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Um der Eintönigkeit ihres Wohnortes zu entfliehen, packt die Autorin ihren Koffer für eine Reise nach Istanbul. Kaum in der fesselnden Stadt angekommen, trifft sie auf kontaktfreudige und hilfsbereite Einwohner. Kurzgeschichte mit Fotografien
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Seitenzahl: 19
Veröffentlichungsjahr: 2019
Komşuda pişer, bize de düşer.
Wenn beim Nachbarn gekocht wird, fällt auch etwas für uns ab.
Türkisches Sprichwort
Prolog
Istanbul
Wieder daheim
Die asiatische Seite
Und ewig lockt ...
Danke und viele Grüße nach Istanbul
an
Mehmet Kadir Çetin.
Ebenso bedanke ich mich bei Özdemir
und
Kendini Bil.
Die Namen aller handelnden Personen wurden geändert.
Sonntagnachmittag in Deutschland.
Es war ein Tag im August und angenehm warm.
Ich lief durch die Straßen meiner Heimatstadt. Sie schien wie ausgestorben – keine Spaziergänger oder spielenden Kinder waren zu sehen.
Die Atmosphäre erzeugte in mir Unbehagen und bedrückte mich.
Man hörte auch nichts. Keine Musik, keine Stimmen und kein Kinderlachen drang aus den geöffneten Fenstern.
Die Gebäude wirkten unscheinbar.
Ich kannte jeden Platz und jede Straße.
Ich setzte mich in ein Café und kam wieder – wie schon seit Jahrzehnten – mit den Menschen nicht ins Gespräch.
Es war nichts Neues für mich.
Nur ein Flugzeug Richtung Süden bewirkte bei mir ein kurzes, jedoch intensives Glücksgefühl. Ich sah in den blauen Himmel und betrachtete den Kondensstreifen.
Die Stimmung in der Stadt schlug mir aufs Gemüt und löste in mir ein Gefühl der Beklemmung aus. Von einer Sekunde zur anderen wollte ich aus dieser Trostlosigkeit ausbrechen. Ich benötigte neue Eindrücke und hatte das dringende Bedürfnis nach Tapetenwechsel. Doch so schnell konnte ich die Stadt nicht verlassen, denn es warteten noch viele Termine und wichtige Erledigungen auf mich.
Beinahe panisch lief ich mit schnellen Schritten in meine Wohnung, um mich von der Eintönigkeit dieser Stadt zu erholen.
Daheim fiel mir ein Satz meiner Großmutter ein, den sie oft gesagt hatte: „Istanbul ist eine interessante Weltstadt!“
Wie angewurzelt und mit halb offenem Mund stand ich vor dem Ausgang des Atatürk-Flughafens. Interessiert beobachtete ich die Menschen verschiedener Nationalitäten und hörte den unterschiedlichen Sprachen zu.
Eine ganz andere Welt …
Anschließend stand ich angespannt vor dem Fahrkartenautomaten der Metro und hatte keine Ahnung, welches Ticket für mich in Frage kam.
Mein Ziel war das Stadtviertel Sultanahmet.
Ein Istanbuler bemerkte meine Ratlosigkeit und nahm mich mit seiner Fahrkarte umsonst zur Haltestelle Zeytinburnu mit. Dort angekommen, fuhr ich mit einem anderen Einheimischen mit der Tram nach Sultanahmet.
