Systemkollaps - Martha Wells - E-Book

Systemkollaps E-Book

Martha Wells

0,0
9,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Der neue Killerbot-Roman – bald als Serie bei Apple TV+

Wenn die SecurityUnit namens Killerbot nicht gerade Attentäter zur Strecke bringt oder Fernsehserien suchtet, ist sie als Begleitschutz für Forschungsmissionen unterwegs. Diesmal geht allerdings alles schief. Der Konzern Barish-Estranza schickt gleich mehrere Schiffe, um Siedler auf einem neu kolonisierten Planeten zu retten. Killerbot ist mit dabei, aber leider auch mehrere andere SecUnits. Schon bald hat der neurotischste Roboter von allen den Verdacht, dass der Konzern eine geheime Agenda verfolgt – und auch Killerbots eigenes System läuft nicht rund. Und wenn Killerbot nicht das Leben der Siedler gefährden will, muss er schleunigst eine Lösung finden …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 310

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



DASBUCH

Wenn die SecurityUnit namens Killerbot nicht gerade Attentäter zur Strecke bringt oder Fernsehserien suchtet, ist sie als Begleitschutz für Forschungsmissionen unterwegs. Diesmal geht allerdings alles schief. Der Konzern Barish-Estranza schickt gleich mehrere Schiffe, um Siedler auf einem neu kolonisierten Planeten zu retten. Killerbot ist mit dabei, aber leider auch mehrere andere SecUnits. Schon bald hat der neurotischste Roboter von allen den Verdacht, dass der Konzern eine geheime Agenda verfolgt – und auch Killerbots eigenes System läuft nicht rund. Und wenn Killerbot nicht das Leben der Siedler gefährden will, muss er schleunigst eine Lösung finden …

Martha Wells’ KILLERBOT-Serie bei Heyne:

Tagebuch eines Killerbots

Der Netzwerkeffekt

Übertragungsfehler

Systemkollaps

DIEAUTORIN

Martha Wells ist New York Times-Bestsellerautorin und hat eine Vielzahl an Science-Fiction- und Fantasy-Romanen und -Kurzgeschichten sowie Jugendbücher, Film- und TV-Tie-ins wie Star Wars, Stargate: Atlantis und Essays geschrieben. Ihr Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. Tagebuch eines Killerbots wurde für den Philip K. Dick Award nominiert und gewann den Nebula Award, Hugo Award, ALA/YALSA Alex Award und Locus Award. Martha Wells lebt mit ihrer Familie in College Station, Texas.

Mehr zu Martha Wells und KILLERBOT finden Sie auf:

Martha Wells

SYSTEMKOLLAPS

EIN KILLERBOT-ROMAN

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Frank Böhmert

Wilhelm Heyne Verlag München

Das Buch ist im Original unter dem Titel SYSTEMCOLLAPSE bei Tordotcom Books erschienen.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.

Deutsche Erstausgabe 03/2025

Copyright © by Martha Wells

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

[email protected]

(Vorstehende Angaben sind zugleich Pflichtinformationen nach GPSR)

Redaktion: Sven-Eric Wehmeyer

Umschlaggestaltung: Das Illustrat, München, nach einem Originalentwurf von Christine Foltzer

Umschlagillustration: Jaime Jones

Satz: satz-bau Leingärtner, Nabburg

ISBN 978-3-641-32349-3V003

diezukunft.de

2

Kaum waren wir hinter einem Felsvorsprung außer Sicht, scannte ich kurz nach Stealthdrohnen, nahm mein Gewicht von Ratthi und richtete mich auf. Er fragte: »Alles okay mit dir?«

»Klar«, sagte ich.

Iris sah mich besorgt an und tat so, als ob nicht. Sie fragte: »Warum bleibst du nicht bei uns? Nur noch ein Router, dann sind wir fertig.«

»Klar«, sagte ich.

Wir stiegen einen rauen Pfad zurück zu ihrem Shuttle hinauf, das oben auf dem kleinen flachen Plateau über dem Routergebäude stand. Da ich bei den Menschen blieb, rief Fifo mein Shuttle zurück. Mit ein bisschen Glück glaubte das lauernde BE-Team nun, dass wir abgeflogen waren.

Die ursprüngliche Arbeitsgruppe von Barish-Estranza hatte uns erzählt, die Neuankömmlinge wären planmäßige Verstärkung und kein Einsatzteam in Reaktion auf die Notbake. Aber Seth hielt das für gelogen. Und wenn es gelogen war, hieß das, dass BE an irgendeinem Wurmloch relativ nahe bei diesem System weitere Verstärkung liegen hatte. Was einleuchtete, sofern sie diverse Forschungsgruppen zu Systemen in diesem Großgebiet entsandt hatten.

Das eigentliche Problem war jedoch, dass BE jetzt hier über ein Versorgungsschiff und einen bewaffneten Explorer verfügte und von Unterstützung seitens der Universität von Mihira und New Tideland immer noch nichts zu sehen war. Und wir brauchten wirklich Unterstützung.

Phase I von Plan A BloßWegHier hatte aus dem Versuch bestanden, den MedUnits der Kolonie ein spezialisiertes Dekontaminations-Update zu liefern, damit sie beieinander abwechselnd das Aliendekontaminationsprotokoll laufen lassen konnten. Das hatte länger gedauert als gedacht, weil sämtliche medizinische Ausrüstung der Kolonie auf proprietären kommerziellen Konzepten von vor 37+ CR-Standardjahren beruhte.

Thiago und Karime hatten eine Fraktion der Kolonie davon überzeugt, uns eine Kopie der Software auf ihrer medizinischen Haupteinheit zu schicken, und Fifo hatte sämtliche Spuren von kontaminiertem Code entfernt und sein eigenes Dekontaminationspaket so modifiziert, dass es auf uraltem Drecks-Equipment lief. Dann musste jede Einheit in einem ausgeklügelten übervorsichtigen Verfahren einzeln mit dem bereinigten und verbesserten Betriebssystem ausgestattet werden, um Kreuzkontamination oder Rekontamination zu verhindern. Dies vor allem für den Fall, dass wir schwer Mist gebaut hatten und in den medizinischen Systemen, deren Verhalten nicht zu dem zuvor beobachteten Mensch-Maschine-Mensch-Übertragungsmuster passte, irgendwo inaktive Virusfragmente vorhanden waren.

Zum Glück war der Grad an Paranoia hinsichtlich Viruskontamination auf diesem Planeten bei Fifo, mir, unseren Menschen und den Kolonisten mehr als angemessen, sogar nach meinen Maßstäben.

Phase II von Plan A sah vor, Barish-Estranza juristisch daran zu hindern, Eigentümerschaft über die Kolonie mit dem Recht auf Altlastverwertung und Bergelohn geltend zu machen, woran Pin-Lee noch arbeitete. Fifos Crew hatte außerdem bereits mit der Begutachtung der planetaren Alienkontamination begonnen, und da sah es gar nicht mal so gut aus. Der Detailkram interessierte mich nicht, aber wenn ihnen kurz gesagt die Datenlage nicht erlaubte, die kontaminierte Stätte als luftdicht abriegelbar einzustufen, dann wurde der Planet mit einem Verbot belegt, und die Kolonisten mussten sich ohnehin entfernen, und Barish-Estranza konnte sie ebenfalls zur Kompensation für die Bergung heranziehen.

Der erste Unterabschnitt von Phase II beinhaltete, die Kolonisten zu fragen, was sie wollten. Klingt einfach, ich weiß. (Und ich bin mir der Ironie bewusst, denn ich weiß genau, wie schwierig die Frage Was willst du? sein kann, wenn man nicht auch nur den Hauch einer Ahnung hat, was man will. Aber wir redeten hier schließlich nicht über existenzielle Daseinsfragen, sondern wollten einfach nur wissen: Möchten Sie durch Barish-Estranza geborgen werden und für den Rest Ihres Lebens Zeitarbeit leisten? Wählen Sie (1) ja (2) nein.)

Das Problem war, wen wir fragten.

(»Die sind jetzt sogar noch in mehr Fraktionen gespalten als bei unserer Ankunft«, hatte Thiago nach der Auswertung einiger erster Daten, die Fifos Umfragedrohnen erhoben hatten, sowie nach einigen Funkgesprächen mit verschiedenen Menschen erklärt. »Sie haben ihre Kuppelstadt in mindestens zwei Bezirke aufgeteilt, und weitere Gruppen haben sich auf Lager auf der anderen Seite des bewohnten Plateaus verteilt.«

Karime, die leitende Unterhändlerin von Fifos Crew, sagte: »Sie haben einander Dinge angetan, die sich nicht leicht verzeihen lassen. Uns ist klar – und ihnen auch –, dass das auf die Alienkontamination zurückzuführen ist, aber es braucht Zeit, so etwas zu bewältigen.«

»Zeit, die uns davonläuft«, sagte Mensah.

Wobei ich diese ganze Vorstellung von wegen Sachen nicht verzeihen, die dir angetan wurden, durchaus begreife. Nur kommt es mir so vor, als ob sie sich zwar lange genug hatten nicht hassen können, um der Konzernsklavenarbeit zu entgehen, aber dann, als die Kennzahl der Gefahrenbewertung runterging, gleich wieder mit dem Hassen angefangen haben.)

Wir flogen mit dem Shuttle rüber zum nächsten Router, der sich auf einem kleinen Felsenhügel westlich der Hauptkolonie befand, umgeben von kargen grau-grünlichen Baumfarn-Dingern.

Bevor wir dort ankamen, war die andere aktuelle Operation bereits in vollem Gang – also diejenige, für die ich die Sicherheitsüberwachung hatte übernehmen sollen, bevor [entfernt]. Ich langweilte mich dermaßen, dass ich Dreis Video zurücklaufen ließ und es mir von vorne ansah.

Das Shuttle mit Karime und Drei ging runter, und sie stiegen auf dem Landeplatz der sekundären Siedlungsstätte aus. Die primäre Siedlung hatte sich in der Nähe der Prä-CR-Stätte befunden und war nach den ersten Alienkontaminationsvorfällen aufgegeben worden. Die neue, aktuelle Siedlung hatten die Kolonisten auf dem unteren Absatz eines Plateaus errichtet und dort mit schwerem Gerät Höhlen und Gänge hineingegraben, bevor sie obendrauf ihre Habitate bauten, und nun verfügte die Kolonie über Gebäude unter freiem Himmel und zugleich über Kellerräume zum Eigenschutz sowie zum Schutz ihrer Vorräte und Lebenserhaltungssysteme. Unterhalb des Habitats waren Landezonen für Fluggeräte sowie Rampen aus dem Fels gehauen worden, die wiederum zu einer Landwirtschafts- und Wassergewinnungsanlage führten.

Karime musste die sie erwartenden Kolonisten begrüßen. Das dauerte eine Weile – so lange, dass es mir Zeit ließ, bis zur Echtzeit aufzuholen, wo sie gerade die in den Fels gehauenen Stufen hinaufgingen. Das Wetter war klar dort drüben, die Sichtweite gut. Wir konnten mich durch eine automatisierte Wetterdrohne ersetzen, dann funktionierte das Ganze auch nicht schlechter.

Iris und Tarik legten mit dem Router los, der auch wieder wie ein großer Felsen aussah und von einem Farnbaumwäldchen umgeben war. Dahinter lag eine Ebene mit rötlicher Vegetation und einigen Felsdurchbrüchen. Hier draußen konnten sich Menschen definitiv nicht verirren. Einmal wegen Fifo, dann lag die Menschenkolonie nicht weit entfernt, der Funk funktionierte, und in der Ferne war der Aufzugsturm für den Dropbox-Schacht zu sehen, wie er sich bis hinauf in die obere Atmosphäre erstreckte und verschwand. Also selbst wenn das Shuttle kaputtging, selbst wenn der Funk und unser Feed aufhörten zu funktionieren, bräuchten sie nichts weiter zu tun, als Richtung Turm zu gehen, bis ein patrouillierender Pathfinder von Fifo sie ins Blickfeld bekam und ein anderes Shuttle anforderte.

Und ich konnte in die andere Richtung gehen, einfach so vor mich hin, bis – na, das markiere ich lieber mal zur Löschung.

Ich griff auf Dreis Drohnenfeed zu, um bessere Sicht auf Karime und sie zu haben. Sie trug keinen Panzer, sondern einen Umweltanzug und tat so, als wäre sie ein Mensch. Ich tippte ihren Feed an und sagte: Lässiger. Lässt du deinen Beweg-dich-wie-ein-Mensch-Code laufen?

Drei antwortete: Ich lasse meinen Beweg-dich-wie-ein-Mensch-Code laufen. Aber sie wurde langsamer, lockerte ihre Gelenke. Nach zwei Sekunden fügte sie hinzu: Das fällt unerwartet schwer.

Sag bloß. Du machst das prima, sagte ich.

Die Kolonisten sollten nicht wissen, dass Drei eine SecUnit war, vor allem, um Gesprächen darüber vorzubeugen, wie sehr das riesige, böse, Planeten bombardierende Transportschiff diese SecUnit mag und ob es wohl ausrastet, wenn wir einen Felsbrocken auf sie fallen lassen oder so. Die Kolonisten glaubten, Drei wäre bloß ein extrem linkischer augmentierter Mensch. Von denen gibt es schließlich so einige.