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10 kurze Reiseberichte aus verschiedenen Ländern. Erlebt und aufgeschrieben Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre. Eine Begegnung mit der "Queen" auf der Insel Barbados. Ein seltsames Rezept aus dem Gebirge bei Caracas. Unfall mit Fröschen in Ciudad Bolivar am Orinoco. Der Schuhputzer von Kairo. Probleme mit Bier in Hurghada in Ägypten. Von einer überraschenden Flusswanderung auf der Insel Penang Malaysia. Irritierender Kurzbesuch in einer Missionsschule in Balige am See Toba, Sumatra, Indonesien. Fototechnische Aufregung auf der Howrah-Brücke in Kalkutta, Indien. Eine verwirrende und bedrückende Begegnung mit dem Tod in Kalkutta. Überwältigender Sonnenaufgang am Tigerhill, nahe Darjeeling, mit Aussicht auf das Himalaja-Gebirge und den Mount Everest.
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Veröffentlichungsjahr: 2016
Titel:
Spiddels Welt
Untertitel:
10 kurze Reisegeschichten.
Impressum: Texte und Fotos: © Copyright by Andreas M. Jendryke (Spiddel)
Verlag:
Andreas M. Jendryke, Ostpreußenstr.47, D-58089 Hagen, [email protected]
Reiseberichte der etwas anderen Art, aus einer vergangenen Zeit. Einer befremdlichen, merkwürdigen und wirren Zeit, 1977 bis 1981.
Aufgeschriebene, meist authentische, Erlebnisse, mit etwas Fantasie ausgeschmückt. Geschichten, überwiegend geprägt von schnoddrigem Humor;
Inhalt:
The Queen Barbados, 1977
Caracas Venezuela, Caracas 1977
Quak Venezuela, Ciudad Bolivar, Orinoco 1977
Im Schlangenfluss Malaysia, Penang 1978
Shoes shine? Mister Ägypten, Kairo 1979
Es gibt kein Bier in Hurghada Ägypten, Hurghada 1979
24h Balige Indonesien Sumatra 1980
Bakschisch auf der Howrah Bridge Indien, Kalkutta 1981
Der Tod auf dem Gehweg Indien, Kalkutta 1981
Tigerhill Indien, Darjeeling 1981
Barbados, 1977
Das Taxi, vom Barbados Airport, hatte uns hier, 2 km vor Georgetown, ausgespuckt. What you are looking for? "A cheap hotel". "Here is it", waren die letzten Worte des Fahrers. Links ein "Kentucky Fried Chicken"-Schnellimbiss, rechts, durch einen Vorhof 20 Meter von der Landstraße entfernt, stand ein einstöckiges, blassrosa Haus. "Wir können ja mal fragen gehen."
Hinter dem Haus ragen schornsteinhohe Kokospalmen in den Himmel. Eine breite, einladende, mehrstufige Treppe führte auf die großzügige Veranda. Ein großes, hellblaues, handgemaltes Schild macht aufmerksam auf: Kaffee und Saft von Dienstag bis Samstag. "Von Hotel oder so steht hier aber nichts." "Egal, klopf mal. Sieht doch gut aus."
"Yes, yes I coming", quietschte eine hohe Frauenstimme aus dem Inneren. Die Tür wurde geöffnet und eine, für unseren jugendliche, verzerrten Blick, mindestens 80 Jahre alte Lady begrüßte uns. Eine Lady! Dezent geschminkt, die verschnörkelte Lesebrille an einem Goldkettchen um den Hals, dazu ein türkisfarbenes Kleid mit großen rosa Blumen. Passend zum Haus. Ein langer, weiß gestrichener Gang, Türen mit zierlichen, abgegriffenen Messingklinken zu beiden Seiten, führte ins Innere. Der raue, unbehandelte Dielenboden knarzte laut. Wir bekamen ein geräumiges Doppelzimmer mit einem, mit Kokosläufern umrandeten, Doppelbett, Kleiderschrank, Tisch, zwei Stühlen, einem Schaukelstuhl, einem kleinen Balkon und einem Handwaschbecken. Keine die patinierte Idylle belästigende Luxustechnik, wie Klimaanlage oder Windmaschine. "Ein Glück, wenigstens ein Waschbecken." Unsere kleinen Frösche vom Orinoco hatten schon in verschiedenen Unterkünften, in Duschbecken, ihr kleines Leben fristen müssen. "Hoffentlich springen die da nich‘ raus." Ein Marmeladenglas diente den Fröschen als Transportbehälter. Sichtlich erleichtert hüpften sie aus ihrem Glasgefängnis in die vermeintliche Freiheit. "Lass ihnen ein bisschen Wasser rein, dann können sie auch nicht durch den Abfluss abhauen." "Die sind hier gut aufgehoben. Nur die Lady ...; die darf hier nicht mehr rein."
"Breakfast gents", riss uns am nächsten Morgen ihre schrille Stimme, unterstützt durch energisches Klopfen an der Zimmertür, aus dem Schlaf. "Breakfast." Im Speisezimmer, eigentlich war es einfach die Küche, angekommen, stellten wir fest, dass wir die einzigen Hotelgäste waren. Während dem ausgiebigen, frisch zubereiteten, englischen Frühstück erzählte unsere Hausherrin, sie hatte eine weiße Schürze angelegt, unentwegt von Gott, der Welt und der Queen. Das Ende ihrer Ausführungen ließ uns aufhorchen. "Tomorrow, morgen früh, stelle ich euch zwei kleinen, netten, hübschen Freundinnen vor."
