Star Wars: Die Waffe eines Jedi - Jason Fry - E-Book

Star Wars: Die Waffe eines Jedi E-Book

Jason Fry

5,0

Beschreibung

Die Ereignisse dieses spektakulären Abenteuers finden zwischen den Geschehnissen in Episode 4 und Episode 5 statt. Der frischgebackene Rebellionsheld Luke Skywalker versucht auf einem abgelegenen Planeten das Leben eines jungen Mädchens zu retten und sieht sich dabei mit einem bislang unbekannten Widersacher konfrontiert, der fast übermächtig zu sein scheint … Ein brandneues Luke Skywalker-Abenteuer.

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Nähere Infos und weitere Bände unter:

www.paninicomics.de

von Jason Fry

Illustrationen von Phil Noto

Ins Deutsche übertragen

von Robert Montainbeau

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Deutsche Ausgabe 2015 Panini Verlags GmbH,

Rotebühlstraße 87, 70178 Stuttgart.

Alle Rechte vorbehalten.

Titel der Amerikanischen Originalausgabe: „Star Wars: The Weapon of a Jedi – A Luke Skywalker Adventure (Journey to A Force Awakens)” by Jason Fry, illustrated by Phil Noto.

© & TM 2015 LUCASFILM LTD.

Deutsche Ausgabe 2015 by Panini Verlags GmbH, Rotebühlstraße 87,

70178 Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Geschäftsführer: Hermann Paul

Head of Editorial: Jo Löffler

Head of Marketing: Holger Wiest (email: [email protected])

Presse & PR: Steffen Volkmer

Übersetzung: Robert Mountainbeau

Lektorat: Andreas Kasprzak

Umschlaggestaltung: tab indivisuell, Stuttgart

Satz und E-Book: Greiner & Reichel, Köln

YDSWJT002E

ISBN 978-3-8332-3205-3

Gedruckte Ausgabe: ISBN 978-3-8332-3196-4

Findet uns im Netz:

www.paninicomics.de

PaniniComicsDE

INHALT

PROLOG

TEIL 1

1. Kapitel: Die Rot-Staffel greift ein

2. Kapitel: Der Ruf der Macht

3. Kapitel: Die Schergen des Imperiums

4. Kapitel: Rückkehr nach Devaron

TEIL 2

5. Kapitel: Bilder aus der Vergangenheit

6. Kapitel: Im Dschungel

7. Kapitel: Der verschollene Tempel

8. Kapitel: Die Macht lebt

TEIL 3

9. Kapitel: Die Waffe eines Jedi-Ritters

10. Kapitel: Das Geheimnis der Macht

11. Kapitel: Das Imperium greift an

12. Kapitel: Der Stab des Plünderers

13. Kapitel: Die Macht ist mein Verbündeter

EPILOG

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …

Die Rebellen-Allianz hat den gefürchteten Todesstern des Imperiums zerstört, doch es herrscht weiterhin Bürgerkrieg, und die Imperiale Flotte jagt die Rebellen quer durch die Galaxis.

Luke Skywalker, der Pilot, der den Todesstern vernichtet hat, wird nun als Held gefeiert. Doch er will nur die Freiheitskämpfer unterstützen, den Rebellen im Cockpit seines X-Flüglers dienen.

Selbst während er mit den Piloten des Roten Geschwaders fliegt, spürt er Erschütterungen in dem geheimnisvollen Energiefeld, das die Macht genannt wird. Und in dem Piloten, der früher einmal ein einfacher Farmersjunge gewesen ist, kommt die Vermutung auf, dass sein Schicksal ihn auf einen ganz anderen Pfad führen könnte …

Jessika Pava konnte den Blick nicht von ihrem X-Flügler lösen.

Sie schob sich das schwarze Haar aus der Stirn und seufzte. Schließlich wandte sie sich ab, damit sie den Sternenjäger, der da mitten im Hangar auf seinen Landestützen stand, nicht mehr sehen musste. Die anderen Piloten wussten, dass sie es nicht erwarten konnte, wieder als Blau Drei ins All zu starten.

Doch in dieser Woche hatte Jessika Droidendienst. Dabei war es ihre Aufgabe, den Bestand von Astromechs auf der Basis zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie alle dienstbereit waren – dazu gehörte es, Software upzudaten, das Fluginstrumentarium zu testen und die Funktionsfähigkeit zu bestätigen. Es gab schlimmere Jobs in der Staffel – den Wartungstechnikern bei der Reinigung einer Kraftstoffanlage zu helfen, war weitaus unangenehmer –, aber Jessika fand, dass es der langweiligste war.

Ihr Datapad piepte. Seufzend warf sie einen Blick darauf und dann zu der kegelförmigen R4-Einheit, die gerade auf ihren drei kurzen Beinen vorbeirollte.

„Hey, Droide“, rief die junge Pilotin. „Bleib mal eine Sekunde stehen, damit ich deine Funktionstüchtigkeit checken kann.“

Der Astromech gab ein trauriges Zwitschern von sich, denn auf eine Inspektion hatte er genauso wenig Lust wie Jessika. Trotzdem hielt er an und ließ an seinem kugelförmigen Kopf eine Platte ausfahren, hinter der ein Diagnoseport erschien. Jessika richtete ihr Datapad auf den Port, und das Pad fing an zu blinken, während es mit den Systemen des Droiden Daten auszutauschen begann. Sie setzte sich im Schneidersitz auf den Boden des Hangars und wartete.

„Entschuldigung, aber kann ich vielleicht in irgendeiner Form behilflich sein?“, erkundigte sich eine Stimme in leicht geschwollenem Ton.

Jessika blickte auf und sah in das ausdruckslose Gesicht eines goldfarbenen Protokolldroiden. Es war ein älteres Modell – praktisch schon ein Museumsstück –, dessen einer Arm rot lackiert war. Und auch sonst war er voller Dellen und Kratzer.

„Ich glaube nicht, trotzdem vielen Dank“, erwiderte Jessika. „Ich habe Droidendienst, aber die Software macht praktisch alles allein.“

„Das ist allerdings nicht besonders effizient“, erklärte der Droide und klang enttäuscht. „Aber wo sind nur meine Manieren? Ich bin C-3PO, zuständig für die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, zu Ihren Diensten, Miss …?“

„Pava. Jessika Pava. Blau Drei.“

„Freut mich sehr, Miss Pava“, sagte Dreipeo.

„Nenn mich Blau Drei.“

„Oh! Wie Sie wünschen, Miss … ich meine, Blau Drei. Wie ich schon erwähnte, vielleicht könnte ich von Nutzen sein. Ich habe gerade eine höchst interessante neue TranLang-Datenbank installiert und bin nun mit fast sieben Millionen verschiedenen Arten der Kommunikation vertraut – einschließlich natürlich der relativ primitiven Sprachen, die von Astromechs und Diagnosecomputern verwendet werden.“

Die R4-Einheit quäkte empört.

„Dich beleidigen?“, fragte C-3PO erstaunt. „Ich habe nichts dergleichen getan, du überempfindlicher Mülleimer. Deine Art der Kommunikation ist nun mal sehr einfach, und mehr habe ich nicht festgestellt. Du hast ja nicht mal einen vernünftigen Vokabulator.“

Die R4-Einheit trötete und drehte ihren kugelförmigen Kopf herum, um den Protokolldroiden mit ihrem elektronischen Auge anzustarren.

„Nicht bewegen“, sagte Jessika, „sonst unterbrichst du die Datenverbindung und dann …“

Ihr Datapad piepte klagend.

„Jetzt können wir wieder von vorn anfangen“, seufzte sie.

Der Astromech hupte Dreipeo wütend an.

„Meine Schuld?“, entgegnete Dreipeo. „Sei doch nicht albern. Sie hat dir gesagt, dass du dich nicht bewegen sollst. Blau Drei, dürfte ich vorschlagen …“

„Weißt du, Dreipeo, ich kriege das schon hin. Es ist wirklich ein ganz einfaches Verfahren. Ich bin sicher, dass es für dich noch viele andere wichtige Dinge zu tun gibt.“

„Das könnte man meinen, wenn man bedenkt, dass zu meinen Kernkompetenzen Kommunikation und Fragen des Protokolls gehören“, erwiderte Dreipeo. „Aber wie es der Zufall will, habe ich für heute meine Aufgaben bereits alle erledigt. Ich wollte vorschlagen, dass diese R4-Einheit vielleicht von einer Löschung des Arbeitsspeichers profitieren könnte. Wenn sie anfangen, jeden gut gemeinten Ratschlag als Angriff aufzufassen, ist das oft ein Zeichen für eine Überladung im Motivatorkortex.“

Die R4-Einheit erzeugte einen elektronischen Furz, um kundzutun, was sie von dem Vorschlag hielt, bewegte sich aber nicht, während das Diagnoseprogramm erneut lief. Jessika verdrehte die Augen, als der goldene Droide unbekümmert weiterschwatzte.

„Auch Master Luke habe ich schon öfter darauf hingewiesen, dass sich Erzwos Benehmen durch die Löschung des Arbeitsspeichers verbessern würde. Seine Verschrobenheiten sind für mich inzwischen kaum noch zu ertragen. Wir waren mal in einer diplomatischen Mission auf Circapous, als …“

„Hast du gerade Master Luke gesagt?“, unterbrach ihn Jessika.

„Das habe ich in der Tat“, erwiderte Dreipeo. „Master Luke Skywalker. Kennen Sie ihn?“

„Ob ich Luke Skywalker kenne?“, fragte Jessika ungläubig und rappelte sich auf. „Natürlich kenne ich ihn! Nun ja, ich meine, ich habe ihn nie persönlich getroffen, aber jeder kennt Luke Skywalker. Er hat den Imperator besiegt, und man sagt, er sei der beste Pilot in der ganzen Galaxis.“

„Da müssen Sie Erzwo fragen. Allerdings sollte ich Sie darauf hinweisen, dass Erzwo bei der Beschreibung seiner eigenen Leistungen gern etwas übertreibt. Ich persönlich empfinde Raumreisen als äußerst unangenehm …“

„Warte mal, meinst du etwa R2-D2?“, fragte Jessika verblüfft. „Den Astromech, der Skywalker dabei geholfen hat, den ersten Todesstern zu zerstören?“

Dreipeo legte seinen goldenen Kopf etwas schräg.

„Ja, durchaus“, erwiderte er. „Erzwo und ich sind schon Zeugen einiger bedeutsamer Ereignisse während des Galaktischen Bürgerkriegs geworden, obwohl er meistens damit beschäftigt war, mit irgendeinem Computer zu plaudern, während ich wichtige diplomatische Dienste zu erbringen hatte. Und was den Todesstern angeht, war Erzwo im entscheidenden Moment nicht funktionstüchtig. Also kann er es sich kaum als Verdienst anrechnen, am Ergebnis dieser Mission entscheidend mitgewirkt zu haben.“

Das Datapad piepte, um anzuzeigen, dass das Diagnoseprogramm durchgelaufen war. Doch Jessika beachtete es nicht.

„Erzähl mir von der Mission gegen den Todesstern“, sagte sie. „Wie ist es Skywalker gelungen, ihn zu zerstören?“

„Mit Vergnügen, Blau Drei“, erklärte Dreipeo. „Obwohl dieses Abenteuer für mich unter fürchterlichen Bedingungen begann. Wir waren auf Tatooine abgestürzt, als Erzwo auf seine typisch dickköpfige Art eine geheime Mission für die Allianz durchführte. Wenn ich ihm nicht den richtigen Ratschlag gegeben hätte, würde er vielleicht immer noch durch dieses schreckliche Dünenmeer wandern …“

„Wenn ich es mir recht überlege, solltest du mir davon vielleicht später erzählen“, bat Jessika hastig, da sie spürte, dass diese Geschichte sich wahrscheinlich hauptsächlich um Dreipeo drehen würde. „Erzähl mir eine andere Geschichte über deinen Master – eine, die nicht schon Millionen Mal erzählt worden ist.“

Die R4-Einheit zwitscherte fragend, und Jessika tätschelte gedankenverloren deren kugelförmigen Kopf.

„Deine Programme sind auf dem neuesten Stand. Melde dich bei der Bereitschaft“, sagte sie und wandte sich dann wieder Dreipeo zu.

„Es gibt so viele Geschichten“, grübelte Dreipeo. „Wo soll ich anfangen? Oh, ich weiß! Erzwo und ich waren dabei, als Master Luke zum ersten Mal im Kampf ein Lichtschwert benutzt hat, kurz nach der Schlacht von Yavin.“

„Erzähl mir davon“, bat Jessika.

„Nun gut“, sagte Dreipeo. „Es begann alles mit einer Mission für die Rot-Staffel über dem Planeten Giju …“

1. KAPITEL

DIE ROT-STAFFEL GREIFT EIN

Luke Skywalker spürte, wie der TIE-Jäger seinen ungeschützten Bug ins Visier nahm, noch bevor Erzwo einen Warnruf zwitschern konnte und seine Sensoren rot zu blinken begannen.

Luke wusste nicht, wieso er es wusste, nur dass es so war. Automatisch fasste er nach dem Steuerhorn seines X-Flüglers, riss es zu sich heran und drehte es dabei bis zum Anschlag nach links, wodurch das Raumschiff eine Rolle nach Backbord vollführte. Laserfeuer durchschnitt genau dort den Raum, wo sich sein Jäger eben noch befunden hatte. Die grellen Blitze ließen Luke blinzeln.

„Ich habe ihn gesehen! Ich habe ihn gesehen!“, sagte Luke zu Erzwo, während der X-Flügler seine Rolle vollendete und das Heck des imperialen Jägers ins Visier nahm. Luke feuerte, und der TIE explodierte in einem Feuerball. Lukes X-Flügler erzitterte leicht, während er durch die Wolke aus Staub und Gas schoss.

Erzwo, der hinter Lukes Cockpit in seiner Halterung saß, stieß ein verärgertes Zwitschern aus.

„Das war nicht zu knapp“, widersprach Luke. „Du fliegst einfach den Jäger und überlässt mir den Rest.“

Luke gab Gas und wich zwei Frachttendern aus, deren Ionenantriebe strahlend blau leuchteten. Wie auch viele andere Raumschiffe über dem Planeten Giju versuchten sie, so schnell, wie ihre Antriebe es ihnen ermöglichten, die Raumstraßen hinter sich zu lassen, um dem Gefecht zu entgehen, das plötzlich zwischen drei X-Flüglern der Rebellen und einer Patrouille von TIE-Jägern entflammt war.

Luke warf einen Blick auf seine Fernoptik und sah zwei grüne Pfeile auf dem Bildschirm. Die beiden Symbole stellten die X-Flügler dar, die von Rot Drei und Staffelführer Rot geflogen wurden. Der X-Flügler von Staffelführer Rot flog voran und schützte einen Transport, der führende Mitglieder der Rebellen an Bord hatte, die von Giju evakuiert wurden, bevor Agenten des Imperiums dort eintrafen. Rot Drei und Fünf – Wedge Antilles und Luke – bildeten die Nachhut und beschäftigten die TIEs.

Wedge war für Lukes Geschmack zu weit nach Steuerbord abgedriftet. Falls sein Kamerad in Schwierigkeiten geriet, war Luke sich nicht sicher, ob er ihn rechtzeitig erreichen konnte, um zu helfen. Das Imperium hatte offensichtlich jeden Jäger, den es in diesem System stationiert hatte, geschickt, um die Rebellen anzugreifen.

„Komm dichter an mich heran, Wedge. Wir müssen uns hier draußen gegenseitig schützen“, warnte Luke.

„Verstanden, Luke“, erwiderte Wedge Antilles. „Ich habe einen Banditen verfolgt.“

„Und hast du ihn erwischt?“

„Das hat sein Kumpel übernommen. Er ist direkt in ihn hineingeflogen, als ich an ihrer Flanke aufgetaucht bin.“

„Das zählt trotzdem“, meinte Luke.

„Weniger Geplauder, meine Herrn“, ertönte die kühle, knappe Stimme von Staffelführer Rot, der außerhalb des Cockpits als Commander Narra bekannt war. „Bei all dem Verkehr hier draußen gibt es eine Menge Ecken, wo sich Feinde verbergen können. Sie brauchen Ihre Augen genauso wie Ihre Instrumente.“

„Verstanden, Staffelführer Rot“, antwortete Luke einsichtig.

Narra war ein Veteran unter den Piloten. Er war vom Oberkommando der Allianz nach der Zerstörung des Todessterns als Führer der Rot-Staffel eingesetzt worden. Zwölf Piloten der Rot-Staffel waren von der Rebellenbasis auf Yavin IV in ihren X-Flüglern ins All gestartet, um die Kampfstation des Imperiums zu zerstören. Von diesen zwölf waren nur Luke und Wedge lebend zurückgekehrt. Narra hatte die beiden gebeten, weiterhin bei der Rot-Staffel zu fliegen, ohne einen Hehl daraus zu machen, dass keiner der beiden jungen Männer irgendeine Sonderbehandlung erhalten würde, nur weil sie bei der Mission gegen den Todesstern dabei gewesen waren, auch wenn sie ihn sogar zerstört hatten.

Luke war das nur recht. Sein plötzlicher Ruhm gefiel ihm nicht sonderlich. Noch vor ein paar Monaten war er ein Farmersjunge auf Tatooine gewesen, hatte Verdunster repariert und sich mit Lufthüpfern und Landgleitern beschäftigt. Jetzt behandelten ihn die Leute wie eine Art Held – aber er wusste es besser. Er war einfach nur ein Junge, dem ein Glückstreffer gelungen war, geleitet von einer mysteriösen Kraft, die er kaum verstand.

Luke wusste, dass er stark in der Macht war, dem Energiefeld, das das Leben erschuf und die Galaxis zusammenhielt. Und nun wusste er auch, dass er diese Fähigkeit von seinem Vater geerbt hatte. Lukes Onkel Owen hatte ihm immer erzählt, dass sein Vater Navigator auf einem Gewürzfrachter gewesen sei, doch mit dieser Geschichte hatte er Luke nur schützen wollen. Ben Kenobi hatte ihm dann die Wahrheit gesagt: dass Lukes Vater ein Jedi-Ritter gewesen war, ein hochbegabter Pilot und ein listiger Krieger. Aber Ben hatte Luke auch erzählt, dass sein Vater tot sei, verraten und ermordet von dem Sith-Lord Darth Vader. Und Vader hatte Ben an Bord des Todessterns erschlagen, nur wenige Tage, nachdem er begonnen hatte, Luke in der Arbeit mit der Macht auszubilden. Sicher, Luke wusste, dass er stark in der Macht war. Aber was nützte ihm das, wenn niemand mehr da war, der ihn ausbildete?

„Bist du da, Luke?“, fragte Wedge, gefolgt von einem drängenden Piepen von Erzwo.

„Ja, natürlich“, erwiderte Luke und gab sich in Gedanken einen Tritt. Die ganze Grübelei über die Macht würde ihm auch nichts nützen, wenn er getötet würde, und während eines Gefechts irgendwelchen Tagträumen nachzuhängen, war der beste Weg dorthin.

Luke drehte nach Steuerbord, bis sich sein Jäger auf dem Kurs befand, den Narra verlangt hatte. Vor ihnen überquerte eine Reihe von Großfrachtern eine der Raumstraßen, wobei sie den Bug hierhin und dorthin wendeten, während ihre Piloten versuchten, einer Kollision auszuweichen. Die plumpen Schiffe erinnerten Luke an eine Herde Banthas auf Tatooine, die sich zum Schutz vor einem Raubtier eng aneinanderdrängten.

„Häng dich hinter mich, Wedge“, sagte Luke. „Feuern und abtauchen.“

„Bin gleich bei dir“, meldete Wedge, zündete seine Retroantriebe und fiel hinter Lukes X-Flügler zurück. Dann beschleunigte er wieder, bis er praktisch mit der Nase dessen Heck berührte.

Jeder Feind, der ihnen entgegenkam, würde nur Lukes Jäger ins Visier nehmen können, während Wedge immer wieder plötzlich aus der Deckung auftauchen und auf den Angreifer feuern würde. Es war ein schwieriges Manöver – jeder der beiden Piloten musste wissen, wie sich der jeweils andere im Kampf verhielt, aber noch viel mehr mussten sie einander vollkommen vertrauen. Noch einen Monat zuvor hätte Luke nicht gewagt, dieses Manöver zu fliegen, aber seitdem war er mit Wedge unzählige Missionen geflogen. Inzwischen konnten sie eine perfekte Formation halten und wussten genau, was der andere gleich tun würde, ohne auch nur ein einziges Wort zu wechseln.

„Erzwo, schalte alle Deflektoren nach vorn“, befahl Luke und überging das mürrische Gepiepse des Astromechs, der das längst getan hatte.

Er schoss über die Oberseite eines der Frachter hinweg, dann tauchte er unter dem nächsten hindurch, und das alles im Zickzack, um jeden imperialen Jäger abzuschütteln, der vielleicht versuchte, ihn als Ziel zu erfassen. Direkt vor ihm rasten drei TIEs durchs All, während grüne Laserlanzen aus ihren Blasterkanonen zuckten. Laserschüsse prallten gegen Lukes Schilde, die bei jedem Treffer aufblitzten. Luke drehte nach Steuerbord und Wedge nach Backbord, wobei ihre Kanonen unablässig Energie spuckten. Einer der TIEs verschwand in einer Fontäne aus Feuer, während ein anderer mit einem Funken sprühenden und nun ziemlich verbogenen Sonnenpanel davontaumelte. Der dritte TIE wurde hochgezogen.

„Wedge! Runter!“

Luke stieß sein Steuerhorn nach vorn und ging in einen derartig steilen Sturzflug, dass er in den Sitz gepresst wurde und vor Anstrengung ein Grunzen ausstieß. Um ihn herum explodierten Laserschüsse und blendeten ihn. Er wich nach links aus, dann nach rechts und ignorierte Erzwos protestierendes Gezwitscher. Er hatte keine Zeit, einen Blick auf die Instrumente zu werfen, um zu sehen, ob Wedge noch am Leben oder sein X-Flügler von den vier TIEs verdampft worden war, die in der Mitte des Frachterkonvois gelauert hatten, um sie zu überfallen.

„Woher hast du …?“, begann Wedge, dann unterbrach er sich. „Weißt du, ich möchte nur mal eine Stunde lang erleben, wie es sich wohl fliegt, wenn einem die Macht den Rücken freihält.“

„Es ist fast so, wie wenn du mir Feuerschutz gibst“, erwiderte Luke mit einem Grinsen. „Und jetzt werden sie für den kleinen Trick bezahlen. Erzwo, schalt die Trägheitskompensatoren ein.“