Spike und Anna - G. Heiser - E-Book

Spike und Anna E-Book

G. Heiser

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Beschreibung

Eine kleine leise Liebesgeschichte in der Zeit der Corona-Pandemie. Das Leben schläft im Lockdown. Anna findet auf einem Parkplatz die Geldbörse eines Fremden und schickt sie dem Eigentümer per Post zurück. Daraus entwickelt sich eine zauberhafte altmodische Brieffreundschaft. Papierbriefe mit tiefgründigem Inhalt reisen viele Kilometer durch das Land. Ausgangssperren und strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie prägen diese Zeit. Die Menschen sind verunsichert und ängstlich. Oft betrachtet der alte Kater Spike, Annas pelziger Nachbar, das Geschehen und sämtliche Mitbewohner auf seine einzigartige Weise. Werden sich die beiden seelenverwandten Briefeschreiber jemals im wirklichen Leben begegnen?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 106

Veröffentlichungsjahr: 2023

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„Wenn man FFP-2-Maske trägt,

entsteht eine partielle „Gesichtsfinsternis“.

Wer dazu noch Sonnenbrille trägt,

kann sich über eine „totale Gesichtsfinsternis“ freuen.“

L. C.

Für Jule und …. Spike

Spike, der alte Kater, ist die einzige Figur aus diesem Buch, die real ist. Alle anderen Figuren sowie Schauplätze sind der Phantasie der Autorin entsprungen. Eventuelle Ähnlichkeiten mit Menschen und Orten sind Zufall und waren nicht beabsichtigt.

Das Buch:

Die Welt steht Kopf und das Leben schläft im Corona-Lockdown. Anna findet die Geldbörse eines Fremden auf einem Parkplatz und schickt sie dem Eigentümer zurück. Daraus entsteht eine zauberhafte altmodische Brieffreundschaft. Papierbriefe mit tiefgründigem Inhalt reisen während strenger Maßnahmen der Pandemie-Eindämmung weit durch das Land. Gibt es eine Chance für die beiden Seelenverwandten in diesen Zeiten?

Die Autorin:

G. Heiser, Jahrgang 1966, lebt in Norddeutschland und liebt seit ihrer Kindheit Bücher und Geschichten.

„Spike und Anna“ ist ihr erstes Buch. Weitere Veröffentlichungen der Autorin sind auf ihrem Blog Perspektivwechsel - Geschichten - Wimmelbuch (www.wechseldieperspektive.blogspot.com) zu lesen.

G. Heiser

Spike und Anna

Eine kleine leise Liebesgeschichte in Zeiten von Wandel und Umbruch

© 2022 G. Heiser

ISBN Softcover: 978-3-347-83833-8

ISBN E-Book: 978-3-347-83834-5

Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Deutschland

Inhalt

Cover

Widmung

Titelblatt

Urheberrechte

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Danke

Spike und Anna

Cover

Widmung

Titelblatt

Urheberrechte

Kapitel 1

Danke

Spike und Anna

Cover

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Kapitel 1

Die Wintersonne strahlte vom Himmel und ein kleiner Lieferwagen fuhr auf die Auffahrt. Eine Rockballade schallte durch die geschlossenen Fahrzeugfenster nach draußen. Der Mann am Steuer parkte das Fahrzeug konzentriert ein und wandte sich an seine Beifahrerin.

„Hast du den Wohnungsschlüssel, Anna?“

Die Frau mit glatten blonden Haaren und einem modernen Brillengestell auf der Nase antwortete: „Na klar“, und deutete auf ihre Bauchtasche, „da ist alles drin, was ich in dem Umzugschaos fest im Blick behalte.“

„Wie immer perfekt organisiert“, stellte der Fahrer fest, „gibt es gleich einen Kaffee? Das wäre eine Motivation zum Ausladen der ganzen Kartons.“

„Ja, und selbstgebackenen Kuchen von meiner Mutter, reicht das aus? Ich werde dann die drei anderen Umzugshelfer anschreiben, dass wir jetzt da sind“, mit diesen Worten griff sie in ihre Bauchtasche, holte ein Handy heraus und tippte auf dem Display herum.

Diesen Umzug zu organisieren, war eine Herkulesaufgabe gewesen, da die Corona Pandemie die Welt mittlerweile fast ein Jahr in Atem hielt. Es gab komplizierte Vorschriften für das Zusammentreffen von Menschen, auch im privaten Bereich. Anna hatte für ihr Umzugsteam Masken und vorsorgliche Tests besorgt.

Nachdem die Nachrichten verschickt waren, stieg sie aus und schnappte sich den Korb mit der Verpflegung. Neben der Eingangstür in der Wintersonne lag ein grau getigerter Kater und schaute entspannt dem Treiben auf dem Hof zu.

Eine dünne Frau mit einer grauen steifen Dauerwellen-Frisur tauchte auf der Bildfläche auf. Mit hängenden Mundwinkeln näherte sie sich dem kleinen Lieferwagen.

„Der Wagen versperrt den Weg zu den Müllcontainern“, meckerte sie los.

„Hallo, ich bin Anna Lohse, Ihre neue Nachbarin. Das Fahrzeug wird sofort entfernt, wenn alles ausgeladen ist.“

„Und der junge Mann zieht mit ein?“, die Neugierde schien bei dieser Frage aus jeder Pore ihres Körpers zu blinzeln.

„Nein, ich bin dafür da, den Hausrat von Frau Lohse bis in ihre Wohnung zu transportieren. Thorsten Hansen ist mein Name. Und Sie sind?“

„Elvira Schulze, ich wohne seit über 30 Jahren hier.“

„Alles klar, Frau Schulze, dann wünschen wir Ihnen einen phantastischen Tag und widmen uns so schnell wie möglich dem Ausladen, damit Ihr Altpapier demnächst ungehindert entsorgt werden kann.“

Anna verdrehte die Augen. Hoffentlich war die griesgrämige neue Nachbarin kein schlechtes Omen für den Lebensabschnitt hier.

„Hallo Katze“, begrüßte sie den pelzigen Mitbewohner neben der Eingangstür, stellte den Korb ab, und kraulte das Tier ein wenig hinter den Ohren.

„Er ist ein Kater und heißt Spike“, klärte Frau Schulze auf.

„Gehört Spike zu Ihnen?“, fragte Anna.

„Nein, er wohnt hier und wird von allen Nachbarn versorgt. Meistens ist er draußen und im Winter ab und zu in seiner Treppenhaus-Box“, bei diesen Ausführungen wurden Frau Schulzes Gesichtszüge etwas weicher.

„Das gefällt mir“, sagte Anna, „dann bis später, Spike.“

Spike schaute sie unergründlich an.

Anna und Thorsten betraten das Haus und stiegen die Treppen bis ins Dachgeschoss zu Annas Wohnung hinauf. Feierlich schloss sie die Wohnungstür auf, ein Schritt noch bis zum Beginn eines neuen Lebenskapitels.

In der Küche öffnete sie das Fenster. Der Korb mit dem zarten Apfelkuchenduft wurde auf der Arbeitsplatte abgestellt. Thorsten schaute sich derweil die anderen Räume an.

„Die Wohnung passt zu dir, klein aber fein“, stellte er fest, „was denkst du?“

„Ja, das ist wahr. Die Ruhe hier wird mir guttun. Mal sehen, wie es sich nach der langen Zeit anfühlt, wieder Single zu sein.“

„Die Jungs werden Schlange stehen“, bemerkte er grinsend, „du entscheidest dann, wie lange du Single bleibst.“

„Ich werde mir Zeit lassen und sehen, was passiert.“

Es klingelte, die restlichen Umzugshelfer waren da.

Die nächsten 30 Minuten herrschte Hektik und Gewusel. Die Wohnung füllte sich schnell mit Kartons, Möbeln, einzelnen Möbelteilen, Zimmerpflanzen und Bildern.

Spike hatte sich draußen ein ruhigeres Plätzchen gesucht.

Nachdem Thorsten den Wagen vom Hof gefahren hatte, um Frau Schulze milde zu stimmen, gab es den selbstgebackenen Kuchen und Kaffee für alle in Annas vollgestelltem Wohnzimmer. Die Stimmung war gelöst. Thorsten kramte in seiner Werk-zeugkiste, um gleich das Bett und zwei Regale zusammenzuschrauben.

Anna war müde von der Schlepperei. Sie freute sich darauf, sich nachher unter ihrer Bettdecke zu verkriechen und die Augen zu schließen. Es war ein herausfordernder Tag und gleichzeitig der Startschuss in ein komplett neues Leben.

Kapitel 2

Guten Tag, mein Name ist Spike. Ich bin 16 Jahre alt und ein Kater, der seit vielen Jahren, gefühlt schon immer, in diesem Mehrfamilienhaus lebt.

Ursprünglich zog ich mit Karin hier ein. Sie war immer beschäftigt und so verbrachte ich meine Tage als junger Kater, um die Gegend draußen kennenzulernen. Sämtliche Mause-löcher, menschliche Nachbarn und andere Haustiere wurden von mir genauestens unter die Lupe genommen. Karin verließ früh morgens die Wohnung, schickte mich nach der Fütterung nach draußen und kam stets spät mit leerem Blick von ihrem Bürojob zurück. Meistens erwartete ich sie abends auf unserer Fußmatte, um sie zu begrüßen.

Im Nachhinein bin ich der Meinung, dass ich Streunerblut in mir habe, weil ich es nie lange in geschlossenen Wohnungen aushalte. Ich brauche die frische Luft, stets neue Bilder und Eindrücke. Gerne habe ich unterschiedliche Menschen um mich, die mich mit verschiedenen Sprachen und Klängen ansprechen und mit Leckerlis versorgen.

Karin verliebte sich nach unserem zweiten Sommer und zog Hals über Kopf aus der kleinen Wohnung aus, um ein neues Leben am anderen Ende der Stadt mit ihrer großen Liebe zu beginnen. Ich fühlte mich dort unwohl und wanderte zurück durch viele Straßen in mein vertrautes Revier.

„Da bist ja wieder, mein Süßer“, begrüßte mich der Hippie-Mann aus dem ersten Stock, „ich habe dich vermisst.“ Der Hippie-Mann trägt die langen, ergrauten Haare oft zu einem Zopf zusammen gebunden, außerdem weite bequeme Hosen und pfeift meistens vor sich hin. Er kümmert sich im Haus um alles Mögliche: Verlorengegangene Kinder und Haustiere, Weihnachtsdeko in schrillen Farben Ende des Jahres im Treppenhaus und um seine Freunde in allen Lebenslagen. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe es mehrmals hautnah miterlebt, wie in seiner Wohnung laut und ausgelassen gefeiert wurde oder ein Freund verheult vor seiner Wohnungstür stand. Bei ihm bin ich öfter zu Gast, besonders an kalten Wintertagen wie jetzt. Seine Räume bergen eine reichhaltige Auswahl an unterschiedlichem Krimskrams, zum Beispiel Schneekugeln mit Häusern oder Kirchen darin, staubige Zimmerpflanzen, bunte Bilder, Fußball-Fanartikel und dergleichen. Ich liebe seine Kugeln aus Glas, manchmal hat er sie geschüttelt und ich sah stets fasziniert dem wilden Treiben im Glas zu. Mit seinem Haustier, einem mittelgroßen Hund, komme ich aus. Wir sind zwar nicht beste Freunde, lassen uns aber in Ruhe.

Karin wollte mich nicht zurückhaben und so blieb ich. Ich wohne oft im Treppenhaus, an sehr kalten Wintertagen bei dem Hippie-Mann. Er stellt mir eine Katzenbox und Futter ins Treppenhaus und alle Nachbarn lassen mich hinein und hinaus.

Eine blonde Frau kam gestern mit einem großen Umzugswagen und einigen Männern, die ihre Möbel ins Dachgeschoss schleppten, hier an. Den halben Tag war es unmöglich, mein Schläfchen in der Box im Treppenhaus zu halten, weil ständig schnaufende Menschen mit Kisten und Möbeln hin und her liefen. Es lag eine unterschwellige Aufregung in der Luft.

Die blonde Frau erzählte dem Hippie-Mann unten an der Eingangstür, dass sie vorher in einem großen Haus gelebt habe. Jetzt freue sie sich auf einen neuen Lebensabschnitt.

Im Sommer höre ich meinen Mitbewohnern gerne zu, wenn auf ihren Balkonen mit Freunden sitzen und über das Leben philosophieren oder von Alltäglichem berichten. Manchmal habe ich mich unter einem Busch zusammengerollt und ihrem Lachen gelauscht. Momentan sind die Menschen aber in ihren Wohnungen, weil es draußen kalt ist.

Hier lebt auch eine Art Geheimpolizei. Eine ältere Dame, mit Locken, die aussehen wie Draht, grau und hart. Sie gibt immer vor, schlecht zu hören. Das stimmt aber nicht, ich habe sie beobachtet. Sie hört und weiß alles. Sie hat den Überblick, wer nie den Keller gefegt hat, den Müll nicht ordentlich trennt und bei der Reinigung des Treppenhauses sämtliche Ecken auslässt und nie das Geländer abwischt. Besucher werden genau von ihrer Wohnung im Erdgeschoss beobachtet und falls es ein Einbrecher wagen würde, einen Gegenstand aus einer Wohnung zu entwenden, wäre der Bösewicht schneller hinter Schloss und Riegel als er bis drei zählen kann. Aber auch die Geheimpolizei versorgt mich mit Leckerlis, deshalb ist mir egal, was sie sonst tut. Irgendwo schlummert in dem Körper mit dem Drahtgestell auf dem Kopf ein gutes Herz, zumindest für alte flauschige Kater.