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Ein Sturm zieht auf
Zwölf Jahre nach der Schlacht um Endor ist die Zeit des Friedens angebrochen. Die Überreste des Imperiums sind zerstreut, das Ansehen der Neuen Republik wächst von Tag zu Tag. Doch die Ruhe ist trügerisch: Während Luke sich auf die Suche nach der verschollenen Familie seiner geheimnisvollen Mutter macht, sieht sich Regierungschefin Leia mit den Yevethanern konfrontiert, die einen Krieg anstreben, wie ihn die Galaxis nie zuvor gesehen hat ...
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Seitenzahl: 504
Veröffentlichungsjahr: 2014
MICHAEL P. KUBE-MCDOWELL
DIESCHWARZEFLOTTE①
VORDEMSTURM
Roman
Aus dem Amerikanischen
von Heinz Nagel
WILHELMHEYNEVERLAG
MÜNCHEN
www.diezukunft.de
Zur Erinnerung an meinen Großvater,
Dayton Percival Deich, 1896–1975,
der an ein Universum voller Wunder
jenseits dieser Erde glaubte.
Und für meine Kinder,
Matthew Tyndall, geboren 1983,
und Amanda Kathryn, geboren 1995.
Möge ihr Leben eine vergnügte Reise
durch ihre eigenen Universen der Wunder sein.
Danksagung
Drei Menschen verdienen vor allen anderen meine Dankbarkeit, auch wenn meine bescheidenen Worte kaum dem gerecht werden können, was sie mir geschenkt haben. Diese drei Menschen sind Gwendolyn Zak, meine beste Freundin und Lebensgefährtin, für ihre unerschütterliche Liebe, Geduld, Unterstützung und ihren Glauben an mich; Tom Depree, mein Lektor, weil er an mich geglaubt und mir eine Chance gegeben hat; und Russ Galen, mein Agent, weil er für mich auf einen dünnen Ast hinausgeklettert ist und darauf vertraut hat, dass ich ihn nicht hinter ihm absäge. Dieses Buch würde ohne diese drei Menschen und ihren Beitrag dazu nicht existieren.
Außerdem möchte ich Gwen, Matt und Arlyn dafür danken, dass sie so hilfsbereite (»Hast du dieses Schiff nicht im letzten Kapitel in die Luft gejagt?«) und aufmunternde (»Wie geht’s weiter? Los, schreib schon!«) erste Leser waren. Sue Rostoni bei Lucasfilm hat dafür gesorgt, dass ich alle Hilfsmittel bekam, die ich verlangte, und ihr profundes Wissen über das Star Wars-Universum ins Feld geführt, um mich davon abzuhalten an historischen Wahrheiten zu rütteln. Meine »Mitreisenden« in diesem Universum, Vonda McIntyre, Roger MacBride Allen und Kevin J. Anderson haben ihre Kenntnisse und ihre Lagepläne der verschiedenen Minenfelder großzügig mit mir geteilt. Rich Mason, Timothy O’Brien, Matt Hart, Skip Shayotovich und der Rest der Fangemeinden in GEnie und CompuServe haben Details beigesteuert und mich ermuntert.
Während ich Before The Storm schrieb, fand ein lang erwarteter Umzug statt und außerdem die noch viel länger erwartete Geburt meiner Tochter. Rod und Marion Zak, Tracy Holland, Greg Cronau, Arlyn Wilson, Mary Ellen Wessels, Faye Wessels, Mike Thelan, Roberta Kennedy und andere Freunde und Verwandte haben im Schweiße ihres Angesichts und mit opfermutigem Einsatz dazu beigetragen, dass wir diese Veränderungen überstanden haben und ich trotzdem weiterarbeiten konnte.
Schließlich möchte ich mich bei George Lucas dafür bedanken, dass er mir seinen Segen erteilt hat, diese Geschichte in seinem wunderbaren Universum zu erzählen– einem Universum, das ich zum ersten Mal vor beinahe zwanzig Jahren in einem Kino in Mishawaka, Indiana, besucht habe. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages die Chance bekommen würde der Lebensgeschichte von Luke, Han, Leia und ihren Freunden und Feinden einige Kapitel hinzuzufügen, hätte ich ihn ausgelacht.
Heute bleibt mir davon noch ein Lächeln.
Michael P. Kube-McDowell
12. September 1995
Okemos, Michigan
PROLOG
Acht Monate nach der Schlacht von Endor.
Die orbitale Reparaturwerft des Imperiums bei N’zoth mit der Codebezeichnung Black 15 entsprach mit ihren neun großen, im Quadrat angeordneten Hellings der üblichen imperialen Bauweise. Am Morgen des Rückzugs von N’zoth waren alle neun Liegestellen von imperialen Kriegsschiffen besetzt. Normalerweise hätte eine solche Ansammlung von Sternzerstörern für jeden, der ihnen vor die Kanonen kam, ein beängstigender Anblick sein müssen. Aber an diesem Morgen war nur einer der neun Zerstörer einsatzbereit.
Zu dieser bedrückenden Erkenntnis kam Jian Paret, Kommandant der imperialen Garnison auf N’zoth, als er von seiner Kommandozentrale aus auf die Anlage hinausblickte. Die Instruktionen, die er vor wenigen Stunden erhalten hatte, flimmerten noch vor seinen Augen: Sie werden hiermit angewiesen, die planetarische Garnison mit höchstmöglichem Tempo bis zum letzten Mann zu evakuieren und dabei sämtliche raumtüchtigen Schiffe einzusetzen. Bevor Sie sich aus dem System zurückziehen, sind die Reparaturwerft und alle dort verbliebenen Anlagen zu zerstören.
Als Nil Spaar, der Führer der yevethanischen Untergrundbewegung, in einem Shuttle mit seinem ersten Kommandoteam zur Station aufstieg, schloss er sich Parets Einschätzung an. Die Befehle, die er zuletzt ausgegeben hatte, hallten noch in seinen Ohren: »Sämtliche Teams sind davon zu unterrichten, dass das Imperium den Befehl zur Evakuierung erteilt hat. Der Primärplan ist unverzüglich auszuführen. Dies ist für uns der Tag der Vergeltung. Diese Schiffe wurden mit unserem Blut bezahlt, deshalb werden sie uns gehören. Möge jeder von uns Yevetha Ehre machen.«
Neun Schiffe.
Neun Prisen.
Am schwersten beschädigt war die Redoubtable, die beim Rückzug von Endor unter schweren Beschuss geraten war. Bei den übrigen Schiffen handelte es sich um eine Vielfalt von Typen, angefangen bei alten mittelschweren Kreuzern, die aufgerüstet und wieder in Dienst gestellt worden waren, bis zur EX-F, einer Testvorrichtung für Waffen und Antriebssysteme, die man auf dem Rumpf eines Dreadnaught montiert hatte.
Der Schlüssel zu allem war der mächtige Zerstörer Intimidator, der an einer der Hellings angelegt hatte. Das Schiff war uneingeschränkt raumtüchtig und unversehrt. Man hatte es von den Kernwelten zu Black 15 geschickt, damit dort die abschließende Arbeit ausgeführt und auf der Heimatwerft des Kommandos eine Helling der Superklasse entlastet wurde.
Die Intimidator verfügte über ausreichend Raum, um die ganze Garnison aufzunehmen, und über mehr als genug Feuerkraft, um die Station und sämtliche dort befindlichen Schiffe zu vernichten. Paret hatte seinen Gefechtsstand innerhalb einer Stunde nach Empfang seiner Befehle auf die Brücke der Intimidator verlegt.
Aber die Intimidator konnte die Station nicht so schnell verlassen, wie Paret sich das gewünscht hätte. Er verfügte nur über ein Drittel der normalen Mannschaftsstärke, eine einzige Wache– zu wenig Personal, um ein Schiff dieser Größe schnell startbereit zu machen.
Außerdem waren neun von zehn Arbeitern auf Black 15 Yevethaner. Paret waren diese Skelettgestalten mit den farbenfrohen Gesichtern zutiefst zuwider, er verachtete sie. Am liebsten hätte er das Schiff um der Sicherheit willen völlig abgeriegelt oder im Interesse eines schnellen Starts zusätzliche Arbeitstrupps angefordert. Doch beides hätte die Yevethaner vorzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass die Besatzungstruppen im Begriff waren abzuziehen und N’zoth zu verlassen. Der angeordnete Rückzug von der Oberfläche des Planeten wäre damit möglicherweise gefährdet gewesen. Paret konnte lediglich eine Startübung anordnen und die damit verbundenen langwierigen Countdowns und Checks abwarten. Ansonsten würde er die regulären Trupps ihre Arbeit tun lassen, bis die Truppentransporter und das Shuttle des Gouverneurs gestartet waren und ihre Reise angetreten hatten. Erst dann konnte seine Mannschaft die Luken dichtmachen, ablegen und N’zoth den Rücken kehren.
Nil Spaar kannte Commander Parets Dilemma. Er wusste alles, was Paret wusste– und noch viel mehr. Schließlich hatte er fünf Jahre lang Verbündete der Untergrundbewegung in das Heer der Zwangsarbeiter eingeschleust. So geschah nichts von Bedeutung, was Nil Spaar nicht schnellstens erfuhr. Und aus all den ihm zugetragenen Informationen hatte er einen Plan von vollendeter Finesse geformt.
Er hatte den zahllosen kleinen ›Schnitzern‹ und ›Pannen‹ ein Ende bereitet und darauf bestanden, dass die Leute, die für das Imperium arbeiteten, sich anstellig zeigten und erstklassige Arbeit leisteten– und dabei so viel wie möglich über die Schiffe und deren Bedienung herausfanden. Er hatte dafür gesorgt, dass sich die Yevethaner ihren Vorarbeitern bei der Schwarzen Flotte unentbehrlich machten und sich das Vertrauen ihrer Befehlshaber erwarben.
Und diesem Vertrauen war es zuzuschreiben, dass sich niemand über den langsameren Ablauf der Arbeiten in den Monaten seit der Schlacht von Endor gewundert hatte und seine Yevethaner sich sowohl in der Reparaturwerft als auch in den auf Helling liegenden Schiffen ungehindert bewegen konnten.
Und indem sie jenes Vertrauen geduldig und wohlbedacht ausnutzten, hatten Nil Spaar und seine Gefolgsleute endlich den Punkt erreicht, an dem sie sich jetzt befanden.
Spaar wusste, dass er die Harridan, den Sternzerstörer der Victory-Klasse, der die Reparaturstation beschützt hatte und im System auf Patrouillenfahrt eingesetzt worden war, nicht mehr zu fürchten brauchte. Die Harridan war vor drei Wochen zum Fronteinsatz beordert worden und hatte sich den imperialen Streitkräften angeschlossen, die bei Notak in ein aussichtsloses Rückzugsgefecht verwickelt gewesen waren. Er wusste, dass Paret es nicht schaffen würde, seine Männer von der Intimidator fern zu halten, selbst dann nicht, wenn er die Schleusen sämtlicher Gefechtsstationen schließen würde. Yevethanische Techniker hatten an mehr als einem Dutzend Außenluken in den Sektionen 17 und 21 Manipulationen vorgenommen, die bewirkten, dass sie in der Zentrale noch als gesichert und geschlossen gemeldet wurden, wenn sie in Wirklichkeit längst geöffnet waren.
Er wusste außerdem, dass die Intimidator selbst dann, wenn sie sich von der Helling löste, an der sie vertäut war, keine Chance zur Flucht hatte, geschweige denn die Möglichkeit ihre Kanonen auf die zurückgelassenen Schiffe auszurichten. Die im Rumpf der Intimidator versteckten Sprengladungen würden ihre Hülle in dem Augenblick wie eine Eierschale aufplatzen lassen, in dem sie ihre Schilde aufbauten und damit das Signal blockierten, das die Bomben sicherte.
Als das Arbeitsshuttle sich der Anlegestelle näherte, verspürte Nil Spaar weder Furcht noch Unruhe. Alles Menschenmögliche war getan und der bevorstehende Kampf erzeugte in ihm ein Gefühl freudiger Erwartung. Er hegte keinen Zweifel am Ausgang des Kampfes.
Nil Spaar drang mit dem ersten Kommandoteam durch die Luken der Sektion 17 in die Intimidator ein, während sein Stellvertreter Dar Bille und sein Team Sektion 21 attackierten.
Kein Wort wurde gesprochen. Das war auch nicht notwendig. Die Mitglieder beider Teams waren mit der Struktur des Schiffes ebenso vertraut wie dessen imperiale Besatzung. Sie huschten wie Gespenster durch die Gänge, eilten durch Korridore, die von ihren Verbündeten in den Arbeitskommandos vorbereitet worden waren, zwängten sich durch Kriechschächte und kletterten über Leitern nach oben, die auf keinem Konstruktionsplan eingetragen waren. Binnen weniger Minuten hatten sie die Brücke erreicht, ohne dass man sie ein einziges Mal aufgehalten hatte oder dass sie zur Waffe gegriffen und einen Schuss abgegeben hätten.
Aber als sie die Brücke enterten, hielten sie ihre Waffen schussbereit. Sie wussten genau, welche Stationen besetzt sein würden, wo die Wachstation war und wer schiffsweiten Alarm auslösen konnte. Nil Spaar rief keinerlei Warnung, er gab keine theatralischen Erklärungen ab und forderte auch nicht zur Übergabe des Schiffes auf. Er trat lediglich auf den kommandierenden Offizier zu, hob seinen Blaster und feuerte ihn aus nächster Nähe auf den Offizier ab.
Im gleichen Augenblick schwärmte der Rest der Gruppe hinter ihm aus, jeder auf das ihm zugewiesene Ziel zu. Sechs Mann von der Brückenmannschaft der Intimidator wurden wegen der ungeheuren Gewalten, die sie mit einem Knopfdruck auslösen konnten, bereits in den ersten Sekunden an ihren Stationen außer Gefecht gesetzt. Die anderen, darunter Commander Paret, lagen Augenblicke später mit auf den Rücken gefesselten Händen und mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden.
Das Schiff zu übernehmen war nicht schwer. Die besondere Herausforderung für Spaar hatte darin bestanden, das Unternehmen zeitlich so abzustimmen, dass keine Vergeltungsschläge möglich waren.
»Signal vom Shuttle des Gouverneurs!«, rief einer der Yevethaner und ließ sich auf dem Platz des Fernmeldeoffiziers nieder. »Die Transporter starten von der Planetenoberfläche. Es werden keine Probleme gemeldet.«
Nil Spaar nickte zufrieden. »Bestätigen Sie das Signal! Dann verständigen Sie die Crew, dass wir starten, um die Garnison aufzunehmen. Und verständigen Sie die Station vom Abflug der Intimidator!«
Wie ein Schwarm Insekten, der in seinen Bau zurückkehrt, stieg die Flotte der imperialen Transporter von N’zoth auf und strebte auf den wie ein Dolch geformten mächtigen Sternzerstörer zu. An Bord der Insektenflotte drängten sich mehr als zwanzigtausend Bürger des Imperiums– Soldaten und Beamte, Techniker und Zivilisten.
»Alle Hangars öffnen!«, befahl Nil Spaar.
Jetzt, da ihr Ziel in Sicht war, verlangsamten die Transporter ihre Fahrt und reihten sich in Formationen auf.
»Automatische Zielerfassung aller Batterien aktivieren!«, rief Spaar.
Ein Aufstöhnen entrang sich den Gefangenen auf der Brücke, als sie nach den Großbildschirmen über ihren Stationen schielten, die von den Yevetha-Kommandos besetzt worden waren.
»Ihr Feiglinge!«, rief Commander Paret den Eindringlingen zu, Wut und Verachtung ließen seine Stimme bitter klingen. »Ein Soldat würde so etwas nie tun. Es ist unehrenhaft Menschen zu töten, die sich nicht verteidigen können.«
Nil Spaar ignorierte ihn. »Erfasste Ziele bestätigen!«
»Ihr jämmerlichen, bösartigen Narren. Sie haben doch schon gewonnen. Wie können Sie so etwas rechtfertigen?«
»Feuer frei!«, befahl Spaar.
Die Deckplatten vibrierten kaum, als die Batterien feuerten und die Transportschiffe eines nach dem anderen in Feuerbälle verwandelten. Es dauerte nicht lange. Niemand entkam. Augenblicke später hallten aus dem ganzen Schiff zahllose erschreckte Rufe aus den Lautsprechern. Viele Passagiere hatten das Gemetzel mitangesehen.
Nil Spaar wandte sich vom Bildschirm der Zielerfassung ab und ging quer über die Brücke zu der Stelle, wo Commander Paret auf dem Boden lag. Er griff in den Haarschopf des imperialen Offiziers, zerrte ihn unsanft zur Seite und rollte ihn dann mit der Stiefelspitze ganz herum. Mit einer Hand packte er die Aufschläge von Parets Uniformrock und zog den Offizier daran halb in die Höhe. Einen Moment lang stand er mit seinen kalten, weit auseinander liegenden schwarzen Augen, dem weißen Streifen, der seinen Nasenrücken bedeckte, und den tiefen, purpurfleckigen Vorsprüngen an Wangen und Kinn wie ein riesiger Rachedämon über seinen Gegner gebeugt.
Dann zischte der Yevethaner, ballte die Hand zur Faust und holte aus. Eine scharfe, gekrümmte Klaue schob sich aus seinem Handgelenk.
»Ihr seid Ungeziefer«, sagte er mit eisiger Stimme und wischte die Klaue über den Hals des imperialen Commanders.
Nil Spaar hielt den Mann fest, bis sein Todeskampf aufgehört hatte, dann ließ er die Leiche achtlos zu Boden fallen. Er drehte sich um und blickte auf seinen Gefolgsmann, der die Fernmeldestation übernommen hatte.
»Sagen Sie der Crew, dass sie Gefangene des Yevetha-Protektorats und seiner Gnaden des Vizekönigs sind!«, wies Nil Spaar ihn an und reinigte die Klaue am Hosenbein seines Opfers. »Sagen Sie allen, dass ihr Leben ab dem heutigen Tag davon abhängt, ob sie uns von Nutzen sind oder nicht. Und anschließend will ich den Vizekönig sprechen und ihm unseren Triumph melden.«
1
Zwölf Jahre später.
Das Fünfte Geschwader der Verteidigungsflotte der Neuen Republik materialisierte wie ein prachtvoller, todbringender Funkenregen in der ewigen Stille des Weltraums über dem Planeten Bessimir. Die Formation der Kriegsschiffe erschien waffenstarrend und Fäden gekrümmten Rauchs wie weißes Feuer hinter sich lassend unvermittelt aus dem Nichts. Plumpe Sternzerstörer behüteten schwerfällig anmutende Truppentransporter, während sich die Kreuzer mit spiegelnden Rümpfen an die Spitze setzten.
Zur gleichen Zeit tauchte ein ganzes Rudel kleinerer Schiffe auf, darunter Jäger, die blitzschnell einen kugelförmigen Verteidigungsschirm bildeten. Nachdem die Sternzerstörer in Stellung gegangen waren, spien ihre Flugdecks Dutzende zusätzlicher Jäger aus. Zur gleichen Zeit setzten die Transporter und Kreuzer die Bomber, Transportschiffe und Kanonenboote aus, die sie in die Schlacht getragen hatten. Es gab keinen Anlass, den Verlust eines vollbeladenen Trägers zu riskieren– eine Lektion, die die Republik unter Schmerzen gelernt hatte. Bei Orinda hatte der Kommandant des Flottenträgers Endurance seine Piloten in den Startbuchten warten lassen, um die kleineren Fahrzeuge so lange wie möglich vor imperialem Feuer zu schützen. Und da waren sie immer noch gewesen, als die Endurance unter dem geballten Feuer eines Supersternzerstörers in einem weißglühenden Feuerball explodiert war.
Wenig später stürzten sich mehr als zweihundert Kriegsschiffe aller Klassen auf Bessimir und seine zwei Monde, doch nur die Mannschaften der Schiffe konnten die ganze zerstörerische Macht der Armada hören und fühlen. Nur auf den Kanälen des Flottenkom, wo in den ersten Sekunden des Angriffs kodierte Geräusche knisternd zum Leben erwacht waren, wurde die Stille jäh zerrissen.
Im Mittelpunkt der gewaltigen Armada bewegte sich das Flaggschiff des Fünften Geschwaders, der Flottenträger Intrepid. Er war gerade erst auf den Werften von Hakassi fertig gestellt worden und seine Korridore rochen noch nach Dichtmasse und Reinigungsmitteln. Seine Echtraum-Schubaggregate gaben noch das schrille Quietschen von sich, das die Männer in den Maschinenräumen als ›Babygeschrei‹ bezeichneten. Mehr als ein Jahr würde erforderlich sein, bis die sich vermischenden Gerüche der Besatzung diese chemischen Ausdünstungen verdrängt haben würden, die jetzt den ersten Eindruck prägten. Aber nur noch hundert Betriebsstunden, und die Vibrationen der Antriebsaggregate würden um zwei Oktaven absinken; und dann würde nur noch das vertraute Dröhnen der eingelaufenen Schubanlage zu hören sein.
Auf der Brücke der Intrepid schritt ein hochgewachsener Dorneaner in Generalsuniform die halbkreisförmig angeordneten Kommandostationen und großen Sichtschirme ab. Ein unbewusster dorneanischer Abwehrreflex hatte seine Augenfalten anschwellen lassen, die Sorge ließ sein lederhäutiges Gesicht purpurrot leuchten. Der Einsatz lief erst seit einer Minute, und Etahn A’baths erste Operation hatte bereits Opfer in den eigenen Reihen gefordert. Der Flottentender Ahazi war zu weit gesprungen und zu dicht bei Bessimir aus dem Hyperraum gekommen. Für Gegenmaßnahmen war der Mannschaft keine Zeit mehr geblieben. Etahn A’bath blickte auf den vorderen Bildschirm, sah den hellen Lichtfleck in der oberen Atmosphäre und wusste, dass dieser Lichtfleck den Tod von sechs jungen Burschen anzeigte.
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