Verlag: Perry Rhodan digital Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

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E-Book-Beschreibung Terminus 1: Zeitspringer - Uwe Anton

Die Vergangenheit wird lebendig – uralte Obelisken weisen den Weg Das Jahr 1523 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Am äußersten Rand des Sonnensystems, zwischen den Kleinstplaneten des Kuipergürtels, wird Perry Rhodan mit einem unheimlichen Rätsel konfrontiert. Neun Obelisken, die trotz des Kunstlichts der Raumfahrer keine Schatten werfen, schweben in einem Kreis. Sie sind uralt – und niemand weiß etwas über sie. Doch in Perry Rhodan werden Erinnerungen wach, die ihn gedanklich zurück in die Vergangenheit versetzen. Vor 1500 Jahren hatte die Menschheit mit Wesen zu tun, die überall in der Milchstraße ihre Machenschaften betrieben. Der Begriff "Terminus" ist damit aufs Engste verbunden. Terminus bedeutet aber auch, auf das 35. Jahrhundert alter Zeitrechnung zu blicken – auf die Zeit des Solaren Imperiums, auf den Angriff der Antiterranischen Koalition und auf die Begegnung der Menschen mit einem verborgenen Imperium ... PERRY RHODAN-Terminus: zwölf spannende Science-Fiction-Romane!

Meinungen über das E-Book Terminus 1: Zeitspringer - Uwe Anton

E-Book-Leseprobe Terminus 1: Zeitspringer - Uwe Anton

Nr. 1

Zeitspringer

Die Vergangenheit wird lebendig – uralte Obelisken weisen den Weg

Uwe Anton

Cover

Vorspann

Die Hauptpersonen des Romans

Prolog: Solsystem, Kuipergürtel, 5. September 1523 NGZ

1. Solsystem, Kuipergürtel, 30. Oktober 3430 alter Zeitrechnung

2. Solsystem, Neptunbahn, 30. Oktober 3430

3. Terra, Imperium-Alpha, 30. Oktober 3430

4. Imperium-Alpha, 30. Oktober 3430

5. Imperium-Alpha

6. Imperium-Alpha

7. Imperium-Alpha, 30. Oktober 3430

8. Imperium-Alpha, 30. Oktober 3430

9. Imperium-Alpha, 31. Oktober 3430

10. Imperium-Alpha, 1. November 3430

Lesermagazin

Impressum

Das Jahr 1523 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Seit Jahrtausenden reisen die Menschen zu den Sternen. Sie haben zahlreiche Planeten besiedelt.

Perry Rhodan, der die Menschheit von Beginn an ins All geleitet hat, fliegt zu einem Kleinstplaneten am äußersten Rand des Sonnensystems. Dort haben Archäologen eine rätselhafte Entdeckung gemacht – Rhodan stößt auf eine mysteriöse Grabstätte.

Der Fund stellt eine Verbindung zu Rhodans Vergangenheit her – es geht mehr als eineinhalb Jahrtausende zurück. In der späten Phase des Solaren Imperiums ist die Menschheit in verfeindete Sternenreiche zersplittert, es droht ein gigantischer Bruderkrieg.

Immer wieder treten besondere Menschen auf. Sie verfügen über Begabungen, die sie aus der Masse hervorheben. Auf zwei von ihnen trifft Rhodan – es sind die ZEITSPRINGER ...

Die Hauptpersonen des Romans

Perry Rhodan – Der Terraner wird von seiner Vergangenheit eingeholt.

Juki Leann – Die Spionin macht eine unglaubliche Erfahrung.

Darren Zitarra – Der Schwarzgardist verachtet die Terraner.

Renier Bievre – Der Hyperphysiker streitet sich mit Gucky.

Gucky

Prolog

Solsystem, Kuipergürtel

5. September 1523 NGZ

»Da ist er! Orcus!« Der Kommandant der ALLAN D. MERCANT zeigte auf das Hologramm vor Perry Rhodan. In der dreidimensionalen Darstellung war ein nackter, unregelmäßig geformter Felsbrocken zu sehen, der sich nur dank der Aufhellung durch die Bordpositronik vom dunklen All abhob.

Rhodan fröstelte. Der Plutino im Kuipergürtel schien eine Kälte auszustrahlen, die durch die Hülle des Schlachtkreuzers der MARS-Klasse nach ihm griff und bis in seine Knochen drang. Selbstredend eine Täuschung, doch das Kuiper Belt Object kam ihm auf Anhieb unheimlich vor.

Und seltsam vertraut.

Rhodan kniff die Augen zusammen. Hatte er diesen Gesteinsklumpen mit einem Durchmesser von 917 Kilometern schon einmal gesehen? Das mochte durchaus sein, Rhodan war bereits etliche Male in diesem äußersten Randbereich des Sonnensystems gewesen. Er hatte sich zuweilen, wenn seine knappe Zeit es erlaubte, sogar in einen Raumjäger gesetzt und war ein paar Stunden geflogen, ohne festes Ziel, nur zum Vergnügen. Aber das war lange her, und er bezweifelte, dass er sich an einen bestimmten Himmelskörper erinnern konnte. Für das ungeschulte menschliche Auge sahen sie alle gleich aus.

Der Kuipergürtel war ein anspruchsvolles Übungsgelände, wenn man auf die Unterstützung der Bordpositronik verzichtete, um die Sinne zu schärfen und das Reaktionsvermögen zu verbessern. In dieser ringförmigen, relativ flachen Region, die sich im Solsystem außerhalb der Neptunbahn in einer Sonnenentfernung von 30 bis 50 Astronomischen Einheiten nahe der Ekliptik erstreckte, bewegten sich schätzungsweise 70.000 Objekte mit mehr als 100 Kilometern Durchmesser und unzählige kleinere. Wobei die Trümmer des schon lange zerstörten Pluto nicht mal eingerechnet waren.

Irgendwann waren in diesem Raumgebiet bei einer kosmischen Katastrophe zwei große Himmelskörper kollidiert und zersplittert, oder die örtliche Masse der Materie hatte bei der Entstehung des Solsystems von vornherein nicht ausgereicht, um sich zu einem Planeten zusammenzuballen. Die größten Gebilde des Kuipergürtels konnte man fast als Kleinplaneten bezeichnen, aber eben nur fast. Zu Ehren der untergegangenen neunten Welt des Sonnensystems hatte man sie Plutinos genannt.

Der Kommandant gab ein Zeichen, und der Pilot des 500 Meter durchmessenden Kugelraumers verlangsamte die Fahrt weiter. Die ALLAN D. MERCANT näherte sich einem Bereich des Gürtels, in dem extrem viele Planetoiden ihre Bahn zogen, kroch praktisch nur noch durchs All.

Trotzdem spürte Rhodan, dass er immer nervöser wurde.

Er atmete tief ein. Es besteht nicht die geringste Gefahr, sagte er sich. Absolut kein Grund zur Besorgnis. Die Schutzschirme der MERCANT drängen alle Objekte, die die Hülle beschädigen könnten, sanft zur Seite.

Doch seine Unruhe legte sich nicht.

»Wenn wir verhindern wollen, dass es zu weiteren Kollisionen kommt«, äußerte der Kommandant, »solltest du jetzt in die Mini-Space-Jet umsteigen. Sie ist startbereit.«

Rhodan nickte, obwohl die Aussicht, sich Orcus in einem noch kleineren Raumfahrzeug zu nähern, erneut Unbehagen in ihm hervorrief. Aber nur der Kollision eines Planetoiden mit Orcus hatten sie die Entdeckung überhaupt zu verdanken, wenn er es richtig verstanden hatte, deshalb sollten sie nun lieber keine neuen heraufbeschwören.

Orcus. Irgendwie passend ... In der römischen Mythologie einer der Namen für den Gott der Unterwelt. Ein anderer war Pluto gewesen.

Als die Menschen des 20. Jahrhunderts alter Zeitrechnung die äußeren Zwergplaneten des Sonnensystems entdeckt hatten, mussten sie ihnen bedrohlich vorgekommen sein. Kein Wunder, diese Objekte waren damals sehr, sehr weit entfernt und geheimnisvoll gewesen, und was der Mensch nicht kannte, hatte er automatisch als Bedrohung angesehen.

Unsinn!, rief Rhodan sich zur Ordnung. Das Unbekannte ist nicht per se gefährlich! Was ist nur los mit dir? Er straffte sich. »Gehen wir. Wen hast du als Piloten abgestellt?«

»Selbstverständlich werde ich dich persönlich nach Orcus bringen, Perry.«

Rhodan nickte. Selbstverständlich.

Der Kommandant der ALLAN D. MERCANT ließ es sich nicht nehmen, den Chauffeur für einen potenziell Unsterblichen zu spielen. Rhodan kannte diese Reaktion.

Offensichtlich genoss Mario Weiss jede Sekunde seiner Gegenwart. In den nächsten Jahrzehnten würde er seinen Familienangehörigen, Freunden und Kollegen unentwegt erzählen, wie nah er einer lebenden Legende gewesen war.

Rhodan gönnte es ihm.

Er setzte sich in Bewegung, und der Kommandant trottete ihm hinterher.

*

Im Nahortungs-Holo wurde Orcus immer größer. War der Plutino eben noch in seiner Gesamtheit zu sehen gewesen, konnte Perry Rhodan nun Details der Oberfläche ausmachen. Einer schroffen, atmosphärelosen Oberfläche mit scharfkantigen, für die Größe des Himmelskörpers unverhältnismäßig hohen Gebirgszügen, denen keine Erosion etwas anhaben konnte. Die einzige Gefahr für die Unveränderlichkeit des Zwergplaneten stellten Kollisionen mit kleineren Gesteinsbrocken dar, die wie Orcus auf einer ewigen Bahn um die Sonne durch das leere, lebensfeindliche All rasten. Wenn sich ihre Wege zur unpassenden Zeit zufällig kreuzten, was häufiger geschah, als man denken mochte, kam es zu Zusammenstößen wie jenem neulich.

Gelassen und souverän ging Kommandant Weiss in den Landeanflug über. Für ihn war es ein Routineflug, er verspürte wohl kaum die Beklemmung, die in Rhodan immer stärker wurde, je näher er Orcus kam.

Konnte es sein, dass er plötzlich stark schwitzte?

Erneut fragte er sich nach dem Grund für seine unerklärliche Beunruhigung, durchforstete seine Erinnerungen nach irgendwelchen Hinweisen auf Orcus, fand aber keine. Das Gefühl, den Plutino zu kennen, wurde trotzdem immer stärker. Er war schon einmal hier gewesen, vielleicht vor langer Zeit, aber sosehr er sein Gehirn zermarterte, ihm wollte nicht einfallen, wann das gewesen war.

Ein Stück voraus fiel Rhodan ein Bodengebiet von einigen Hundert Quadratmetern Größe auf, das viel zu eben war, als dass es natürlichen Ursprungs sein konnte. Dies war das Ziel ihres kleinen, wendigen Beiboots.

Seine Unruhe wurde noch stärker. Er gestand sich ein, froh zu sein, dass die ALLAN D. MERCANT nur wenige Flugminuten entfernt wartete und in ein paar Minuten vor Ort sein konnte.

Aber was sollte schon passieren? Das Sonnensystem war seit Jahrtausenden erforscht. Vom Verstand her konnte Rhodan ausschließen, dass dort vorn unbekannte Gefahren lauerten.

Die Space-Jet setzte am Rand eines kürzlich geschaffenen Landefelds auf. Rhodan erkannte in einiger Entfernung kleine, flache Gebäude.

Die provisorischen Forschungsstätten der Archäologen, die mich informiert haben, dachte er. Sie schienen leicht ins Bläuliche verfärbt zu sein. Die Wissenschaftler hatten einen Schutzschirm über ihre Entdeckung gespannt, um sie vor Beschädigungen zu schützen, etwa vor weiteren Asteroideneinschlägen.

Oder damit das, was sich unter dem Schirm befindet, nicht herauskann?

Rhodan lächelte leicht. Genug war genug. Wenn er sich nicht zusammenriss, würde er ein Nervenbündel sein, noch bevor er mit einem der Archäologen sprechen konnte. Das sah ihm gar nicht ähnlich. Was brachte ihn hier nur aus der Ruhe?

»Ich gehe raus«, sagte er zu Weiss. »Die Experten erwarten mich sicher schon.«

»Selbstverständlich begleite ich dich. Ich werde unseren hohen Gast doch nicht allein über Orcus stampfen lassen.« Weiss warf einen Blick auf das dritte und letzte Besatzungsmitglied der Space-Jet. »Wolf Wesel hält hier die Stellung.«

Selbstverständlich, dachte Rhodan. Doch er schwieg, ließ Weiss die paar Schritte zur Schleuse vorangehen, schloss seinen Raumanzug, den SERUN, während er ihm folgte.

Zischend entwich Restluft aus der Schleusenkammer, kondensierte im eisigen Vakuum über Orcus. Die Positronik seiner Schutzmontur nahm Kontakt mit dem Rechner der kleinen Forschungsstation auf und handelte eigenständig, erfasste das Ziel, aktivierte das Anzugtriebwerk und beschleunigte. Rhodan schwebte über die schroffe Oberfläche hinweg zur eingeebneten Fläche, passierte die Strukturlücke des Paratronschirms und näherte sich den Gebäuden.

Eine Gestalt flog ihnen entgegen, von einem einfacheren Raumanzug vor der Kälte und Luftlosigkeit des Alls geschützt, und landete sanft auf der glasierten Oberfläche. Rhodans SERUN setzte einen Meter vor ihm auf.

»Willkommen auf Orcus«, begrüßte sie der Mann. »Es freut mich, dass du so schnell auf meine Nachricht reagiert hast.«

Rhodan brauchte einen Sekundenbruchteil, um sich zu sammeln. Das Gesicht unter dem transparenten Helm kam ihm genauso bekannt vor wie der Plutino bei der ersten Annäherung.

*

»Professor Jonathaon Voss?« Als Perry Rhodan den Namen aussprach, dämmerte es ihm. Er war im Laufe der Jahrhunderte oder Jahrtausende immer wieder Personen mit dem Nachnamen Voss begegnet, deren Vornamen alle mit dem Buchstaben »J« begannen und die sich wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelten. Und alle hatten es beruflich weit gebracht.

Rhodan war hierüber schon vor geraumer Zeit stutzig geworden und hatte Nachforschungen angestellt. Die männlichen Angehörigen dieser Familie Voss besaßen offenbar dominante Gene, die ihr Aussehen bestimmten. Noch nach Generationen schien es sich bei allen, denen er begegnet war, um Klone eines einzigen Originals zu handeln. Und bei ihren Vornamen setzten sie auf gewisse Traditionen.

Lass dich nicht ins Bockshorn jagen, ermahnte er sich. Daran ist nichts Geheimnisvolles. Das hast du schon vor Jahrhunderten überprüft.

Voss nickte. »Der bin ich.«

Rhodan stellte kurz den Kommandanten der ALLAN D. MERCANT vor und kam dann zur Sache. »Deine Nachricht war eindeutig und klar formuliert. Aber ich würde alles gern noch mal aus deinem Mund hören. Was ist auf Orcus geschehen?«

»Aufgrund einer kürzlich erfolgten Kollision mit einem kleineren Kuiper Belt Object haben terranische Wissenschaftler mehr oder weniger zufällig eine Entdeckung gemacht«, erläuterte Voss. »Patrouillenschiffe haben minimale, aber unerklärliche Energieemissionen geortet und sind der Sache nachgegangen. Der Einschlag des Trümmerstücks auf Orcus hat zufällig einen Hohlraum im Innern des Plutinos freigelegt. Darin haben wir etwas gefunden, das man im Solsystem eigentlich nicht erwarten kann. Du hast die Holoaufzeichnungen gesehen ...«

»Ja. Ich weiß, was mich erwartet. Deshalb bin ich sofort gekommen. Habt ihr mittlerweile neue Erkenntnisse gewonnen?«

Der Archäologe schüttelte den Kopf. »Noch nicht. Wir wollten erst deine Einschätzung abwarten. Die ganze Sache scheint sehr brisant zu sein.«

»Sehr gut. Du hast völlig richtig gehandelt, Jonathaon.«

Sie ließen die niedrigen Gebäude rechts hinter sich liegen und näherten sich einem klaffenden Riss in einer schroffen Felswand, die sich fast genau 34 Meter über die Oberfläche erhob, wie Rhodans SERUN-Positronik in ein Datenholo links oben in seinen transparenten Helm einblendete. Starke Scheinwerfer erhellten die Öffnung, als wäre die Sonne keine Milliarden, sondern lediglich einige Millionen Kilometer entfernt.

Die extreme Helligkeit hätte Rhodans Anspannung lindern sollen, bewirkte aber genau das Gegenteil. Er spürte, wie seine Magengrube sich zusammenzog. Wahrscheinlich beschleunigte sich auch sein Pulsschlag, und sein Blutdruck schoss in die Höhe. Wenn sich das nicht änderte, würde die Anzugpositronik ihn in ein paar Minuten darauf hinweisen und zu einer Medikamenteninjektion raten.

Voss flog voran in die Höhlenöffnung, die wegen der Beleuchtung durch die zahlreichen Flutlichtlampen alles andere als bedrohlich wirkte. Auch das Innere des Durchgangs war grell erleuchtet. Hier gab es keine Schatten, aus denen geheimnisvolle Phantome kriechen konnten.

Nach ein paar Sekunden erreichte ihre Gruppe den eigentlichen Hohlraum, den der Aufprall des Asteroiden freigelegt hatte. Nun erblickte Rhodan mit eigenen Augen, was er bislang nur in den Holos gesehen hatte.

Er fragte sich, ob die Vergangenheit ihn wieder einmal einholte, wie es schon so oft geschehen war.

*

Die Höhle wurde ebenfalls vom Licht starker Scheinwerfer erhellt. Die harte künstliche Illumination verlieh dem Bild, das sich vor Perry Rhodan ausbreitete, eine Realität, die schon wieder fremdartig und surreal anmutete. Die Objekte in der Kaverne warfen scharf umrissene Schatten, die sich klar und überdeutlich wahrnehmen ließen.

Zumindest die meisten Objekte.

Denn um einen Sockel aus einem Material, bei dem es sich um Hyperkristalle zu handeln schien, die in einem dumpfen, roten Licht leuchteten, schwebten zu einem Kreis angeordnet neun Obelisken von etwa zweieinhalb Metern Größe. Sie warfen keine Schatten. Das hatten ihm bereits die Holos verraten, und deshalb war Rhodan sofort hierhergeeilt.

Er hatte etwas Ähnliches schon einmal gesehen. Es war ein Kreis der Gräber, wie er ihn vor fast 200 Jahren im Sternhaufen Arphonie entdeckt hatte. Nachdem er die Hologramme der Archäologen von Orcus betrachtet hatte, waren ihm die Ereignisse von damals so lebendig erschienen, als wären sie gerade erst geschehen.

In jenem Sternhaufen war Rhodan verstärkt auf Fundstätten gestoßen, die auf die Cynos hinwiesen. Ihrem Volk war er erstmals im November 3441 alter Zeitrechnung während der Konferenz der Immunen auf dem Planeten Dessopato begegnet. Mit drei schwarz gekleideten Delegierten hatten sie an der Konferenz teilgenommen.

Später war offenbar geworden, dass Cynos durch Paramodulation jede beliebige Gestalt annehmen konnten und über unterschiedlich stark ausgeprägte parapsychische Kräfte verfügten. Sie verwandelten sich nach ihrem Tod zudem in Obelisken, die keine Schatten warfen. Aber der Großteil ihrer Geschichte war widersprüchlich geblieben und nach wie vor nicht restlos aufgeklärt.

Nun entdeckten die Terraner zufällig am Rand des eigenen Sonnensystems weitere solche Obelisken? Was hatten die Cynos hier zu schaffen gehabt? Dass sie ihre Anwesenheit verborgen gehalten hatten, wunderte Rhodan bei all der Geheimnistuerei nicht, die sie betrieben. Doch jeder Zweifel war ausgeschlossen. Auch wenn es einige geringe Unterschiede gab, es handelte sich bei diesen Gebilden eindeutig um schattenlose Überreste verstorbener Cynos.

Was haben wir hier gefunden?, fragte sich der Terraner. Eine Cyno-Grabstätte am Rand des Solsystems ...

Dahinter steckte mehr, viel mehr, das wusste er mit absoluter Sicherheit. Plötzlich war es wieder da, dieses uralte Gefühl, das Kribbeln auf der Haut, das sich manchmal einstellte, wenn er Geheimnissen auf der Spur war.

Aus dem Augenwinkel sah Rhodan, dass Professor Voss sich in Bewegung setzte, zu den schattenlosen Objekten hinübergehen wollte. Instinktiv streckte er einen Arm aus, hielt ihn zurück.

»Berühre die Obelisken lieber nicht«, riet er zur Vorsicht. »Tote und versteinerte Cynos müssen nicht unbedingt endgültig tot sein!«

»Das glaube ich dir gern«, erwiderte der Professor. »Du hast in dieser Hinsicht mehr Erfahrung als ich. Aber wir haben diese Obelisken bereits vor einigen Tagen entdeckt, und einige meiner Kollegen ebenso wie ich selbst haben sie schon mehrfach berührt. Sie zeigten bislang keinerlei Aktivität.«

»Ansonsten habt ihr die Artefakte noch nicht genauer untersuchen können?«

»Nein. Dafür hatten wir noch keine Zeit. Wir haben dich umgehend über den Fund informiert. Aber sie scheinen harmlos zu sein. Wenn es sich bei den Obelisken tatsächlich um Cynos handelt, sind sie seit langer Zeit tot.«

Rhodan aktivierte sämtliche Ortungsinstrumente seines SERUNS. Selbstverständlich hatten die Archäologen die Fundstätte, die vielleicht schon seit Jahrzehntausenden unbeschädigt in der luftleeren Höhle existierte, nicht unter eine Sauerstoffatmosphäre gesetzt, sondern im Originalzustand belassen, lediglich den Schutzschirm darübergespannt.

Die Instrumente zeigten keinerlei Emissionen an, welcher Art auch immer.

Rhodan schüttelte den Kopf. Er hätte sich denken können, dass der Professor und seine Kollegen bei der Entdeckung der Obelisken genauso gehandelt hatten. Wäre etwas dabei herausgekommen, hätte Voss ihn längst darüber informiert.

Zögernd trat er einen Schritt vor, dann einen weiteren, näherte sich vorsichtig dem Kreis der schwebenden Obelisken. Er wartete geradezu darauf, dass etwas geschah, doch seine Hoffnung – oder Befürchtung – erfüllte sich nicht.

Er streckte einen Arm aus, berührte einen der Obelisken.

Nichts.

Womit hatte er gerechnet? Dass eine Stimme aus dem Jenseits erklang, ihn im Kreis der Toten eines uralten, rätselhaften Volks willkommen hieß? Lächerlich.

Er ging vorsichtig weiter zu dem Sockel aus Hyperkristall, streckte den Arm wieder aus, berührte auch ihn.

*

Der Schlag warf ihn zwei Meter weit zurück, bevor die SERUN-Positronik reagierte und seinen Flug abfing.

Abrupt veränderte sich die Umgebung. Perry Rhodan war nicht mehr in einer Kaverne im Plutino Orcus am Rand des Solsystems. Er schwebte ein paar Hundert Meter über einem Planeten, schaute auf eine weite Ebene, die sich bis zum Horizont erstreckte.

Auf ein riesiges Feld, auf dem Tausende von Obelisken standen, die keinen Schatten warfen.

Schier endlos dehnte sich das Feld unter ihm aus. Die Zahl der Obelisken konnte Rhodan nicht mal ansatzweise abschätzen.

Im nächsten Augenblick löste sich das Bild wieder auf.