Spuren - Majda Off - E-Book

Spuren E-Book

Majda Off

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Beschreibung

In der vorliegenden Publikation führt Majda Off den Leser durch eine kritische gesellschaftspolitische Analyse, die sich auf die Regierungsjahre der “Großen Vorsitzenden” sowie die unmittelbar darauf folgenden Jahre konzentriert. Mit einer klaren und direkten Ausdrucksweise, die durch eine Prise Humor ergänzt wird, ermutigt die Autorin das Publikum, die politischen Entscheidungen und Handlungen der Kanzlerin und ihrer Verbündeten zu reflektieren. Dabei übt sie konstruktive Kritik an spezifischen Eigenschaften wie mangelnde Empathie und Kompetenz, Taktiererei, Unterdrückung der Meinungsfreiheit und Polarisierung der öffentlichen Meinung durch Medienpropaganda. Die Autorin sieht diese Faktoren als Ursachen für den Zerfall der Demokratie und des sozialen Wohlergehens in Deutschland. Der Wunsch nach einer Abkehr von politischer Heuchelei und Ideologien zugunsten einer Rückkehr zu einer Regierung, die nah an der täglichen Realität der Bürger ist und die freie und ehrliche Auseinandersetzung nicht scheut, ist das Ziel. Eine solche Regierung bildet die Grundlage für Demokratie und ein entspanntes und vertrauensvolles soziales Klima.

Majda Off wurde am 01.01.1955 in Jugoslawien, dem heutigen Slowenien, geboren. Im Jahr 1968 immigrierte sie als Kind nach Deutschland, wo sie sich in Tutzing am Starnberger See niederließ. Nach Abschluss ihres Studiums erwarb sie die Qualifikation als Krankenschwester und war in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens tätig, unter anderem in einer Geburtsklinik, einer Kölner Uniklinik und einer Aidshilfe. Zuletzt war sie in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in München tätig. Jetzt ist sie im Ruhestand. Seit dem Jahr 1981 besucht sie regelmäßig ein tibetisches Kloster in Nepal.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Majda Off

 

 

 

Spuren

 

Das Elend nach sechzehn Regierungsjahren

 

 

 

 

 

 

 

 

© 2025 Europa Buch | Berlin

www.europabuch.com| [email protected]

 

ISBN 9791257030940

Erstaufgabe: Juli 2025

 

 

Gedruckt für Italien von Rotomail Italia

Finito di stampare presso Rotomail Italia S.p.A. - Vignate (MI)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spuren

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich widme dieses Buch den Tibetern innerhalb und außerhalb Tibets. Möge ihre Kultur erhalten bleiben!

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann.

Der eine ist Gestern, der andere Morgen.

Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben,

Glauben und in erster Linie zum Leben ist!

S.H. der Dalai Lama

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich danke Tulku Urgyen Rinpoche für seine tiefgründigen Belehrungen.

Und ich danke den Nonnen vom Kloster Nagi Gompa (Nepal) für ihre Gastfreundschaft.

 

Vorwort

Es geht in diesem Buch um die Hinterlassenschaften der ehemaligen deutschen Kanzlerin.

Natürlich auch um die Stimmung im Land. Und die Stimmung ist seit Jahren nicht gut. Das merken wir alle. Wir erleben viel zu viel Empörung. Aber leider auch immer weniger Entspannung! Das war bis einschließlich des Vorgängers der Kanzlerin eindeutig besser gewesen. Gründe dafür?

Die alternativlose Politik aus einem Guss war doch keine gute Idee.

Folgendes hätte uns auffallen müssen: Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt einerseits, und alternativlose Politik aus einem Guss andererseits. Das kann nicht harmonieren.

Die Bürger sind kritisch und zunehmend auch hellhörig geworden. Ihre sechzehn Regierungsjahre haben Spuren hinterlassen. Vielen Bürgern geht es nicht gut.

Leider wurde das nie aufrichtig thematisiert.

In den Medien wurde sie während ihrer Amtszeit so gut wie nie kritisiert. Das gilt immer noch. Wenn überhaupt Kritik an ihr geübt wird, dann sehr dezent!

Es gibt sehr kluge und auch kritische Köpfe in diesem Land. Diese sind uns bekannt. Sie halten Vorträge und schreiben Bücher. Doch haben diese klugen Menschen auch Lösungen anzubieten?

Was können wir besser machen?

Zunächst sollten wir die sechszehn Jahre einer Kanzlerin analytisch betrachten. Analytisch, aber vor allem ehrlich!

Wie beurteilt die Bevölkerung die Amtszeit der Kanzlerin? Es macht Sinn, auch Bürger zu Wort kommen zu lassen! Sie erleben die traurige Realität im Alltag und im Berufsleben.

Eines ist auch wichtig: Wie eine Regierung gearbeitet hat, merkt man oft erst im Hinterher!

In diesem Buch geht es darum, die Arbeit einer Kanzlerin realistisch zu beschreiben. So, wie ein Großteil der Bevölkerung sie sah. Nicht so, wie sie in den öffentlichrechtlichen Medien dargestellt wurde.

Wie hat sich die ehemals gute Stimmung in der Gesellschaft verändert? Und warum hat sich die Stimmung verändert?

Darum geht es in diesem Buch!

Ihre,

Majda Off

Kapitel I

Große Vorsitzende!

Eine untalentierte Frau!

Die Spuren!

Große Vorsitzende, so nenne ich die ehemalige deutsche Kanzlerin. Ich finde, das passt gut zu ihr. Es klingt lieblos, empathielos und glanzlos.

Ihre sechzehn Jahre haben Spuren hinterlassen. Wie eine Regierung gearbeitet hat, merken wir oft erst hinterher!

In seinem Abschiedsbrief schrieb der indische Guru Bhagwan:

„Am meisten verachtet habe ich die Deutschen. Sie machten kritiklos alles, was ich verlangte!“

Hatte er Recht?

Das trifft leider viel zu oft zu. Das konnten wir 2015 sowie auch 2022 beobachten.

Aber natürlich auch während der Coronakrise.

Ein netter älterer Herr antwortete auf die Frage, wie es ihm denn ginge, so: „Es wäre noch ein wenig Platz für ‘Besser’!“ Eine sehr sympathische Antwort, wie ich finde. Denn, es ist immer noch ein wenig Platz für “Besser”!

So war es auch hierzulande, vor der Zeit der Großen Vorsitzenden gewesen. Wir waren auf einem guten Weg.

Aber, natürlich war auch damals noch etwas Platz für “Besser”. Wann ist das nicht?

Es war einmal ein gutes und entspanntes Land! Der Vorgänger der Großen Vorsitzenden hinterließ ein solides Erbe. Genauso, wie es auch seine Vorgänger taten.

Die Große Vorsitzende hatte diesbezüglich Glück gehabt. Ihr wurde von ihrem Vorgänger ein geordnetes Erbe übergeben. Und ein stabiles Land. In nur sechzehn Jahren schaffte sie es, dieses ordentliche Erbe an die Wand zu fahren. Wie schafft man so etwas?

Wir hätten achtsamer sein müssen. Einige Bürger waren durchaus achtsam gewesen, aber was nützte das? Ein buddhistischer Lehrer brachte in einem Vortrag dieses anschauliche Beispiel, wenn es um die Wichtigkeit der Aufmerksamkeit geht: Sei aufmerksam, wie ein Huhn. Es pickt sein Korn und schaut. Und pickt und schaut. Und so weiter. Es schaut, damit ihm der mögliche Feind in der Gestalt eines Fuchses oder eines Habichts nicht entgeht. Sonst ist das Huhn gleich weg. Es gilt, bloß nicht mit der Aufmerksamkeit nachzulassen! Daran sollten wir uns immer wieder erinnern. Auf die Aufmerksamkeit kommt es an. Damit uns Wichtiges nicht entgeht.

In den ersten Jahren ihrer Amtszeit fragten sogar Satiriker: Was macht eigentlich die Große Vorsitzende? Wo ist sie, und was macht sie so?

Ein begabter Satiriker drückte es so aus: „Deutschland scheint für die Große Vorsitzende die schönste Nebensache der Welt zu sein!“ Damit traf er den Nagel auf den Kopf.

Später fragten Satiriker nicht mehr, was die Große Vorsitzende eigentlich macht! Vielmehr, sie trauten sich nicht mehr, danach zu fragen. Denn auch die Satire musste Federn lassen. So wie vieles andere auch. So manches wurde gerupft.

Die Große Vorsitzende konnte also das Regieren ruhig angehen lassen, denn der Vorgänger hatte gut vorgearbeitet. Davon profitierte sie in den ersten Jahren ihrer Amtszeit enorm.

Sie legte sich außerdem einen medialen Freundeskreis zu. Ohne diesen Freundeskreis wäre vermutlich vieles anders gekommen.

Ab und zu tauchte die Frage auf, ob die Große Vorsitzende ein bestimmtes Thema habe. Scheinbar brauchen Regierungschefs ein bestimmtes Thema. Damit man sich später, schon wegen ihres Themas, an sie erinnern wird. Man stellte fest, dass die Große Vorsitzende keines hatte. Also, musste ein Thema her!

ASYL!

2015 fand sie ihr Thema! So ganz nebenbei!

Asyl. Seitdem lässt uns alle dieses Thema nicht mehr los.

Wir erinnern uns, wie sie 2015 nach Ungarn flog.

Vermutlich hat ihr irgendjemand gesagt, wenn eine das Thema Asyl schaffen kann, dann bist du es! War es der ungarische Präsident? Oder ihr medialer Freundeskreis? Das wird ein Geheimnis bleiben!

Wie auch immer, die Große Vorsitzende machte Asyl zu ihrem Thema. Somit wurde das Thema Asyl ein Thema für alle. Und für viele Jahre. Das gilt bis heute.

Sie hätte das wichtige Thema Asyl den Kollegen überlassen sollen, die sich mit dem Thema Asyl auskannten. Kollegen mit Erfahrung und Wissen. Das hilft immer. Kollegen, die sich mit Asyl auskennen, wissen, was zu tun ist. Sie wissen, dass Asyl viel Arbeit bedeutet. Und sie bedenken auch die möglichen Konsequenzen, die eine große Zuwanderung mit sich bringen kann. Das alles wusste die Große Vorsitzende nicht.

Bevor die Große Vorsitzende das Thema Asyl für sich entdeckte, fand das Treffen in Ellmau statt.

Eine Flüchtlingsorganisation bat unsere Regierungschefin, die äußerst prekäre Situation von syrischen Flüchtlingen als Thema auf die Agenda in Ellmau zu setzen. Das aber lehnte die Große Vorsitzende ab. Sie fand andere Themen wichtiger.

In Ellmau waren alle großen Entscheider anwesend. Sie hätten gemeinsam eine gute Lösung finden können. Aber, wie erwähnt, die Große Vorsitzende fand das Thema Asyl bis zu diesem Zeitpunkt nicht als wichtig genug.

Wichtig zu erwähnen: Sie sprach oft und gern über “Gemeinsam”. Doch auch das war nur ein “so als ob”. Die Realität sah anders aus. Die Realität: Wer zahlt, schafft an!

„Wir schaffen das!” Wer erinnert sich nicht?

„Wir schaffen das, wer, wenn nicht wir?“ (ziemlich vollmundig)

„Wir schaffen das, aber wir schaffen das nicht alleine!“

(weniger vollmundig)

Sie konnten in Deutschland über den lieben Gott lästern, Kreuze abhängen, oder Kreuze bedecken. Das alles ging in Ordnung.

Aber sie durften nie die Große Vorsitzende kritisieren! NIE! Die Große Vorsitzende hatte ihre spezielle Art. Sie behandelte Kritiker so, als wären sie ihre persönlichen Feinde! Und Feinde hatten es bei ihr schwer.

Mit dieser Einstellung, dass der Kritiker zum Feind wurde, ging es bei uns bergab!

Übrigens, ich komme aus dem ehemaligen Jugoslawien. Ein Land, das es so nicht mehr gibt. Wie wäre es einem Autor in Jugoslawien wohl ergangen, wenn dieser in seinem Buch, noch zu Titos Lebzeiten, geschrieben hätte: „Nach Titos Tod wird Jugoslawien zerfallen?“ Dem Autor wäre es nicht gut ergangen!

Einem Autor in Deutschland erging es auf jeden Fall nicht gut. Er schrieb ein Buch mit dem Titel (sinngemäß) “Deutschland macht es nicht mehr lange!” Der Autor wurde zum Sündenbock erklärt. Die Verantwortlichen hätten ihn am liebsten aus der Partei entsorgt.

Aber, es kam noch schlimmer. Ein Schauspieler sagte in einer der gängigen ÖR-TV-Runden, als über dieses Buch gesprochen wurde: „Schade, dass der Autor an seinem vorangegangenen Schlaganfall nicht gestorben ist!“ Der Schauspieler drückte es noch drastischer aus, das möchte ich hier nicht wiederholen.

Die sonst sehr auf die politische Korrektheit bedachten Gäste der TV-Runden empörten sich bei dieser Äußerung nicht! Sie waren begeistert. Sie klatschten sogar. Da fiel mir der gute alte Bhagwan wieder ein: Wie goldrichtig er mit seiner Aussage lag!

Dass dieses kritiklose Mitmachen hierzulande noch immer bestens funktioniert, konnten wir ab 2015 gut beobachten.

Ab 2015 lief es hierzulande nach dem Motto: „Wir tun so, als ob!“

Niemand heuchelt so ausdauernd wie der Migrantenfreund im TV-Studio! Seit 2015 sitzt der Migrantenfreund im TV-Studio. Der Migrantenfreund sagt gerne Sätze wie diese: „Bitte keine Vorverurteilung der Migranten.“ Und auch: „Keine Gesamtverurteilung aller Migranten.“

Das war die übliche Argumentation, wenn Asylsuchende Straftaten begingen. Und leider kam es zu Straftaten.

Auch zu sehr schweren Straftaten. Wir alle hätten es uns anders gewünscht. Es geht nichts über das friedliche Zusammenleben!

Doch die Kriminalität wegzudiskutieren hat die Straftaten nicht reduziert. Das Thema Kriminalität, verübt durch Asylsuchende, ist nach wie vor ein heißes Eisen. So richtig traut sich noch immer niemand an das Thema ran. Warum so mimosenhaft? Die Mimosen sind der Meinung, dass sich an diesem heiklen Thema andere ihre Finger verbrennen sollten.

Und wie geht es der Bevölkerung dabei?

Warten auf Wunder! So wie es aussieht, stellen sich unsere Politiker diese Frage nicht!

Wie es den Menschen geht, das scheint weiterhin kaum einen Politiker zu interessieren.

Das bedeutet für die politischen Akteure: Bei Straftaten weiterhin den Ball flachhalten!

Dazu fällt mir der “Münchner im Himmel” ein. In diesem Stück heißt es: „Und so wartet die (Bayerische) Regierung noch immer auf die göttliche Eingebung!“ Gut, die göttliche Eingebung ist heute bei Regierungen nicht mehr gefragt. Sie warten lieber auf Wunder!

2015 war das große Jahr der Asylzuwanderung.

Für diejenigen, die es irgendwie schafften, in ein TVStudio zu kommen, spielte sich das Thema Asyl überwiegend im TV-Studio ab. „Wir müssen helfen!“ Wie oft hatten sie diesen Satz wiederholt. „Deutschland ist ein reiches Land!“, „Wir müssen helfen, wir müssen helfen, wir müssen helfen!“

Man hätte meinen können, dass sich TV-Studios in gemeinnützige Sozialstationen verwandelt hätten. Wie schön, dachte ich, alle wollen helfen! Aber, so war das nicht. Es blieb beim Reden. Es war nur: “Wir tun so als ob!”

Sie täuschten ein Engagement nur vor, das sie selbst niemals erbrachten. Denn, die Arbeit sollten natürlich die Bürger bewältigen.

Denn schon bald wurde klar. Die reden nur! Mehr war da nicht. Sie brachten mit ihrem “Wir müssen helfen” die arbeitende Bevölkerung unter Zugzwang. „Wir schaffen das!” Medienschaffende fragten tatsächlich, wie die Große Vorsitzende das wohl gemeint haben könnte! „Wie hat die Große Vorsitzende das wohl gemeint? Wie sollten wir das schaffen?“ Diese Frage stellten Journalisten in den üblichen TV-Runden. Sie hofften tatsächlich auf eine Anleitung der Großen Vorsitzenden. Auf dieses “WIR schaffen das” gab es aber nur eine realistische Antwort: “IHR schafft das!” Exakt so war das gemeint. Mit IHR war die Bevölkerung gemeint! Genauer gesagt, die berufstätige Bevölkerung. Oder die berufstätigen Werktätigen. Diese sollten es schaffen.

Wobei, wann sollten sie das schaffen?

Das waren doch gerade diejenigen, die schon mehr als genug belastet waren und sind. Die Berufstätigen mit Familie. “IHR schafft das!” Aber, genau sie waren damit gemeint. Die berufstätigen Bürger, die sowieso schon so viele Verpflichtungen in ihren Alltag hineinpacken müssen. Sie sollten es schaffen!

Wer war nicht wirklich gemeint? Oder, wer sich nicht angesprochen fühlte?

Die Gäste der TV-Runden! Für sie galt das Motto: “Wir sitzen und reden!” Das genügte für sie. TV-Studiogäste dachten nicht daran, selbst wirklich mitanzupacken. So sind die Heuchler. “Wir schaffen das!” Aber gleichzeitig: “So tun als ob”! Wie geht das? In den TV-Runden traten die selbsternannten moralischen Vorreiter auf. Aber, sie sind weder Vorreiter, und erst recht nicht die moralisch Überlegenen. Sie verkauften sich nur so. Sie sind keine Vorbilder, sondern lediglich Nervensägen.

Dabei hätten sie doch helfen können. Jeder kann das. Hätten sie ihre Zeit lieber ganz praktisch mit Helfen genutzt, anstatt nur über Helfen zu sprechen.

So tun als ob!

Zu diesem Punkt fällt mir eine Schauspielerin ein. Die bekannte Künstlerin stellte in einer TV-Runde ihren neuen Film vor.

Es ging im Film um eine deutsche Familie, die einen Asylsuchenden aufnahm. Und wie die Familie damit umging. Die Moderatorin fragte die Schauspielerin, ob auch sie persönlich Asylsuchende aufnehmen würde. „Aber, natürlich“, meinte die Schauspielerin. „Doch leider geht es nicht. Denn, ich bin sehr viel unterwegs. Und man muss diese armen Menschen doch bei der Hand nehmen, um sie zu den Behörden zu begleiten!“ Mit dieser Antwort gab sich die Moderatorin zufrieden. Sie hätte doch mal nachhacken können. Warum empfahl sie der Schauspielerin zum Beispiel nicht die Ehrenamtlichen? Die ehrenamtlichen Helfer hätten die vielbeschäftigte Schauspielerin bestimmt bei der Betreuung der Asylsuchenden unterstützt.

Sie hätten die Asylsuchenden gerne zu den Ämtern begleitet. Aber darum ging es nicht. Es genügte, dass die Schauspielerin ihren guten Willen zeigte. Das nennt man übrigens in diesen Kreisen: Haltung zeigen! Künstler aller Art und Promis aller Art, sie alle haben uns Zuschauern gezeigt, was sie unter “Haltung zeigen” verstehen.

Und das sagt ja schon der Ausdruck. “Haltung zeigen”, also nur zeigen. Das heißt noch lange nicht, dass sie Haltung haben. Denn, “Haltung haben” bedeutet, dassich auch dann zu meiner Haltung stehe, wenn diese mir eventuell schadet.

„Bei uns sind alle Flüchtlinge herzlich willkommen!“ Der Bundesinnenminister (2016) war ganz in seinem Element. Es kamen nicht ganz alle, aber sehr viele Flüchtlinge. Damit hat der unerfahrene Innenminister wohl nicht gerechnet.

Auch dieser Innenminister wurde Stammgast in den TVRunden.

Seine Botschaft an alle: Polit- und Medienakteure und auch andere TV-Rundengäste gehören zur Elite. Und, was die Elite sagt, das stimmt auch!

Für Landkreise und Gemeinden nahm die Belastung enorm zu. Zu viele Asylsuchende, in zu kurzer Zeit. Zu wenig Personal, zu wenig Wohnraum, zu viel Arbeit, zu wenig von allem.

Und wie reagierte die Große Vorsitzende auf die Frage, wie die Verantwortlichen das alles stemmen sollten?

„Die sollen nur machen!“

Wer sollte nochmal machen? Ach ja, die Berufstätigen. Die Systemrelevanten.

Übrigens, eine Frau wie Mutter Teresa wäre heutzutage höchstens systemrelevant!

Wir sehen, alles, was wertvoll ist, wurde abgewertet! Für die besten Berufe der Welt ist der Begriff systemrelevant durch und durch schäbig.

Zu systemrelevanten gehört natürlich auch Pflegepersonal. Florence Nightingale zeigte eine andere Einstellung, wenn es um Pflegepersonal geht: “Krankenpflege ist eine Kunst. Fast möchte ich sagen, die schönste aller Künste!” Das hört sich doch viel besser an.

Warum ist die gute Stimmung gekippt?

Die ehemals gute Stimmung kippte um. So wie manchmal eine Milch umkippen kann. Eben noch gut, und plötzlich ungenießbar.

Aber, warum kippte die Stimmung um?

Na ja, es kam einiges zusammen!

Alles, was gut war, wurde unter der Regie der Großen Vorsitzenden abgewertet, wenn nicht sogar bedeutungsmäßig entwertet. Wie sollte, bei so viel Heuchelei eine gute Stimmung nicht umkippen?

Toleranz!

Weltoffenheit!

Vielfalt!

Wer hört das nicht gern?

Ja, aber nur dann, wenn Toleranz, Weltoffenheit und Vielfalt echt gemeint sind. Sonst sind diese Begriffe wertlos. Bei der Großen Vorsitzenden waren sie ohne Wert.

Kein Wunder, dass die Bürger diese Begriffe nicht mehr hören können. Jedenfalls können sie diese Begriffe nicht im Zusammenhang mit der Großen Vorsitzenden hören. Die Bürger bevorzugen echte Toleranz und echte Offenheit. Und, ganz wichtig, wir Bürger können zwischen echter Toleranz und der geheuchelten Toleranz gut unterscheiden.

Geheuchelte Toleranz überlassen wir Politik und Medienakteuren. Zu ihnen passt sie gut!

Die “ So-als-ob-Toleranz” wurde den Bürgern aufgedrängt.

Erinnern Sie sich noch an die Teestuben der achtziger Jahre? Das waren sogenannte Bibelkreise. Sie traten sehr missionarisch auf. Ihr Slogan lautete: “Jesus liebt dich!” Der Spruch war mit einer Faust untermalt.

So ähnlich kommt mir die neue Toleranz vor. Toleranz mit einer Faust im Nacken. Auf die stand die Große Vorsitzende!

Auch die gute alte Satire hat man entwertet. Sie ist ein Totalausfall. Zum Abschalten.

Ein erstklassiger Kabarettist war natürlich Dieter Hildebrandt. Er war einmalig. Seine Art der Satire war bissig, aber niemals verletzend. Das ist die hohe Kunst des Kabaretts.

Einmal wurde Dieter Hildebrand gefragt, wie er denn so mit F.J. Strauß auskäme. Den hatte er ziemlich oft “rangenommen”.

„Sehr gut“, meinte Herr Hildebrandt. „Wenn F.J. Strauß in meinem Programm länger nicht vorkommt, ruft dieser mich an, um sich zu erkundigen, ob ich ihn womöglich vergessen hätte!“ Das schafft nur eine gute Satire! Einen Franz Josef Strauß hätten wir in den sechzehn Jahren gut gebrauchen können. Mit ihm hätte sich die Große Vorsitzende schwer getan.

Erinnern wir uns an seinen legendären Spruch: „Es ist mir egal, wer unter mir Bundeskanzler wird!“ Herr Dieter Hildebrandt war ein Kenner der Politik. Das sollte für Satiriker eigentlich eine Voraussetzung sein. Heute schaffen nur noch wenige diese Qualität in den ÖR-Programmen. Die Verschlechterung ist den aufmerksamen Zuschauern natürlich nicht entgangen. Satire in den ÖR-Programmen kommt inzwischen prima ohne Humor aus. Die meisten öffentlich-rechtlichen Satiriker haben so gut wie keine Ahnung von Politik. Das scheint auch keine Voraussetzung zu sein. Vermutlich ist das sogar erwünscht. So sind sie leicht zu haben! Überhaupt, ein dummes Volk regiert sich leicht. Dumme Satiriker sind leicht zu lenken. ÖR-Satiriker müssen sich nur die richtige und die falsche Seite merken! ÖRSatire mutierte zu einem Satireverschnitt. Schade um die Sendezeit.

Dagegen ist sogar TV-Werbung unterhaltsamer.

Hierzu fällt mir das gute alte HB-Männchen wieder ein. Das HB-Männchen war viel lustiger als die ÖR-Satire von heute. Immerhin, das HB-Männchen bleibt unvergessen. Die ÖR-Satire vergisst man am besten sofort. Die Große Vorsitzende und ihr medialer Freundeskreis haben ganze Arbeit geleistet. Es ist ganz nach ihrer Art. Die Große Vorsitzende musste ihrem medialen Freundeskreis natürlich keine Anweisungen erteilen. Wann sie was, und, wie, senden oder berichten sollten. Nein, das musste sie nie tun. Das lief schon automatisch. Man verstand sich.

Rechthaberei!

Wann hat jemand Recht und wann nicht? Die Wahrheit ist oft relativ.

Ein buddhistischer Lehrer veranschaulichte diese Frage mit einem Beispiel.

Wenn sich fünf blinde Menschen seitlich an einen Elefanten stellen und ihn nur da betasten, wo sie gerade stehen, werden diese fünf Personen diesen Elefanten völlig unterschiedlich beschreiben. Keiner beschreibt den Elefanten, wie er im Ganzen wirklich ist, aber jeder hat ein bisschen Recht!

Die Rechthaberei bringt uns nicht weiter.

Seit ungefähr 2015 fällt es auf, dass Politakteure einen großen Teil ihrer Arbeitszeit in TV-Studios verbringen. Erst kam einer in die TV-Runde, dann alle. Politiker sind aus TV-Studios nicht mehr herauszubekommen.

Alle machen, was alle machen. Und alle sagen, was alle schon zuvor gesagt haben. Es ist die Garantie dafür, dass nichts schiefgehen wird.

Es ist so ähnlich wie einst bei den begradigten Flüssen. Irgendwann fingen sie damit an, die Flüsse zu begradigen. Sie dachten, dass eine Begradigung die richtige Lösung wäre. Es kam doch anders.

Wie lange haben wir gebraucht, bis wir verstanden haben, dass gerade die Begradigung zum Problem wurde? So könnte man das auch mit der “begradigten” Meinung sehen. In den gängigen TV-Runden heißt es seit einigen Jahren nur noch: „Ich bin ganz bei ihnen!“

Politik- und Medienakteure sind sehr gern ganz “bei ihnen”. Und weil sie das sind, werden sie immer wieder in die TV-Runden eingeladen. Das hat sich in den vergangenen Jahren verfestigt!

Warum müssen Politiker und Medienakteure so oft in den TV-Runden dabei sein?

Vermutlich haben ihre Berater ihnen dazu geraten. Was haben sie dabei nicht bedacht?

Sie haben nicht bedacht, dass wir, die Zuschauer, so ganz nebenbei miterleben, wie peinlich die Auftritte der Politiker sein können. Dass sie sich blamieren, liegt nicht an uns. Wir sind wache und anspruchsvolle Zuschauer. Wir mussten unsere Ansprüche nach unten schrauben.

So manche politische Karriere startete dennoch in den TV-Studios. Auch das begann 2015, als sehr hitzig über die Asylzuwanderung debattiert wurde.

Was die TV-Runden-Präsenz betrifft, waren die Grünen die absoluten Vorreiter. Die spätere Außenministerin saß jeden Abend dabei. Mal in dem, mal in jenem TVStudio.

Dabei sein, in den TV-Runden ist alles, das gilt heute mehr denn je.

Was in den öffentlich-rechtlichen TV-Runden eher weniger besprochen wurde? Zum Beispiel, dass bei der späteren Außenministerin in ihrem Lebenslauf einige Angaben nicht stimmten. War sie sich selbst nicht gut genug? Vermutlich. Trotz dieser nicht ganz korrekten Angaben ging es mit ihrer Karriere bergauf. Daran kann man auch ermessen, was auf der Strecke geblieben ist: Ehrlichkeit und Anstand! Wegen dieser nicht ganz korrekten Angaben hätte sie zurücktreten müssen. Doch ein Rücktritt war zu keiner Zeit wirklich ein Thema gewesen.

Übrigens, auch das erinnert mich an das ehemalige Jugoslawien. Auch Titos Lebenslauf war nicht ganz korrekt. Man könnte sagen, sein Lebenslauf wurde ein wenig veredelt. Aber, wir wussten das. Es war kein Geheimnis.

Auch das gehört zur Hinterlassenschaft der Großen Vorsitzenden: Niemand musste mehr wegen grobem Fehlverhalten zurücktreten. Alle durften bleiben, solange sie sich an die Regeln der Großen Vorsitzenden hielten. Das bedeutete: Kein Politiker musste für das eigene Fehlverhalten die Verantwortung übernehmen. Die einzige Voraussetzung: Willig sein! Kompetenz war mehr oder weniger Nebensache.

Was passierte noch so seit 2015? Ach ja, die Umbenennungen!

Man möchte es fast nicht glauben, aber auch das erinnert mich wieder an das ehemalige Jugoslawien. Auch dort wurde so manches umbenannt.

Wie der gute alte Weihnachtsbaum. Den Kommunisten gefiel der Name Weihnachtsbaum nicht mehr. Also nannten sie ihn um. In den Neujahrsbaum. Oder, wenn es einem besser gefiel, in den Silvesterbaum. Aber, nun ist ja bekanntlich, der Kommunismus in Jugoslawien Vergangenheit. Sogar das Land Jugoslawien ist seit vielen Jahren Vergangenheit. Und, der Neujahrsbaum wurde wieder zum Weihnachtsbaum umbenannt. Den Baum haben die Umbenennungen kaum gestört. Er blieb immer der Baum.

Hierzulande wird also auch umbenannt. Seit ungefähr 2015/2016 werden Flüchtlinge nicht mehr Flüchtlinge, sondern Geflüchtete genannt.

Ich möchte gerne wissen, warum. Denn es klingt noch nicht einmal besser. Sollte ich eines Tages fliehen müssen, werde ich mich auf jeden Fall, weiterhin Flüchtling nennen. Denn die Umbenennung macht das Leben der Flüchtlinge weder besser noch schlechter.

Überhaupt, wozu diese Angriffe auf die Sprache? Auch hier sind uns die Asiaten voraus:

“Wer die Welt beeinflussen will, verdirbt sie.

Wer die Welt verändern will, verliert sie.”

(chinesisches Sprichwort)

Abgesehen davon, dass sich sowieso alles im ständigen Wandel befindet.

Wie bereits erwähnt, verbringen Politiker sehr viel Zeit in TV-Studios. Wenn wir diesen Politakteuren zuhören, fällt uns auf, wie wenig sie oft wissen. Doch scheinbar steht Ignoranz einer politischen Karriere nicht im Wege. Nach oben kann man es als Politiker also auch mit Ignoranz schaffen.

Es ist möglicherweise noch viel schlimmer! Kann es sein, dass heutzutage Ignoranz sogar eine Voraussetzung für eine politische Karriere ist? Wer weiß?

Ignorante Politakteure sind für die Medien nützlich. Man kann sie so leicht beeinflussen. Die merken das noch nicht mal.

Nur für die Bevölkerung haben ignorante Politiker natürlich keinen Nutzen. Politakteure reden heutzutage alle gleich! Sie senden Signale. Sie setzen Zeichen. Sie zeigen Haltung. Das klingt sehr stark nach Beraterempfehlungen. Wer mag sie wohl so mittelmäßig beraten? Vermutlich bezahlen wir, die Steuerzahler, sehr viel Geld für sehr schlechte Berater.

Ein typischer Beratersatz: „Wir (die Politakteure) müssen die Bevölkerung ernst nehmen.“

Ich denke, wir sind längst über diese Phase hinausgewachsen. Also, wir, die Bürger. Es hat sich umgedreht. Wir, die Bürger, tun uns schwer, diese Politakteure noch ernst zu nehmen. Das haben Politakteure und ihre Berater nur noch nicht mitbekommen. Warum nicht? Ganz klar, weil sie nicht aufmerksam genug waren. Denen entgeht viel zu viel.

Empathielosigkeit und die Akzeptanz der Ignoranz bei Politakteuren, das alles hat die Große Vorsitzende vorgelegt. Die nachfolgende Regierung macht es ihr nach. Wie waren die Politiker früher?

Also gut, Politiker waren noch nie heilig! Das müssen sie auch nicht sein. Wer heilig werden will, wird vermutlich ein ruhiges Leben im Kloster bevorzugen. Etwas war aber doch anders gewesen: Die Politiker schienen früher verlässlicher gewesen zu sein. Bis einschließlich dem Vorgänger der Großen Vorsitzenden hatten wir, die Bürger, dieses angenehme Gefühl, dass wir uns auf die Regierung verlassen können.