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Ein arbeitsloser Lehrer hört 2012 Stimmen im Kopf, die ihn terrorisieren. 2013 melden sich die Stimmen wieder. Diesmal outen sie sich als Verfassungsschützer und sagen ihm, dass das Ganze ein schreckliches Missverständnis gewesen sei. Stück für Stück legen sie ihm nun die Wahrheit über sein Leben offen. Aus Versehen habe der Verfassungsschutz aus einem harmlosen und sehr begabten Menschen "das größte Justizopfer der Welt" gemacht.
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Seitenzahl: 143
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Es gibt viele Geheimdienstgeschichten.
Ich habe Geheimdienstbücher gelesen und ich habe Geheimdienstfilme gesehen. Aber die wirklich krasseste Geheimdienstgeschichte, die ich kenne, ist unglücklicherweise meine eigene. Das erinnert mich an einen Kommentar, den ich vor Jahren in einer Zeitung gelesen habe. Da hieß es, dass das reale Leben immer noch die krassesten Geschichten schreiben würde. Ich dachte mir damals 'Das kann schon sein'. Dass es jedoch einmal mein eigenes Leben betreffen würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Und weil das, was ich wirklich erlebt habe, die krasseste Geschichte ist, die ich kenne, habe ich mich nun entschlossen sie aufzuschreiben.
Angefangen hat alles 2012. Als ich plötzlich meine Nachbarn hörte, wie sie mich beschimpften. Es waren die übelsten Hasstiraden. Dummerweise hörten die Beschimpfungen gar nicht mehr auf. Die Stimmen verlangten, dass ich eine Drogenberatung aufsuchen sollte. Außerdem wollten sie wissen, wo ich meine Kinderpornosammlung versteckt habe. Ich hatte keine Kinderpornosammlung und wusste nicht, warum ich eine Drogenberatung aufsuchen sollte. Es war der reinste Terror. Tag und Nacht. Die Stimmen hörten einfach nicht mehr auf.
Ich ging schließlich zur Polizei und erzählte dort, dass ich ständig meine Nachbarn hören würde, wie sie mich beschimpfen. Die Polizisten fuhren mich daraufhin ins St. Joseph Krankenhaus und meinten, dass mir hier geholfen werden könnte. So kam ich zum ersten Mal in meinem Leben in eine Psychiatrie. Hier wurde ich zum Pillenjunkie. Die Stimmen gingen langsam weg. Aber ich bekam Probleme, mich normal zu bewegen. Ich fühlte mich einfach zu schwach. Ebenso hatte ich große Probleme mit der Konzentration. Ich hatte große Angst, dass dieser Zustand nicht mehr weg gehen würde. Und diesen Zustand empfand ich als wirklich sehr beängstigend. Doch meine Ärztin beruhigte mich und meinte, dass alles wieder normal werden würde. Tatsächlich wurde nach einer Umstellung der Medikamente mein Zustand wieder normal. Aus dem St. Joseph Krankenhaus kam ich mit der Diagnose Psychose. In meinem alten Beruf als Lehrer sollte ich nicht mehr arbeiten. Stattdessen sollte ich eine berufliche Reha machen – also eine Umschulung in einen neuen Beruf. Das war mir eigentlich ganz recht, denn als Lehrer habe ich seit 2011 sowieso keinen neuen Arbeitsvertrag mehr erhalten.
Ich kam wieder in meine Wohnung.
Und dort fingen meine Nachbarn wieder an, mich zu beschimpfen. Ich würde Kinderpornos gucken und ich sei abnormal. Offensichtlich meinten sie meinen Aufenthalt im Internetcafe. Ich war am Abend zuvor im Internetcafe. Ich fühlte mich unbeobachtet und surfte über alle möglichen Sexseiten. Darunter waren unter anderem auch sogenannte Teenpornoseiten.
Deswegen bin ich aber noch lange nicht pädophil. Ich war Lehrer und ich habe als Nachhilfelehrer gearbeitet und ich sah in meinen Schülerinnen keine Sexobjekte.. Die Stimmen meinten, dass ich jetzt mein Leben lang ein Krüppel bleiben werde und höchstens noch in der Behindertenwerkstatt arbeiten dürfe.
Dass die Stimmen in meiner Wohnung wieder auftftauchten, überzeugte mich, dass ich echte Menschen höre und mir die Stimmen nicht eingebildet habe. Irgendwie hatten meine Nachbarn einen Weg gefunden, mich als Stimmen in meinem Kopf zu terrorisieren.
Die Stimmen hörten nicht auf, mich aufs Übelste zu beschimpfen. Hier konnte ich unmöglich wohnen bleiben.
So kam es, dass ich meine geliebte Wohnung in Prenzlauer Berg aufgeben musste und in eine therapeutische Wohngemeinschaft von Via nach Pankow zog. Hier kam ich mit zwei Männern zusammen, die ungefähr in meinem Alter waren. Beide hatten auch die Diagnose Psychose.
Ich war nun krank geschrieben und wartete auf meine berufliche Reha. Ich wartete lange auf meine beruflflich Reha. Schließlich hieß es Mitte 2013, dass der Reha Antrag an das Arbeitsamt weitergereicht worden wäre, weil die Rentenversicherung für mich nicht zuständig sei. Aber beim Arbeitsamt ist nie ein Reha Antrag eingegangen. Der Reha Antrag war allerdings auch nicht mehr bei der Rentenversicherung. Er war verschwunden. Also stellte ich ein zweites Mal einen Reha Antrag. Nach einigem Hin und Her schlug die Rentenversicherung Anfang 2016 vor, dass ich eine Rehabilitation psychisch Kranker (RPK) machen sollte. Ich müsste nur noch den Ort wählen, dann könne es losgehen. Da es diese RPK in Berlin nicht gab, wählte ich also Leipzig als Ort für die RPK. Wieder vergingen die Monate. Schließlich bekam ich im Oktober 2016 einen ablehnenden Bescheid. Die Krankheit würde schon so lange dauern, dass sie chronisch sei und daher würden keine Erfolgsaussichten für eine Reha bestehen.
Da ich mich völlig fit fühle, mit 40 noch nicht Rentner werden möchte und noch dazu genau weiß, dass ich eigentlich gar nicht krank bin - aber dazu später mehr, bin ich im Oktober noch zum Sozialgericht gegangen und habe dort eine Klage gegen die Rentenversicherung eingereicht. Außerdem habe ich mir beim Amtsgericht einen Beratungsschein geholt und einen Rechtsanwalt für Sozialrecht besucht. Diesem gab ich am 31.10. meine ganzen Unterlagen und er meinte, dass er gute Chancen sehe, dass die Rentenversicherung zu Rehaleistungen verurteilt wird. Er soll jetzt die Begründung für die Klage formulieren. Ich bin nach vier Jahren Hin und Her selbst schon gar nicht mehr so optimistisch. Aber gut, ich will zumindest alles versucht haben.
Wir haben Montag und ich fahre in die BTS (Beschäftigungstagesstätte) nach Berlin Buch. Seit ich krank - geschrieben bin - also seit 2012 – besuche ich die Tagesstäte. Hier werden für psychisch Kranke unterschiedliche Gruppen angeboten. Ich besuche Montags eine Kochgruppe und eine Literaturgruppe in Berlin Buch, Mittwochs besuche ich eine Gesprächsgruppe und eine Gartengruppe in Pankow und Donnerstags gehe ich zur Ausflugsgruppe in Pankow. Die Gruppen kommen mir ehrlich gesagt schrecklich sinnlos vor. Aber was soll ich sagen. Es ist besser als nichts zu tun.
Schlimm ist nur, dass ich vor 2012 in meinem Leben immer das Gefühl hatte, etwas Sinnvolles zu machen. Das Gefühl hatte ich, als ich studierte und mir Spezialwissen aneignete und dieses Gefühl hatte ich, als ich am Gymnasium unterrichtete und Wissen vermittelte und ebenso, als ich an den Grundschulen in Fürstenberg und Zehdenick als angestellter Lehrer Erziehungsarbeit geleistet habe. Zuletzt war ich 2010 und 2011 in Zehdenick. Dort habe ich eine Lehrerin kennengelernt, die hervorragende Erziehungsarbeit leistete und sogar Kinder, die als besondere Problemfälle galten, wieder in die Spur brachte. Es war die begabteste Lehrerin, die ich je gesehen habe und ich durfte sie fast ein halbes Jahr begleiten und unterstützen. Ihren Unterricht zu besuchen, fand ich wirklich beeindruckend.
In Zehdenick lernte ich auch einen Sonderpädagogen kennen, der wie ich aus Hessen kam und der diesen besonderen albernen Witz hatte, den ich irgendwie immer wieder bei den Hessen antraf. Das war schon der Fall, als ich in Heidelberg studierte und als Rettttungsschwimmer arbeitete. Irgendwie traf ich in mei -nem Leben immer wieder auf Hessen, mit denen ich über alles Mögliche ablachen konnte. Und das war eben auch mit diesem Sonderpädagogen der Fall. Wir fuhren manchmal zusammen nach Hause. Zufällig wohnten wir beide in Berlin. Diese Fahrten waren immer sehr lustig. Wir konnten über all die schrägen Erlebnisse mit den Kindern lachen, genauso wie wir über unsere Kolleginnen lachen konnten. Und wir hatttten an der Grundschule nur Kolleginnen, da wir hier die einzigen Männer waren. Obwohl, mir fällt ein, dass es noch einen Mann gab. Er unterrichtete hier in der brandenburgischen Provinz evangelische Religion. Es war ein 'Prinz von Preussen'.
Es war irgendwie komisch anzuschauen, wie die Kinder in den Pausen an ihm hingen und an ihm herumzupften. Das hier war also der Sproß eines der mächtigsten Adelshäuser Europas.
Das war für mich als Historiker schon eine sehr merkwürdige Situation. Zumal die Geschichte Preussens eines meiner Prüfungsgebiete beim mündlichen Examen war.
Bis 2014 war mein Leben voller lustiger Momente, voller 'Magie' und -wie ich bereits sagte– es war sinnerfüllt.
Seit 2014 habe ich im wahrsten Sinn des Wortes nichts mehr zu lachen und die magischen Momente sind seit ich nicht mehr Tango tanze ebenso gegangen. Seit 2014 sitze ich meine Zeit ab und lebe das wenig sinnvolle Leben eines Geheimdienstopfers.
Das letzte wirklich sinnvolle Jahr war 2013. Warum 2013, obwohl ich keine Arbeit hatte, so ein sinnvolles Jahr wurde?
Das war zum einen, weil ich Anfang 2013 eine Tangopartnerin hatte, mit der ich jeden Tag – bis auf das Wochenende – Tango tanzen gehen konnte. Wir hatttten eine Monatskarte und wir besuchten alle Anfän - gerkurse und alle Fortgeschrittenenkurse, die in der Tanzschule angeboten wurden.
Es war eine wundervolle Zeit. Das Tangotanzen war für mich Trost und es machte mich glücklich, die Musik in Bewegungen umzusetzen. An manchen Tagen tanzten wir von 19-24 Uhr. Hier konnte ich meinen ganzen Ehrgeiz investieren. Und irgendwie klappte es mit dem Tanzen ziemlich gut. Auch die Fortgeschrittenenkurse waren für uns kein Problem.
Meine Tanzpartnerin, Stephanie, war eine Französin und sie arbeitete in Berlin als Immobilienmaklerin.
Mit diesem Beruf kannte ich mich gut aus, denn mein Vater war selbständiger Immobilienmakler. Gelegentlich, wenn mein Vater im Sommer in Portugal Urlaub machte, habe ich ihn vertreten und selbst als Immobilienmakler gearbeitet.
Es dauerte nicht lange und wir waren ein Paar.
Stephanie hatte eine schöne Eigentumswohnung in Prenzlauer Berg. Wenn wir nicht Tango tanzten, kochten wir gemeinsam, gingen schwimmen oder gingen in die Sauna. Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst im Berliner Dom.
Leider hielt die Beziehung wieder einmal nur wenige Monate. Aber immerhin durfte ich 2013 unbeschwerten Sex haben. Das war nicht immer so. Und seit 2014 ist es ganz aus mit dem realen Sex. Ich bin mir sicher, dass die doofen Amerikaner dahinter stecken, denn die hassen mich. Weil ich keinen Beruf ausüben darf und keine Beziehung haben darf, halte ich mich auch für das vielleicht krasseste Geheimdienstopfer der Welt.
Woher die Amerikaner kommen und warum die Amis mich hassen?
Ich nenne diese Phase ' Widerstand im Kopf '. Das war der andere Punkt, warum 2013 so ein sinnvolles Jahr werden sollte. Vielleicht sogar das sinnvollste Jahr meines Lebens.
Doch darüber mehr auf den folgenden Seiten. Wir haben jetzt 22 Uhr und ich schreibe schon seit 18 Uhr. Jetzt möchte ich noch eine Partie Stratego im Internet spielen und ein wenig fernsehgucken.
Wir haben heute Dienstag und Dienstags kann ich ausschlafen, denn die Kochgruppe in der KBS (Kontakt und Beratungsstelle) hier in Pankow beginnt erst um 10 Uhr.
Zu Beginn jeder Kochgruppe werden die Arbeitsauftfträge eingeteilt. Also wer geht einkaufen, wer kocht, wer spült, wer bringt den Müll weg und wer richtet den Raum für die Yoga Gruppe her. Ich lasse mich in der Regel zum Abspülen eintragen. Wenn die Einkäufer zurück sind, wird meistens gemeinsam das Gemüse geschnippelt und dann ist immer noch eine Stunde Zeit, in der viele Besucher der Kochgruppe einfach herumsitzen und nichts tun. Diesen 'Leerlauf' kann ich gar nicht ertragen. Ich geh dann immer an den für alle zugänglichen Computer der KBS und spiele Schach im Internet. Wenn ich beim Schachspiel im Netz auf eine Eröffnungsvariante treffe, die ich noch nicht kenne, schreibe ich sie mir auf, um sie am Freitagabend in meinem Schachverein mit einem der guten Spieler zu analysieren. Auf diese Weise versuche ich mein eigenes Spiel ständig zu verbessern.
Die zweite Phase des Stimmenhörens begann bereits während ich mit Stephanie zusammen war. Das war im Februar 2013. Es war in einer der ersten Nächte, die wir gemeinsam verbrachten, als sich die Stimmen wieder zu Wort meldeten.
Ich begann direkt mitzuschreiben bzw. ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen, wenn ich nicht sofort einen Zettel zur Hand hatte:
„Dein Vater ist für das Schlimmste verantwortlich, was es gibt.“
„Dein Vater ist dafür verantwortlich, dass du eine Psychose hast.“
Ich erinnere mich, dass ich in meiner WG war, als ich die Stimmen einige Zeit später wieder hörte:
„Ich habe keine Lust mehr, ihm beim Schlafen zuzuschauen.“
„Der macht in 300 Jahren keine Straftat.“
Schließlich meldeten sich die Stimmen im April 2013 wieder:
„Du spinnst wohl vom Schachspielen zu träumen.“
„Ein ganz normaler Mensch. Er hat einfach nur Pech gehabt.“
„Deine Träume sind ganz ok.“
„Du bist ein ganz normaler Mann.“
„Stinknormal bist du.“
Ich erinnere mich:
„Das Ganze ist ein schreckliches Mißverständnis.“
„Der Verfassungsschutz fiel auf deinen bösen Vaterund deine dummen Nachbarn rein und hat geholfen,einen Deppen aus dir zu machen.“
„Wir dachten du seist ein Straftäter.“
Da war mir klar, wie meine Nachbarn 2012 zu den technischen Möglichkeiten kamen, mich als Stimmen in meinem Kopf zu terrorisieren. Spätestens als sich die Stimmen nach meinem Psychiatrieaufenthalt in meiner Wohnung wieder meldeten, wurde mir klar, dass ich echte Menschen gehört hatte.
Später hieß es dann:
„Der Verfassungsschutz hat - aus Versehen - einen Helden aus dir gemacht.“
„Du wurdest Opfer eines Justizskandals.“
„Du sollst alles zurückbekommen.“
Und wiederum einige Tage später kamen dann die Amerikaner ins Spiel:
„Du sollst nicht wiederkehren dürfen.“
„Die dummen Amerikaner sagen, dass es schon genug Superhelden gibt.“
„Tut uns leid, dass wir nach Amerika gegangen sind.“
„Du sollst dein Leben lang verarscht werden.“
„Das tut uns unser Leben lang leid.“
„Aus dir wurde das größte Justizopfer der Menschheit.“
Kurze Zeit nachdem ich mit Stephanie zusammenkam, ereignete sich eine Situation, die mich restlos davon überzeugte, dass ich ein Geheimdienstopfer geworden bin.
Ich bin zum Arzt gegangen, weil ich seit Jahren beim Sex ein gewisses Problem hatte. Dafür habe ich, nach dem Besuch verschiedener Urologen eine Vorhautverengung als Ursache vermutet.
Um mit Stephanie unbeschwerten Sex haben zu können, wollte ich mir nun die Vorhaut wegschneiden lassen. Ich machte also einen Termin beim Urologen, um diese Prozedur vornehmen zu lassen. Und am Abend des gleichen Tages meldeten sich die Stimmen wieder und sagten:
„Wir haben deine Sexualität wieder hergestellt.“
Und tatsächlich konnte ich mit Stephanie ab diesem Zeitpunkt normalen Sex haben – ohne irgendein Problem.
Das habe ich mir nicht eingebildet. Ganz offensichtlich können Geheimdienste mehr manipulieren, als man glaubt. Und Geheimdienste können nicht nur mehr, als die Mehrheit der Menschheit weiß, sie tun es auch.
Das ist die Stelle, wo ich mich frage, vor wem die Geheimdienste eigentlich zur Rechenschaft gezogen werden, für das, was sie tun.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Verfassungsschutz mir grundlegende Freiheitsrechte, die durch die Verfassung geschützt sein sollten, genommen hat. Und das, obwohl ich nichts Verbotenes und nichts Schlimmes getan habe.
In diesem Zusammenhang habe ich 2013 immer wieder auf die in der Verfassung verbrieften Grundrechte hingewiesen und die Verfassungsschützer in meinen Gedankengängen aufgefordert, sich zu weigern, Dinge zu tun, die in einem eklatanten Widerspruch zur Verfassung stehen. Und das habe ich in vielen Situationen, die ich 2013 erlebt habe, immer wieder dargelegt. Nicht nur den Verfassungsschützern, sondern auch den anderen Deutschen. Denn die Verfassungsschützer sollten 2013 nicht die einzigen Deutschen bleiben, die sich in meinem Kopf gemeldet haben, die an meinem Schicksal Anteil nahmen und sich schließlich mit mir solidarisiert haben.
Die Phase meiner 'Gedanken des Widerstandes' sollte allerdings am 12. November 2013 ihr jähes Ende finden. Denn nun hieß es, dass ich einen „Privatkrieg gegen eine Supermacht“ führen würde, dass ich einer der größten Taktiker der Geschichte sei und, dass ich ab sofort nur noch denken dürfe, was die Amerikaner mir zu denken erlauben. Ein Unding. Als ob man sein Denken kontrollieren könnte. Das konnte ja nicht klappen. Aber auf das, was ich dann erleben musste und das war wirklich ziemlich krass, werde ich später eingehen.
Am Mittagstisch erzähle ich, dass ich angefangen habe, ein Buch über mein Schicksal zu schreiben und, dass ich der Überzeugung bin, dass ich ein Geheimdienstopfer wurde. Ich erzähle von einigen Dingen, die ich erlebt habe und, dass ich überzeugt bin, dass ich mir die Stimmen nicht eingebildet habe, sondern echte Menschen gehört habe.
Falk glaubt mir. Das tut gut. Die meisten Menschen, denen ich meine Geschichte erzähle, glauben, dass ich krank bin und mir die Stimmen nur eingebildet habe. Das würde ich, ehrlich gesagt, wahrscheinlich auch glauben, wenn ich nicht erlebt hätte, was ich erlebt habe.
Leider kann ich nicht alles, was ich erlebt habe, in diesem Buch wiedergeben.
Es sind so viele Erlebnisse, so viele Feinheiten und Nuancen, die mich überzeugt haben, dass ich echte Menschen höre und, dass ich ein krasses Geheimdienstopfer geworden bin. Man muss, glaube ich, erlebt haben, was ich erlebt habe, um zu der Überzeugung zu kommen, dass eine Geschichte, die so eine krasse Geschichte ist, eine wahre Geschichte ist.
Ich habe die Hoffnung, dass mein Schicksal doch irgendwann einmal rauskommen könnte. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr leben sollte. Dass das Wissen um meine Geschichte nicht einfach verloren geht, nicht von den Geheimdiensten geschreddert wird.
Ich erzähle Falk von meiner Idee einen Verein zu gründen, der das Wissen um die Macht und die Willkür der Geheimdienste bewahrt und weitergibt. Ich hoffe, dass der Verfassungsschutz irgendwann einmal zugeben kann, was er mir aufgrund übler Nachrede alles kaputt gemacht hat.
Ich bin mir sicher, dass der Verfassungsschutz und die Amerikaner mir mein ganzes Leben total versaut haben.
Falk zeigt sich nicht abgeneigt mitzumachen. Er fragt mich allerdings, ob ich nicht Angst hätte, dass mich die Geheimdienste wieder auf dem Kicker haben, wenn ich jetzt so aktiv werden würde. Ich sage ihm, dass ich keine Angst habe.
Es gibt eine kleine Diskussion, ob die Gedanken wirklich frei sind oder, ob sie von den Geheimdiensten kontrolliert werden können.
Ich weiß, dass die Amerikaner meine Gedanken lesen konnten und, dass die Deutschen in vielen Situationen direkt auf meine Gedankengänge geantwortet haben.
Von einigen dieser Situationen werde ich in diesem Buch noch berichten.
