Symphonie der Träume - S. Amaya - E-Book

Symphonie der Träume E-Book

S. Amaya

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Beschreibung

Amaya, eine junge Frau, die aus Einsamkeit nur an ihre Träume festhält, um sich nicht allein zu fühlen. Sie entscheidet sich allerdings doch ihren Weg alleine zu gehen, ohne ihre Träume. Bis eines Tages sich das Blatt wendet.

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Seitenzahl: 196

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Vorwort und Danksagung

Es war ein Traum, mein Traum, den ich zu einer Geschichte entwickelt habe. Denn ich glaube fest daran, dass Träume wahr werden! Familie und Freunde ermutigten mich die Geschichte mit der ganzen Welt zu teilen. Natürlich kann ich es nicht mit einem Bestseller vergleichen, trotzdem macht es mich unglaublich stolz ein Buch geschrieben zu haben. Ich danke allen die sich die Mühe gemacht haben und die Geduld hatten mit mir gemeinsam zu arbeiten. Es ist nur eine kleine Geschichte die ich euch erzählen möchte. Taucht mit mir in meinen Traum ein…

Wenn wir träumen betreten wir eine Welt, dieganz und gar uns gehört.-Dumbledore in Harry Potter

Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Danksagung

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

1

„Amaya es ist für dich!“ ruft mein Vater. Verschlafen und ohne Bedenken gleite ich, mit meiner rosa Pyjama, die Treppen hinunter. Wer wohl da ist am frühen Morgen? Und vor allem woher kommt Papa, er ist doch…

Unten angekommen, beachte ich meinen Vater nicht mehr denn meine Aufmerksamkeit steht am Eingang des Hauses. Ein großer kräftiger Mann, der locker zwei Köpfe größer ist als ich. Auch wenn er nicht seinen Körper präsentiert, sieht man sofort, dass er eine gut durch trainierte Figur hat. Eine tief gebräunte Haut, fast so dunkel wie seine glänzenden großen warmen braunen Augen, die von einem langem geschwungenem und dichten Wimpernkranz umrandet sind, zeigt sich an seinen Armen. In seinen Armen würde ich jetzt am liebsten sein, denn die sehen so einladend aus, wenn man Geborgenheit sucht. Meine Augen ruhen in seinen Augen, welche mir schon vom ersten Anblick Schutz schenken. Ich habe vorher noch nie solche schönen Augen gesehen, obwohl die meisten Menschen braune Augen haben, sind seine was ganz besonderes. Als sei es nicht perfekt genug, lächelt er mich schief an, mit einem Schlag verliebe ich mich in ihn. Meine Knie werden weich. Volle Lippen die wie gemalt aussehen, verführen meine Sinne. Er kann doch nicht von dieser Welt sein. So was hat niemand je zu vor gesehen, dafür könnte ich meine Hand ins Feuer legen. Passend zu seinem Gesicht hat er einen kurzen Haarschnitt, was trotzdem zeigt, dass er volles schwarzes Haar hat. Außerdem trägt er ein weißes Shirt, kombiniert mit einer dunklen lässigen Jeans und schwarze Sneakers.

Egal wie sehr ich ihn anhimmle, bin ich verwirrt.

Wer ist er? Und woher kommt mein Vater? Doch mein Vater ist verschwunden, merkwürdig.

Fragend schaue ich den Unbekannten an und erwarte, dass er sich vorstellt. Alles was er tut ist einen kleinen Blumenstrauß mir ausstrecken, ohne ein Wort zusagen. Immer noch verwirrt nehme ich den Blumenstrauß, der so bunt ist, an und schnuppere dran. Ich kann mir gut vorstellen, dass er innerlich über meinen verzweifelten und verwirrten Gesichtsausdruck schmunzelt. Er kommt mir näher und packt mich sanft an der Hüfte. Wow! So eine sanfte Berührung habe ich bis jetzt nie zu spüren bekommen, als hätte mich eine Feder gestreift. Und als sei das nicht genug drückt er mir einen sanften, doch liebevollen, Kuss auf meine Wange. Vor lauter Aufregung überkommt mich ein ungewöhnliches Kribbeln, ein schönes Kribbeln. Egal wie verwirrt ich noch immer bin, würde ich ihn am liebsten umarmen, nein, noch viel besser, ich würde mich am liebsten um seinen Hals schmeißen. Aber ich muss cool bleiben, also schenke ich ihm ein kurzes Lächeln und dringe unbewusst tief in seine Augen.

Wenigstens danke sollte ich ihm sagen, denke ich mir, doch meine Stimme möchte nicht. Meine Kehle ist wie zu geschnürt. Keinen einzigen Ton bringe ich aus mir raus, so sehr ich es auch will.

Anstatt mich zusammen zu raufen und mich zu bedanken, häufen sich in meinem Kopf jede Menge fragen. Wer zur Hölle ist das? Wieso behandelt er mich so? Ich sehe ihn doch zum ersten Mal. Er erwidert meinen Blick und ich werde schwach. Wobei schwach sein überhaupt nicht zu mir passt. Seine Ausstrahlung fasziniert mich so sehr, dass ich ihn einfach nur wortlos beobachte und alles um mich herum vergesse, selbst woher mein Papa auftaucht. Wir schauen uns eine ganze Zeit lang an.

Nach einer Weile merke ich, dass alles um uns herum dunkel ist. Man sieht nur noch schwarz.

Nicht mal ein Schatten ist zu sehen. In dem Moment will ich meinen ersten Laut von mir geben, doch es geht immer noch nicht. Wer hätte gedacht das mir jemand mal die Stimme verschlägt. Hilflos schaue ich um mich herum ins dunkle. Das passt gar nicht zu mir, was ist nur los? Ich bin stark! Und als sich unsere Blicke wieder treffen beruhige ich mich.

Es ist echt erstaunlich was ein Mensch alles in einem auslösen kann, niemals habe ich an so etwas geglaubt. Doch trotzdem beunruhigt mich es auch ein kleines bisschen. Kann ich etwa nur noch stark durch ihn sein? Ist alles nur noch von ihm abhängig? Konzentriert studiere ich sein Gesicht, wie er mich anschaut. Ich habe das Gefühl ich schau mich selber an. Es ist ein so zuckersüßes, verliebtes, Anlächeln. Ich merke wie ich vor mich hin grinse und so lächelt er stärker, dass seine perfekt weißen Zähne raus blitzen. Und wieder übergibt mich schlagartig eine Gänsehaut.

So langsam könnte ich mich an das Gefühl gewöhnen, dass ist das beste was mir bisher passiert ist. Wie macht er es nur? Wie hat er mich so fest im Griff?

Das urplötzlich alles um uns herum schwarz ist geht mir allerdings nicht aus dem Kopf. Ich wirbele um mich herum. Mit meiner freien Hand streiche ich über mein Gesicht und lege meinen Kopf in den Nacken.

Ich bin so verzweifelt.

Mit einem Schlag ändert sich plötzlich alles. Von schön und gut ist nichts mehr zu sehen. Von verliebt und fröhlich kann man gar nicht mehr reden. Wir befinden uns im Gegenteil von dem wie er mich noch vor paar Sekunden angeschaut hat. Ein kalter Schauer läuft über meinem Rücken. Ich kann mich nicht daran erinnern wer mich das letzte mal so angestarrt hat, dass ich vor lauter Panik am liebsten schreien und heulen würde. Was habe ich falsch gemacht? Ohne zu wissen, was los ist fange ich an mir Vorwürfe zu machen. Vielleicht habe ich etwas vergessen, aber ich kenne ihn doch gar nicht. Er kneift die Augenbrauen noch weiter, zornig, zusammen. Was hat er jetzt vor? Förmlich kann man Flammen in seinen Augen sehen und von warm und schön ist auch nichts mehr da. Eine warme Träne fließt meine Wange entlang und muss sagen ich habe mich selbst völlig unterschätzt. Niemals hätte ich gedacht, dass mir einer durch einen Blick so viel Angst einjagen kann, dass ich mich so klein und hilflos fühle. Seine Hände ballen zu einer festen Faust zusammen und jede Ader sticht hervor. Wird er mich jetzt schlagen? Mich hat noch nie jemand geschlagen. Ich schicke innerlich ein Gebet ab und hoffe, dass mich das beschützt. Wie durch ein Wunder dreht er sich von mir weg und geht.

„Danke“, sage ich mir innerlich mit geschlossenen Augen, damit die restlichen Tränen noch abfließen.

Eben noch hat er mich doch angelächelt. Ich verstehe gar nichts mehr. Noch mal lasse ich alles in meinem Kopf durch gehen was passiert ist und was daraus geworden ist. Ich spüre starke Kopfschmerzen und verzweifle, immer weiter.

Nun stehe ich alleine im Schwarzen. Mir laufen immer noch warme Tränen meinen Wangen entlang, doch ich kann mir nicht erklären wieso.

Wieso weine ich nur? Ich kenne ihn doch gar nicht, dass ich jetzt weine. Ich habe vorher noch nie wegen jemanden geweint, ich bin ein starkes Mädchen. Ich brauche niemanden und kenne keine Hilflosigkeit. Im Augenblick sieht man leider davon nichts. Um wieder aufrecht zu sein, beruhige ich mich, motiviere mich und rede mir wieder ein, dass ich stark sei und niemanden auf der Welt brauche. Es fällt mir schwer, doch es klappt.

Nach gefühlten Stunden höre ich eine bekannte Stimme, die von allen Seiten ertönt. Mehrmals drehe ich mich im Kreis und entdecke einen weißen Punkt, der aus dem Nichts auftaucht. Es muss ein Licht sein, welches weit weg zu sein scheint, denn ich sehe es schwer. Ich wische mir die Tränen weg, um mir sicher genug zu sein, was ich da sehe. Fest entschlossen gehe ich mutig in die Richtung woher das Licht kommt. Je näher ich da ankomme, desto greller und größer wird das Licht. Auch die Stimme wird immer lauter und ich merke wie ich anfange schneller zu gehen.

Erstmal ist das ein Walken, irgendwann ein Joggen und dann sprinte ich so schnell ich kann, weil ich das Gefühl habe, dass jemand alleine ist und Hilfe braucht. Vielleicht ist es der Mann von vorhin. Mit jedem Schritt wird der Hilfeschrei lauter und somit unerträglicher, doch ich gebe nicht auf und laufe weiter in Richtung Licht, welches mich so sehr blendet, dass ich mit halb geöffneten Augen, man kann schon sagen blind, renne. Der gequälte Schrei trifft mich tief in Herzen. Es bedrückt mich so sehr, dass das Atmen mir schwer fällt. Das Laufen fällt mir auch schwer, aber ich darf nicht aufgeben, ich muss dahin. Ich muss wissen wer so schreit, wo ich überhaupt bin.

Dieses erdrückende Gefühl wird immer stärker, doch ich reiße mich zusammen. Ich lasse zu, dass meine Tränen fließen, kann es aber in keine Kategorie einordnen. Wut, Trauer, Schmerz, Einsamkeit. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur das es gut tut, es ist wie ein Ausgleich.

Kurz bevor ich ankomme übergibt mich eine Kraft die mich bewegt und endlich kriege ich meinen ersten Ton von mir raus. Nach allem was die letzten Stunden passiert ist, habe ich nun meine Kraft zusammen sammeln können. Meine Kehle ist befreit. Der Kloß im Hals ist weg. Trotzdem bin ich, durch das erdrückende Gefühl weiterhin verzweifelt und hilflos, so schreie ich einfach nur mit der Stimme mit, damit die Person weiß sie ist nicht alleine. Ich bin da, denn ich weiß ganz genau wie es ist vor Einsamkeit zu weinen und zu schreien, mit der Hoffnung jemand hört mich und bleibt für immer bei mir.

„Amaya, wach endlich auf!“, schreit mir meine Freundin Nala ins Ohr. Mit einem Ruck reiße ich erschrocken die Augen auf. Verpeilt schaue ich sie an, denn ich befinde mich noch an dem Ort zuvor.

Ich ignoriere sie erst mal und schlendere verwirrt Richtung Badezimmer. Ich lasse die Badewanne voll laufen. Meine voll geschwitzten Klamotten ziehe ich aus und lege sie in die Wäsche.

Anschließend mache ich es mir in der Wanne gemütlich. Verträumt verwöhne ich mich selbst, indem ich japanisches Öl ins Wasser tröpfle und entspannt mich nach hinten lehne. Hoffentlich komme ich so in den echten Alltag zurück. Im Halbschlaf blitzen wieder Bilder vor mir auf, die ich im Traum gesehen habe. Seine warmen Augen und sein Lächeln, einfach alles.

Und schon überkommt mich wieder diese starke Gänsehaut an die ich mich sofort gewöhnt habe.

Ich verstehe nicht wie sich ein Traum so realistisch anfühlen kann, dennoch genieße ich dieses wundervolle Gefühl und grinse vor mich herum.

Noch lange denke ich darüber nach, bis Nala ins Bad rein stürmt.

„Ich muss jetzt gehen, José wartet auf mich.

„Okay“, sage ich kurz und knapp.

Sie kommt zu mir und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Mit einem gezwungenem Lächeln nicke ich ihr zu. Sie braucht nicht wissen, dass ich durch einen Traum deprimiert bin.

Genervt, wegen dem viel zu realistischen Traum, steige ich aus der Badewanne aus und greife nach meinem Bademantel. Während ich meine Haare föhne begebe ich mich wieder in meine eigene Welt. Meine weißblonden Haare föhne ich glatt, anschließend ziehe ich einen gewagten Lidstrich und betone so meine tiefgrünen Augen.

Meine Augen erinnern mich immer daran wie meine Mutter mir sagte, dass ich etwas besonderes sei. Denn niemand aus der Familie hat solch eine Augenfarbe. Meine Mutters Augen waren tief brauen, fast schon schwarz. Ein krasser Kontrast zu den Augen von meinem Vater, denn seine waren ein eiskaltes Blau. Ich bin wohl eine Mischung aus beiden. Hier und da erkennt man einen braunen und blauen Stich, im Großen und Ganzen sind sie aber grün. Immer wenn ich in den Spiegel schaue, denke ich an Mutters Worte und es bildet sich ein trauriges Lächeln auf mein Gesicht.

Meine vollen Lippen schmücke ich mit einem kräftigen rot, da sie so mehr zur Geltung kommen. Ich will nicht, dass man mein ständig trübes Gesicht sieht und überdecke es somit mit etwas viel Schminke.

Erschrocken zucke ich zusammen, als Nala, wie eine verrückte, panisch ins Badezimmer, rein stürmt und mir ein Geburtstagslied singt.

„Ich wollte dir noch Glückwunsch wünschen Wir sehen und in ein paar Tagen wieder.“, trällert sie.

Und so geht sie auch wieder.

Heute ist mein Geburtstag, ich werde 24 Jahre alt.

Doch für mich ist mein Geburtstag nichts besonderes. Außer meine Freundin Nala, ihre Mutter Elisa und mittlerweile auch Nalas Freund José habe ich niemanden in meinem Leben.

Die große schlanke und sportliche Australierin, Nala, ist Fitnesstrainerin und eine natürliche Schönheit, mit ihren blonden Haaren, die zu ihrer leicht gebräunten Haut und hellbraunen Augen passen. Immer wenn ich ihre Figur betrachte wie straff alles bei ihr sitzt bin ich deprimiert und bemühe mich auch schön schlank zu werden.

Doch meine weiblichen stark ausgeprägten Rundungen wollen bleiben. Außerdem ist sie schon seit vier Jahren mit José zusammen, mit dem ich mich sofort verstanden habe. Bei Not ist er für mich da, genau so wie ich für ihn da bin, auch wenn es sich hauptsächlich nur um Nala handelt.

Da ich heute arbeite und weiß, dass mich eine Menge harte Arbeit erwartet, ziehe ich mich gemütlich an. Auch wenn es draußen sehr warm ist, präsentiere ich ungern meine viel zu helle Haut, für die ich mich noch schäme. Seit neustem gehe ich auf die Sonnenbank, vielleicht ändert sich es bald. Aus Nalas und meinem Anziehzimmer krame ich eine blaue Jeans heraus und ziehe ein lässiges Shirt an. Hauptsache meine tätowierten Arme und mein Dekolleté sind zu sehen. Ich präsentiere immer sehr stolz meine selbst designten Tattoos.

Es ist für mich Kunst und ich liebe Kunst. Nala sagt manchmal, dass ich sogar für Kunst töten würde, so fanatisch bin ich.

Mit Herz und Seele habe ich Modedesign studiert und das als Beste abgeschlossen. Am liebsten würde ich mich selbstständig machen, doch traue ich mich nicht. Es gibt so viele andere talentierte Designer die viel besser sind als ich und trotzdem einen harten Weg haben. Deshalb bleibe ich lieber bei einer Schneiderin, bei der ich während des Studiums ein Semesterpraktikum absolviert habe.

Meine Aufgaben sind es Kostüme zu flicken und für besondere Kunden besondere Outfits zu zeichnen. Mehr auch nicht. Niemand weiß von meinen Zeichnungen, die ich an meinem Arbeitstisch in der Schublade eingeschlossen habe. Es ist auch besser so. Man würde mich wahrscheinlich nur auslachen.

Es läuft alles gut, finanziell haben weder Nala noch ich irgendwelche Probleme. Wir sind sehr glücklich darüber und überlegen auch schon, ob wir nicht nach unserem Urlaub in ein paar Monaten, ein Haus kaufen sollen.

Doch ich habe meine Bedenken.

Nala und José sind schon lange zusammen und langsam vermute ich, dass Nala nur weil ich mit niemanden zusammen bin, darauf wartet bis ich jemanden finde, damit sie dann mit José zusammen ziehen kann. Ich habe ihr es schon oft vorgeschlagen, dass sie bei José einziehen soll, um zu wissen wie sie darauf reagiert, doch sie winkt ständig ab und behauptet sie sei noch nicht bereit mit José zusammen zu wohnen.

Fertig mit allem, packe ich meine Arbeitstasche und fahre mit meinem Auto zur Arbeit.

Angekommen setzte ich mein künstlichen Lächeln auf und begrüße alle Arbeitskollegen an denen ich vorbei gehe bis ich meinen Arbeitsplatz erreiche.

Ab und zu kommt jemand und gratuliert mir zum Geburtstag, was ich sehr herzlich annehme.

Die nächsten Tage verlaufen nicht anders, eigentlich verläuft mein ganzes Leben so, bis endlich wieder Wochenende ist.

Endlich ist es Freitag und endlich kommt Nala wieder. Ich freue mich, bei dem Gedanken, wenn wir uns wieder umarmend auf dem Boden purzeln lassen.

Nach der Arbeit gehe ich nach Hause, räume auf und putze anschließend die Wohnung. Ich bereite etwas leckeres für Nala und José zum essen vor, da sie wahrscheinlich von ihrer kurzen Reise erschöpft sind.

José, der hübsche Mexikaner, ist mit seinen 28 Jahren ein erfolgreicher Architekt und hat zum ersten Mal einen Auftrag im Ausland an Land gezogen und das auch noch in Dubai. Viele Wochen vorher hat er es mir schon erzählt und mir anvertraut, dass er Nala überraschen wird und mitnehmen möchte.

Nala und er haben sich damals auf einer Sportmesse kennengelernt. Zu der Zeit hat Nala einen Freund gehabt und auch nicht vor sich zu trennen, eigentlich. Mit José hat sie sich immer nur zum Sport getroffen, um ihm Tipps zu geben und er hat ihr ebenfalls Tipps gegeben. Als Nala erfahren hat, dass ihr damaliger Freund mit einigen ihrer Freundinnen geschlafen hat, war sie, trotz Schmerzen, wieder Single. Doch das mit José und ihr ist auch erst viele Jahre später zustande gekommen. Sie hat niemandem mehr vertrauen können, was natürlich verständlich ist.

Und José wusste nicht was er tun soll, wie er sie beeindrucken soll, seine Liebe gestehen soll und alles was dazu gehört. Irgendwann hat er seinen Mut doch zusammen gefasst und sie des öfteren ausgeführt. Sie verliebte sich in ihn, die Art wie er mit ihr umgeht tut ihr gut und so wurden die beiden ein Paar. Ich sehe ihn wie ein Familienmitglied und helfe ihm sehr gerne, erst Recht wenn es um Nalas Glück geht. Immerhin hat Nala jemanden der sie bedingungslos liebt.

Immer wenn die beiden zusammen sind reden sie mit einem ansteckendem Lachen. Nalas Augen strahlen wortwörtlich, wenn José vor ihr steht.

Vielleicht bin ich auch ein wenig eifersüchtig, weil ich nicht so ein Glück habe.

Während ich das Dessert in den Kühlschrank stelle klingelt es an der Tür. Nala und José. José hat sich schon daran gewöhnt, dass ich ihn als erstes kurz begrüße und dann Nala so fest umarme, dass mir niemand auf dieser Welt sie mir weg nehmen kann.

Nachdem wir gemütlich auch unser Dessert verschlungen haben, erzählen mir die zwei mit großen Augen wie ihre Reise verlaufen ist und was sie alles entdeckt haben.

Ich liebe diese Art von Abende, es beruhigt mich und lässt meine Sorgen für einen Moment vertreiben.

Ich bin dankbar Nala in meinem Leben zu haben, sie ließt es von meinen Augen ab als ich sie anschaue, während José von der Reise erzählt.

Sie nimmt es zur Kenntnis und knuddelt sich an mich ran.

Wer braucht schon einen Partner, wenn man eine beste Freundin hat?

Kennst du den Platz zwischen schlafen undwachen? Der Platz wo deine Träume noch beidir sind?

2

„Wir haben deinen Geburtstag vor zwei Wochen nicht feiern können, lass uns doch heute gemeinsam ausgehen“, schlägt Nala vor. Aber ich kenne das schon alles. Wir gehen gemeinsam mit José aus und ich bin, wie immer, das dritte Rad vom Fahrrad. Also einfach nur unnötig.

„Ich will nicht. Wir können zu Hause Kuchen backen und essen, das reicht doch völlig aus“,

„Amaya, du machst jedes Jahr so ein Theater bzw. immer wenn wir ausgehen möchten, so kann es nicht weiter gehen. Ich verstehe, dass du immer noch nicht darüber hinweg bist und wahrscheinlich auch nie sein wirst. Aber du hältst dich selber davon ab zu leben. Du bist 24 Jahre alt, du solltest raus gehen, neue Leute kennen lernen, einfach irgendetwas machen. Du solltest Leben!“, wirft mir Nala besorgt vor.

Genervt, verletzt und gleichzeitig mit Tränen in den Augen gehe ich in mein Zimmer, schließe mich ein und schmeiße mich aufs Bett.

Sie hat recht, ich bin total abwesend von der Welt, doch so tun als sei nie etwas passiert kann ich auch nicht.

Meine Eltern sind vor acht Jahren bei einem Autounfall, unterwegs nach Italien, ums Leben gekommen. Sie waren vorher in Frankreich aus geschäftlichen Gründen. In Italien wollten sie gemeinsam Urlaub machen, bevor mein Bruder zur Welt käme, meine Mutter war zu der Zeit hoch schwanger.

Leider habe ich sonst niemanden den ich Familie nennen kann, es gab nur meinen Vater, meine Mutter und meinen Bruder, der noch in Mamas Bauch war. Die Liebe zwischen meinen Eltern wurde von niemandem akzeptiert. Als meine Mutter dann mit mir schwanger wurde haben sie ihre Sachen gepackt und sind geflohen. Nur so konnten sie für immer zusammen bleiben. Bis zu ihrem Tod.

Seitdem Träume ich nur noch von dem Unbekannten schönen Mann. Mein Herz ist nur noch im Traum. Vielleicht habe ich deshalb bis jetzt niemanden näher kennen gelernt, um eine Beziehung zu führen. Ich weiß es leider nicht. So viele Fragen in meinem Kopf, dass ich ständig nur im Traum bleibe mit meinen Gedanken. Die Realität interessiert mich nicht sonderlich. Was hat es nur auf sich ständig von ihm zu träumen?

Beim ersten Traum weiß ich noch ganz genau wie schockiert ich war, dass ich eine lange Zeit überlegt habe zu einer Psychologin zu gehen.

Denn wie auch im letzten Traum fühlte es sich an als sei es real, als gäbe es ihn tatsächlich und er hätte mich berührt.

Elisa, Nalas Mutter war eine sehr gute Freundin meiner Mutter und sie hat mich zu sich aufgenommen, da ich sonst in ein Waisenhaus gebracht worden wäre. Sie ist stolz zu sehen wie ihre Tochter und ich schnell selbstständig wurden.

Gemeinsam schlossen wir erfolgreich die Schule ab, nach der Schule fingen wir an zu studieren.

Nala hat Fitness Management studiert und ich, wie schon erwähnt, Modedesign. Zu erst war Elisa dagegen, dass wir zusammen eine Wohnung mieten, da sie der Meinung war, dass wir die Wohnung nur auf den Kopf stellen würden. Am Anfang hatte sie Recht mit ihren Befürchtungen gehabt, so haben wir zum Beispiel beim ersten Mal Pommes frittieren, die Küche fast abgebrannt.

Trotz allem ist Elisa erstaunt wie selbstständig, erwachsen und verantwortungsvoll Nala und ich sind, vor allem haben wir gar keine finanziellen Probleme, auch nie welche gehabt. Sie kann trotzdem den Platz meiner Mutter nicht ersetzten.

Niemand auf dieser Welt kann das.

„Amaya mach bitte die Tür auf und lass uns reden“, fleht Nala an der Tür. Ich kann Nala nicht böse sein, sie will nur das beste für mich, deshalb öffne ich ohne zu zögern die Tür. Kaum ist die Tür offen werde ich schon von ihr überfallen und muss lachen, wie wir auf dem Boden umarmend hin und her purzeln. Tief atme ich ein und wieder aus, während ich mich von ihr befreie,

„Okay, wir gehen gemeinsam raus, aber unter einer Bedingung, sag José bitte er soll noch einen Freund von sich mitbringen, ihr beide langweilt mich.“ Lachend bewirft sie mich mit all meinen Kissen die auf meinem Bett liegen.

„Halt doch mal still Amaya“, meckert mich Nala an.

„Nein, dass ist viel zu viel, mach das bitte wieder weg, ich sehe aus wie ein Clown. Wir gehen doch nur etwas trinken“, jammere ich.

„Es ist auch sehr selten, dass wir ausgehen, meine Liebe“ fährt sie mich gefährlich an.

Sie ist immer noch sauer auf mich, weil ich sonst immer abgewimmelt habe irgendwohin zu gehen. Und heute freut sie sich besonders und dementsprechend sich und mich aufbrezeln wollen.

In der Bar, die erst seit paar Tagen geöffnet hat, angekommen bestellen Nala und ich schon, bevor die Männer kommen.