Spuren und Zeichen - Kurt Knorr - E-Book

Spuren und Zeichen E-Book

Kurt Knorr

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Beschreibung

Persönliche Einstellung: Ein Wort zum Sonntag in der Tageszeitung „Ach, bitte, welche Einstellung haben Sie?“ So bin ich früher manchmal gefragt worden, als Hobbyfotograf mit meiner vertrauten Leica, wenn wir auf der Studienfahrt oder der Urlaubsreise ein schönes Erinnerungsfoto einfangen wollten. Dabei ging es um die Belichtungszeit, die richtige Blende, und auch die Entfernung musste stimmen. Beim Fotografieren heute fragt keiner mehr so. Die Kameras sind voll automatisiert. Oder wir fotografieren digital, einfach drauflos; das Aussortieren kann gleich oder später erfolgen. Warum ich darüber nachdenke? Ich merke, wie ich in meinem alltäglichen Verhalten, bis zu lebenswichtigen Entscheidungen, mehr und mehr in automatisierte Abläufe eingebunden bin: Beruflich, wirtschaftlich, politisch, medizinisch, auch religiös. Da begrüße ich es schon, dass mir die Frage bleibend begegnet: Welche Einstellung hast du? Zum Beispiel die Frage: Welche Einstellung hast du zum heutigen Tag deines Lebens? Welche Einstellung etwa zu deinem verbitterten Kollegen; zu der hinfälligen alten Nachbarin; zu den motzigen Jugendlichen; zur Krankheit, auch der eigenen? Ich merke, es ist nicht unwichtig: es kommt schon auf meine Einstellung an; zum Leben überhaupt, auch zum Glauben, vielleicht auch zu Gott. Bitte – welche Einstellung haben Sie?

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EPUB

Seitenzahl: 25

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Eigentlich war diese Herausgabe gar nicht vorgesehen. Aber da sind die Meldorfer Anneliese und Uwe Peters. Die langjährige Aufmerksamkeit für meine Texte in akuten Berichten und literarischer Bearbeitung führte zu ihrem Vorschlag, den „Restbestand“ für eine anschauliche Zusammenfassung zu sichten.

Sie übernahmen die Bearbeitung der Manuskripte; überlegten die Abschnittsfolge und Bildzuordnung; besorgten die Gestaltung der Druckvorlage und trafen die Absprachen mit dem Verlag – alles dankenswerterweise.

Zu den Bildern in dieser Ausgabe noch eine kurze Anmerkung: Sie zeigen, dass meine Texte meistens von einem zuerst „Gesehenen“ ausgehen, also eine Spur aufgreifen. Dem festhaltenden Blick geht dann im Nachgehen das Symbolhafte auf als eigentliche Herausforderung der Wirklichkeit. Das „verdichte“ ich dann gerne. Vielleicht finden Sie Gefallen daran.

Frühjahr 2016

Kurt Knorr

Inhaltsübersicht

Persönliche Einstellung

Im Rhythmus der Gezeiten

Vier Jahreszeiten

Meeresstrand und Küstenland

Es begab sich aber

Kindern begegnen

Aber die Liebe

Genauer hinsehen

Unterwegs – wohin?

Über den Horizont hinaus

Anmerkungen

Persönliche Einstellung

„Ach, bitte, welche Einstellung haben Sie?“ So bin ich früher manchmal gefragt worden, als Hobbyfotograf mit meiner vertrauten Leica, wenn wir auf der Studienfahrt oder der Urlaubsreise ein schönes Erinnerungsfoto einfangen wollten. Dabei ging es um die Belichtungszeit, die richtige Blende, und auch die Entfernung musste stimmen.

Beim Fotografieren heute fragt keiner mehr so. Die Kameras sind voll automatisiert. Oder wir fotografieren digital, einfach drauflos; das Aussortieren kann gleich oder später erfolgen.

Warum ich darüber nachdenke? Ich merke, wie ich in meinem alltäglichen Verhalten, bis zu lebenswichtigen Entscheidungen, mehr und mehr in automatisierte Abläufe eingebunden bin: Beruflich, wirtschaftlich, politisch, medizinisch, auch religiös.

Da begrüße ich es schon, dass mir die Frage bleibend begegnet: Welche Einstellung hast du? Zum Beispiel die Frage: Welche Einstellung hast du zum heutigen Tag deines Lebens? Welche Einstellung etwa zu deinem verbitterten Kollegen; zu der hinfälligen alten Nachbarin; zu den motzigen Jugendlichen; zur Krankheit, auch der eigenen?

Ich merke, es ist nicht unwichtig: es kommt schon auf meine Einstellung an; zum Leben überhaupt, auch zum Glauben, vielleicht auch zu Gott. Bitte – welche Einstellung haben Sie? (Wort zum Sonntag für eine Tageszeiung)

Im Rhythmus der Gezeiten

Unterwegs

Fließendes Leben

Ablegen

Licht ist überall

Kommen und Gehen

Zypressen

Das A und O – Anfang und Ende

Norbert Kessler: Unterwegs

Unterwegs

So jung noch der Tag

für drängendes Blut.

Angstfrei

in eigener Kraft

sind wir auf dem Weg.

Wir ziehen den Weg

mit staubigem Fuß

rastlos

in südlichem Licht.

Hoch steht noch der Tag.

Wir spüren den Schritt

auf steinigem Pfad

mühsam

der spätere Gang.

Es sinkt schon der Tag.

Doch eh er sich beugt

der wartenden Nacht

sind wir

zu schlafender Zeit

dankbar am Ziel.

Fließendes Leben

Irgendwo aus stillem Quellgrund

bricht es - heiter murmelnd - auf;

bahnt durch Felskluft und Gerölle

rinnsalsuchend seinen Lauf.

Schafft sich - lustvoll drängend -

talwärts seine rege Bahn;

und mit zugeselltem Wasser

schwillt es stark und stärker an.

Schon durchfließt ein Bach den Talgrund,