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Jetzt können Star Wars Fans Die Geschehnisse in STAR WARS: Das Erwachen der Macht direkt aus den Augen zweier der wichtigsten Charaktere betrachten. Wie haben die junge Schrottsammlerin Rey und der abtrünnige Strumtruppler Finn die Ereignisse des 7. Teils der Saga erlebt? Hier ist die Antwort.
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Seitenzahl: 166
Veröffentlichungsjahr: 2017
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AUSSERDEM VON PANINI ERHÄLTLICH:
Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan (Journey to Star Wars: Die letzten Jedi)
Claudia Gray – ISBN 978-3-8332-3569-6
Star Wars: Die Legenden von Luke Skywalker (Journey to Star Wars: Die letzten Jedi)
Ken Liu – ISBN 978-3-8332-3570-2
Star Wars: Rogue One – Jugendroman zum Film
Matt Forbeck – ISBN 978-3-8332-3449-1
Star Wars: Das Erwachen der Macht – Jugendroman zum Film
Matt Forbeck – ISBN 978-3-8332-3026-4
Star Wars: Ahsoka
E. K. Johnston – ISBN 978-3-8332-3450-7
Star Wars: Blutlinie
Claudia Gray – ISBN 978-3-8332-3354-8
Star Wars: Verlorene Welten (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)
Claudia Gray – ISBN 978-3-8332-3194-0
Star Wars: Bewegliches Ziel – Ein Prinzessin Leia-Abenteuer
(Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)
Cecil Castellucci, Jason Fry – ISBN 978-3-8332-3197-1
Star Wars: Die Waffe eines Jedi – Ein Luke Skywalker-Abenteuer
(Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)
Jason Fry – ISBN 978-3-8332-3196-4
Star Wars: Im Auftrag der Rebellion – Ein Han Solo & Chewbacca-Abenteuer
(Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)
Greg Rucka – ISBN 978-3-8332-3195-7
Star Wars: Shadow Games – Im Schatten
Michael Reaves – ISBN 978-3-8332-3158-2
Star Wars: CORUSCANT NIGHTS Band 1 – Im Zwielicht
Michael Reaves – ISBN 978-3-8332-2906-0
Star Wars: CORUSCANT NIGHTS Band 2 – Straße der Schatten
Michael Reaves – ISBN 978-3-8332-2983-1
Star Wars: CORUSCANT NIGHTS Band 3 – Schablonen der Macht
Michael Reaves – ISBN 978-3-8332-2984-8
Nähere Infos und weitere Bände unter:
www.paninibooks.de
Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Titel der Amerikanischen Originalausgabe: „Star Wars: Rey’s Story“ by Elizabeth Schaefer and „Star Wars: Finn’s Story“ by Jesse J. Holland, published by Disney, Lucasfilm Press, an imprint of Disney Book Group, 2016.
© & TM 2017 LUCASFILM LTD.
Cover and interior art by Brian Rood
Deutsche Ausgabe 2017 by Panini Verlags GmbH, Rotebühlstraße 87,
70 178 Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.
Geschäftsführer: Hermann Paul
Head of Editorial: Jo Löffler
Head of Marketing: Holger Wiest (E-Mail: [email protected])
Presse & PR: Steffen Volkmer
Übersetzung: Jan Dinter
Lektorat: Andreas Kasprzak
Umschlaggestaltung: tab indivisuell, Stuttgart
Satz und E-Book: Greiner & Reichel, Köln
YDSWJR005E
ISBN 978-3-7367-9997-4
Gedruckte Ausgabe:
1. Auflage, Oktober 2017, ISBN 978-3-8332-3522-1
Findet uns im Netz:
www.paninicomics.de
PaniniComicsDE
VON ELIZABETH SCHAEFER
Basierend auf dem Drehbuch von LAWRENCE KASDAN & J. J. ABRAMS und MICHAEL ARNDT
Aus dem Englischen von Jan Dinter
Für die nächste Generation von Jedi– ES
INHALT
PROLOG
1. KAPITEL
2. KAPITEL
3. KAPITEL
4. KAPITEL
5. KAPITEL
6. KAPITEL
7. KAPITEL
8. KAPITEL
9. KAPITEL
10. KAPITEL
11. KAPITEL
12. KAPITEL
13. KAPITEL
14. KAPITEL
15. KAPITEL
EPILOG
PROLOG
Auf dem Asteroiden herrschte Stille. Seine riesigen, felsigen Berge warfen lange Schatten über die hohen Kämme und tiefen Schluchten auf der Oberfläche. Die schweren Metallerze, die sich durch den gesamten Felsbrocken zogen, hätten jedes Sensorensignal zurückgeworfen.
Es war das perfekte Versteck.
Rey trieb ihren A-Flügler voran. Das Schiff geriet ins Schlingern, als es von der Anziehungskraft des Asteroiden nach unten gezogen wurde, doch Rey korrigierte rasch ihren Kurs. Sie flog nicht das erste Mal durch ein Asteroidenfeld. Wenn sie den Zeitpunkt genau abpasste, könnte sie in einer der Höhlen unter ihr verschwinden und …
Blasterfeuer schlug in die Tragflächen von Reys Schiff! Es war zu spät. Der TIE-Jäger hatte sie gefunden.
Sofort gab Rey volle Energie auf die Schubtriebwerke und tauchte in die nächstgelegene Höhle ab. Das feindliche Schiff versuchte, ihr zu folgen, schaffte die Wende aber nicht rechtzeitig. Der TIE schoss am Höhleneingang vorbei, bevor er zurückflitzte, um ihr nachzujagen.
Du Idiotion!In Gedanken verpassteRey sich selbst einen Tritt, weil sie es zugelassen hatte, dass sich der Gegner so nah an sie heranpirschte. Rey atmete tief durch, konzentrierte sich von Neuem und flog tiefer in die verzweigte Höhle hinein. Sie war sich sicher, dass einer der Tunnel wieder hinauf zur Oberfläche führen musste.
Sie hörte Triebwerke kreischen, während der TIE immer näher an sie herankam. Wenn ihr nicht schnell eine Lösung einfiel, würde sie zerschellen. Ihre Sensorensignale prallten nutzlos am Gestein um sie herum ab. Aber auch ohne deren Orientierungshilfe erkannte Rey, dass die Felswände sich immer näher heranschoben. Der einzige Weg hinaus führte zurück.
Zurück …, lächelte Rey. Ihr kam eine verrückte Idee.
Wenn ihre Sensoren nicht funktionierten, bestand eine hohe Chance, dass es dem TIE ebenso erging. Langsam nahm Rey den Schub zurück und brachte ihr Schiff, so nahe sie konnte, an den Höhlenboden heran. Fast schon hörte sie die Kieselsteine vibrieren, während sie dahinzischte. Einen Zentimeter tiefer, und ihr A-Flügler wäre nur noch ein Haufen Schrott.
Rey hörte die Triebwerke des TIEs näher und näher kommen. Noch nicht.
Die Höhle fing an zu erzittern, als das feindliche Schiff den Abstand verringerte. Fast da.
In der Sekunde, in der Rey den TIE hinter sich heraufziehen sah, schlug sie auf die Rückschubwerke.
Der TIE feuerte mit seinen Zwillingslasern, doch seine Zielerfassung war völlig neben der Spur. Das Schiff streifte die Oberseite ihres Cockpits und jagte über ihr vorbei. Der TIE konnte jetzt unmöglich noch abbremsen. Unkontrolliert raste er tiefer in die enger werdende Höhle. Nur Sekunden später sah Rey das Leuchten einer Explosion, als der TIE in die Höhlenwand krachte.
„JA!“ Rey riss sich den Helm herunter und reckte die Faust …
Ihre Begeisterung ebbte jedoch im selben Moment ab, in dem sie sich umsah.
Es war schließlich nur ein Flugsimulator und jedes Mal, wenn sie den Helm wieder abnahm, hoffte ein Teil von ihr, sie würde auf wundersame Weise dorthin teleportiert werden, wo sie eigentlich hingehörte, zu ihrer Familie – wo immer das auch sein mochte. Sie saß immer noch im Rumpf des Imperialen Kampfläufers, den sie ihr Zuhause nannte. Die Sonne ragte immer noch bedrohlich in den Himmel, während sie schon hinter dem Horizont versank, und der sengende Wüstenwind scharrte immer noch an ihrer Tür.
Es war ein Abend wie so viele andere, die Rey schon allein auf dem sandigen Planeten Jakku verbracht hatte.
Rey gehörte jedoch nicht zu denen, die sich in Selbstmitleid suhlten. Sie schüttelte ihre Enttäuschung ab und fing an, ihre Sachen für den nächsten Tag zu packen. Ziemlich genau im Mittelpunkt des Raumschifffriedhofs lag ein abgestürzter Sternenzerstörer, den sie sich einmal genauer ansehen wollte. Wer konnte sagen, was für Beute sich daraus bergen ließ?
Sie füllte ihre letzte Feldflasche und stopfte sie in das Bündel, das neben ihrem Kampfstab lag. Sollten irgendwelche Gefahren auf sie lauern, wäre Rey bereit. Sie hatte schon viele Kämpfe überlebt, nicht nur im Simulator.
Aber darüber konnte sie sich am nächsten Tag noch sorgen.
Der Morgen würde schon früh genug kommen.
1. KAPITEL
Nicht nach unten schauen.
Rey wiederholte den Satz immer wieder, während sie an der Seite des gigantischen Sternenschiffes hinunterkletterte. Zwischen ihr und dem sandigen Wüstenboden in der Tiefe lagen mehr als fünfzig Meter rostigen Metalls. Langsam tastete Rey nach einem schmalen Überstand, auf den sie ihre Füße sicher setzen konnte. Der raue Wind Jakkus zerrte an ihrer Kleidung, aber Rey hielt sich mit aller Kraft fest und bewegte sich näher und näher an den festen Boden heran.
Bei jeder Bewegung klapperte Reys Beute in ihrer Umhängetasche. Die Ersatzteile, die sie an Bord des abgestürzten Schiffes gefunden hatte, würden ihr bei Unkar Plutt, dem Schrotthändler, mindestens eine volle Ration Essen einbringen, und die würde Rey zu Mahlzeiten für ein paar Tage strecken können.
Auf diese Weise verbachte Rey all ihre Tage auf Jakku. Sie wachte früh morgens auf und schnappte sich die Umhängetasche mit Wasser und Vorräten für den Tag. Dann stieg sie auf ihren Gleiter und brach zu dem weitläufigen Raumschifffriedhof auf. Überall in den Wüstenebenen lagen wertvolle Ersatzteile verstreut – wenn man wusste, wo man suchen musste. Am Ende eines Tages hatte sie für gewöhnlich genügend Altmaterial eingesammelt, um es gegen ein oder zwei Rationen Essen einzutauschen.
Wenn sie großes Glück hatte, fand sie Ersatzteile, die sie dazu verwenden konnte, ihren Gleiter zu reparieren oder die Fallen zu richten, die ihr Zuhause schützten.
An den besten Tagen fand sie alte Datenchips, die ihr Geschichten von der Galaxis außerhalb Jakkus erzählten. Die schwach leuchtenden Worte zauberten Bilder von Orten herbei, von denen Rey nur träumen konnte. Dann schloss sie die Augen und versuchte sich vorzustellen, wie die wunderbaren grünen Wälder oder endlosen blauen Ozeane dieser fernen Welten aussahen. Aber wenn sie die Augen öffnete, war sie wieder auf Jakku, und es gab nichts zu sehen außer der immer gleichen Wüste, die sich vor ihr erstreckte, seit sie sich erinnern konnte.
Reys schwere Stiefel schlugen stampfend auf den brennenden Boden, als sie endlich den Fuß des riesigen Wracks erreichte. Jetzt war nicht die Zeit für Träumereien. Sie musste ihre Beute zum Niima-Außenposten bringen, damit sie sie für ein Abendessen eintauschen und vor Sonnenuntergang nach Hause zurückkehren konnte.
Sie schob die Schutzbrille zurecht und wickelte eines der schmuddeligen, lockeren Tücher wieder fest, mit denen sie Arme und Beine vor der unerbittlichen Sonne schützte. Dann legte sie den Sack voller Beute auf ihren Sandschlitten. Dieses glatte Stück Außenhülle war Teil einer Mon-Calamari-Rettungskapsel gewesen, die Rey vor ein paar Saisons gefunden hatte. Seit sie ihn aus der Kapsel ausgebaut hatte, benutzte sie den Schlitten, um im Handumdrehen die größten Sanddünen hinabzurodeln. Das war praktisch – und machte auch noch jede Menge Spaß.
Rey sprang auf den Sandschlitten und rutschte darauf die Düne hinunter zu ihrem Gleiter. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, während ihr der warme Wind entgegenblies. Der Sandschlitten ließ sich nicht so geschmeidig lenken wie ihr Gleiter, aber das war Teil des Nervenkitzels.
Bald kam der Schlitten stockend vor dem Gleiter zum Stehen. Sie zurrte Beute und Schlitten am Gleiter fest und zischte dann der untergehenden Sonne entgegen.
Als der Niima-Außenposten in Sicht kam, konnte Rey gleich sehen, dass der kleine Raumhafen mit den vielen, verstreut herumstehenden Zelten von Kreaturen aller Größen und Formen nur so wimmelte. An einem Reinigungstisch hatte sich ein Pulk aus Schrottsammlern eingefunden. Für viele von ihnen war es ein erfolgreicher Tag gewesen. Zwei Melittos summten fröhlich, während sie eine klobige Konsole aus einem alten, trandoshanischen Sklavenschiff reinigten. Die blinden Gesichter der Melittos waren dem Himmel zugewandt, während sie mit ihren ultraempfindlichen Zilien über die Konsole fuhren. Auch ohne Augen konnten diese Wesen genauso gut Technologie säubern und reparieren wie sehende Spezies. Die Schaltkreise der Konsole sahen allesamt so aus, als würden sie funktionieren. Unkar würde ihnen für diesen Fund sicherlich Rationen für eine Woche geben.
Rey sprang von ihrem Gleiter und nahm nah bei den aufgeregten Melittos an dem Reinigungstisch Platz. Das Stimmengewirr des Marktplatzes drang von allen Seiten auf sie ein. Schrottsammler schwatzten über ihre jüngsten Funde, tauschten Tipps über neu entdeckte Wracks aus oder erzählten sich Neuigkeiten über Glücksritter, die in den Sinkenden Feldern verschollen waren.
Rey hörte gerade bei einer besonders interessanten Unterhaltung über eine neue Teedo-Siedlung mit, als sie ihn sah. Ein kleiner Junge, kaum mehr als sieben oder acht Jahre alt, trat aus einem nahe gelegenen Schiff. Er ging an der Hand einer älteren Frau, die, nach der Liebe und Aufmerksamkeit zu urteilen, mit der sie ihn ansah, seine Mutter sein musste. Der Junge zeigte aufgeregt auf die vielen Fremdwesen, die an ihnen vorübergingen. Er musste eine Million Fragen über den neuen Planeten haben. Seine Mutter beugte sich hinunter und strich dem Jungen spielerisch durchs Haar.
Gedankenverloren ahmte Rey die Bewegung der Mutter nach und streichelte sanft das Schrottteil in ihrer Hand. Rey konnte sich an ihre Eltern nicht erinnern. Sie wusste nicht, weshalb sie sie nach Jakku gebracht oder warum sie sie dort zurückgelassen hatten. Soweit sie wusste, waren sie schon lange tot. Trotzdem konnte sich Rey nie von der Hoffnung befreien, dass ihre Eltern eines Tages die Schiffsrampe hinunter und wieder in ihr Leben treten würden.
Rey blickte auf die Energiezelle, die sie gerade putzte. Sie war schon seit gut fünf Minuten sauber. Sie verdrängte die trüben Gedanken und trug die glitzernde Beute hinüber zu Unkars Fenster.
Die schlaffe Haut des Croluten wabbelte, während er die Ersatzteile betatschte, die Rey ihm vorlegte. Wieso sich der quallenartige Grobian einen Wüstenplaneten als Zuhause ausgesucht hatte, blieb Rey ein Rätsel. Es lag ihr aber auch nichts daran, es herauszufinden. Rey versuchte, ihre Unterhaltungen mit dem abstoßenden Schrottkönig so knapp wie möglich zu halten. Unkar beugte sich mit einem furchterregenden Lächeln vor und machte sein Angebot. „Was du mir heute gebracht hast, entspricht dem Wert … einer Viertelration.“
Sofort lag Rey der Protest auf den Lippen. Eine Viertelration? Ihre Beute war mindestens eine ganze Ration wert, wenn nicht sogar mehr! Aber der Gedanke, sich mit Unkar zu streiten, löste sich beinahe sofort wieder in Luft auf. Rey brauchte das Essen, und in dem kleinen Außenposten gab es sonst niemanden, mit dem man handeln konnte. Dafür hatte Unkar höchstpersönlich gesorgt.
Rey nickte und nahm das kleine Päckchen mit getrocknetem Gemüsefleisch an. Sie würde damit auskommen müssen.
„Der Nächste!“, rief Unkar, während Rey zurück zu ihrem Gleiter ging.
In dieser Nacht ging Rey besonders sorgfältig vor, als sie das Gemüsefleisch über dem Feuer kochte. Sie wollte nicht, dass auch nur ein Krümel davon verlorenging.
Der Duft des brutzelnden Essens war ihr tröstlich vertraut. Jeden Abend brachte sie die gleichen Rationen mit Gemüsefleisch und Polystärke nach Hause. Technologie war nicht das Einzige, das auf dem Schiffsfriedhof überlebt hatte. Die meisten Leute auf Jakku hatten sich angewöhnt, für ihr Frühstück, Mittag- und Abendessen die alten Imperialen Rationen zu verwenden. Die ständig gleichen Mahlzeiten machten Rey nichts aus; sie wünschte nur, sie würde gerechte Rationen erhalten. Reys Magen knurrte, als sie die Polystärke in eine Schale schüttete und mit einem Spritzer Wasser ansetzte. In Sekundenschnelle wuchs das Pulver zu einem brotartigen Laib heran. Das Abendessen war fertig.
Rey ging nach draußen, lehnte sich an den Fuß des Läufers und setzte einen alten Rebellenallianz-Pilotenhelm auf. Sie hatte den Helm vor Jahren gefunden und mochte das Gefühl, ihn aufzuhaben. Außerdem schützte sein Visier die Augen vor dem grellen Sonnenlicht, während sie aß.
Rey versuchte, die Mahlzeit so lange wie möglich zu strecken und genoss jeden Bissen, bis nichts mehr übrig war.
Morgen, beschwichtigte sich Rey. Morgen würde sie etwas finden, das so wertvoll war, dass sogar Unkar ihr dafür einen fairen Preis machen musste.
Ihre arglose Träumerei wurde von einem mechanischen Kreischen unterbrochen. Es klang … verängstigt? Was für ein Wesen konnte ein solches Geräusch von sich geben?
Rey zog den Helm ab und hörte den Schrei erneut, nur dass er dieses Mal gedämpfter und weiter entfernt klang. Wenn sie nicht sofort handelte …
Schnell schnappte sie ihren Kampfstab und rannte in die Richtung des mysteriösen Geräuschs. Wie es aussah, würde sie doch keinen geruhsamen Abend zu Hause verbringen.
2. KAPITEL
Das mechanische Kreischen wurde lauter. Rey rannte eine letzte Düne hinauf und entdeckte endlich die Quelle des Geräuschs.
In der Senke vor ihr ritt ein Teedo auf einem Luggabiest. Rey nahm sich einen Moment, um sich umzusehen, und ihr wurde klar, dass sie sich im Revier des Teedos befand. In Wirklichkeit besaß der rüpelhafte kleine Schrottsammler genauso wenig Anspruch auf diesen Wüstenstrich wie jeder andere auch. Aber die Teedos beharrten darauf, dass ihnen jedes Stückchen Technologie gehörte, das in ihren Revieren verstreut lag.
Und heute hatte der Teedo einen echten Glückstreffer gelandet. Er hatte einen kleinen, orange-weißen Droiden in seinem grobmaschigen Netz gefangen. Soweit Rey das erkennen konnte, befand sich der Droide nicht nur in einwandfreiem Zustand, sondern versuchte auch verzweifelt, zu entkommen. Er piepte, so laut er konnte. Halbkugel und Kugel, die Kopf und Körper ausmachten, drehten sich flink in alle Richtungen. Aber was hatte ein vollkommen unversehrter Droide hier draußen verloren? Und noch dazu ganz allein?
Es gab nur einen Weg, das herauszufinden. „Tal’ma parqual!“, rief sie in der Muttersprache des Teedos.
Der Teedo ignorierte sie.
Langsam wurde sie wütend. Der Droide wollte eindeutig nicht mit dem Teedo mitkommen. Rey rief erneut, dieses Mal mit einer leichten Drohung. „Patqual! Zatana tappen-aboo!“
Das gefiel dem Teedo überhaupt nicht. Er rief irgendetwas ziemlich Beleidigendes zurück und schob seine dicke Metallmaske zurecht.
Rey beachtete ihn kaum. Sie marschierte los und zog ihr Messer. Während der Teedo weiterhin leere Drohungen gegen sie ausspuckte, befreite sie den kleinen Droiden mit wenigen Schnitten aus dem Netz. Dann wandte sie sich wieder dem Teedo zu und sagte grimmig: „Noma! Ano tamata, zatana.“
Der Teedo überlegte kurz und kam dann offensichtlich zu dem Schluss, dass der Droide keinen Kampf mit Rey wert war. Abweisend hob er eine Hand und wendete sein Luggabiest in Richtung Horizont.
Rey warf dem Teedo noch einen stechenden Blick zu und beugte sich dann hinunter, um den Droiden auf Schäden zu untersuchen. Bis auf eine verbogene Antenne schien er unversehrt zu sein, und außerdem schien er nach wie vor ziemlich aufmüpfig. Er rollte dem davonreitenden Teedo hinterher und piepte wütend.
Für die meisten Leute hätte sich das Piepen wie mechanisches Kauderwelsch angehört. Rey aber hatte ein Händchen für Technologie und außerdem die Kommunikationsmuster von Droiden studiert. Und dieser Droide hier war besonders wortgewandt – speziell was seine Beleidigungen für den Teedo anging.
Rey konnte sich ein Lächeln über die Empörung des Droiden nicht verkneifen. „Schhh“, flüsterte sie beruhigend und legte eine Hand auf den kuppelförmigen Kopf.
Der Droide wurde stiller und pfiff dann fragend.
„Das ist nur ein Teedo. Er will deine Bauteile“, erklärte Rey.
Der Droide steckte diese Information spielend weg. Aus irgendeinem Grund schien er es gewöhnt zu sein, gejagt zu werden.
Rey kniete sich neben den geheimnisvollen Droiden. „Woher kommst du?“
Er piepte eine Antwort.
„Ach, geheim? Wirklich?“, sagte Rey ungläubig. „Ist bei mir auch so. Großes Geheimnis.“
Wenn der Droide es für sich behalten wollte, dann wollte Rey auch nicht weiter nachbohren. Sich in die Probleme anderer einzumischen, führte ihrer Erfahrung nach nur zu noch mehr Ärger. Sie hatte den Droiden davor gerettet, wegen seiner Teile auseinandergenommen zu werden. Ihre Arbeit war getan.
„Zum Niima-Außenposten geht’s da lang“, sagte Rey und zeigte in die Richtung der Siedlung. „Halt dich vom Kelvingrat fern. Und besser auch von den Sinkenden Feldern im Norden – dort verschlingt dich der Sand.“
Als Rey mit ihren Ratschlägen fertig war, stapfte sie wieder die Düne hinauf nach Hause.
Doch gleich darauf hörte sie das Sirren des Kugelkörpers, mit dem sich der Droide über den Sand bewegte.
„Hör auf, mir zu folgen“, sagte Rey bestimmt. „Du kannst nicht mit mir kommen.“
Erneut piepte der Droide jämmerlich.
„Nein!“
Aber der Droide gab nicht auf. Er erzählte ihr, dass er allein war und mehr als nur ein bisschen Angst hatte.
Das brachte Rey zum Stehen. Sie wusste, was es hieß, allein auf Jakku zu sein, ohne jemanden, der einen beschützte oder einem Gesellschaft leistete. Widerwillig gab sie dem Droiden ein Zeichen, ihr zu folgen.
Der Droide pfiff glücklich.
„Morgen Früh verschwindest du“, sagte Rey bestimmt.
Der Droide schien ihr jedoch nicht zuzuhören. Er pfiff fröhlich weiter, um die Landschaft zu kommentieren.
„Ja, hier draußen gibt’s eine Menge Sand“, erwiderte Rey nur ganz leicht sarkastisch.
Der Droide danke ihr diese Antwort mit seinem Namen: BB-8.
„Beebee-Acht?“, fragte Rey. „Na gut, hallo, Beebee-Acht.“
BB-8 fing wieder an zu zwitschern.
„Hör mal, du willst jetzt aber nicht die ganze Nacht durch quatschen, oder?“
BB-8 pfiff die kürzest mögliche Antwort.
„Gut“, sagte Rey. Sie wusste nicht, was sie von dem seltsamen Droiden und seiner „geheimen“ Mission halten sollte. Trotzdem war es nett, zur Abwechslung mal etwas Gesellschaft zu haben.
3. KAPITEL
Am nächsten Morgen half Rey BB-8 auf ihren Gleiter, und das Duo flog zum Niima-Außenposten. Unterwegs hielt sie an, um ein paar Wracks zu untersuchen, denn sie wollte nicht, dass der Extraausflug völlige Zeitverschwendung blieb. Falls sie etwas fand, das sie bei Unkar eintauschen konnte, konnte sie sich vielleicht sogar den Nachmittag freinehmen und mit ihrem Flugsimulator üben.
