Steigern Sie Ihren finanziellen IQ - Robert T. Kiyosaki - E-Book

Steigern Sie Ihren finanziellen IQ E-Book

Robert T. Kiyosaki

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Beschreibung

Geldprobleme und finanzielle Sorgen sind in der heutigen, turbulenten Zeit keine Seltenheit. Doch nicht nur zu wenig Geld verursacht finanzielle Probleme, diese können sich auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit auch entwickeln, wenn kein Mangel an Geld besteht. Denn, so lautet der Grundsatz von Bestsellerautor Robert T. Kiyosaki, von Geld allein wird man nicht langfristig reich – auch nicht von Immobilien, Investmentfonds oder Wertpapieren. Das alles zu besitzen, nützt nämlich nichts, wenn man nicht weiß, wie man damit umgeht. Egal ob es einem gefällt oder nicht, beim Spiel des Geldes spielt jeder mit. Und es gilt: Je besser jemand die Regeln des Spiels beherrscht, desto höher ist sein eigener Punktestand und damit auch die Summe auf seinem Konto. Die Regeln des Geldes haben sich geändert und was uns die Schule an finanzieller Bildung vermittelt, reicht nicht aus, um die finanziellen Probleme zu lösen, mit denen wir heute konfrontiert sind. Die Lösung dieser Geldprobleme wird durch finanzielle Intelligenz ermöglicht. Wie Sie Ihren finanziellen IQ steigern und das notwendige finanzielle Wissen erwerben, um Ihrer Geldprobleme Herr zu werden, zeigt Robert T. Kiyosaki in Steigern Sie Ihren finanziellen IQ.

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Seitenzahl: 338

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ROBERT T. KIYOSAKI

RICH DAD’S

STEIGERN SIE IHREN FINANZIELLEN IQ

ROBERT T. KIYOSAKI

RICH DAD’S

STEIGERN SIE IHREN FINANZIELLEN IQ

WIE SIE INTELLIGENTER MIT IHREM GELD UMGEHEN

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

4. Auflage, November 2021

4th Edition, November 2021

© 2019 by FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Copyright der Originalausgabe: ©2008, 2013 by Robert T. Kiyosaki. All Rights reserved. This edition published by arrangement with Rich Dad Operating Company, LLC.

Die englische Originalausgabe erschien 2013 bei Business Plus, ein Imprint von Grand Central Publishing unter dem Titel Increase your financial IQ: Get Smarter with Your Money.

CASHFLOW and Rich Dad are registered trademarks of CASHFLOW Technologies, Inc.

CASHFLOW Quadrant (EBSI Stylized Logo) is a registered trademark of CASHFLOW Technologies, Inc.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzung: Monika Lubitz

Redaktion: Manuela Kahle

Korrektorat: Dunja Reulein

Umschlaggestaltung: Pamela Machleidt in Anlehnung an das Cover der Originalausgabe

Satz: inpunkt[w]o, Haiger (www.inpunktwo.de)

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

eBook: ePubMATIC.com

ISBN Print 978-3-95972-179-0

ISBN E-Book (PDF) 978-3-96092-328-2

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96092-329-9

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter unter www.m-vg.de

Inhalt

Vorwort

Anmerkungen des Autors

Einführung Macht Geld Sie reich?

Kapitel 1 Was ist finanzielle Intelligenz?

Kapitel 2 Die fünf Aspekte des finanziellen IQs

Kapitel 3 Der 1. Aspekt des finanziellen IQ: Mehr Geld verdienen

Kapitel 4 Der 2. Aspekt des finanziellen IQs: Ihr Geld schützen

Kapitel 5 Der 3. Aspekt des finanziellen IQs: Budgetierung Ihres Geldes

Kapitel 6 Der 4. Aspekt des finanziellen IQs: Nutzen Sie die Hebelwirkung

Kapitel 7 Der 5. Aspekt des finanziellen IQs: Verbesserte Informationsverarbeitung

Kapitel 8 Die Integrität des Geldes

Kapitel 9 Die Entwicklung Ihres finanziellen Talents

Kapitel 10 Entwicklung Ihres finanziellen IQs

Über den Autor

Vorwort

2004 traf ich Robert T. Kiyosaki zum ersten Mal. Unser gemeinsames Bestsellerbuch erschien im Jahr 2006. Anfang 2008 wurde es für mich umso deutlicher, dass das, worüber Robert spricht und lehrt, wichtiger ist denn je. Finanzielle Bildung ist für unser Land von entscheidender Bedeutung, und Roberts Scharfsinn in diesem Bereich ist unbestritten.

Schauen Sie sich an, was in unserem Buch Warum wir wollen, dass Sie reich werden besprochen wurde, und werfen Sie dann einen Blick auf das, was seitdem passiert ist. Meiner Ansicht nach wussten wir, wovon wir sprachen. Robert geht mit Steigern Sie Ihren finanziellen IQ einen Schritt weiter, und ich habe allen Grund zu glauben, dass er genauso vorausschauend sein wird, wie wir es im Jahr 2006 waren. Ich rate Ihnen, seinen Worten Aufmerksamkeit zu schenken.

Robert und ich haben ähnliche Ansichten. Und wir sind als Lehrer und Geschäftsmänner ähnliche Wege gegangen. Wir hatten beide reiche Väter, die geholfen haben, unser Leben, unser Denken und unsere vielen Erfolge mitzugestalten. Wir sind sowohl Unternehmer als auch Immobilieninvestoren, und wir sind erfolgreich, weil wir über finanzielle Bildung verfügen. Wir wissen, wie wichtig diese ist, und meinen es ernst, wenn es um finanzielle Kompetenz geht. Robert sagte: »Es ist finanzielle Bildung, die es den Menschen ermöglicht, Informationen über finanzielle Angelegenheiten zu verarbeiten und in Wissen umzuwandeln. Leider haben die meisten Menschen nicht die nötige finanzielle Bildung, um Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.« Ich kann dem nur zustimmen.

Bei Robert ist mir sofort aufgefallen, dass er nicht selbstgefällig ist. Er ist bereits sehr erfolgreich, denn er liebt, was er tut. Eine weitere Sache, die wir gemeinsam haben. Das ist Ihr Glück, denn er hat viele sehr gute Ratschläge zu geben. Wie ich bereits in Warum wir wollen, dass Sie reich werden sagte, was nützt es, über großartiges Wissen zu verfügen und es für sich zu behalten? Robert beantwortet diese Frage mit jedem Buch, das er schreibt, und Sie können sich glücklich schätzen, dass er es mit Ihnen teilt.

Einer der ersten Schritte, um reicher zu werden, ist, intelligenter mit Ihrem Geld umzugehen sowie Möglichkeiten zu nutzen, wenn sich diese ergeben. In diesem Moment halten Sie eine großartige Gelegenheit in Ihren Händen. Mein Rat an Sie ist, das Buch Steigern Sie Ihren finanziellen IQ sehr bewusst und aufmerksam zu lesen. So werden Sie auf dem richtigen Weg zur finanziellen Freiheit und auf dem richtigen Weg zum großen Erfolg sein. Übrigens, vergessen Sie nicht, groß zu denken. Wir sehen uns im Kreis der Sieger.

Donald J. Trump

Einführung

Macht Geld Sie reich?

Die Antwort ist Nein. Geld allein macht Sie nicht reich. Wir alle kennen Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, für Geld arbeiten, mehr Geld verdienen, aber nicht reicher werden. Ironischerweise sinken viele mit jedem Dollar, den sie verdienen, tiefer in die Schulden. Wir alle haben Geschichten von Lottogewinnern gehört, Menschen, die über Nacht zu Millionären wurden, und gleich wieder verarmt sind. Wir haben auch Geschichten über Immobilien gehört, die zwangsvollstreckt wurden. Anstatt die Hausbesitzer reicher zu machen und finanziell abzusichern, treibt die Immobilie sie aus ihren Häusern und ins Armenhaus. Viele von uns kennen Menschen, die Geld verloren haben, indem sie an der Börse investiert haben. Vielleicht ist Ihnen das auch passiert. Selbst die Investition in Gold, das weltweit einzige echte Geld, kann den Anleger sein gutes Geld kosten.

Meine erste echte Investition als junger Erwachsener war in Gold. Ich begann, in Gold zu investieren, bevor ich anfing, in Immobilien zu investieren. 1972, im Alter von 25 Jahren, begann ich mit dem Kauf von Goldmünzen, als Gold etwa 70 Dollar1 pro Unze kostete. Bis 1980 näherte sich der Goldpreis 800 Dollar pro Unze. Der Rausch war in vollem Gange. Gier wurde größer als Vorsicht. Gerüchte besagten, dass der Goldpreis 2.500 Dollar pro Unze erreichen würde. Immer mehr gierige Investoren begannen, Gold zu kaufen, obwohl sie es zuvor noch nie getan hatten.

Aber anstatt einige meiner Goldmünzen zu verkaufen und einen kleinen Gewinn zu erzielen, hielt ich daran fest und hoffte ebenfalls, dass der Goldpreis weiter ansteigen würde. Ungefähr ein Jahr später, als Gold unter 500 Dollar pro Unze fiel, verkaufte ich schließlich meine letzte Münze. Von 1980 an beobachtete ich, wie der Goldpreis immer tiefer und tiefer sank, bis er schließlich im Jahr 1999 bei 250 Dollar die Talsohle erreichte.

Obwohl ich dabei nicht viel Geld verdient habe, lehrte mich Gold viele unbezahlbare Lektionen über Geld. Als ich erkannte, dass ich Geld verlieren konnte, indem ich in echtes Geld, nämlich Gold, investierte, wurde mir klar, dass es nicht Gold, also der Vermögenswert, war, der wertvoll war. Es waren die mit dem Vermögenswert verbundenen Informationen, die den Menschen letztendlich reich oder arm machten. Mit anderen Worten, es sind nicht Immobilien, Aktien, Investmentfonds, Unternehmen oder Geld, die den Menschen reich machen. Es sind Informationen, Wissensvorsprung, Weisheit und Knowhow, die man zusammengenommen als finanzielle Intelligenz bezeichnen kann, die einen wohlhabend machen.

Golfunterricht oder Golfschläger

Ein Freund von mir ist ein Golffanatiker. Er gibt Tausende von Dollar im Jahr für die neuesten Golfschläger und Golfausrüstung aus, die auf den Markt kommen. Das Problem hierbei ist, dass er sich weigert, auch nur einen Cent für Golfunterricht auszugeben. Folglich bleibt sein Golfspiel dasselbe, obwohl er die neueste und tollste Golfausrüstung besitzt. Wenn er sein Geld in Golfunterricht investieren und die Schläger des letzten Jahres benutzen würde, wäre er vielleicht ein viel besserer Golfer.

Das gleiche verrückte Phänomen tritt im Spiel um Geld auf. Milliarden von Menschen investieren ihr hart verdientes Geld in Vermögenswerte wie Aktien und Immobilien, aber fast nichts in Informationen. Daher bleibt ihr Kontostand in etwa gleich.

Keine magische Formel

Dies ist kein Buch, das beschreibt, wie Sie schnell reich werden, oder das Ihnen eine Zauberformel an die Hand gibt. In diesem Buch geht es um die Steigerung Ihrer finanziellen Intelligenz, Ihres finanziellen IQs. Es geht darum, reicher zu werden, indem Sie klüger werden. Es geht um die fünf grundlegenden Aspekte finanzieller Intelligenz, die erforderlich sind, um reicher zu werden, unabhängig davon, wie sich die Wirtschafts-, Aktien- oder Immobilienmärkte bewegen.

Die neuen Regeln des Geldes

In diesem Buch geht es auch um die neuen Regeln des Geldes, die sich 1971 änderten. Wegen dieser Regeländerungen sind die alten Regeln überholt. Viele Menschen haben finanziell zu kämpfen, weil sie weiterhin nach den alten Regeln des Geldes handeln. Alte Regeln wie hart arbeiten, Geld sparen, Schulden begleichen und langfristig in ein gut diversifiziertes Portfolio mit Aktien, Anleihen und Investmentfonds zu investieren. In diesem Buch geht es darum, nach den neuen Regeln des Geldes zu spielen, aber um das zu tun, müssen Sie Ihre finanzielle Intelligenz und Ihren finanziellen IQ erhöhen.

Nachdem Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie genauer feststellen können, ob es für Sie besser ist, nach den alten Regeln oder den neuen Regeln des Geldes zu spielen.

Finden Sie Ihr finanzielles Talent

In Kapitel 9: Die Entwicklung Ihres finanziellen Talents dieses Buches geht es darum, Ihr finanzielles Talent zu entdecken, indem Sie alle drei Teile Ihres Gehirns nutzen. Wie die meisten von uns wissen, sind die drei Teile unseres Gehirns die linke Hemisphäre, die rechte Hemisphäre und das Unterbewusstsein.

Die meisten Menschen werden nicht reich, weil das Unterbewusstsein der mächtigste der drei Teile des Gehirns ist. Zum Beispiel können Menschen sich im Bereich Immobilien fortbilden und anhand der linken und rechten Gehirnhälften genau wissen, was sie tun sollen, aber der mächtige unterbewusste Teil ihres Gehirns kann die Kontrolle übernehmen und sagen: »Oh, das ist zu riskant. Was ist, wenn du dein Geld verlierst? Was ist, wenn du einen Fehler machst?« In diesem Beispiel verursacht das Gefühl der Angst, dass das Unterbewusstsein des Gehirns gegen die Wünsche der linken und rechten Gehirnhälfte arbeitet. Einfach gesagt, um Ihr finanzielles Talent zu entwickeln, ist es wichtig, dass Sie zuerst wissen, wie man alle drei Teile seines Gehirns dazu bringt, in Harmonie und nicht gegeneinander zu arbeiten. Dieses Buch wird Ihnen erklären, wie Sie das machen können.

Kurz zusammengefasst

Viele Menschen glauben, dass sie Geld brauchen, um Geld zu erwirtschaften. Das ist nicht wahr. Erinnern Sie sich stets daran, dass wenn es möglich ist, Geld durch eine Investition in Gold zu verlieren, Sie Geld immer und überall verlieren können. Letztendlich ist es nicht Gold, Aktien, Immobilien, harte Arbeit oder Geld, das Sie reich macht, sondern das, was Sie über Gold, Aktien, Immobilien, harte Arbeit und Geld wissen. Letzten Endes ist es Ihre finanzielle Intelligenz, Ihr finanzieller IQ, der Sie reich macht.

Bitte lesen Sie weiter und werden Sie reicher, indem Sie finanziell intelligenter werden.

Kapitel 1

Was ist finanzielle Intelligenz?

Als ich fünf Jahre alt war, wurde ich eiligst ins Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. So wie ich es verstehe, hatte ich eine schwere Ohreninfektion, eine Komplikation meiner Erkrankung an Windpocken. Obwohl es eine beängstigende Erfahrung war, bewahre ich auch die kostbare Erinnerung an die Liebe meines Vaters, meines jüngeren Bruders und meiner beiden Schwestern, die auf dem Rasen vor dem Krankenhausfenster standen und mir winkten, wie ich dort im Bett lag. Meine Mutter war nicht dabei. Sie war zu Hause, selbst krank im Bett und hatte mit einem schwachen Herzen zu kämpfen.

Im selben Jahr wurde auch mein jüngerer Bruder ins Krankenhaus gebracht, nachdem er in der Garage gestürzt war und sich den Kopf angeschlagen hatte. Meine jüngere Schwester war die nächste. Sie brauchte eine Operation am Knie. Und die Jüngste, meine Schwester Beth, ein Neugeborenes, hatte eine schwere Hauterkrankung, die die Ärzte immer wieder vor ein Rätsel stellte.

Es war ein hartes Jahr für meinen Vater, und er war der Einzige von uns sechs, der keine medizinische Hilfe brauchte. Die gute Nachricht ist, dass wir uns alle erholt haben und danach ein gesundes Leben führten. Die schlechte Nachricht waren die Arztrechnungen, die sich nach und nach stapelten.

Mein Vater mag in diesem Jahr nicht krank geworden sein, aber er wurde mit einer lähmenden Bürde belastet – einem Berg an Schulden für die medizinische Versorgung seiner Familie.

Damals war mein Vater Doktorand an der Universität von Hawaii. Er war ein brillanter Student, erhielt seinen Bachelor-Abschluss nach nur zwei Jahren und träumte davon, eines Tages Hochschullehrer zu werden. Jetzt, mit einer sechsköpfigen Familie, einer Hypothek und hohen Arztrechnungen, gab er seinen Traum auf und nahm eine Stelle als stellvertretender Schulleiter in der kleinen Stadt Hilo auf der Big Island von Hawaii an. Damit er es sich leisten konnte, unsere Familie von einer Insel auf eine andere zu transportieren, musste er einen Kredit bei seinem eigenen Vater aufnehmen. Es war eine schwere Zeit für ihn und unsere Familie.

Obwohl er im Beruf enormen Erfolg hatte und schließlich seinen Doktortitel verliehen bekam, vermute ich, dass es meinen Vater bis ans Ende seines Lebens schmerzte, dass er nie seinen Traum verwirklichen konnte, Hochschullehrer zu werden. Er sagte oft: »Wenn ihr Kinder nicht mehr zu Hause seid, gehe ich zurück an die Schule und mache das, was ich liebe: unterrichten.«

Anstatt zu unterrichten, wurde er schließlich Leiter des Bildungsressorts des Staates Hawaii, arbeitete also in der Verwaltung, kandidierte dann als stellvertretender Gouverneur und verlor. Im Alter von 50 Jahren war er plötzlich arbeitslos. Bald nach der Wahl starb meine Mutter plötzlich im Alter von 48 Jahren an ihrem schwachen Herzen. Von diesem Verlust erholte sich mein Vater nie.

Wieder einmal häuften sich Geldprobleme. Jetzt, da er keine Arbeit mehr hatte, entschied er sich, die für seine Altersvorsorge gedachten Ersparnisse aufzulösen, und investierte in ein überregionales Eis-Franchise. Damit verlor er sein ganzes Geld.

Je älter er wurde, umso mehr fühlte sich mein Vater von seinen Altersgenossen im Stich gelassen; seine Karriere war vorbei. Ohne seine Stelle als Ressortleiter im Bildungsministerium hatte er seine Identität verloren. Er wurde immer wütender auf seine reichen Klassenkameraden, die ins Geschäftsleben gegangen waren und nicht wie er auf eine formelle Ausbildung gesetzt hatten. Verbittert beklagte er sich oft: »Ich habe mein Leben der Bildung der Kinder auf Hawaii gewidmet, und was bekomme ich? Nichts. Meine zu Bonzen mutierten Klassenkameraden werden reicher, und was bekomme ich? Nichts.«

Ich werde nie erfahren, warum er nicht zurück an die Universität gegangen ist, um zu unterrichten. Ich glaube, es war, weil er sich sehr bemüht hatte, schnell reich zu werden und die verlorene Zeit aufzuholen. Er jagte zweifelhaften Geschäften nach und umgab sich mit redegewandten Betrügern. Keine seiner Unternehmungen, die ihn schnell reich machen sollten, ging auf.

Wären da nicht die paar Gelegenheitsjobs und die Sozialversicherung gewesen, hätte er vielleicht bei einem seiner Kinder einziehen müssen. Ein paar Monate bevor er im Alter von 72 Jahren an Krebs starb, bat mich mein Vater zu sich ans Bett und entschuldigte sich dafür, dass er uns Kinder mit so wenig zurückließ. Ich hielt seine Hand, legte meinen Kopf auf diese, und wir weinten zusammen.

Nicht genug Geld

Mein armer Vater hatte sein ganzes Leben lang Geldprobleme. Egal, wie viel Geld er verdiente, sein Problem war, nicht genug Geld zu haben. Seine Unfähigkeit, dieses Problem zu lösen, verursachte ihm bis zu seinem Tod große Schmerzen. Tragischerweise fühlte er sich sowohl in beruflicher Hinsicht als auch als Vater als Versager.

Typisch für Akademiker, schob er seine finanziellen Probleme, so weit möglich, beiseite und widmete sein Leben einer höheren Sache als dem Geld. Er behauptete standhaft, dass Geld keine Rolle spiele, auch wenn es das tat. Er war ein großer Mann, ein großartiger Ehemann und Vater und ein brillanter Lehrer; doch es war diese Sache namens Geld, die oft den Ton angab, ihn im Stillen quälte und leider gegen Ende das Maß war, anhand dessen er sein Leben beurteilte. So klug er auch war, er hatte seine Geldprobleme nie gelöst.

Zu viel Geld

Mein reicher Vater, der begann, mir etwas über Geld beizubringen, als ich neun Jahre alt war, hatte auch Geldprobleme. Er löste seine Geldprobleme anders als mein armer Vater. Er erkannte an, dass Geld eine Rolle spielt, und deshalb bemühte er sich, seine finanzielle Intelligenz bei jeder Gelegenheit zu steigern. Für ihn bedeutete das, seine Geldprobleme direkt anzugehen und aus diesem Prozess zu lernen. Mein reicher Vater war akademisch gesehen nicht annähernd so klug wie mein armer Vater, aber weil er seine Geldprobleme anders löste und seine finanzielle Intelligenz steigerte, war das Geldproblem meines reichen Vaters, zu viel Geld zu besitzen.

Mit zwei Vätern, einem reichen und einem armen, lernte ich, dass wir alle Geldprobleme haben.

Die Geldprobleme der Armen sind:

Nicht genug Geld zu haben.

Kredite bei finanziellen Engpässen zu Hilfe zu nehmen.

Die steigenden Lebenshaltungskosten.

Je mehr sie verdienen, desto mehr Steuern zahlen sie.

Angst vor Notfällen.

Schlechte Finanzberatung.

Nicht genug Rente.

Die Geldprobleme der Reichen sind:

Zu viel Geld zu haben.

Es sicher und gut angelegt aufzubewahren.

Nicht zu wissen, ob die Leute sie mögen oder ihr Geld.

Klügere Finanzberater zu brauchen.

Verwöhnte Kinder großzuziehen.

Nachlass- und Erbschaftsplanung.

Zu hohe Steuern.

Mein armer Vater hatte sein ganzes Leben lang Geldprobleme. Egal, wie viel Geld er verdiente, sein Problem war, nicht genug Geld zu haben. Mein reicher Vater hatte auch Geldprobleme. Sein Problem war, zu viel Geld zu besitzen. Welches Geldproblem wollen Sie?

Schlechte Lösungen für Geldprobleme

Früh zu lernen, dass wir alle Geldprobleme haben, egal, wie reich oder wie arm wir sind, war für mich eine sehr wichtige Lektion. Viele Menschen glauben, dass wenn sie viel Geld hätten, ihre Geldprobleme vorbei wären. Sie wissen nicht, dass viel Geld noch mehr Geldprobleme verursacht.

Eine meiner Lieblingswerbungen ist die für ein Finanzdienstleistungsunternehmen, und sie beginnt mit dem Rapper MC Hammer, der mit schönen Frauen tanzt, mit einem Bentley und einem Ferrari und einer extrem überdimensionalen Villa hinter ihm. Im Hintergrund werden Luxusartikel in die Villa gebracht. Zu alldem wird MC Hammers One-Hit-Wonder »U Can’t Touch This« gespielt. Dann wird der Bildschirm schwarz, und die Worte »15 Minuten später« werden angezeigt. In der nächsten Szene sieht man MC Hammer, wie er auf einem Bordstein sitzt, den Kopf in die Hände gestützt, vor derselben tollen Villa, neben einem Schild mit der Aufschrift »ZWANGSVERSTEIGERT«. Der Sprecher sagt: »Das Leben holt dich schnell ein. Wir sind da, um zu helfen.« Die Welt ist voller Leute wie MC Hammer. Wir alle haben von Lotteriegewinnern gehört, die Millionen gewinnen und dann ein paar Jahre später tief verschuldet sind. Oder von dem jungen Profisportler, der, solange er spielt, in einer Villa lebt, und wenn seine aktive Zeit vorbei ist, unter einer Brücke. Oder der junge Rockstar, der in seinen Zwanzigern Multimillionär ist und in seinen Dreißigern eine Stelle sucht. (Oder der Rapper, der mit Finanzdienstleistungen hausiert, die er wahrscheinlich schon längst genutzt hatte, als er sein Geld verlor.)

Geld allein löst Ihre Geldprobleme nicht. Deshalb können die Geldprobleme armer Menschen nicht gelöst werden, indem man ihnen Geld gibt. In vielen Fällen bleibt dadurch das Problem nur länger bestehen und schafft mehr arme Menschen. Nehmen Sie zum Beispiel die Idee der Sozialhilfe. Von der Zeit der Weltwirtschaftskrise bis 1996 garantierte die Regierung der Vereinigten Staaten den Armen der Nation Geld unabhängig von persönlichen Umständen. Alles, was man tun musste, war, die Anforderungen für die Klassifikation für Armut zu erfüllen, um regelmäßige Zahlungen von der Regierung zu erhalten. Wenn man Initiative zeigte, eine Stelle fand und genug verdiente, um über der Armutsgrenze zu kommen, kürzte die Regierung die Leistungen. Natürlich hatten die Armen dann andere Kosten im Zusammenhang mit der Arbeit, die sie vorher nicht hatten, wie Uniformen, Kinderbetreuung, Transport et cetera. In vielen Fällen hatten sie weniger Geld als zuvor und weniger Zeit. Das System kam denen zugute, die faul waren, und bestrafte diejenigen, die Initiative zeigten. Das System schuf mehr arme Menschen.

Harte Arbeit löst keine Geldprobleme. Die Welt ist voller hart arbeitender Menschen, die kein Geld haben; hart arbeitende Menschen, die Geld verdienen und trotzdem immer tiefer in die Verschuldung geraten und noch härter für noch mehr Geld arbeiten müssen.

Bildung löst keine Geldprobleme. Die Welt ist voll von hochgebildeten armen Menschen. Man nennt sie Sozialisten.

Eine Stelle löst keine Geldprobleme. Für viele Menschen stehen die Buchstaben J.O.B. für just over broke – knapp vor der Pleite. Es gibt Millionen von Menschen, die gerade genug verdienen, um zu überleben, aber sich nicht leisten können zu leben. Viele Menschen mit Arbeit können sich ihr eigenes Haus, eine angemessene Gesundheitsversorgung oder Bildung nicht leisten, geschweige denn genügend Geld für den Ruhestand zur Seite legen.

Wie löst man Geldprobleme?

Mit finanzieller Intelligenz löst man Geldprobleme. Einfach ausgedrückt, ist finanzielle Intelligenz der Teil unserer gesamten Intelligenz, den wir zur Lösung finanzieller Probleme verwenden. Einige Beispiele für sehr häufige Geldprobleme sind:

»Ich verdiene nicht genug Geld.«

»Ich stecke tief in den Schulden.«

»Ich kann es mir nicht leisten, ein Haus zu kaufen.«

»Mein Auto ist kaputt. Woher bekomme ich das Geld, um es zu reparieren?«

»Ich habe 10.000 Dollar. Worin soll ich investieren?«

»Mein Kind will studieren, aber wir haben kein Geld.«

»Ich habe nicht genug Geld für den Ruhestand.«

»Ich mag meine Arbeit nicht, aber ich kann es mir nicht leisten zu kündigen.«

»Ich bin im Ruhestand, und mir geht das Geld aus.«

»Ich kann mir die Operation nicht leisten.«

Diese und andere Geldprobleme können mit finanzieller Intelligenz gelöst werden. Wenn unsere finanzielle Intelligenz nicht ausreichend entwickelt ist, um unsere Probleme zu lösen, bleiben die Probleme leider bestehen. Sie verschwinden nicht einfach so. Oftmals werden sie schlimmer und ziehen mehr Geldprobleme nach sich. Zum Beispiel gibt es Millionen von Menschen, die nicht genügend Geld für den Ruhestand zur Verfügung haben. Wenn Sie dieses Problem nicht lösen, wird sich das Problem verschärfen, wenn Sie älter werden und mehr Geld für medizinische Versorgung benötigen. Ob es Ihnen gefällt oder nicht, Geld beeinflusst den Lebensstil und die Lebensqualität – und ermöglicht gleichzeitig Komfort und mühelose Entscheidungen. Die Wahlfreiheit, die Geld bietet, kann den Unterschied zwischen Trampen, Busfahren oder Reisen mit dem Privatjet ausmachen.

Das Lösen von Geldproblemen macht Sie schlauer.

In meiner Kindheit sagte mein reicher Vater zu mir: »Geldprobleme machen dich schlauer … wenn du das Problem löst.« Er sagte auch: »Wenn du dein Geldproblem löst, wächst deine finanzielle Intelligenz. Wenn deine finanzielle Intelligenz wächst, wirst du reicher. Wenn du dein Geldproblem nicht löst, wirst du ärmer. Wenn du dein Geldproblem nicht löst, führt dieses Problem oft zu noch mehr Problemen.« Wenn Sie Ihre finanzielle Intelligenz steigern wollen, müssen Sie lösungsorientiert sein. Wenn Sie Ihre Geldprobleme nicht lösen, werden Sie nie reich. Tatsächlich werden Sie umso ärmer, je länger das Problem anhält.

Mein reicher Vater nutzte Zahnschmerzen als Beispiel, um zu veranschaulichen, was er mit einem Problem meinte, das zu anderen Problemen führte. Er sagte: »Ein Geldproblem zu haben ist wie Zahnschmerzen. Wenn du nichts gegen die Zahnschmerzen tust, fühlst du dich durch die Zahnschmerzen schlecht. Wenn du dich schlecht fühlst, kannst du nicht gut arbeiten, weil du gereizt bist. Die Zahnschmerzen nicht zu beheben kann zu medizinischen Komplikationen führen, da sich Keime leicht vermehren und vom Mund aus ausbreiten können. Eines Tages verlierst du deine Stelle, weil du wegen deiner chronischen Krankheit zu viel bei der Arbeit gefehlt hast. Ohne Arbeit kannst du deine Miete nicht bezahlen. Wenn du das Problem der Miete nicht löst, bist du auf der Straße, obdachlos, in schlechtem Gesundheitszustand, holst dir dein Essen aus Mülltonnen, und du hast immer noch Zahnschmerzen.«

Auch wenn das ein extremes Beispiel ist, behielt ich diese Geschichte im Kopf. Ich erkannte in jungen Jahren die Bedeutung der Problemlösung und den Dominoeffekt, der dadurch ausgelöst wird, wenn ich ein Problem nicht löse.

Viele Menschen lösen ihre finanziellen Probleme nicht, solange sie klein sind und sich in der Zahnschmerzphase befinden. Anstatt das Problem zu lösen, machen sie es schlimmer, indem sie es ignorieren oder die Ursache des Problems nicht beheben. Zum Beispiel benutzen viele Menschen, wenn es an Geld mangelt, ihre Kreditkarten, um den Fehlbetrag zu decken. Bald stapeln sich die Kreditkartenrechnungen, und Gläubiger fordern Zahlungen. Um das Problem zu lösen, nehmen sie eine Hypothek auf ihr Haus auf, um damit ihre Kreditkartenrechnungen zu bezahlen. Das Problem ist, dass sie weiterhin die Kreditkarten benutzen. Jetzt haben sie eine Hypothek abzuzahlen und zusätzlich Kreditkartenschulden.

Um dieses Kreditproblem zu lösen, legen sie sich neue Kreditkarten zu, um die alten Kreditkartenschulden zu bezahlen. Sie fühlen sich deprimiert wegen der zunehmenden Geldprobleme und nutzen die neuen Kreditkarten, um Urlaub zu machen. Bald können Sie weder ihre Hypothek noch ihre Kreditkartenrechnungen mehr bezahlen und beschließen, Insolvenz anzumelden. Das Problem bei der Insolvenzerklärung ist, dass die Wurzel des Problems noch da ist, genau wie die Zahnschmerzen. Die Ursache des Problems ist ein Mangel an finanzieller Intelligenz, und das Problem, das durch einen Mangel an finanzieller Intelligenz verursacht wird, ist die Unfähigkeit, einfache finanzielle Probleme zu lösen. Anstatt die Wurzel des Problems anzugehen – in diesem Fall ihre Ausgabegewohnheiten –, ignorieren viele das Problem. Wenn man Unkraut nicht mitsamt der Wurzel herauszieht, sondern nur die Triebe abschneidet, wächst es nur schneller und größer nach. Das Gleiche gilt für Ihre finanziellen Probleme.

Obwohl diese Beispiele extrem erscheinen mögen, sind sie nicht ungewöhnlich. Tatsache ist, dass finanzielle Probleme ein Problem sind, aber sie sind genauso eine Lösung. Wenn Menschen Probleme lösen, werden sie klüger. Ihr finanzieller IQ steigt. Wenn sie intelligenter geworden sind, können sie größere Probleme lösen. Wenn sie größere finanzielle Probleme lösen können, werden sie reicher.

Ich benutze gerne Mathematik als Beispiel. Viele Leute hassen Mathematik. Wie Sie wissen, können Sie Ihre Matheprobleme nicht lösen, wenn Sie Ihre Hausaufgaben nicht machen (nicht üben, Matheprobleme zu lösen). Wenn Sie mathematische Probleme nicht lösen können, können Sie den Mathetest nicht bestehen. Wenn Sie den Mathetest nicht bestehen, bekommen Sie eine Sechs in Mathematik. Eine Sechs in Mathematik zu haben bedeutet, dass Sie die Highschool nicht abschließen können. Damit können Sie keine andere Arbeit bekommen als bei McDonald’s, wo Sie den Mindestlohn verdienen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie aus einem kleinen Problem ein großes Problem werden kann.

Andererseits, wenn Sie fleißig üben, Matheprobleme zu lösen, werden Sie immer intelligenter und können komplexere Gleichungen lösen. Nach Jahren harter Arbeit sind Sie ein Mathegenie, und Dinge, die vorher schwierig schienen, sind jetzt einfach. Wir alle müssen bei den Grundrechenarten anfangen. Die Erfolgreichen hören dort jedoch nicht auf.

Die Ursache der Armut

Armut bedeutet einfach, mehr Probleme als Lösungen zu haben. Armut wird dadurch verursacht, dass eine Person von Problemen überwältigt wird, die sie nicht lösen kann. Nicht alle Ursachen der Armut sind finanzielle Probleme. Das können Probleme sein wie Drogensucht, die falsche Person geheiratet zu haben, in einer kriminellen Umgebung zu leben, keine berufliche Ausbildung zu haben, kein Transportmittel zur Arbeit zu haben oder nicht in der Lage zu sein, sich die Gesundheitsversorgung zu leisten.

Einige der heutigen finanziellen Probleme, wie übermäßige Verschuldung und niedrige Löhne, werden durch Umstände verursacht, deren Lösung über die Fähigkeit eines Einzelnen hinausgehen, Probleme, die mehr mit unserer Regierung und einer Wirtschaft zu tun haben, die nur Blendwerk ist.

Eine der Ursachen für niedrige Löhne ist beispielsweise die Verlagerung von hochbezahlten Stellen in der Produktion ins Ausland. Heute gibt es viele Stellen, die jedoch im Dienstleistungssektor angesiedelt sind, nicht in der Produktion. In meiner Kindheit war General Motors der größte Arbeitgeber der USA, heute ist das Walmart. Wir alle wissen, dass Walmart nicht für seine hoch bezahlten Stellen – oder seine großzügigen Renten – bekannt ist.

Vor 50 Jahren war es für einen Menschen ohne viel Bildung möglich, finanziell gut zurechtzukommen. Selbst wenn er nur einen Highschool- Abschluss hatte, konnte ein junger Mensch einen relativ gut bezahlten Job in der Auto- oder Stahlproduktion bekommen. Heute müsste er Burger produzieren.

Vor 50 Jahren boten die produzierenden Unternehmen Gesundheits- und Altersvorsorgeleistungen an. Heute verdienen Millionen von Arbeitnehmern weniger, benötigen aber gleichzeitig mehr Geld, um ihre eigenen medizinischen Ausgaben zu decken und genug für den Ruhestand zu sparen. Jeden Tag, an dem diese finanziellen Probleme nicht gelöst werden, werden sie größer. Und sie stammen aus einem größeren Problem der Regierung, das zu lösen oder zu ändern außerhalb der Macht des Einzelnen liegt. Sie stammen aus schlechter Wirtschaftspolitik und Vetternwirtschaft.

Die Regeln des Geldes haben sich geändert

1971 entkoppelte Präsident Nixon den Dollar vom Goldstandard. Das war eine schlechte wirtschaftliche Maßnahme, mit der die Regeln des Geldes verändert wurden. Es ist eine der größten finanziellen Veränderungen in der Weltgeschichte, aber nur wenige Menschen sind sich dieser Veränderung und deren Auswirkungen auf die heutige Weltwirtschaft bewusst. Dieser Beschluss Nixons ist einer der Gründe, warum so viele Menschen heutzutage finanzielle Probleme haben.

1971 starb der Dollar, weil er kein Geld mehr war – er wurde zur Währung. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Geld und Währung.

Das englische Wort für »Währung«, currency, kommt von current, dem Wort für »Strom«, wie »elektrischer Strom« oder »Meeresströmung«. Das Wort impliziert Bewegung. Stark vereinfacht ausgedrückt, muss eine Währung in Bewegung bleiben. Wenn sie sich nicht mehr bewegt, verliert sie schnell an Wert. Wenn der Wertverlust zu groß ist, wird sie nicht mehr akzeptiert. Wenn die Leute aufhören, sie zu akzeptieren, sinkt der Wert der Währung auf null. Nach 1971 bewegte sich der Wert des Dollars kontinuierlich gegen null.

Historisch gesehen sinkt der Wert aller Währungen schließlich in Richtung null. Die gesamte Geschichte hindurch haben Regierungen Währungen gedruckt. Während des Revolutionskrieges druckte die US-Regierung eine Währung, die als Continental bekannt ist. Es dauerte nicht lange, bis der Wert dieser Währung auf null sank.

Nach dem Ersten Weltkrieg druckte die deutsche Regierung eine Währung, in der Hoffnung, ihre Rechnungen bezahlen zu können. Die Inflation stieg rapide an, und die Ersparnisse der deutschen Mittelschicht wurden vernichtet. Im Jahr 1933 wählte das deutsche Volk, frustriert und bankrott, Adolf Hitler an die Macht, in der Hoffnung, dass er ihre finanziellen Probleme lösen würde. Ebenfalls im Jahr 1933 gründete Franklin Roosevelt die Sozialversicherung, um die Geldprobleme des amerikanischen Volkes zu lösen. Obwohl sehr beliebt, sind die Sozialversicherung und staatliche Krankenversicherung finanzielle Katastrophen, die kurz davorstehen, zu massiven finanziellen Problemen auszuarten. Wenn die US-Regierung mehr dieses »komischen« Geldes (funny money), das heißt Währung, druckt, um diese beiden massiven finanziellen Probleme zu lösen, wird der Wert des Dollars noch schneller sinken, und das finanzielle Problem wird größer. Das ist kein Problem der fernen Zukunft. Es passiert jetzt. Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg hat der Dollar seit dem Amtsantritt von George W. Bush im Januar 2001 13,2 Prozent seiner Kaufkraft verloren.

Nixons Veränderung am Dollar ist einer der Gründe, warum so viele Menschen verschuldet sind, genauso, wie die US-Regierung verschuldet ist. Als sich 1971 die Regeln des Geldes änderten, wurden die Sparer zu Verlierern und die Schuldner zu Gewinnern. Eine neue Form des Kapitalismus entstand. Wenn ich heute Leute sagen höre: »Du musst mehr Geld sparen« oder »spare für den Ruhestand«, frage ich mich, ob die Person gemerkt hat, dass sich die Regeln des Geldes geändert haben.

Nach den alten Regeln des Kapitalismus war es finanziell klug, Geld zu sparen. Aber im neuen Kapitalismus ist es finanzieller Wahnsinn, eine Währung anzusparen. Es macht keinen Sinn, Ihre Währung zu parken. Im neuen Kapitalismus muss die Währung in Bewegung bleiben. Wenn eine Währung nicht mehr fließt, sinkt ihr Wert immer mehr. Eine Währung muss wie ein elektrischer Strom so schnell wie möglich von Anlage zu Anlage wechseln. Der Zweck einer Währung ist es, Vermögenswerte zu erwerben. Vermögenswerte, die entweder an Wert gewinnen oder Cashflow erzeugen. Eine Währung muss sich schnell bewegen, um damit reale Vermögenswerte mit realem Wert zu erwerben, da die Währung selbst schnell an Wert verliert. Die Preise von Sachwerten wie Gold, Öl, Silber, Wohnimmobilien und Aktien steigen, weil der Wert der Währung sinkt. Der ihnen beigemessene Wert ändert sich nicht, nur die Höhe der Währung, die benötigt wird, um sie zu erwerben.

Greshams Gesetz besagt: »Wenn schlechtes Geld in Umlauf kommt, versteckt sich gutes Geld.« 1971 begannen die USA, die Welt mit schlechtem Geld zu überschwemmen. Im neuen Kapitalismus macht es eigentlich mehr Sinn, sich heute Geld zu leihen und es morgen mit billigerem Dollar zurückzuzahlen. Die US-Regierung tut es. Warum sollten wir es nicht auch tun? Die US-Regierung ist verschuldet. Warum sollten wir nicht in Schulden stecken? Wenn man ein System nicht ändern kann, ist der einzige Weg zum Erfolg, es zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Weil sich 1971 die Regeln des Geldes verändert haben, schnellten die Immobilienpreise in die Höhe, da die Kaufkraft des Dollars sank. Die Aktienkurse stiegen, weil Investoren nach sicheren Häfen für ihr Geld suchten. Während Ökonomen das Inflation nennen, ist es in Wirklichkeit eine Abwertung, Deflation. Es gibt Hausbesitzern ein Gefühl der Sicherheit, denn der Wert ihres Hauses scheint zu steigen. In Wirklichkeit sinkt die Kaufkraft des Dollars, da der Nettowert der Häuser der Eigentümer zu steigen scheint. Höhere Hauspreise und niedrigere Löhne erschweren es jungen Menschen jedoch, ihr erstes Haus zu kaufen. Wenn junge Menschen nicht erkennen, dass sich die Regeln des Geldes geändert haben, werden sie weitaus schlechter dran sein als ihre Eltern, da die US-Währung weiter an Wert verliert.

Eine weitere Änderung bei den Regeln des Geldes

Die Regeln des Geldes änderten sich vor allem in den Vereinigten Staaten 1974 erneut. Vor 1974 kümmerten sich die Betriebe um die finanzielle Absicherung des Ruhestands ihrer Mitarbeiter. Sie garantierten dem Rentner ein Gehalt auf Lebenszeit. Wie Sie wahrscheinlich schon wissen, ist das heute nicht mehr der Fall.

Altersvorsorgepläne, die einen Mitarbeiter auf Lebenszeit bezahlen, werden in den USA als Altersvorsorgepläne mit Leistungszusage oder DB-Pensionspläne bezeichnet. Heute bieten nur noch sehr wenige Unternehmen diese Pläne an. Sie sind einfach zu teuer. Nach 1974 entstand eine neue Art von Altersvorsorgeplan, der beitragsorientierte (DC, defined contribution) Plan, eine Art Altersvorsorgeplan, bei dem der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder beide regelmäßig Beiträge leisten. Heute sind solche Pläne als 401(k)s, betrieblicher steuerbegünstigter Rentenplan, IRAs (Individual Retirement Account – Darunter versteht man ein individuelles Alterskonto, welches wiederum eine Form der individuellen Altersvorsorge darstellt, die von vielen Finanzinstituten angeboten wird und Steuervorteile für das Altersguthaben in den Vereinigten Staaten bietet.), Keoghs (eine Art Pensionsplan für Selbstständige und kleine Unternehmen in den Staaten) et cetera bekannt. Einfach ausgedrückt, ist ein DC-Plan keine Garantie für ein Gehalt auf Lebenszeit. Sie bekommen nur zurück, was Sie und Ihr Arbeitgeber eingezahlt haben, falls Sie und Ihr Arbeitgeber überhaupt etwas einzahlen.

Die Zeitung USA Today fand in einer Umfrage heraus, dass die größte Angst der Amerikaner heutzutage nicht dem Terrorismus gilt, sie dreht sich darum, dass ihnen im Ruhestand das Geld ausgehen könnte. Diese allgegenwärtige Angst ist unter anderem auf die Änderung der Regeln des Geldes von 1974 zurückzuführen. Und sie ist berechtigt. Das Bildungssystem der USA stattet seine Bürger nicht mit dem finanziellen Wissen aus, das notwendig wäre, um erfolgreich für den Ruhestand zu investieren. Wenn Schulen etwas über Geld lehren, lehren sie den Kindern, ihre Girokonten nicht zu überziehen, ein paar Investmentfonds auszuwählen und Rechnungen pünktlich zu bezahlen – kaum genug finanzielle Bildung, um die finanziellen Probleme zu lösen, mit denen wir konfrontiert sind. Darüber hinaus wissen die meisten Menschen nicht, dass sich die Regeln des Geldes geändert haben und dass sie als Sparer die Verlierer sind. Die unterfinanzierte Altersvorsorge wird die nächste große US-Wirtschaftskrise hervorrufen.

Staatliche Sicherheitsnetze?