Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Die „Wartezone“ und auch die Arztbesuche gehen weiter… Mein Buch: „Nur mal schnell zum Nachgucken“ konnte nicht richtig beendet werden, da es noch kein wirkliches Ende gab. Vielmehr muss ich hier erklären, dass es zum Fertigstellen und Drucken des Buches noch kein Ende meiner Odysee mit Operationen, schlechtem Heilungsverlauf und Arzt- bzw. Klinikbesuchen in Sicht war. Deshalb habe ich mich entschlossen - auch aufgrund der Leserschaft – diesen sogenannten 2. Teil des Buches zu schreiben und zu veröffentlichen. Ich nehme Sie auf eine Reise mit, die von lustigen und nachdenklichen Erlebnissen während meiner Behandlung nach meinem unglücklichen Sturz im Juli erzählt. Viele Menschen habe ich in dieser Zeit kennengelernt: merkwürdige bis seltsame, witzige oder einfach nur liebenswerte und nette Personen. Meine gesammelten Erfahrungen habe ich zusammengefasst und Sie halten ein weiteres Büchlein zum Schmunzeln und Nach- bzw. Überdenken in Händen. Auch nach so einer langen Behandlungszeit bin ich ein immer noch positiv denkender Mensch und sage auch heute: Das Leben ist schön.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 83
Veröffentlichungsjahr: 2015
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Buch
Die „Wartezone“ und auch die Arztbesuche gehen weiter…
Mein Buch: „Nur mal schnell zum Nachgucken“ konnte nicht richtig beendet werden, da es noch kein wirkliches Ende gab. Vielmehr muss ich hier erklären, dass es zum Fertigstellen und Drucken des Buches noch kein Ende meiner Odysee mit Operationen, schlechtem Heilungsverlauf und Arzt- bzw. Klinikbesuchen in Sicht war. Deshalb habe ich mich entschlossen - auch aufgrund der Leserschaft – diesen sogenannten 2. Teil des Buches zu schreiben und zu veröffentlichen.
Ich nehme Sie auf eine Reise mit, die von lustigen und nachdenklichen Erlebnissen während meiner Behandlung nach meinem unglücklichen Sturz im Juli erzählt. Viele Menschen habe ich in dieser Zeit kennengelernt: merkwürdige bis seltsame, witzige oder einfach nur liebenswerte und nette Personen. Meine gesammelten Erfahrungen habe ich zusammengefasst und Sie halten ein weiteres Büchlein zum Schmunzeln und Nach- bzw. Überdenken in Händen.
Auch nach so einer langen Behandlungszeit bin ich ein immer noch positiv denkender Mensch und sage auch heute:
Das Leben ist schön.
Anmerkung:
Namensgleichheiten sind rein zufällig und haben mit den handelnden Personen in diesem Buch nichts zu tun.
Mitte Dezember
Reha-Beginn
Meine Stirn
Gewinn
Weihnachten
Silvester
Neues Jahr
– neues Glück?
Januar
Woche 24
Bäuchlein/Bauch
Parkplatz
Türkei
Auszahlungsschein
Opis
Ende Januar
Zusätzliche Termine
Woche 26
Fasching
Ereignisse
Februar
Anfang März
Schmerzklinik
Woche 32 & 33
Apotheke
Fuß lädiert …
Monika
Druckerei
Ende April
Beginn der Woche 38
Woche 38
Woche 39
Stornierung
Ende Mai/Woche 43
Klinik-Aufenthalt
Wolle
OP-Termin
Ärgernis
Innere Ordnung
Zweiter Versuch
Visite
Aufträge
Ausflug
Schicker Schuh
7. Tag nach der OP
Entlassung
Jammern
Freunde
Blut
Ende der Woche 46
Schwesternliebe
Wochenende
Woche 48
Kontroll-Termin
Schule
Juli
Sommerferien
Schuh-los
Rückkehr
Woche 52
Anfang August
Woche 55
Fische
Schulbeginn
Woche 56
September
Woche 58
2. Reha-Phase
Cousin-/Cousinen-Treffen
Oktober
Alt-Medikamente
Entsorgung
Vorschriften
Buchdruck
Woche 63
Woche 64
Konzert
Stuttgart
2. Arbeitstag
Räumlichkeiten
Anfang November
Lesung
Resturlaub
Ende November
Dezember
Dezember
Besser!
Gut ist etwas anderes
Lebensgefühl
FERRDISCH
Nach nun fünf Monaten wurde meine ambulante Reha eingeleitet und ich freute mich darauf, dass es voran geht. Erwartungsvoll ging ich an meinem ersten Tag in diese Reha-Einrichtung. Ausgestattet mit kurzen Trainingshosen, lockerem T-Shirt und guten Hallen-Turnschuhen konnte ich starten. Doch zuvor bekam ich eine Einweisung. Ein nettes Gespräch mit dem Trainer, anschließend die Einstellung der für mich in Frage kommenden Geräte und dazwischen musste die Krankengymnastik eingeplant und durchgeführt werden. Wie schön, wenn alles in einem Haus stattfinden kann.
Streck-, Dehn- und Lockerungsübungen stehen ab diesem Tag täglich auf dem Trainingsprogramm und es machte mir Spaß, meinen Heilungsprozess voranzutreiben.
Jedoch ist jede Übung für mich ungewohnt, anstrengend und ich muss mich daran gewöhnen, dass dies nun für die nächsten vier Wochen meinen Tagesablauf bestimmen wird.
So fuhr ich guten Mutes und mit Motivation nach Hause, damit ich meiner Familie das Wesentliche berichten konnte.
Denn jetzt wird was getan, es kann nur noch besser werden und bergauf gehen. Ich will doch bald wieder richtig fit sein und wie schon im Buch zuvor beschrieben: Meinen ganz normalen Alltag wieder leben können. Das ist mein Ziel und Ziele sind besonders in einer so langwierigen Behandlungszeit sehr wichtig.
Der nächste Tag kam und ich packte meine Sporttasche. Anschließend machte ich mich auf den Weg zur Reha-Klinik. Meine Aufwärm-Übungen konnte ich alleine beginnen und so ging ich erst einmal auf das Fahrrad, welches für mich eingestellt werden musste. Das macht mir Spaß, obwohl ich hier immer Mühe habe, meinen Fuß so zu bewegen, wie ich gerne möchte, es aber nicht wirklich so klappt. Jeder, der sich hier auf der Trainingsfläche aufhält, hat seine Wehwechen, mal größer oder kleiner. Alle können ihre Geschichte erzählen, der eine kürzer gehalten, andere dagegen müssen ihr ganzes Leben in einer kurzen Verschnaufs- oder auch Trinkpause erzählen und mir (!) kundtun.
Tja, warum denn mir? Es gibt viele nette andere Personen, die bestimmt auch zuhören würden, aber nein: Ich werde angesprochen, egal ob beim Training, in einer kurzen Trinkpause oder beim schüchternen Gähnen, wobei ich dachte, es sieht keiner. Ich habe das Gefühl, dass ich mich manchmal alleine auf der großen Trainingsfläche befinde und keiner sonst anwesend ist, um angesprochen zu werden. Ich habe keinen Schriftzug auf meiner Stirn stehen, der etwa lautet: Sprich mich an, ich habe doch alle Zeit der Welt – oder so ähnlich. Ha ha, nein, dieser Schriftzug fehlt bei mir, aber nichtsdestotrotz: Ich höre zu, gebe ab und zu meinen Kommentar ab und bin eben eine freundliche Person.
So viele Geschichten, die es gibt; so viele verschiedene Menschen sieht man täglich: Dicke, Dünne, perfekt geschminkte Frauen und natürlich auch Männer, die mehr zeigen, als gut ist…. Aber es nützt alles nichts: Augen zu und auch da muss ich durch! So begebe ich mich nach der Aufwärmphase auf die Trainingsfläche und schaue, dass ich meine Dehn- und Lockerungsübungen alleine absolvieren kann, bevor die Trainingseinheiten an den Geräten abgehalten werden müssen.
Spaß ist das nicht wirklich, denn es ist alles sehr mühsam, meine Muskeln sind nach so einer langen Ruhepause völlig schlaff und nix – absolut nix mehr – gewöhnt. Die Kilos, die ich vorher im Sportstudio in meiner Glanzzeit vor dem Unfall geschafft habe, bleiben vorerst ein Wunsch-Traum. Bin einfach nur froh, wenn ich überhaupt ein Kilo - oder besser Kilöchen - schaffe.
Das ist die bittere Wahrheit und wieder mal denke ich: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber aufgeben werde ich nicht, ich will doch wieder auf meine Füße kommen.
Da ich viel Zeit für mich und meine Gedanken habe, viele Bücher lesen kann und auch die Zeitung noch intensiver und aufmerksamer durchgehe als gewöhnlich, nehme ich fast an jeder Verlosung, die angeboten wird, teil. Und schwupp-di-wupp, hat es wieder mal geklappt, dass ich Karten für eine etwas andere Lesung gewonnen habe. Das war wieder Abwechslung in meinem doch schon fast ½jährigem Daheim-Sein. Meinem Mann berichtete ich von dem Gewinn und lud ihn herzlich ein, mit mir diese Lesung zu besuchen. Es war eine Lesung über die „Buddenbrooks“, genauer gesagt: Weihnachten bei den Buddenbrooks. Dazu möchte ich erklären: Buddenbrooks: Verfall einer Familie (1901) ist das früheste unter den großen Werken Thomas Manns und gilt heute als der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung. Er erzählt vom allmählichen, sich über Generationen hinziehenden Niedergang einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und illustriert die gesellschaftliche Rolle und Selbstwahrnehmung des hanseatischen Großbürgertums in den Jahren von 1835 – 1877 (Quelle: de.m.wikipedia.org/wiki/Buddenbrooks).
Es war ein sehr schöner, amüsanter Abend und ich habe gelernt, solche Momente und Eindrücke intensiver wahrzunehmen als vor meinem Unfall.
Einfach mal rauskommen, mit dem Liebsten gemeinsam Zeit verbringen sowie neue Leute treffen und nette Gespräche führen, die sich nicht nur um Arztbesuche, Krankheiten und Wartezeiten handeln – das tut mir gut.
Weihnachten stand vor der Tür! Trotz der vielen und nun regelmäßigen Reha- und Krankengymnastik-Terminen freute ich mich auf Weihnachten im Kreise meiner Lieben.
Juhhhuu, es stehen keine Termine an zwischen den Feiertagen, ebenso keine in der ersten Januar-Woche. Das neue Jahr beginnt etwas langsamer.
Man lernt, seine Gedanken zu ordnen, früher gedachte Wichtigkeiten auf Kleinigkeiten einzustufen und im Hier & Jetzt zu leben. Da kommt mir ein schöner Spruch in den Sinn: „Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurande!“
Wie wahr, denn man macht sich über alles und jeden doch viel zu viele Gedanken und man erkennt oder muss im Laufe seines Lebens erkennen, dass nicht alles planbar und voraussehbar ist. Meist kommt es anders als gedacht und ich musste lernen, meinen Alltag umzustellen, auf meinen Körper zu hören und viele geplante Vorhaben zu ändern, zu verlegen oder gar ganz zu streichen.
Es ist wie jedes Jahr: Die Menschen rennen umher, machen Besorgungen, gehen einkaufen und verpacken Geschenke und dabei hat Weihnachten „nur“ 3 Tage, an denen man meint, die Welt ginge unter und für die nächsten 3 Wochen hätten alle Geschäfte geschlossen. Doch wie schnell ist alles wieder vorbei!
Mein Weihnachtsfest war gespickt mit leckerem Essen, guten Gesprächen und nettem Beieinandersitzen im Kreise der Kinder und Geschwister sowie meinem Papa. Einfach völlig entspannt und ruhig. Kein Stress, Hektik oder Unstimmigkeiten. In der Kirche war ich dieses Weihnachtsfest am 1. Feiertag. Denn das tut mir gut und Kristina, meine jüngste Tochter, begleitete mich und man hängt seinen Gedanken nach und ich nehme alles - tja wie soll ich es beschreiben?- irgendwie intensiver wahr. So auch die Predigt, die wunderbar in das eigene Leben eingebaut werden kann.
Es gibt viele Gegebenheiten, die unwichtig werden, denn ich habe den Wunsch, wieder fit zu werden, meinen Alltag einfach alleine und wie gewohnt meistern zu können. Dadurch rücken andere Prioritäten in den Vordergrund. Man kann sich über bestimmte Dinge ärgern (wie zum Beispiel die Vordrängler an der Kasse, das lange Warten im Arztzimmer, bei frisch eingekauften Mandarinen und zu Hause die faulen Früchte entdecken zu müssen und noch vieles mehr). ABER: man kann es auch lassen, den Kopf schütteln und weiter machen. Denn: ändern kann ich durch Mich-Ärgern auch nichts, im Gegenteil, es beansprucht nur unnötig meine Nerven und das ist für alle nicht gut.
So komme ich zu einem für mich neuen Entschluss: Ich versuche so gut es geht, jeglichen Ärger an mir vorüber ziehen zu lassen und möglichst, mich nicht aufzuregen.
Einfach lächeln und sich sagen: Der Tag ist schön und ich genieße ihn!!
Denn mein Gesund-Werden steht absolut im Vordergrund und dafür muss ich fleißig mitarbeiten.
