The Crow Chronicles - Kira Beauchamp - E-Book

The Crow Chronicles E-Book

Kira Beauchamp

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Beschreibung

Drei Völker in verbittertem Krieg um den Thron des Grosskönigs. In Ivoryvale bekämpfen sich seit Jahren Krähen, Gargoyles und Menschen, ohne dass es einem Volk gelingt, die Vorherrschaft auf der Welt an sich zu reissen. Ein Trial soll diese Frage ein für alle Mal klären und die blutigen Kämpfe beenden. Eden, Flair und Jewel sind stolze Vertreterinnen ihrer Völker und bereits tief in die Wirren verstrickt. Wie können sie ihren Frieden finden, nach allem was passiert ist? The Crow Chronicles ist eine Reihe von Kurz-Ebooks, die in der fantastischen Welt 'Ivoryvale' spielen.

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Kira Beauchamp

The Crow Chronicles

Schatten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

FLAIR

JEWEL

EDEN

GAYLE

JEWEL

EDEN

JEWEL

GAYLE

EDEN

FLAIR

JEWEL

FLAIR

EDEN

JEWEL

GAYLE

EDEN

FLAIR

Impressum neobooks

FLAIR

Prolog

Ich war fünf Jahre alt, als ich zum ersten Mal einen Menschen sterben sah. In der Abenddämmerung stand ich am Gartenzaun meines Elternhauses und umklammerte zwei Pfosten mit meinen kleinen Patschehändchen, um deutlich zu machen, dass ich keineswegs bereit war, zum Abendessen herein zu gehen. Meine Mutter hatte bereits mehrmals gerufen. Ich wusste, dass nach dem Abendessen nur noch das Bett wartete und dies war keine verlockende Vorstellung für eine Dreijährige, die nichts lieber tat, als im Garten herumzutollen.

Wir lebten am Waldrand, abgeschieden vom Rest des Dorfes und dennoch in der Sicherheit des Verbandes der Nachbarn. Direkt als ich mich abwenden und endlich dem Rufen meiner Mutter nachgeben wollte, vernahm ich das Donnern von vielen Hufen. Neugierig blickte ich noch einmal zum Wald hinüber, in Erwartung einer Reitertruppe. Dass es bereits dämmerte und somit nicht unbedingt die Zeit war, in der Reisende noch unterwegs waren, fiel mir nicht auf - ich war zu klein, um mich von einem anderen Gefühl als der Neugierde leiten zu lassen. Doch entgegen der Geräuschkulisse war es nur ein einzelner Mann mit einem weißen Wams, das mit einem seltsamen roten Muster verziert war, der aus dem Unterholz auf die Wiese hinter unserem Haus stolperte. Natürlich wussten wir hier auf dem Lande nicht, was in der Stadt gerade angesagt war, aber dieser seltsam gefleckte Stoff war das mit Sicherheit nicht.

Dann kamen die Reiter. Sie trugen allesamt Umhänge aus dunklem, im letzten Licht des Tages bläulich schimmernden Stoff. Auf ihren Köpfen saßen Kapuzen, die gegen Himmel in einem Spitz endeten und ihnen ein bizarres Aussehen verliehen. Ich duckte mich instinktiv hinter den Gartenzaun, auch wenn keiner der Reiter auf mich achtete. Noch weniger würde ich dem Mann in Weiß auffallen. Dass sein Lauf in Zickzacklinien nicht sportlicher oder fröhlicher Natur war, begriff ich bereits mit meinem geringen Alter. Er musste vor irgendetwas weglaufen und noch bevor ich den Zusammenhang zwischen den Reitern und ihm erkannte, hatte ihn einer der Kapuzenmänner bereits erreicht und rammte von hinten einen langen Speer durch seinen Rücken. Mit einem ächzenden Laut brach der Mann zusammen, vor meinen Augen, nur wenige Schritt hinter dem Gartenzaun meiner Familie. Ich schlug mir die Hand auf den Mund, um nicht das grauenvolle Entsetzen laut heraus zu schreien. Als die Reiter an meinem Beobachtungsposten vorbei galoppierten, konnte ich sehen, dass jeder von ihnen zu beiden Seiten einen dieser langen, tödlichen Speere bei sich trug. Ich duckte mich noch tiefer.

Nun konnte ich auch gut sehen, dass seine Kleidung nicht deswegen rot-weiß war, weil er nach der Mode ging, sondern weil der blasse Stoff von zahlreichen Wunden bereits mit Blut getränkt worden war.

Die Reiter ließen den Mann nach einem kurzen Blick auf ihn einfach liegen. Es war offensichtlich, dass er niemanden mehr anrühren oder belästigen würde. Ich sah seine weit offenstehenden Augen und wusste, dass er nie wieder zu seiner Familie zurückkehren würde. Von diesem Tage an war nichts mehr, wie es mal war.

Ich folgte nun endlich dem Ruf meiner Mutter, die mich sofort am Ohr packte und in mein Zimmer schleifte, kaum dass ich das kleine Häuschen, das ich mit meinen Eltern bewohnte, betreten hatte. Während sie mich durch den Wohnraum schob und zerrte, warf ich einen sehnsüchtigen Blick auf den gedeckten Abendbrottisch, doch ich hatte wohl die Gelegenheit, rechtzeitig hereinzukommen, verpasst. Der Schrecken verschloss meinen Mund und machte es mir unmöglich, mich zu erklären.

Als ich im Bett lag und an die düstere Decke starrte, liefen mir stumme Tränen übers Gesicht, während ich meine Eltern im Raum nebenan miteinander scherzen und lachen hörte. Der Hunger grummelte in meinem Bauch, doch ich wagte nicht, noch einmal aufzustehen, um den Zorn meiner Mutter nicht auf mich zu lenken. Meine Kehle fühlte sich sowieso an wie zugeschnürt und auch wenn mein Magen nach Nahrung verlangte, wusste ich nicht, ob ich den Mund aufbekommen hätte, um etwas zu mir zu nehmen.

Als ich mich am nächsten Morgen hinter den Röcken meiner Mutter zaghaft wieder in den Garten wagte, war der Mann im weißen Wams hinter dem Zaun verschwunden.

Ich sprach niemals mit jemandem über meine Beobachtung an diesem Abend, doch mein Leben war von da an nie mehr dasselbe, auch wenn er nur der erste von vielen Toten war.

JEWEL

Das erste Geräusch an das ich mich erinnern konnte, war das Schleifen von Stein auf Metall. Mein Vater hatte jeweils, während er Gutenachtgeschichten erzählte, seine Messer und sein Schwert geschliffen. Ich war meist während seinen Geschichten eingeschlummert, da seine Anwesenheit mir genügt hatte, um mich sicher und geborgen zu fühlen. Seitdem war dies einer meiner liebsten Laute und im Gegensatz zu meinen Brüdern und Schwestern war es für mich keine große Bürde, meine Waffen stets scharf zu halten. Auch wenn diese Zeiten von Gutenachtgeschichten und Geborgenheit längst vorbei waren, verbrachte ich viel Zeit damit, meine zwei Messer und mein Schwert zu schleifen. Mein eigener Schleifstein - ein Erbstück meines Vaters - war eines der wenigen Dinge, die ich immer bei mir trug. Wie alle Leute meines Volkes hatte ich meine gesamten Besitztümer in den Taschen meines Overalls untergebracht, um nicht an einen Ort oder unpraktische, große Dinge gebunden zu sein.

Ich saß auch heute wieder vor einer behelfsmäßigen Unterkunft in einem alten Schuppen, der wohl früher Weidetieren als Unterschlupf gedient hatte. Einige Gerätschaften an den Wänden verrieten die Spuren von Landwirtschaft, außerdem lagen weit und breit um diese Unterkunft herum nur Wiesen und Felder.

Hier lagerte ich mit fünf meiner Brüder und einer Schwester. Während ich mein Messer dutzende Male mit dem Schleifstein traktierte, nachdem bereits mein Schwert dieselbe Behandlung erfahren hatte, fragte ich mich, wann wir wohl wieder weiter ziehen würden.

Man könnte von einem Gargoyle erwarten, dass er sein Leben lang am selben Ort verbringt. Schließlich hatte mein Volk früher als Wächter von Schlössern und Herrenhäusern gedient. Doch diese Zeiten liegen lange zurück und wir waren seit über zwei Jahrzehnten auf der Flucht, während die früheren Gebäude, die unter Gargoyle-Schutz gestanden hatten, längst verfielen. Schade darum, denn ich hatte mich schon seit frühester Kindheit für Architektur interessiert und manchmal davon geträumt, selbst in den Dienst eines altehrwürdigen Hauses oder einer tollen Burg zu treten.

Doch kaum dass ich alt genug gewesen war, mich solchen Gedanken zu stellen, war der Krieg über uns gekommen und jegliche Chance auf Heilung für unser Land, und auf eine normale Karriere für meine Geschwister und mich, unwiederbringlich dahin.

Nicht jedem fällt es leicht, sich in die neuen Gegebenheiten einzufügen, aber jeder bewunderte mich dafür, wie gelassen ich damit umzugehen wusste. Das Einzige war ich gut konnte, war mich hinter einer Maske zu verstecken. Okay, dies und kämpfen.

“Niemand geht besser mit Schwert und Messer um als unsere Jewel”, pflegte die alte Deedra zu sagen. Deedra war eine der älteren Gargoyles, die früher tatsächlich im Dienste eines Gebäudes hatten stehen dürfen und sie wusste eine Menge spannender Geschichten aus dieser Zeit zu erzählen. Daneben besaß sie aber ein scharfes Auge, dem nichts und niemand entging und das manche meiner Brüder und Schwestern zu fürchten gelernt hatten. Ich hingegen sah in Deedra mehr eine Mutter denn eine ältere Schwester und hatte als eine der wenigen stets die Zeit für ihre Geschichten gefunden.

“Träumst du mal wieder von fernen Ländern, Jewel?”, Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Irgendetwas hatte mich an der Schulter berührt, Sofort war ich hellwach und sprang auf die Füße, Schleifstein und Messer in den Händen, um mich allenfalls verteidigen zu können.

Vor mir stand Neas, der Anführer unserer kleinen Gruppe. Er war zwar nicht viel älter als ich, aber er war bereits als Krieger erzogen worden und deswegen verfügte er über die meiste Erfahrung von uns allen. Ich war diejenige die er meist zu Rate zog, auch wenn ich eigentlich nur das Kämpfen richtig gut beherrschte. Alles andere, und die Frage wie wir diesem ewigen Krieg ein Ende setzen konnten, waren mir ein Rätsel.

“Neas!”, rief ich wütend aus.

“Du hast mich erschreckt, du Volltrottel”, Für gewöhnlich war der Ton in unserem kleinen Reisegrüppchen rau und sarkastisch, die meisten hatten ihren wahren Humor ebenso wie die Lebensfreude längst hinter sich gelassen.

“Hey, ich kann doch nichts dafür wenn du mal wieder irgendwo anders bist. In der Vergangenheit?”, neckte er und runzelte die Stirn. Neas war nicht unbedingt der Geduldigste und ich war mir durchaus bewusst, dass ich mehr als oft seine Nerven strapazierte.

Ich nickte kleinlaut.

“Ich frage mich, wann dies alles ein Ende haben wird”, Ich machte eine vage Handbewegung, die alles rund um uns herum einschloss. Neas hob eine Augenbraue und blickte zum Schuppen hinüber. Die anderen saßen drinnen und der Rauch, der munter aus dem Kamin tänzelte, verriet, dass bald Zeit zum Abendessen sein würde.

“Ich würde gerne sagen, dass der Frieden nahe ist, aber alles was nahe ist, ist das tatsächliche Ende. Unseres Volkes, unserer Welt wie wir sie kennen und vielleicht von all dem hier. Wahrscheinlich werden unsere Kinder nichts von dem, was wir lieben und verteidigen, noch haben.”

Neas hatte einen Hang dazu, pathetisch zu werden und ich war dann das Biest, das ihn auf den Boden zurückholte.

“Zum Glück haben wir keine Kinder”, bemerkte ich trocken und starrte auf meine Fußspitzen.

“Du weißt genau, was ich meine, Jewel”, Seine Stimme klang scharf, anscheinend war ihm meine Bemerkung in den falschen Hals geraten und ich hob entschuldigend die Hände.

“Ist okay”, murmelte ich trotzig und kickte einen Stein davon.

Leider gehörte Neas nicht zu den Menschen, die sich von meiner abweisenden Miene abschrecken ließen. Zu schade. Ich bereute nicht zum ersten Mal in seiner Anwesenheit, mich nicht in Stein verwandelt zu haben. Wir hatten ausgemacht, dies in der Gruppe ohne vorherige Absprache zu unterlassen, aber momentan wäre es mir lieber gewesen, in Ruhe über das Geschehene nachdenken zu können.

“Wie lange bleiben wir diesmal?” Ich versuchte gelangweilt zu klingen, aber in Wahrheit brannte mir diese Frage schon lang auf der Zunge.

Neas zuckte mit den Schultern - eine Reaktion, die mich zur Weißglut treiben konnte. Mühevoll versuchte ich, die steinerne Fassade aufrecht zu erhalten und die unbewegte Miene nicht zu verziehen. Doch Neas kannte mich zu lange, um zu übersehen wie sehr es in meinem Inneren brodelte.

“Nicht lange genug, um damit anzufangen uns heimisch zu fühlen und hoffentlich nicht lange genug um von unseren Häschern entdeckt zu werden. Bisher ist alles so gut gelaufen und es wäre schade, wenn sich das ändert”, erklärte er und sein Gesichtsausdruck strahlte tatsächlich Optimismus aus.

“Furchtbar gut gelaufen, mhm”, machte ich düster. Er schnalzte missbilligend mit der Zunge, doch ich hatte nichts weiter zu sagen und schwieg, während ich bockig die Arme vor der Brust verschränkte.

Seit Monaten schon waren wir auf der Jagd, mal auf Seiten der Häscher, aktuell auf der der Gejagten. Obwohl ich die meiste Zeit unterwegs an der frischen Luft verbrachte, war das Gefühl, eingesperrt zu sein im Laufe der Zeit immer stärker geworden. Inzwischen gab es Tage, an denen mir die Fesseln meines Schicksals die Luft abzudrücken schienen.

EDEN

“Und warum bitteschön immer nur rot? Warum müssen wir alle rote Stoffe für unsere Festgewänder verwenden, wenn mir doch weiß viel besser steht und außerdem zu meinem Gefieder viel besser passt?” Ich stampfte nervös mit dem Fuß auf und keuchte gleichzeitig. Die Schuhe, die ich gerade anprobierte, hatten drei dünne Absätze, deren Durchmesser nicht dicker war als ein Federkiel.

“Es ist so vorgeschrieben, Mistress Eden”, erklärte die Schneiderin unterwürfig, aber ich hatte kein Interesse, mich besänftigen zu lassen.

“Vorschriften über Vorschriften. Denken Sie nicht, dass mir das gleichgültig ist?”, giftete ich hochnäsig und wandte ihr demonstrativ den Rücken zu. Sie nahm schweigend weiterhin meine Maße, während ich aus dem Fenster starrte und dem Schnee zuschaute. Langsam legten sich die weißen Flocken wie ein Mantel über das schwarze Land. Den Rest des Termins brachten wir schweigend hinter uns. Mir tat die Frau leid, die, seit ich denken konnte, von meiner Familie mit allen Schneiderarbeiten betraut wurde. Ich wusste selber, dass ich mich daneben benommen hatte und sie schließlich ebenso wenig für die vorgeschriebenen Kleiderfarben verantwortlich war wie ich. Ich war zu stolz, um eine Entschuldigung vorzubringen. Zurück blieben ein Haufen roter Stoffe und einige Skizzen von mir, auf denen die Schneiderin Maße notiert hatte. Eine Assistentin würde kommen, alles aufräumen und in das Schneideratelier in der Stadt bringen. Ich ließ ein letztes Mal meine Finger über die seidigen Stoffe gleiten. Die fühlten sich zwar unglaublich gut an und konnten schließlich nichts für die Vorschriften des Kartells. Dennoch - ich sah rot, rot und noch mehr rot. Frustriert kehrte ich in mein Schlafgemach zurück. Ein Blick in die Runde verriet sofort, dass ich hier keine Ablenkung von meinem Frust finden würde.

“Ist dein Kleid für den Tag der Ernennung bereits fertig?” Ich hatte gar nicht bemerkt, dass Gray hinter mir hereingekommen war. Ich verdrehte die Augen. Wieso bloß musste mich mein kleiner Bruder überall hin verfolgen?

“Nein, natürlich nicht!”, keifte ich genervt.

“Wird es wenigstens schön?”, bohrte er ungerührt nach und besaß die Frechheit, ständig zu lächeln.

“Es wird rot”, zischte ich. Noch ein Wort und ich würde ihn hochkant aus dem Raum befördern. Ich hatte ernsthaft wichtigere Probleme, als dieses unglückselige Kleid. Wobei - eigentlich stand dieses Kleid für das eine Problem, das mir schon seit Wochen die Laune verhagelte.

“Rot ist deine Farbe. Wenn du deine ganz passable äußere Erscheinung noch mit einem deines seltenen Lächelns schmücken könntest, wäre das natürlich ideal.” Ungerührt schwang sich mein Bruder auf den breiten Fenstersims, der in meinem Gemach gleichzeitig die einzige Sitzgelegenheit bot.

“Wäre das natürlich ideal…”, äffte ich ihn genervt nach. Am liebsten hätte ich eine Haarspange oder etwas Derartiges in seine Richtung gepfeffert.

“Was steht heute noch an?”, fragte er gelassen, ohne meine schlechte Laune zu beachten. Ich war in den Anblick meines Spiegelbildes versunken, nachdem ich mich auf meinen Schminkstuhl hatte fallen lassen. Man kann getrost behaupten, dass ich ein wenig danach versessen war, mein Gesicht zu betrachten und auf kleinere Unregelmäßigkeiten zu untersuchen. Erst fiel mir beim besten Willen nicht ein, was ich antworten sollte. Hatte dieser Junge eigentlich nichts Besseres zu tun, als hier auf meinem Fensterbrett zu sitzen und mich zu ärgern? Ich kam nicht mehr dazu, mir eine Antwort für Gray zu überlegen. Das laute Heulen von Sirenen riss mich aus meinen Gedanken. Ich schreckte auf und blickte mich um. Von meinem Schoßhündchen Corgy war weit und breit mal wieder nichts zu sehen. Ich hatte schon einmal einen Angriff ohne das kleine Fellknäuel überstehen müssen und wäre dabei vor Sorge umgekommen. Noch einmal wollte ich dies nicht durchstehen und so begann ich panisch nach dem Hund zu rufen.

“Jetzt weißt du, was heute noch ansteht”, schnauzte ich meinen Bruder an. Dieser erhob sich gelassen von seinem Platz und schwebte auf meine Zimmertür zu.