Star Wars: Bewegliches Ziel - Cecil Castellucci - E-Book

Star Wars: Bewegliches Ziel E-Book

Cecil Castellucci

5,0

Beschreibung

Angesiedelt zwischen Star Wars: Das Imperium schlägt zurück und Star Wars: Rückkehr der Jedi-Ritter begibt sich Prinzessin Leia auf eine waghalsige Mission. Sie soll an der Spitze einer Truppe von bunt zusammengewürfelten Rebellenkämpfern ein Ablenkungsmanöver gegen das Imperium starten ... Die Erfolgsaussichten sind dabei mehr als gering. Ein brandneues Prinzessin Leia-Abenteuer!

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AUSSERDEM VON PANINI ERHÄLTLICH:

StarWars: Bewegliches Ziel – Ein Prinzessin Leia-Abenteuer

(Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)

Cecil Castellucci, Jason Fry – ISBN 978-3-8332-3197-1

StarWars: Die Waffe eines Jedi – Ein Luke Skywalker-Abenteuer(Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)

Jason Fry – ISBN 978-3-8332-3196-4

StarWars: Im Auftrag der Rebellion – Ein Han Solo & Chewbacca-Abenteuer (Journey to StarWars: Das Erwachen der Macht)

Greg Rucka – ISBN 978-3-8332-3195-7

StarWars: Verlorene Welten(Journey to StarWars: Das Erwachen der Macht)

Claudia Gray – ISBN 978-3-8332-3194-0

StarWars: Episode I – Die dunkle Bedrohung

Patricia C. Wrede – ISBN 978-3-8332-2450-8

StarWars: Episode II – Angriff der Klonkrieger

Patricia C. Wrede – ISBN 978-3-8332-2694-6

StarWars: Episode III – Die Rache der Sith

Patricia C. Wrede – ISBN 978-3-8332-2865-0

StarWars: DARTH VADER – Aufstieg und Fall

Ryder Windham – ISBN 978-3-8332-1655-8

StarWars: OBI-WAN KENOBI – Leben und Legende

Ryder Windham – ISBN 978-3-8332-1877-4

StarWars: LUKE SKYWALKER – Eine neue Hoffnung

Ryder Windham – ISBN 978-3-8332-2034-0

StarWars: DARTH MAUL – Der dunkle Jäger

Ryder Windham – ISBN 978-3-8332-2449-2

StarWars-Sammelband: Das Vermächtnis der Jedi /Das Geheimnis der Jedi

Jude Watson – ISBN 978-3-8332-1875-0

StarWars: BOBA FETT-Sammelband mit denBoba-Fett-Einzelbänden 1–3

Terry Bisson, Elizabeth Hand – ISBN 978-3-8332-1876-7

StarWars: BOBA FETT-Sammelband 2mit den Boba-Fett-Einzelbänden 4–6

Terry Bisson, Elizabeth Hand – ISBN 978-3-8332-1937-5

Nähere Infos und weitere Bände unter:

www.paninicomics.de

Von Cecil Castellucci und Jason Fry

Illustrationen von Phil Noto

Ins Deutsche übertragenvon Andreas Kasprzak & Tobias Toneguzzo

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

eutsche Ausgabe 2015 Panini Verlags GmbH, Rotebühlstraße 87, 70178 Stuttgart.

Alle Rechte vorbehalten.

Titel der Amerikanischen Originalausgabe: „Star Wars: Moving Target – A Princess Leia Adventure (Journey to A Force Awakens)” by Cecil Castellucci and Jason Fry, illustrated by Phil Noto.

© & TM 2015 LUCASFILM LTD.

Deutsche Ausgabe 2015 by Panini Verlags GmbH, Rotebühlstraße 87,

70 178 Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Geschäftsführer: Hermann Paul

Head of Editorial: Jo Löffler

Head of Marketing: Holger Wiest (E-Mail: [email protected])

Presse & PR: Steffen Volkmer

Übersetzung: Andreas Kasprzak

Lektorat: Robert Mountainbeau

Umschlaggestaltung: tab indivisuell, Stuttgart

Satz und eBook: Greiner & Reichel, Köln

YDSWJT001E

ISBN 978-3-8332-3204-6

Gedruckte Ausgabe: ISBN 978-3-8332-3197-1

Findet uns im Netz:

www.paninicomics.de

PaniniComicsDE

INHALT

PROLOG

TEIL 1

1. Kapitel: Imperialer Angriff

2. Kapitel: Der Preis der Pflicht

3. Kapitel: Ein vertrautes Gesicht

4. Kapitel: Wiedergeburt des Bösen

5. Kapitel: Die Geduld eines Jedi

6. Kapitel: Operation Gelber Mond

7. Kapitel: Der Rat der Kanzlerin

8. Kapitel: Versammelte Mannschaft

TEIL 2

9. Kapitel: Leben im Krieg

10. Kapitel: Mission auf Basteel

11. Kapitel: Kreaturen im Dunkel

12. Kapitel: Veraltete Codes

13. Kapitel: Die Inseln von Sesid

14. Kapitel: Gefahr auf dem Wasser

15. Kapitel: Die Draedan-Piraten

16. Kapitel: Auf den Feldern

TEIL 3

17. Kapitel: Eine königliche Entscheidung

18. Kapitel: Kampf auf Jaresh

19. Kapitel: Die Rache der Schildmagd

20. Kapitel: Rendezvous beim gelben Mond

21. Kapitel: Die Höhle des Löwen

22. Kapitel: Helden der Rebellion

23. Kapitel: Zu Ehren der Gefallenen

EPILOG

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …

Nach der vernichtenden Niederlage auf Hoth sind die heldenhaften Freiheitskämpfer der Rebellen-Allianz über die Galaxis verstreut, verfolgt von den Agenten des bösen Galaktischen Imperiums.

Eine Rebelleneinheit ist mit dem Schutz von Prinzessin Leia betraut und geleitet sie unbemerkt von Stern zu Stern. Als letzte Überlebende des alderaanischen Hauses Organa ist sie ein Symbol der Freiheit, aber auch eine Gejagte des Imperiums, dem sie schon so lange Widerstand leistet.

Der Kampf gegen die Tyrannei hat bereits vieleRebellen das Leben gekostet. Als das Imperium ihr immer näher kommt, beschließt Leia, selbst ein Opfer zu erbringen, um zu verhindern, dass der Kampf für Freiheit in der Galaxis erlischt …

PZ-4CO war zurückgekehrt, und diesmal war Leia Organa zu müde, um sich einen guten Vorwand einfallen zu lassen, unter dem sie ihn wieder hätte fortschicken können.

„Generalin Organa, ich wurde mit der Aufgabe betraut, Ihnen bei der Aufzeichnung Ihrer Memoiren behilflich zu sein“, erklärte der große blaue Protokolldroide. „Ich habe bereits sieben Mal gebeten, Sie dabei unterstützen zu dürfen. Als ich vor vierundvierzig Tagen zum ersten Mal eine dahin gehende Frage stellte, meinten Sie …“

„Ich weiß, was ich gesagt habe, Pezett“, unterbrach ihn Leia, wobei sie sich an den Türrahmen lehnte, der zu ihrem Quartier führte. Der Droide musterte sie unsicher. Offenbar hatte er erwartet, dass sie ihn hereinbitten würde.

„Als ich vor achtunddreißig Tagen zum zweiten Mal bat, Ihnen helfen zu dürfen, lehnten Sie mit der Begründung ab …“

„Wir werden jetzt doch hoffentlich nicht alle sieben Fragen und alle sieben Antworten durchgehen, oder?“ Leia verschränkte die Arme. C-3POs zahlreiche Eigenheiten erschienen ihr auf einmal als gar nicht mehr so schlimm. „Frisch mein Gedächtnis auf. Warum ist diese Sache überhaupt so wichtig?“

„Ich dachte, das wäre offensichtlich“, erwiderte PZ-4CO. „Sie waren während des galaktischen Bürgerkriegs ein lebenswichtiges Mitglied der Rebellenallianz, eine Veteranin so bedeutender Schlachten wie der von Yavin, von Hoth, von Endor …“

„Das ist lange her“, sagte Leia, und ihre Augen wurden kalt. „Wir stehen kurz vor dem Ausbruch eines neuen Krieges – eines Krieges, den wir vielleicht nicht überleben werden. Und wem sollen meine Memoiren dann nützen?“

„Diese Informationen sind von essenzieller Bedeutung“, beharrte der Droide. „Sie sind die Anführerin des Widerstands, die berühmteste Gegnerin der Ersten Ordnung. Sie sind ein Symbol der Rebellion und eine Inspiration für alle Soldaten, die Ihrer Sache folgen und auch in schweren Zeiten ihre Pflicht tun.“

„Pflicht …“, wiederholte Leia mit einem traurigen Lächeln, dann schüttelte sie den Kopf.

„Stört Sie meine Wortwahl?“, fragte der Droide zögerlich.

„Nein, abgesehen davon, dass es nicht deine Worte sind, sondern die von jemand anderem. Mit wem hast du gesprochen, Pezett?“

„Major Ematt war so freundlich, mich auf das Gespräch mit Ihnen vorzubereiten“, erklärte PZ-4CO.

„Das hätte ich mir denken können“, murmelte Leia, und die Erwähnung des Mannes, an dessen Seite sie so viele Jahre gekämpft hatte, ließ sie schmunzeln.

„Also gut, ich kapituliere“, sagte sie anschließend und bedeutete dem Droiden einzutreten. „Wo soll ich beginnen? Nein, vergiss es. Du hast von Pflicht gesprochen. Wie es der Zufall so will, habe ich auch gerade über Pflichtbewusstsein nachgedacht – über eine Lektion, die ich vor vielen Jahren gelernt habe. Und ich denke, jedes Mitglied des Widerstands täte gut daran, sich diese Lektion zu Herzen zu nehmen.“

1. KAPITEL

IMPERIALER ANGRIFF

Als sie die TIE-Jäger entdeckten, war es bereits zu spät.

Prinzessin Leia Organa wusste nicht einmal den Namen des Systems, durch das sie gerade flogen – es war kaum mehr als eine kleine, trübe Sonne, ein hellvioletter Gasriese und ein riesiges Feld aus Felsen und Staub, die die Gravitation nicht zu einem Planeten hatte zusammenpressen können.

Die Sensortechniker an Bord von Leias Nebulon-B-Fregatte, der Angedenken, hatte die imperialen Jagdmaschinen zwischen den umhertrudelnden Felsen entdeckt – was bedeutete, dass die TIEs die Rebellen ebenfalls entdeckt hatten. Und schon preschten sie zwischen den Asteroiden hervor, der Angedenken, den beiden GR-75-Transportern und dem Vierergespann von Blockadebrechern entgegen.

Als an Bord der Nebulon-B die Alarmsirenen zu schrillen begannen, durchmaß Leia die Brücke und stellte sich neben Captain Volk Aymeric. Der grünhäutige Ishi Tib starrte auf die holografische Darstellung des Systems, in der die Position der Schiffe beider Seiten als Pfeile und Kreuze vermerkt waren. Die Arme hatte er ruhig hinter dem Rücken verschränkt, aber seine Augenstiele zitterten leicht.

Leia zwang sich zu schweigen. Sie war eine der Anführerinnen der Rebellion, aber Aymeric hatte das Kommando über das Schiff. Das machte ihre Beziehung nicht gerade einfach. Leia wollte nicht, dass die Crew den Eindruck gewann, sie würde ihrem Captain sagen, was er zu tun habe, und sie wusste, dass der Ishi Tib das genauso sah. Infolgedessen hatte sie stets das Gefühl, zu viel zu sagen, oder nicht genug, wann immer sie mit ihm sprach.

„Schicken Sie unsere Sternenjäger-Vorhut, um sie abzufangen – und scannen Sie das Gebiet noch einmal gründlich“, befahl Aymeric.

„Das sind Kurzstreckenmaschinen“, sagte Leia. „Und es gibt in diesem System keine bekannten Basen. Darum haben wir ja diesen Kurs durch den Hyperraum genommen.“

Der linke Augenstiel des Captains drehte sich in ihre Richtung, dann öffnete er seinen Schnabel auf eine Art, die bei seiner Spezies, wie Leia inzwischen wusste, einem Stirnrunzeln entsprach.

„Exakt“, erwiderte er. „Das bedeutet, dass ein Träger dort draußen sein muss. Stellen Sie den Funkverkehr der Jäger auf die Brücke durch …“

„Captain!“, rief der Sensoroffizier. „Drei Schiffe sind in Sektor Drei-F aus dem Hyperraum aufgetaucht!“

„Rufen Sie die Jäger zurück, um den Konvoi zu schützen“, wies Aymeric ihn an.

Auf der Brücke herrschte nun hektische Aktivität. Die Sensoren identifizierten die Neuankömmlinge als Trio von leichten Kreuzern der Arquitens-Klasse, was umgehend von einem der Brückenoffiziere bestätigt wurde. Leia konnte sich lebhaft vorstellen, wie sie durchs All jagten – drei lang gezogene Dreiecke mit gespaltenen Spitzen, die drei zylindrische Antriebe hinter sich herzogen.

Jemand hatte den Kommverkehr der sechs X-Flügler-Piloten auf die Lautsprecher der Brücke gelegt, und ihre Funksprüche erfüllten den Raum, während Aymerics Augenstiele unabhängig voneinander hin und her schwenkten und auf einzelnen Mitgliedern der Brückenmannschaft verharrten, wann immer sie neue Informationen meldeten.

„Die Kreuzer setzen Jagdmaschinen ab!“, warnte ein Offizier.

„Feuer frei“, sagte der Ishi Tib. „Weisen Sie alle Schiffe an, die notwendigen Berechnungen für einen Hyperraumsprung durchzuführen – es gilt Fluchtprotokoll Besh. Wir treffen uns am entsprechenden Sammelpunkt.“

Die Turbolaser der Angedenken eröffneten das Feuer, und bei jedem Energiestoß, der in die Leere des Alls hinausgeschickt wurde, erbebte das Deck unter ihren Füßen leicht.

Leia, die noch immer an Aymerics Seite stand, ballte die Fäuste. Sie war hier völlig nutzlos, und es kam ihr vor, als würde sie neben ihren Adoptiveltern Bail und Breha stehen und auf Alderaan eine der endlosen königlichen Zeremonien über sich ergehen lassen, wissend, dass sie keinerlei Emotionen zeigen durfte – denn jede Gesichtsregung würde beobachtet und zum Stadtgespräch werden. Einmal hatte sie sich bei einer ihrer Tanten darüber beschwert, dass eine Prinzessin zu sein, doch mehr bedeuten müsste, als nur schweigend seine Pflicht zu tun – woraufhin ihre Tante mit einem Lächeln erwidert hatte, dass sie gerade sämtliche Aufgaben einer Prinzessin zusammengefasst hätte.

„Gibt es andere Rebelleneinheiten in Kommreichweite?“, fragte Leia. Der Gedanke, von drei kleineren Schlachtschiffen des Imperiums in die Flucht geschlagen zu werden, missfiel ihr.

„Negativ“, antwortete Aymeric. „Da das Imperium überall nach uns sucht, ist die Flotte weit verstreut – aufgeteilt in kleine Konvois, so wie die unseren. Das ist der sicherste Weg.“

Außer, wenn wir Hilfe brauchen und keine rufen können, dachte Leia.

Sie sah Lichtblitze vor den Aussichtsfenstern der Brücke und spürte, wie die Fregatte erschauderte, als Laserfeuer auf ihre Schilde einprasselte.

Sie hörten einen X-Flügler-Piloten schreien. Seine Stimme wurde schrill, dann ging sie in statischem Rauschen unter, woraufhin eines der Kreuze auf dem Holo-Display blinkte und dann verschwand. Ein zweiter Rebell verlor sein Leben – eine zweite, traurige Nachricht, die das Herz eines Vaters oder einer Mutter oder einer anderen geliebten Person treffen würde wie ein Blitzschlag. Wie viele solche Nachrichten hatte sie schon übermittelt? Leia wollte gar nicht versuchen, diese grausige Rechnung aufzustellen.

Die drei Blockadebrecher sprangen in die Sicherheit des Hyperraums und auch die X-Flügler änderten ihren Kurs, um sich in Sicherheit zu bringen. Organa konnte hören, wie die Piloten ihre Astromechdroiden drängten, sich beim Berechnen der Navigationsdaten zu beeilen.

„Captain, ein Prioritätssignal von der Ranolfo“, meldete ein junger Leutnant. Die Ranolfo war einer der Blockadebrecher. „Sie haben ihre Schilde an Steuerbord verloren.“

„Wie lange, bis sie in den Hyperraum springen können?“, fragte Aymeric.

Der Leutnant sprach hektisch in sein Headset, dann schüttelte er den Kopf. „Mindestens drei Minuten.“

„Captain, unser Kurs ist eingegeben, und wir sind bereit für den Sprung“, rief der Steuermann.

„Lassen wir sie zurück?“, fragte Leia.

Mehrere Köpfe auf der Brücke drehten sich herum, und Aymerics Schnabel klappte auf. „Drehen sie nach Null-Achtunddreißig ab, um ihnen Deckung zu geben“, befahl er, ohne die Prinzessin anzusehen.

Die Angedenken legte sich auf die Steuerbordseite, und ihre Turbolaser spien Feuer, um den näher kommenden Schwarm TIE-Jäger von dem schutzlosen Blockadebrecher fernzuhalten. Leia starrte grimmig auf das Hologramm, das vor ihr in der Luft hing – es zeigte nur noch drei Kreuze und viel zu viele Pfeile.

Plötzlich bäumte die Fregatte sich auf, und das Deck erbebte, gefolgt von einem metallischen Ächzen und dem Plärren von Alarmen.

„Schadensbericht!“, befahl Aymeric knapp.

„Wir haben ein Leck vor dem Verbindungssegment. Sekundäre Schilde sind runter auf fünfzehn Prozent!“

Die Schultern des Ishi Tib sanken herab. „Leiten Sie auf mein Kommando den Sprung in den Hyperraum ein.“

„Captain …“, begann Leia, doch da drehte sich Aymeric zu ihr herum, seine Stimme so leise, dass nur sie die Worte hören konnte.

„Ich werde nicht zulassen, dass die Männer und Frauen an Bord der Ranolfo umsonst sterben“, flüsterte er. „Sie haben dieselbe Mission wie jedes andere Wesen in diesem Konvoi – und das ist, Sie zu beschützen.“

Leia wandte den Blick ab. Sie musste sich zwingen, die geballten Fäuste zu öffnen, ruhig ein- und auszuatmen, und als sie Aymeric wieder anblickte, war ihr Gesicht völlig emotionslos. Sie nickte. Sein gebellter Befehl an den Navigator drang kaum zu ihr durch, ebenso wenig der Anblick der Sterne, die sich in Streifen verwandelten, als die Angedenken im Hyperraum verschwand und den zum Untergang verdammten Blockadebrecher seinem Schicksal überließ.

2. KAPITEL

DER PREIS DER PFLICHT

Als Leia die Brücke der Angedenken verließ, wartete auf der anderen Seite der Tür bereits eine vertraute Gestalt auf sie – ein golden schimmernder Protokolldroide.

C-3PO begann, etwas zu sagen, verstummte dann aber, als sie einfach weiterging und ihn zwang, mit surrenden Servomotoren hinter ihr herzueilen. Sie hatte ihm befohlen, nicht auf die Brücke zu kommen. Ihre Situation war schon aufreibend genug, ohne Dreipeos ständige Spitzfindigkeiten und Beschwerden.

Der Droide gehörte Luke Skywalker, aber er hatte ihn ihr ausgeliehen, damit er ihr als Übersetzer und bei Protokollfragen zur Seite stehen konnte, wenn sie sich mit Abgesandten von Planeten traf, die der Rebellion beim Sturz des Imperiums helfen könnten. Als frühere Senatorin von Alderaan war Leia bei diesen Zusammenkünften in ihrem Element, konnte sie doch auf ein ganzes Leben diplomatischen Trainings zurückblicken.

Doch in jüngster Zeit hatte es keine derartigen Treffen gegeben – nur endlose Flüge durch das All, um den imperialen Patrouillen einen Schritt voraus zu bleiben. Nach der desaströsen Niederlage der Allianz auf dem Eisplaneten Hoth hatten Mon Mothma und die anderen Anführer der Rebellion beschlossen, dass die Flotte sich in Dutzende kleiner Konvois aufteilen sollte, die seitdem ständig von einem Sternensystem zum nächsten sprangen.

Laut Mothma sollte diese Maßnahme eine weitere Niederlage verhindern, die die Propagandamaschine des Imperiums zelebrieren könnte. Doch Leia befürchtete, dass dieses ständige Umherziehen die Rebellion schwach wirken ließ – und das in einem Moment, in dem sie die galaktische Bevölkerung eigentlich davon überzeugen sollten, dass es möglich war, den Würgegriff des Imperators zu brechen.

„Mistress Leia, wohin gehen Sie denn?“, fragte C-3PO anklagend, während er, so schnell er konnte, hinter ihr herstakste.

„In meine Kabine“, erklärte sie, ohne sich umzudrehen. „Ich nehme an, du weißt, wo die ist.“

„Natürlich weiß ich das“, ereiferte sich Dreipeo, in dessen Datenbank zum Thema Etikette wohl der Eintrag über Sarkasmus fehlte. „Mein Speicher enthält Schemadarstellungen jedes Schiffes, dem ich während meines Dienstes für die Allianz zugewiesen wurde.“

„Das ist ein ausgezeichneter Verwendungszweck für deinen Speicher, wenn man bedenkt, wie viele dieser Schiffe inzwischen Weltraumstaub sind.“

Einige Rebellen salutierten, als Leia vorbeiging. Am liebsten würde sie sich schütteln, wann immer jemand das tat, aber sie zwang sich, einfach zu nicken. Es war ein Zeichen des Respekts ihr gegenüber. Sie war ihre Vorgesetzte – aber sie waren nicht ihre Freunde.

Leia hatte nie viele Freunde gehabt. Sie hatte sich voll und ganz auf die Mission konzentriert, auf die Bail Organa sie praktisch seit ihrer Geburt vorbereitet hatte: den Sturz des Imperiums, das so viel zerstört hatte. Doch dann war Luke in ihr Leben getreten – und mit ihm Han Solo und Chewbacca.

Dreipeo sagte etwas, aber sie hörte nicht hin, denn ihre Gedanken waren zu jenem Moment zurückgewandert, als sie Han das letzte Mal gesehen hatte. Sie erinnerte sich an seine Augen, als er aus der Karbon-Gefrierkammer der Wolkenstadt zu ihr hochgeblickt hatte. Und sie erinnerte sich an all das, was sie während der Wochen vor diesem Moment geteilt hatten. Wie ihr Atem sich beschleunigt hatte, als er an Bord des Millennium Falken ihre Hand genommen hatte, wie er ihr immer näher gekommen war, bis er sie schließlich geküsst hatte. Er hatte sie ganz richtig eingeschätzt: Sie brauchte einen Schurken in ihrem Leben, jemanden, der nicht vor ihr salutierte, der sich nicht um ihre Titel oder ihre Rolle in der Allianz scherte.

Sie hatte gewollt, dass er dieser Jemand war, aber dann war er ihr entrissen worden – so, wie ihr auch ihre Adoptiveltern entrissen worden waren, gemeinsam mit der restlichen Bevölkerung von Alderaan. Sie hatte mit angesehen, wie sie starben. Großmoff Tarkin und Darth Vader hatten sie gezwungen, der Einäscherung ihrer Heimatwelt Alderaan beizuwohnen. Und nun war Han aus ihrem Leben verschwunden, befand sich außerhalb ihrer Reichweite. Ihr blieb nichts anderes übrig, als in stiller Verzweiflung auf eine Nachricht von Lando Calrissian oder Chewbacca zu warten.

Leia ging an einer Gruppe Rebellen vorbei, die sich vor einer offen stehenden Tür versammelt hatten, und erst, nachdem sie zwei weitere Schritte gemacht hatte, fiel ihr auf, dass keiner der Männer vor ihr salutiert – oder sie auch nur eines Blickes gewürdigt – hatte.

Sie blieb stehen und brachte C-3POs Flut an Beschwerden zum Verstummen. Einer der Rebellen hob den Kopf, und sie sah, wie sich sein Gesichtsausdruck veränderte, als er sie erkannte. Er richtete sich auf, um Habachtstellung anzunehmen, aber sie schüttelte den Kopf und blickte auf die junge Frau hinab, die zwischen den Männern auf einer Repulsortrage lag, ihre Kleidung zerfetzt und geschwärzt.

„Oh“, stieß Dreipeo hervor. „Du meine Güte.“

„Was ist passiert?“, wollte Leia wissen.

„Sie ist von der Explosion erfasst worden, als die TIEs die Hülle durchschlugen“, erklärte der Offizier. „Wir stabilisieren sie hier. Der Medidroide ist mit den Verwundeten beschäftigt, die es schlimmer erwischt hat.“

Schlimmer als das hier?, dachte Organa bestürzt, ihre Augen noch immer auf den Verband über dem Gesicht der Frau gerichtet. Als die verwundete Rebellin sah, wer über ihr stand, hob sie zitternd einen bandagierten Arm, um zu salutieren.

„Das ist nicht …“, begann Leia, aber dann hielt sie inne, als ihr wieder einfiel, was Aymeric gesagt hatte. Die Pflicht der Frau auf der Repulsortrage war es, sie zu beschützen, und sie hatte in Ausführung dieser Pflicht einen schrecklichen Preis gezahlt. Die Prinzessin konnte diese Sonderbehandlung ihrer Person innerlich ablehnen, sie sogar abstoßend finden – aber sie durfte der jungen Rebellin nicht zeigen, dass sie so empfand. Ihr das Gefühl zu geben, dass ihr Opfer sinnlos gewesen war, würde es entehren.

Leia blickte der Frau direkt in die Augen, während diese das Gesicht verzog, als sie den Arm weiter anhob, dann fiel er zurück auf ihre Brust, und der Schmerz fraß tiefe Linien in ihre Züge. Leia nickte ihr ernst zu, anschließend den Männern, die um sie herumstanden, dann eilte sie den Korridor entlang. Sie blieb erst wieder stehen, als sie die Tür zu ihrer Kabine erreicht hatte.

„Was ich Ihnen die ganze Zeit schon mitzuteilen versuche“, sagte C-3PO, „ist, dass ich eine wichtige Nachricht von Mon Mothma für Sie habe. Wir sollen uns unverzüglich mit ihr und dem Rest der Allianzführung treffen.“

„Was? Warum hast du das nicht gleich gesagt? Vergiss es. Was ist passiert?“

„Ich fürchte, das weiß ich nicht“, erwiderte der Droide. „Ich weiß nur, dass ein Schiff auf uns warten wird, sobald wir den Hyperraum verlassen.“

3. KAPITEL

EIN VERTRAUTES GESICHT

Zu ihrer Überraschung erkannte Leia den Transporter, der sie erwartete, ebenso wie seinen Piloten und den jungen, schmalgesichtigen Rebellenoffizier, die nebeneinander in der Schleuse standen.

„Nien!“, sagte sie und lächelte den Sullustaner mit den dunklen Augen an. Nien Nunb hatte ein Rebellenabzeichen schief an seine abgetragene Fliegerweste geheftet. Gerade hätte es zwischen all den anderen Aufnähern und Anstecknadeln wohl keinen Platz mehr gefunden.

In gespielter Verärgerung stemmte er die behandschuhten Fäuste in die Hüften.

„Die Eskorte für den Adel spielen“, knurrte er auf Sullustanisch. „Hätte ich das gewusst, hätte ich den doppelten Preis von der Allianz gefordert. Leutnant Ematt, ich muss darauf bestehen, dass Sie sofort Mon Mothma ans Komm holen …“

„Wie unverschämt“, empörte sich C-3PO, der hinter Leia in der Luftschleuse der Angedenken stand und ihre Reisetasche hielt. „Ist denn wirklich jeder in dieser Galaxis ein Söldner?“

„Er scherzt nur, Dreipeo“, beruhigte ihn Leia. Ja, Nien war ein ehemaliger Schmuggler – und wenn man ihn so reden hörte, konnte man meinen, er würde noch immer dieser Tätigkeit nachgehen –, aber er hatte Leia geholfen, die überlebenden Alderaaner zu retten und die Kultur und das Erbe des zerstörten Planeten zu schützen, und er hatte dabei sein Leben riskiert.

Ihre Augen wanderten zu dem Offizier neben Nien. Sie kannte auch Ematt. Einmal hatte sie Han und Chewie losschicken müssen, um ihn vom Planeten Cyrkon zu retten.

„Sind Sie hier, um mir zu verraten, was los ist?“, fragte sie, als die vier durch die Schleuse in die Mellraupe, Niens zusammengeschusterte Sternenjacht, hinübergingen. Im Vergleich zu der Unordnung, die sie im überfüllten Frachtraum erwartete, wirkte selbst der Millennium Falke extrem sauber.

„Leider nein, Prinzessin“, sagte Ematt. „Der Zweck dieser Reise fällt unter die Geheimhaltung.“

„Geheimhaltung?“, wiederholte C-3PO ungläubig, wobei er den Kopf auf eine Weise zurückwarf, die Leia inzwischen nur allzu gut kannte. „An der Vertrauenswürdigkeit von Prinzessin Leia sollte es keinerlei Zweifel geben. Falls ich Sie daran erinnern darf, hat sie die Baupläne des Todessterns …“

„Technisch gesehen unterliegt auch diese Information der Geheimhaltung, Dreipeo“, unterbrach ihn Organa mit einem knappen Lächeln. Sie genoss die erschrockene Reaktion des goldenen Droiden. „Leutnant Ematt will sagen, dass er den Grund für diesen Ausflug selbst nicht kennt.“

„So ist es“, bestätigte der Offizier.

„Darf ich zumindest erfahren, wohin Sie mich bringen?“, hakte Leia nach. Ihr Blick wanderte von Ematt zu Nien, der eine Anzeige an der Ingenieursstation der Mellraupe überprüfte.

„Ebenfalls geheim“, erwiderte Nien, und einer seiner Mundwinkel wanderte nach oben. „Man kann nicht vorsichtig genug sein, wenn man bekannte Revolutionäre und geschwätzige Droiden transportiert.“

Das konnte C-3PO natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Während er begann, Nien eine Standpauke zu halten, fuhr der Sullustaner die Ingenieursstation herunter und führte die anderen nach vorn. Dreipeos wortreicher Protest gegen die Bezeichnung geschwätzig ließ ihn schmunzeln.

Auch Leia lächelte. Nien wusste, wer sie war, aber er behandelte sie nicht wie eine Prinzessin oder eine Senatorin oder eine Rebellenführerin. Für ihn war sie einfach nur Leia – und es war eine Erleichterung, ausnahmsweise einfach nur sie selbst sein zu dürfen. Der Sullustaner war unorthodox, aber auf eine Weise, die ihr gefiel, und in diesem schrecklichen Krieg waren Begegnungen mit eigenwilligen, aber herzensguten Personen wie ihm viel zu selten und viel zu kurz.

Im Cockpit setzte Ematt sich auf den Sessel des Navigators und schüttelte den Kopf, als er zu dem Gewirr von Schaltkreisen über seinem Kopf hinaufblickte. Leia lächelte, als sie seinen Gesichtsausdruck bemerkte. Sie musste daran denken, wie oft sie überzeugt gewesen war, dass der Falke