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Südostasien
Von Yangon nach Bangkok
Eine unvergleichbare Reise
in vier Länder Südostasien.
Das E-Book Südostasien wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Südostasien, Burma, Thailand, Laos, Kambodscha
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 74
Veröffentlichungsjahr: 2023
Erstes Kapitel: Im Land der Reisfelder und Pagoden
Zweites Kapitel: Im Land des Lächelns
Drittes Kapitel: Im Land der Demut
Viertes Kapitel: Im Land der Magie
Fünftes Kapitel: Abschied
Von Yangon nach Mandalay 01.12.2007 - 30.12.2007
Nach dem der Aufstand der Mönche Ende September in Yangon vom Militär blutig niedergeschlagen wurde, war ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob ich dieses Land bereisen sollte. Ich besorgte mir trotz aller Bedenken im November 2007 doch ein Visum für achtundzwanzig Tage und bereute es keinen Tag, im Gegenteil, ich blieb sogar drei Tage länger und musste beim Ausreisen pro Tag zwei US Dollar Strafe zahlen. Während der Vorbereitung las ich das Buch „Herzenhören“ eines bekannten deutschen Autor, hatte somit schon gewisse Vorstellungen und Bilder von diesem Land im Kopf, was jahrelang in Vergessenheit geraten schien. Als ich am 01.12.2007 gegen 18 Uhr in Yangon ankam, spürte ich einerseits die Gastfreundlichkeit der Burmesen aber auch unangenehme Gerüche, die mich während meiner Reise von nun an begleiteten. Nachdem ich mich in einem Hotel erkundigt hatte, ob noch ein Zimmer frei sei, erfuhr ich, dass durch die zurückliegenden Unruhen kaum Touristen in der Stadt seien. Ich bezog mein Zimmer, und los ging es zu ersten Erkundungen in der näheren Umgebung. Ich wurde unerwartet von einem burmesischen Nachbarn angesprochen und von Ihm zum Essen eingeladen. Nach einer längeren Unterhaltung setzte sich das Sättigungsgefühl und der Jet Lag verlangte eine tiefe Ruhephase, so dass ich völlig übermüdet in einem tiefen Schlaf fiel. Meine allgemeine Unsicherheit wich von Minute zu Minute, während ich mich durch die Straßen von Yangon treiben ließ. Ich konnte schließlich in der Innenstadt angekommen, noch immer die Spuren der Demonstrationen sehen. Der Alltag der Burmesen ist sehr stark von Religiosität geprägt. Ich betrat also die Sule Pagode und beobachtete staunend die Gläubigen in Ausübung Ihres religiösen Kultes. Diese Pagode liegt im Herzen von Yangon, umgeben von mehrspurigen Straßen, mitten auf einer Kreuzung. Darüber hinaus hat die Pagode eine achteckige Form, die vom Sockel bis zur Spitze in fast fünfzig Metern reicht. In der Anlage sind sogar Geschäfte untergebracht. Hier gibt es einen Blumenladen für die Opfergaben, einen Astrologen und einen Fotografen. Die Sule Pagode steht aber im Schatten der berühmten Shwedagon Pagode sie ist das religiöse Zentrums von Myanmar und eine der größten Stupas der Welt. Sie ist älter als zweitausendfünfhundert Jahre und wurde noch vor dem Tod von Siddhartha Gautama erbaut. Gegründet auf dem stark befestigten und mit zwei Terrassen geschmückten Singuttara Hügel, dem südlichsten Ausläufer der Pegu Joma Bergkette, überragt die Höhe des Bauwerks die größte Stadt des Landes. Ich war so beeindruckt, dass ich Sie mehrmals besuchte und somit einige Male in den Alltag der Burmesen eintauchen konnte. Noch vor Betreten der Treppenstufen zog ich mir die Schuhe aus und ging mit viel Demut die Stufen hinauf. Oben angekommen, überwältigte mich das bunte Treiben der Gläubigen und die Schönheit der vielen Schreine. Der Stupa ist komplett mit Blattgold belegt, entfacht daher durch Spiegelung der Sonnenstrahlen besonders morgens und abends einen ganz besonderen Zauber. Nach ein paar Tagen wollte ich den Trubel der Stadt entfliehen. An und für sich hatte ich die Idee ins Delta des Ayeyarwaddy zu reisen, es gelang mir nur unter großer Anstrengung. Letztendlich fuhr ich im Morgengrauen zum Pansodan Pier, um von dort mit einer Fähre über den Yangon Fluss nach Dalla zu fahren. Von der Fähre hatte ich einen guten Ausblick auf die Altstadt, bis hin zur alles überragenden Shwedagon Pagode. Es dauerte eine Weile, bis sich eine Mitfahrgelegenheit mit einem alten englischen Militärjeep ergab. Ich bezahlte fünftausend Kyat, damals waren das weniger als drei €uro für circa vier Stunden Offroad- Fahrt durch die Reisfelder. Auf dem Jeep befanden sich nicht nur Reisende, sondern auch alles Mögliche was die Landbevölkerung transportiert und womit Bauern so Handel treiben. Die Fahrt führte über behelfsmäßig ausgebaute Feldwege und leicht befestigte Straßen, durch landwirtschaftlich geprägte Wiesen und Reisfelder. Und mittendrin konnte man Pagoden in vielen Größen und Formen finden. Das Land war mit einfachsten Mitteln bestellt. Solch einfache Kulturlandschaften kannte ich bis dato nur aus Erzählungen meiner Großeltern. Besonders begeisterten mich die riesigen Wasserbüffel die auf den Feldern weideten. Als wir nach vier Stunden am Letkhokkon Strand endlich ankamen, war ich am Ende meiner Kräfte, denn: der Jeep war mit Menschen und Gepäck -Stücken überladen, sogar auf der Motorhaube saßen dicht an dicht Menschen, der Fahrer konnte nur bei offener Fahrertür und heruntergelassen Fenster den Blick auf die Straße werfen. Im Anschluss kam dann auch noch die aufwendige Zimmersuche als große Herausforderung auf mich zu. Das einzige heruntergekommene Resort mit vier einfachen Bungalows, die aber schon eine Ewigkeit keinen Gast mehr zu Gesicht bekommen hatten, waren nicht bewohnbar. Letztendlich stellte mir ein Fischer seinen Bungalow für zweitausend Kyat zur Verfügung, wodurch ich einen ganzen Strandabschnitt für mich alleine nutzen konnte. Was für ein Glücksgefühl, es überwältigte mich die beschauliche Stimmung, abseits der westlichen Zivilisation, ohne einen Funken Hektik. Jetzt begann ein Leben, wie ich es mir vorschwebte. Ich holte mir das Wasser aus meinem Brunnen und die Morgentoilette fand öffentlich statt. Der Bungalow befand sich am Flussdelta mit einer üppigen Flora und Fauna, dadurch war Ebbe und Flut mein täglicher Begleiter.Die Nachtruhe war leider immer sehr kurz, da ich immer zwischen meiner Hängematte und der Bambusmatte auf dem Boden des Bungalows alle zwei Stunden hin & herpendelte. Die Bewohner des Dorfes konnten es kaum glauben, dass sich ein Tourist zu Ihnen verirrt hatte. Für mich war es in der Einfachheit der Unterbringung und Versorgung sehr erholsam. Das Essen bestand meistens aus gekochtem Reis und getrockneten Fisch. Immerhin befand sich im Dorf ein Teehaus, wo sich meistens die Männer des Dorfes versammelten. Eines nachts hörte ich Stimmen, es kamen die ältesten des Dorfes zu mir, zu einer unwirtlichen Zeit um meine Personalien aufzunehmen. Trotz der Sprachhindernisse kamen immer wieder weitere Nachbarn aus dem Dorf zu mir und brachten mir Tee oder waren einfach nur neugierig um zu sehen, womit der Fremde sich beschäftigt. Nach drei Nächten verließ ich das Dorf wieder Richtung Dala gegen drei Uhr in der Nacht. Mein Vermieter organisierte meinen Rücktransport und holte mich eine Stunde vorher vom Bungalow ab. Es erwarteten mich zweiundzwanzig Reisende vor dem Militärjeep. Eine zusätzliche Metallstufe am hinteren Ende des Wagens wurde extra für mich angeschweißt. Darauf stand ich wiederum die ganzen vier Stunden. Dennoch war die Fahrt kurzweilig, ich genoss die Dunkelheit und bestaunte die Milchstraße. Jeder der am Feldweg stand wurde gefragt ob er mitwill, welch eine Solidarität. Zurück in Yangon, bemerkte ich, dass die kühlen Nächte auf dem Land offensichtlich bei mir zu einer Erkältung geführt hatten. Im Hotel MAY FAIR INN bot sich mir eine familiäre Atmosphäre mit vielen Annehmlichkeiten, so dass ich mich wieder von den Anstrengungen erholen konnte. Als es mir nach zwei Tagen wieder besser ging, entschloss ich mich weiterzureisen. Bei der Verabschiedung versprach ich den Gastgebern, zum Ende meiner Reise wieder vorbei zu kommen. Ich fuhr zum Pier und wartete auf mein Fährboot nach Pathein. Durch meine Körpergröße buchte ich zwei Plätze auf dem Boden des Decks. So konnte ich mich wenigstens in der Nacht mal in der Diagonale strecken. So saß ich zwischen burmesischen Familien, Nonnen und Mönchen und freute mich auf die Fahrt durch das Irrawaddy Delta nach Pathein Es ging auf dem Deck sehr respektvoll zu, alle bemühten sich und teilten sogar das Essen miteinander. Der Verkäufer brachte mich zu meinem gebuchten reservierten Platz auf Deck und wünschte mir eine gute Fahrt. Ich hätte ohne dessen Hilfe meine Plätze nicht gefunden da ich die Schriftzeichen der Burmesischen Sprache auf dem Ticket nicht entziffern konnte.
In der Nacht war auf dem harten Stahlboden an Schlaf nicht zu denken. Zu allem Übel tranken meine direkten Nachbarn pausenlos selbstgebrannten Reisschnaps und rauchten die ganze Nacht stinkende Zigarren. Nach dieser Nacht konnte ich weder liegen noch sitzen und sehnte die Ankunft herbei. Am frühen Nachmittag legten wir einen Zwischenstopp in Myaungmya, ein kleines Dorf mit einer wie konnte es anders sein, vergoldeten
