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Sternentropfen: Während es für andere Menschen einfach regnet, kommen die Tropfen mit Milos Phantasie direkt von den Sternen. In der Geschichte "Sternentropfen" geht es um Milo und seine außergewöhnliche, phantasiereiche Art und Weise die Welt zu sehen. Milo trägt fast immer einen pinken Zylinder, der für ihn eine wichtige Bedeutung hat. Er ist ein Außenseiter in seiner Klasse und hat nur zwei Freundinnen, seine Phantasie und seine Oma, die so liebenswert verrückt ist wie Milo selbst. Er begibt sich auf eine geheime Mission, die er Entschattung nennt. Milo möchte die Seelenschatten der Erwachsenen, der Schattis wie er sie nennt, aufdecken, um einen Weg zu finden selbst nicht "beschattet" zu werden. Seine Oma, die starke Begleiterin in seinem Leben, lebt frei heraus, pfeift auf Konventionen, öffnet das Fenster mitten in der Nacht und singt hinaus auf die Straße.Wie ein Vogel, der seine Stimme fliegen lässt. Frei, so geht auch Milo mit seiner besten Freundin P., seiner Phantasie, durch die Unvorhersehbarkeiten des Lebens. Bis er selbst fast plötzlich beschattet wird, seine Phantasie sich vor ihm verbirgt. Doch Milo bleibt stark, weil er stark ist: Stark wie ein Kolobri, der seinen eigenen Flügelschlag wie ein König beherrscht, und frei wie ein Löwe, der sein eigenes Brüllen am lautesten hört. So findet Milo zu seiner Phantasie zurück. Wer bei sich selbst ankommt ist die Bewegung des eigenen Weges.
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Seitenzahl: 87
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Tanja Lauber
Sternentropfen
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Wer ist Milo?
Ich bin Milo
Sternentropfen
Der Zeitballon
Das Leben macht keinen Sinn und das finde ich schön
Aufnahmegerät an
Fragezeichen
Die komische Frau macht sich wichtig
Milo ist peinlich berührt
Milos Freundin P und sein pinker Zylinder
Denken Schattis nicht so gerne?
Die silbernen Augen
Oma, die Brilliante
Menschen sind Träume
Woher kommen die Menschen?
Aufnahmegerät an
Meine Freundin P und ihre kleine Schwester
Die Fensterrapperin
Die Fensterrapper im Krankenhaus
Das Lasso aus Sternenlicht
Fünf Jahre später
Milo wo bist du?
Milo antwortet
Nein Milo!
Allein
Was war geschehen?
Halbtränen
Der schwarze Vogel näherte sich
Impressum neobooks
Once upon a time
there lived a rose
with her root deep in the center of earth
this root belonged to another rose
which grows up on the other side of the globe
Phantasie und Logik entspringen der gleichen Wurzel
Da war dieser große schwarze Vogel, er kam immer näher und während er näher kam veränderte sich die Farbe seines einen Flügels.
Als Kind hat Milo eine unglaublich blühende Phantasie, er schwelgt oft in Tagträumereien.
Er träumt sich in Welten, die ihm Abenteuer bieten, nach denen er sich sehnt.
Seine Phantasie verleiht ihm die Macht mehr zu sehen, als man rein äußerlich sehen kann. Auch wenn er von anderen ausgelacht wird, so fühlt er sich doch stark, da ihm seine Phantasie niemand nehmen kann.
Seine Träumereien bieten ihm auch Schutz, denn manchmal entgleitet er einer unangenehmen Situation einfach, indem er eine schöne Vorstellung dazu entwickelt.
Wird er zum Beispiel ausgelacht, stellt er sich einfach vor, er hätte gerade einen lustigen Witz erzählt, deshalb lachten die anderen, so lacht er einfach mit und geht
erhobenen Hauptes davon.
Immer wieder sagen ihm die Erwachsenen er solle nicht so viel träumen, er solle sich lieber auf das konzentrieren, was wichtig ist, sonst würde er im Leben keinen Erfolg haben. Sie sagen, es komme auf die Dinge an, die es wirklich gibt.
Er fragt sich dann: Was gibt es denn wirklich?
Er fühlt sich unverstanden und gekränkt, weil er das Gefühl hat, sie wollen ihm seine Träume entreißen.
Ich brauche meine Träume, sie sind mein Antrieb. Ohne sie kann ich die Sterne nicht berühren und die Sterne fühlen sich doch so schön an, manchmal kühl und glatt, so dass ich ihre wunderschöne Form deutlich empfinde und wenn mir kalt ist, können sie auch kuschelig weich und warm sein.
Ich brauche doch meine Seifenblase, die es schafft bis zu den Sternen zu fliegen, weil ich sie mit realen Mitteln nicht begreifen kann, deshalb möchte ich sie mir erträumen.
Ich sei sehr intelligent sagen meine Lehrer und meine Eltern, ich würde nur zu viel
träumen. Das sei das einzige Problem und so könnte ich es im Leben nicht weit bringen.
Wie bringt man es denn weit im Leben?
Was bedeutet das - es weit zu bringen?
Was ist eigentlich das – es - in der Frage?
Was bitte soll man weit bringen?
Und wie weit ist weit?
Manchmal denke ich, die Erwachsenen glauben tatsächlich sie hätten auf alles eine Antwort und dabei merke ich nicht mal, dass sie Fragen stellen.
Wie kann man denn Antworten haben, wenn man keine Fragen stellt?
Die Erwachsenenwelt ist mir ein Rätsel. Die Erwachsenen tun so, als wäre ihre Welt die wirklich wahre. Sie tun so, als hätten sie den Überblick.
Mich interessiert eher, was sich hinter einer Sache verbirgt; also was ich zu einer Sache dazuerfinden kann. Vielleicht bilden sie sich ja nur ein einen Überblick zu haben, um nicht unterzugehen in den verborgenen Fragezeichenflüssen hinter den Dingen. Vielleicht sind Fragezeichen für sie auch wie Schlingen, von denen sie sich bedroht fühlen, weil sie Angst haben, sie könnten sie zu Fall bringen.
Die meisten Erwachsenen mögen jedenfalls keine Fragezeichen, das glaube ich.
Sie wollen schnell einen Punkt oder einen Haken hinter einer Sache machen.
In meiner Welt gibt es keine Punkte. Die Worte schwimmen immer weiter. Punkten glaube ich nicht, da fehlt doch immer was.
Fragezeichen liebe ich, weil sie weich und offen sind – Punkte und Haken sind hart.
Aber die Frau, die über mich schreibt, macht auch immer hinter jedem Satz einen Punkt, sie ist halt auch erwachsen und hat das so gelernt. Sie denkt Punkte seien nicht ganz unnütz, weil sie das Lesen leichter machen. Also ok, soll sie es machen wie sie will, ich bleibe bei meiner Meinung, Punkte sind unecht und deshalb nicht schön.
Ich bin ein Junge, darauf kommt es mir allerdings nicht an, es wäre bestimmt auch schön ein Mädchen zu sein. Aber ein Junge zu sein ist halt auch schön, es spielt also keine Rolle für mich.
Also ich meine es spielt deshalb keine Rolle, weil sich ja nur die Körper unterscheiden, die Seele hat kein Geschlecht. Die Seele besteht aus Farben, die ich nicht sehen kann, aber ich spüre sie.
Die Erwachsenen haben dunklere Seelenfarben als wir Kinder.
Über den Farben der Erwachsenen liegen meistens Schatten, das spüre ich, weil ich die Farben der Kinder stärker spüren kann.
Ich habe das Gefühl, dass die Erwachsenen oft vor irgendetwas Angst haben.
Vielleicht sind diese Schatten, die ihre Farben bedecken, Angstschatten.
Aber vor was könnten sie Angst haben?
Ich fühle mich frei und stark. Stark wie ein Kolibri, der seinen eigenen Flügelschlag wie ein König beherrscht, und frei wie ein Löwe, der sein Brüllen selbst am lautesten hört. Ich fürchte mich nicht.
Ihr denkt jetzt bestimmt ich übertreibe. Ok, ich gebe es zu, vor einer Sache habe ich Angst. Ich habe Angst erwachsen zu werden, weil ich Angst habe, meine Seelenfarben könnten dann auch unter Schatten liegen und ich könnte sie dann nicht mehr so gut spüren. Ich möchte nicht dunkler werden. Aber muss das jeder, der erwachsen wird. Ist das so eine Art Geheimcode?
Also ich stelle mir das so vor:
Kinder können unter Wasser atmen, da sie noch nicht wissen, dass das eigentlich nicht geht, doch irgendwann kommen die Erwachsenen und sagen:
Du kannst nicht im Wasser atmen, so verlernen es die Kinder, weil ihnen bewusst wird, dass es nicht möglich ist.
Die Kinder werden an Land gezogen wie wunderschön leuchtende Vogelfische.
Sie werden in eine dunkle Kammer gelockt und in dieser Kammer flüstern ihnen die Erwachsenen die Schatten ins Ohr, die sich dann auf ihre Farben legen.
Sie geben dir noch ein Foto aus deiner Kindheit mit, das sie in der Dunkelkammer entwickelt haben.
Danach bekommst du noch einen Stempel auf die Stirn, ein Strichcode, an dem jeder erkennen kann, dass du kein Kind mehr bist.
Raus aus der Tür geschoben, die Kammer verschwindet, das Wasser ist weg und schwups sitzt du fest in dieser Welt der Seelenschatten.
Ich nenne die Erwachsenen einfach Schattis, weil sie ja alle einen Schatten haben.
Nun wisst ihr es, ich fürchte mich vor der Dunkelkammer.
Doch genau diese Angst hat mich zu einem Wunsch geführt, zu dem Wunsch ein großer Entdecker zu werden. Durch die Angst vor der Schattenwelt hat sich für mich meine Mission ergeben: Ich möchte herausfinden, wie man erwachsen werden kann ohne die Dunkelkammer zu betreten. Ja, ich sollte die Schattis mal genau untersuchen, um herauszufinden, was mit ihnen nicht stimmt.
Und dann muss ich mir auch Exemplare herauspicken, die es geschafft haben der Dunkelkammer zu entgehen und die trotzdem erwachsen sind; die keine Schattis sind, aber vielleicht sind diese Exemplare die wirklichen Erwachsenen.
Die Diamanten, nein die Brillianten unter den Schattis.
Aber das wird eine gefährliche Mission, die gefährlichste Mission meines
10- jährigen Lebens, denn die Schatten lauern über mir. Auf meiner Mission könnten sie mich in die Dunkelkammer ziehen, dann wäre ich mutiert und meine Mission gescheitert.
Vor allem darf ich niemandem von meinem Vorhaben erzählen, einfach aus dem Grund, weil eine Mission, die streng geheim ist, aufregender ist, und damit es sich schön wichtig anfühlt.
Vielleicht denkt ihr, es ist doch unwahrscheinlich, dass ein 10- Jähriger schon ein Buch schreibt. Ja es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Doch ich möchte an dieser Stelle ganz offen zu euch sein: Mich gibt es eigentlich gar nicht – ich bin frei erfunden. So eine Frau schreibt nur aus meiner Sicht, weil sie denkt, ich eigne mich gut für die Geschichte. Vielleicht könnt ihr euch trotzdem vorstellen, dass es mich gibt und verzeiht der Frau, wenn sie mich mal unglaubwürdig darstellt, sie ist ja auch nur ein Mensch.
Ich will meiner Mission einen Namen geben: Entschattung
Ich nenne mich: der Schattenentdecker oder der unerschrockene Schattenentdecker,
nein, lieber Entschatterhand. Ja der Name gefällt mir, ich bin Entschatterhand.
Die Schattis beschatten ja die Kinder, weil sie ihnen in der Dunkelkammer die Schatten einflüstern. Und ich möchte das Geheimnis dieser Beschattung aufdecken,
deshalb muss ich die Schattis beschatten, im Namen meiner Mission.
Aber eine Mission braucht ja auch ein Ziel.
Was könnte mein Ziel sein, mal überlegen. Ach so, ich hatte das ja schon geschrieben: Ich möchte herausfinden, wie man erwachsen werden kann, ohne die Dunkelkammer zu betreten. Aber ich habe noch ein anderes Ziel:
Ich möchte erforschen, ob man die Beschattung, die man als Kind durch die Erwachsenen angehängt bekommt, wieder aufheben kann.
Also muss ich enträtseln, ob es einen gegensätzlich wirkenden Raum zur Dunkelkammer gibt.
Die Frage ist also: Gibt es einen Raum, der den Erwachsenen die Schatten wieder von der Seele nimmt, damit die Seelenfarben wieder leuchten können?
Gibt es einen Entschattungsraum?
Also zusammenfassend notiere ich mir:
Mission: Entschattung
Agentenname: Entschatterhand
Ziele: Woher kommen die Schatten?
Wie kann man ihnen entgehen?
Gibt es einen Entschattungsraum?
Wie kann man die Schatten wieder auflösen?
Was brauche ich für meine Mission:
-Stift
-Notizblock
-Aufnahmegerät
Papa hat noch ein altes Aufnahmegerät auf dem Speicher, das weiß ich. Er hat früher Musik gemacht und auf dieses Gerät hat er immer Textideen gesprochen für seine Songs.
„Papa, kann ich dein altes Aufnahmegerät vom Speicher holen?"
„Wofür brauchst du das denn?"
„Herr Goldfisch hat in der Schule gesagt, wir sollen üben mit starker Stimme zu sprechen, da wir im Leben eine starke Stimme brauchen. Und mit dem Aufnahmegerät kann ich das dann ausprobieren und mir anhören, wie stark meine Stimme klingt."
„Ok“, antwortet Papa, „klar, ich helf dir später suchen, ich weiß gar nicht mehr, wo ich es genau hingeräumt habe."
