete seinen Körper.

„Gern.“

Linnea erhob sich, und kam mit zwei gefüllten Gläsern wieder.

John hatte ihr nachgesehen, wie sie sich bewegte. Wie die Mischung aus Athletin und Tänzerin. Er genoss den Augenblick.

Beide tranken langsam. Sahen sich dabei an.

Was er denken wollte, verschwand in einem Kosmos kreisender Gedanken nach dem dritten Glas. Der ungewohnte Alkohol machte das Kreisen nur schneller.

Linnea, die einen schlichten Rock aus dunkelblauem Baumwollstoff und eine dunkelrote Bluse mit Stickereien und Stehkragen trug, hatte die drei obersten Knöpfe geöffnet.

Immer, wenn Sie sich leicht nach vorn zu ihm beugte, gab sie einen Blick auf den Ansatz ihrer Brüste frei.

Als sein Blick sich in dieser Falle verfangen hatte, ertönte ihr

„Komm mit. Bettzeit.“

Er ließ sich von ihr in seiner Hütte auf das Bett im Schlafraum legen. Er war jetzt irgendwo in der Galaxie seiner vom Alkohol rotierenden Gedanken.

Als er erwachte, spürte er zuerst, dass seine Hand etwas großes hartes festes umschlossen. Seinen „Riesen“, wie er seine primäre Männlichkeit zu nennen gelernt hatte.

Sein Kopf ließ noch etwas vom gestrigen Weinkonsum erahnen. Er hatte eine ganze Flasche getrunken. Oder mehr…?

Der Gedanke an Linnea, die ihn ins Bett gebracht und ausgezogen hatte, kam zurück, als er merkte nackt zu sein.

Seinen steifen Riesen noch fest in der Hand stand er auf. Sein Weg führt ihn ins Bad. Seine Blase war voll.

Ein Ziehen in den Brustwarzen und im Unterkiefer signalisierte ihm den Wunsch seines Spermadepots nach Entleerung.

Das Bad hatte einen großen langen Spiegel neben der Duschzelle. Davorstehend tat er das, was er immer in diesen Momenten tat.

Er hielt in seiner rhythmischen Handbewegung inne. Spontan ging er mit seinem steifen Riesen in der Hand auf die Terrasse hinaus, blickte in das erste Licht des Morgens, ging weiter barfuß durch den Schnee bis zum Ufer des Sees, und schleuderte seinen Samen auf das Eis.

Erst jetzt spürte er die Kälte. Dass er beobachtet wurde, bemerkte er nicht.

Beim Frühstück war er allein. Linnea war nirgendwo zusehen.

Die wenigen Frauen im Speiseraum beobachteten ihn neugierig.

John dachte an Linnea. Ihre anziehende Unnahbarkeit hatte ihn beeindruckt.

4. Neues Zuhause

Diesen Montag wollte John sein neues Zuhause erkunden.

Mit GPS und seinen Karten hatte er seinen neuen Standort im Griff. Geografisch jedenfalls.

Bei seinem Rundgang gleich nach dem Frühstück zählte er zehn größere und kleinere Gebäude aus massiven Holzbalken, die sich die Form der Halbinsel aufnehmend in einem Halbkreis formierten.

Das zentrale Wirtschaftsgebäude beherbergte die Küche und den Speiseraum. Im ersten Obergeschoss gab es mehrere Übernachtungszimmer. Das Gebäude wirkte wie ein kleines Hotel.

Das größte Gebäude hatte den äußeren Anschein eines Kontors mit Lager. Hier waren jetzt die Medizinischen Einrichtungen, Labor, Büro und Beratungs- sowie Therapieräume untergebracht. Zwei der kleineren Gebäude dienten verschiedenen Geburtsformen.

Auf dem Scheitelpunkt der Halbinsel stand für sich achteckiges eingeschossiges Gebäude mit spitzem Dach, das bis fast zum Boden reichte. An der Seite hatte es keine Fenster. Im Dach waren in jedem der acht Segmente verglaste Lichteinlässe eingelassen.

John erkannte sofort den traditionell spirituellen Charakter dieser Stätte. Ein heiliger Platz. Wahrscheinlich seit jeher. Vorsichtig näherte er sich. Der Eingang lag an der Nordseite. Durch einen geschlossenen Windfang mit Tür kam man durch einen ca. 5 Meter langen Gang in das Oktagon. Ein schwerer Vorhang aus gewalkter Wolle bildete die Pforte zum Innenraum. Der Innenraum war bis zum Dachansatz vollständig mit gewebten Wollteppichen ausgekleidet, in den für ihn unbekannte Symbole und Muster eingewebt waren.

In der Mitte befand sich ein Granitstein in Form einer großen Wolke von fast zwei Metern Durchmesser, der sich auf der Oberseite nach innen in eine tiefe Wanne wölbte. Diese Wanne war mit einer dunkelroten öligen Flüssigkeit gefüllt. In dieser stand eine hölzerne Kugel von 80 cm Durchmesser, die aus einer Vielzahl einzelner Holzstücke gefertigt war, deren unterschiedliche Farben Muster bildeten.

Als er vorsichtig um die Kugel herumging, blieb er abrupt stehen. Sie hatte einen Einschnitt von unten bis 2/3 ihrer Höhe. Die Ränder und das Innere waren kunstvoll und ultrarealistisch in feiner Holzarbeit ausgeführt. Es war eine Vulva. Die Region, die dem Schamhügel entsprach, war der Nordpol der Kugel. Ein Wald aus kunstvollen Baumnachbildungen zog sich über den Hügel. Im Inneren der Spalte hatte das Holz einen helleren Farbton. Am Ende des Trichters schimmerte es rötlich um eine schwarze Öffnung. Sein Blick sog sich daran fest. Dann war die Neugier stärker als der Respekt. Vorsichtig glitt seine rechte Hand hinein, bis seine Finger die samtig rote Fläche tief unten berührte, die die schwarze Öffnung ringförmig umschloss. Der Ring ließ sich bewegen. Ein leises Klingen war aus dem Innern zu vernehmen. Erschrocken zog er seine Finger zurück.

Als er sich aufrichtete erkannte er, die Region der Klitoris war als Bärenkopf dargestellt. Der Bärenrücken bildete den Schaft, die Knospe wurde vom Kopf der Bärin gebildet, die Vorderpfoten gingen in die inneren Schamlippen über. Die Bärin, es konnte nur eine Bärin sein, schaute nach vorn. Aufmerksam, neugierig. Sah ihn direkt an.

Der Ort erweckte in ihm ein besonderes Gefühl. Geborgenheit. Das war in seinem Leben bisher eine Kostbarkeit gewesen. Der Duft des Öls nach Birke und frischem Moos, in dem die Kugel zu schwimmen schien, nahm ihn gefangen. Er fühlte die Grenzen zwischen sich und dem Universum sich auflösen. Ihm war, als sei er auf besondere Weise mit diesem Ort verbunden.

Dann diese andere Stimme in ihm, die er jetzt wahrnahm. Die Stimme einer Frau? Er war verwirrt.

Er spürte, wie ihm die Tränen kamen, ohne den Grund zu kennen. Er stand da und weinte stumm.

Linnea stand schon eine Weile hinter ihm, bevor er sie bemerkte.

Linnea trug jetzt dunkelgrüne militärische Kleidung.

„Komm mit.“

Als beide den Raum verlassen hatten, blieb Linnea stehen.

„Das ist ein Raum für Frauen. Nur für Frauen. Du darfst nicht hier sein.“ Mehr sagte sie nicht.

In John zog sich alles zusammen. Drohte ihm eine Strafe?

Körperstrafen waren im Heim üblich gewesen. Schmerz ist der Weg zur Reinheit der Seele, so wurde gesagt, trennt die Seele von der Unreinheit des Körpers.

Linnea ging mit ihm zu einem kleinen dunkelgrünen Kettenfahrzeug mit geschlossenem Aufbau. Es sah wie die Miniversion eines Van aus. Das Fahrzeug hatte einen Anhänger, der mit einer Kardanwelle mit Antrieb versorgt wurde und ebenfalls Kettenantrieb hatte. Die Aufschrift „Den Norske Hær /Royal Norwegian Army“ und ein rot-goldenes Wappen verriet ihm, dass es ein Militärfahrzeug war. Linnea trug das gleiche Wappen auf ihrem linken Oberarm.

„Du bist Soldatin?“ traute sich John zu fragen.

„Ja. Grenzwache.“

Es lag eine merkwürdige Spannung zwischen Ihnen, die John davon abhielt, noch weiter zu fragen.

Sie fuhren zurück zur 342, bogen rechts ab, hielten vor dem Lebensmittelladen in Kvelibua. Dort stand schon eine Palette bereit.

Zusammen packten beide alles in den Anhänger. Die Ladung war für die Küche. Vorräte für eine Woche. John nutzt die Gelegenheit noch Kleinigkeiten und Hygieneartikel für sich zu kaufen. Weiterging die Fahrt bis Fjällbakken Gröndahl, das bereits in Schweden lag.

Linnea hatte die ganze Zeit geschwiegen. Langsam wurde ihm das unheimlich.

Sie hielten vor einem Komplex mehrerer roter Holzhäuser mit weißen Fenstern und Türen.

Linnea stieg aus und ging auf eine Tür mit der Aufschrift „Reception“ zu. John folgte ihr ohne Aufforderung.

Plötzlich war dieses Gefühl da, verstoßen zu werden. Sollte er nach seinem Tabubruch hierbleiben?

Beide wurden von einer Frau begrüßte. Sie war einen Kopf kleiner als er, vielleicht Ende Fünfzig, und rund. Überall. Er hatte den Eindruck, sie bestand aus einer Zusammenstellung unterschiedlich großer Kugeln.

Freundliche wache Augen musterten ihn. Die Frauen sprachen zunächst abseits miteinander, ohne dass er sie verstehen konnte.

Dann kamen beide auf ihn zu.

„Das ist Lena.“ stellte Linnea die andere Frau vor.

John verbeugte sich zum Gruß.

Lena nahm ihn an beiden Händen, schaute ihm lange in die Augen. Ihm war, als schaue er in eine tiefe Schlucht. Glaubte das Rauschen von Wasser zu hören.

„Ravna, wird Dir alles zeigen.“

Lena hob die Hand winkte „John, denke daran, Wara wacht über Dich.“ und verschwand.

„Wir fahren zurück.“

„Wer ist Wara?“

Linnea antwortete nicht, bedeute ihm auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen.

„Wer ist Ravna?“

„Du wirst sie bald kennenlernen. Mit „Tante Berta“ kommst Du die nächste Zeit nicht weit.“

„Ich habe mir einen Motorschlitten geliehen, und bekomme ein Quad.“

„Das wird nicht reichen.“ Linnea kurz.

Zurück am Kvesjoen luden sie alles am Wirtschaftsgebäude ab. Linnea fuhr davon. Ohne noch mit ihm zu sprechen.

Lustlos aß er allein zu Mittag. Beäugt von den anwesenden Frauen. Sie sprachen über ihn, das war ihm klar, ohne etwas von ihrem Getuschel gehört zu haben.

Am Nachmittag setzte er seinen Rundgang fort. Dabei brachte er in Erfahrung, die Siedlung wurde über ein Kabel mit Strom und Internet versorgt. Weiterhin gab es eine moderne Trafo- und Batteriestation in einem der Gebäude. Auch die Kabel zu den Gebäuden waren im Boden verlegt. Die Moderne im Innern war gut versteckt. Der äußere Eindruck ein „Freilicht-Museum“ zu sein, täuschte gewaltig.

Es gab keine christlichen Symbole, oder eine christliche Andachtsstätte. Nur eine deutschsprachige Lutherbibel fand er im Bücherregal seiner Hütte.

Eine Internetrecherche brachte nichts. Selbst auf Google-Maps waren hier keine Gebäude zu erkennen. Er war an einem Ort, den es digital nicht gab.

John stand auf seiner Terrasse, schaute sich um.

An der Einfahrt, da stand sie. Die große hölzerne Bärin mit zwei Jungtieren bei sich.

5. Olga und Eysa

Der Schlaf war tief und voller Träume. Träume mit Linnea, von der Holzkugel, der hölzernen Bärin und silbernen Bären.

Die Träume hatten seine Männlichkeit stimuliert.

Als er im Bad stand, war es einfach nötig, die Spannung in ihm abzubauen. Zur Intensivierung seines noch nicht verklungenen Traums hatte er sich zwei Klammern auf die Brustwarzen gesetzt, genoss den aufkommenden Schmerz, der seinen Riesen steifer werden ließ. In seinen Gedanken versunken stand er vor dem Spiegel, bewegte langsam seine Vorhaut hin- und her.

Bilder kamen zurück. Das Heim. Die Schwestern. Die Jungen durften sich nicht selbst befriedigen. Ein sadistisches Spiel. Hände gehörten immer auf die Bettdecke. Schon mit 14 hatte er ein großes Glied, das an seinem noch schmalen Jungenkörper noch riesiger wirkte. Unter die Bettdecke schob sich spät abends die Hand von Schwester Veronika. Er durfte sich nicht bewegen, als er unter der Decke an intimer Stelle gestreichelt wurde. Dann kamen andere. Schwester Magdalena wollte mehr, streichelte sie ihn bis zum Erguss. Am nächsten Morgen fiel das besudelte Bettzeug auf. Eine peinliche Strafe für die angebliche Selbstbefriedigung erfolgte. Er lernte schnell, wie einer solchen Prozedur zu entkommen war, und wurde zum willigen Diener.

Ein lautes Geräusch neben seinem Blockhaus riss ihn in die Wirklichkeit zurück.

Ein hellgrünes Fahrzeug mit sechs Ballonreifen wurde von einem Lkw abgeladen.

„Hallo John!“ rief ihm eine Frau im Winteroverall und Pelzmütze zu, die aus dem LKW kletterte, auf dem ein sonderbares Fahrzeug mit großen Rädern stand.

„Das ist Dein All-Terrain-Vehicle. Das Fahrzeug kann sogar schwimmen.“

Mit rundem Gesicht und erfrischendem Lachen stand Olga, die Fahrerin des Lkw, vor ihm.

Olga zeigte und erklärte ihm alles. Sie war die Importeurin dieses Fahrzeugs für Skandinavien, erfuhr er von ihr.

„Wer hat das bestellt?“

„Die Universität in Trondheim. Das ist für Dich, solange Du hier bist. Wäre nett, wenn Du berichten könntest, wie es Dich bei Deiner Arbeit unterstützt hat. Gerne so, dass es viele lesen. Danke!“

Olga kletterte ihn ihren LKW mit der Aufschrift „OLGA. All Terrain Mobility.“ und fuhr davon.

John entschloss sich spontan, das Fahrzeug auch „OLGA“ zu nennen. Von „OLGA“ wendete sich sein Blick zu „Tante Berta“.

„Ja Berta, sieht nach einem langen Urlaub für Dich aus. Die wuchtige „OLGA“ wird meine Assistentin für einen Sommer.“

„Tante Berta“ schaute eifersüchtig kam es ihm vor. Er ging zu ihr und streichelte sie zart über die Motorhaube. „Keine Sorge, wir bleiben zusammen, altes Mädchen.“

Nach dem Mittagessen würde er mit OLGA einen Ausflug machen. Bis dahin gab es noch einiges zu tun. Sein Forschungsplan war noch nicht fertig.

John chattete zunächst mit Frida von der Außenstelle der Universität Östersund, die ihn als Gastdoktoranten betreute. Als er ihr beschrieb, wo er war, klingelte sein Mobiltelefon. Frida war am Telefon.

„Du bist wirklich im Dom der Bärinnen?“

„Wenn das hier so genannt wird.“

„Ich dachte, Du bist bei Lena. Also die Lena mit der Pension."

"Lena haben wir besucht. Ihre Tochter Ravna soll mich im Gelände unterstützen. “

„Ravna kenne ich. Die kennt sich super aus. Wer betreut Dich sonst?“

"Linnea. Die hatte mich in der Außenstelle angesprochen."

„Linnea von der Grenzwache?"

"Ja."

"Dann bist Du ja in echt festen Händen. Da Du jetzt in Norwegen wohnst, wird die Universität in Trondheim dich direkt betreuen. Ich frage mal nach. Viel Glück, John!“

Frida hatte aufgelegt.

Dom der Bärinnen, hatte Frida die Anlage am Kvesjoen genannte. John recherchierte im Netz. Er fand nur einen Hinweis auf eine alte Gemeinschaft der „Bärinnen“, die in früherer Zeit eigene Siedlungen im Norden hatten. Mehr als diese Randnotiz in einer Abhandlung über die Geschichte der Besiedlung des Nordens fand er nicht.

John widmete sich gerade einer Geodaten-Tabelle, als nachmittags eine rothaarige Frau in einem dunkelroten Kittel in der Tür stand. Sie hatte eine helle Haut, breite Hüften, etwas jünger als er selbst, einen Kopf kleiner, hatte massive Beine und ein dazu passendes ausgeprägtes Hinterteil. Sie war weich und anschmiegsam, ergänzte John in seinen Gedanken.

„Hey John, ich bin Eysa. Ich arbeite im Labor. Ich komme, um Dir Blut abzunehmen, und einen Rachenabstrich zu machen. Eine Spermaprobe bitte auch.“

John speicherte seine letzten Eingaben, drehte sich zu ihr.

„Aha. Was soll das?“

„Ein Auftrag von Brunhild.“

„Brunhild…ist..?“

„Brunhild ist die Leiterin des Programms. Du wirst sie noch kennen lernen.“

„Welches Programm?“

Als Antwort erhielt er nur ein Lächeln.

Alles, was sie brauchte, hatte Eysa in einem kleinen Koffer dabei. John ließ es geschehen. Routiniert nahm sie ihm Blut ab. Der Rachenabstrich kitzelte.

John stand auf und zog sich wie gewohnt ganz aus. Er kannte die Wirkung, wenn Frauen seinen Riesen zum ersten Mal sahen. Die ungewöhnliche Größe bereits in Ruhe führte oft zu einem erstaunen Zurückweichen.

Eysa war da anders. Sie lächelte, als sie seinen Riesen betrachtete, näherte sich nach einem Moment der intensiven Betrachtung behutsam an.

„Die Maße Deiner Männlichkeit sind ungewöhnlich. Mancher Bock hätte gerne so prächtige Hoden. “

John sah sie abwartend an, lachte kurz.

„Männer sind neidisch, und die Frauen wollen den Riesen nicht in sich haben. Sonst ist es eher eine Last. Kaum eine Hose passt. Eysa, Du wolltest eine Spermaprobe.“

Die Angesprochene verzog den Mund und rollte mit den Augen.

„Große Brüste sind für ihre Besitzerin auch weniger angenehm, als diese für ihre Bewunderer attraktiv sind. Eldar bitte, wir haben noch etwas zu erledigen.“

John half ihr, ihren Auftrag zu erfüllen.

Er stimulierte sich, sah auf ihre schweren Brüste, über denen sich der Kittel spannte. Eysa bemerkte den stummen Schrei seiner Begierde, öffnete die obersten Knöpfe des Kittels, gab ein Blick auf ihr zartes Gebirge und das tiefe Tal in der Mitte frei. Er hielt nach kurzer Zeit seine pralle Männlichkeit fest in der Hand, sein Blick in ihrer Schlucht verfangen.

„Loslassen, bitte.“

Als er seine Hände von sich gelöst hatte, griff sie mit ihrer linken Hand fest zu. Mit der anderen hielt sie ein kleines Maßband, notierte Länge und Umfang seiner Erektion.

Eysa wog vorsichtig, was sie in den Händen hielt, bevor sie leise „Bitte hier herein.“ sagte, und ihm einen kleinen Plastikbecher Hand gab.

Sie überließ ihm den finalen Akt.

Den gut gefüllten Becher verschloss sie mit einem Deckel ohne ein weiteres Wort.

Eysa packte eilig ihre Sachen, und verließ den Raum mit einer flüchtigen Verabschiedung.

John sah ihr nach, hätte gerne ihre Brüste in seinen Händen gehabt.

Sie war eigentlich nicht sein Typ, aber hatte ihn doch irgendwie berührt. Ihr Duft nach Lavendel war noch im Raum.

John widmete sich wieder seiner Arbeit, schickte dem Verleiher von Schneemobil und Quad eine E-Mail, bestellte Schneemobil und Quad ab.

Beim Abendessen war alles wie immer. Wieder nur Frauen da.

Sie beäugten ihn, tuschelten. Ihm kam es vor, sie schauten ihn heute intensiver an als zuvor.

Am kommenden Tag widmete er sich OLGA.

OLGA war außergewöhnlich. Sie hatte einen Hybridantrieb. Ein Allstoffmotor trieb einen Generator an, der die elektrischen Radnabenmotoren und eine Speicherbatterie mit Strom versorgte. Die Lenkung erfolgte mit Vorder- und Hinterreifen. Die mittleren Antriebsräder waren ohne Lenkung.

John kletterte über die kurze für amphibische Zwecke optimierte Front hinauf zum Einstieg. Über die große klappbare Frontscheibe, die schon mehr eine Kanzel war, gelangte er ins Innere. Etwas versetzt befanden sich dort zwei große Schalensitze, die zugleich als Schutzzelle dienten. Die Fahrtechnik war einfach. Mit einem großen beweglichen Bedienelement, ähnlich das in einem Hubschrauber, war alles steuerbar. Ein Bildschirm in der Mitte der Steuereinheit lieferte alle gewünschten Informationen.

John kam sich wie ein Pilot vor, als er OLGA in Bewegung setzte. Der Himmel war klar und blau. Er hatte sich zu einer Runde um den See entschlossen.

OLGA summte leise, der Schnee knirschte.

Als der Übermut ihn überkam, fuhr er mit OLGA auf das Eis des Kvesjoen.

Das ging. Das war geil. Auf dem See. Auf dem Eis. Allein.

John war entspannt. Von einem Glücksgefühl durchflutet.

Er bleib auf dem Eis stehen, sah in der Ferne zur Halbinsel.

Stille. Unheimliche Stille. Lauernde Stille.

John genoss die Ruhe, als ein pulsierender Alarm ihn aufschreckte.

„BREAKING ICE ALARM. Push RED-BUTTOM!“ sprach eine Computerstimme.

Ein roter Knopf leuchte am Bedienelement auf. John drückte ihn.

OLGA setzte sich selbstständig langsam in Bewegung, fuhr einen Bogen zurück zum Ufer.

„SAVE ZONE“ leuchtete jetzt die Anzeige in Mitte des Bildschirms. OLGA war stehen geblieben.

John schaltete sich selbst ein Dummkopf. Welcher Trottel fährt mit einem Fahrzeug auf eine unbekannte Eisfläche…?…!

Der Alarm hatte einen Gedanken in ihm ausgelöst: Es geht um mich. Meine Fruchtbarkeit. So machte alles einen Sinn. Oder…?

Der Gedanke verzog sich aus dem Bewusstsein in eine Lauerstellung seiner Aufmerksamkeit.

Bei der Einfahrt auf die Halbinsel sah er jetzt die hölzerne Bärin und ihre Jungen aufmerksam an.

Bärin. Kinder. Bisher hatte er nur Frauen hier gesehen. Teilweise schwangere Frauen. Nie Männer. Selbst die Schwangeren kamen immer allein oder mit einer anderen Frau. Manche hatten ein Kleinkind dabei. Immer ein Mädchen.

John sortierte versuchte, seine Gedanken zu sortieren. Frauen, schwangere Frauen und ein Mann, dessen Sperma von Interesse war. Da war ein Zusammenhang schnell gefunden.

Eysa erschien in seinen Träumen. Sie hatte Eindruck auf ihn gemacht. Eine Sehnsucht in ihm flackerte in ihm auf, die neu für ihn war.

6. Ulea

Die nächsten Tage verliefen ohne Besonderheiten.

Die anwesenden Frauen im Speiseraum wechselten bis auf das ihm bekannte Personal fast täglich.

Keine kam John näher, oder sprach ihn an. Er wurde distanziert beobachtet.

John machte heute einen Ausflug mit OLGA. Es ging nach Gäddede, einer kleinen Stadt gleich hinter der Grenze in Schweden.

OLGA war eine Sensation. Er hätte auch auf einem Elefanten einreiten können. Es bildete sich schnell eine Gruppe Menschen, die OLGA bestaunen wollten. Er beantwortete geduldig Fragen, verteilte Prospekte, die er im Fahrzeug gefunden hatte.

Die 150 Liter Polardiesel, die OLGA schluckte, freute den nicht minder neugierigen Tankwart. John zahlte mit der Tankkarte, die er für OLGA bei der Übergabe erhalten hatte. Die Tankkarte war auf eine „UM-Services SA“ ausgestellt, was er nicht weiter hinterfragte.

Der Februar war schnell vergangen. Er hatte sich in der Gegend orientiert, viel an seinen Karten und Tabellen gearbeitet. Sonst hatte niemand etwas von ihm gewollt. Er dachte an Eysa, die Spermasammlerin. Sie hätte wiederkommen können.

Der März war gekommen. Ein ruhiger Sonntag mit trübem Wetter stand bevor. Er hatte sich zu einem ausgiebigen Frühstück im Speisesaal entschieden.

Bis auf die Frau, die das Frühstücksbuffet betreute, war er allein.

Linnea, die er seit ihrer letzten Begegnung nicht mehr gesehen hatte, kam herein, als er gerade dabei war, sich eine Zimtschnecke zu holen.

Sie sah gut aus. Ihre Kleidung hatte etwas Festliches. Jacke und Rock aus dunkelblauem edlem Tuch, dazu eine weiße Bluse mit aufwendigen Stickereien in Rot und Blau. Blickdichte Strümpfe und schwarze Pumps rundeten das Bild ab. Ihre Haare trug sie heute in zwei Zöpfe geflochten, die wie ein Kranz um den Kopf gelegt waren.

John bewunderte ihre elegante stolze Erscheinung.

„Komm mit. Wir haben einen Termin. Die Oberin Ulea wünscht Dich zu sehen.“

Zuerst ging es in sein Blockhaus.

Ein neues hochwertiges schwarzes Hemd, und eine dazu passende Hose hatte Linnea mitgebracht.

Linnea tippte auf ihre Armbanduhr.

„Ulea erwartet uns.“

John trug das Hemd über der Hose, keine Unterwäsche und nur Filzpantoffel an den Füssen. Es war kalt draußen.

Etwas versteckt zum See hin stand ein auf zwei Ebenen angelegtes modernes Holzgebäude, dessen wahre Ausmaße nur vom See her erkennbar waren. Das Gebäude glich einem großen "V", das sich zum See hin öffnete. Eine hölzerne Terrasse aus mehreren Ebenen reichte bis ins Wasser des Kvesjoen, und verlängerte sich rechtsseitig zu einem Bootsanleger.

Die Schenkel des "V" endeten jeweils zum See hin in einen halbrunden großen Raum mit sechs hohen Fensterelementen. Durch die Schräge des Daches öffnete sich der Raum nach oben der Sonne hin.

Im Eingangsbereich zogen sie die Schuhe aus. Auf warmem hellem Holzboden ging es in den linken Teil des Gebäudes.

Am mittleren Fenster des Raumes am linken Ende des Gebäudes stand eine große schlanke Frau, und schaute auf den See.

Ihre schulterlangen hellgrauen Haare waren hinter ihrem Kopf mit einer gold-schwarzen Schleife zusammengefasst.

Ihr Kleid aus schwarz/rot changierendem feinem Wolltuch folgte der Form ihrer schlanken Silhouette bis zur Hüfte, dann öffnete sich das Kleid in einen bodenlangen Rock mit raffinierten Falten, die im Stand vollständig geschlossen waren. Die Changierung des Stoffes wechselte von oben nach unten. Im oberen Teil überwiegte etwas das Rot. Ab der Hüfte kippte die Changierung nach Schwarz.

Sie wirkte wie eine Fürstin. Das Licht durch die Fenster umspielte dieses Gesamtkunstwerk.

John blieb auf einem Punkt, den Linnea ihn mit einem Zeichen angewiesen hatte, stehen. Linnea trat zurück in den Halbschatten neben dem Eingang.

John hatte nicht bemerkt, dass dort bereits eine weitere Frau auf der anderen Seite neben dem Eingang im Raum stand. So gefangen war er vom Anblick der Frau am Fenster.

Langsam drehte sich Ulea um.

John wurde von einem Blick aus strahlend hellblauen Augen getroffen. Gletschereis. Johns Blick lief intuitiv an ihr herauf. Das bodenlange Kleid war durchgehend vorn geknöpft, sodass seine Augen sich Kopf für Knopf von unten nach oben tasteten.

John hatte auch diesmal seinen Blick einen Moment zu lange auf ihren Brüsten gelassen, die sich lang und schmal hängend unter ihrem Kleid abzeichneten, bevor seiner den Blick von Ulea traf.

„John, es ist Zeit, Dir Deine Aufgabe hier zu erklären.“

Uleas Stimme war klar und hatte eine durchdringende mittelhohe Tonlage.

Die Stille im Raum erzeugte eine hohe Intensität ihrer Worte. Ein Gefühl der Unsicherheit schlich sich in seinen Bauch.

"Zeig Dich ganz."

Ulea taxierte seinen Körper mit leicht spöttischem Blick.

John zögerte, wusste nicht, was zu tun war.

"Ausziehen. Alles." soufflierte Linnea.

Wie ferngesteuert legte er Hemd und Hose ab. Straffte seine Haltung, schaute in Richtung See.

Ulea umrundete ihn langsam, blieb vor ihm stehen. Sie überragte ihn noch um einige Zentimeter, sodass sie ihn leicht von oben direkt in die Augen sehen konnte.

Der Gletscherblick, der wie ein kalter Laser in ihn eindrang, ließ ihn flach atmen.

"Wie Du, Johann Baptist, bemerkt hast, sind wir sehr um Dein Wohl und Deinen Erfolg bemüht. Dafür erbitte ich von Dir eine Gefälligkeit. Den Saft Deiner Fruchtbarkeit hätten wir gern für uns. Exklusiv für unser Programm. Da Du den Saft des Lebens sonst auf dem Eis oder in den Abfluss im Bad entsorgst, dürfte das für Dich kein Problem sein, stattdessen Dein Sperma uns zu überlassen."

Ulea registrierte jede seiner Reaktionen, spürte seine Unsicherheit.

John sagte nichts, hatte seine Hinterbacken zusammengekniffen. Die Hände lagen flach seitlich an seiner Hüfte.

"Du wirst Dein Sperma jede Woche zwei Mal abgeben. Keine eigenmächtige Verschwendung, keinen Sex mit Samenerguss ohne Erlaubnis. Du kannst jetzt und hier entscheiden, ob Du einverstanden bist. Solltest Du einverstanden sein, unterstützen wir Dich weiter großzügig. Wenn Du das nicht möchtest, kannst Du sofort gehen. Linnea bringt Dich dann zurück."

Ulea ergriff fest mit ihrer kalten knochigen Hand seinen Hodensack.

John holte tief Luft. Ihre beiden Gesichter waren sich nah. Sie sah in ihn hinein. Ihm war, als wenn ihr Blick durch seine Augen wie Strahlen einer Mikrowelle bis in seine Hoden vordrang und sie erhitzte.

Ulea ließ ihn los, trat einen Schritt zurück. Er wusste, dass sie nur eine Antworter wartete, und er nur diese eine Antwort geben konnte.

"Wenn Du einverstanden bist, knie nieder, und küsse meine Füße.“

Eine Hand legte sich von hinten auf seine Schulter. Linnea bedeutete ihm mit leichtem Druck auf die Knie zu gehen.

Er folgte. Er hatte es gelernt, solchen Frauen ohne Widerspruch zu gehorchen. Die gewohnte Rolle einzunehmen, erfüllte ihn mit Zufriedenheit. Sicherheit in der Gewohnheit. Als Diener akzeptiert zu werden, war eine Gnade und Zuwendung. Es war an ihm, Ulea nicht zu enttäuschen.

Auf den Knien sah er auf den Boden, beugte sich nach vorn, glitt mit seinen Händen und seinem Kopf unter den Rocksaum der Fürstin. Ulea trug ein seidiges Unterkleid. Langsam und zärtlich küsste er im Dunkeln jeden Fuß auf den Spann, sog den besonderen Duft unter dem Seidenzelt ein. Einen zarten Hauch von Myrrhe.

Myrrhe war der Duft seines Lebens. So rochen und schmeckten die Schwestern, die aus ihm einen Diener ihrer Leiber gemacht hatten.

Als er sich wieder zurückzog, blieb er auf den Knien, den Blick zu Boden gewandt. Seine Gedanken waren ausgeschaltet.

"Johann Baptist, steh auf. Denk daran, Du bist mir zum Gehorsam verpflichtet. Dein Sperma ist exklusiv nur für unser Programm. Keine Frau darf es ohne meine Erlaubnis empfangen.“

Ulea wandte sich wieder zum Fenster.

Die Audienz war beendet.

Ulea war für ihn nichts weiter als eine neue Oberin, die über ihn bestimmte.

Ihm war schon lange klar, dass die Schwestern ihn nicht aus ihrem Besitz entlassen würden.

Er hatte während seiner Forschungsreise in den Norden auf eine Pause vom direkten Zugriff auf ihn gehofft, auf eine Zeit nur für sich in der Wildnis.

7. Ravna

Als John sich umdrehte, um zu gehen, sah er die andere Frau im Raum. John, Linnea und die andere Frau gingen zusammen in den Eingangsbereich des Gebäudes.

Die Unbekannte, vielleicht Anfang Dreißig, war etwa so groß wie er, athletische Figur, geschmeidige Bewegungen. Eine Raubkatze auf der Jagd. Die Raubkatze trug über einer Leinenbluse eine dunkelbraune Wildlederweste mit blauen Applikationen. Dazu einen wadenlangen dunkelblauen Rock aus Baumwolle. Sie federte beim Gehen, was ihrem Gang Dynamik verlieh, ganz so, als würde sie nur einen Hauch von Moment den Boden berühren. Ihr seidiges Mahagoni getöntes sportlich kurz geschnittenes Haar umspielte dabei ihren Kopf.

Freundliche braune Augen sahen ihn skeptisch an.

Linnea löse das Rätsel der Raubkatze.

„Das ist Ravna. Ravna forscht auf dem Gebiet des Permafrostes in der Tundra an der Universität Trondheim. Da ergeben sich mit Deinen Themen viele Überschneidungen. Sie kennt sich in der Gegend bestens aus. Daher werdet ihr bei Exkursionen zusammen unterwegs sein. Ravna vertritt mich. Sie ist Deine Betreuerin, wenn ich selbst nicht da bin." Linnea lächelte hintergründig.

Linnea verabschiedete sich. John dachte "Ravna, neue Aufpasserin".

"Komm mit." winkte Ravna ihn zu sich.

Ravna übernahm ihn mit diesem bekannten Kommando nahtlos. Beide gingen zurück zu seinem Blockhaus.

John war noch in der Begegnung mit Ulea gefangen, dass er erst bemerkte, noch nackt zu sein, als er die Kälte draußen spürte.

Ravna lachte. Sie hatte seine Filzpantoffel, Hemd und Hose in der Hand. John ging einfach weiter. Die Kälte auf der Haut liebte er. Die Kälte war wie eine Umarmung, eine zweite Haut, die ihn von der übrigen Welt trennte.

Im Wohnzimmer der Hütte angekommen, setzte sich Ravna in den blauen ledernen Relax Sessel einer bekannten norwegischen Marke und sah ihn an.

„Geile Show von Dir bei Ulea. Wie Du erst auf die Knie gegangen, und ihr dann unter den Rock gekrochen bist, das war großes Kino. Das sah geübt aus. Dein muskulöser Rücken, der knackige Hintern, dein Prachtstück zwischen den Beinen bis auf den Boden hängend. Da schaut Frau gerne hin.

Ravna lachte und deutete auf seinen Riesen.

John stand immer noch nackt im Zimmer und hatte Gänsehaut.

Er rang innerlich um Fassung. Geübt, ja das war er. Ab seinem zwölften Lebensjahr war er nicht nur für Schwester Gisela da. Die kam und zeigte ihm, was Frauen gerne haben. So nannte sie das. „Huldige dem Tempel der Venus und trinke aus seiner Quelle.“ war ihr Standardspruch gewesen. Es ging dabei um ihre Lust, nicht um ihn. Gehorsamer Diener war seine Rolle. Frauendiener seine Bestimmung.

Erst langsam nahm sein Körper die Wärme des Zimmers an, schaute auf seine neue Govna herab, die ihn amüsiert im Sessel zurückgelehnt ansah.

„Von hinten sah das echt extra scharf aus. Das war gekonnt. Woher kannst Du das..?

„Bin in einem Heim des SSK aufgewachsen.“ rutsche es ihm heraus. „Da wurde mir gelehrt mit hoch gestellten Frauen umzugehen.“

Ravnas Augen weiteten sich.

„Ok. Ein ausgebildeter Nonnenlecker bist Du. Krass.“ Ravna lachte laut auf. „Die Frauengemeinschaft des SSK wir hier allgemein nur „Convent“ genannt. “

John schalt sich für seine unüberlegte Offenbarung. Das machte alles nur noch schlimmer.

„Wie groß kann Dein Nonnenspielzeug werden? Zeig mal. Mach ihn steif.“

„Im Moment ist mir kalt.“

John suchte eine Fluchtmöglichkeit aus der peinlichen Situation.

John vermisste die wortkarge distanzierte Klarheit von Linnea.

Ravna war ihm zu fordernd und direkt.

Ravna „Govna“ lehnte sich weiter zurück, hob ihr linkes Bein seitlich über die Lehne. John sah, wie sich der Stoff des Rockes zwischen den Schenkeln absenkte, und dabei deren Kontur betonte. Der Anblick glich, so sein Gedankenblitz, der Gebäudeanlage, aus der beide gerade gekommen waren.

„Und was ist nun? Kann ich Deinen Riesen in seiner vollen Pracht bewundern, schöner Mann?“

Ravnas braune Augen glitzerten amüsiert. John versuchte ihrem Blick auszuweichen.

John wusste nicht, ob Ravna das von ihm verlangen durfte.

Sein Blick suchte nach Hose und Hemd, die Ravna irgendwo abgelegt hatte. Ravna beobachtete ihn. Deutete auf den blauen Stoff zwischen ihren Schenkeln.

„Unter den Rock kriechen. Das kannst Du doch auch bei mir machen…nur eben etwas höher…mittig…mit der Zunge…bitte.“

Ravna hatte eine Hand im Schoß und zog leicht am Stoff des Rockes. Der Saum zwischen ihren Schenkeln zuckte.

„Komm! Sei ein guter Junge.“ Ravna klang jetzt sanft, lockend.

John konnte nicht verhindern, wie der lockende Ton ihrer Stimme in ihn drang, ihn erfüllte, seine Wahrnehmung sich auf ihren verborgenen Schoß fokussierte.

Sie hatte gewonnen, er gehorchte.

Langsam sank er auf die Knie, ging auf alle Viere, glitt mit seinem Kopf unter ihren Rock. Als er behutsam und zärtlich die Innenseiten ihrer Oberschenkel abwechselnd mit seiner Zungenspitze berührte, bemerkte er ihre steigende Spannung. Der Duft nach frischen Kräutern und ihrer sich öffnenden Weiblichkeit wurde stärker. Sie packte seinen Kopf und zog ihn unter dem Stoff in ihre Mitte. Diese war feucht und frei. Sie trug keine Unterwäsche. Er tastete sich mit Zuge und Nasenrücken durch die Dunkelheit und ihr dichtes Haar. Sie schmeckte nach Bärlauch.

Er spürte was sie wollte, und tat es. Seine Zunge erforschte Hügel, Täler und die feuchte Grote in einem dunklen Feenwald. Sie schloss die Schenkel, hielt seinen Kopf fest, als seine Zunge ihre Knospe umspielte.

Ravna löste abrupt ihre Schenkelklammer. Sein erigiertes Glied wurde von hinten gepackt. Jemand zog ihn daran nach hinten. Als er zurück im Licht war, sah er sie. Linnea stand hinter ihm.

„Ins Bad.“ Ein Befehl. Militärisch laut und klar.

John rappelte sich auf. Dachte nicht an Widerstand.

„Kaltes Wasser.“

Linnea war erst zufrieden, als sein „Riese“ auf das geringste Maß geschrumpft war.

Als sie zurück im Wohnraum waren, stand Ravna mitten im Raum. Ihre Körperhaltung verriet Unsicherheit.

Linnea fixierte Ravna. John registrierte eine knisternde Spannung zwischen den beiden Frauen. Linnea griff in die von ihr mitgebrachten Tasche.

Als John sah, was sie herausnahm, erschrak er. Sie hielt einen Keuschheitskäfig für Männer aus poliertem Stahl in der Hand.

Ravna sah stumm zu, wie Linnea versuchte, den Käfig anzubringen, was aber aufgrund der Größe seiner Männlichkeit nicht gelang. Das Gerät war einfach zu klein.

Linnea warf den Keuschheitskäfig wütend in ihre Tasche zurück, packte sein Gemächt, schlug ihm kräftig mit der Hand auf die edlen Teile. John zuckte nicht. Zu oft hatte er schon solche Behandlung still und stumm erdulden müssen.

„John, Du hättest nicht verhindern können, Dein Sperma gegen die Regel fließen zu lassen.“ Linnea scharf und kalt.

Ravna stand da, verzog das Gesicht.

„Ravna, John ist nicht Dein Spielzeug. Vergiss das nicht. “

Linnea klang nicht mehr so streng.

Ravna verzog den Mund.

„Sein Sperma sollte frisch sein. Da ist es doch kein Problem, wenn sein alter Saft abfließt. Das ist doch im Sinne des Programms.“ Ravna schnippisch.

„Um sein Sperma wird sich jemand anderes kümmern. Ravna, bitte komm mit mir, wir haben noch etwas zu besprechen.“ Linnea sah Ravna anders an als vorhin. John glaubte, etwas wie Eifersucht zu erkennen.

Als John wieder allein war, spürte er die aufsteigende Unruhe, die seine nicht abgeflossenen Säfte erzeugten.

Er ging ins Bad. Vor dem Spiegel stehend sah er sich an, setzte sich Klammern auf die Nippel. Er spürte den zunehmenden Schmerz, der von den Nippeln direkt in die Lenden zog. Sein Riese wurde steif, er brachte mit gewohnten Handbewegungen sein Sperma zum Fließen.

Er bekam ein schlechtes Gewissen. Er hatte gegen Uleas Weisung verstoßen, als sein Sperma im Abfluss des Waschbeckens verschwand.

Es war ihm, als wäre er in das Heim seiner Jugend zurückgekehrt. Diener der der Schwestern sein. Demut, Gehorsam, Selbstbefriedigung als Sünde. Schamgefühl blitzte in ihm auf.

Aber etwas war hier anders. Ulea war anders. Er war anders.

Ein unbestimmtes Gefühl war in ihm erwacht. Er hatte es zuerst bei seinem Besuch im Oktagon gespürt, als er seine Hand in die hölzerne Vulva geglitten war.

Es war noch etwas anders Unbekanntes in ihm.

Mitten in der Nacht wachte er auf.

„Wer bist Du in mir?“

Er hörte jemand rufen, und brauchte etwas Zeit, um zu bemerken, dass er selbst laut diese Frage in den Raum geworfen hatte.

Stille.

Keine Antwort.

Nur der Kühlschrank surrte leise.

8. Eysa

Am folgenden Morgen duschte er, ging müde und schlecht gelaunt zum Frühstück.

Als er zurück ins Blockhaus kam, wurde er erwartet.

Eysa war da.

Eysa hatte ihre roten Haare locker über die Schulter nach hinten gelegt, trug wieder den dunkelroten Kittel des medizinischen Personals.

Er spürte ihre freundliche Wärme. Sie strahlte Geborgenheit aus.

„Wie Du aussiehst, bist Du nicht zufrieden.“

John verzog den Mund.

„Setz Dich.“ Eysa sanft.

Eysa deutete auf einen Stuhl am Esstisch. John machte einen Schritt zum Stuhl, drehte ihn in Richtung Zimmer, und nahm Platz.

Eysa kam näher, öffnete von oben beginnend ihren Kittel bis zur Hüfte, und drückte sein Gesicht sanft zwischen ihre völligen Brüste.

Wärme, Zartheit, Pochen ihres Herzens. John fühlte sich geborgen wie ein Baby. Ihre Brüste dufteten wunderbar.

Er konnte nicht sagen, wieviel Zeit er im Paradies verbracht hatte, als sie ihn langsam von sich löste. Zwei rosige Brustwarzen schauten ihn an. Er widerstand nicht dem Impuls, einen der zarten Nippel in den Mund zu nehmen.

„Besser?“ Eysas Stimme drang wie die eines Engels fein und leise in sein Ohr.

„Wunderbar“ säuselte er.

Eysa löste sich vollständig von ihm, schloss ihren Kittel. Seine Augen lösten sich nicht von ihrer jetzt wieder bedeckten Brust.

Eysa lächelte ihn an, öffnete ihren Kittel wieder so weit, dass ihm ein Panoramablick möglich war.

John entspannte sich nicht, konnte seinen Blick nicht abwenden. Eysa registrierte es zufrieden. Er hatte eine beginnende Erektion, seine Hoden meldeten sich mit einem erwartungsvollen Ziehen bis hinauf in seinen Kiefer.

„Die Ernte Deines Spermas werde ich durchführen.“

Sie wartete seine Reaktion ihrer Worte ab. Johns Mine wechselte zu skeptischer Erwartung.

„Ernte?“

„Entsamung. Dein Sperma melke ich Dir ab.“

Eldar war aufgestanden, ging hin und her.

„Abmelken?! Das gefällt mir nicht.“

Enttäuschung, Ablehnung und Geilheit durchfluteten ihn.

„Unsere Methode beruht auf einer vollständigen Gewinnung des Spermas durch die Massage der Prostata. Diese erfolgt mit zwei Findern, die in den After eingeführt werden.“

Eysa unterstrich ihre Worte durch Spiel mit Zeige- und Mittelfinger hier linken Hand.

Johns Ausdruck wechselte von Skepsis zu Abscheu.

„Sowas kenne ich eher als Strafe. Als Demütigung. Das will ich nicht so.“

„Das hat den Vorteil, dass Du keine Erektion benötigst, und die Eichel nicht stimuliert werden muss. Du kannst entspannt bleiben, und der Ertrag ist besser.“

Eysa lächelte. In Johns Bauch stellte sich ein Unwohlsein ein.

„Wir bereiten dann Dein Sperma direkt auf, und geben es an die Clientinnen weiter. Also an die Frauen, die auf Dein Sperma warten.“

John holte tief Luft. Sein Mund wurde trocken.

„Die Frauen werden bei der Ernte anwesend sein. Kurz vor der Ernte dürfen die Frauen dich näher besichtigen. Die Clientinnen werden so bereiter zur Empfängnis. Frische und Transparenz sind Teil unseres Qualitätsversprechens.“

„Besichtigen..?“ John bekam die Frage kaum aus seinem trockenen Mund.

„Ansehen und anfassen. Unsere Clientinnen entscheiden sich schließlich für ein Kind von Dir. Dein Exposee haben sie vorher schon gelesen.“

John war jetzt sprachlos. Rang um Fassung.

Eysa wartete aufmerksam, sah seine aufsteigende Ablehnung.

„Nein. So nicht. Ich reise sofort ab.“

Eysa stand auf, öffnete ihren Kittel ganz, stellte sich unmittelbar vor ihn, zog ihn auf das Sofa, fasste seinen Kopf, drückte sein Gesicht in den roten Flaum, der den Tempel der Venus bedeckte.

John sog den Duft ihrer Scham ein. Eysa strich ihm sanft über den Kopf.

John hatte ihre Hüfte umfasst, klammerte sich an sie. Seine Hände schoben sich unter ihr großes Hinterteil.

Sie ließ ihm Zeit.

Als sie den Eindruck hatte, John wäre wieder zurückgekehrt, hob sie seinen Kopf, sah ihm in die Augen.

„Du kannst nicht gehen. Du hast Dich Ulea verpflichtet.“

Als sie sich voneinander gelöst hatten, saßen bei auf dem Sofa. Eysa hatte ihren Kittel nicht wieder geschlossen.

Eysa deutete auf den Tisch. Ein kleines Kästchen stand da.

Eysa bedeute ihm, es zu öffnen.

Darin lag ein Gegenstand, den er sofort als Analplug erkannte.

Das Teil war hochwertig aus medizinischem Stahl gefertigt. Hatte eine raffinierte geschwungene Form.

John spürte, wie sein Körper, sein Geist, sich sträubten.

Eysa sah, wie er sich veränderte.

„John, der Plug soll Dir helfen Dich vorzubereiten. Wenn Du ihn eine halbe Stunde vor dem Termin einführst, kann ich leichter meine Finger einführen. Mit ausreichend Gleitmittel selbstverständlich.“

Stumm schüttelte John den Kopf.

Eysa stand wieder auf, trat vor ihn, hielt mit beiden Händen sein Gesicht fest.

Stille. Regungslosigkeit.

Zuchthengst. Das war seine Rolle. Zuchthengst. Unglaublich. Fehlte noch, er solle vor den Augen der Frauen eine Attrappe zu bespringen. Er war den Tränen nahe.

John entzog sich ihr, stand auf, ging zum Fenster, sah nach draußen.

Eysa telefonierte.

„Ich darf heute bei Dir bleiben. Ohne Beschränkung. Bis morgen früh. Bitte schick mich nicht weg.“

Eysa schaute ihn flehentlich an. John spürte ihre Furcht.

Sie hatte Anweisungen erhalten. Sie musste Erfolg haben. Hatte sie auch Angst vor Strafe? Er wusste, was es bedeutete, nicht zu gehorchen. Das Verlangte nicht zu tun. Zu versagen.

Sie tat ihm plötzlich leid. Ihr ging es nicht besser als ihm selbst, glaubte er.

Er folgte seinem innersten Impuls, nahm sie in den Arm.

Lange standen sie so da.

Sie fanden den Weg in sein Bett.

Eysa bemühte sich sehr um ihn. Er streichelte und küsste sie zärtlich überall. Langsam näherte sie sich mit ihrer Vulva seiner Erektion. Die ungewohnte Größe ließ sie zögern, ihn in sich zu lassen.

Sie hatte sich rittlings über ihn positioniert, und probierte langsam und vorsichtig, den Vorhof ihrer Vagina über seinen senkrecht stehenden Riesen zu stülpen, ohne ihn eindringen zu lassen. Er hatte dabei ihre schweren Brüste in den Händen.

Sie wechselten die Position. Er übernahm.

Nach einer Stunde war sie so weit. Sein Riese, der sie mehr als ausfüllte, schob sich langsam in sie, stieß gegen ihren Muttermund, schob ihre aufgerichtete Gebärmutter tiefer in sie hinein.