Stunden der Lust - Lindsay Gordon - E-Book

Stunden der Lust E-Book

Lindsay Gordon

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Beschreibung

Was haben ein Pianist und ein Masseur gemeinsam? Und welche Art Disziplin bringt die ehrgeizige Geigenschülerin Alison auf, um in die Meisterklasse aufzusteigen? Im Mittelpunkt der neuen, sensationell guten Sammlung erotischer Kurzgeschichten steht ein Thema: Musik – und welche Saiten in welcher pikanten Situation erklingen … Von leisen Tönen bis »Rock me«: Voll aufdrehen bis zum sexy Crescendo!

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Seitenzahl: 314

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Buch

Was haben ein Pianist und ein Masseur gemeinsam? Und welche Art Disziplin bringt die ehrgeizige Geigenschülerin Alison auf, um in die Meisterklasse aufzusteigen? Im Mittelpunkt der neuen, sensationell guten Sammlung erotischer Kurzgeschichten steht ein Thema: Musik – und welche Saiten in welcher pikanten Situation erklingen … Von leisen Tönen bis »Rock me«: Voll aufdrehen bis zum sexy Crescendo!

Herausgeberin

Lindsay Gordon ist es gelungen, für diese erotische Themenanthologie die besten Autorinnen des Genres zu versammeln.

Bei Blanvalet ist in der gleichen Reihe bereits erschienen:

Gib mir alles! Scharfe Stories (36383)

Gib mir mehr! Scharfe Stories (36433)

Wild und hemmungslos. Scharfe Stories (36893)

Unersättlich. Scharfe Stories (36931)

Heiß und sündig. Scharfe Stories (37051)

Heiße Fantasien. Scharfe Stories (37052)

Scharf und zügellos. Heiße Stories (37053)

Heiße Befehle. Extrascharfe Stories (37553)

Best of Sex. Die schärfsten Stories (37566)

Lindsay Gordon (Hg.)

Stunden der Lust

Scharfe Stories

Deutschvon Claudia Müller

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen. Die Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel »Sex … and Music« bei Black Lace, London.

bei Blanvalet, einem Unternehmen derVerlagsgruppe Random House GmbH, MünchenPublished by Arrangement with Virgin Books Ltd., London, EnglandDieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.Das Copyright © der einzelnen Geschichte liegt bei der jeweiligen Autorin.Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2012by Verlagsgruppe Random House GmbH, MünchenRedaktion: Thomas PaffenUmschlaggestaltung: punchdesign, MünchenUmschlagmotiv: © Günter Hagedorn/Hagedorn PhotographyTKL/lf · Herstellung: samSatz: DTP Service Apel, HannoverISBN: 978-3-641-06917-9V002www.blanvalet.de

Privatvorstellung

Mae Nixon

Ich glaube, Noel Coward irrte, als er sagte: »Es ist seltsam, wie machtvoll gerade billige Musik ist.« Wenn man nämlich darüber nachdenkt, ist alle Musik ziemlich machtvoll, oder? Sie kann dafür sorgen, dass man sich traurig fühlt, oder sie lässt einen alle Sorgen vergessen. Sie begleitet uns durch gute und schlechte Zeiten, und ein paar Takte einer Melodie können Erinnerungen in einem aufsteigen lassen, die man lange vergessen glaubte. Ich meine, bei Dvorˇáks Symphonie »Aus der Neuen Welt« denkt doch jeder an Hovis, oder? Selbst Leute, die noch nie klassische Musik gehört haben, kennen die Worte »Nur ein Hörnchen«. Und wenn Sie sich gerade von Ihrem Freund getrennt haben, fühlen Sie sich bei »I Will Survive« garantiert besser.

Traurig, erheiternd, aufwühlend oder komisch, es gibt ein Lied für jede Stimmung und jeden Moment in unserem Leben. Kürzlich habe ich »Papa Don’t Preach« gehört und dachte sofort daran, wie ich bei den Schul-Diskos in der Ecke der Turnhalle gestanden und verzweifelt versucht habe, so zu tun, als wäre ich kein Mauerblümchen. Und ich muss nur die erste Zeile von »Nothing Compares 2 U« hören, und schon bin ich wieder vierzehn, tanze langsam mit Michael Cox auf irgendeiner Geburtstagsparty und frage mich, ob er mich wohl küsst, wenn das Lied vorbei ist. Gleichzeitig erschreckt mich aber der Gedanke, dass ich dabei ganz schön blöd aussehen werde, weil er mir nur bis zur Brust reicht und ich nicht sicher bin, ob ich mich zu ihm hinunterbeugen oder er sich auf Zehenspitzen stellen muss.

Pavarotti erinnert mich daran, wie ich am Küchentisch sitze und meiner Mutter beim Zubereiten des Sonntagsessens zuschaue, und bei Ray Charles muss ich immer an Dads alten 45s denken. Meine Jungfräulichkeit habe ich zu den Klängen von Frankie goes to Hollywoods »The Power of Love« verloren, und zum ersten Mal »Ich liebe dich« habe ich in einem lauten Pub gesagt, in dem aus der Jukebox Take That mit »Back für Good« drang.

Ob es Ihnen gefällt oder nicht, jedes Leben hat seinen eigenen Soundtrack. Aber bis ich Peter kennen lernte, kamen meine persönlichen Melodien aus dem Radio, dem CD-Player oder, als ich ein Kind war, vom Plattenspieler meiner Eltern. Ich habe Musik immer geliebt, die wichtigen Momente in meinem Leben jedoch waren von aufgezeichneten Klängen begleitet.

Livemusik hat etwas unaussprechlich Aufregendes und Wundervolles, nicht wahr? Alle Instrumente in der Band spielen ihren individuellen Part, und doch mischen sie sich – wie durch Magie – so, dass sie Musik schaffen. Harmonien und Melodien, die irgendwie Emotionen hervorrufen. Manchmal bin ich von der emotionalen Macht der Musik völlig überwältigt. Sie scheint mir in die Seele zu dringen. Sie ist wie guter Sex: machtvoll, ursprünglich und alles verzehrend. Sie schärft meine Sinne und gibt mir das Gefühl, lebendiger zu sein, irgendwie realer. Die einzige ähnlich intensive Erfahrung ist Sex. Aber dass die beiden Welten sich mischen, ist mir nie passiert. Bis ich Peter begegnete …

Mittwochabends treffe ich mich immer mit zwei Freundinnen zu einem Weiberabend. Jede Woche übernimmt eine andere die Rolle der Gastgeberin. Aber an diesem speziellen Abend schaffte es keine von uns, also beschloss ich, mir eine DVD zu leihen und mir auf dem Heimweg vom Chinesen etwas zu essen mitzunehmen. Nach einem langen Tag hatte ich hatte keine Lust mehr gehabt zu kochen.

Im Videoshop herrschte reger Betrieb. Ich quetschte mich zwischen eine Frau im mittleren Alter mit einem kleinen Hund an der Leine und einen jungen Mann mit Takeaway-Essen in einer Tüte. Es duftete nach thailändischem Essen, und ich bekam Hunger. Rasch schaute ich die Titel durch.

»Hallo. Sie erkennen mich bestimmt nicht, oder?« Der Mann mit der Takeaway-Tüte schaute mich an.

»Nein, tut mir leid. Sollte ich?«

»Nein, vermutlich eher nicht, auch wenn ich gehofft hatte, dass ich Ihnen in Erinnerung geblieben bin. Für mein Ego ist das gar nicht gut.« Er lächelte. Er hatte schöne blaue Augen und kurze blonde Haare. Er kam mir leicht vertraut vor, aber ich konnte ihn nicht unterbringen.

»Irgendwo sind wir einander begegnet, nicht wahr?« Ich forschte in meinem Gedächtnis.

»Bei Giovanni’s, vor zwei Wochen. Ich bin an Ihrem Tisch vorbeigekommen, und Sie haben mir zugezwinkert.«

»Ja, natürlich. Wie konnte ich das nur vergessen? Ich habe immer noch Ihre Telefonnummer in meiner Handtasche.«

»Aber Sie haben sie nicht benutzt.«

»Noch nicht.«

»Wie lange wollten Sie mich warten lassen?«

»Sie kennen doch bestimmt die Regeln. Lange genug, um nicht zu verzweifelt zu erscheinen, und kurz genug, um interessiert zu wirken.«

»Aber Sie wollten anrufen, hoffe ich?« Lächelnd blickte er mich an.

»Ehrlich gesagt weiß ich es noch nicht genau. Aber jetzt haben Sie mir ja die Mühe erspart. Ich kann Ihnen versprechen, dass ich Sie jetzt nicht mehr vergesse.«

Die Frau mit dem Hund trat einen Schritt zurück und rempelte mich an. Ich taumelte und fiel nach vorne. Er fing mich auf und hielt mich an den Unterarmen fest. Seine Hände waren stark und beruhigend. Unsere Körper berührten sich beinahe, und unsere Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt. Ich konnte seinen heißen Atem auf meiner Wange spüren. Er ließ mich los. Die Haut an meinen Armen prickelte.

»Entschuldigung, was müssen Sie von mir denken? Ich bin Peter Griffin. Ich freue mich, Sie kennen zu lernen.« Er reichte mir die Hand.

»Ich bin Tess Tyler.« Wir schüttelten einander die Hände. Er hatte einen festen, aber freundlichen Griff. Seine Haut war warm und weich.

»Oh, ich weiß, wer Sie sind. Ich habe Sie in Ihrem Laden in der High Street gesehen. Und ich glaube sogar, gestern habe ich hinter Ihrem Wagen im Stau gesteckt.«

»Hören Sie lieber auf, sonst glaube ich am Ende noch, dass Sie mich verfolgen.«

»Nein, das tue ich nicht, das kann ich Ihnen versichern. Ich bin völlig harmlos.«

Sein amüsierter Blick war so intensiv, dass mein Magen zu flattern begann. Seine blauen Augen funkelten. Sein Mund stand leicht offen, und ich sah seine Zungenspitze zwischen den Zähnen. Er fuhr sich damit über die Lippen.

»Das freut mich.« Ich lächelte ihn an.

»Haben Sie heute Abend schon was vor?«

»Ich habe einen aufregenden Abend mit einer DVD und Essen aus dem Takeaway geplant, aber wenn Sie ein verlockenderes Angebot machen würden, könnte ich meine Pläne ändern.«

»Haben Sie Hunger?«

»Großen Hunger.«

»Dann mögen Sie hoffentlich thailändisches Essen?« Er hielt seine Tüte aus dem Takeaway hoch.

»Wo wohnen Sie?« Meine Stimme war auf einmal ganz heiser. »Ich wohne Park Drive.«

»Ist gleich hier um die Ecke – kennen Sie die alte Schule?«

»Wirklich? Ich habe mich immer gefragt, wie sie wohl von innen aussieht. Wir können ja zu Fuß hinlaufen.« Ich ergriff seine Hand.

Peters Haus war eine viktorianische Schule, die in den 1980er-Jahren in Wohnungen umgewandelt worden war. Sein Apartment befand sich in einem ehemaligen Klassenzimmer und hatte hohe Decken und schlichte weiße Wände. Eine der Wände bestand ganz aus Fenstern, die einen Meter über dem Boden begannen und bis zur Decke reichten. Es war im Wesentlichen ein langer Raum, der an einem Ende für eine Küche und ein Badezimmer abgetrennt war. An den Fenstern hingen Jalousien, die Dielen waren in einem warmen Goldbraun gewachst.

Der Raum war in verschiedene Bereiche unterteilt. In der Mitte standen zwei Sofas, ein Couchtisch und ein großer Fernseher. Am hinteren Ende standen ein paar Bücherregale, ein Korbsessel und eine teuer aussehende Stereoanlage. Am Fenster schließlich ein mechanisches und ein digitales Klavier.

Peter verteilte das gekaufte Essen auf zwei Teller und schenkte uns Wein ein. Er hatte die Schuhe ausgezogen und saß mit gekreuzten Beinen vor mir auf dem Fußboden. Ich hockte entspannt auf dem Sofa.

»Er ist gut. Sie haben einen ausgezeichneten Geschmack.«

»Danke. Ich habe ihn letztes Jahr in Frankreich gekauft, direkt vom Winzer. Es war ein richtiges Schnäppchen, und mittlerweile sind nur noch sechs Flaschen übrig.«

Ich trank noch einen Schluck Wein.

»Spielen Sie?« Ich stellte meinen Teller ab und nickte zum Klavier hin.

»O ja. Damit verdiene ich mein Geld. Deshalb war ich auch bei Giovanni’s, als wir uns das erste Mal begegnet sind. Ich habe einen Vertrag mit dem Besitzer geschlossen. Von jetzt an werde ich jeden Freitagabend dort spielen.«

»Wirklich? Ich bin beeindruckt.«

»Es ist nicht so glamourös, wie es sich anhört, das kann ich Ihnen versichern. Ich verdiene damit meinen Lebensunterhalt. Manchmal muss ich Sachen spielen, die ich mir nie anhören würde, wenn ich dafür nicht bezahlt würde. Nebenbei versuche ich ein bisschen eigene Musik zu machen, und es gibt auch eine Plattenfirma, die an mir interessiert ist, aber das Meiste ist nur Broterwerb.« Er spielte seinen Job zwar herunter, aber ich hörte die Begeisterung in seiner Stimme. Seine Augen funkelten.

»Ich habe kreative Menschen immer schon beneidet. Ich kann noch nicht einmal singen.« Ich lächelte.

»Aber Ihre Arbeit ist doch auch kreativ, oder? Blumen zu arrangieren ist eine Kunst.«

Ich schüttelte den Kopf. »Es ist eine erlernbare Fähigkeit. Jeder kann es lernen.«

»Nein, das kann gar nicht sein. Ich meine, man kann vielleicht lernen, wie man die richtigen Blumen aussucht, sie zusammenstellt und was dazu passt. Aber man muss doch wenigstens ein Auge dafür haben, oder? Blumen sind geheimnisvoll und magisch. Manche sind fröhlich und bringen einen zum Lächeln. Andere sind so zerbrechlich, dass man Zärtlichkeit für sie empfindet. Manche machen einen traurig, und manche erfüllen einen mit Leidenschaft. Um einen wirklich schönen Strauß zu binden, muss man ihre inneren Qualitäten verstehen. Nein, behaupten Sie bloß nicht, Sie seien keine Künstlerin. Das kann ich einfach nicht glauben.«

»Es ist sehr freundlich von Ihnen, so etwas zu sagen.«

»Geben Sie mir Ihre Hände.«

»Was haben Sie vor? Wollen Sie mir aus der Hand lesen?«

»Geben Sie mir Ihre Hände …«

Seine Finger berührten meine Handgelenke und glitten federleicht bis zu meinen Fingerspitzen hin. Dann drehte er seine Hände mit den Handflächen nach oben, und ich legte meine Hände dagegen. Seine Daumen liebkosten meine Finger. Mir lief ein Schauer über den Rücken.

»Sie haben die Hände einer Künstlerin. Sehen Sie sich nur Ihre langen Finger und die wohlgeformten Nägel an. Und Ihre Finger laufen spitz zu. Das ist die Hand eines Engels.«

»Ihre Hände sind auch schön. So schmal und sensibel. Ich hätte gleich sehen müssen, dass Sie Pianist sind. Ich weiß noch, dass ich im Videoladen gedacht habe, wie weich Ihre Hände sind.« Ich streichelte seine Finger.

»Das kommt daher, dass ich noch nie in meinem Leben hart gearbeitet habe.«

»Das stimmt doch gar nicht. Natürlich leisten Sie keine schwere körperliche Arbeit, aber es ist doch anstrengend. Menschen zu Tränen zu rühren ist eine ziemlich noble Beschäftigung.«

»O ja, das tue ich ständig. Manchmal werfen sie auch Sachen auf die Bühne.«

»Spielen Sie mir etwas vor?«

»Nein, das kann ich nicht. Ich werde immer ganz nervös und ungeschickt, wenn mich jemand darum bittet.«

»Ja, das ist bestimmt ein Nachteil in Ihrem Job.«

»Es macht mir nichts aus, vor einem Saal voller Fremder zu spielen; das ist ja nichts Persönliches. Aber wenn mein Publikum nur aus einer Person besteht, kann ich auf einmal nicht mehr spielen.«

»Ich verspreche auch, ganz still zu sein. Sie werden mich gar nicht hören. Bitte.« Ich lächelte ihn an.

»Irgendwie kann ich Ihnen wohl nichts abschlagen.«

Er drückte meine Hände und legte sie sanft auf meine Knie. Dann stand er auf und trat an sein Klavier. Er setzte sich auf die Bank und schloss die Augen. Stumm saß er einen Moment lang da.

Ich hörte das leise Rauschen des Verkehrs auf der Straße draußen. Irgendwo in der Wohnung tickte eine Uhr. Peters Finger verharrten über den Tasten. Ich sah, wie sein Oberkörper sich hob und senkte. Er hatte die Augen geschlossen, und sein Gesicht wirkte plötzlich verletzlich und intensiv. Ich hatte das Gefühl, dass er etwas Geheimes und Persönliches mit mir teilte.

Die Augen immer noch geschlossen, begann er zu spielen. Perlende Töne erfüllten den Raum. Nach ein paar Takten erkannte ich die Melodie. Peter spielte eine Jazz-Version von Billy Holidays »Lover Man«, ein Stück, das ich dank Dads alter Platten gut kannte. Sein Spiel vermittelte die gleiche Melancholie und Hoffnungslosigkeit, die ich immer in Billys Stimme gehört hatte.

Peters Körper bewegte sich im Rhythmus der Musik. Leicht und präzise huschten seine Finger über die Tasten. Ich konnte den Blick nicht von ihm wenden. Die Musik schien wie ein drittes Wesen im Raum zu schweben. Beinahe hatte ich das Gefühl, meine Hand ausstrecken und sie berühren zu können. Sie drang in meine Poren ein und erfüllte mein Bewusstsein mit Zärtlichkeit und Schönheit.

Seine Finger flogen über die Tasten. Sein Brustkorb hob sich, seine Lippen waren rot und geschwollen. Er lächelte leise vor sich hin. Etwas wie Verzückung lag auf seinem Gesicht.

Ich saß auf der Sofakante. Die Musik vibrierte in mir. Ich konnte sehen, dass Peter völlig in sein Spiel versunken war. Er spielte mit dem ganzen Körper und mit dem Herzen, und aus jedem seiner Töne sprach seine Seele zu mir. Als der letzte Ton verklungen war und er die Hände in den Schoß legte, merkte ich, dass ich den Atem angehalten hatte.

Ich stand auf und trat ans Klavier. Peter blickte mich an und lächelte unsicher.

»Gib mir deine rechte Hand.« Meine Stimme war sanft und leise, aber ich ließ keinen Zweifel daran, dass ich Gehorsam erwartete. Peter reichte mir seine Hand, die Handfläche nach oben. Ich nahm sie auf meine linke Handfläche. Mit dem rechten Zeigefinger umfuhr ich die Umrisse seiner Hand. Ich drehte sie um, untersuchte sie aus allen Blickwinkeln.

»Es ist schwer zu glauben, dass Fleisch, Blut, Knochen und Sehnen eine solche Schönheit erschaffen können.«

Peter lächelte und führte mich wieder zum Sofa. »Hat dir mein Spiel gefallen?«

»Ja, es war wundervoll. Du hast sehr begabte Hände.«

»Und sie sind sehr gelenkig. Ich arbeite auch manchmal als Masseur.«

»Sagen Männer so etwas nicht nur, damit man nackt und eingeölt vor ihnen liegt?«

»Nein, es stimmt. Vor meiner musikalischen Karriere habe ich damit mein Geld verdient. Du würdest dich wundern, wie viele Musiker tagsüber einem anderen Job nachgehen. Wenn du willst, gebe ich dir gerne eine kostenlose Massage. Keine Hintergedanken, völlig professionell.« Er blickte mir in die Augen, und ich sah ihm an, dass er es ernst meinte.

»Danke, ich komme gerne darauf zurück. Manchmal bin ich abends echt müde, wenn ich den ganzen Tag im Laden gestanden habe.« Ich lächelte. Peter schenkte mir Wein nach. »Deine Wohnung gefällt mir. Es ist sehr hübsch hier.«

»Ja, das finde ich auch. Sie ist hell und weiträumig, und vor allem ist die Akustik wunderbar. Aber gekauft habe ich sie vor allem wegen des Gartens. Er ist unglaublich.«

»Welcher Garten? Hier kann doch kein Garten sein!«

Peter lächelte. »Doch, es ist sogar ein ganz besonderer Garten. Möchtest du ihn gerne sehen?«

»Ja, klar.« Er hatte mich neugierig gemacht.

Peter stand auf und ergriff meine Hand. Er führte mich aus der Wohnung heraus, einen Korridor entlang. Am Ende des Gangs führte eine Tür aufs Dach.

»Gefällt er dir? Hier war früher der Schulhof.«

Ich blickte mich auf dem Dachgarten um. Es gab einen gepflasterten Bereich mit Töpfen und Kübeln voller Blumen und einem kleinen Teich. Auf einer Seite standen Holzbänke und Tische und ein Grill. Der Garten war von einem Eisenzaun umgeben. Alle zwei Meter etwa war der Zaun höher und mit einer spektakulären Kreuzblume gekrönt.

Peter führte mich an eine Ecke des Daches, damit ich die Aussicht genießen konnte. Unter uns lag die Stadt wie ein Bühnenbild. Mit den Scheinwerfern der Autos wirkten die Straßen wie Bänder, die sich bewegten. In der Ferne ragten die Wolkenkratzer der Innenstadt wie moderne Kathedralen in die Luft.

Es wurde langsam dunkel, der Himmel war von einem tiefen, geheimnisvollen Blau. Ich hörte das Rauschen des Verkehrs. Der Wind fuhr mir durch die Haare, und als ich an einem der Töpfe vorbeikam, war die Luft erfüllt von Lavendel.

Ich wandte mich an Peter. »Es ist wunderschön. Atemberaubend. Vor allem um diese Tageszeit. Beinahe magisch.«

Peter nickte. »Du kannst jetzt sicher verstehen, warum ich die Wohnung unbedingt kaufen musste. Ich bin in der Woche vor dem Millennium hierhergezogen. Am Silvesterabend habe ich hier gestanden und mir das Feuerwerk angesehen. Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen.«

Ich sah die Leidenschaft und Intensität in seinen Augen. Er stützte sich mit beiden Händen aufs Geländer und blickte zum Himmel. Seine Haare funkelten im Licht, das durch die offene Tür drang. Ich legte die Hand auf seinen Arm, und er lächelte mich an.

Ich beugte mich vor und gab ihm einen Kuss. Seine Lippen waren weich und warm. Er umfasste meinen Hinterkopf und streichelte mir mit der anderen Hand über den Rücken. Ich erschauerte.

»Es wird kalt. Lass uns hinuntergehen.« Peters Stimme war leise und zärtlich, sein Mund dicht an meinem Ohr.

Unten schenkte Peter uns noch Wein ein. Mittlerweile war ich völlig entspannt. Ich fühlte mich wohl in seiner Gesellschaft. Er war amüsant und faszinierend. Mir fiel auf, dass er den Blick nicht von mir wandte, während wir uns unterhielten. Er gab sich keine Mühe, seine Gefühle zu verbergen, und auch ich sah keine Notwendigkeit zu Koketterie.

Er hatte lange, helle Wimpern, und seine Augen waren beinahe lavendelblau. Ich fand es bezaubernd, wie er sich ab und zu unbewusst mit seinen langen Fingern durch die Haare fuhr. Seine Hände faszinierten mich am meisten. Vom Klavierspielen waren sie stark und geschmeidig, und da er sich anscheinend häufig in der Sonne aufhielt, waren seine Hände und seine Arme gebräunt. Ich konnte die Muskeln und Sehnen in seinen Unterarmen sehen, und auch sein Bizeps war gut geformt: muskulös, aber nicht überentwickelt. Das gefiel mir und weckte zugleich aus irgendeinem Grund meinen Beschützerinstinkt.

Als ich mich vorbeugte, um mein Glas zu ergreifen, betrachtete er offen meinen Oberkörper. Aber er wirkte dabei ganz natürlich, als wollte er mir sagen, er fände mich zwar attraktiv, würde aber ohne Einladung nicht weiter gehen.

»Das hast du jetzt schon zum dritten Mal gemacht, Tess. Hast du Nackenschmerzen?«

»Was habe ich gemacht?«

»Du reibst dir ständig den Nacken und rollst deinen Kopf von links nach rechts, als ob du Schmerzen hättest.«

»Ja, es tut tatsächlich ein bisschen weh. Ich hatte einen langen Tag, und heute früh war meine Assistentin nicht da, deshalb musste ich meinen Lieferwagen alleine ausladen. Aber es ist nicht schlimm. Wenn ich eine Nacht geschlafen habe, ist es sicher wieder gut.«

Peter stand auf und stellte sich hinter mich. Er legte seine Hände auf meine Schultern. Seine Handflächen waren warm und schwer. Ein Lustschauer lief über meinen Rücken.

»Du hast das bestimmt schon seit einer ganzen Weile. Du hältst den Kopf schief, wusstest du das?«

Seine Hände fühlten sich himmlisch an. Ich schloss die Augen.

»Nein, das wusste ich nicht. Vielleicht hast du Recht. Ich glaube, ich habe mir das einfach angewöhnt.« Er begann, die Muskeln an meinem Nacken zu kneten, und ich stöhnte leise. »Du hast magische Hände.«

Peter lachte. »Ich bin wirklich Masseur, das habe ich nicht erfunden. Ich habe sogar ganz ordentlich damit verdient.« Er massierte eine besonders verhärtete Stelle.

»Mmm, das ist himmlisch. Aber du machst das wohl nicht kostenlos, oder?«

»In der letzten Zeit arbeite ich meistens auf Tauschbasis.«

»Das ist sehr praktisch, muss ich sagen. Was möchtest du als Gegenleistung?«

»Das überlasse ich dir. Dir fällt bestimmt etwas ein.«

»Ich bin ganz großartig in Gegenleistungen.«

Er beugte sich vor, umfasste mein Gesicht mit beiden Händen und strich mir mit den Daumen über die Wangen.

»Das bezweifle ich nicht.« Er blickte mir in die Augen.

»Es gibt allerdings ein Problem …«

»Ja?«

»Du hast anscheinend kein Bett.«

Er lachte. »Es ist oben unter der Decke. Du musst dort die Leiter hinaufklettern.« Er wies dorthin.

»Ich bin schon lange nicht mehr über eine Leiter ins Bett gestiegen. Meine Schwester und ich hatten als Kinder Etagenbetten.«

»Du gewöhnst dich daran.« Er ergriff meine Hand und führte mich zur Leiter. »Möchtest du als Erste gehen? Dann kann ich dich auffangen, wenn du fällst.«

»Mich täuschst du nicht, du willst doch nur meinen Hintern sehen.«

»Nicht nur sehen. Ich werde alle fünf Sinne einsetzen.«

Peters Bett war ein Futon, der direkt auf dem Boden lag. Er war mit einer weichen, weißen Steppdecke bedeckt, daneben stand ein niedriger Schrank, auf dem eine Kerze, ein Digitalwecker und ein kleiner CD-Player standen. An der Wand gegenüber waren Einbauschränke hinter Spiegeln verdeckt.

»Schön ist es hier oben. Irgendwie so friedlich und losgelöst vom Rest der Welt.«

Peter nickte. »Ja, ich liebe es hier oben. Es ist ein ganz besonderer Raum.« Er strich mir über die Wange. »Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dich jetzt ausziehe?«

»Ist das im Preis inbegriffen?«

»Nein, offiziell nicht. Aber es würde mir Spaß machen. Wenn es dir nichts ausmacht.« Er blickte mich an. Seine Augen leuchteten vor Verlangen.

»Ich begebe mich völlig in deine fähigen Hände.«

Er knöpfte mit zitternden Fingern meine Bluse auf.

»Kein Büstenhalter. Na, das ist aber mal eine angenehme Überraschung.« Er umfasste meine Brüste und strich mit den Daumen über meine Nippel. Sie wurden unter seiner Berührung hart. Sein Atem ging schnell und laut.

Er öffnete den Reißverschluss meiner Jeans.

»Und auch kein Höschen. Du bist voller Überraschungen.« Er ging auf die Knie und zog meine Jeans so weit herunter, dass ich heraustreten konnte. Mit den Fingerspitzen fuhr er meine Schenkel entlang. Seine Finger bewegten sich langsam, erforschten jeden Millimeter. Seine Berührung war leicht, und ich spürte seine Finger kaum. Meine Haut prickelte.

Er fuhr mit den Fingernägeln über meine Arschbacken, und ich erschauerte. Er presste sein Gesicht gegen meinen Schritt und atmete tief meinen Duft ein. Ich bog mich zurück und stöhnte leise.

»Leg dich hin, ich hole meine Utensilien.«

Ich legte mich bäuchlings aufs Bett. Mein Körper sank in die weiße Steppdecke ein. Peter ging leise im Zimmer herum, zündete Kerzen an und holte die Öle, die er für die Massage brauchte. Er legte eine CD ein, und ich erkannte Miles Davis’ weiche Trompetenklänge.

Entspannt lag ich da. Hörte nur meinen eigenen Atem, die Musik und Peter, der sich leise im Zimmer bewegte. Ich hörte die Uhr ticken und irgendwo in der Ferne eine Polizeisirene.

»Ich ziehe mich nur rasch aus, und dann bin ich bei dir.«

»Mir war nicht klar, dass wir beide nackt sein müssen, Peter«, flüsterte ich heiser. »Wenn ich sonst massiert werde, zieht der Masseur sich nicht aus.«

»Ich habe meine Berufskleidung nicht hier, und wenn ich meine Kleidung anlasse, bekommen die Sachen Ölflecken. Ich mache mir eigentlich nur Sorgen wegen der Wäscherechnung.« Er setzte sich neben mich auf die Bettkante und legte mir die eingeölte Hand mit leichtem Druck unten auf den Rücken. Seine Haut war glatt und warm. Tief seufzend schloss ich die Augen und konzentrierte mich auf seine geschickten Hände auf meinem Rücken.

In einem langen glissando glitten seine Finger meine Wirbelsäule entlang. Ich keuchte. Mit langen Strichen massierte er meine Muskeln. Seine Hände bewegten sich genauso präzise und selbstbewusst über meine Haut wie auf dem Klavier.

Mit sanftem Druck löste er die verspannten Stellen und streichelte sie weg. Seine starken Finger bearbeiteten meine steifen Schultern. Ich spürte, wie der Druck des Tages sich löste.

Er setzte den Druck seiner Finger unterschiedlich ein: manchmal neckten sie mich nur pianissimo, dann wieder spürte ich sein Gewicht in einem befriedigenden fortissimo, das mich aufstöhnen ließ.

Ich trieb dahin, irgendwo an der Grenze zwischen Schlaf und Bewusstsein. Es war himmlisch. Der Rhythmus von Peters Händen auf meinem Körper, die ruhige Wiederholung der Musik und der Wein – all das vermischte sich zu einem wohligen Gefühl. Ich schnurrte förmlich.

Peters Hände bewegten sich unablässig. Sie flatterten in arpeggios über meine Wirbelsäule, und ich spürte die Spannung in meinem Bauch sich aufbauen, als er langsam und fest über meinen Rücken strich. Mein ganzer Körper prickelte bei seinen langsamen, sinnlichen Liebkosungen.

Schließlich widmete er seine Aufmerksamkeit meinem unteren Rücken und den Hinterbacken. Er rieb jede Hand kreisförmig auf meinen Hinterbacken und glitt dann wieder zu meinen Hüften. Bald schon verirrten sich seine Finger in meine Ritze, ölten sie ein und verharrten kurz über meiner Rosette.

Ich seufzte. Peters Finger begannen, meine Muschi entlangzustreicheln, bevor sie nach oben zu dem anderen Loch glitten. Ich wurde feucht, und meine Säfte vereinigten sich mit dem Öl auf Peters Fingern. Unwillkürlich bog ich mein Hinterteil seinen Händen entgegen.

Seine fedrigen Bewegungen erregten mich. Ich wollte, dass seine Finger auf meiner Klitoris verweilten und sie fest streichelten, bis ich kam, aber ich wusste, dass ich alles umso mehr genießen würde, wenn ich Peter die Kontrolle überließ. Ich war hin- und hergerissen: Die eine Hälfte bettelte darum, endlich zum Höhepunkt zu gelangen, die andere Hälfte wollte sich Peters erfahrenen Händen ergeben.

Ich wand mich auf dem Bett und stöhnte leise. »Oh, du bist so grausam«, sagte ich.

Peter lachte. Er beugte sich vor und küsste mich zärtlich auf die Schulter.

Nach und nach, fast unmerklich, verstärkte Peter den Druck seiner Finger. Sie glitten durch meine nasse Spalte, verweilten an meiner Knospe und umkreisten sie. Dann schob er sie nach oben, zu meiner Ritze, und quälte mich, indem er seinen Daumen auf meine Rosette drückte.

Ich spreizte die Schenkel und bot ihm meine Muschi an. Seine Finger konzentrierten sich jetzt auf den Bereich zwischen meinen Beinen und strichen von meiner Klitoris aufwärts zu meinem Arschloch, jedes Mal ein bisschen fester als das letzte Mal. Ich spürte, wie sich die Spannung aufbaute, die unweigerlich zum Orgasmus führen würde. Meine Klitoris war hart, mein Arschloch zog sich zusammen, wenn die öligen Finger es berührten. Peters Hand glitt unter meinen Körper, und er umfasste meinen Venushügel. Sein Daumen kreiste um meine Klitoris, während seine andere Hand rhythmisch meine Spalte entlangglitt und dabei beide Löcher berührte.

Wärme breitete sich in meinen Lenden aus. Meine eigene Feuchtigkeit mischte sich mit dem Massageöl und machte mich nass und schlüpfrig. Peters Finger massierten meine Klitoris rhythmisch und fest.

Ein Schweißfilm bedeckte meinen Körper. Meine feuchten Haare hingen mir in Strähnen ums Gesicht. Das Herz schlug mir bis zum Hals, und ich krallte meine Finger in die Bettdecke, während ich leise zu stöhnen begann.

Ich stieß einen scharfen Schrei aus, als Peter zwei Finger in mich hineinschob, rasch gefolgt von zweien, die er mir in den Arsch steckte.

Ich begann am ganzen Körper zu zittern.

»Peter! Oh, Peter!«, schrie ich. Meine Schenkel bebten. Meine Klitoris pochte, und als ich kam, stieß Peter mir seine Finger tief in beide Löcher.

Ich wollte, dass es nie zu Ende ging, aber nach und nach entspannten sich meine Muskeln wieder. Meine Möse pochte nicht mehr, und mein Atem ging wieder normal. Ich schob mir meine feuchten Strähnen aus der Stirn und drehte mich um, um ihn anzulächeln.

»Ich wette, du hast viele Trinkgelder bekommen, als du damit noch deinen Lebensunterhalt verdient hast.«

»Ganz so weit bin ich damals nie gegangen. Für dich habe ich schon ein paar Extras eingebaut.« Er streichelte mir über den Rücken.

»Wenn ich mich recht erinnere, habe ich dir eine Gegenleistung versprochen.«

»Nur, wenn dir danach ist.«

Ich drückte Peter aufs Bett, legte mich auf ihn und küsste ihn. Er schmeckte nach Wein. Ich knabberte an seiner Unterlippe. Er roch nach Erregung, und ich spürte sein Herz an meinem schlagen. Ich küsste ihn auf den Nacken. Als ich an der empfindlichen Stelle an seinem Ohr knabberte, wurde er ganz steif und drängte mir seine Hüften entgegen.

»Geduld«, murmelte ich und fuhr mit der Zunge über seine Kehle in seine behaarten Achselhöhlen. Weiter wanderte mein Mund über seine Brust. Ich lutschte an einem seiner Nippel, und Peter stöhnte leise auf.

Seine Nippel wurden hart und röteten sich, als ich sie erregte, und ich widmete mich beiden ausgiebig.

Peters Atem kam mittlerweile in schnellen Stößen, und ich begann, ihn mit federleichten Berührungen zu streicheln. Meine Fingerspitzen glitten von seinen Armhöhlen über seine Seiten hinunter. Er bekam Gänsehaut. Ich merkte ihm an, wie sehr er sich danach sehnte, dass ich seinen Schwanz anfasste. Er wand sich unter mir und bettelte darum, dass ich ihn berührte. Ich schüttelte den Kopf.

Ich erforschte weiter seinen Oberkörper, streichelte sanft über seine Brust, wobei meine Fingerspitzen ihn kaum berührten. Nach und nach näherte ich mich seinen harten Nippeln und umkreiste sie mit den Fingern. Ich wusste, was für eine süße Qual das sein musste. Mit den Daumen streifte ich die geschwollenen Knospen, und Peter stöhnte vor Lust.

Dann glitt ich an seinem Körper hinunter und hockte mich zwischen seine gespreizten Beine. Peter war anscheinend von Natur aus blond. Seinen Busch hatte er sorgfältig gestutzt. Sein Skrotum war dick und fest vor Erregung.

Die Spitze seines Schwanzes war nass und glänzte. Sie schien im Kerzenschein zu schimmern. Er roch köstlich nach Mann. Ich streichelte mit den Daumen um seine Eier und ließ dann meine Finger zu seinem Anus gleiten.

»Nimm ihn in den Mund, bitte«, bettelte Peter.

Ich beugte mich über seinen Schwanz und stieß mit der Zunge gegen seine Eichel. Langsam erforschte ich sie. Die seidige Haut fühlte sich wunderbar an.

Peter spreizte die Beine weiter und bäumte sich auf.

Während ich meine Zunge um sein Köpfchen gleiten ließ, befingerte ich sein Arschloch. Wenn ich meine Fingerspitze gegen die empfindliche Öffnung stieß, stöhnte Peter auf und wand sich unter mir. Ich ließ ihn zappeln. Er sollte erst noch erregter werden und darum betteln, dass ich ihn ganz in den Mund nahm.

»Bitte!« Beinahe heulte er.

Ich ignorierte sein Flehen und begann seine Eichel zu lecken. Dabei packte ich die Schwanzwurzel und drückte sie. Peter stöhnte leise, seine Oberschenkel begannen zu zittern.

»Okay«, sagte ich. »Ich weiß, was du willst.«

Ich nahm seinen Schwanz in den Mund und saugte daran. Peter zitterte vor Erregung, als ich mit der Zunge in das kleine Loch auf der Eichel hineinstieß.

Das nächste Stück auf der CD begann, und ich erkannte sofort »My Funny Valentine«. Peter stöhnte. Er würde jeden Moment zum Höhepunkt kommen. Ich schloss die Augen und genoss das Gefühl des glatten, heißen Schwanzes in meinem Mund. Eifrig saugte ich an seinem harten Glied. Sein männlicher Geruch stieg mir in die Nase, und Miles Davis’ mitreißendes Trompetensolo schien die perfekte Hintergrundmusik für diesen Augenblick zu sein. Die Kadenzen untermalten den Rhythmus der Erregung, die sich zum unvermeidlichen Crescendo aufbaute.

Peter warf sich hin und her und stieß seinen Schwanz in meinen Mund. Ich schloss meine Lippen fest um seinen harten Schaft. Die Trompete klang immer drängender.

Peter stöhnte und keuchte und hielt mit einer Hand meinen Hinterkopf umklammert. Ich spürte, wie sich die Muskeln in seinen Oberschenkeln anspannten. Ich saugte immer fester und umschloss dabei seinen Schwanz fest mit meiner Hand. Und dann schob ich einen Finger in sein enges Arschloch.

Der Bass dröhnte im gleichen Rhythmus wie Peters erregte Atemzüge. Seine Hüften stießen immer schneller seinen Schwanz in meinen Mund. Er stöhnte und murmelte. Ich spürte seine Oberschenkel zittern. Er stand kurz vor dem Orgasmus, und ich erhöhte das Tempo. Gleichzeitig schob ich ihm einen zweiten Finger in den Arsch und drehte ihn hin und her. Die ruhelose Melodie der Trompete war das Echo meines eigenen Verlangens und Peters Erregung.

Das Stück baute sich zu einer wilden, jubelnden Coda auf. Peter schrie jetzt beinahe und gab unverständliche Laute von sich. Ich umschloss seinen Schaft fest mit den Lippen, als er kam. Heißes Sperma spritzte auf meine Zunge, und ich schluckte die dicken, salzigen Tropfen. Mit den letzten Tönen des Trompetenstücks verebbte auch sein Orgasmus.

Ich zog meine Finger aus seinem Hintern, küsste seinen Schwanz und legte meinen Kopf auf seinen Bauch.

Fünfzehn Minuten später wiederholten wir das Ganze. Seitdem spielen Peter und ich im Duett. Manchmal mögen wir lieber Klassik und kreieren Symphonien mit unterschiedlichen Bewegungen zu Motiven, und manchmal stehen wir mehr auf Jazz mit seinem primitiven Rhythmus und seiner Kraft. Gelegentlich spielen wir sogar Solos, und der andere spielt Publikum.

Eine Woche später war ich dabei, als er nach seinem Klavierspiel bei Giovanni’s stehende Ovationen erhielt. Ich applaudierte ebenfalls, wusste ich doch, dass er mir später eine Privatvorführung geben würde.

Der Schüler

Fiona Locke

Master Leighton hatte Recht. Sein Schüler spielte makellos nach Stockhieben.

Drei scharfe Schläge auf den Hosenboden des Jungen. Ohne Umstände. Nur die unmittelbare Korrektur einer schiefen Note. Und Martin spielte das Stück noch einmal. Fehlerlos.

»Ausgezeichnet«, sagte Master Leighton. Es war das einzige Mal, dass er dieses Wort in den Mund nahm, das einzige Mal, dass er wirklich erfreut klang. Dabei lobte er noch nicht einmal so sehr seinen Schüler, sondern eher sich selbst, weil er diesen tadellosen Vortrag aus ihm herausgeholt hatte.

Es war ein hartes Leben mit Master Leighton, aber es lohnte sich. Er war der brillanteste Geiger im ganzen Land und ausgesprochen wählerisch hinsichtlich seiner Schüler. Strenge Disziplin gehörte zu seinem Unterricht, eine Bedingung, die viele weniger entschlossene Jungen davon abhielt, bei ihm zu lernen. Martin war anders.

Alison drehte sich vor dem Spiegel hin und her, um einen Blick auf ihr schmerzendes Hinterteil werfen zu können. Die Hose bot nur wenig Schutz vor den Stockhieben, aber sie war dankbar für jeden Schlag. Sie war nämlich seine Schülerin. Und Master Leighton nahm keine Frauen an.

Sie war achtzehn, aber so zierlich gebaut, dass sie aussah wie ein Junge. Es fiel ihr nicht schwer, ihre Weiblichkeit zu verbergen. Musik war ihr Leben, und für Musik hätte sie alles aufgegeben. Die Tatsache, dass Master Leighton keine weiblichen Schüler aufnahm, hatte sie nicht einen Moment lang entmutigt. Sie hatte sich einfach die Haare kurz geschnitten, sich ein paar Kleidungsstücke ihres Bruders geliehen und war zum Vorspielen gefahren. Das war vor acht Monaten gewesen.

Am Anfang war es schwierig. Alison machte sich Sorgen, dass er ihre Verkleidung durchschauen könnte und sie wegschicken würde, weil sie versucht hatte, ihn zu täuschen. Sie bemühte sich sehr, zu gehen, zu reden und sich zu benehmen wie ein Junge. Aber nachdem sie Unterricht bei ihrem Bruder genommen hatte, wuchs ihr Selbstbewusstsein.

Master Leighton züchtigte seinen neuen Schüler gleich am ersten Tag wegen eines kleinen Irrtums. Alison vermutete, dass er damit seine Autorität unterstreichen wollte. Sie versuchte, die Bestrafung tapfer zu ertragen, und ermahnte sich bei jedem Schlag, dass sie jetzt ein Junge sei und Jungen nicht weinten. Die Schläge waren zwar schmerzhaft, aber ihre Verkleidung gefährdeten sie nicht.

Mittlerweile musste sie sich nicht mehr ermahnen, nicht in Tränen auszubrechen. Jungenhaftes Verhalten war ihr zur zweiten Natur geworden, und sie nahm die Bestrafung ihres Meisters so tapfer entgegen wie jeder Junge.

Sanft rieb Alison über die Striemen. Für sie waren es Orden, weil sie bedeuteten, dass sie bei einem Genie studierte.

»Du willst doch keinen Ast absägen, Junge!«, fuhr Master Leighton sie an und schlug ihr scharf mit seinem Bogen über die Knöchel.

Er konnte tyrannisch sein und seinen Schüler zwingen, stundenlang dieselbe Stelle zu üben, bis sie saß. Er war exzentrisch und fühlte sich selbst durch redliche Fehler von Martin beleidigt. Manchmal sah es so aus, als suchte er nur nach einem Vorwand, um das Stöckchen benutzen zu können, egal ob die Bestrafung nun verdient war oder nicht.

Allerdings wurde sie auch belohnt. Und wenn Master Leighton spielte, durfte Alison hinter der Bühne sitzen und ihm wie gebannt zuschauen und dabei von dem Tag träumen, an dem die Menschen auch in Scharen zu ihren Aufführungen kommen würden.