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Persönliche Einstellung: Ein Wort zum Sonntag in der Tageszeitung „Ach, bitte, welche Einstellung haben Sie?“ So bin ich früher manchmal gefragt worden, als Hobbyfotograf mit meiner vertrauten Leica, wenn wir auf der Studienfahrt oder der Urlaubsreise ein schönes Erinnerungsfoto einfangen wollten. Dabei ging es um die Belichtungszeit, die richtige Blende, und auch die Entfernung musste stimmen. Beim Fotografieren heute fragt keiner mehr so. Die Kameras sind voll automatisiert. Oder wir fotografieren digital, einfach drauflos; das Aussortieren kann gleich oder später erfolgen. Warum ich darüber nachdenke? Ich merke, wie ich in meinem alltäglichen Verhalten, bis zu lebenswichtigen Entscheidungen, mehr und mehr in automatisierte Abläufe eingebunden bin: Beruflich, wirtschaftlich, politisch, medizinisch, auch religiös. Da begrüße ich es schon, dass mir die Frage bleibend begegnet: Welche Einstellung hast du? Zum Beispiel die Frage: Welche Einstellung hast du zum heutigen Tag deines Lebens? Welche Einstellung etwa zu deinem verbitterten Kollegen; zu der hinfälligen alten Nachbarin; zu den motzigen Jugendlichen; zur Krankheit, auch der eigenen? Ich merke, es ist nicht unwichtig: es kommt schon auf meine Einstellung an; zum Leben überhaupt, auch zum Glauben, vielleicht auch zu Gott. Bitte – welche Einstellung haben Sie?
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2016
Eigentlich war diese Herausgabe gar nicht vorgesehen. Aber da sind die Meldorfer Anneliese und Uwe Peters. Die langjährige Aufmerksamkeit für meine Texte in akuten Berichten und literarischer Bearbeitung führte zu ihrem Vorschlag, den „Restbestand“ für eine anschauliche Zusammenfassung zu sichten.
Sie übernahmen die Bearbeitung der Manuskripte; überlegten die Abschnittsfolge und Bildzuordnung; besorgten die Gestaltung der Druckvorlage und trafen die Absprachen mit dem Verlag – alles dankenswerterweise.
Zu den Bildern in dieser Ausgabe noch eine kurze Anmerkung: Sie zeigen, dass meine Texte meistens von einem zuerst „Gesehenen“ ausgehen, also eine Spur aufgreifen. Dem festhaltenden Blick geht dann im Nachgehen das Symbolhafte auf als eigentliche Herausforderung der Wirklichkeit. Das „verdichte“ ich dann gerne. Vielleicht finden Sie Gefallen daran.
Frühjahr 2016
Kurt Knorr
Persönliche Einstellung
Im Rhythmus der Gezeiten
Vier Jahreszeiten
Meeresstrand und Küstenland
Es begab sich aber
Kindern begegnen
Aber die Liebe
Genauer hinsehen
Unterwegs – wohin?
Über den Horizont hinaus
Anmerkungen
„Ach, bitte, welche Einstellung haben Sie?“ So bin ich früher manchmal gefragt worden, als Hobbyfotograf mit meiner vertrauten Leica, wenn wir auf der Studienfahrt oder der Urlaubsreise ein schönes Erinnerungsfoto einfangen wollten. Dabei ging es um die Belichtungszeit, die richtige Blende, und auch die Entfernung musste stimmen.
Beim Fotografieren heute fragt keiner mehr so. Die Kameras sind voll automatisiert. Oder wir fotografieren digital, einfach drauflos; das Aussortieren kann gleich oder später erfolgen.
Warum ich darüber nachdenke? Ich merke, wie ich in meinem alltäglichen Verhalten, bis zu lebenswichtigen Entscheidungen, mehr und mehr in automatisierte Abläufe eingebunden bin: Beruflich, wirtschaftlich, politisch, medizinisch, auch religiös.
Da begrüße ich es schon, dass mir die Frage bleibend begegnet: Welche Einstellung hast du? Zum Beispiel die Frage: Welche Einstellung hast du zum heutigen Tag deines Lebens? Welche Einstellung etwa zu deinem verbitterten Kollegen; zu der hinfälligen alten Nachbarin; zu den motzigen Jugendlichen; zur Krankheit, auch der eigenen?
Ich merke, es ist nicht unwichtig: es kommt schon auf meine Einstellung an; zum Leben überhaupt, auch zum Glauben, vielleicht auch zu Gott. Bitte – welche Einstellung haben Sie? (Wort zum Sonntag für eine Tageszeiung)
Unterwegs
Fließendes Leben
Ablegen
Licht ist überall
Kommen und Gehen
Zypressen
Das A und O – Anfang und Ende
Norbert Kessler: Unterwegs
So jung noch der Tag
für drängendes Blut.
Angstfrei
in eigener Kraft
sind wir auf dem Weg.
Wir ziehen den Weg
mit staubigem Fuß
rastlos
in südlichem Licht.
Hoch steht noch der Tag.
Wir spüren den Schritt
auf steinigem Pfad
mühsam
der spätere Gang.
Es sinkt schon der Tag.
Doch eh er sich beugt
der wartenden Nacht
sind wir
zu schlafender Zeit
dankbar am Ziel.
Irgendwo aus stillem Quellgrund
bricht es - heiter murmelnd - auf;
bahnt durch Felskluft und Gerölle
rinnsalsuchend seinen Lauf.
Schafft sich - lustvoll drängend -
talwärts seine rege Bahn;
und mit zugeselltem Wasser
schwillt es stark und stärker an.
Schon durchfließt ein Bach den Talgrund,
