Surviving Peace - Silvano-Fabrino Rizzo - E-Book

Surviving Peace E-Book

Silvano-Fabrino Rizzo

0,0

Beschreibung

Eine Abenteuergeschichte über eine teils Dystopische Welt die sich im Wandel befindet.

Das E-Book Surviving Peace wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Abenteuer, Machtkampf, Intrigen, Helden, Freiheitskampf

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2022

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

ERWACHEN

Es war einmal…

Kapitel 1: Blutlinien

Kapitel 2: Die Ashanti

Kapitel 3: Nautila gegen Alcatraz

ERWACHEN

Es war ein dunkelschwarzer Traum aus dem mich etwas Kaltes und Nasses auf meiner Stirn erlöste. Ich blickte nach oben und eine dunkelhaarige, Nymphen gleiche gestallt beugte sich über mich. Noch war mein Blick trüb und ich erkannte die wahre Schönheit der Person, die sich über mich beugte und mir mit einem feuchten Tuch die Stirn tupfte, nur nebelhaft. Doch mit jedem Atemzug in dem ich ihren fruchtig vanilligen Duft wahrnahm, wurde mein Blick klarer und meine Gedanken schärfer. Zwar war es mir ein Rätsel wo ich war, doch es fiel mir nicht schwer zu erkennen, dass ich mich nicht in unmittelbarer Gefahr befand. Schließlich umsorgte mich eine hinreißende junge Frau mit soweit ich erkennen konnte sehr wohlgeformten Gesichtszügen. Ich spüre wie die Kraft in meine Gliedmaßen zurückkehrt und richte mich unvermittelt auf um mir einen Eindruck der Gesamtsituation zu verschaffen.

Ich erwachte auf weißen Lacken in einem hell erleuchteten Raum, der völlig lautlos zu sein schien, als zwei sanfte Hände mein Gesicht umschlossen und es langsam nach links drehte. Die dunkelhaarige Schönheit war an mich herangetreten und noch ehe ich meine Stimme wiedergefunden hatte reckte sie ihren Kopf in Richtung des meinen und berührte mit ihren warmen zarten Lippen erst meine Stirn, dann meine Wange und zu guter Letzt meinen Mund.

Erst zaghaft und vorsichtig, doch als ihr bewusst wurde das ich mich ihrer nicht erwehre, wurde ihr Kuss intensiver. Das spröde wich dem leidenschaftlichen und endete leider noch eh ich mich voll darauf einzulassen vermochte.

Noch leicht benommen frage ich sie:“warum hörst du auf? Wo sind wir?“ Bevor ich jedoch weitere Fragen stellen konnte, wurde ich von ihr jäh unterbrochen.

„Vielen Dank für meine Rettung, es tut mir leid dass dich die wachen niedergeschossen haben, nachdem du den Eber erschlagen hattest und mich aus der Grube befreit hast.“ Sie wussten nicht, dass du mir geholfen hast. Sie dachten du würdest mir was antun, so schwer bewaffnet wie du warst. Ich wollte dir anfangs auch nicht die Hand reichen, bis du mich angelächelt hast und mir sagtest: „gib mir deine Hand, ich beschütze dich!“

Es war mir kaum möglich ihrem Redeschwall zu folgen, da sie aber konsequent meinen Kopf festhielt war ich gezwungen ihren Ovationen zu lauschen.

„Und als ich dir meine Hand zu streckte, ergriffst du mich mit solch einer Sicherheit und Kraft, dass ich mich augenblicklich geborgen gefühlt habe. Du zogst mich mit solch einer Leichtigkeit aus dem Loch, drücktest mich an deine Brust und hieltest mich fest umschlugen, selbst noch, als du von einem Livekeeper getroffen wurdest und dich mit letzter Kraft nach hinten hast fallen lassen um mich nicht zu verletzen.“

„Es war so ein wohliges Gefühl, das ich nicht loslassen wollte, obwohl dich die wachen wegtragen mussten. Ich verlangte sogar einen Karren damit wir gemeinsam transportiert werden konnten, denn ich konnte dich erst losgelassen als du deinen Griff gelockert hast.“

„Ich habe natürlich mit den wachen geschimpft das sie dich mit mehreren Betäubungsgewehren gefällt haben, allerdings Versicherten sie mir, dass keine bleibenden Schäden entstehen würden.“

„Es reicht jetzt Shanisha, lass mich mit unserem Gast alleine und kümmere dich lieber um etwas zu essen, anstatt seiner mit deinem Geplapper zu erschöpfen, er sieht hungrig aus und hat sicher selbst fragen, außerdem sollte er auch die meinen beantworten.“

Shanisha wendet sich von mir ab, verlässt wortlos den Raum und hinterlässt nur einen köstlichen Geruch. Trotz des Versuches den Blick abzuwenden konnte ich meine Augen nicht von ihr lassen, engelsgleich schwebte sie von dannen und ich versuchte mich zu erinnern ob ich jemals eine schönere Frau gesehen habe. Kaum war sie im Eingang verschwunden, als der ältere gebräunte Mann mit weisen Haaren und strengem Blick, sich mir zuwendete und sprach.

„Hallo junger Prätor, du bist weit weg deiner Heimat, ein Leben ist vergangen seit ich das letzte Mal einen deiner Sorte zu Gesicht bekam.“ Er strich sich durchs Haar und fuhr fort. „Also, wer bist du und was willst du hier?“

Ich wusste nicht wieviel ich ihm verraten konnte ohne in noch größere Gefahr zu geraten und um Zeit und Informationen zu gewinnen sage ich:

„Die Höflichkeit würde Gebieten sich selbst zuerst vorzustellen oder gelten andere Gepflogenheiten in deinem Land?“

Der grauhaarige weitet seine beängstigend blauen Augen und starrt mich an. Dann spricht er mit ruhiger und kontrollierter stimme:

„mein Name ist Aurelius, ich bin der Senex Major dieses Palastes, der Drumherum liegenden Stadt, des darum liegenden Landes und der Flüsse, von der Ostküste bis zur Westküste, vom Volk auf Lebenszeit bestimmt und stetig legitimiert.“ Er strich sich den Kragen seines Umhangs zurecht und fragt erneut: „wer bist du und was willst du hier?“

„Man nennt mich Varnas und ich bin hier gestrandet.“ War alles was ich sagte.

Aurelius erhob seine Stimme: „zum einen finde ich es merkwürdig, dass du den Singular verwendest und kein Wort über die anfangs marodierende Horde von Kriegern, Söldnern, Dieben, Strolchen und offensichtlich ehemaligen Sklaven verlierst, die mein Land durchstreifen und zweitens verrät es mir nichts über eure Motive hier zu sein!“

Damit hatte ich nicht gerechnet und bellte zurück: „ich verbiete euch so über die Reste meiner Truppen zu sprechen, jeder von ihnen, gleich welcher Herkunft, Glaubens, Abstammung, Fähigkeiten und Taten ist mir treu ergeben und zur Einhaltung des Kodex Caesaris, mit seinem Leben verpflichtet.“

„Dennoch sollte ich mit Ihnen sprechen um einen impulsiven Befreiungsversuch oder ähnliches zu verhindern.“ Beendete ich meine Ausführungen.

Das Gesicht des alten Mannes verdunkelte sich und mit trockenen Worten sprach er: „denkst du allen Ernstes wir hätten euch seit eurer Landung nicht beobachtet? Denkst du ich hätte dich in meine Stadt und meinen Palast bringen lassen ohne es deinen Männern mitzuteilen und ihnen zu sagen, dass ich dich jederzeit hinrichten lassen würde, falls sie auf dumme Ideen kommen sollten?

Und nun erzählst du mir was ich wissen möchte oder wir werden sehen ob der Aufenthalt in einer der Arrestzellen deine Zunge nicht doch etwas zu lockern vermag!“

Die Spannung im Raum war beinahe physisch spürbar, ich hatte keine Waffen bei mir, die wachen ergriffen langsam ihre Gewehre, bereit diese gegen mich einzusetzen und die Hand des Senex schien sich fast unmerklich in meine Richtung zu bewegen, um auf mich zu zeigen und den Befehl zu geben, mich abzuführen.

Ich überlegte mir was andere nun tun würden, mein Vater als einer der größten Krämer des ehemaligen Kaiserreichs, setzte zeitlebens auf Diplomatie und verlor zuerst seine Frau und zu guter Letzt sein Leben, weil er nicht kämpfen wollte. Auch mein Bruder, der ehemalige Stern des Nordens, kam mir in den Sinn, er überlebte weil er den Kampf suchte und floh.

Doch dann musste ich an Iktor Silberzunge denken, der mir bei der Ägäischen Befreiung zeigte dass es immer einen Weg gibt um Herr der Situation zu bleiben, also entschloss ich mich zu kooperieren. Ich richtete mich also auf, wischte mir meine blonden Locken aus dem Gesicht und wandte mich zum Herrscher, verbeugte mich mit der förmlichsten Geste die ich kannte und sprach mit sanfter ruhiger Stimme:

„Euer Hoheit muss mir meine Verschlossenheit verzeihen, bevor wir an eurer Küste strandeten, legten wir an einer Küste im Norden an und kamen kaum mit dem Leben davon.“

Aurelius mit fester Stimme: „du hast immer noch nicht meine Frage beantwortet! Ich möchte wissen wieso du Menschen in Waffen zu mir geführt hast, hast du vor Krieg zu führen?“

Mir war klar, die folgenden Worte würden über mein Leben entscheiden: „ja, ich führe Krieg, nur nicht hier. Ihr und die euren sind völlig sicher vor uns, solange wir von euch nicht massiv bedroht werden, wird niemandem ein leid geschehen. Der einzige Grund weshalb wir hier sind, ist eine alte Legende und die Hoffnung Hilfe zu finden. Aber sagt, wie geht es meiner Einheit, ist Sie versorgt, geht es Ihnen gut?“

Aurelius wirkte erfreut: „mach dir um deine Leute keine Gedanken, ich habe Ihnen Quartiere außerhalb der Stadt zugewiesen und lasse sie ausreichend mit Nahrung versorgen.“

Er Lächelte als er inne hielt und mich anblickte, ich war äußerst überrascht über seine Gastfreundschaft und wunderte mich über die gute Behandlung, mir und meinen Leuten gegenüber. Also fragte ich: „warum habt ihr euch um die meinen gekümmert?

Aurelius kratzte sich am Ohr und sprach: „dies ist zum reinen Selbstschutz geschehen, wer ein Bett hat und satt ist, neigt seltener dazu Unruhe zu stiften. Außerdem sagte mir Shanisha, dass du ein Held seist und ich dich ja gut behandeln soll. Ihr hast du auch dieses luxuriöse Zimmer zu verdanken.“

Er machte eine Pause und fuhr fort: „Hat sie recht, bist du ein Held?“

Ich fühlte mich etwas verlegen, da mir Prahlereien nicht lag und antworte: „manche sagen Held, manche Abenteurer, manche nennen mich Schlächter und Verbannter, aber andere nennen mich Befreier, und Retter des Volkes. Es gibt viele die auf mich hoffen und Darum vertrauen mir einige ihr Leben an, so ich ihnen das meine anvertraue.“

Aurelius erwidert: „wirst du mir weiterhin keine klaren Antworten geben und Fragen beantworten die ich nicht gestellt habe? Dass deine Schergen offensichtlich viel von dir halten und da du die Kommandozeichen eines Prätors trägst, nahm ich bereits nachdem meine Späher euch entdeckten an, dass du der Anführer bist.“

Er sah mir tief in die Augen und sagt: „bist du ein Held oder hattest du nur Glück mein Mündel zu retten.“

„Ich tat was getan werden musste“, Antwortete ich und ergänzte: „ich sah deine Tochter in Gefahr, erschlug das Schwein und zog sie aus der Grube.“

Aurelius wurde spitzfindiger: „die Frage ist, hast du aus edlen Motiven gehandelt oder wolltest du dich zuerst an dem Schwein laben und danach mein Mündel verdarben?“

Ich verstand seine Sorge und versuchte diese zu entkräften.

„Hoheit, ich hatte nie unredliche Absichten mit eurer Tochter, an dem Schwein hätte ich mich allerdings gerne genährt und meine Mitreisenden daran teilhaben lassen, denn es liegt mir fern Tiere zu töten ohne diese zu verzehren oder notwendigerweise anderweitig zu verwerten.“

Aurelius schmunzelt und sagt: „zum einen bin ich keine Hoheit, ich bin weder adelig noch wohlhabend, all der Prunk war schon vor mir hier und wurde mir vom Volk, auf Grund meines hohen Amtes, zur Verfügung gestellt und zur freien Nutzung überlassen. Zum anderen ist Shanisha nicht meine Tochter, sondern vielmehr die Enkeltochter des letzten Häuptlings Amazoniens und Hüterin des Wissens. Ich habe Sie aufgenommen nachdem ihr Großvater vor beinahe zehn Jahren starb und die Herrschaft des Volkes als einzig akzeptable Regierungsform in Amazonien etabliert wurde. In der Regel vertraue ich ihrem Urteil, doch in deinem Fall, muss ich es genau wissen, Denn wir benötigen einen Helden.“

Ich verstand nicht ganz was mit Herrschaft des Volkes gemeint war und Leute die einem aus ihren Reihen einen Palast zugestehen, kannte ich so auch nicht.

Was ich allerdings verstand war, dass ich in einer ganz anderen, einer neuen Welt gelandet war und lieber mitspielen sollte bis ich mir einen Überblick verschaffen konnte oder um mir eben diesen verschaffen zu können.

Also fragte ich: „wenn ihr weder König noch Diktator seid, das Volk euch liebt und ihr genug Nahrung zur Verfügung habt um sogar meine Leute ohne weiteres zu verköstigen, wobei könnte ich euch behilflich sein?

Aurelius lachte, dann sagte er: Du bist wie ein Schwert, schön anzuschauen, aber außer für den Krieg, zu nichts zu gebrauchen!“

Ich verstand immer noch nicht, aber aus seiner Aussage schloss ich, das er ein Schwert braucht und es in mir zu finden hoffte, meine Frage war also mehr als naheliegend: „was habt ihr für Probleme?“

„Probleme Oheim?“ Shanisha betritt das Zimmer und in ihren Händen trägt sie silberne Tabletts mit allerlei Köstlichkeiten, gefolgt von einem Tross von Dienern die ebenfalls diverse Nahrungsbeladene Tabletts in Händen halten.

Aurelius wedelte mit der Hand und versucht sein Mündel zu beruhigen: „Nichts was wir nicht in den Griff bekommen, mein Schatz. Ich bin überzeugt dein Held wird uns helfen, auf die eine oder andere Art.“

Ich weiß, dass er uns helfen wird, warf sie ein und ergänzte: „du hast ihn jetzt genug verhört, mein Held braucht Ruhe und du wirst ja nicht zulassen, dass all die guten Sachen die wir vorbereitet haben, nicht ihrem Zweck zugeführt werden. Außerdem hat er sicher großen Hunger und Durst, nachdem er ja zwei Tage bewusstlos gewesen ist und du hast nichts Besseres zu tun als in zu zermürben. Was hast du dir überhaupt dabei gedacht, seit wann vertraust du meinem Urteil nicht mehr.“