Star Wars: Hunters - Kampf um die Arena - Mark Oshiro - E-Book

Star Wars: Hunters - Kampf um die Arena E-Book

Mark Oshiro

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Beschreibung

Star Wars Hunters ist ein neues actiongeladenes Videogame aus der weit, weit entfernten SWGalaxis. In 4 gegen 4 – Partien liefern sich Spieler auf unterschiedlichen Star Wars Schlachtfeldern epische Duelle. Der offizielle Jugendroman zum Game nimmt die junge machtsensitive Waise Raise in den Fokus, die versucht, sich in brandgefährlichen Arena-Kämpfen zu beweisen.

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Seitenzahl: 235

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Daniel José Older – ISBN 978-3-8332-4193-2

Nähere Infos und weitere Bände unter:

www.paninibooks.de

Roman

Von Mark Oshiro

Mit Illustrationen von Andie Tong

Basierend auf dem Spiel vonZynga und Lucasfilm Games

Ins Deutsche übertragen von Jan Dinter

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Titel der Amerikanischen Originalausgabe: „Star Wars: Hunters – Battle for the Arena“ Mark Oshiro, published by Lucasfilm Press, an imprint of Buena Vista Books Inc., November 2022.

© & TM 2023 LUCASFILM LTD. All Rights Reserved.

Deutsche Ausgabe 2023 by Panini Verlags GmbH, Schloßstr. 76,

70176 Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Geschäftsführer: Hermann Paul

Head of Editorial: Jo Löffler

Head of Marketing: Holger Wiest (E-Mail: [email protected])

Presse & PR: Steffen Volkmer

Übersetzung: Jan Dinter

Lektorat: Andreas Kasprzak

Umschlaggestaltung: tab indivisuell, Stuttgart

Satz und E-Book: Greiner & Reichel, Köln

YDSWJR007E

ISBN 978-3-7367-9815-1

Gedruckte Ausgabe:

1. Auflage, März 2023, ISBN 978-3-8332-4340-0

Findet uns im Netz:

www.starwars.com

www.paninibooks.de

PaniniComicsDE

Endlich hatte er sie gefunden.

Mit einem Frachter von Utapau über ein Transportschiff von Bothawui hatte er es zurück nach Corellia geschafft. Zurück nach Coronet City. Zurück an den Ort, an dem sie alles ruiniert hatte.

Und wo seitdem niemand mehr von ihr gehört hatte.

Er hatte die Kernwelten durchstreift. Die Kolonien. Den Inner Rim.

Bis er Geschichten über eine seltsame Frontfrau einer Band gehört hatte, die in den Cantinas auf Nar Shaddaa spielte. Eines Tages war sie einfach verschwunden. Und dann … Bestätigung. Er hatte sie auf einem Planeten aufgespürt, den nur wenige besucht hatten, bevor eine gewisse legendäre Hutten-Sammlerin ihn zu ihrer neuen Operationsbasis gemacht hatte.

Vespaara …

Er hatte seine Mannschaft erneuert.

Er hatte seine Familie erneuert.

Er hatte sich selbst erneuert.

Und jetzt, als er ihr das erste Mal in der Arena zusah, war er bereit, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Lasst die Spiele beginnen!

1. KAPITEL

Als Rieve Daq Dragus’ Tür aus ihren Schienen pustete, erinnerte sie sich, dass dies bereits das zweite Mal war, dass sie das tat.

Das erste Mal schien ein ganzes Leben lang zurückzuliegen. Sie war von Nar Shaddaa hierhergeeilt, nachdem sie im Holonet eine Werbung gesehen hatte, als sie in der Transportstation war:

SUCHEN SIE NACH ETWAS NEUEM?

BESITZEN SIE EINE BESONDERE GABE?

KÖNNEN SIE UM RUHM KÄMPFEN?

Im Hintergrund war ein Bild zu sehen: eine Rodianerin und ein Wookiee im Kampf. Dann wechselte es zu einem Kopfgeldjäger und einem Sturmtruppler, die mit Blastern aufeinander schossen.

Rieve fand die Idee, eine professionelle Jägerin in der Arena von Balada der Huttin zu werden, ansprechend. Viel wichtiger war jedoch, dass der Zeitpunkt perfekt war. Rieve konnte ihr Leben sauber hinter sich lassen. Sie hatte eine Wahl, anstatt zu etwas gezwungen zu werden, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen war.

Außerdem – auf eine völlig neue Art und Weise vor anderen auftreten? Das war aufregend. Es war ein bisschen beängstigend. Und es gab ihr neue Bahnen, in die sie ihre Energie lenken konnte. Sie bestieg den nächsten Transporter nach Vespaara und schwor sich, Eindruck zu hinterlassen.

Also beschloss sie, die Macht einzusetzen, um Daq Dragus’ Tür aufzubrechen.

Das Ding flog aus seinen Schienen und polterte auf den Boden, und Dragus sprang von seinem Schreibtisch auf. Er trug einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd und dazu ein orangefarbenes Halstuch, und ihr wurde klar, dass sich Dragus immer so kleidete, als würde er gleich eine Show abziehen. „Was glauben Sie eigentlich, wer –“

„Ich bin hier, um Ihre nächste Jägerin zu werden“, verkündete sie. „Haben Sie irgendwelche freien Stellen?“

Er starrte sie mit vor Schreck offenem Mund an. „Haben Sie eben meine Tür zerstört?“

Rieve schaute neben sich auf sie herunter. „Sie ist noch ganz“, stellte sie fest.

Dragus trat, immer noch etwas vorsichtig, näher an sie heran. „Wie haben Sie das gemacht? Wurfhaken?“

Er musterte sie und sah, dass alles, was sie bei sich trug, ein großer Seesack in ihrer Hand war.

„Offensichtlich haben Sie keine Ausrüstung zu Hilfe genommen“, folgerte er. „Also … etwas anderes.“

„Die Macht.“

Dragus musste tatsächlich lachen. „Die Macht?“

„Jep.“

„So wie … die Macht?“

„Nennt man sie noch irgendwie anders?“

„Diese Sache, die diese mythischen Jedi nutzen?“

Jetzt trat Rieve etwas näher. „Sie täten gut daran, nicht zu vergessen, dass ich keine Jedi bin“, sagte sie. „War ich nie, werd ich nie sein …“

Regungslos, als wären sie Angehörige des vintianischen Felsvolks, sahen sie sich einen Moment lang einfach nur an.

„Du hast Mumm“, sagte Dragus.

„Hab ich.“

„Starke Art.“

Dabei schnaubte sie. „Denke schon.“

„Und du fürchtest dich offensichtlich nicht, mich zu reizen.“

Rieve lächelte. „Nicht in diesem Zusammenhang.“

Dragus wandte sich von ihr ab und ging wieder zu seinem Schreibtisch. „Ich habe eine Partnerin“, sagte er. „Balada die Huttin. Sie hat diesen Planeten gegründet. Für gewöhnlich suche ich die Jäger aus, aber sie hat bei allen das letzte Wort. Es ist ihre Arena, und ich arbeite für Balada, nicht umgekehrt. Sie ist es, die man beeindrucken muss.“

„Wollen Sie andeuten, dass ich sie nicht beeindrucken kann?“

Jetzt musste Dragus schallend lachen. „Oh, du bist mir ja eine! Das gefällt mir.“ Er rieb sich das Kinn. „Gut. Du bist dabei.“

Und einfach so hatte sie die Chance bekommen, eine Jägerin zu werden. Trotz Baladas späteren Protests – Dragus hatte noch niemandem ein Trainingsangebot gemacht, den Balada nicht zuvor kennengelernt hatte – schloss sich Rieve einer Handvoll Rekruten an, Kämpfer, Krieger und Querulanten aus der ganzen Galaxis, die es alle auf die heiß begehrten Stellen als Jäger abgesehen hatten. So hatte ein knapper Monat voller Training und Tests begonnen. Jeden Tag stand sie auf, ging zur Arenaanlage und unterzog sich zahllosen Drills und Kursen in Techniken und Übungen zur Rollenbildung. Bei Letzterem flippte sie ein bisschen aus.

„Warum muss ich meine ‚Rolle‘ aufbauen, Dragus?“, fragte sie ihn nach ihrer ersten Trainingswoche. „Kann ich nicht einfach kämpfen?“

„Rieve, Rieve, Rieve“, sagte er, während er auf dem Ausbildungsgelände um sie herumging. Sie standen zwischen zwei Reihen von Trainings-Bots, die darauf programmiert waren, aufs Geratewohl durchzustarten, um die Reaktionszeit zu schärfen. „Du wirst nicht nur eine Kämpferin in der Arena sein. Du wirst eine Jägerin sein.“

„Und was jage ich?“ Sie machte spitzbübisch große Augen. „Etwas, das ich essen kann?“

„Nicht diese Art Jagd, Rieve“, sagte er und verdrehte die Augen. „Wir bauen hier etwas Besonderes auf, und ich weiß, du hast die Kämpfe in der Arena gesehen.“

„Klar. Sieht nach ’ner Menge Zusammenschlagen und Zusammengeschlagenwerden aus. Genau mein Ding.“

„Es ist nicht nur das. Vergiss nicht, dass ich ein Unterhaltungskünstler bin.“ Er breitete die Arme aus. „Ein Jäger zu sein, bedeutet mehr, als nur andere zu verprügeln. Nimm Sentinel. Seine Rolle ist die des Sturmtrupplers, der das Imperium verteidigt hat, bis es ihm nicht mehr passte, und der seine Fähigkeiten jetzt für die Kämpfe einsetzt. Die Leute kommen, um ihm zuzuschauen, weil man ihn so leicht hassen kann. Was du verstehen wirst, falls du es auf eine Spielerliste schaffst und eine Jägerin wirst.“

„Okay“, sagte Rieve. „Aber sind alle so?“

„Nein, gar nicht“, erklärte Dragus. „Der halbe Spaß ist die Entwicklung all der Charakterzüge und Merkmale, die deine Rolle in der Arena ausmachen. Nimm Utooni, die Jawa-Zwillinge. Die lieben es wirklich, ihren närrischen, listigen Kampfstil hochzuspielen. Du verstehst die Idee dahinter?“

„Denke schon“, sagte sie und strich den langen weißen Haarstreifen, der sich über die Mitte ihres Schädels zog, zur Seite. „Aber wenn ich reinkomme und eine Jägerin werde … wer werde ich dann sein?“

„Tatsächlich kam mir die Idee dazu, als du mein Büro so unsanft betreten hast.“

„Die Richtung gefällt mir schon mal“, sagte sie.

„Ich möchte, dass du ein Sith-Lord wirst.“

Zunächst hasste sie die Idee, weil … nun, weil sie kein Sith-Lord war. Sie war Kurierin auf Corellia gewesen und hatte in einer Band auf Nar Shaddaa gespielt. Nichts, was mit der Macht zu tun hatte. Sie war nur empfänglich für sie. Sie schenkte ihr ein paar Fähigkeiten – wenn man die Energieausbrüche, zu denen sie neigte, Fähigkeiten nennen mochte –, aber das war’s auch schon.

Doch je mehr sie übte und trainierte und ihre Wut und Wildheit auslebte, desto unterhaltsamer fand sie die Rolle des berüchtigten Sith-Lords. Sie übte eine Stimme ein. Einen Kampfstil. Sie half sogar mit beim Entwerfen eines Kostüms.

Noch hatte sie keine Chance gehabt, irgendetwas davon in der Arena einzusetzen, zumindest nicht wirklich.

Jetzt, als sie wieder vor Dragus in dessen Büro stand, war sie sich nicht sicher, ob sie dazu überhaupt einmal in der Lage wäre. Sie hielt ihr Datapad in der Hand, und dieses Mal war Dragus nicht allein; seine Geschäftspartnerin, Balada die Huttin, machte sich auf der anderen Seite des Büros breit. Baladas Anwesenheit beunruhigte Rieve. Die meiste Zeit verbrachte sie an Bord des riesigen Schiffes, das über der Arena schwebte, es sei denn, sie war unterwegs, um die Galaxis nach möglichen neuen Waffen, Schmuckstücken oder Jägern zu durchkämmen, die sie ihrer Sammlung hinzufügen konnte.

Nun, Rieve würde sich diesen Moment zunutze machen.

„Weißt du, normalerweise klopfen wir hier an“, sagte Dragus mit einem kühlen Lächeln.

„Me keepuna wermo“, murmelte Balada,und obwohl Rieves Kenntnisse in Huttisch begrenzt waren, verstand sie das Wesentliche:

Ich werde diese Närrin erschießen.

Rieve ignorierte sie. Sie knallte ihr Datapad auf Dragus’ Schreibtisch, gleich neben die braunen Stiefel, die er darauf hochgelegt hatte.

„Wo bin ich?“, fragte sie.

Dragus lächelte, schaute aber nicht auf das Datapad. „Du bist auf Vespaara.“

Sie starrte ihn wütend an. Oh, er hatte also eine dieser Launen. Das hatte sich für sie an dem Tag ausgezahlt, als sie in sein Büro geplatzt war. Aber jetzt? Er musste sie ernst nehmen! Sie war so weit gereist, um hierherzukommen; sie konnte nirgendwo sonst hin. Auf keinen Fall zurück nach Coronet City.

Selbst wenn man sie dort willkommen heißen würde, nachdem …

Auch egal.

„Cheekta rocka rocka.“

Okay, sie hatte keine Ahnung, was das jetzt bedeutete.

„Also, ich glaube nicht, dass mit Rieves Gehirn irgendwas nicht stimmt“, sagte Dragus, drehte sich dann aber in seinem Stuhl herum, um sie anzusehen. „Du etwa?“

„Sie haben meine Frage nicht beantwortet.“ Sie tippte mit dem Finger auf das Datapad. „Wo bin ich? Ich habe den Trainingsplan dreimal durchgesehen. Ich finde meinen Namen nirgends darauf.“

„Das ist mir klar.“ Dragus stand auf und ging um seinen Schreibtisch herum zu einem großen, leuchtenden Bildschirm, der an der gegenüberliegenden Wand befestigt war. Als er ihn berührte, erschien eine Ansicht der Arena von oben. Sie konnte jedes der einzelnen Schlachtfelder sehen, aus denen der Komplex bestand, verbunden durch unterirdische Tunnel und oberirdische Wege.

Da war die Front von Hoth. Das Ewok-Dorf auf dem Waldmond Endor. Das Nachwirkungen-Schlachtfeld, das mit Hoth begann und am anderen Ende zu Endor wurde. „Wir haben hier eine defekte Plattform, also werde ich rübergehen und dafür sorgen, dass sie repariert wird“, sagte er direkt zu Balada.

Rieve stellte sich ihm in den Weg. „Ich habe Ihnen eine Frage gestellt.“

Doch Dragus schaute weiterhin zu Balada. „Siehst du? Ich sagte doch, sie hat die richtige Einstellung.“

Balada knurrte, sagte aber nichts. Sie war größer als die meisten Hutten, denen Rieve über die Jahre begegnet war, und sie kleidete sich auch deutlich modischer. An diesem Tag trug sie einen geschmeidigen schwarzen Umhang, der sich an ihren dicken Körper schmiegte und den Großteil ihres muskulösen Schwanzes verdeckte.

„Aber glaubst du auch, du hast das Geschick?“, fuhr Dragus fort und schaute auf die Karte.

„Sie wissen, dass es so ist“, blaffte Rieve zurück. „Sonst hätten Sie mich nicht mit den anderen potenziellen Jägern trainieren lassen.“

„Wenn ich mich recht entsinne, habe ich dich trainieren lassen, weil du die Macht eingesetzt hast, um meine Tür quer durch mein Büro zu schmettern, schon vergessen? Weißt du, wann ich das letzte Mal gesehen habe, dass eine Person die Macht einsetzt? Das wäre dann nie.“

Dabei musste sie lächeln. „Schön und gut. Ich mag auf Sie neu und aufregend wirken, aber ich versichere Ihnen, dass ich das nötige Geschick besitze.“

Dieses Mal sah er sie an und grinste. „Du könntest gut fürs Geschäft sein“, sagte er. „Vielleicht sollte ich dir eine zweite Chance geben.“

„Eine zweite? Wann habe ich die erste verspielt?“

Als Dragus nicht antwortete, nahm sie ihr Datapad und drückte einen Knopf, um ein neues Bild erscheinen zu lassen. „Ich habe übrigens das hier gesehen.“ Sie hielt das Datapad hoch, auf dem ein Werbespot zu sehen war. Es war eindeutig eine Aufnahme einer Trainingsstunde, an der Rieve ein paar Tage zuvor teilgenommen hatte. „‚Sehen Sie einen echten Sith-Lord!‘“, las sie ab. „Sie werben mit mir als Jägerin, lassen mich aber nicht kämpfen?“

„Wer sagt, dass ich –“

„Ich trainiere seit fast einem Monat“, fuhr sie fort. „Frühmorgendlicher Drill, Rollentrainings, Rundgänge durch die Arena, verbale und digitale Prüfungen, um meine Kenntnisse der Arenasatzungen und -regeln zu bewerten, und nach all dem wollen Sie … mich einfach fallen lassen? Habe ich es irgendwann vermasselt? Warum haben Sie’s mir nicht gesagt?“

Balada die Huttin brach in Gelächter aus – ein dröhnendes Geräusch, das durch Dragus’ Büro hallte.

„Warum findet sie das lustig?“, wollte Rieve wissen. „Denn ich finde es nicht lustig.“

„Weil du den Witz nicht verstehst, Kleine“, sagte Dragus.

„Welchen Witz?“

„Der, in dem du nicht auf dem Trainingsplan stehst, weil du jetzt eine offizielle Jägerin bist.“

Sie war sprachlos, und ihre Wangen begannen zu glühen. Dass Balada jetzt noch lauter lachte, war auch nicht gerade hilfreich. „Wermo grandio!“, hustete sie zwischen ihren Lachern.

Rieve hatte den Begriff bereits gehört, und zugegebenermaßen kam sie sich tatsächlich wie eine Närrin vor.

„Ihr meint das ernst“, sagte sie, als Balada sich beruhigt hatte. „Eine richtige Jägerin?“

„Richtig.“

Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Und das ist kein Witz?“

Er gluckste. „Nein, Rieve, ist es nicht. Du hast den letzten Monat über im Training eine phänomenale Leistung gezeigt.“ Sie wollte etwas sagen, aber Dragus hob eine Hand, um sie davon abzuhalten. „Ich weiß, es könnte noch etwas zu früh dafür sein. Wir bauen beispielsweise immer noch deine Rolle auf, und niemand ist sich darüber im Klaren, welche typische Aktion ein Sith-Lord draufhaben könnte. Außerdem hattest du nicht gerade viel Zeit, um an Übungen zur Teambildung teilzunehmen, aber Balada und ich … wir glauben, du bist bereit.“

Rieve spürte, wie ihr ein Schauer der Begeisterung über den Rücken lief. „Danke“, sagte sie und ließ ihre Stimme so gefasst wie möglich klingen.

„Kein Grund, irgendwem zu danken“, meinte Dragus. „Wenn du es ernst meinst, lasse ich die Formulare und Verträge an dein Datapad schicken.“

„Ich meine es sehr ernst“, sagte sie. „Ihr werdet niemals jemanden finden, der es ernster meint.“

„Und du weißt, dass du in keiner anderen Arena kämpfen kannst. Dies bleibt dein einziges Wettkampfumfeld.“

„Selbstverständlich.“

„Perfekt“, sagte er. „Dann musst du nur noch heute Abend eine gute Leistung hinlegen.“

Sie erstarrte. „Moment! Was?“

Er zog eine Braue hoch. „Heute Abend. Dein erster Kampf. Willkommen im Leben der Jäger!“

Eine neue Emotion flammte in Rieve auf, und die war … die war ein bisschen gefährlicher. Würde die Sache zu überwältigend werden, wäre es gut möglich, dass sie es nicht schaffen würde, sich unter Kontrolle zu halten.

Das durfte sie nicht riskieren.

Also stellte sie sich so aufrecht hin, wie sie konnte. „Ich werde euch nicht enttäuschen“, sagte sie.

„Hagwa“, sagte Balada und flutschte an den beiden vorbei und aus Dragus’ Büro hinaus.

„Was hat sie gesagt?“, fragte Rieve.

„Nicht“, sagte Dragus.

„Was nicht?“

Er setzte wieder ein Lächeln auf, doch es erfasste nicht den Rest seines Gesichts.

„Enttäusche uns nicht.“

Er ging zur Tür seines Büros und bedeutete ihr, zu gehen.

Sie schluckte ihre Furcht hinunter. Heute Abend. Das konnte sie schaffen.

Sie verließ Dragus’ Büro und war sich immer noch etwas unsicher, worauf sie sich da eingelassen hatte.

2. KAPITEL

Rieve wusste, dass sie irgendwie die Zeit besser im Auge behalten musste. Sie verspätete sich beinahe, und es half auch nicht, dass Vespaara einen der seltsamsten Himmel besaß, den sie je gesehen hatte. Hier herrschte immerzu Zwielicht – Lichtverhältnisse also, als würde die Sonne gleich hinter dem Horizont verschwinden. Das war schön anzusehen – insbesondere die stetig wechselnden Polarlichter am Himmel –, aber es bedeutete auch, dass einem jeder Augenblick des Tages vorkam wie alle anderen auch.

Es erforderte auf jeden Fall Anpassung. Doch sie zeigte einem Sicherheitsdroiden am Hintereingang des Arenakomplexes ihre Scandocs, wurde durchgewunken, und dann … rannte sie.

Vorbei an Trainern und Medi-Droiden.

Vorbei an Charr dem Trandoshaner und Skora der Rodianerin, die bereits ihre Monturen trugen und offensichtlich auf dem Weg in den Kampf mit der zweiten Aufstellung des Abends in der Arena waren.

Vorbei an einem Techniktrupp, der den gesamten Tunnel einnahm.

Sie hatte absolut keine Gewissensbisse, weil sie die Macht einsetzte, um sie etwas beiseitezuschubsen.

Mit ein paar Sekunden übrig platzte sie in den Backstage-Bereich.

Dieser unter der Arena gelegene Bereich brummte vor Geschäftigkeit. Sie war nicht oft hier unten gewesen, und immer, wenn sie da war, war dieser Ort zu überwältigend für sie. Für sie sah es hier aus wie in einem Stock corellianischer Nimmersattkäfer: Leute hasteten von Station zu Station und schafften es dabei irgendwie, nicht zusammenzustoßen. Ein seltsames Summen lag über allem, eine gespenstische Mischung aus den Maschinen, die die Arena am Laufen hielten, und dem Grummeln der Gespräche zwischen Technikern, Droiden und dem Sanitätsstab.

Rieves Blick wanderte über leere Bacta-Tanks und kam auf dem langen Streifen mit Rüstplattformen zur Ruhe, der ihr Ziel war. Der Großteil der zweiten Aufstellung bereitete sich auf seine Kämpfe vor, die in Kürze beginnen sollten. In der Mitte des Raumes stand ein riesiger Monitor, um den herum lauter Techniker saßen und jeden Aspekt der Arena im Auge behielten: welches Schlachtfeld aktiv war; welche Spezialeffekte eingesetzt wurden; welchen Status die einzelnen Kämpfer auf dem Feld hatten. Über ihnen wurden Übertragungen vom Aussichtspunkt an Bord von Baladas Schiff angezeigt sowie von den Kameradroiden, die Bildmaterial für das Holonet einfingen.

Wenn sie hier lange genug stand, weckten die Bilder und Geräusche in ihrem Gehirn das Gefühl, es würde durchbrennen, also ging sie geradewegs zu ihrer Rüstplattform. Kurz bevor sie sie erreicht hatte, wurde sie angehalten.

Von J-3DI.

„Guten Abend, neue Rekrutin“, sagte er. „Daq Dragus sagte, ich solle dir vor unserem ersten gemeinsamen Match helfen, dich einzuleben!“

J-3DI überragte Rieve nicht, aber er war dennoch der größte Droide, den sie je gesehen hatte. Er hatte einen flachen, scheibenartigen Kopf mit leuchtenden Augen, der auf einen Körper montiert war, der beeindruckend und beweglich wirken sollte. Er war bereits als Jedi-Krieger eingekleidet samt wallender brauner Robe.

Rieve mochte J-3DI nicht allzu sehr. Sie dachte, er meinte es gut, so gut es eben jemand meinen konnte, der darauf programmiert war, ein gebildeter Jedi zu sein. Manchmal dachte sie, er sei … vieles. Er verfügte über eine scheinbar grenzenlose Datenbank an Informationen, die er liebend gern teilte, wann immer er es für angebracht hielt. Und das war, wie sich zeigte, immer! In den wenigen Wochen, seit er aufgetaucht war, hatte er die Neigung gezeigt, vor Rieve über die Macht und Jedi-Überlieferungen zu schwadronieren, obwohl sie doch tatsächlich machtbegabt war. Er aber war nur ein Droide.

An manchen Tagen wollte sie nicht zugeben, dass sie auch ein wenig verbittert war. Nach und nach hatte sie ein paar der anderen Jäger kennengelernt, die in der Arena kämpften, aber es blieben trotzdem Fremde für sie. Dennoch schienen alle von ihnen freundlich zu J-3DI zu sein. Es war natürlich kein Wettbewerb, aber … vielleicht ja doch. Nur ein bisschen.

Während J-3DI sie durch den Backstage-Bereich führte und ohne Ende von dem Unterstützungsteam schwafelte, das sie umgab, wurde ihr klar, dass seine Existenz wahrscheinlich ein Hinweis darauf war, dass Dragus sie immer als Teil des Teams dabeibehalten würde. Wozu überhaupt einen Jedi-Ritter bauen, der gegen einen Sith-Lord antritt, wenn man niemanden anheuerte, der die Rolle des Sith-Lords übernimmt?

Aber es spielte inzwischen auch keine Rolle mehr. Sie musste sich jetzt nur noch beweisen.

„Rieve?“

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen und sah J-3DI an. „Was?“

„Ich habe gefragt, ob du auch genau mit unseren Match-Arten vertraut bist“, sagte er.

Rieve sah mehrere Techniker zu dem Tunnel eilen, der zum Ewok-Dorf-Schlachtfeld führte. Sie nickte J-3DI geistesabwesend zu.

„Nun, ich denke, eine Auffrischung könnte helfen“, fuhr er fort.

„Klar“, sagte sie und ihre Aufmerksamkeit driftete ab. Er würde jetzt anfangen, ihr Dinge zu erzählen, die sie bereits wusste, oder?

„Generell gibt es also zwei Arten von Matches, an denen du an jedem beliebigen Tag teilnimmst“, erklärte J-3DI.

Jep, dachte sie. Das sind wir am zweiten Trainingstag durchgegangen!

„Obwohl ich gehört habe, es gebe noch eine dritte Art.“

Das gewann ihre Aufmerksamkeit. „Eine dritte? Aber ich habe nur für Kontrolle und Eskorte trainiert.“

„Ich würde mir keine Sorgen machen“, sagte er. „Es heißt, Dragus würde überlegen, das Gassenlauf-Schlachtfeld mit einer verkürzten Version von Huttenball zu ergänzen.“

Huttenball? Oh, Rieve gefiel Huttenball. In der Nähe befand sich eine größere Arena, die ausschließlich diesem Sport gewidmet war, und es war bekannt, dass sich Jäger nach Match-Schluss mit ein paar der professionellen Huttenballspieler zu der ein oder anderen Runde trafen. Der Sport war bisweilen außerordentlich brutal, und wenn Rieve nach einem stressigen Tag ihren Frust rauslassen musste, liebte sie es, beim Huttenball ordentlich einen draufzumachen.

„Aber diese Brücke überqueren wir erst, wenn wir sie erreichen“, sagte J-3DI.

Rieve sah ihn an und kratzte sich am Kopf. „Welche Brücke? Kämpfen wir auf einer Brücke?“

„Nein“, antwortete J-3DI. „Es gibt Brücken und oberirdische Querungen im Ewok-Dorf-…“

„Das war ein Witz, Jot-Drei.“

Er hielt inne und musterte sie mit seinen Okularprozessoren, der eine blau, der andere weiß. „Ja. Natürlich. Ein Witz! Damit bin ich vertraut. Mein Erbauer Sprocket – hast du ihn schon getroffen? Er erzählt viele Witze. Vielleicht wird er meine Programmierung mit ein paar von ihnen aktualisieren.“

Sie wollte noch einen auf seine Kosten reißen, aber er drängte übergangslos weiter. „Dort drüben ist Eskorte, wo man eine Ladung auf der anderen Seite des Schlachtfelds abliefern muss. Dein Team muss nahe bei ihr bleiben, um sie in Bewegung zu halten. Vielleicht trittst du auch in Kontrolle an, wo dein Team einen festgelegten Punkt einnehmen und verteidigen muss, bis die Spielzeit abgelaufen ist.“

„Das ist mir klar, Jot-Drei. Du weißt, dass ich das Training mitgemacht habe, oder?“

„Und ich nehme an, du weißt auch, dass dir jeden Tag ein Team willkürlich zugewiesen wird.“

„Natürlich“, sagte sie, obwohl sie im Stillen wünschte, dass es nicht so wäre. Die Vorstellung, eines Tages im selben Team wie J-3DI kämpfen zu müssen, begeisterte sie nicht gerade.

„Hast du schon deinen Trainer kennengelernt?“

„Meinen was?“

Rieve war sich nicht ganz sicher, ob das möglich war, aber sie meinte, ein übereifriges Lächeln aus J-3DIs Stimme herauszuhören. „Oh, dein Trainer ist dein wichtigster Ansprechpartner hier. Er hilft dir, in deine Rolle zu finden, behandelt unmittelbare medizinische Angelegenheiten, repariert Waffen und Ausrüstung und existiert im Allgemeinen nur, um dir zu assistieren.“

„Klingt toll“, sagte sie, aber ihre Aufmerksamkeit driftete bereits wieder ab. Sie konnte die verbliebenen Jäger sehen, die sich auf den Wettbewerb des heutigen Abends vorbereiteten.

Da war Zaina, die Rebellensoldatin, die neben ihrem Trainer saß, der ihr mit ihren Beinprothesen half.

Neben ihr stritten die Jawa-Zwillinge, die Utooni darstellten. Ohne den roten Mantel, den sie in der Arena verwendeten, trugen sie … kleinere braune Mäntel. Tja, wenigstens bleiben sie dem Mysteriösen treu, dachte Rieve. Die beiden unterbrachen ihren Streit, und einer von ihnen winkte ihr zur Begrüßung zu, was Rieve erwiderte.

Grozz, ein Wookiee und ehemaliger Huttenballspieler, machte Dehnungsübungen mit seinem Trainer, einem hochgewachsenen Dor-Namethianer. Sentinel, der ehemalige imperiale Soldat, inspizierte seinen schweren E-Netz-Repetierblaster. Die Kopfgeldjägerin Imara Vex war eine dunkelhäutige Menschenfrau, die gerade ihre Filzlocken zusammenband, damit sie unter ihren ubesisch aussehenden Helm passten. Wenn sie nicht auf Kopfgeldjagd von einem Planeten zum anderen reiste, war sie eine respekteinflößende Kraft in der Arena. Dizzy, ein Ugnaught, der im Leben nicht von seinem Droideka zu trennen war, brüllte seinen Trainer wie mit Schnellfeuerlippen wegen irgendetwas an. Betrat er allerdings erst einmal die Arena, wurde er Slingshot, der chaotische Kämpfer, der andere Jäger mit seinem individuell angepassten Droideka jagte.

So. Das war also ihre Kämpferliste. Diejenigen, mit denen oder gegen die sie jeden Tag in der Arena kämpfen würde. War es fair, dass sie sie eigentlich gar nicht kannte? Vielleicht war J-3DI seine Vertrautheit mit den anderen einprogrammiert worden.

Sie atmete tief durch, als sie mit J-3DI zu ihrer Rüstplattform ging. Alles, was sie tun musste, war, gut zu kämpfen. Und alles wäre gut. Außerdem hatte sie das Überraschungselement auf ihrer Seite. Rieve mochte die anderen Jäger nicht kennen, aber auch die wussten absolut nichts über sie.

Rieves Rüstplattform befand sich in einer Aussparung in der Wand, wurde von oben hell erleuchtet und bot Raum für drei bis vier Personen. Im Augenblick befand sich nur ein Mensch darin, der Medikamente und Bandagen auf einer Ablage am hinteren Ende der Plattform zurechtlegte. Als sie sich näherten, drehte er sich um und nahm Haltung an.

„Ah“, sagte J-3DI, „dein Trainer ist bereits hier!“

Der Mann – genauso groß wie J-3DI – streckte eine blasse Hand aus. Er hatte kurz geschnittenes braunes Haar und ein unscheinbares Gesicht. „Rothwell“, stellte er sich vor, als sie sich die Hände schüttelten. „Ich werde dein Trainer hier in der Arena sein.“

„Genau genommen ist es auch Rothwells erster Tag“, sagte J-3DI, der neben der Plattform wartete. „Er traf vor zwei Tagen ein, um die Vorbereitungen für –“

„Moment“, sagte Rieve und hielt eine Hand hoch, um J-3DI zu unterbrechen. „Zwei Tage?“

Rothwell nickte.

„Das bedeutet also …“ Rieve schüttelte den Kopf. „Balada hat definitiv entschieden, mir die Jäger-Rolle anzubieten, als sie den Werbespot verbreitet hat.“

J-3DI schien das einen Moment lang zu verarbeiten. „Korrekt“, sagte er. „Vielleicht auch früher – angesichts der Tatsache, dass ich von Sprocket das erste Mal vor einer Woche aktiviert wurde, damit du, eine Jägerin, die tatsächlich machtbegabt ist, einen Konkurrenten in der Arena hast, der dir ebenbürtig ist.“

Sie schnaubte verächtlich. „Ebenbürtig“, wiederholte sie und sah dann zu Rothwell. „Ich werde ihn heute Abend vernichten.“

„Unwahrscheinlich“, sagte J-3DI. „Ich verfüge über den modernsten Operationscode in der Galaxis sowie über alle derzeit verfügbaren Jedi-Weisheiten.“

Rieve trat nahe an J-3DI heran. „Aber weißt du auch, wie man kämpft?“

J-3DI zögerte. „Das werden wir heute Abend sehen, Rieve.“ Dann verneigte er sich feierlich. „Möge die Macht um dich sein, junger Sith-Lord.“

Das verschlug Rieve einen Moment lang die Sprache. Sie hatte selbst erlebt, dass Sprockets Programmierung von J-3DI oftmals am Ziel vorbeischoss. Sie korrigierte ihn jedoch nicht. Soll er sich doch irren, dachte sie. Ihr gefiel der dezente Vorteil, der sich für sie daraus ergab.

Rothwell wartete auf sie. „Legen wir los“, sagte er. „Wir haben eine Menge zu tun.“

Sie hob einen Finger. „Noch nicht“, sagte sie, griff dann in ihren Umhang und zog einen Audiochip hervor. „Das brauche ich zur Vorbereitung.“

Rothwell nahm den Chip und musterte ihn kurz. „Musik?“

Sie nickte.

Wenige Augenblicke später hallte das erste Kreischen einer Rückkopplung durch die Plattform, gefolgt von stampfenden Schlagzeugen und einer Flut an Klängen. Dazu brüllte aggressiver Gesang, und auf Rieves Gesicht legte sich ein Lächeln.

„Gonkrock?“, sagte Rothwell.

Rieve zog eine Braue hoch. „Kennst du?“

„Ja. Hatte vor Jahren ein paar Freunde auf Nar Shaddaa. Die haben dauernd darüber geredet.“

Sie fragte sich, was Rothwell wohl denken würde, wenn sie ihm erzählte, dass sie in einer Gonkrock-Band gesungen hatte. Die Musikrichtung hatte ihre Wurzeln bei Gruppen, die ihre Verstärker über Energiedroiden der GNK-Baureihe betrieben, und der Name war irgendwie hängen geblieben. Sie war laut. Sie war schnell.

Und sie würde niemals verraten, dass sie durch die Macht zu ihr zu sprechen schien.