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Manchmal braucht es nur einen Moment, um alles zu verändern.
Chet Wilde liebt das Leben auf der Familienranch, und doch fühlt er sich oft einsam. Die Hoffnung auf die große Liebe hat er längst aufgegeben.
Christy Harris dagegen kennt von der Liebe nur Schmerz: ein Vater, der nie da war, und ein kontrollsüchtiger Ex, der ihr das Herz brach. Als Chet ihr in einer verzweifelten Situation beisteht, verändert sich ihr Leben. Der Mut dieses Fremden stellt alles auf den Kopf, was Christy über Männer zu wissen glaubte. Zwischen ihnen knistert es vom ersten Moment an und die Anziehung ist unwiderstehlich. Doch während ihr Herz sich nach Chet sehnt, kämpft Christy mit der Angst, wieder verletzt zu werden. Und sie muss sich fragen: Kann sie ihm wirklich vertrauen?
Auftakt der Wilde Boys Reihe von Bestseller-Autorin Abby Brooks. Eine Slowburn Small Town Romance voller Gefühle, Geheimnisse und Leidenschaft.
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Seitenzahl: 257
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Wir wünschen viel Vergnügen.
Ihr »more – Immer mit Liebe« –Team
Manchmal braucht es nur einen Moment, um alles zu verändern.
Chet Wilde liebt das Leben auf der Familienranch, und doch fühlt er sich oft einsam. Die Hoffnung auf die große Liebe hat er längst aufgegeben.Christy Harris dagegen kennt von der Liebe nur Schmerz: ein Vater, der nie da war, und ein kontrollsüchtiger Ex, der ihr das Herz brach. Als Chet ihr in einer verzweifelten Situation beisteht, verändert sich ihr Leben. Der Mut dieses Fremden stellt alles auf den Kopf, was Christy über Männer zu wissen glaubte. Zwischen ihnen knistert es vom ersten Moment an und die Anziehung ist unwiderstehlich. Doch während ihr Herz sich nach Chet sehnt, kämpft Christy mit der Angst, wieder verletzt zu werden. Und sie muss sich fragen: Kann sie ihm wirklich vertrauen?
Auftakt der Wilde Boys Reihe von Bestseller-Autorin Abby Brooks. Eine Slowburn Small Town Romance voller Gefühle, Geheimnisse und Leidenschaft.
Abby Brooks ist eine amerikanische Romance-Autorin und lebt mit der Liebe ihres Lebens und ihren drei Kindern in einer Kleinstadt in Ohio. Sie liebt es, in der Küche zu tanzen, zu lachen und bis spät in die Nacht zu lesen.
Will Wright ist glücklich verheiratet mit Abby Brooks, der Liebe seines Lebens und Romanautorin aus Leidenschaft. Privat sind sie ein unschlagbares Team – und beruflich erst recht. Gemeinsam haben sie mit viel Freude die Wilde Boys-Serie umgesetzt, die für beide ein ganz besonderes Herzensprojekt ist
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Abby Brooks, Will Wright
Taking what is mine
Aus dem Amerikanischen von Katja Hildebrandt
Cover
Titel
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Titelinformationen
Grußwort
Informationen zum Buch
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Kapitel 1 — Chet
Kapitel 2 — Christy
Kapitel 3 — Chet
Kapitel 4 — Christy
Kapitel 5 — Chet
Kapitel 6 — Christy
Kapitel 7 — Chet
Kapitel 8 — Christy
Kapitel 9 — Chet
Kapitel 10 — Christy
Kapitel 11 — Chet
Kapitel 12 — Christy
Kapitel 13 — Chet
Kapitel 14 — Christy
Kapitel 15 — Chet
Kapitel 16 — Christy
Kapitel 17 — Chet
Kapitel 18 — Christy
Kapitel 19 — Christy
Kapitel 20 — Chet
Kapitel 21 — Chet
Kapitel 22 — Christy
Kapitel 23 — Chet
Kapitel 24 — Christy
Kapitel 25 — Chet
Kapitel 26 — Christy
Kapitel 27 — Chet
Kapitel 28 — Chet
Epilog — Gabe
Impressum
Chet
»Gabe?«, frage ich ins Funkgerät hinein.
Es knistert am anderen Ende der Leitung. »Habe gerade keine Hand frei, großer Bruder. Was gibt’s?«
»Eine der Kühe kalbt hinter der alten Scheune.«
»Das sind doch gute Neuigkeiten, Chet. Dann haben sich also all die Stunden gelohnt, die wir knöcheltief in Kuhscheiße verbracht haben.«
Ich ignoriere seinen Sarkasmus. »Es ist Emma. Sie hat sich schon vor Stunden von den anderen zurückgezogen, aber bisher hat sich noch nicht viel getan. Ruf bitte zur Sicherheit Doc Hawes an, damit er herkommt.«
»Tja, Chet, da gibt’s wohl ein kleines Problem. Doc Hawes ist nämlich letztes Jahr gestorben, weißt du nicht mehr? Der Neue heißt, glaube ich, Chris oder so.«
»Gut, dann ruf halt ihn an.«
»Anscheinend hatte das Funkgerät einen Aussetzer, als ich gesagt habe, ich hätte gerade keine Hand frei«, brummt er. »Aber gut, dann kümmere ich mich eben um die zwei fehlenden Herdenmitglieder erst, nachdem ich beim Tierarzt angerufen habe. Ist dir das recht?«
»Ja. Oh, und, Gabe? Gib mir bitte Bescheid, falls der Arzt länger braucht, um herzukommen.«
»Weißt du was? Eines Tages wirst du eine nette Frau ganz schön unglücklich machen«, gibt er zurück.
Auch das ignoriere ich.
Als eine gute Stunde später noch immer kein Arzt in Sicht ist und auch Gabe sich nicht noch mal gemeldet hat, versuche ich, ihn erneut über Funk zu erreichen. Während ich in das Gerät hineinspreche, höre ich meine knarzende Stimme von der anderen Seite der Scheune widerhallen, und kurz darauf taucht Gabe mit einem selbstzufriedenen Gesichtsausdruck hinter dem Gebäude auf.
»Was ist los mit dir? Hast du vergessen, wie man ein Kalb zur Welt bringt, und brauchst dafür einen Experten? Beruhige dich, jetzt bin ich ja hier.« Er sieht mich süffisant an. »Wie weit ist sie?«
»Noch nicht viel weiter als vorhin. Hast du den Arzt angerufen?«
»Sag bloß, du hast das ernst gemeint!«, sagt er. »Ja, tatsächlich habe ich dort angerufen. Obwohl der Empfang auf der Weide schlecht ist, konnte ich zumindest raushören, dass er am Nachmittag hier sein wird.«
Während wir warten, bringt Gabe mich auf den neusten Stand bezüglich der fehlenden Rinder und einem Problem am Zaun, das er am Morgen bemerkt hat. Ich würde es ja niemals zugeben – schon gar nicht vor ihm –, aber was diese Ranch angeht, ist er meine rechte Hand. Zwar ist es supernervig, so eng mit einem Familienmitglied arbeiten zu müssen, doch niemandem sonst könnte ich all die wichtigen Dinge hier anvertrauen.
Als Dad noch den Hof geführt hat, hätte man meinen können, der Job besteht aus nichts weiter als gemütlichem Sitzen ums Lagerfeuer und stundenlangen Ausritten – ein Cowboytraum, wie er im Buche steht. Sobald ich alt genug war, um Werkzeug in die Hand zu nehmen und Pferde zu satteln, bin ich Dad nicht mehr von der Seite gewichen, um die Grundlagen zu lernen. Seiner Meinung nach war ich ein Naturtalent, und ich glaubte ihm – die Arbeit passte einfach zu mir. Als wir ihn vor zehn Jahren bei einem Autounfall verloren haben, wurde die Ranch zu meinem Lebensmittelpunkt. Ich wollte Dad wohl beweisen, dass ich das Zeug dazu habe, den Hof am Laufen zu halten. Doch ich wüsste nicht, wo ich jetzt ohne die Hilfe meiner Brüder stehen würde, allen voran Gabe, der seinen gut bezahlten Job an den Nagel hängte, auf die Ranch zurückkehrte und mit anpackte.
Mein ganzes Leben spielt sich an diesem Ort ab – ich arbeite, esse und schlafe hier, und das schon so lange, dass ich mich frage, ob ich irgendwann die Abfahrt zu einem Leben außerhalb der Weidenzäune verpasst habe. Die Ranch ist meine Berufung, daran habe ich keinen Zweifel – doch sie ist nur das, womit ich mein Geld verdiene. In letzter Zeit regt sich in mir der Wunsch nach mehr. In meiner Vorstellung vom Leben gab es auch immer eine Frau, zu der ich am Abend heimkehren und die ich im Arm halten würde. Die in einem hölzernen Schaukelstuhl neben mir auf der Veranda sitzen und beobachten würde, wie die Sonne hinter den Bergen verschwindet, während vielleicht sogar ein paar Kinder um uns herumwuseln. Inzwischen stehen die Chancen auf dieses Leben allerdings ziemlich schlecht, denn ich bin bereits Ende dreißig. Und es gibt einfach kaum eine Gelegenheit, um jemanden kennenzulernen, wenn man wie ich fünfundsiebzig Prozent des Tages alleine oder – noch schlimmer – mit Gabe verbringt.
Ein paar Minuten später hören wir, wie ein Fahrzeug auf dem Kiesweg zum Stehen kommt. Ich werfe Gabe einen Blick zu. »Scheint drüben beim Haupthaus zu sein.«
Mein Bruder nickt. »Wahrscheinlich ist es der neue Tierarzt.«
Wir gehen hinüber, um den Mann zu begrüßen, halten aber bei dem Anblick, der sich uns bietet, abrupt inne. Aus dem offenbar brandneuen Ford Pick-up schwingen sich die schönsten Beine in hautengen Jeans, die ich je gesehen habe. Danke, lieber Gott, dass es Levi’s gibt. Mehr kann ich in diesem Moment nicht denken. Gabe wirft mir einen Blick zu, doch ich bin schlau genug, ihn nicht zu erwidern. Er will mir zu verstehen geben, dass er die Frau, die wir noch nicht mal kennen, für sich beansprucht. Nicht, dass ich ihm das bei ihrem Aussehen übelnehme.
Sie ist wunderschön – gekleidet für alle Eventualitäten, die der Tag mit sich bringen könnte: von den abgewetzten Cowboystiefeln über die sich um ihre Beine schlingenden hellblauen Jeans bis zu ihrem Pferdeschwanz, der hinten aus einem alten Baseballcap rausguckt. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr anturnt: ihre Statur – groß, schlank und durchtrainiert – oder ihre natürliche Das Mädchen von nebenan-Ausstrahlung. Aber das spielt auch keine Rolle, denn dieser Tag wendet sich in jedem Fall zum Guten.
»Können wir Ihnen behilflich sein, Ma’am?«, frage ich, nehme den Cowboyhut vom Kopf und halte ihn gegen die Sonne, um besser sehen zu können.
»Ich bin doch hier richtig auf der Wilde-Ranch, oder?«
»Das sind Sie, Ma’am.« Ich lächle sie an.
»Dann bin ich wohl diejenige, die Ihnen behilflich sein kann. Mein Name ist Christy, und ich bin die Tierärztin, die Sie gerufen haben. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hat eine Ihrer Kühe Probleme beim Kalben?«, fragt sie.
»Oh, bitte entschuldigen Sie. Man sagte mir, ein Mann namens Chris wäre auf dem Weg hierher.« Ich werfe Gabe einen skeptischen Blick zu, doch der hebt nur unbeteiligt die Schultern.
»Die zwei zusätzlichen Buchstaben machen ganz schön was aus, nicht wahr?« Lächelnd streckt sie uns ihre Hand entgegen.
»Verzeihen Sie bitte das Missverständnis, Christy. Ich bin Chet, Chet Wilde. Und das ist mein Bruder Gabe.«
»Freut mich, Sie kennenzulernen, Ma’am.« Gabe berührt die Krempe seines Cowboyhuts.
Einen Moment lang stehen wir drei etwas unbeholfen in der Einfahrt herum, um Worte verlegen.
»Tja, dann … bringen wir Sie besser mal zu Emma.« Ich drehe mich um und gehe voraus.
Gabe, der nie lange still sein kann, wendet sich auf dem Weg an Christy. »Also, erzählen Sie doch mal, schließlich sind Sie nicht von hier – wo kommen Sie her und seit wann sind Sie in der Gegend?«
»Was macht Sie so sicher, dass ich nicht von hier bin?«, fragt sie zurück. Der Kies knirscht unter ihren Cowboystiefeln.
»Nun, eine so hübsche Frau wie Sie wäre mir schon längst aufgefallen.«
»Ah, so ist das also«, erwidert sie. »Ich muss Sie wohl im Auge behalten, was?«
Ich drehe mich zu ihr um. »Beachten Sie ihn gar nicht. Aber tatsächlich sollten Sie sich vor ihm in Acht nehmen.«
Während wir uns Christys Patientin nähern, gibt Gabe sein Unverständnis über meine Bemerkung zum Besten.
Als wir bei Emma angekommen sind, wende ich mich an meinen Bruder. »Danke, den Rest schaffen wir allein. Geh du ruhig wieder deiner Arbeit nach.«
Er versteht den Wink mit dem Zaunpfahl nicht. »Ich weiß nicht so recht, Chet. Du schienst so überwältigt zu sein, als du mich über Funk um Hilfe gebeten hast. Ich habe Bedenken, dich jetzt hier alleine zu lassen. Was, wenn du mich noch einmal brauchst und mich diesmal nicht erreichst?«
»Jetzt, wo die Tierärztin hier ist, wird schon nichts passieren.«
Widerstrebend schüttelt Gabe Christys Hand, beteuert noch einmal, wie schön es ist, sie kennengelernt zu haben, und wirft mir einen verächtlichen Blick zu. »Hoffentlich bis bald, Doc«, sagt er über seine Schulter, während er davongeht.
Mit schnellen Handgriffen gibt Christy eine Einschätzung der Situation ab – das Kalb ist eine Steißgeburt und muss gedreht werden. Ohne ein weiteres Wort nimmt sie ihr Werkzeug zur Hand, krempelt die Ärmel hoch und beginnt mit der Arbeit. Stimmt, diese Frau ist echt was Besonderes.
Ungefähr eine Stunde später nimmt die Natur ihren Lauf – dank ärztlicher Hilfe –, und die kleine Lucky erblickt das Licht der Welt. Mutter und Kind sind wohlauf.
»Ich kann Ihnen gar nicht genug danken«, sage ich. »Doc Hawes hat früher am Ende seiner Hausbesuche immer einen Bourbon bekommen. Haben Sie es eilig, oder können Sie noch kurz bleiben?«
»Zu einem guten Bourbon sage ich normalerweise nicht Nein, aber diesmal muss ich passen. Und nur fürs Protokoll: Hausbesuche mag ich am liebsten, dafür ist also kein Extradank nötig.« Sie schiebt sich die eine Hand in die hintere Hosentasche, mit der anderen schirmt sie ihre Augen vor der Sonne ab.
»Gut, wie wäre es stattdessen mit einem Abendessen – da Sie ja neu hier sind. Was halten Sie davon?«
Sie errötet und schaut auf ihre Cowboystiefel herab. »Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber ich bezweifle, dass mein Mark diese Geste gutheißen würde. Und es wäre unhöflich, ihn nicht einzuladen, meinen Sie nicht?« Sie gibt ein leichtes Lachen von sich. Die Situation ist ihr eindeutig unangenehm.
Ich räuspere mich. »Das tut mir leid. Ich habe an Ihrer Hand keinen Ehering gesehen. Natürlich hätte ich mir denken können, dass Sie ihn für so einen Hausbesuch wie diesen hier abnehmen. Es wäre sicher schwer zu erklären, dass Sie so etwas Wichtiges im Inneren einer Kuh verloren haben.«
»Das wäre es wohl durchaus, aber ich bin nicht verheiratet.« Christy beißt sich auf die Unterlippe und geht einen Schritt zurück. »Mark ist mein Freund, nicht mein Ehemann, aber wir sind schon länger zusammen, als manch Ehe heutzutage hält.« Peinlich berührt wirft sie mir einen entschuldigenden Blick zu, sammelt ihre Sachen zusammen und geht zurück zu ihrem Pick-up. »Noch einen schönen Nachmittag, Mr. Wilde.« Damit klettert sie in den Wagen und schließt die Tür.
Ihr Pick-up wirbelt Staub auf, während er die Einfahrt hinunterfährt, und ich suche bereits nach Ausreden, um sie wiederzusehen. Solange ich zurückdenken kann, war dieser Ort hier das Einzige, für das ich je Zeit gehabt habe. Irgendetwas an dieser Frau bringt mich dazu, mich zu fragen, ob sich die Dinge ändern könnten.
Christy
Die Fahrt von der Wilde-Ranch zurück in die Stadt dauert fast eine Dreiviertelstunde, und von dort aus brauche ich noch einmal fünfundzwanzig Minuten nach Hause. Doch die Zeit vergeht wie im Flug. Meine Gedanken sind bei Chet Wilde und nehmen mich so ein, dass ich nicht mal die Aussicht bemerke, die mich unter normalen Umständen jedes Mal ablenkt, sobald ich mich draußen aufhalte. Er ist etliche Jahre älter als ich, aber das verleiht ihm eine besondere Ausstrahlung, die mich fasziniert. Die Lachfältchen um seine Augen stehen im Kontrast zu seiner Stärke signalisierenden Erscheinung, und ich kann mich nicht davon abhalten, mir vorzustellen, wie es wäre, meine Hände durch seine dichten Haare fahren zu lassen. Es ist aber nicht nur sein gutes Aussehen, das ihn ausmacht. Vielmehr hat er etwas an sich, das ihn von allen anderen Männern, denen ich bisher begegnet bin, unterscheidet. Er wirkt zeitlos, ist ein richtiger Kerl, versprüht Männlichkeit pur.
Dabei geht es nicht bloß darum, wie er in seinen Cowboystiefeln geht oder dass ihm Strähnen seiner blonden Haare in die Augen fallen, wenn er den Cowboyhut hebt. Und, nur damit das klar ist, es gibt an alldem nichts auszusetzen, und noch viel weniger daran, wie die Jeans seine Beine zur Geltung bringt. Fast habe ich das Gefühl, ich müsste mich bei Mark dafür entschuldigen, dass ich Chets Anblick so sehr genossen habe. Doch diese Unterhaltung würde bestimmt kein gutes Ende nehmen. So wie im Moment wohl kaum eine unserer Unterhaltungen ein gutes Ende nehmen wird, aber diese speziell scheint bloß noch Öl ins Feuer zu gießen. Wahrscheinlich ist es für alle das Beste, wenn ich für mich behalte, wie sehr ich es mochte, in Chets Nähe zu sein.
Bisher wusste ich über die Wilde-Ranch lediglich, dass sie hier in der Gegend eine Institution ist, von der alle in den höchsten Tönen sprechen. Der Wilde-Familie wird eine Art von Respekt gezollt – erworben über Generationen hinweg –, die ich vor meinem Umzug hierher noch nie erlebt habe. Vielleicht ist es das, was mich an Chet so beeindruckt hat – seine Haltung erweckt den Eindruck, dass er jeden Respekt verdient hat. Nicht, dass er ihn erwartet, sondern dass er ihn sich erarbeitet hat.
Aber was für ein Name ist eigentlich Chet?
Als ich schließlich von der Straße in die Einfahrt meines kleinen Zuhauses abbiege, wühle ich in meiner Handtasche nach meinem Telefon. Schon das Blinken macht mich nervös, und als ich die vielen verpassten Anrufe und die darauffolgenden wütenden Nachrichten von Mark sehe, rutscht mir das Herz in die Hose. Dass ich das Telefon am Vormittag auf Vibration gestellt habe, war mir nicht mehr klar, als ich es in meine Tasche warf, aber das wird Mark als Erklärung nicht reichen – er wird mir trotzdem die Hölle heißmachen. Ich parke den Wagen vor dem Haus und wappne mich für den bevorstehenden Streit. Die Stimmung zwischen uns hat sich ganz allmählich verschlechtert, jeder Tropfen höhlt den Stein weiter aus. Ich kann nicht mehr sagen, zu welchem Zeitpunkt es für mich so unerträglich wurde, dass für mich unsere Beziehung am Ende ist, aber genau das fühle ich schon seit einiger Zeit.
Ich atme einmal tief ein und drücke meine Hände auf die Oberschenkel, um sie vom Zittern abzuhalten. Gerade als ich die Veranda erreiche, fliegt die Haustür auf, und Mark tritt heraus. Wut zeichnet sich auf seinem Gesicht ab.
»Wo zum Teufel warst du?«, spuckt er aus, und seine Augen lodern.
Die Hand auf dem Geländer und ein Fuß auf der untersten Stufe, bleibe ich wie erstarrt stehen. »Ich war arbeiten, Liebling. Ich wurde zur Wilde-Ranch gerufen, um einer Kuh beim Kalben zu helfen.« Aus Erfahrung weiß ich, dass ich ihm besser nicht streitlustig begegne und zu langen Blickkontakt lieber vermeide. Wenn er sich so aufregt wie jetzt, ist alles, was ich mache, falsch. Egal, wie viel Mühe ich mir gebe, ich schaffe es nie, so einen Streit zum Guten zu wenden.
»Die Wilde-Ranch? Was soll das denn bitte sein? Hört sich an wie ein Chips-Geschmack.« Mark verzieht angewidert die Mundwinkel. »Als wäre dein Outfit zum Arbeiten geeignet. Die Jeans sind so eng, da kannst du ja gleich nackt herumlaufen.« Er starrt mich mit zusammengekniffenen Augen an. »Woher soll ich wissen, dass du wirklich dort warst? Soll ich dir das nun einfach so glauben?«
Ich kenne diesen Gesichtsausdruck. Er bedeutet, dass alles nur noch schlimmer wird. Ich schlucke und kämpfe gegen die Tränen an, denn er hasst es, wenn ich weine. Das macht ihn bloß noch wütender.
»Mark, bitte. Wann habe ich dich je angelogen? Ich habe dir noch nie Anlass dazu gegeben, meine Treue oder Ehrlichkeit anzuzweifeln. Sogar als wir getrennt waren und du dich mit anderen Frauen getroffen hast, bin ich dir treu geblieben.« Ich wische mir übers Gesicht. »Und was diese engen Jeans angeht – das ist nur ein Paar alter Bootcut Levi’s. Ich habe nun mal Hüften und einen Hintern.« Trotz meiner Bemühungen, sie zurückzuhalten, laufen mir Tränen die Wangen hinunter.
Marks Gesicht verzieht sich zu einer wütenden Grimasse. »Bullshit, Christine! Wenn du mich hier nicht haben willst, warum hast du mich dann darum gebeten, mir freizunehmen und dein ganzes Zeug durchs halbe Land hierherzubringen? Was glaubst du, wer ich bin? Ein besserer Umzugshelfer? Ein Schwachkopf, den du benutzen kannst, wenn es dir gerade passt, und den du wieder fallen lassen kannst, wenn du ihn nicht mehr brauchst? Seit drei Wochen bin ich jetzt hier, aber nicht mehr lange, wenn das so weitergeht, das sage ich dir!«
Ich habe ihn gebeten? Ist er völlig verrückt geworden?
Bei diesem Gedanken muss ich ein Lachen unterdrücken, denn das ist einfach nur absurd. Ich habe ihn wirklich nicht darum gebeten, hier rauszufahren und mir zu helfen. Als mein Onkel gestorben ist und mir dieses kleine Gehöft hinterlassen hat, habe ich mich dazu entschieden, hierherzuziehen, in der Hoffnung, damit einen klaren Schlussstrich unter Marks und meine Beziehung zu ziehen. Er war derjenige, der darauf bestand, sein Leben in Pennsylvania auf Eis zu legen, um mir dabei zu helfen, mich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Das waren seine Worte, nicht meine. Mir ist vollkommen klar, dass er hier ist, um mich im Auge zu behalten. Ich hätte ein Machtwort sprechen und ihm klipp und klar sagen müssen, dass er nicht mitkommen soll. Dass wir nun in diesem Schlamassel stecken, ist genauso meine Schuld wie seine – ich bin zu schwach, und er ist ein Arsch.
Bevor ich überhaupt die Chance habe, meine Gedanken zu sortieren und etwas auf seine Vorwürfe zu erwidern, holt Mark seinen Schlüssel von drinnen und schmeißt die Tür hinter sich zu. Er rauscht an mir vorbei und springt ohne ein Wort in seinen Sportwagen. Der Motor heult auf, Mark tritt das Gaspedal durch, und die Reifen wirbeln den Kies auf, während er davonbraust. Ich hasse dieses Auto. Es war schon schlimm genug, als wir noch in einem Vorort gewohnt haben, aber hier draußen schreit es geradezu in die Welt hinaus: Seht alle her, wie toll ich bin, und nein, ich habe keinen kleinen Penis. Aber wir wissen beide, dass das nicht stimmt.
Der Gedanke an einen Bourbon hat sich in meinem Kopf festgesetzt, seit Chet ihn vorhin erwähnt hat, und so gehe ich ins Haus und schenke mir einen ein, um meine Nerven zu beruhigen. Mit dem Drink in der Hand setze ich mich auf die Couch und versuche, zu rekonstruieren, wie mein Leben zu dem geworden ist, was es momentan ist. Liegt es an mir, dass sich so ein Arschloch wie Mark zu mir hingezogen gefühlt hat? Oder kann ich nicht mehr erwarten, weil Männer nun mal so ticken? Gott sei Dank war es nicht immer so schlimm, aber da Mark meine erste Liebe war, habe ich, abgesehen von der Beziehung meiner Eltern, keine Vergleichsmöglichkeit – und meiner Mom erging es mit meinem Vater noch schlechter.
Der Alkohol tut, was er soll – er beruhigt meine Nerven. Ich lasse mich tiefer in die Couch sinken, erleichtert darüber, dass Mark fürs Erste verschwunden ist. Sobald auch nur sein Name in meinem Kopf auftaucht, flammt erneut heißer Zorn in mir auf. Ich habe den ganzen Tag gearbeitet. Ich kann nicht sofort springen, wenn ich bis zum Ellbogen in einer Kuh stecke. Das geht einfach nicht. Und er sollte nicht von mir erwarten, dass ich gleich alles stehen und liegen lasse, wenn er nach mir verlangt, denn ich arbeite nun mal, verdammt. Ich atme tief ein, schütte den restlichen Drink hinunter und sehe mich nach etwas – irgendetwas – um, was mich ablenken könnte.
Es dauert nicht lange, bis ich mit den Gedanken wieder zu diesem Nachmittag zurückkehre. Als ich meinen Kindle in die Hand nehme und den Powerknopf drücke, kommt Gabe mir in den Sinn. Dieser Typ ist zweifellos von sich selbst überzeugt, aber das macht ihn nicht weniger sympathisch. Er wirkt auf mich wie jemand, mit dem man viel Spaß haben kann, zumindest für eine Weile, aber auch wie jemand, der nie zur Ruhe kommt.
Und dann ist da Chet. Gabe und er könnten unterschiedlicher nicht sein. Chet strahlt eine Ruhe aus, die von Selbstvertrauen zeugt, aber nicht großspurig wirkt. Vielmehr ist es so, als würde er sich in der Stille entfalten, während andere sie krampfhaft versuchen zu brechen. Er scheint zu wissen, wer er ist, und kein Bedürfnis zu haben, sich selbst oder seine Handlungen vor anderen zu rechtfertigen.
In einer anderen Welt könnte ich mir ein Leben mit einem Mann wie ihm vorstellen. Wenn Mark mehr wie Chet wäre – ruhig und selbstsicher –, vielleicht hätten wir dann eine Chance gehabt, gemeinsam glücklich zu werden.
Ich stelle mir vor, wie es wäre, mit Chet zusammen zu sein, gestatte mir diesen Tagtraum aber nur kurz. Selbst wenn ich mich irgendwie von Mark befreien könnte, bleibt er immer noch der einzige Mann, mit dem ich je zusammen war. Das Letzte, was ich will, ist, mich sofort in eine neue Beziehung zu stürzen. Außerdem hat Mark klar zu verstehen gegeben, dass er, wenn er mich nicht haben kann, alles dafür tun wird, damit auch kein anderer Mann jemals an mich herankommt.
Chet
Ich nicke Gabe und Hank zu, als ich an ihnen vorbei ins Wohnzimmer gehe, um unsere Mutter Marie zu umarmen. Auf dem Weg in die Küche knarrt der alte Holzfußboden unter meinen Füßen. Verdammt, ich muss daran denken, Gabe zu bitten, den Boden auszubessern.
Bei uns ist es Tradition, dass wir Jungs mittwochs zum gemeinsamen Abendessen bei Mom zusammenkommen. Nach Dads Tod wollte sie auf diese Weise dafür sorgen, dass wir nicht in alle Himmelsrichtungen verstreut wurden und den Weg nach Hause nicht mehr fanden. Und vermutlich war das auch ein Versuch, wieder zur Normalität zurückzukehren. Tatsächlich schaffen es die anderen drei nicht allzu oft, nach Hause zu kommen, doch Jack und Frank geben sich zumindest Mühe. Aber Leo? Wahrscheinlich ist es besser, dass ich seine aktuelle Ausrede für seine Abwesenheit nicht kenne. Im Ernst: Wenn er mal aufhören würde, das Leben bei den Hörnern packen zu wollen, würde er merken, dass Glück nichts mit Anstrengung zu tun hat. Dad hat immer zu uns gesagt: Im Leben geht es nicht so sehr darum, was du besitzt oder was du tust, sondern vielmehr darum, wen du dabei an deiner Seite hast.
»Henry, Gabriel, Chester. Wir sind heute Abend nur zu viert, aber ich hoffe, ihr habt Hunger mitgebracht, denn ich habe jede Menge Eintopf vorbereitet, und dazu gibt es Maisbrot.« Insgesamt hat unsere Mom sechs Söhne. Sie macht gern Scherze darüber, wie sie mit Dad schon früh Kompromisse geschlossen hat. Ich habe die Geschichte bereits so oft gehört, dass ich sie nie mehr vergessen werde. Er brauchte Männer, die ihm auf der Ranch zur Hand gehen konnten, aber ich habe bloß unter der Bedingung eingewilligt, ihm Söhne zu schenken, dass ihr respektable Burschen werdet. Vermutlich glaubte sie, uns eigentümliche Namen zu geben, würde ausreichen, um uns von Schwierigkeiten fernzuhalten; und es würde ihr wahrscheinlich das Herz brechen, wenn sie wüsste, in wie viele Prügeleien ich wegen dieser verdammten Namen geraten bin. Das ist das Los des Ältesten. Bei mir ging es nie nur darum, was das Leben für mich bereithält, sondern vor allem darum, ein Vorbild für meine jüngeren Brüder zu sein.
Auch heute noch stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn mich jemand anderes als meine Mutter Chester nennt.
Wir setzen uns auf unsere üblichen Plätze, legen die Servietten in den Schoß, die Hände gefaltet auf den Tisch und neigen den Kopf nach unten, während Mom das Gebet spricht. Wir tun unser Bestes, um als echte Gentlemen durchzugehen – oder zumindest so viel, wie Mom von uns erwartet. Nachdem sie das Gebet zu Ende gesprochen hat, wird ein Brotkorb herumgereicht, und die Geräusche von Löffeln, die gegen Schüsseln klappern und mit denen der Eintopf schlürfend zu sich genommen wird, erfüllen den Raum.
»Hank, kannst du schon abschätzen, wann der Mähdrescher wieder läuft?«, frage ich. »Wir brauchen ihn dringend, weil sonst bald die Felder zuwuchern.«
»Tja, der Mähdrescher wird so lange keine Hilfe sein, bis jemand die von mir bestellten Teile abholt. Am Samstag sollen sie im Geschäft eintreffen.«
»Denk dran, ein paar Zaunpfähle mitzubringen, wenn du in der Stadt bist, Chet«, schaltet Gabe sich ins Gespräch ein.
»Wer sagt denn, dass ich in die Stadt fahre?«
»Du bist hier der Boss, oder nicht?« Gabe zeigt mit der Gabel auf mich.
»Hm.« Schnell beiße ich ein Stück Maisbrot ab, um vor meiner Mutter nichts Unangemessenes zu sagen.
»Jetzt habt wir aber genug über Arbeit geredet, Jungs«, unterbricht Mom unsere Unterhaltung. »Hat einer von euch mit Leo gesprochen?«
»Hm«, gebe ich noch einmal von mir, ehe Gabe ihr antwortet. Er scheint jederzeit bereit dazu zu sein, für Leo Ausreden zu erfinden. Statt ihm zuzuhören, richte ich meine Aufmerksamkeit lieber auf den Tisch vor mir. Er besteht aus dicken Eichenbrettern und wurde, mit der Hilfe meines Großvaters, von meinem Vater handgefertigt – extra dafür, um eine achtköpfige Familie um den Tisch versammeln zu können, und dazu ausgelegt, noch Platz für Gäste zu haben. Die Dellen und die Kratzer rufen Erinnerungen hervor: wie Hank und Gabe zum Beispiel einmal versucht haben, ein altes Laken als Fallschirm beim Sprung vom Tisch zu benutzen; oder als Frank mitten beim Essen eingeschlafen ist und mit dem Gesicht im Teller voller Spaghetti landete. Vermutlich ist es besser, schweigend zu essen, als meine Gedanken über Leo mit den anderen zu teilen. Ein bisschen Ruhe hat mich noch nie gestört.
* * *
Am Samstagmorgen bin ich schon früh auf den Beinen, um meinen Pflichten nachzugehen, noch bevor ich in die Stadt fahre. Ich sehe nach Emma und ihrem Kälbchen und freue mich, dass die beiden es wieder zurück in die Herde geschafft haben. Ihr Anblick erinnert mich an Christy. Schon wieder. In Wahrheit habe ich sie nicht aus dem Kopf bekommen, seit sie hier war. Immer wieder kehre ich zu ihren Worten zurück. Irgendetwas war seltsam, als sie von ihrer Beziehung sprach. Nicht, dass ich mich einmischen will, aber zwischen den Zeilen konnte ich heraushören, dass bei ihnen nicht alles rosig ist. Ich muss mehr darüber wissen.
Den ganzen Vormittag bin ich so beschäftigt, dass ich erst gegen zwei in der Stadt bin. Zu meiner Enttäuschung wird mir im Geschäft für Farmzubehör gesagt, dass Bestellungen erst kurz vor Ladenschluss bei ihnen eintreffen. Also lege ich im Belle’s eine Pause ein, um die Zeit totzuschlagen – einem kleinen Diner mit typisch amerikanischer Edelstahlfassade, das aussieht wie aus den fünfziger Jahren gefallen. Solange ich denken kann, gibt es das Belle’s schon. Es ist das einzige Restaurant der Stadt, also auch die einzige Möglichkeit für die Anwohner, außer Haus etwas zu essen zu bekommen.
Ich sitze am Tresen und puste gerade gegen den dampfenden Kaffee an, als ich einen Streit in einer der Sitznischen weiter hinten mitbekomme. Da ich niemand bin, der gern andere belauscht, schenke ich dem Ganzen zunächst keine weitere Beachtung, doch als das Geräusch einer auf den Tisch geschlagenen Hand zu mir dringt, sehe ich reflexartig auf. Ich erkenne sie nicht sofort, aber das Gesicht der Frau in der Sitzgruppe kommt mir bekannt vor.
Es ist sie.
Die langen Haare trägt sie heute offen, sie fallen ihr über die rechte Schulter nach vorn. Das Sonnenlicht verleiht dem Blond einen sanften Schimmer, der sich um ihr Gesicht legt. Der Mann, mit dem sie sich unterhält, sitzt mit dem Rücken zu mir, doch sein pinkfarbenes Polohemd und sein zurückgegeltes Haar sagen mir, dass er nicht von hier ist. Ihre Stirn liegt in Falten, und in ihren Augen schimmern Tränen. Dieser Anblick macht etwas mit mir. Der Mann schlägt noch einmal auf den Tisch, offensichtlich, um seinen Standpunkt zu was auch immer zu unterstreichen.
Ohne nachzudenken, stehe ich auf und gehe auf die Sitznische zu, um zu sehen, was los ist. Als Christy hochschaut und mich kommen sieht, wechselt ihr Gesichtsausdruck von gestresst zu peinlich berührt. Ich nehme meinen Cowboyhut ab. »Guten Tag, Doc«, sage ich zu Christy und halte dem Mann meine Hand hin. »Chet Wilde. Freut mich, Sie kennenzulernen.«
